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Eine Abschaffung von Summorum Pontificum wäre ein „Machtmißbrauch“

Weihbischof Athanasius Schneider sprach in der Sendung Catholic Drive Time über mögliche Einschränkungen des Motu proprio Summorum Pontificum und die Piusbruderschaft.

(Washington) Eine Einschränkung oder Unterdrückung des Motu proprio Summorum Pontificum wäre ein „Machtmißbrauch“. Dies sagte Weihbischof Athanasius Schneider in einem Interview mit dem US-amerikanischen Nachrichtensender Guadalupe Radio Network in Houston.

Msgr. Athanasius Schneider, Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, ist Weihbischof des Erzbistums Astana in Kasachstan. Er sprach mit Joe McClane, dem Programmleiter von Guadalupe Radio Network, in dessen Sendung Catholic Drive Time darüber, was passieren würde, sollte der Heilige Stuhl die Heilige Messe im überlieferten Ritus einschränken.

Am vergangenen Samstag berichtete die französische Tageszeitung Le Figaro, daß Papst Franziskus das Dokument zur „Neuinterpretation“ von Summorum Pontificum bereits genehmigt habe. Zwei Tage darauf folgte Rorate caeli, ein US-amerikanischer katholischer Blog, mit der Nachricht, daß das Dokument schon morgen, Freitag, in Kraft treten könnte.

Laut Weihbischof Schneider wäre jede Form der Einschränkung des Motu proprio von Papst Benedikt XVI. „ein großer Schaden für das Leben der Kirche“. Sollte das geschehen, könnten die Priester dennoch „diese Messe weiterhin feiern, weil es die Messe der gesamten Kirche ist und die Gläubigen ein Recht auf das Heilige haben“. Die überlieferte Liturgie sei „ein Schatz der ganzen Kirche“. Es gehe dabei nicht nur um die Gegenwart, sondern auch um die Vergangenheit. „Es ist ein Schatz der Heiligen: Fast alle Heiligen, die wir kennen, sind in dieser Form der Liturgie aufgewachsen“. Bekanntlich sind im Übernatürlichen die Zeiten aufgehoben, weshalb auch alles Vergangene im Heiligen denselben Wert hat wie das Gegenwärtige.

Die deutschamerikanische Historikerin und Journalistin Maike Hickson, die auf LifeSiteNews über das Interview berichtete, schreibt unter Berufung auf vatikanische Quellen, daß nicht nur die möglichen Einschränkungen problematisch seien, sondern auch die „diktatorische Art“, mit der sie eingeführt werden sollen. Es werde „über die Köpfe der Priester und Gläubigen hinweg“ entschieden und aufoktroyiert.

Zum Ausmaß und der Reichweite möglicher Einschränkungen liegen seit Ende Mai, seit Franziskus bei der Vollversammlung der Italienischen Bischofskonferenz seine Absichten ankündigte, unterschiedliche Berichte vor, weshalb keine genauen Angaben gemacht werden können. Konstant taucht dabei der Hinweis auf, daß allen Priestern, die nicht einer Ecclesia-Dei-Gemeinschaft angehören, das Recht zur Zelebration des überlieferten Ritus, den ihnen Benedikt XVI. zuerkannt hatte, wieder entzogen werde. Wer von ihnen weiterhin im überlieferten Ritus zelebrieren wolle, brauche dann eine Sondererlaubnis.

Weihbischof Schneider zeigte sich überzeugt, daß sich die Priester und auch „besonders die Jugendlichen“ die Heilige Messe im überlieferten Ritus, „diesen großen Schatz des Glaubens und der Spiritualität“, nicht nehmen lassen werden.

Eine Berufung gegen ein mögliches Einschränkungsdekret sei den Priestern aber nicht möglich, weil es „niemals eine Berufung gegen den Vatikan geben kann“.

Joe McClane von Guadalupe Radio Network in Houston, der Bischof Athanasius Schneider interviewte

Nicht nur zwei Formen, sondern zwei Riten

Schneider bestätigte zwar, daß Rom formal die Vollmacht habe, auch Priester der Tradition zu zwingen, die Messe im Novus Ordo Missae zu zelebrieren, daß der Heilige Stuhl damit aber in geistlicher Hinsicht die diesen Priestern verliehenen Rechte verletzen würde. Das gelte in besonderer Weise für die Priester, die auf den überlieferten Ritus geweiht sind. Ihr Status sei jenem der mit Rom unierten Priester der Ostkirchen zu vergleichen. Sie seien auf ihren Eigenritus geweiht und könnten daher nicht gezwungen werden, in einem anderen Ritus zu zelebrieren.

Der Weihbischof widersprach ausdrücklich der Annahme, der überlieferte Ritus aller Zeiten und der Novus Ordo Missae von 1969 seien nur zwei Formen ein und desselben Ritus. Dabei handle es sich um „zwei verschiedene Riten“, denn der Unterschied zwischen beiden sei „sehr groß“. Deshalb denke er, daß kein Priester gezwungen werden sollte, im anderen Ritus zu zelebrieren.

Es sei schwer zu sagen, wie Rom reagieren werde, sollte es zum Zwang kommen und sich traditionsverbundene Priester diesem verweigern. Fakt sei, so Msgr. Schneider, daß die Konzelebration aber weder eine „Voraussetzung“ noch ein „Zeichen der Einheit“ in der Kirche sei.

In der gesamten Kirchengeschichte sei die Konzelebration nie eine Pflicht als Zeichen der Einheit mit dem Ortsbischof oder dem Papst gewesen. Keine der Ostkirchen, die in den vergangenen Jahrhunderten in die Einheit mit Rom zurückgekehrt sind, mußte mit dem Papst „konzelebrieren“. Nach dem alten Kirchenrecht war die Konzelebration sogar verboten.

Als vordringlichstes Anliegen nannte Weihbischof Schneider „vor allem zu beten, daß der Heilige Geist den Papst erleuchtet, das Motu proprio von Papst Benedikt nicht einzuschränken, und auch daß die Piusbruderschaft eine umfassendere Anerkennung in der Kirche erhält.“

„Baldige Anerkennung der Piusbruderschaft wäre gut“

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews war die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX). Weihbischof Schneider hatte im Auftrag des Heiligen Stuhls 2015 deren Häuser visitiert. Er verfügt daher über reichen Einblick. Der Weihbischof rekapitulierte die historische Entstehung und Entwicklung der Priesterbruderschaft St. Pius X. sowie die dabei entstandenen Konflikte mit Rom. Unter Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus seien jedoch wichtige Schritte in Richtung einer „kanonischen Normalisierung“ erfolgt. Da Franziskus Priestern der Piusbruderschaft im Jahr der Barmherzigkeit die Vollmacht zuerkannte, die Beichte zu hören, bestehe kein Zweifel, daß ihr sakramentales Priestertum und die von ihnen gespendeten Sakramente als gültig zu betrachten sind. Entsprechend sei es „natürlich“ rechtmäßig, die Heilige Messe zu besuchen, die von einem Priester der Piusbruderschaft zelebriert wird, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

„Wir müssen hoffen, daß sie die volle Anerkennung erhalten. Ich hoffe bald, es wäre gut. Und dann wird die FSSPX eine normale Realität sein wie andere Realitäten innerhalb der Kirche. Das ist notwendig für unsere Zeit in dieser Krise, in diesen Zeiten der Dunkelheit und Verwirrung.“

Er gehe nicht davon aus, so Msgr. Schneider, daß sich die Piusbruderschaft in der derzeitigen Situation dem Heiligen Stuhl ganz unterwerfen werde. Sollte es tatsächlich zu Einschränkungen von Summorum Pontificum und Zwangsmaßnahmen gegen Priester der sogenannten Ecclesia-Dei-Gemeinschaften kommen, sei damit zu rechnen, daß sich Priester dieser Gemeinschaften wegen deren größerer Unabhängigkeit der Piusbruderschaft anschließen könnten. Wichtiger sei allerdings, zu hoffen und dafür zu beten, daß es erst gar nicht soweit komme, sondern das Motu proprio Summorum Pontificum in seinem Umfang erhalten bleibe.

Quelle: katholisches G. N. Bild: Catholic Drive Time/Youtube (Screenshots)

Motu Proprio Traditionis custodes

Verbot der heiligen Messe !

Von Summorum Pontificum zu Traditionis Custodes – oder vom Naturpark zum Zoo

Gestern veröffentlichte Papst Franziskus ein Motu Proprio, dessen Titel Hoffnungen wecken könnte: Traditionis custodes, „Hüter der Tradition“. Da sich der Papst an die Bischöfe richtet, könnte man versucht sein, zu träumen: Gewinnt die Tradition ihre Rechte innerhalb der Kirche zurück?

Aber das Gegenteil ist der Fall. Dieses neue Motu Proprio löscht Summorum Pontificum aus. Bevor Summorum Pontificum aus der Feder Benedikt XVI seinen fünfzehnten Geburtstag feiern konnte, erreicht es mit Traditionis Custodes sein Verfallsdatum. Ein weiterer Beweis der Unsicherheit des gegenwärtigen Lehramtes.
 
Alles, oder fast alles, was in Summorum Pontificum enthalten ist, ist hiermit hinfällig oder ungültig. Die Intention, zu zerstören, ist in dem Begleitschreiben klar formuliert.
 
Dort nennt der Papst die beiden Leitprinzipien, wie in den Diözesen vorgegangen werden soll:

  1. „Für das Wohl derer sorgen, die in der bisherigen Form der Feier verwurzelt sind und welche Zeit brauchen, um zum römischen Ritus zurückzukehren, der von den Heiligen Paul VI. und Johannes Paul II. promulgiert wurde“.
  2. „Die Errichtung neuer Personalpfarreien zu stoppen, die mehr mit dem Wunsch und Willen einzelner Priester verbunden sind, als mit den Bedürfnissen des ‚heiligen und gläubigen Volkes Gottes'“.

 
Vorprogrammierte Auslöschung

Während Papst Franziskus sich gerne zum Verteidiger bedrohter Tier- und Pflanzenarten macht, beschließt und verkündet er die Ausrottung derer, die dem altehrwürdigen Ritus der Heiligen Messe verbunden sind. Diese Art hat kein Recht mehr zu leben: Sie muss verschwinden. Und es werden alle Mittel eingesetzt, um dieses Ergebnis zu erreichen.

Bislang genoss der alte Ritus einen gewissen Bewegungsspielraum, einem Tier in einem Naturpark vergleichbar. Jetzt ist diese Bewegungsfreiheit strikt eingeschränkt. Traditionis Custodes markiert den Übergang zu einem Regime, das der Herrschaft über einen Zoo vergleichbar ist. Die Käfige sind klein und klar begrenzt. Ihre Anzahl wird streng überwacht und es ist unmöglich, neue Käfige bereitzustellen. Die Wächter – oder sollten wir sagen Kerkermeister? – sind keine anderen als die Bischöfe selbst.
 
All dies ist in Artikel 3, Absatz 2 festgelegt: „Der Bischof (…) soll einen oder mehrere Orte angeben, an denen sich die Gläubigen, die diesen Gruppen angehören, zur Feier der Eucharistie treffen können (jedoch nicht in Pfarrkirchen und ohne neue Personalpfarreien zu errichten).“

Die interne Ordnung dieser Kerker ist streng geregelt (Artikel 3, Absatz 3): „Der Bischof (…) legt die Tage fest, an denen an dem angegebenen Ort Eucharistiefeiern unter Verwendung des 1962 von Johannes XXIII. promulgierten Römischen Messbuchs erlaubt sind.“

Diese Kontrolle erstreckt sich bis in die kleinsten Details: „In diesen Feiern werden die Lesungen in der Volkssprache verkündet, wobei die von den jeweiligen Bischofskonferenzen genehmigten Übersetzungen der Heiligen Schrift für den liturgischen Gebrauch verwendet werden.“ Fortan dürfen der Schott oder das traditionelle Lektionar nicht mehr benutzt werden.

Traditionis Custodes gibt den Bischöfen zudem die Vollmacht, über den Wert der Gemeinschaften zu urteilen. Für die als untauglich beurteilten Exemplare ist die Euthanasie vorgesehen (Art. 3, Abs. 5): „Der Bischof (…) wird in den für diese Gläubigen kanonisch errichteten Personalpfarreien eine angemessene Bewertung ihrer tatsächlichen Nützlichkeit für das geistliche Wachstum vornehmen und entscheiden, ob sie aufrechterhalten werden sollen oder nicht.“
 
Der Naturpark selbst, den Papst Johannes Paul II mit dem Motu Proprio ‚Ecclesia Dei adflicta‘ errichtet hat, wird faktisch ganz geschlossen, da die Kommission Ecclesia Dei, die 1988 errichtet wurde, ersatzlos verschwindet (Artikel 6): „Die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens, die damals von der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei errichtet wurden, gehen in die Zuständigkeit der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens über.“

Keine Migranten erlaubt

Während der Papst nie aufhört, sich um alle Arten von Migranten zu kümmern, sind die von ihm selbst errichteten Käfige oder Gefängnisse durch unüberwindliche Mauern gesichert. Niemand kann sie verlassen, niemand kann in sie eindringen.

Damit keine neuen Wildnisreservate entstehen, um bei unserem Bild zu bleiben, verbietet der Papst jegliche Erweiterung. (Artikel 3, Absatz 6): „Der Bischof (…) wird darauf achten, dass die Bildung neuer Gruppen nicht zugelassen wird.“ Damit beschließt er die Sterilisation der Tradition: Sie kann kein neues Blut aufnehmen und hat nicht genügend Raum, um sich fortzupflanzen.

Diese Sterilisation betrifft nicht nur die Gläubigen, sondern auch die Priester, die in Zukunft geweiht werden (Art. 4): „Priester, die nach der Veröffentlichung dieses Motu Proprio geweiht werden und mit dem Missale Romanum von 1962 zu zelebrieren beabsichtigen, müssen einen formellen Antrag an den Diözesanbischof stellen, der den Apostolischen Stuhl konsultieren wird, bevor er die Genehmigung erteilt.

Was die Priester betrifft, die bereits eine solche Erlaubnis haben, müssen diese ihre Zelebrationserlaubnis neu von ihrem Bischof einholen. Diese ähnelt somit einem temporären Visum (Artikel 5): „Priester, die bereits nach dem Missale Romanum von 1962 zelebrieren, werden den Diözesanbischof um die Erlaubnis bitten, weiterhin von der Ausnahme Gebrauch machen zu dürfen.“

Wo es darum geht, die traditionellen Gruppen einzuschränken, zu reduzieren oder gar zu zerstören, haben die Bischöfe einen päpstlichen Freibrief. Wo es hingegen um die Erteilung neuer Genehmigungen geht,  traut der Papst den Bischöfen nicht: Dafür müssen sie nach Rom gehen.

Offensichtlich ist es einfacher, die eigene mangelnde Autorität zu verschleiern, indem man die Gläubigen, die sich nicht wehren, terrorisiert, als das Schisma in Deutschland unter Kontrolle zu bringen. Aus Traditionis Custodes könnte man den Eindruck gewinnen, dass es nichts Dringenderes gab, als diesen Teil der Herde zu schlagen…

Papst emeritus Benedikt XVI.

Impfung gegen Lefebvrismus

Die große Angst vor einer Ansteckung mit dem Lefebvre-Virus wird durch den Impfstoff des 2. Vatikanischen Konzils ausgetrieben. Dieser Impfstoff wird allen verpflichtend vorgeschrieben, die künftig die traditionelle Messe feiern oder mitfeiern wollen. (Art. 3, Abs. 1): „Der Bischof (…) hat dafür zu sorgen, dass solche Gruppen die Gültigkeit und Legitimität der Liturgiereform, der Bestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und des Lehramtes der Päpste nicht ausschließen.“

Hingegen wird alles, was eine Quelle potentieller Ansteckung sein könnte, rücksichtslos aus dem Weg geräumt (Artikel 8): „Frühere Normen, Anweisungen, Zugeständnisse und Gewohnheiten, die nicht mit den Bestimmungen des vorliegenden Motu Proprio übereinstimmen, werden aufgehoben.“

In seinem Elan geht der Papst fast so weit, zu sagen, dass die alte Messe ein gefährlicher Virus ist, vor dem wir uns schützen müssen. So heißt es in Artikel 1: „Die liturgischen Bücher, die von den Heiligen Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. in Übereinstimmung mit den Dekreten des Zweiten Vatikanischen Konzils promulgiert wurden, sind der einzige Ausdruck der lex orandi des Römischen Ritus.

Wenn der Novus Ordo der einzige Ausdruck der lex orandi ist, was ist dann die tridentinische Messe? Bewegt sie sich liturgisch oder kanonisch im Niemandsland? Steht ihr in der lateinischen Kirche nicht einmal mehr ein Platz zu, vergleichbar dem, den der dominikanische Ritus, der ambrosianische Ritus oder der Lyoner Ritus einnimmt?

Das scheint aus dem hervorzugehen, was der Papst in dem Begleitschreiben zum Motu Proprio sagt. Scheinbar ist er sich seines Mangels an Logik nicht bewusst, wenn er schreibt: „Mich tröstet bei dieser Entscheidung die Tatsache, dass der heilige Pius V. nach dem Konzil von Trient auch alle Riten, die in neuerer Zeit entstanden waren, abschaffte und ein einziges Missale Romanum für die gesamte lateinische Kirche einführte. Vier Jahrhunderte lang war daher das von Pius V. promulgierte Missale Romanum der wichtigste Ausdruck der lex orandi des Römischen Ritus und erfüllte eine einigende Funktion in der Kirche.“

Die logische Schlussfolgerung aus diesem Vergleich ist, dass dieser Ritus beibehalten werden sollte, zumal die Bulle Quo primum von Pius V. ihn vor jedem Angriff schützt. Dies wurde von der von Johannes Paul II. einberufenen Kardinalskommission bestätigt, die fast einstimmig (8 von 9) feststellte, dass ein Bischof einen Priester nicht an der Zelebration hindern kann, nachdem er einstimmig festgestellt hatte, dass sie nie verboten worden war.

Und dies wurde von Papst Benedikt XVI. akzeptiert und in Summorum Pontificum ratifiziert.

Aber für Papst Franziskus, so scheint es, haben die alten Riten, die von Pius V. beibehalten wurden, einschließlich der sogenannten tridentinischen Messe, keinen verbindenden Wert. Allein der neue Ritus, der erst fünfzig Jahre besteht, mit seinen zahllosen Variationen und seinen unzähligen Missbräuchen, ist in der Lage, der Kirche die liturgische Einheit zu geben. Der Widerspruch ist offensichtlich.

Um auf seine Idee der Abschaffung der Spezies zurückzukommen, kann der Papst an die Bischöfe schreiben: „Es liegt vor allem an Ihnen, sich für die Rückkehr zu einer einheitlichen Zelebrationsform einzusetzen, indem Sie von Fall zu Fall die Gruppen evaluieren, die mit diesem Missale Romanum feiern.“

Ein Gesetz, das dem Gemeinwohl eindeutig entgegensteht

Der allgemeine Eindruck, der sich aus diesen Dokumenten – Motu Proprio und dem päpstlichen Begleitschreiben – ergibt, ist der eines Sektierertums. gepaart mit einem klaren Machtmissbrauch.

Die traditionelle Messe ist wesentlicher Bestandteil des Gemeinwohls der Kirche. Sie einzuschränken, sie in Ghettos zu verbannen und schließlich ihr Verschwinden zu planen, ist illegitim. Ein solches Gesetz kann kein Gesetz der Kirche sein, weil es, wie der heilige Thomas sagt, kein gültiges Gesetz gegen das Gemeinwohl gibt.

In den Begleitumständen dieses Schreibens zeigt sich die offensichtliche Verbitterung einiger Liturgiereformer, verbitterter Gegner der traditionellen Messe. Das Scheitern der Liturgiereform wird, wie in einem Helldunkel, durch den Erfolg der Tradition und der tridentinischen Messe nur allzu deutlich sichtbar.

Das ist der Grund, warum sie sich so gegen die traditionelle Messe stellen. Zu denken, dass die Abschaffung dieser Messe die Gläubigen in die vom Heiligen entleerten Kirchen zurückführen wird, ist ein Irrtum. Eine tragische Illusion. Die neue Blüte der traditionellen Messe, würdiger Ausdruck der wahren Anbetung Gottes, ist nicht die Ursache der Verödung, sie offenbart lediglich die Leere der erneuerten Messe.

Tatsache bleibt, dass dieses Motu Proprio, das früher oder später in der Kirchengeschichte in Vergessenheit geraten wird, an sich keine gute Nachricht ist: Es markiert einen Stillstand in der Rückkehr zur Tradition der Kirche und wird das Ende der Krise, die schon mehr als sechzig Jahre andauert, verzögern.

Was die Priesterbruderschaft St. Pius X. betrifft, so findet sie einen neuen Grund zur Treue zu ihrem Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre und zur Bewunderung seiner Klarsicht, seiner Klugheit und seines Glaubens.

Während die traditionelle Messe abgeschafft wird und die Versprechen, die den Gemeinschaften,  die der Kommission Ecclesia Dei unterstanden, gemacht wurden, nicht eingehalten werden, findet die Priesterbruderschaft St. Pius X. in der Freiheit, die ihr der eiserne Bischof vermacht hat, die Möglichkeit, weiterhin für den Glauben und die Herrschaft Christi des Königs zu kämpfen.

Quellen: Heiliger Stuhl – SSPX.News
Bild 1: ID 141391430 © Antoine Mekary | Dreamstime.com / Screenshot FSSPX

IS Terror-Organisation: „Wir werden in Rom stehen“

Dschihadisten versichern: Wir werden Rom erobern. Dazu wird im neuen Propagandavideo des Islamischen Staates (IS) ein Bild von Papst Franziskus zerrissen.

Neues Video des Islamisches Staates (IS): Bild von Papst Franziskus zerrissen

(Rom) Der Islamische Staat (IS) veröffentlichte ein neues Video, in dem Dschihadisten ein Photo von Papst Franziskus und von Benedikt XVI. zerreißen.

Die Dschihad-Miliz berichtet im Propagandavideo über die Zerstörung der katholischen Kathedrale von Marawi auf den Philippinen. In einer Szene wird gezeigt, wie ein „Soldat des Kalifen“ vor laufender Kamera eine Photographie des katholischen Kirchenoberhauptes zerreißt.

Das Video nennt sich „Inside the Caliphate – #3“. Die Terrororganisation zeigt Szenen der Zerstörung. Im vergangenen Mai hatten die Islamisten die Stadt Marawi auf der Insel Mindanao im Süden der Philippinen angegriffen und dabei zahlreiche Menschen getötet. Der Angriff wurde von der islamisch-philippinischen Organisation Maute durchgeführt, die sich dem „Kalifen“ des Islamischen Staates (IS) angeschlossen hat.

Maute ist auch bekannt als „Islamischer Staat Lanao“. Die Terrorgruppe stellt eine Abspaltung der Islamischen Befreiungsfront der Moros (MILF) dar.

Zerstörung eines Kruzifixes in Marawi

Die islamischen Angreifer schändeten die katholische Kathedrale der Territorialprälatur Marawi und brannten sie dann nieder.

Das Video, das grausame Szenen getöteter Soldaten enthält, wurde am 20. August vom Al Hayat Media Center veröffentlicht, einem der wichtigsten Propagandamedien des Islamischen Staates (IS).

Es wird auch gezeigt, wie die Dschihadisten ein großes Kruzifix und eine Marienstatue in der Kathedrale zerstören. Anfang Juni verurteilten mehrere Imame die Schändung der Kathedrale, als „Beleidigung und Mangel an Respekt vor dem Islam“.

Auf dem Video hört man einen Terroristen mehrfach wiederholen, während er mit dem Lauf seines Gewehres auf das Bild von Papst Franziskus zeigt:

„Wir werden uns sehr rächen. Wir werden in Rom stehen. Inschallah.“

Ein Sprecher sagt:

„Nach ihren Bemühungen [der Dschihadisten] wird die Religion des Kreuzes gebrochen werden. Die Feindschaft der Kreuzfahrer gegen die Muslime hat nur dazu genützt, eine junge Generation [von Muslimen] zu ermutigen.“

Gruppe des philippinischen Ablegers des IS

Die Philippinen sind ein zum größten Teil katholisches Land. Die Muslime machen nur fünf Prozent der Bevölkerung aus, vor allem im Süden, wo die Muslime die Mehrheit auf der Insel Mindanao stellen. Ihre geringe Zahl hält sie nicht von einem bewaffneten Kampf gegen die Christen ab. Laut dem Corriere della Sera erhalten die philippinischen Dschihadisten Verstärkung von IS-Kämpfern, die aus dem Irak und Syrien abgezogen werde, wo die Terrororganisation zunehmend Probleme hat.

Das neue Video folgt nur wenige Tage nach dem Video, mit dem ein spanischsprechender Terrorist sich zu den jüngsten IS-Attentaten in Europa bekannte.

Das Video enthält grausame Szenen getöteter Soldaten und Islamisten, zudem können wegen der dargestellten Zerstörung und Gewalt die religiösen Gefühle gläubiger Christen verletzt werden . Sensiblen Personen wird davon abgeraten, sich das Video anzusehen. Das Video wird veröffentlicht, um die Selbstdarstellung des Islamischen Staates (IS), seine Ziele und seine Grausamkeit zu dokumentieren.

Quelle: katholisches G. N. Bild: ACI Prensa (Video-Screenshots)

Papst schränkt Feier des alten Messritus radikal ein!

Bild: gloria.tv (Screenshot)

Außerordentlicher Ritus darf mit sofortiger Wirkung nur noch mit Erlaubnis des Ortsbischofs gefeiert werden – Apostolisches Schreiben „Summorum Pontificum“ von Benedikt XVI. damit abgeschafft!

Vatikanstadt

Papst Franziskus schränkt die Feier der sogenannten Alten Messe ein. Laut einem am Freitag im Vatikan veröffentlichten Erlass ist der ordentliche, von Paul VI. und Johannes Paul II. erlaubte Messritus die „einzige Ausdrucksweise“ des Römischen Ritus. Der von Benedikt XVI. 2007 umfangreicher erlaubte außerordentliche Ritus darf nur noch unter engeren Auflagen gefeiert werden. Datiert ist der Erlass auf den 16. Juli 2021, den liturgischen Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel. Laut dem neuen Motu Proprio „Traditionis custodes – Über den Gebrauch der römischen Liturgie vor der Reform von 1970“ (dt. Hüter der Tradition) darf nur der Ortsbischof für seine Diözese den Gebrauch des von Papst Johannes XXIII. 1962 veröffentlichten Messbuchs gestatten. Er allein bestimmt demnach Kirchen und Wochentage für die Feier nach dem alten Ritus; zudem beauftragt er die Priester, die mit Gläubigen so die Eucharistie feiern wollen.

Lesung in Landessprache

Die Lesungen in der üblicherweise auf Latein gefeierten Messfeier müssen laut neuer Regelung in der jeweiligen Landessprache vorgetragen werden. Nicht gestattet ist die Feier nach altem Ritus in normalen Pfarrkirchen, auch dürfen dafür keine eigenen Personalgemeinden gebildet werden. Wie Papst Franziskus deutlich festhält, hat der Bischof darauf zu achten, „die Gründung neuer Gruppen nicht zuzulassen“. Der Bischof bestimme auch den Ort, an dem die „Alte Messe“ gefeiert werden könne und die jeweiligen Tage, an denen sie stattfinden darf. Auch solle er prüfen, ob die Feier der „Alte Messe“ für das „geistliche Wachstum“ der für diese Gläubigen kanonisch errichteten Personalpfarreien tatsächlich nützlich sei und dementsprechend beibehalten werden solle oder nicht.

Erhoffte Versöhnung nicht eingetreten

In einem Begleitbrief an die Bischöfe begründet Franziskus den am Freitag veröffentlichten Erlass damit, dass insbesondere die von Benedikt XVI. 2007 erhoffte Versöhnung und größere Einheit in der Kirche nicht eingetreten seien. Eine 2020 erfolgte Umfrage zum außerordentlichen Ritus unter Bischöfen zeige dies laut Franziskus. Die von Benedikt XVI. angebotene Erleichterung, so Franziskus, „wurde ausgenutzt, um Klüfte zu vergrößern, Divergenzen zu verstärken und Unstimmigkeiten zu fördern, die die Kirche verletzen“ und sie der Gefahr der Spaltung aussetzten. So gehe etwa der Gebrauch des alten Ritus oft einher mit Behauptungen, nur dieser entspreche der wahren katholischen Kirche; die Liturgiereform nach dem Zweites Vatikanisches Konzil (1962 – 1965) habe die katholische Tradition verraten.

Demnach entspreche auch nur der alte Ritus der „wahren Kirche“. Diese Spaltungen, so der Papst, widersprechen nicht nur dem Konzil, sondern auch biblischer Lehre. Laut dem neuen Erlass müssen Priester, die im außerordentlichen Ritus feiern wollen, vom Bischof als dafür geeignet befunden werden. Sie sollen nicht nur des Lateinischen mächtig, sondern auch gute Seelsorger sein. Jene, die bisher schon im Ritus von 1962 feiern, brauchen eine erneute Erlaubnis vom Bischof. Künftig geweihte Priester benötigen über ihren Bischof eine Erlaubnis aus Rom. Das neue, mit Datum vom 16. Juli unterzeichnete Motu Proprio tritt sofort in Kraft. Es setzt zudem alle Bestimmungen früherer Erlasse außer Kraft – insofern sie dem neuen widersprechen.

Damit ist de facto das Apostolische Schreiben „Summorum Pontificum“ von Benedikt XVI. Geschichte.

Quelle: kath.net/KAP/red

Sakrileg in Konzilskirche: Götzenbild als Monstranz

Bischöfe tragen Pachamama in Prozession vom Petersdom in die Synodenaula.

Die Pachamama ist zurück – sakrilegischer denn je

Die Pachamama ist wieder aufgetaucht, diesmal als Ostensorium für das Allerheiligste Altarsakrament.

Grausame Drachengöttin Pachamama als Monstranz

(Mexiko Stadt) Die Figur der Pachamama ist wieder aufgetaucht, nicht mehr im Vatikan, dafür aber in Guadalajara in Mexiko. Auch dieses Mal „ohne götzendienerische Absichten“? So wird es zumindest behauptet. Dafür noch eine Spur sakrilegischer als in Rom: Die Pachamama dient in der mexikanischen Stadt als Ostensorium.

Als die Weltgesundheitsorganisation WHO am 30. Januar 2020 den Ausbruch des Coronavirus zu einer „gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite der höchsten Warnstufe“ erklärte, wie man seit April 2020 weiß, voreilig und ohne wirkliche Not, wurde im Vatikan still und leise die Pachamama entsorgt, die zuvor mehrere Wochen lang eine wichtige Rolle gespielt hatte. Diese angebliche Darstellung der „Mutter Erde“, in Wirklichkeit die Neuerfindung einer Pseudo-Gottheit, eine Mischung aus Naturreligion und New Age, die in dieser Form im historischen „Götterhimmel“ der lateinamerikanischen Indios unbekannt war, hatte im Rahmen der Amazonassynode eine ungute Rolle gespielt. Einen Götzen, der zum „Maskottchen“ einer Kirchenversammlung gemacht wurde, das hatte es in der Kirchengeschichte in der Tat noch nicht gegeben.

Beherzte österreichische Katholiken eilten nach Rom und entsorgten die Götzendarstellung in den Tiber. Papst Franziskus ersuchte die Republik Italien um Hilfe. Angehörige der Carabinieri-Tauchereinheit holten die Pachamama-Figuren wieder aus dem Fluss und Franziskus entschuldigte sich am Ende der Amazonassynode vor den Synodalen, genauer vor den Indios, für die Tat der couragierten Gläubigen. Denn die Darstellung sei „ohne idolatrische Absicht“ ausgestellt worden. Die Nachricht, daß die Carabinieri die Figuren aus dem Tiber geborgen hatten, kommentierte Franziskus mit den Worten: „Das ist eine schöne Nachricht. Danke“.

Die Pachamama-Monstranz von Guadalajara

Die Erinnerung an die Pachamama hat sich tief in das Gedächtnis vieler Katholiken eingeprägt. Ihr „Auftreten“ im Herbst 2019 wurde für zahlreiche Gläubige zur Verbildlichung eines schon länger gefühlten Unbehagens. Die Macht der Bilder von dem angeblichen Amazonas-Götzen, die um die Welt gingen, wurde für die päpstlichen Planungen zum Bumerang.

Nun ist der Pachamama-Götze wieder aufgetaucht, als „Custodia“ für das Allerheiligste. Die Darstellung fand in einer Pfarrkirche in Guadalajara im mexikanischen Staat Jalisco Aufstellung. Und auch hier hat ihr Auftauchen einen skandalös sakrilegischen Anstrich. Der Götze wurde auf dem Altar genau vor dem Tabernakel platziert, umgeben von Kerzen. Der Blick zum Allerheiligsten führt unweigerlich zur Pachamama, denn die hölzerne Götzenfigur dient als Ostensorium, genauer als Monstranz, in welcher der konsekrierte Leib Christi zur Anbetung ausgestellt ist.

Als die Figur am 4. Oktober 2019 bei einer skurrilen Zeremonie vor Synodenbeginn in den Vatikanischen Gärten erstmals auftauchte und Indios und Franziskaner in Anwesenheit des Papstes vor ihr anbetend auf dem Boden lagen, hüllte man sich im Vatikan in Schweigen. Als die Fragen nicht nachließen, wurde zunächst der plumpe Versuch unternommen, die Figur zu einer Darstellung der Gottesmutter Maria umzudeuten, dann möglichst schnell das Thema zu wechseln, schließlich ihre Bedeutung herunterzuspielen. Paolo Ruffini, der Präfekt des Kommunikationssekretariats, lehnte sich soweit aus dem Fenster, rundweg zu bestreiten, daß es sich in den Vatikanischen Gärten um götzendienerische Handlungen gehandelt habe. Wie unwohl sich die vatikanischen Presseverantwortlichen dabei fühlten, war in jeder Pressekonferenz greifbar.

Mit der Entsorgungsaktion der mutigen österreichischen Katholiken änderte sich die Situation aber schlagartig. Plötzlich wurde die Figur nicht nur de facto, sondern auch in den offiziellen Erklärungen sehr wichtig, unverhältnismäßig wichtig. Papst Franziskus selbst war es, der nun die Ausflüchte beendete und bei seiner Entschuldigung eingestand, daß es sich um ein naturreligiöses Symbol handelt. Das Hauptanliegen des Papstes war allerdings die Mißbilligung der couragierten Tat der jungen Katholiken.

Der Vatikanist Marco Tosatti schreibt zur exzentrischen neuen Rolle der Pachamama in Guadalajara:

„Es ist wirklich wahr, daß die Realität die Fantasie übertrifft. Hätte ich in einer dystopischen Geschichte über die Neue Kirche gelesen, daß statt der Monstranz eine Darstellung vermutlich heidnischen Ursprungs verwendet würde, hätte ich gedacht: Dieser Autor übertreibt aber! Komm schon, wer könnte jemals so etwas denken oder tun?
Es ist aber geschehen und geschieht immer noch in Guadalajara in Mexiko, in der Pfarrei San Juan de Macias, die von einem spanischen Priester, Juan Pedro Oriol, geleitet wird, der, soweit mir gesagt wird, sehr mächtig ist und dem Kardinal Robles nichts abschlagen kann.
So wurde das Pachamama-Ostensorium zum ersten Mal bei einem Jugendtreffen verwendet und thront auf dem Hochaltar unter dem Kruzifix.“

Der Priester, der auf die unglaubliche Idee kam, die Götzen-Darstellung als Ostensorium zu verwenden und aus ihr eine Pachamama-Monstranz zu machen, rechtfertigt sich mit derselben Begründung, die bereits Papst Franziskus gebrauchte, als er die Götzenbilder wieder aus dem Tiber fischen ließ: Die Aufstellung der Pachamama habe „keine götzendienerischen Absichten“.

Skurriles Pachamama-Ritual am 4. Oktober 2019 in den Vatikanischen Gärten – in Anwesenheit von Papst Franziskus.

Quelle: katholisches, G. N., Bilder: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Heilige Veronica Giuliani (27.12.1660 – 09.07.1727)

Heilige Veronica Giuliani
© CFM.SCJ Archiv Alexandria

Italienische Äbtissin und Mystikerin

Orsola Giuliani wurde als letzte von insgesamt sieben Schwestern am 27. Dezember 1660 in Mercatello in der Nähe von Rimini geboren. Mit 17 Jahren verfestigte sich in ihr der Wunsch, ihr Leben Gott zu weihen, so sehr, dass sie in Città di Castello in die strenge Klausur der Klarissen-Kapuzinerinnen eintrat und den Namen Veronica annahm. Das Leben der heiligen Veronica Giuliani war fortan von Buße, Leiden und Visionen geprägt. In ihrer ersten Vision erblickte die Heilige einen Kelch und wusste von ihrer Bestimmung. Am Weihnachtstag im Jahr 1696 hatte Veronica erneut eine Vision und empfing die Seitendwunde Christi; am Karfreitag des Folgejahres, 1697, folgten die übrigen Wundmale Christi. „Plötzlich sah ich aus seinen heiligen Wunden fünf helle Strahlen hervorgehen; und alle kamen auf mich zu. Und ich sah, dass diese Strahlen gleichsam zu kleinen Flammen wurden. In vier von ihnen waren die Nägel; und in einem war die Lanze, wie aus Gold, ganz durchglüht. Und sie durchstieß mein Herz von einer Seite zur anderen…, und die Nägel durchstießen Hände und Füße. Ich verspürte großen Schmerz; aber in diesem Schmerz sah ich, spürte ich, dass ich in Gott ganz verwandelt war“ (Tagebuchauszug der heiligen Veronica Giuliani, I,897). 

Veronica versuchte vergeblich, die Stigmata vor ihren Mitschwestern zu verbergen. Es folgten Verhöre durch die Inquisition, bis die Stigmata schließlich als echt befunden wurden.

Benedikt XVI. beschreibt die Heilige mit den Worten: „Der Christus, mit dem Veronica zutiefst vereint ist, ist der leidende Christus der Passion, des Todes und der Auferstehung; es ist Jesus, der sich zu unserem Heil dem Vater aufopfert. Dieser Erfahrung entspringt auch die tiefe und leidende Liebe zur Kirche, in der zweifachen Form des Gebets und des Opfers. Die Heilige lebt unter diesem Blickwinkel: Sie betet, leidet, sucht die ‚heilige Armut‘ als ‚Entäußerung‘, als Verlust ihrer selbst , um wie Christus zu sein, der sich ganz hingegeben hat.“ 

Heilige Veronica Giuliani

Veronica Giuliani, der 1688/1694 das Amt der Novizenmeisterin in ihrem Kloster anvertraut worden war, wurde 1716 – nach der endgültigen Klärung der Stigmatafrage – Äbtissin. Rund zehn Jahre später, am 9. Juli 1727, starb die Heilige nach einem 33 Tage währenden Todeskampf, den sie mit den Worten beschloss: „Ich habe die Liebe gefunden, die Liebe hat sich gezeigt! Das ist der Grund meines Leidens. Sagt es allen, sagt es allen!“ („Summarium Beatificationis“, 115–120).

Seit 1693 hatte die Heilige bis zu ihrem Tod ein Tagebuch geführt; rund 22.000 handschriftliche Seiten geben Aufschluss über ihr Denken und ihre mystischen Erfahrungen. Pater Girolamo Bastianelli, ein Oratorianer, hatte sie gemeinsam mit dem Diözesanbischof Antonio Eustachi zur Niederschrift ihrer Erfahrungen in einem Tagebuch veranlasst.

Benedikt XVI. führte in seiner Katechese vom 15. Dezember 2010 dazu aus: „In Veronicas Schriften finden wir viele Bibelzitate. Sie sind manchmal indirekt, aber immer genau: Sie zeigt Vertrautheit mit dem heiligen Text, der ihre geistliche Erfahrung nährt. Außerdem muss hervorgehoben werden, dass Veronicas starke Augenblicke mystischer Erfahrung nie getrennt sind von den Heilsereignissen, die in der Liturgie gefeiert werden, wo die Verkündigung des Wortes Gottes und das Hören auf dieses Wort einen besonderen Platz haben. Die Heilige Schrift erleuchtet, reinigt und bestätigt also Veronicas Erfahrung und macht sie kirchlich. Gerade ihre Erfahrung, die ungewöhnlich stark in der Heiligen Schrift verankert ist, führt andererseits jedoch zu einem tieferen und ‘geistlicheren’ Verständnis des Textes; sie tritt ein in die verborgene Tiefe des Textes. Sie drückt sich nicht nur mit den Worten der Heiligen Schrift aus, sondern lebt auch wirklich von diesen Worten, sie erwachen in ihr zum Leben.“

„Die hl. Veronica Giuliani lädt uns ein, in unserem christlichen Leben die Vereinigung mit dem Herrn wachsen zu lassen, im Dasein für die anderen und indem wir uns mit vollkommenem Vertrauen ganz seinem Willen hingeben, ebenso wie die Vereinigung mit der Kirche, der Braut Christi; sie lädt uns ein, an der leidenden Liebe des gekreuzigten Christus für das Heil aller Sünder teilzuhaben; sie lädt uns ein, den Blick fest auf das Paradies zu richten, das Ziel unseres irdischen Weges, wo wir zusammen mit vielen Brüdern und Schwestern in der Freude der vollen Gemeinschaft mit Gott leben werden; sie lädt uns ein, uns täglich vom Wort Gottes zu nähren, um unserem Herzen Wärme und unserem Leben Orientierung zu geben. Die letzten Worte der Heiligen können als Zusammenfassung ihrer leidenschaftlichen mystischen Erfahrung betrachtet werden: „Ich habe die Liebe gefunden, die Liebe hat sich sehen lassen“, wie Benedikt XVI. abschließend während der Katechese feststellte.

Die Heiligsprechung Veronica Giulianis erfolgte am 26. Mai 1839 durch Papst Gregor XVI. .

Die unverwesten Gebeine der Heiligen befinden sich heute unter dem Hochaltar der Klosterkirche in Città di Castello.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria & „Zenit“

IS-Terrorist ließ Gegnern Köpfe abschneiden

© APA

Ein Ex-Kampfsportler aus Wien soll in Syrien Morde an Frauen befohlen haben.

Wien. Sollte die über 200-seitige Anklageschrift der Staatsanwaltschaft auch nur halbwegs unzerpflückt die Beweisaufnahme überstehen, steht seit Mittwoch der bisher brutalste einheimische Scherge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) vor Gericht. Der Hauptangeklagte Turpal I. – ehemaliger Staatsmeister im Teakwondo – soll als Kommandant einer IS-Einheit in Syrien unter dem Kampfnamen „Abu Aische“ die Ermordung unschuldiger Frauen angeordnet haben. Auf seinen Befehl hin – so die Anklage – seien sieben Schiiten nördlich von Alep­po mit Messern die Köpfe abgeschnitten worden. Turpal I. bestreitet die Vorwürfe, räumt lediglich ein, in Syrien gewesen zu sein, er will dort das Grab seines Schwagers besucht haben.

Wiener Hass-Prediger ebenfalls angeklagt

Beim Mammutprozess unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen vor dem Straflandesgericht, der bis Ende des Monats terminiert ist, wird gegen sieben Angeklagte wegen terroristischer Vereinigung verhandelt. Darunter auch die Eltern von Turpal I. und der Wiener Hass-Prediger Mirsad O., der bereits rechtskräftig zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde und auch Turpal I. für den IS rekrutiert haben soll. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

© all / Hass-Prediger Mirsad O.

Zur Anklage gebracht wurden auch ein 32-jähriger, zum Islam konvertierter Steirer, der sich in Syrien vom IS zum Kämpfer ausbilden ließ, und dessen Ehefrau. Gegen die nicht zum Prozess erschienene Mutter von Turpal I. beantragte die Anklage einen Europäischen Haftbefehl.

Quelle: oe24