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Tagesevangelium – 09.08.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 16,24-28

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.
Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 8. August

Hl. Dominikus – Priester und Ordensgründer

* 1170 in Caleruega bei Burgos in Spanien
† 6. August 1221 in Bologna in Italien

Dominikus wurde zu Caleruega in Spanien aus der adeligen Familie Guzman geboren. Zu Palencia studierte er die schönen Wissenschaften und Theologie. Bei diesen Studien machte er sehr gute Fortschritte. Zunächst wurde er Regularkanoniker an der Kirche zu Osma, dann der Stifter des Ordens der Predigerbrüder. Als seine Mutter seiner Geburt entgegensah, schien es ihr im Traum einmal, sie trage in ihrem Schoß ein Hündlein mit einer Fackel im Maul, mit der dieses dann nach seiner Geburt die ganze Welt in Brand steckte. Durch diesen Traum wurde darauf hingewiesen, wie durch das Licht seiner Heiligkeit und Gelehrsamkeit die Völker zur christlichen Frömmigkeit angefeuert werden sollten. Der Erfolg bestätigte die Wahrheit dieses Traumes. Er tat das nämlich selbst in eigener Person und erreichte es auch später durch seine Ordensbrüder.

Seine Fähigkeiten und seine Tüchtigkeit zeigte sich vor allem bei der Bekämpfung der Irrlehrer, die durch schlimme Lehren die Bewohner von Toulouse zu verführen suchten. Mit dieser Aufgabe war er sieben Jahre lang beschäftigt. Dann kam er mit dem Bischof von Toulouse nach Rom zum Laterankonzil, damit der Orden, den er gegründet, von Innozenz III. die Bestätigung erhalte. Während man noch darüber beriet, kehrte Dominikus auf die Mahnung des Papstes hin zu den Seinen zurück, um sich eine Regel zu wählen. Nach Rom zurückgekehrt erlangte er von Honorius III., dem unmittelbaren Nachfolger des Innozenz, die Bestätigung des Predigerordens. Zu Rom gründete er zwei Klöster, eins für Männer und eins für Frauen. Auch erweckte er drei Tote zum Leben und wirkte noch viele andere Wunder; so begann der Predigerorden sich wunderbar auszubreiten.

Durch seine Bemühungen entstanden überall in der Welt Klöster, und zahllose Menschen begannen ein heiliges, frommes Leben. Da fiel er im Jahre des Heils 1221 zu Bologna in eine Fieberkrankheit. Er erkannte, dass er daran sterben werde, rief darum seine Brüder und Schüler im Orden zusammen und ermahnte sie zur Reinheit und Unschuld. Alsdann hinterließ er ihnen als sicheres Erbteil in seinem Testament die Liebe, die Demut und die Armut. Unter den Gebeten seiner Brüder entschlief er im Herrn bei den Worten: Kommt, ihr Heiligen Gottes, eilt ihm entgegen, ihr Engel! Es war am 6. August. Gregor IX. nahm ihn später in die Zahl der Heiligen auf.

Kirchengebet

O Gott, Du ließest in Deiner Huld Deine Kirche erleuchten durch die Verdienste und Lehren Deines hl. Bekenners Dominikus; gib, dass sie seine Fürbitte der zeitlichen Hilfe nie entbehre und allezeit im Geistigen wachse. Durch unsern Herrn.

Quelle: Römisches Brevier 1950, Schott-Messbuch

 

Hl. Altmann von Passau – Bischof von Passau

* 1015 in Westfalen
† 8. August 1091 in Zeiselmauer, heute Teilort von Zeiselmauer-Wolfpassing bei Wien in Österreich

Altmann stammte aus einem Adelsgeschlecht, war Schüler in Paderborn, studierte in Paris und an anderen europäischen Universitäten und wurde Lehrer an der Domschule in Paderborn. Um 1051 wurde er Hofkaplan bei Kaiser Heinrich III. und Stiftspropst in Aachen, nach dessen Tod 1056 begleitete er die Witwe Agnes nach Passau. 1064 nahm er an der großen deutschen Palästinawallfahrt teil. 1065 wurde er auf Wunsch der Kaiserin Agnes Bischof von Passau. Als einer von wenigen deutschen Bischöfen unterstützte er die Reformen von Papst Gregor VII. zur Abschaffung der Laieninvestitur und – unter teilweise tumultartigem Widerspruch des Klerus – zur Durchsetzung des Zölibats.

Nachdem Altmann 1077 im Investiturstreit die Absetzung von Kaiser Heinrich IV. unterstützt hatte, zerbrach sein zunächst gutes Verhältnis zum Kaiser. Altmann blieb der Wormser Versammlung 1076 fern und nahm als päpstlicher Legat an den Verhandlungen der Fürstenopposition in Ulm und Tribur – dem heutigen Trebur bei Groß-Gerau – teil; 1077 befand er sich im Gefolge des Gegenkönigs Rudolf. Anfang 1078 wurde Passau von Heinrich IV. besetzt, Altmann musste vor dem um seine Macht Kämpfenden fliehen und fand Zuflucht in dem von ihm 1070 gestifteten Stift Göttweig im österreichischen Teil der Diözese Passau. Er trat 1079 auf der Fastensynode in Rom gegen Heinrich auf, blieb anscheinend ein Jahr lang in Rom und wurde auf der Fastensynode 1080 von Gregor VII. zum ständigen päpstlichen Legaten in Deutschland bestellt; dabei wirkte er mit Wilhelm von Hirsau im Sinne der Reformen von Hirsau zusammen und versuchte 1080 – vergeblich – in Konstanz einen Gegenbischof einzusetzen.

Altmann konnte nicht nach Passau zurückkehren, sein Einfluss blieb auf den Ostteil seiner Diözese beschränkt, wo ihn Markgraf Leopold II. von Österreich unterstützte. 1085 setzte Kaiser Heinrich IV. ihn formell als Bischof ab, er beharrte aber auf seinen Anspruch und amtierte bis zu seinem Tod in Göttweig. Hier weihte er 1083 das Kloster (Stift), wo er dann bestattet wurde. Sein Reformwerk kam nur im von Herzog Welf I. von Bayern gegründeten, ab 1085 von Mönchen aus St. Nikola in Passau und aus St. Pölten besiedelten Kloster Rottenbuch in Bayern zu stetiger Entfaltung. Weiheakte in Lambach 1089 und in Salzburg 1090 sind die letzten Nachrichten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 08.08.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 16,13-23

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn? Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Messias sei. Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Schwert-Killer Mohammed

Mann tötete Deutsch-Kasachen Wilhelm L. offenbar, damit seine Asyl-Lüge nicht auffliegt.

Stuttgart. Es war eine zutiefst grausame Tat: Mitten auf der Straße tötete der Asylwerber Issa Mohammed (28) in Stuttgart den Deutsch-Kasachen Wilhelm L. – mit einem Schwert. Immer wieder schlug er auf seinen ­früheren Mitbewohner ein.

Streit mit allen. In der deutschen Bild schildert ein Ex-Bewohner der WG, in der Täter und Opfer lebten, wie aggressiv Mohammed war. „Issa hatte immer mit allen Streit. Jeden Tag, das war normal“, sagt Senanu A. Anderen habe er das Essen weggenommen und deren Kleidung angezogen. „Er hatte zwei Monate keine Miete bezahlt, im Mai zog Issa aus“, so sein Ex-Mitbewohner. Das spätere Opfer soll sich beim Vermieter über Issa Mohammed beschwert haben. Dessen Motiv laut Bild: Er hatte sich bei den Behörden als Syrer ausgegeben, stamme aber eigentlich aus Jordanien. Mohammed hatte L. wohl in Verdacht, sein Geheimnis zu verraten. Er habe den Mord gestanden und zugegeben, bei der Nationalität gelogen zu haben, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Quelle & Bild: oe24

Gefeiert am 7. August

Hl. Xystus (Sixtus) II., Papst, und Gefährten, Märtyrer

* in Athen in Griechenland
† 6. August 258 in Rom

Xystus (so die griechische Form, lateinische Umbildung Sixtus) war Papst von 257-258. Er fiel der Verfolgung des Kaisers Valerian zum Opfer, die sich vor allem gegen kirchliche Amtsträger richtete. Der heilige Bischof Cyprian von Karthago, der noch im gleichen Jahr dieser Verfolgung zum Opfer fallen sollte, berichtet, Xystus sei in der Kallistus-Katakombe mit vier Diakonen (darunter Laurentius, s. 10.8.) verhaftet und sogleich enthauptet worden.

Sixtus und Laurentius sind Kanon-Heilige,  d.h. Heilige der katholischen Kirche, deren Namen im Kanon der tridentinischen hl. Messe, dem heutigen ersten Eucharistischen Hochgebet, genannt werden.

 

Hl. Kajetan – Ordensgründer

* im Oktober 1480 in Thiene bei Vicenza in Italien
† 7. August 1547 in Neapel in Italien

Kajetan (Gaetano von Thiene), geboren 1480 in Vicenza, studierte Rechtswissenschaften in Padua und wurde 1504 Doktor der beiden Rechte. Unter Julius II. wurde er Protonotar der römischen Kurie. Nach seiner Priesterweihe 1516 kehrte er nach Vicenza zurück; wenige Jahre später gründete er in Venedig ein Spital für unheilbare Kranke, denen er auch selbst mit großer Hingabe diente. 1521 kehrte er nach Rom zurück und gründete zusammen mit Giampietro Caraffa, dem späteren Papst Paul IV., eine Kongregation von Regularklerikern, die in Armut leben und der religiösen Bildung des Klerus und des Volkes dienen sollten. Die Kongregation erhielt den Namen Theatiner, weil Caraffa um diese Zeit Bischof von Theate war; man nannte sie auch Kajetaner. Als 1527 deutsche und spanische Söldner Rom verwüsteten, wurde auch das Haus der Theatiner zerstört. Sie konnten nach Venedig flüchten und dort ihre Arbeit fortsetzen. Seine letzten Jahre verbrachte Kajetan in Neapel, wo er nach einem Leben der Buße, des ständigen Gebets und selbstloser Nächstenliebe am 7. August 1547 starb. Nach seinem Tod breiteten sich die Theatiner rasch aus (Nieder­lassungen auch in München und Salzburg).

Christus näher kommen

„Ich sehe Christus arm und mich reich, ihn verachtet und mich geehrt. Ich will ihm einen Schritt näher kommen und habe deshalb beschlossen, alles aufzugeben, was ich noch an zeitlichen Gütern besitze.“ (Kajetan, Brief an seine Verwandten)

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

07.08.2019 – Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis

Hl. Gertrud von Helfta (1256-1301) Benediktinerin

O Güte, neige dein Ohr zu mir!

O Güte, du Güte, mich, die Verängstigte, verlasse nicht. Wende dein Angesicht nicht ab von meinem Seufzen und meinem Schreien. Deine Güte soll dich dazu zwingen, dass du mich geduldig anhörst. Ja, halte deinen Schoß offen, in dem ich eine Weile mich ausruhen und vor dir mein Herz ausschütten kann, deiner Gutherzigkeit gewiss und deiner natürlichen Güte, denn weder verachtest du einen, der vereinsamt ist, noch siehst du auf den Bedrängten herab. O wie sehr sind doch deine Gewohnheiten denen angemessen, die im Elend sind. O wie hoch willkommen sind doch die Düfte deiner Salben denen, die fast schon ermattet dahingesunken sind. Du bist es, der die Zerschlagenen aufrichtet, du bist es, der die Gefangenen befreit (vgl. Ps 146,7f.). Du verachtest keinen, der betrübt ist, du nimmst mütterlich und barmherzig Rücksicht auf die Nöte aller Menschen. Gütig gibst du Rat denen, die verzweifelt sind. Der Bedürftigkeit aller kommst du zu Hilfe. Ja, jetzt neige dein Ohr zu mir, die ich dessen bedarf, damit ich zum Besten meiner Seele mit dir diese einzigartigen Gespräche führen und von dir wertvolle Ratschläge erhalten kann.

Quelle: Geistliche Übungen VII, EOS-Verlag St. Ottilien 2008, S. 137–138

Tagesevangelium – 07.08.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 15,21-28

Hier zum Nachhören

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befreie sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 6. August

Hl. Hermann – Propst in Scheda

* 1110 in Köln
† 6. August 1173 in Scheda

In Köln am Rhein wohnte ein reicher Jude, dessen Sohn Judas in seinem 13. Lebensjahr einen seltsamen Traum hatte, den sein Verwandter Isaak dahin auslegte, dass ihm eine schöne, reiche Frau, viel Reichtum und Ehre zuteil werde.

Während der Kaiser zu Mainz Hof hielt, kam auch der zwanzigjährige Judas dorthin. An ihn wandte sich der Bischof Egebert von Münster, um von ihm eine Summe Geldes zu leihen. Der Jude gab ihm einen Vorschuss gegen Handschein, aber seine Verwandten sahen den Handschein nicht als hinreichende Sicherheit an und veranlassten den Judas, dem Bischof nach Münster zu folgen. Damit aber sein Glaube im Verkehr mit dem bischöflichen Hof nicht gefährdet werde, gab man ihm einen gewissen Baruch als Begleiter mit. Während seines mehrmonatlichen Aufenthaltes in Münster stieg in Judas der Zweifel auf, ob sein Glaube auch der rechte sei. Um die christliche Religion kennen zu lernen, besuchte er fleißig die Predigten im Dom und unterredete sich mit dem Abt Robert von Deutz, der eben in Münster verweilte. Mehr und mehr fielen ihm die Schuppen von den Augen. Auch die schönen Beispiele der Frömmigkeit und Tugend, die ihm in der Bischofsstadt vielfach begegneten, ergriffen sein Gemüt und flößten ihm Verehrung der christlichen Religion ein. Als er einst bei dem Hausverwalter des Bischofs war, setzte der ihm Speisen von der bischöflichen Tafel vor und begnügte sich selbst mit Brot und Wasser. Ein solcher Verzicht rührte den Judas sehr. Mit Unwillen bemerkte der alte Baruch die Umwandlung im Geist seines Stammesgenossen und bedrohte ihn mit Anzeige bei seiner Familie.

Als der Bischof nach Kappenberg reiste, begleitete ihn Judas. Hier sah er das prächtige Schloss des alten Grafengeschlechts in ein armes Kloster umgewandelt. Wo sonst Spiel und Sang und Festgelage fröhliche Genossen vereinten, herrschte jetzt klösterliches Schweigen, nur unterbrochen durch Lobgesänge zur Ehre des Allerhöchsten, wo sonst glänzende Waffenrüstungen prunkten, sah man nur asketische Gestalten in weißem Habit. Der junge Graf Gottfried, die Blüte der westfälischen Ritterschaft, kniete betend am Altar, oder predigte mit glühender Begeisterung das Wort Gottes, oder verrichtete die niedrigsten Dienste. Ein solcher Anblick übte einen überwältigenden Einfluss auf Judas. Er betete und sein Gebet zog die Gnade Gottes reichlich auf ihn herab.

Nach Köln zurückgekehrt, wurde Judas von Baruch sehr unfreundlich empfangen. Als der aber nach vierzehn Tagen starb, konnte er ungehinderter dem Gebet, Fasten und Studieren obliegen. Die Juden schöpften Verdacht und drangen in ihn, dass er entweder heiraten oder aus der Synagoge verstoßen werden solle. Judas ließ sich einschüchtern, heiratete eine Jüdin und lebte drei Monate lang in ehelichen Freuden, ohne sich um die göttlichen Wahrheiten zu kümmern. Dann ergriff ihn die Gnade abermals mächtig. Laut bekannte er seinen Irrtum und die Sehnsucht, Christ zu werden, flammte neu in ihm auf. Als er nach Mainz reiste, um seinen kleinen Bruder zu besuchen, schickten die Kölner Juden ihm heimlich einen Boten voran mit einem Brief an die Mainzer jüdische Gemeinde, dass sie nach der ganzen Strenge ihrer Satzungen mit Judas verfahren möchten. Der aber holte den Boten ein, nahm ihm den Brief ab und entging so dem drohenden Geschick.

Unerschütterlich stand jetzt der Entschluss bei Judas fest, den christlichen Glauben anzunehmen, unbekümmert um die großen Gefahren, die ihm drohten. Seinen kleinen Bruder brachte er in einem Kloster in Sicherheit, und begab sich dann selbst in ein anderes Kloster, um sich dort gründlich in der katholischen Religion unterrichten zu lassen. Dann empfing er in seiner Vaterstadt angesichts der ganzen jüdischen Bevölkerung das heilige Sakrament der Taufe. Fast die ganze Geistlichkeit und Bürgerschaft nahm an der Festlichkeit teil. In der Taufe erhielt Judas den Namen Hermann.

Hermann sehnte sich nach der Einsamkeit eines Klosters, um sich ganz dem Herrn zum Opfer zu bringen. Was er zu Kappenberg gesehen und gehört, hatte ihn mächtig ergriffen, seinen Verstand erleuchtet und seinen Entschluss, Christ zu werden, befestigt. Dort wollte er gern für die Ehre Gottes wirken und seine Vervollkommnung unter der Leitung der ehrwürdigen Brüder Gottfried und Otto von Kappenberg anstreben. Er klopfte dort an die Klosterpforte und fand Aufnahme als Novize. Hier nahm er täglich an Frömmigkeit und Wissenschaft zu, so dass man ihn zur Priesterwürde zuließ.

Um jene Zeit wurde das Schloss Scheda in der westfälischen Mark in ein Kloster umgewandelt. Ritter Boland von Ardei hatte dort bereits eine Kapelle zu Ehren des heiligen Severin erbaut. Seine Witwe Wiltrud übergab ihr Schloss dem Prämonstratenserorden zu einem Kloster, und ihre drei Söhne willigten ein. Von Kappenberg zog eine Kolonie dorthin. An die Spitze der Ordensleute wurde Hermann gestellt, der sich durch hohe Tugenden, tiefe Frömmigkeit und gründliche Wissenschaft vor allen anderen auszeichnete. Als erster Abt von Scheda wirkte er mit verdoppeltem Eifer für die Ehre Gottes und zum Nutzen seiner Pflegebefohlenen in erbaulichster Weise. Man rühmte an ihm besonders seine Herzenseinfalt und biedere Treue und seinen unermüdlichen Eifer nach Vervollkommnung seiner selbst und seiner Untergebenen. Alle schätzten ihn sehr hoch, und unter der Führung eines so heiligen, gotterleuchteten und seeleneifrigen Abtes konnte es nicht ausbleiben, dass das Kloster Scheda zu hohem Ansehen gelangte.

Hermann starb, fast 90 Jahre alt, und wurde in der Klosterkirche zu Scheda begraben. Unter Abt Grüter (1628) wurden Hermanns Gebeine feierlich erhoben und zur Verehrung ausgesetzt.

 

Hl. Gilbert – Abt in Maria Laach

† 6. August 1152

Gilbert war ab etwa 1127 der erste Abt im 1093 gegründeten Benediktinerkloster Maria Laach in der Eifel.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

06.08.2019 – Fest der Verklärung des Herrn

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444) Bischof und Kirchenlehrer

„Mose und Elija … sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte“

Jesus bestieg den Berg mit den drei Jüngern, die er ausgewählt hatte. Dort wurde er durch ein blendend weißes göttliches Licht verklärt, so dass sogar sein Gewand wie Licht zu strahlen schien. Dann sprachen Mose und Elija, die Jesus umrahmten, miteinander über sein Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte, das heißt über das Geheimnis seiner Menschwerdung und seines heilbringenden Leidens, das sich am Kreuz vollenden sollte. Denn das Gesetz des Mose und die Weissagung der Propheten hatten wahrhaftig im Voraus auf das Geheimnis Christi hingewiesen […] Dieses Erscheinen von Mose und Elija und ihre Unterredung sollten aufzeigen, dass das Gesetz und die Propheten gleichsam die Eskorte unseres Herrn Jesus Christus bildeten, des Herrn, auf den sie hingewiesen hatten. Nachdem sie erschienen waren, schwiegen sie nicht, sondern sprachen von der Herrlichkeit, die dem Herrn in Jerusalem durch sein Leiden und Kreuz, vor allem aber durch seine Auferstehung zuteil werden sollte. Vielleicht wollte der selige Petrus auf dem Berg bleiben, weil er glaubte, nun sei die Königsherrschaft Gottes angebrochen; denn er sagte, dass sie „drei Hütten bauen wollen, er wusste aber nicht, was er sagte“ (vgl. Lk 9,33). Die Zeit für das Ende der Welt war nämlich noch nicht gekommen, und die Heiligen genießen ja nicht schon in der Gegenwart die ihnen verheißene Hoffnung. Denn der hl. Paulus versichert: „Er wird unseren armseligen Leib in die Gestalt seines verherrlichten Leibes verwandeln“ (vgl. Phil 3,21). Da der Heilsplan noch nicht erfüllt war, sondern erst an seinem Beginn stand, konnte Christus, der aus Liebe in die Welt gekommen war, nicht darauf verzichten, für sie leiden zu wollen. Denn er hat die menschliche Natur angenommen, um in seinem Fleisch den Tod zu erleiden und ihn durch seine Auferstehung von den Toten zu vernichten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria