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Gefeiert am 11. Mai

Hl. Majolus von Cluny – Abt in Cluny

* 910 in Valensole im Département Basses-Alpes oder in Avignon in Frankreich
† 11. Mai 994 in Souvigny im Département Allier in Frankreich

Majolus, Sohn von Fulcher und Raimunda, stammte aus einer alten Familie der Provence. Nach dem Tod des Vaters wurde er Chorherr in Mâcon, ab 938 dort Archidiakon. Nachdem er das Angebot, Erzbischof von Besançon zu werden, ausgeschlagen hatte, trat er um 943 ins Benediktinerkloster Cluny ein. Er wurde mit einer Reise nach Rom beauftragt, um von Papst von Agapetus II. eine Bestätigungsurkunde für Cluny zu erhalten. 954 wurde Majolus zum Vertreter und Nachfolger des kranken Abtes Aimard, der dann 965 starb, gewählt. Unter seiner Führung kam es zu einem weiteren wirtschaftlichen Aufschwung der Abtei, wovon über 1000 Urkunden und der Bau der zweiten Kirche Zeugnis ablegen.

Majolus stand in enger Beziehung zu Kaiser Otto I., Kaiserin Adelheid und Kaiser Otto II., der ihm anbot, 974 Nachfolger von Papst Benedikt VI. zu werden, was er wieder ablehnte. 972 wurde er von den Sarazenen zur Erpressung eines Lösegeldes gefangen genommen; dies führte zu deren Vertreibung aus der Provence durch Graf Wilhelm II. Sechsmal reiste er nach Italien, um dort Klöster zu reformieren oder zu gründen, darunter S. Apollinare in Classe in Ravenna, St. Johannes in Parma, S. Pietro Ciel d’Oro, S. Salvatore und S. Maria in Pavia und S. Paolo fuori le mura in Rom. Wichtige Abteien, die ihm unterstellt wurden, waren in Frankreich Marmoutier, St-Maur-des-Fossés, St-Pierre-le-Vif in Sens, St-Germain in Auxerre, Réomé, Payerne (Peterlingen) und auf den Lérins-Inseln. Zu seinen Schülern gehörten sein Nachfolger Odilo und Wilhelm von Dijon.

Odilo verfasste Majolus Biografie und betont seine stark auf Christus bezogene Frömmigkeit, die alles Übermaß vermied, die eigene Person in den Hintergrund stellte, die Einsamkeit suchte und um Weitergabe der gewonnenen Erkenntnisse an seine Mönche bemüht war.

 

Hl. Mamertus – Bischof von Vienne

* um 400 in Vienne in Frankreich
† um 475 daselbst

Mamertus wurde 461 Bischof von Vienne. Um 464 zerstritt er sich mit Papst Hilarius über eine 450 erfolgte Neueinteilung der Diözesen in Südfrankreich. Mamertus setzte selbst einen neuen Bischof in St. Dié ein und wurde dafür vom Papst scharf getadelt.

Nach zahlreichen Feuern und Erdbeben und großen Zerstörungen in seiner Heimatstadt Vienne führte Mamertus 470 die „Drei Bittgänge“ vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, Prozessionen zur Abwendung von Gefahren und zur Erflehung göttlicher Hilfe. Die hierfür erstellten Litaneien und Bittgebete verbreiteten sich in ganz Gallien und Spanien.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

11.05.2019 – Samstag der 3. Osterwoche

Hl. Teresa von Avila (1515-1582) Karmelitin und Kirchenlehrerin

„Wir glauben“

Die Bitte um jenes andere [materielle] Brot […] mag sich daher angelegen sein lassen, wer immer es will! Wir aber wollen den ewigen Vater um die Gnade bitten, zum Empfang unseres himmlischen Brotes würdig zu sein. Wenn unsere leiblichen Augen sich schon nicht an ihm erfreuen können, weil er ihnen verhüllt ist, so möge er sich doch wenigstens den Augen unserer Seele zeigen und sich ihr zu erkennen geben. Dies ist eine ganz andere Nahrung, eine Nahrung voller Freuden und Beglückungen, die unser Leben erhält. […] Ich kenne eine Person […] Der Herr hatte ihr einen so lebendigen Glauben geschenkt, dass sie innerlich lächelte, wenn sie andere sagen hörte, sie hätten gern zu der Zeit gelebt, als Christus, unser höchstes Gut, auf Erden weilte; sie fragte sich, warum ihnen das wohl etwas ausmache, da wir ihn doch im Allerheiligsten Sakrament ebenso wirklich wie damals besitzen! […] Sie stellte sich vor, sie sitze zu Füßen des Herrn und weinte mit Magdalena, ganz als sähe sie ihn mit leiblichen Augen im Haus des Pharisäers. Und selbst wenn sie keine Andacht verspürte, so sagte ihr doch der Glaube, dass er wirklich da war. Ja, wenn wir uns nicht absichtlich dumm stellen und unseren Verstand verblenden, gibt es keinen Zweifel daran, dass ER wirklich da ist; denn dies ist keine Vorstellung der Einbildungskraft, wie wenn wir den Herrn am Kreuz oder bei einer anderen Station seines Leidens betrachten, deren Verlauf wir uns innerlich vorstellen. Es geschieht jetzt und ist die volle Wirklichkeit; wir brauchen ihn nicht anderswo in der Ferne zu suchen. Da wir ja wissen, dass der gute Jesus bei uns ist, solange die Körperwärme die Gestalt des Brotes noch nicht verzehrt hat, wollen wir uns ihm hier nahen. Als er auf Erden lebte, heilte er die Kranken allein schon durch die Berührung seiner Kleider; wie können wir dann zweifeln, dass er da, wo er so tief in uns gegenwärtig ist, Wunder bewirken wird, wenn wir Glauben haben, und uns geben wird, worum wir ihn bitten? Er ist doch in unserem Haus! Und Seine Majestät bezahlt gewöhnlich die Herberge nicht schlecht, wenn man ihn gut bewirtet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 11.05.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 6,60-69

In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben. Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 10. Mai

Hl. Damian de Veuster – Priester und Mönch

* 3. Januar 1840 in Tremelo in Belgien
† 15. April 1889 an der Kalawao-Bucht auf Molokai, einer der Hawaii-Inseln (USA)

Damian mit dem Geburtsnamen Joseph, siebtes Kind eines Bauern, fasste während einer Mission der Redemptoristen 1858 den Entschluss, in einen Orden einzutreten. Mit 19 Jahren trat er in die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä in Löwen (Leuven) ein. Diesem Orden war die seelsorgliche Betreuung der Sandwich-Inseln – der heutigen Inselkette Hawaii – anvertraut worden. 1863 erreichte Damian mit weiteren Gefährten nach einer Fahrt von viereinhalb Monaten den Hafen von Honolulu, der Hauptstadt von Hawaii. Zwei Monate später empfing er die Priesterweihe und übernahm in Vertretung eines erkrankten Missionars die Seelsorge im Distrikt Puna, dem Südosten der Insel Hawaii, der größten der Sandwich-Inseln. Danach wirkte er neun Jahre lang im Distrikt Kohala im Nordwesten von Hawaii. Schließlich ließ er sich 1873 auf die Insel Molokai schicken, wo die Leprakranken auf einer Halbinsel isoliert wurden; am 10. Mai kam er auf dieser Insel an – daher dieser Gedenktag. Auf Molokai lebte und wirkte Damian als Seelsorger und Arzt, als Apostel der Aussätzigen. Seine selbstlose Arbeit in der Krankenkolonie wurde weltweit bekannt und anerkannt.

Als 1885 ein berühmter Arzt nach Molokai kam, um den Aussatz und seinen Erreger zu erforschen und auch Damian kennenzulernen, stellte er fest, dass auch der Pater vom Aussatz ergriffen war. Trotz dieser Krankheit setzte Pater Damian seine Arbeit fort, bis er, umgeben von treuen Gefährten, nach einem Todeskampf von zwei Wochen sanft entschlief.

Das Schicksal von Pater Damian fand weltweit Beachtung und setzte Initiativen zum Kampf gegen Lepra in Gang. Vor allem in den USA und in England entstanden Stiftungen und Vereine. 1936 wurde Pater Damians Leichnam nach Belgien überführt und in der Klosterkirche seiner Ordensgemeinschaft in Löwen beigesetzt. Mahatma Gandhi nannte Pater Damian 1945 einen Helden von Format, Mutter Teresa setzte sich für seine Seligsprechung ein.

Wegen seines Einsatzes für Todgeweihte erhielt Pater Damian de Veuster nach seinem Tod viele Ehrungen und gilt seitdem als Schutzpatron für Aussätzige. Ende der 1980-er Jahre übertrugen einige Aids-Selbsthilfeeinrichtungen diese Schutz- und Vorbildfunktion für Aids-Patienten. So gibt es zum Beispiel das Damien Center in Indianapolis, das unter anderem Pflege-Services anbietet. Und in Albany steht ebenfalls ein Damien Center, das als Treffpunkt von HIV-Infizierten dient. Das Wunder, dass Pater Damian de Veuster für die Heiligsprechung zugeschrieben wird, ist die unerklärliche Heilung der schwer an Krebs erkrankten Audrey Toguchi im Jahr 1998; die Frau hatte bereits Metastasen in der Lunge, war vom Arzt aufgegeben worden, betete aber um die Fürbitte von Pater Damian und wurde anschließend gesund.

 

Hl. Gordianus – Märtyrer

† 362 in Rom

Gordianus wurde nach der Legende unter Kaiser Julian Apostata auf Befehl des Statthalters Apronianus in Rom enthauptet, nachdem seine ganze Familie getauft worden war. Sein Leib, den Hunden vorgeworfen, blieb aber bis zur Bestattung unversehrt und wurde mit den Überresten des Epimachus, die von Alexandria nach Rom gebracht worden sein sollen, in der Katakombe an der Via Labicana beigesetzt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 10.05.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 6,52-59

In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit. Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 9. Mai

Hl. Beatus – Einsiedler und Glaubensbote in der Schweiz

* in England
† 112 in der Beatushöhle bei Beatenberg am Thunersee in der Schweiz

Beatus, der als Einsiedler am Thunersee lebte, wurde angeblich von Petrus zum Priester geweiht und beauftragt, die Schweiz zu bekehren. Die Legende lässt ihn dann in einer Höhle bei Beatenberg am Thuner See als Einsiedler leben, wo er einen furchtbaren, die Gegend verwüstenden Drachen bekämpft habe und als Wohltäter des Landes gestorben sei.

Den historischen Hintergrund der Legende bildet wohl der iroschottische Abt Beatus von Honau im Elsass, dessen Mönche im 6./7. Jahrhundert die Innerschweiz missioniert haben sollen. Beatus gilt als der Apostel der Schweiz.

 

Hl. Ottokar III. – Markgraf von Traungau († 1164)

Ottokar III. gründete 1160 ein Spital am Semmering und übergab 1163 sein Gut Vorau in der Steiermark an Erzbischof Eberhard I. von Salzburg, der darauf ein Augustiner-Chorherrenstift gründete.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

09.05.2019 – Donnerstag der 3. Osterwoche

Hl. Franz von Sales (1567-1622) Bischof von Genf und Kirchenlehrer

„Eure Väter haben das Manna gegessen und sind gestorben; wer aber von dem Brot isst, das vom Himmel herabgekommen ist, wird in Ewigkeit leben“ (vgl. Joh 6,49–51)

Das Manna (Weish.16,20 ff.) wurde von allen, die es aßen, als wohlschmeckend empfunden, aber in verschiedener Weise, nach der Verschiedenheit des Geschmackes. Den ganzen Umfang seines Wohlgeschmackes aber vermochte niemand auszuschöpfen, da es mehr Verschiedenheiten im Geschmack hatte, als es deren unter den Israeliten gab. Theotimus, wir werden im Himmel die ganze Gottheit schauen und uns ihrer erfreuen; aber weder ein einzelner Seliger noch alle zusammen werden sie in ihrer Gänze erfassen und ausschöpfen können. […] Den Fischen gehören die unbegrenzten Weiten des Ozeans und doch hat kein Fisch und haben nicht einmal alle Fische zusammen jeden Strand gesehen und ihre Schuppen in allen Wassern der Meere gebadet. Die Vögel tummeln sich nach Herzenslust in den Weiten der Luft und doch hat kein Vogel und haben nicht einmal alle Vögel zusammen das gesamte Luftmeer mit ihrem Flügelschlag durchquert und sind in seine höchsten Schichten gedrungen. Theotimus, so werden sich unsere Seelen nach Herzenslust in Erfüllung all ihrer Sehnsucht in den Tiefen des göttlichen Ozeans, in den Höhen göttlicher Weiten bewegen und es wird ewig unsere Freude sein, zu sehen, wie diese Höhen so unendlich weit und diese Ozeane so unendlich groß sind, dass wir sie nie in ihrer ganzen Unendlichkeit genießen können. Es wird uns freuen, dass bei allem restlosen und vorbehaltlosen seligen Besitz des unendlichen Abgrunds der Gottheit doch niemals die Seligkeit dieser Unendlichkeit gleich sein wird, da diese immer über unsere Fassungskraft unendlich erhaben bleiben wird.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 09.05.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 6,44-51

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Umwidmung: Jede dritte Kirche in Kanada betroffen

Umwidmung: Kirche mit Ring für Boxkämpfe

(Ottawa) Wegen Gläubigenmangels könnten Tausende von Kirchen in Kanada in Bibliotheken und Restaurants umgewandelt werden. Eine Nichtregierungsorganisation schlägt Alarm.

Der Schwund an Gläubigen lässt die verschiedenen christlichen Denominationen über eine anderweitige Nutzung der Kirchengebäuden in ihrem Besitz nachdenken. Der National Trust for Canada, eine Nichtregierungsorganisation, die sich für den Erhalt der historischen Bausubstanz des Landes einsetzt, spricht von 9.000 Kirchen, die in den kommenden zehn Jahren von Schließung und Umwidmung gefährdet sein könnten. Das entspricht einem Drittel aller Kirchen in Kanada.

Umwidmung: Kirche als Braugasthaus

Die Organisation beruft sich auf „Expertenmeinungen, Medienberichte und Mitteilungen von religiösen Gruppen“. Mögliche Schließungen können „sowohl ländliche als auch urbane Gebiete“ betreffen, so Robert Pajot, der Vorsitzende der zuständigen Arbeitsgruppe. In den Niederlanden und in Australien würden Umwidmungen bereits in größerem Stil umgesetzt, so Pajot.

Hauptgrund ist der Glaubensschwund. Die Statistiken machen es deutlich: In Kanada bezeichneten sich bei der Volkszählung 2011 67 Prozent der Bevölkerung als Christen. 24 Prozent als religionslos. 1971 waren noch fast 89 Prozent der Kanadier Christen. Zudem haben 62 Prozent derer, die sich selbst als Christen bezeichnen, in den zurückliegenden zwölf Monaten an keinem Gottesdienst teilgenommen. Getaufte Christen wenden sich von ihrer Religion ab. Ihre Kinder lassen sie nicht mehr taufen. Drei Viertel der Verluste gehen auf diese Gruppe. Daneben wächst die Zahl der nicht-christlichen Zuwanderer. Ein Viertel des statistischen Rückgangs der Christen geht auf diese Gruppe zurück.

Umwidmung: Kirche als privates Wohnzimmer

Der Anteil der Katholiken ging zwischen 1971 und 2011 von 47 auf 39 Prozent zurück (Minus 15 Prozent), jener der Protestanten brach von 42 auf 27 Prozent ein (Minus 33 Prozent). Parallel verdreifachte sich durch Einwanderung der Anteil anderer Religionen von vier auf elf Prozent. Der Anteil derer, die ohne Religionszugehörigkeit sind, versechsfachte sich sogar vier auf 24 Prozent.

Der Erhalt der Kirchengebäude sei eine Kostenfrage. Die Erhaltung verschlinge große Summen und belaste die christlichen Gemeinden. Daher denken manche an einen Abriss oder den Verkauf nicht mehr gebrauchter Kirchen.

Der National Trust for Canada spricht von einschneidenden Konsequenzen, denn es gehe nicht nur um Geld. Die Kirchen haben einen „hohen, symbolischen Wert für die Gemeinschaft“. Sie sind Zeugen der Geschichte des Landes, dazu eine architektonisch und künstlerisch wertvolle Bausubstanz. Es gehe zudem um Zentren des Gemeinschaftslebens, mit denen zahlreiche Aktivitäten und soziale Funktionen verbunden sind auch außerhalb der Gottesdienste.

Umwidmung: Kirche als Indoor-Skatepark

Luc Noppen, Professor für Städtebau und architektonisches Erbe an der Universität Quebec sagt, man müsse zwischen der Situation in Quebec und dem Rest von Kanada unterscheiden, was den Kirchenbesuch betrifft. Auch Einwanderer würden zum Teil die christlichen Kirchen besuchen. Ihre Zahl könne aber nicht die Verluste im Land ausgleichen. Die Kirchen stellen ein wertvolles Kulturerbe dar, weshalb ihr Erhalt gerechtfertigt sei, so Noppen. Das müsse aber nicht unbedingt etwas über ihre Nutzung aussagen. Im Klartext: Kirchen könnten also mit Unterstützung der öffentlichen Hand erhalten werden, müssten aber nicht unbedingt Kirchen bleiben. Der Erhalt der Bausubstanz könne auch in einem musealen Rahmen gewährleistet werden oder durch andere Nutzung von öffentlichem Interesse, etwa als Bibliothek, als Museum oder unter denkmalpflegerischer Auflagen und Aufsicht sogar für kommerzielle Zwecke als Supermarkt, Boutiqen, Restaurants, so der Professor.

Der National Trust for Canada will sich keiner Lösung verschließen, fordert aber einen „Dialog über die Zukunft dieser Kirchengebäude“. Die „schlimmste Lösung“, so Pajot, sei ihr Abriss. Es brauche einen „nationalen Dialog“, der nicht nur die Religionsverantwortlichen betreffe, sondern auch die „Regierung, Unternehmer und andere Institutionen und Organisationen“.

Quelle: katholisches.info Bild: Screenshots

Gefeiert am 8. Mai

Selige Clara Fey – Ordensgründerin

* 11. April 1815 in Aachen in Nordrhein-Westfalen
† 8. Mai 1894 in Simpelveld in den Niederlanden

Clara Fey war das vierte von fünf Kindern ihrer wohlhabenden und kirchlich sehr engagierten Eltern. In deren Haus trafen sich Kleriker und Laien, um die schwierige Situation – beginnende Industrialisierung und Wirtschaftskrise – entsprechend dem Evangelium zu deuten und Kräfte dagegen zu mobilisieren. Davon beeinflusst gründete Clara 1837, mit erst 22 Jahren, zusammen mit Freundinnen in Aachen eine Schule für arme Mädchen. 1844 errichtete sie mit ihrem eigenen Vermögen ein Waisenhaus, und im selben Jahr gründete sie mit drei Gefährtinnen die Kongregation der Schwestern vom armen Kinde Jesu, die sich vor allem der Bildung armer und benachteiligter Mädchen widmen sollte. Ihr Wahlspruch lautet: Manete in me – Bleibt in mir (Joh 15, 4). Es geht in diesem Text um das „Frucht-Bringen“: Wer nicht in Jesus bleibt wie die Reben am Weinstock,  kann keine Frucht bringen. Und fruchtbringend war in der Tat diese Kongregation und ist es bis heute. 1848 erfolgte die Anerkennung der Gemeinschaft durch den Erzbischof von Köln, Clara Fey leitete sie als Generaloberin. Bereits 1872 kümmerten sich 670 Schwestern um ca. 12000 Kinder und Jugendliche in verschiedenen Einrichtungen. Im Zuge des Kulturkampfes wurden die Schwestern aus Preußen ausgewiesen, doch Clara gab nicht auf.  Sie verlegte das Mutterhaus über die Grenze nach Simpelveld in den Niederlanden. Erst 1887 konnte die Kongregation nach Deutschland zurückkehren. Clara blieb aber in Simpelveld und starb dort 1894. Am 1.9.2012 wurden Claras sterbliche Überreste nach Aachen überführt.

Clara Fey wurde am 5. Mai 2018 im Dom zu Aachen seliggesprochen. Ihre Gebeine ruhen nun in der dortigen Kind-Jesu-Kapelle.

 

Friedrich von Hirsau – erster Abt im Reformkloster Hirsau

* in Schwaben
† 8. Mai 1071 auf dem Aberinesberg bei Heidelberg in Baden-Württemberg

Friedrich, Sohn eines Adelsgeschlechts, wurde Mönch in Einsiedeln. 1065 kam er mit einigen Brüdern von dort nach Hirsau, um das Kloster zu übernehmen; Friedrich wurde Abt, musste aber nach Verleumdungen 1069 das Amt niederlegen. Abt Ulrich von Lorsch richtete ihm auf dem Aberinesberg, dem heutigen Heiligenberg bei Handschuhsheim – heute ein Stadtteil von Heidelberg – eine Einsiedelei ein, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria