Archiv des Autors: admin

28.10.2019

Hl. Johannes Chrysostomus (345-407) Bischof von Konstantinopel und Kirchenlehrer

Der heilige Paulus sagte: „…das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen“ (1 Kor 1,25). Dass aber die Verkündigung des Evangeliums Gotteswerk sei, lässt sich auch hieraus erkennen. Denn warum kam es zwölf ungelehrten Männern in den Sinn, so große Dinge zu unternehmen, ihnen, die sich an Seen, an Flüssen, in Wüsten aufhielten und vielleicht nie in eine Stadt oder auf einen öffentlichen Marktplatz gekommen waren? Woher kam ihnen denn der Gedanke, gegen den ganzen Erdkreis den Kampf zu wagen? Denn dass sie furchtsam und kleinmütig waren, zeigt derjenige, der über sie schrieb und der sich nicht bemühte, ihre Fehler zu verdecken, was eben der stärkste Beweis für Aufrichtigkeit ist. Was sagt nun dieser von ihnen? Nach der Gefangennahme Christi seien sie, nachdem sie unzählige Wunder gesehen hatten, geflohen; der Vornehmste aber von allen, der bei ihm geblieben, habe ihn verleugnet. Nie konnten also diejenigen, welche bei Lebzeiten Christi den Angriff der Juden nicht aushielten, es mit der ganzen weiten Welt aufnehmen, nachdem Christus gestorben und begraben war und, wie ihr sagt, nicht auferstand, nicht mit ihnen redete, ihnen keinen Mut zusprach? Mussten sie nicht unter einander sagen: „Was ist denn das? Sich selbst konnte er nicht retten, und uns soll er beschützen? Sich selber konnte er nicht helfen, da er lebte; und nun er tot ist, soll er uns die Hand reichen? Nicht ein einziges Volk hat er in seinem Leben gewonnen, und wir sollen durch die Verkündigung seines Namens die ganze Erde überzeugen? Daher ist es offenkundig, dass sie, falls sie den Auferstandenen nicht gesehen und nicht den stärksten Beweis seiner Macht empfangen hätten, ein so gefährliches Werk nicht unternommen hätten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 28.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 6,12-19

Hier zum Nachhören

In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel. Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot, Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt. Alle Leute versuchten ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 27. Oktober

Armand Jean Le Bouthillier de Rancé – Abt in La Trappe

* 9. Januar 1626 in Paris in Frankreich
† 27. Oktober 1700 in La Trappe, heute Soligny-la-Trappe in Frankreich

Armand Jean, Sohn von Denis Bouthillier, einem adligen Regierungsmitglied, wurde nach dem Tod seines älteren Bruders 1637 zum Domherr an Notre Dame in Paris und Abt in La Trappe – dem heutigen Soligny-la-Trappe – und anderen Klöstern ernannt. Im Alter von 12 Jahren verfasste er sein erstes Buch, versehen mit griechischen Anmerkungen, gewidmet seinem Patenonkel Kardinal Richelieu. 1651 wurde er zum Priester geweiht, lebte und wirkte aber weiterhin am Hof in Paris. 1654 wurde er zum Doktor der Theologie promoviert, ab 1655 war er Mitglied der französischen Klerusversammlung und Erzdiakon von Tours.

1662 zog er sich nach dem plötzlichen Tod einer mit der Familie befreundeten Frau aus dem politischen und höfischen Leben zurück in sein Kloster nach La Trappe. 1664 legte er die Ordensgelübde ab, kurz darauf wurde er zum Abt gewählt. Er führte nun in seinem Kloster Reformen und eine strenge Askese ein, aber die Mönche lehnten mehrheitlich ihren neuen Abt und seine Regeln ab, drohten ihn zu erstechen bzw. im Klosterteich zu ertränken. Dennoch setzte er mit den reformwilligen Mönchen die neuen Regeln durch, die er in seinem 1683 erschienenen Buch Traité de la sainteté et de la vie monastique, Traktat von der Heiligkeit und vom klösterlichen Leben, beschrieb. Diese Regeln wurden so berühmt, dass die Anhänger den Namen Trappisten erhielten, La Trappe wurde zu einem Zentrum religiösen Lebens in Frankreich. Papst Innozenz XI. genehmigte 1678 die neuen Regeln, der Trappistenorden wurde eine selbständige Gemeinschaft in der großen benediktinischen Ordensfamilie.

Bei Armand Jean Bouthillier de Rancés Tod lebten in La-Trappe Trappe an die 90 Mönche, es gab fünf weitere Abteien und einen Frauenkonvent, wo man seine Regel befolgte.

 

Hl. Wolfhard – Einsiedler

* 1070 in Augsburg in Bayern
† 30. April 1127 in Verona in Italien

Wolfhard war Sattler in Augsburg. Um 1095 ging er nach Verona, um dort in seinem Beruf zu arbeiten. Daneben kümmerte er sich aufopferungsvoll um Notleidende und Arme. Schließlich zog er sich für mehr als 20 Jahre in einen Wald im Etschtal zurück, lebte dort als Einsiedler und half den Menschen mit wunderkräftigen Taten. 1117 kehrte er nach Verona zurück und trat ins Kamalduenserkloster San Salvatore ein, wo er als Inkluse in seiner Zelle lebte.

Wolfhards Wunsch, unbeachtet auf der Straße bestattet zu werden, wurde nicht erfüllt; eine große Menschenmenge nahm an der Beisetzung des schon zu Lebzeiten als heilig Verehrten in der Kirche seines Klosters in Verona teil. Am 27. Oktober 1602 wurde eine Reliquie in die neue Kapuzinerkirche nach Augsburg übertragen, andere blieben in Verona.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

27.10.2019

Hl. Gertrud von Helfta (1256-1301) Benediktinerin

Einst erkannte die hl. Gertrud in der Betrachtung aufs Klarste ihre innere Verunstaltung und missfiel sich darin selber so sehr, dass sie mit Bangen bei sich erwog, ob sie Gott überhaupt jemals gefallen könnte, da er doch so viele Flecken an ihr sähe. Denn wo sie nur einen erkannte, dort würde das durchdringende Auge der Gottheit unzählige schauen. Hierüber wurde sie durch die Antwort getröstet: „Die Liebe bewirkt Wohlgefallen.“ Sie erkannte daraus: Wenn in den irdischen Menschen die Liebe so viel vermag, dass zuweilen Missgestalten jenen, von denen sie geliebt werden, gefallen: Wie darf man dann gegen Gott Misstrauen haben, welcher die Liebe selbst ist, als wenn er nicht auch durch die Kraft der Liebe diejenigen, welche er liebt, sich wohlgefällig machen könnte? Einstmals beugte das Andenken an frühere Sünden sie so sehr nieder, dass sie sich gänzlich verbergen wollte. Da neigte der Herr sich mit solcher Huld zu ihr nieder, dass der ganze himmlische Hof gleichsam staunend ihn zurückzurufen suchte, worauf er antwortete: „Ich vermag es durchaus nicht über mich, ihr nicht zu folgen, die durch so wirksame Anziehungskräfte der Demut mein göttliches Herz in sich einschließt.“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 27.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 18,9-14

Hier zum Nachhören

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens. Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 26. Oktober

Hl. Amandus von Straßburg – erster Bischof von Straßburg

* um 290
† um 355 in Straßburg in Frankreich (?)

Amandus gilt als der erste Bischof von Straßburg. Er wird erwähnt in den Dokumenten der Synode von Sardica – dem heutigen Sofia – im Jahr 343/344 und der Synode von Köln 346, wo der dem Arianismus anhängende Bischof Euphrates abgesetzt wurde.

Seine Verehrung ist vom 10. Jahrhundert an nachweisbar in Straßburg, wo sich seine Gebeine in der Kirche Alt-St.-Peter noch heute befinden.

 

Sel. Josephine Leroux – Nonne

* 23. Januar 1747 in Cambrai in Frankreich
† 26. Oktober 1794

Anna Josepha Leroux trat 1769 den Klarissen in Valenciennes bei und erhielt den Ordensnamen Josephine. 1791 musste sie aufgrund der Revolutionsgesetze ihr Kloster verlassen, lebte einige Zeit daheim bei den Angehörigen und wurde dann von den Ursulinen in Mons aufgenommen, wo auch schon ihre leibliche Schwester Scholastika eingetreten war. Aber erst nachdem die Ursulinen wieder in ihr eigenes Kloster nach Valenciennes zurückkehren konnten, durfte sie endgültig aufgenommen werden. Nach einigen Monaten besetzten die französischen Revolutionäre die Stadt erneut, Josephine verließ wieder ihr Kloster. In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1794 wurde sie von Kämpfern der französischen Revolution verhaftet und, weil sie nicht vom Glauben lassen wollte, verurteilt. Berichtet wird, dass sie dem Henker noch die Hand küsste, bevor sie ihr Haupt unter das Fallbeil legte. Mit ihr wurden fünf weitere Schwestern hingerichtet. Ihr Leichnam wurde verscharrt und konnte nicht wieder gefunden werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

26.10.2019

Juliana von Norwich (1342-1416)

Die Sünde ist die schärfste Peitsche, die eine erwählte Seele überhaupt treffen kann. Sie zerbricht jeden, ob Mann oder Frau, und erniedrigt ihn in seinen eigenen Augen so sehr, dass er glaubt, nichts anderes zu verdienen als in die Hölle zu fallen – bis zu dem Augenblick, da er, vom Heiligen Geist berührt, von Reue ergriffen wird und erlebt, dass seine Bitterkeit sich in Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit verwandelt. Dann beginnen seine Wunden zu heilen und seine Seele lebt wieder auf, sobald er sich dem Leben der heiligen Kirche zuwendet. Der Heilige Geist führt ihn zur Beichte, damit er seine Sünden frei bekenne, ungeschminkt und offen, mit großer Trauer und Beschämung, das schöne Bild Gottes beschmutzt zu haben. Er erhält von seinem Beichtvater für jede Sünde seine Busse, wie es durch die Unterweisung des Heiligen Geistes in der heiligen Kirche festgelegt ist. Und diese Demut gefällt Gott sehr… . Unser Herr behütet uns mit überaus großer Sorgfalt, selbst wenn wir uns wegen unserer Sünden nahezu verstoßen und verworfen vorkommen und dies verdient zu haben glauben. Die Demut, die wir so erlangen, hebt uns in den Augen Gottes hoch empor. Die göttliche Gnade erwirkt eine so große Zerknirschung, Mitgefühl und wahren Durst nach Gott, dass der Sünder – plötzlich von Sünde und Kummer befreit – bis zur Seligkeit erhoben wird, wie es großen Heiligen zuteil wurde.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 26.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 13,1-9

Hier zum Nachhören

Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte.
Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden – meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht? Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt. Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine. Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen? Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Casaldaliga-Messe mit Umarmungsritus

Szene aus der „Messe für die Erde“ in Santa Maria in Traspontina

Die „heidnische Liturgie“ der Kirche mit dem Amazonas-Gesicht

(Rom) Am 12. Oktober, zelebrierte der neue Kardinal und Synodale der Amazonassynode, Michael Czerny SJ, eine „Messe für die Erde ohne Übel“. Entstanden ist diese „Messe“ aus der marxistischen Befreiungstheologie und wurde von Papst Johannes Paul II. verurteilt. Den besonderen Protegé von Papst Franziskus scheint das nicht zu kümmern.

Die sogenannte „Messe für Erde“, so ist sie in verkürzter Fassung im deutschen Sprachraum bekannt, wird auch „Missa Gaia“ genannt. Am 12. Oktober fand zur Wochenendpause der Synodenarbeiten in der römischen Kirche Santa Maria in Traspontina statt, die sich an der Via della Conciliazione zwischen Engelsburg und Vatikan befindet.

Bei der Messe für die (Mutter) Erde waren indigenistische Parolen zu hören und Bilder von Frauen zu sehen, die Tieren die Brust geben. Götzenbilder wurden direkt vor dem Allerheiligsten aufgestellt.

Was war noch zu sehen?

Anstecker von Misereor, dem Hilfswerk der deutschen Bischöfe und einer der Hauptfinanciers einer befreiungstheologisch geprägten Kirche in Brasilien sowie zumindest indirekter Sponsor der Amazonassynode. Nicht von ungefähr gehört der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Msgr. Pirmin Spiegel – neben Ban Ki-moon, Jeffrey Sachs und Hans Joachim Schnellnhuber – zu den „Spezialgästen“ der Amazonasynode.

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Zu sehen waren auch die REPAM-Westen, des eigens 2014 zur Synodenvorbereitung gegründeten kirchlichen Netzwerkes im Amazonasgebiet. Dabei wurde die Planung einer Amazonassynode erst im Oktober 2017 offiziell bestätigt. Die drei Jahre davor sollte die Kirchenöffentlichkeit nicht zuviel davon erfahren.

Unübersehbar waren bei der „Gaia-Messe“ auch die Jutetaschen mit dem Synodenlogo.

Wer sich am vergangenen Samstag in Santa Maria in Traspontina versammelte, war an den zur Schau gestellten „Bekenntnissen“ nicht zu übersehen. Es zeigten jene Präsenz, die das umstrittene Instrumentum laboris der Amazonassynode unterstützen und sich an der Vorstellung einer „Kirche mit amazonischem Gesicht“ begeistern.

Die Casaldaligo-Liturgie

Die „Messe für die Erde ohne Übel“ stammt vom Befreiungstheologen Pedro Casaldaliga. Der heute 91 Jahre alte, katalanische Claretiner ging 1968 – eine aus der Amazonassynode nicht wegzudenkende Jahreszahl – in den Amazonas. 1970 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof der Territorialprälatur São Félix im Staat Mato Grosso. Ein Amt, das Casaldaliga, der zu einem der bekanntesten Vertreter der marxistischen Befreiungstheologie wurde, bis 2005 innehatte. Bekannt wurde er in Lateinamerika auch als politischer Dichter.

Casaldaligas „Messe“ wurde unter dem Pontifikat von Papst Johannes Paul II. verurteilt. Das kümmert bestimmte Kirchenkreise seither aber nicht. Neuerdings nicht einmal Kardinäle.

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Die „Messe für die Erde“ ist das Werk eines Europäers und nicht Ausdruck der autochthoner Indio-Kultur, die vom Instrumentum laboris und Papst Franziskus als „Reichtum“ bezeichnet wird, und deren Weisheit sogar zum „theologischen Ort“ stilisiert wird. Dasselbe Muster wiederholt sich insgesamt zur Amazonassynode und vor allem der Amazonas-Agenda: Die im Namen eines lateinamerikanischen Indigenismus – vorkolumbianisch und anti-europäisch –, vorgebrachte Zielsetzung, stammt in der Hauptsache von Europäern und wird von Europäern verbreitet. Kritiker sprechen deshalb von Täuschung und einem Mißbrauch der Amazonas-Indianer durch eine linksorientierte, europäische Richtung in der Kirche. „Man wird ja kaum behaupten können, daß die Bischöfe Kräutler und Casaldaliga, Kardinal Marx oder Msgr. Spiegel Amazonas-Indios sind“, wie in einem Gespräch ironisch angemerkt wurde.

Entsprechend war auch das am Samstag versammelte Publikum von europäischen Missionaren, Entwicklungshelfern und Verbandsvertretern geprägt. Gekommen waren auch der neue Kardinal Michael Czerny, Jesuit wie Papst Franziskus und dessen besonderer Protegé. Er trat mit dem Brustkreuz auf, das er sich aus Flüchtlingsbooten von Lampedusa machen ließ. Das erinnert an Casaldaliga, der als Bischofsmitra nur den Strohhut der örtlichen Kleinbauern akzeptierte.

Anwesend war noch ein Jesuit, P. Giacomo Costa SJ, der Sekretär der Informationskommission der Amazonassynode. Er sitzt bei der täglichen Pressekonferenz zur Synode, so auch heute, neben Paolo Ruffini, dem Präfekten des Kommunikationsdikasteriums.

Für die Casaldaliga-Liturgie reichen die heiligen Geräte und Paramente offenbar nicht aus. Die Kirche wurde von den Helfern für „das gemeinsame Haus Amazonien“ mit allerlei Tierfiguren, Kokosnüssen, Spruchbändern, Tüchern und weiteren Gerätschaften drapiert. Zu sehen war auf einer Stoffbahn das Bild einer Frau mit entblößter Brust, die zwar ein Kind im Arm hält, aber an der Brust ein Ferkel säugt (nicht ein Wolfsjunges, wie einige Seiten geschrieben haben).

Heidnisch-synkretistischer Gaia-Kult

In Prozession wurde ein Einbaum mit einem Netz in den Regenbogenfarben hereingetragen, die heute weniger an ein Bundeszeichen erinnern, dafür umso mehr an die omnipräsente Homo-Agenda. Ebensowenig fehlten Spruchtafeln und Blätter mit Synoden-Schlagwörtern.

Was von den Mitarbeitern für eine „Gaia-Kirche“ in Santa Maria in Traspontina ausgelegt, dekoriert und drapiert wurde, vermittelte für den Betrachter das Bild einer „anderen Kirche“ in der Kirche.

Vor dem Altar wurde ein großes Tuch ausgebreitet, das die Amazonaslandschaft zeigte. Auch darauf wurden Statuen und Gegenstände gestellt, darunter die Figur einer schwangeren Indio-Frau, die bereits beim „HEXENTANZ“ in den Vatikanischen Gärten zu sehen war, jenem heidnisch-naturreligiösen Spektakel, das in Anwesenheit von Papst Franziskus am Tag vor der Synodeneröffnung stattfand.

Die Anwesenden versammelten sich im Halbkreis um den Altar (oder um die erwähnten Gegenstände und Symbole vor dem Altar?). Dann begann eine einzige Anklage gegen das Wirtschaftssystem, die Ausbeutung der Umwelt und die Verfolgung der indigenen Völker. Begleitet wurde das Ganze von Chören und den Klängen traditioneller Instrumente.

Leute knieten um die Figuren vor dem Altar (Erd- und Fruchtbarkeitsgötzen?) vergleichbar dem Szenario in den Vatikanischen Gärten eine Woche zuvor. Die anderen Anwesenden lachten, redeten, spielten Instrumente oder heulten tierähnlich. Ein großes Chaos. Die Frau, die auf dem Kanu hereingetragen wurde tanzte mit dem Evangeliar durch die Kirche.

Fotografieren war nicht erwünscht, außer durch den offiziellen Fotografen.

Gegen Ende erging die Aufforderung, daß sich nun alle umarmen sollten. Dann trat ein Mann, ein Laie mit Federschmuck auf dem Kopf ans Mikrophon und bedankte sich bei Papst Franziskus:

„Wir danken Papst Franziskus, daß er grünes Licht gab, für den ersten Tag des gemeinsamen Hauses an diesem Abend mit diesem Ritus der Umarmung.“

Die drei anwesenden Bischöfe, einer davon Kardinal Czerny, Bischof seit dem 4. Oktober, dazu „Homo-Bischof“ José Raul Vera Lopez von Saltillo in Mexiko, wurden eingeladen, sich zu zwei Schamanen zu gesellen, um gemeinsam mit diesen den Schlußsegen zu spenden.

Schlußfolgerung

Im schlimmeren Fall wurde die Kirche profaniert. Im „besseren“ Fall „nur“ der politische Kampf in die Liturgie hineingetragen und mit dieser vermischt. Dazu schrieb Nico Spuntoni auf La Nuova Bussola Quotidiana:

„Können Kundgebungen wie diese, in denen kein Platz für Christus und zuviel Platz für Elemente ist, die an das Heidentum erinnern, wirklich das geistliche Leben der Gläubigen im Amazonasgebiet fördern?“

Von einer berechtigten und gelungenen Inkulturation konnte am Samstag keine Rede sein. Die Beschreibung als halbheidnische Polit-Liturgie trifft es schon eher. In Anwesenheit von Kardinal Czerny war zu erleben, wovor Papst Benedikt XVI. warnte, wenn er von abirrenden Formen der Volksfrömmigkeit sprach, die Verwirrung fördern.

Das Spektakel vom Samstag habe die Worte von Kardinal Lorenzo Baldisseri widerlegt, der am 17. Juni 2019 bei der Vorstellung des Instrumentum laboris beteuerte, daß die darin enthaltenen Positionen in keiner Weise die Türen für synkretistische und heidnische Elementen öffnen würden.

Quelle: katholisches Bild: La Fede Quotidiana/MiL