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Gefeiert am 12. Januar

Hl. Aelred von Hexham – Abt in Rievaulx

* 1110 in der Grafschaft Yorkshire in England
† 12. Januar 1167

Ælred wurde den Benediktinern von Durham zur Erziehung anvertraut und war später Palastmarschall und Haushofmeister des schottischen Königs David I. In seiner Jugend schien er ein eher leichtfertiges Leben geführt zu haben. Doch als er auf einer Reise das Zisterzienserkloster Rievaulx in Yorkshire kennenlernte, war er so beeindruckt von dem Leben der Mönche, dass er dort eintrat. Seine Begabung stellte er nun ganz in den Dienst für Gott und das Kloster, und so wurde er in kurzer Folge Cellerar und Novizenmeister des Klosters und schließlich Gründerabt des neuen Klosters Revesby in Lincolnshire. 1142 besuchte er anlässlich einer Romreise das Kloster Clairvaux, wo er Bernhard von Clairvaux persönlich kennenlernte. Daraus erwuchs eine lebenslange Freundschaft. 1147 wurde er Abt in Rievaulx und Oberhaupt aller Zisterzienser in ganz England. Er schrieb sein bekanntestes Werk “ The Mirror of Charity“ (dt.: „Der Spiegel der Gnade“) auf Bitten Bernhards von Clairvaux. Die Strahlkraft seiner Predigten brachte ihm den Titel „Englischer St. Bernhard“ ein.

Bei der Überführung der Gebeine von Eduard dem Bekenner (hl., Gedenktag 5.1.) in die Westminster Abbey im Jahr 1163 war Ælred anwesend; er schrieb auch eine Biografie über ihn. Im folgenden Jahr unternahm er eine Missionsreise nach Galloway. Der ehedem heidnische Stammesführer sei von seiner Predigt und seiner Missionstätigkeit so beeindruckt gewesen, dass er Mönch wurde. In seinen letzten Lebensjahren ertrug er mit unsäglicher Geduld schwere Krankheiten, dennoch behielt er seinen liebenswerten Charakter und wurde wegen seiner Bildung und Frömmigkeit schon zu Lebzeiten hoch verehrt. Nach seinem Tod wurde über ihn gesagt: „Alles hat er verdoppelt, die Mönche und Konversen (=Laienbrüder), die Grundstücke und Geräte; die Ordenszucht und die Liebe aber hat er verdreifacht.“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

Tagesevangelium – 12.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 3,22-30

Darauf ging Jesus mit seinen Jüngern nach Judäa. Dort hielt er sich mit ihnen auf und taufte.
Aber auch Johannes taufte damals, und zwar in Änon bei Salim, weil dort viel Wasser war; und die Leute kamen und ließen sich taufen. Johannes war nämlich noch nicht ins Gefängnis geworfen worden. Da kam es zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden zum Streit über die Frage der Reinigung. Sie gingen zu Johannes und sagten zu ihm: Rabbi, der Mann, der auf der anderen Seite des Jordan bei dir war und für den du Zeugnis abgelegt hast, der tauft jetzt, und alle laufen zu ihm. Johannes antwortete: Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist. Ihr selbst könnt mir bezeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Messias, sondern nur ein Gesandter, der ihm vorausgeht. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihn hört, freut sich über die Stimme des Bräutigams. Diese Freude ist nun für mich Wirklichkeit geworden.
Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 11. Januar

Hl. Paulinus II. von Aquileia – Patriarch von Aquileia

* vor 750 in Aquileia in Italien
† 802 daselbst

Paulinus war ein berühmter Theologe, Dichter und Gelehrter. Kaiser Karl der Große holte ihn an seinen Hof nach Aachen, wo sich eine Freundschaft mit Alkuin und anderen bedeutenden Gelehrten entwickelte. Die Hofschule Karls des Großen war damals ein wichtiges kulturelles und auch relgiöses Zentrum, mithilfe dieser Einrichtung führte Karl die sogenannte Karolingische Renaissance durch, ein Programm zur geistigen und geistlichen Bildung in seinem Reich. Paulinus hatte einen nicht unerheblichen Anteil daran. 787 ernannte Karl der Große Paulinus zum Patriarchen von Aquileia, wo er sich Verdienste erwarb in der Bekämpfung des Adoptianismus, der Lehre, dass Jesus Christus nicht wesenhaft Gott sei, sondern ein von Gott adoptierter Mensch.  Er nahm 792 an der Synode von Regensburg und 794 an der Synode von Frankfurt teil, wo der Adoptianismus verurteilt wurde. Auch für die Christianisierung der Avaren, einem mit den Hunnen verwandten Volk, setzte er sich ein.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Texte vom 11. Januar in der Weihnachtszeit

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner und Kirchenlehrer

„Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn“

Als er nämlich eines Tages so ganz zurückgezogen betete und sich in seiner übergroßen Glut ganz in Gott verloren hatte, erschien ihm Jesus Christus, und zwar als ans Kreuz Gehefteter. Bei seinem Anblick wurde seine Seele flüssig (Hld 5,6 (Vulg.)) und die Erinnerung an Christi Leiden prägte sich so tief in das Innerste seines Herzens ein, dass er von da an nur mit Mühe Tränen und Seufzer zurückhalten konnte, wenn er der Kreuzigung Christi gedachte. Dies hat er später selbst vertraulich seinen Gefährten mitgeteilt, als er seiner letzten Stunde entgegensah. Daraus ersah nämlich der Mann Gottes, dass jenes Wort des Evangeliums an ihn selbst gerichtet war: Wenn du mir nachfolgen willst, so verleugne dich selbst und nimm dein Kreuz auf dich, so folge mir nach! (Mt 16,24). Von dieser Zeit an zog er den Geist der Armut, demütige Gesinnung und herzliches Erbarmen an. Früher hatte ihn nicht bloß der Umgang mit Aussätzigen, sondern schon deren Anblick aus der Ferne mit Grauen erfüllt; um des gekreuzigten Christus willen aber, der nach des Propheten Wort wie ein Aussätziger (vgl. Jes 53,4 (Vulg.)) verachtet erschien, wollte er sich selbst vollständig verachten und erwies den Aussätzigen voll Erbarmen Dienste der Demut und menschlicher Hilfsbereitschaft.

Quelle: Franziskus-Quellen © 2009 Edition Coelde, Butzon & Bercker, Kevelaer, S. 696f.

Tagesevangelium – 11.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 5,12-16

Als Jesus in einer der Städte war, kam ein Mann, der am ganzen Körper Aussatz hatte. Sobald er Jesus sah, warf er sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz. Jesus befahl ihm: Erzähl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, wie es Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (deiner Heilung) sein. Sein Ruf verbreitete sich immer mehr, so dass die Menschen von überall herbeiströmten. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Doch er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 10. Januar

Hl. Gregor von Nyssa – Metropolit von Sebaste

* nach 330 in Cäsarea, heute Kayseri in der Türkei
† 394 in Sebaste, heute Sivas in der Türkei (?)

Gregor war der jüngere Bruder von Basilius dem Großen (hl., Ged. 2.1.), sein Vater war Basilius der Ältere, seine Mutter Emmelia, beide ebenfalls Heilige mit dem gemeinsamen Gedenktag 30. Mai, Heilige waren auch seine Geschwister Petrus von Sebaste (26.3.) und Makrina die Jüngere (9.7.), der Gregor viel für seinen geistlichen Werdegang verdankte (in einer seiner Theologischen Schriften stellt er sie in der Rolle der Lehrerin dar). Gregor wurde kirchlicher Lektor – damals ein bedeutenderes Amt als heute – entschied sich dann für den Beruf des Rhetors und heiratete zunächst, trat aber dann, vermutlich nach dem Tod seiner Frau, in ein von Basilius gegründetes Kloster ein. 372 weihte ihn Basilius zum Bischof von Nyssa,  dem heutigen Nevşehir. Wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern seiner Diözese von arianischen Bichöfen angeklagt – da Gregor die trinitarische Lehre vertrat, wie die Kirche heute noch, waren die Arianer, die die Gottheit Christi leugneten, seine erbitterten Gegner – musste er einige Jahre in der Verbannung leben und konnte erst zurückkehren, als der ebenfalls arianisch gesinnte Kaiser Valens gestorben war. Nach dem Tod seines Bruders Basilius setzte er den Kampf gegen die Arianer fort und entwickelte dessen Trinitätslehre weiter. 380 wurde er zum Metropoliten von Sebaste ernannt, lehnte aber ab und empfahl statt dessen seinen Bruder Petrus für dieses Amt.  Das Konzil von Konstantinopel von 381 wurde wesentlich durch Gregor geprägt. Die Trinitätslehre einschließlich der Lehre vom Heiligen Geist gelangte dort zu einem Abschluss.

Zu Gregors bedeutenden Abhandlungen gehört die Schrift „Gegen Eunomius“, in welcher er das Nicänische Glaubensbekenntnis verteidigt. Sein Hauptwerk, das Große Katechetische Gebet, betont die Richtigkeit der christlichen Lehre gegenüber Juden und Heiden. Bedeutende Werke sind auch seine Auslegungen verschiedener biblischer Bücher sowie zum Vaterunser und den Seligpreisungen. Gregors umfassende Kenntnis sowohl der antiken Philosophie als auch der biblischen Schriften, verbunden mit außerordentlichem sprachlichen Talent, befähigten ihn zu tiefer Durchdringung  theologischer Fragen und zu bis heute gültigen Aussagen. Aber er gilt nicht nur als größter christlich-philosophischer Denker seiner Zeit, sondern auch als großer Mystiker.

Gregors Begräbnisort ist unbekannt; im Ivironkloster auf dem Athos wird eine Reliquie gezeigt, die sein Kopf sei.

Hl. Paulus von Theben – Einsiedler

* um 228 in der Thebais, der Wüste bei Theben, heute Ruinen bei Al Uqsur in Oberägypten

† um 341 in der Ägyptischen Wüste

Paulus stammte aus einer sehr begüterten oberägyptischen Familie. In der Verfolgung unter Kaiser Decius wurde er von seinen Schwager, der sich sein Vermögen aneignen wollte, denunziert und zog sich in die Einsamkeit der thebäischen Wüste zurück. Er lebte dann angeblich 90 Jahre lang als Einsiedler in einer Felsenhöhle.

Antonius, der erfahren hatte, dass es einen noch konsequenteren Einsiedler gäbe, als er selbst zu sein glaubte, besuchte Paulus kurz vor dessen Tod. Wegweisend begegnete er einem „Hippokentauren“, einem früchtetragenden „Satyros“, zuletzt einem Wolf, wie die Legende erzählt. Paulus aber hatte seine Zelle verschlossen und ließ sich erst nach langen, beschwörenden Bitten bewegen, sie zu öffnen. Nun fielen sich die Greise freundschaftlich in die Arme, verharrten im Gespräch, und der Rabe, der sonst täglich ein Brot gebracht hatte, erschien mit zwei Broten. Noch auf der Heimkehr schaute Antonius den Tod des Paulus, kehrte zurück und fand den 113jährigen entschlafen. Während er überlegte, wie er ihn bestatten sollte, kamen zwei Löwen, scharrten die Grube, und Antonius legte den Toten hinein. Den ihm als Vermächtnis zugedachten aus Palmstroh geflochtenen Rock des Paulus nahm er als hochverehrte Reliquie mit.

Paulus gilt als „Vater des Einsiedlerlebens“. 1381 kamen seine Reliquien nach Buda in Ungarn. Auf dem Berg Sinai wurde ein Kloster gegründet, das bis heute
existiert und Paulus als Vorbild ansieht. In Europa erlangte die Einsiedlerbewegung im 13. Jahrhundert Bedeutung, heute lebt sie als „Orden des Heiligen Paulus des Ersten Einsiedlers“, „(Ordo Sancti Pauli Primi Eremitæ“.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

 

Texte vom 10. Januar in der Weihnachtszeit

Ritus des Sakramentes der Firmung

„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt“

Im römischen Ritus breitet der Bischof die Hände über die Gesamtheit der Firmlinge aus – eine Geste, die seit der Zeit der Apostel Zeichen der Geistspendung ist. Dabei erfleht der Bischof die Ausgießung des Geistes: „Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus, du hast diese (jungen) Christen (unsere Brüder und Schwestern) in der Taufe von der Schuld Adams befreit, du hast ihnen aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt. Wir bitten dich, Herr, sende ihnen den Heiligen Geist, den Beistand. Gib ihnen den Geist der Weisheit und der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, den Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Durch Christus, unseren Herrn“ (OCf 25).

Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche, § 1299 © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 10.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 4,14-22a

In jener Zeit kehrte Jesus, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:
Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé