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Heinz-Christian Strache

© APA – Austria Presse Agentur

Heinz-Christian Strache: Charakter und Lebensweg einer tragischen Figur

Heinz-Christian Strache wurde zu einer tragischen Figur. Auf den letzten Metern seiner Karriere hat der frühere Vizekanzler und FPÖ-Obmann kläglich versagt, und – schlimmer noch – er begreift das bis heute nicht.

von Christa Zöchling

Was wird aus dem gefallenen Helden der Rechten, Heinz-Christian Strache, der bei den Wienwahlen endgültig unterging? Und was verrät uns sein Schicksal über den Zustand des Populismus?

Keine schöne und helle Zukunft erscheint in jenem heimlich gefilmten Videoausschnitt aus Ibiza, den Millionen Menschen gesehen haben, sicher auch die vielen Strache-Fans, die an jede Bühnenrampe drängten, verzückt und hingerissen, einen Blick von ihrem Retter zu erhaschen, die sich die Kehle heiser schrien: Hatse, Hatse, Hatse – ein magisches Mantra, 15 Jahre lang.

Und dann das. Seit einigen Wochen ist eine Abschrift der Gespräche von Ibiza im Umlauf, wenn man den eitlen Wortschwall des Protagonisten und die bohrenden Fragen der Fallensteller denn ein Gespräch nennen will. Es ist ein ermüdendes, um ein einziges Thema kreisendes Protokoll einer traurigen Welt: Geld, Macht, Promis und Flitter – und wer in diesen Kreisen zu Hause ist und wer nicht.

„Alles ist möglich, er sagt das nur nicht“

Sieben Stunden lang haben Heinz-Christian Strache, ehemals Parteiobmann der FPÖ und Vizekanzler, und Johann Gudenus, einst Vizebürgermeister der Bundeshauptstadt Wien, eine vermeintliche russische Oligarchennichte zu überreden versucht, die „Kronen-Zeitung“ zu kaufen, damit man sich die Redakteure herrichten kann, die einen dann an die Macht „pushen“. Kickbacks, maßgeschneiderte Gesetze und Staatsaufträge wurden in Aussicht gestellt; Parteispenden „am Rechnungshof vorbei“ erbeten; ein Medienimperium wie in Orbán-Land schwebte ihnen vor. Je später der Abend, desto übler der Eindruck, den die beiden Politiker hinterließen. Nachdem er kurz einmal gestutzt hatte (schmutzige Zehennägel der Dame) und eine Falle vermutete, wurde Strache vorsichtiger, beteuerte mehrmals, alles müsse im Rahmen von Gesetzen geschehen, während Gudenus der vermeintlich Reichen und Schönen zuraunte: „Alles ist möglich, er sagt das nur nicht. Weißt du, okay?“

Sieben Stunden und kein einziger kluger Gedanke, kein einziges menschliches Wort. Als Vorleistung für den Deal, ein paar Wochen später, wurde eine freiheitliche Presseerklärung veröffentlicht, mit der versteckten Botschaft: „Wer zahlt, schafft an.“
 

In beiden Welten unterwegs

Kann Politik tiefer sinken? Als Strache vor 31 Jahren in die FPÖ eintrat, die ihn im vergangenen Dezember ausgeschlossen hat, war nicht vorherzusehen, welchen Weg er einschlagen würde – den in den staatsgefährdenden Underground jugendlicher Neonazis oder in das national-rechte, nach Budenschweiß riechende Establishment der Wiener FPÖ. Ein paar Jahre lang war Strache in beiden Welten unterwegs.

Was genau damals mit Strache geschah, liegt im Dunkeln. Strache hat immer nur peu à peu zugegeben, was man ihm nachweisen konnte, seine Teilnahme an Wehrsportübungen etwa. In den Wäldern trainierten die jungen Rechten für den Umsturz und lernten, wie man dem Gegner das Messer an die Kehle setzt, um ihn lautlos zu erledigen. Peter B., der jetzt, kurz vor Weihnachten, festgenommene, schon etwas angejahrte Anführer einer Neonazi-Bande mit Hunderten Waffen und 100.000 Schuss Munition in einem Versteck, gehörte damals schon dazu. Gottfried Küssel, Hans Jörg Schimanek, Franz Radl. Der junge Strache hat sie alle gekannt. Sein Name und seine Adresse fanden sich im beschlagnahmten Telefonbüchlein eines der Neonazis.

Strache besuchte Veranstaltungen der Liste „Nein zur Ausländerflut“, trat bei einer Veranstaltung des britischen Holocaust-Leugners David Irving in Erscheinung, krakeelte auf der Galerie des Burgtheaters gegen Thomas Bernhards Stück „Heldenplatz“ und war an Neonazi-Aktionen in Deutschland beteiligt. In diesen Kreisen galt der Parlamentarismus nichts, Menschen anderer Herkunft wurden nach rassistischen Kriterien abgeurteilt, Juden waren besonders verhasst, Gewalt wurde heroisiert. Zur selben Zeit arbeitete sich Strache in der FPÖ nach oben. Die Nazi- Geschichten störten niemanden. Im Gegenteil. Rechte Netzwerke waren hilfreich. 1991 war Strache jüngster Bezirksrat, 1996 Landtagsabgeordneter der FPÖ. In schwarzem Hemd und schwarzen Stiefeln, in einer Gruppe von Gleichgewandeten und Gleichgesinnten, trat er am Rande von Parteiveranstaltungen auf. Mit ihnen war zu rechnen.

Briefe an Jörg Haider

In der europaweit verfemten, ersten schwarz-blauen Regierung 2000 war das ein Image-Problem. „Wir müssen diese Nazi-Gruppe in Wien stoppen“, erklärte ein damaliges FPÖ-Regierungsmitglied gegenüber profil. Aber Strache war nicht mehr aufzuhalten. Jahrelang hatte er Jörg Haider schwärmerische Briefe, adressiert an „Jörg Haider, Bärental“, zukommen lassen. Nie war er erhört worden. Jetzt konnte er behilflich sein. Gegen die FPÖ-Minister im Kabinett hatte sich an der Basis Riesenzorn aufgestaut. Sie hätten sich an Privilegien gewöhnt, die kleinen Leute vergessen, so der Vorwurf. Beim Knittelfelder Delegiertentreffen, mit dem sich Haider an die Spitze der Partei zurückputschen wollte, machte Strache erstmals auch außerhalb der FPÖ-Wien von sich reden. Leidenschaftlich ergriff er für Haider das Wort. Doch der hielt nicht viel von dem Jüngeren, witterte die Konkurrenz.

Im Grunde hatte Strache nie irgendwo dazugehört. In der Schule war es nicht gut gelaufen. Im Internat der Schulbrüder in Strebersdorf hatte er ein kaltes und sadistisches Regime über sich ergehen lassen müssen. Die Mutter rackerte sich ab, um die Privatschule bezahlen zu können. Der Vater, ein Freigeist der 68er-Generation, verschwand, als Strache drei Jahre alt war, und verbat sich später jeden Kontakt. Der Vater hatte noch am Lycée Français de Vienne maturiert, der Sohn brach die Schule ab, lernte bei einem Zahntechniker und holte die Matura in einer Abendschule nach. Eine Heimat fand er in der Bude der Pennälerverbindung Vandalia. Er trug dort den Coleurnamen Heinrich der Glückliche – ausgerechnet – und holte Johann Gudenus, der aus einer sehr rechten, NS-angehauchten Familie stammt, auf die Bude. Von da an schienen Strache und Gudenus unzertrennlich.

Nach der Revolte von Knittelfeld, an der die schwarzblaue Regierung zerbrach, und dem darauffolgenden Niedergang der FPÖ schien Strache einigen ein Retter aus der Misere zu sein. Herbert Kickl, damals Geschäftsführer der Freiheitlichen Akademie und Haiders Redenschreiber, bat Strache um ein diskretes Treffen. Haider wolle sich abseilen. Er solle sich bereithalten, man habe „Größeres“ mit ihm vor, so Kickl.

2005 war es dann so weit. Haider hatte eine neue Partei aus der Taufe gehoben; Strache übernahm eine schwer verschuldete und nach rechts gedriftete FPÖ, in der schlagende Burschenschafter den Ton vorgaben. Mit zwiespältigen Gefühlen sah die korporierte Parteielite ihrem Frontmann dabei zu, wie er sich abstrampelte da oben auf der Bühne, für die da unten, die die Stimmen brachten; Anerkennung, gemischt mit Verachtung.

Es war eine schizophrene Welt, die Strache mit erschuf. In der FPÖ-Jugend sprach man von „Umvolkung“,“Überfremdung“ und vom Verlust des „Weißen Europa“ und sah „die Mutter bei ihren Kindern als das Idealbild für einen erfolgreichen Fortbestand unseres Volkes“.

Moderner Wahlkampf

Gleichzeitig führte die FPÖ den modernsten Jugendwahlkampf aller Parteien. Strache wirkte wie ein Magnet. Ein Strache-Rap wurde getextet, der Parteiführer trat mit einem Che-Guevara-Barett auf. Er tourte durch Österreich, von Marktflecken zu Marktflecken, von Disco zu Disco, machte die Nächte zum Tag, war der Letzte, der heimging, belagert von Fans, umschwärmt von Mädchen.

Und wieder kam Vergangenes hoch. Fotos tauchten auf. Strache leugnete, suchte Ausflüchte, stellte die Nazi-Jahre harmloser dar, als sie waren. Er tat so empört, dass man fast geneigt war, ihm zu glauben. Bis neue Fotos veröffentlicht wurden: Strache in Kampfmontur mit Schlagstock, Strache mit abgewandeltem Hitler-Gruß. Strache ist bis heute gepeinigt von der Vorstellung, was da noch kommen könnte. Beim Sturm auf den Verfassungsschutz, der Hausdurchsuchung, die Innenminister Herbert Kickl im ersten Jahr der türkis-blauen Koalition 2018 in Szene setzte – „von der ich nichts wusste“, wie Strache gegenüber profil beteuert -, sei ein Dossier mit seinem Namen privat bei einem BVT-Mitarbeiter gefunden worden. Wo ist es heute? Fragt er sich.

© Bild: APA/AFP/ALEX HALADA

In den Jahren, in denen ein Wahlkampf den anderen jagte, wurde es ihm zur Gewohnheit, auf Ibiza zu urlauben; mit Kindern und der jeweiligen Partnerin, immer öfter aber auch mit einer Partie von Freunden. Die sogenannte Ibiza-Gruppe sorgte in der FPÖ für böses Blut. Wer durfte mit, wer nicht? Man umkreiste den Chef wie Trabanten den Stern, und jeder achtete eifersüchtig darauf, wer in die nähere Umlaufbahn wechselte.

In diesem flotten Leben fiel es nicht auf, doch Strache hat Angst. Er ist von Paranoia geplagt. Er konsultiert einen Heiler, geht zu einer Handauflegerin, hat eine Metallplatte in der Unterhose, die ihn schützen soll, er vertraut numerologischen Gutachten. An bestimmten Tagen weigert er sich, das Haus zu verlassen, er steigt in kein Flugzeug. Strahlen, Wellen, alles Unsichtbare ist des Teufels. Auf seiner Facebook-Seite verbreitete er Mitteilungen über Chemtrails, Kornkreise und Schauergeschichten über die „Bilderberger“, jene handverlesene Elite aus Politik und Wirtschaft, die sich ein Mal im Jahr zum Gedankenaustausch trifft, und über George Soros, der das Vermeintliche orchestriert.

Das hinderte Strache nicht daran, alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, Juden, meist politisch rechtsstehende israelische Politiker, zu finden, die bereit waren, mit ihm aufzutreten.

Strache liebte die Dauermobilisierung

Bühne, Applaus und Jetset-Feeling wurden Straches Lebenselixier, nicht Pflicht, Routine oder Langeweile, wie sie ein normales Politikerleben bedingen. Strache liebte die Dauermobilisierung. Er bezahlte niemals mit Kreditkarte oder bar aus eigener Tasche. Wenn er Runden einlud, von hier nach dort unterwegs war, dies und jenes zu brauchen meinte, wurde von Leibwächtern und Begleitern bezahlt. Das sei so vereinbart gewesen, bestätigen selbst Personen, die sich heute von Strache abwenden. Seine engste Umgebung war in die Organisation seines Privatlebens involviert. Seine Chefsekretärin kümmerte sich an Wochenenden oft um Straches Kinder. Als sie ins Teenager-Alter kamen, wurden sie von einem Sicherheitsmann von Partys nach Hause chauffiert. Das sei so vereinbart gewesen, sagt Strache. Geschenke für seine Frau, Handys für die Kinder, Schmuck, Parfüm, Lebensmitteleinkäufe habe er nachträglich immer bezahlt, sagt Strache. Seine früheren Parteifreunde werfen ihm vor, er habe Scheinrechnungen vorgelegt, privaten Luxus aus der Parteikasse finanzieren lassen.

Der Streit um Spesen und Schwarzgeldvorwürfe ist ein Krisensymptom. Schon 2005 war der Wechsel von Haider zu Strache deswegen in eine Schlammschlacht ausgeartet. Die Neigung zum Verprassen von Steuergeld scheint zum Wesen des rechten Populismus zu gehören: Wer anrennt gegen einen Staat, den er hasst, fühlt sich offenbar moralisch frei von der Verpflichtung, diesen nicht zu schädigen.

Im Wahlkampf 2017 befand sich Strache auf den letzten Metern eines langen Marathons. In Umfragen lag er an zweiter Stelle hinter der Kurz-ÖVP. Er wollte mehr. Es passierte Ibiza. Ein Jahr später war er Vizekanzler in einer türkis-blauen Koalition, doch die Nacht in der Finca warf ihre Schatten. Strache kamen Gerüchte zu Ohren, dass anderen Parteien für viel Geld kompromittierendes Material angeboten worden sei. Zuvor war er vor einer undichten Stelle in seiner nächsten Umgebung gewarnt worden. Er tat nichts.

Kein Leben ohne Bühne und Publikum

Sein langjähriger Berater, der Psychoanalytiker Ferdinand Stürgkh, sagt, Strache habe sich als Vizekanzler in die Arbeit hineingekniet, sich sachkundig gemacht, geduldig schwierige Reformen verhandelt, Termine am frühen Morgen wahrgenommen. Vielleicht war er sogar froh gewesen, dem Wahlkampfmodus zu entfliehen. Straches Auftritt am Akademikerball in Wien, wo er den Korporierten ins Gesicht sagte, dass Antisemitismus keinen Platz in der FPÖ habe, hält Stürgkh für eine Wende in der FPÖ.

Ob Strache für Antisemitismus nun sensibler war? In der Finca auf Ibiza hatte er noch nichts dabei gefunden, dass sein Parteifreund Johannes Hübner vor rechtsextremem Publikum den Architekten der österreichischen Bundesverfassung, Hans Kelsen, den Kelsen-Kohn nannte, worauf der ganze Saal in schallendes Gelächter ausbrach.

In diesem Jahr wurde Strache nun selbst zur Lachnummer. Er hatte es nicht ausgehalten, sich, wie von allen Seiten geraten, eine Zeit lang aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Strache war der Meinung, die Partei schulde ihm etwas, eine Art Police für den Schicksalsschlag „Ibiza“. Einen Einkommensersatz. Er fühlte sich als Opfer eines politischen Attentats. Er konnte oder wollte ohne Bühne und Publikum nicht leben.

Der Wiener Wahlkampf als Spitzenkandidat der Liste Strache, unterstützt von vier abgesprungenen Ex-FPÖ-Gemeinderäten, war demütigend. Er trug es mit einer Art von Würde. Er trat in schäbigen Lokalen am Rande von Gemeindebausiedlungen auf, in trostlosem Ambiente. Viele kleine Auftritte mussten abgesagt werden, weil die Wirte in letzter Sekunde einen Rückzieher machten.

Strache hat alles auf eine Karte gesetzt


Wien-Erdberg, Straches Heimatbezirk, wo er jetzt wieder in der Wohnung seiner Kindheit lebt: Vor dem Café Public sitzen ein paar Dutzend Leute im Gastgarten, durch staubige Buchsbäume von der Kreuzung an einer stark befahrenen Durchzugsstraße getrennt. Hoch über ihren Köpfen ragt ein Kran. Eine Band müht sich, die Wartenden bei Laune zu halten, den Verkehrslärm, die Baustellengeräusche zu übertönen. Ein älterer Herr am Schlagzeug und ein anderer älterer Herr, der zu Schlagern aus der Konserve im Playback die Lippen bewegt, manchmal auch selbst mitsingt. „Tanz mit mir“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Zwei Frauen beginnen miteinander zu tanzen. So ähnlich spielten sich alle seine Wahlveranstaltungen ab.

Team Strache © Bild: APA

Strache hat alles auf eine Karte gesetzt, jeder wusste, es war seine letzte. Schon fast erdrückt von seinen Anwaltskosten, in einem mit Kleinkrediten finanzierten Miniwahlkampf, taumelte er mit seinen letzten Getreuen dem letzten Wahltermin entgegen, den seine ruinierte Karriere noch hergab; sein Waterloo.

Er schaffte es nicht, in den Wiener Landtag zu kommen. Hatse Strache, das Phänomen, die Marke, der Player, lösten sich an diesem Wahlabend für immer auf. Seitdem ist es still um ihn geworden. Seine Freunde auf Facebook machen sich Sorgen um Strache.

In den ersten Wochen des neuen Jahres wird man Strache wiedersehen. Im Video. Die Abgeordneten des Ibiza-Ausschusses werden das ganze Video ungeschwärzt und in voller Länge ansehen können. Das wird nicht zugunsten Straches ausschlagen. Sie werden, peinlich berührt, einem Politiker dabei zusehen, wie er sich „Red-Bull Brother from Austria. Haha“ nennt, der mit Schmutzgeschichten über Prominente aufwartet, um zu zeigen, dass er Bescheid weiß, der den Besitz von Geld und Gold für wahnsinnig geil hält, der großspurige Anlagetipps gibt – ein Drittel Gold, ein Drittel Fremdwährung, ein Drittel Bitcoin -, weil er zu wissen glaubt, dass ein Crash kurz bevorstehe; der den Niedergang des „dekadenten Westens“ prophezeit. Nur die Russen seien gewitzt und bereiteten sich darauf vor – und er selbst, natürlich. Strache hat sich für den Fall des Weltuntergangs ja schon einen Bunker in seine Villa in Klosterneuburg einbauen lassen. Aber das sagt er nicht auf Ibiza, dieses „Wissen“ ist sein Vorsprung. Glaubt er.

Das liebe Geld bestimmt den ganzen Abend. Am Ende will Strache unbedingt noch ins „Hi“ gehen – das „Hi Ibiza“, der letzte Schrei, die Website verspricht ein orgiastisches Disco-Erlebnis. Strache drängt die angebliche Oligarchennichte und ihren Begleiter, den kürzlich in Berlin verhafteten Julian H., mitzukommen. Seine Freunde hätten einen Tisch bestellt und warteten -„der Nachwuchs, der in den kommenden Jahren die FPÖ führen wird. Die Jungstars. Alle zwischen 21 und 25 Jahren.“ Als 13-Jährige habe er sie kennengelernt. Sie konnten alle sein Raps auswendig. Strache singt: „Going Hi“ -„High high Society – we make party now!“

Als sie endlich im Auto sitzen, lehnt er sich entspannt zurück und sagt, laut Transkript: „Uuuh das tut gut. Herrlich. Man muss das Leben spüren. Man muss das Leben spüren.“

Quelle: profil.at

NACH 100 OBDUKTIONEN

©Getty

An oder mit Corona gestorben? Pathologe legt sich fest

Ein Pathologe hat  100 verstorbene Covid-19-Patienten obduziert. Sein Ergebnis ist eindeutig. In den allermeisten Fällen, in denen mit Corona infizierte Menschen sterben, ist das Virus dem Chef-Pathologen der Uniklinik Augsburg zufolge auch Grund für ihren Tod. „Die meisten könnten noch leben, wenn sie sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hätten“, sagte der Direktor des Instituts für Pathologie und Molekulare Diagnostik, Bruno Märkl der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch).

100 Obduktionen

Das Klinikum hat bereits mehr als 100 verstorbene Covid-19-Patienten obduziert, wie dort bestätigt wurde. Die Annahme, tödliche Verläufe träfen nur ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen, die ohnehin bald gestorben wären, „das sehen wir überhaupt nicht“, sagte Märkl der Zeitung. „Ich wünschte, ich könnte diejenigen, die an der Gefährlichkeit lauthals zweifeln, einladen, mir bei einer solchen Obduktion über die Schultern zu schauen – sie würden schnell verstummen.“ Letzten Endes sei es ein „inneres Ersticken“, an dem die Patienten sterben.

Quelle: oe24

Hamburger Erzbischof nennt Frauenpriesterinnen „Weiterentwicklung der Lehre“

Erzbischof Stefan Heße 

Frauenpriesterinnen sollen „ergebnisoffen“ [= in zustimmender Weise] diskutiert werden, meinte Hamburgs Erzbischof Stefan Heße vor der Neuen Osnabrücker Zeitung (4. Februar).

Es habe in der Kirche eine „Weiterentwicklung“ [= Änderung] der Lehre gegeben: „Deswegen sollten wir das auch hier nicht von vornherein ausschließen.“

Nach Heßes „Empfinden“ kann eine Entscheidung zu Frauenpriesterinnen nur ein vom Papst einberufenes Konzil fällen. Er kehrt unter den Tisch, dass das bis inklusive Johannes Paul II. bereits ausdrücklich und auf definitive Weise geschehen ist.

Eine Positionierung [= Forderung] der deutschen Bischöfe zu Frauenpriesterinnen soll für Heße „so gut werden, dass sie auch im Dialog mit Rom trägt“ und in den Diskurs mit anderen Ortskirchen weltweit „eingespeist“ werden könne.

Hintergrund der anti-katholischen Forderung ist der ab heute tagende „Synodale Weg“.

In dem Interview bekannte Heße, Fehler beim Umgang mit Missbrauchsfällen begangen zu haben. Er habe darüber nachgedacht, sein Amt aufzugeben, doch diese Entscheidung stünde ihm nicht zu: „Nur der Papst könnte mich dazu auffordern und dann jemanden bestimmen, der in der Zeit die Verantwortung übernimmt.“

Bei den seit September aufgekochten und gebetsmühlenhaft wiederholten Vorwürfen geht es darum, dass Heße als Personalchef im Kölner Erzbistum Missbrauchsfälle „vertuscht“ habe.

Im antikirchlichen Feuer der Oligarchen-Medien stehen auch der Kölner Kardinal Woelki und die Kölner Weihbischöfe Puff und Schwaderlapp.

Quelle: gloria.tv NEWS Bild: Erzbischof Stefan Heße © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Halbnackter Mann als de-facto-Diakon eingesetzt

Tito Meri von Bischof Bernardo Johannes Bahlmann eingesetzt

Bischof Bernardo Johannes Bahlmann (60) von Obidos, Brasilien, hat am 8. Januar Tito Meri, einen halbnackten Indianerhäuptling, als de-facto Diakon eingesetzt.

Indianerhäuptling als de-facto Diakon eingesetzt

Bahlmann nennt Meri „einen außerordentlichen Spender der Eucharistie, der Taufe und der Ehe“. Bislang waren alle vier Bischöfe in Obidos in Deutschland geborene Franziskaner.

Die Zeremonie fand in der Kirche St. Antonius von Padua in Oriximina statt. Meri ist der neunte indianische „außerordentliche Seelsorger“

Indianerhäuptling Meri ist der neunte indianische „außerordentliche Seelsorger“

Die acht vorherigen produzierte Bischof Bahlmann im Dezember 2020.

Im September 2019 sagte Bahlmann, er könne sich vorstellen, den Zölibat abzuschaffen. Im Oktober 2019 nahm er an der Amazonas-Synode teil.

Quelle: gloria.tv NEWS Bild: gloria.tv (Screenshot)

Auf einem Auge blind

Bischofskonferenz erweist sich auf einem Auge blind und beurteilt Summorum Pontificum überwiegend negativ.

Frankreichs Bischofskonferenz beurteilt Summorum Pontificum negativ.

(Paris) Die Mehrheit von Frankreichs Bischöfen ist der Ansicht, das Motu proprio Summorum Pontificum habe keine guten Früchte gebracht. Den entsprechenden Fragebogen der Glaubenskongregation beantwortete die Französische Bischofskonferenz negativ und hebt sich damit vom positiven Gesamttenor der Rückmeldungen ab.

Im April 2020 versandte die römische Kongregation für die Glaubenslehre allen Diözesanbischöfen und Territorialoberen weltweit einen Fragebogen zum Motu proprio Summorum Pontificum. Mit diesem hatte Papst Benedikt XVI. 2007 dem überlieferten Ritus in der lateinischen Kirche wieder Geltung und Spielraum verschafft, wie sie ihm seit der Liturgiereform von 1969/70 verwehrt worden waren. Der Fragebogen dient Rom für eine Bestandsaufnahme der Umsetzung des Motu proprio und der damit gemachten Erfahrungen.

Das Bekanntwerden der römischen Initiative sorgte in traditionsverbundenen Kirchenkreisen für einige Unruhe. Im Gefolge der Liturgiereform hatten sie, vor allem in den 70er Jahren, bittere Erfahrungen machen müssen: Der überlieferte Ritus wurde unterdrückt, Priester, die an ihm festhielten, mußten Schikanen und Strafversetzungen erdulden und allgemein wurde so getan, als sei der Ritus, wie er durch die Jahrhunderte bis zum Vortag gegolten hatte, verboten.

Erst in den 80er Jahren unter Johannes Paul II. kam es vonseiten Roms zu ersten versöhnlichen Schritten. Mit Summorum Pontificum stellte Papst Benedikt XVI. schließlich klar, daß der überlieferte Ritus nie verboten war und ein solches Verbot auch undenkbar wäre. Vor allem erlaubte er allen Diözesan- und Ordenspriestern ihn ohne spezielle Erlaubnis der Oberen zu zelebrieren.

Im „Mutterland“ der Tradition reibt es sich

Obwohl die Glaubenskongregation jeden Bischof und Territorialoberen persönlich befragte, erfolgte die Beantwortung des Fragebogens vielfach kollektiv durch die örtliche Bischofskonferenz. Nicht aber in Frankreich, wo die Bischöfe die Antworten einzeln abgaben, aber die Bischofskonferenz dann eine begleitende Zusammenfassung erstellte, mit dem im Gesamtbild ein negatives Urteil nach Rom übermittelt wurde. Frankreich gilt als „Mutterland“ der Tradition. Dort konnte sie sich trotz Aufbegehren der kirchlichen 68er Bewegung und den nachkonziliaren Umbrüchen am stärksten behaupten, was untrennbar mit der Gestalt von Erzbischof Marcel Lefebvre zusammenhängt, der zum öffentlich sichtbaren Wortführer des Widerstandes gegen die Neuerungen wurde.

Entsprechend stark reiben sich bis heute die beiden Lungenflügel in Frankreichs katholischer Brust. Es sind „zwei Welten, die sich nicht treffen“, so beschreibt die Bischofskonferenz der Glaubenskongregation das Verhältnis von überliefertem und neuem Ritus bzw. der jeweiligen Priester und Gläubigen. InfoCatolica schrieb dazu:

„Die Bischöfe Galliens glauben, daß das Motu Proprio Summorum Pontificum von 2007, mit dem Papst Benedikt XVI. die Feier der Messe in ihrer letzten Form vor der Liturgiereform normalisierte, gut gemeint war, aber nicht die erwarteten Früchte trug.“

Das negative Gesamturteil wurde mit einem ideologischen Seitenhieb flankiert. Es wurden „monarchistische und rigoristische Tendenzen“ unter den Gläubigen beklagt, die der heiligen Messe im überlieferten Ritus beiwohnen.

Keine Erwähnung findet, daß die Liturgiereform angesichts sich leerender Kirchen noch weniger den Anspruch erheben könnte, „die erwarteten Früchte“ getragen zu haben. 

95 Prozent der Diözesen haben geantwortet

Insgesamt haben bis auf fünf alle französischen Diözesen (ausgenommen jene der mit Rom unierten Ostkirchen) den Fragebogen beantwortet. Nur in vier Diözesen gibt es keinen Meßort des überlieferten Ritus, während die meisten Diözesen einen oder zwei Meßorte angeben.

Einige Diözesen haben Personalpfarreien errichtet und damit eine eigene Jurisdiktion für die Gläubigen des überlieferten Ritus geschaffen.

In 24 Diözesen werden die Meßorte von der Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) betreut, in 18 Diözesen von Diözesanpriestern, darunter auch ein emeritierter Bischof, und in 16 Diözesen vom Institut Christus König und Hohepriester (ICRSS).

Die bedeutendsten Zentren des überlieferten Ritus sind die Diözesen Fréjus-Toulon, Paris und Versailles. Das Bistum Fréjus-Toulon wird von Msgr. Dominique Rey, einem der Tradition nahestehenden Bischof, geleitet. In seiner Diözese gibt es zehn ständige Meßorte im überlieferten Ritus. Im Erzbistum Paris sind es sechs und in Versailles sieben, an denen an Sonntagen regelmäßig siebzehn heilige Messen zelebriert werden.

Der Bischofsstuhl von Versailles ist derzeit allerdings vakant. Am 17. Dezember 2020 nahm Papst Franziskus, zwei Monate bevor Bischof Eric Marie Aumonier sein 75. Lebensjahr vollendete, dessen kanonisch vorgeschriebenes Rücktrittsgesuch an. Msgr. Aumonier, der zuvor Weihbischof von Paris war, hatte die Diözese seit 2001 geleitet.

Instrumentelles Verständnis von Summorum Pontificum

Erwartungsgemäß negativ fiel das Kapitel über das Verhältnis zur Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) aus. Die Bischöfe billigen insgesamt Summorum Pontificum jedoch zu, daß das Motu proprio eine noch größere Spaltung und Abwanderung von Gläubigen zur Piusbruderschaft verhindert habe. Allerdings sei das nicht der einzige mögliche Weg, um dieses Ziel zu erreichen. Die Bischöfe in ihrer Mehrzahl geben zudem zu verstehen, daß sie Summorum Pontificum nicht im Sinne Benedikts XVI. als meritorisch – liturgisch wie ekklesiologisch – richtig und als notwendigen Akt der Versöhnung sehen, sondern vor allem instrumentell. Das Motu proprio habe nämlich nicht dazu geführt, so die Bischofskonferenz, daß die Piusbruderschaft zur vollen Einheit mit Rom zurückgekehrt ist.

Einige Bischöfe haben positiv darauf hingewiesen, daß aufgrund der beiden Formen des römischen Ritus eine Offenheit gegenüber anderen Formen der Spiritualität entstanden ist. Die meisten Bischöfe aber beklagen Tendenzen zur Isolation, die sie einseitig auf der traditionsverbundenen Seite zu erkennen glauben. Auch darin zeigt sich, daß von vielen Bischöfen das Anliegen Benedikts XVI., auch dreizehn Jahre nach Inkrafttreten von Summorum Pontificum, nicht verstanden und erst recht nicht rezipiert wurde.

Frankreichs Bischöfe attestieren, daß durch das Motu proprio in der Ortskirche ein faktischer „Biritualismus“ entstanden ist.

Ein Bischof stößt sich daran: „Die Eucharistie, die einen sollte, trennt“. Andere stellten aber positiv fest, daß durch die größere Präsenz der „außerordentlichen Form des Römischen Ritus“, wie der überlieferte Ritus im Motu proprio genannt wird, Möglichkeiten für eine größere Einheit mit den Ortskirchen entstanden sind.

Nach Meinung der Mehrheit der französischen Bischöfe überwiegen jedoch die negativen Erfahrungen mit dem überlieferten Ritus die positiven deutlich.

Nicht thematisiert wird, daß mit der Liturgiereform und anderen nachkonziliaren Einschnitten die Priesterberufungen massiv eingebrochen sind. Zahlreiche französische Diözesen haben keine Seminaristen, andere nur einen oder zwei. Auch hier gibt es nur wenige herausragende Ausnahmen. An erster Stelle mit Abstand wieder Fréjus-Toulon, Paris und Versailles. Gleichzeitig verschiebt sich unter den Seminaristen das Verhältnis sukzessive zugunsten der Priesterseminare und Gemeinschaften der Tradition.

Die Wünsche der Bischöfe

Was die vorgeschlagenen Verbesserungen betrifft, wünschen sich die Bischöfe vor allem eine stärkere Beteiligung der Gläubigen des überlieferten Ritus am Leben der Diözese, eine größere Einheit im liturgischen Kalender der beiden Formen des Römischen Ritus und die Förderung einer einheitlichen Leseordnung.

Unabhängig davon sprechen sich die Bischöfe in ihrer Mehrheit für die Aufhebung von Summorum Pontificum aus, wenngleich dieser Wunsch nicht so direkt formuliert wird. Die Abneigung gegen die Tradition ist jedoch ungebrochen.

52 amtierende Oberhirten der 95 lateinischen Diözesen Frankreichs (einschließlich Militärordinariat) wurden von Papst Franziskus ernannt.

Da Benedikt XVI. klarstellte, daß die überlieferte Form des Römischen Ritus nicht aufgehoben oder gar verboten wurde und es zweifelsfrei legitim ist, das Meßopfer in der Editio typica des Römischen Ritus von 1962 zu zelebrieren, ist es trotz ihres negativen Urteils „fraglich, ob Frankreichs Bischöfe eine Aufhebung anstreben“, so InfoCatolica.

Weltweit gesehen überwiegt die positive Beurteilung von Summorum Pontificum. Im deutschen Sprachraum etwa haben sich seither die Meßorte im überlieferten Ritus vervierfacht.

Quelle: katholisches G. Nardi Bild: InfoCatolica

Auf Distanz zum „Speckpater“

Bild: domradio.de (Screenshot)

„Kirche in Not“ reagiert auf Missbrauchsvorwurf gegen Gründer

„Kirche in Not bedauert die schweren geschilderten Vorwürfe zutiefst“: Die in Deutschland ansässige Organisation geht wegen eines Medienberichts über einen Missbrauchsvorwurf auf Distanz zu ihrem Gründer Pater Werenfried van Straaten.

Der 2003 verstorbene Ordenspriester soll 1973 auf einer Reise des katholischen Hilfswerkes nach Italien versucht haben, eine junge Mitarbeiterin zu vergewaltigen, schreibt das Blatt „Christ & Welt“ (Donnerstag), das der Wochenzeitung „Die Zeit“ beiliegt.

„Kirche in Not bedauert die schweren geschilderten Vorwürfe zutiefst“, erklärte das Hilfswerk am Mittwoch. „Die Organisation distanziert sich umfassend von jeder Form des Verhaltens, wie es in dem Artikel Pater van Straaten vorgeworfen wird.“

Stellungnahme des Hilfswerks

2010 habe die Frau den Fall bei der Organisation gemeldet, schrieb Kirche in Not in der Stellungnahme. Zur gleichen Zeit gab es Bestrebungen, den Pater selig zu sprechen. Ein vom Vatikan entsandter Weihbischof unterstützte damals das Hilfswerk bei seiner Modernisierung. Der Geistliche habe von den Vorwürfen gegen den auch als „Speckpater“ bekannten van Straaten erfahren, schrieb die Organisation. Es habe einen Briefwechsel zwischen ihm und dem Vatikan gegeben.

Daraus zitiert „Christ & Welt“. Kardinal Mauro Piacenza, damals Präfekt der römischen Kleruskongregation und seit 2011 Präsident des Stiftungsrates von Kirche in Not, soll demnach zur Geheimhaltung nach Außen aufgefordert haben. „Kardinal Piacenza weist den Vorwurf der Vertuschung zurück, da dieser jeder Grundlage entbehrt“, antwortete das Hilfswerk auf Nachfrage in der Nacht zu Donnerstag.

Eine Anfrage an den Vatikan dazu blieb bis Donnerstagmittag unbeantwortet.

Wunsch nach vertraulicher Behandlung

Der Leitung von Kirche in Not erschien nach eigenen Angaben die Schilderung der Frau damals glaubhaft, weshalb sie ihr eine Entschädigung von 16 000 Euro zahlte. Die Betroffene habe gewollt, dass ihr Fall vertraulich behandelt werde, deshalb veröffentlichte das Werk ihn nicht. „Es gab auch das Interesse, einen Reputationsschaden vom Werk abzuwenden“, hieß es weiter.

Das internationale katholische Hilfswerk ist 2011 als päpstliche Stiftung neu gegründet worden. Es unterstützt Gläubige weltweit, die verfolgt und unterdrückt werden. Der Niederländer van Straaten hatte es 1947 gegründet und bis zu seinem Tod 2003 geleitet. Der Hauptsitz liegt im hessischen Königstein im Taunus. Ein weiterer Sitz ist in München.

Quelle: domradio.de

Father John Gbakaan, entführt und getötet

† Fater John Gbakaan, Pfarrer

In Nordnigeria gehören Entführungen zur Tagesordnung. Priester leben dabei besonders gefährlich. Pfarrer John Gbakaan wurde am 15. Januar getötet.

(Abuja) Father John Gbakaan, Pfarrer an der Antoniuskirche von Gulu in der nigerianischen Diözese Minna, wurde am 15. Januar auf der Straße von Lambata nach Lapai getötet.

Die Bestätigung erfolgte am 17. Januar durch den Pfarrer von Sankt Theresia in Madala, Father John Jatau. Er berichtete, daß sich Father Gbakaan am 14. Januar zusammen mit seinem Bruder und einem anderen Priester nach Makurdi im Staat Benue begab, um seine Mutter zu besuchen.

Am 15. Januar befanden sich Father Gbakaan und sein Bruder auf dem Rückweg, als sie auf der Straße von Lambata nach Lapai von bewaffneten Männern überfallen wurden. Der Überfall ereignete sich in der Nähe von Tufa. Am 16. Januar wurde an die Diözese Minna eine Lösegeldforderung in der Höhe von 30 Millionen Naira gestellt. Das entspricht rund 65.000 Euro.

Währenddessen wurde aber die Leiche des Priesters gefunden. Sein lebloser Körper war unweit des Entführungsortes an einen Baum gebunden worden. Nach ersten Informationen wurde er mit Messerstichen getötet und dabei sein Gesicht auf grausame Weise entstellt, offenbar um seine Identifizierung zu erschweren.

Auch das Auto des Priesters, mit dem er unterwegs war, konnte inmitten der Vegetation sichergestellt werden. Vom Bruder des Priesters fehlt noch jede Spur. Die Polizei geht davon aus, daß er sich noch in der Hand der Entführer befindet. Allerdings wird nicht ausgeschlossen, daß auch er bereits tot sein könnte.

Die Christian Association of Nigeria (CNA), ein Dachverband christlicher Denominationen, der auch die katholische Kirche angehört, forderte unterdessen die nigerianische Regierung auf, den Entführungen und Ermordungen von christlichen Religionsvertretern ein Ende zu setzen. Die Unsicherheit im Norden des Landes habe ein „alarmierendes Ausmaß“ erreicht, so John Hayab, er stellvertretende CNA-Vorsitzende der Nordregion. „Heute leben im Norden viele Menschen in großer Angst und viele Junge haben Angst, in die Priesterseminare einzutreten, weil sie als Priester um ihr Leben fürchten müssen“. Die Priester werden von islamischen Terroristen, aber auch von gemeinen Verbrechern bedroht. Entführungen und Lösegeldforderungen, so Haya, „sind ein großes Übel in unserer Gegend“. Wenn Entführer aber erkennen, daß ihr Opfer ein Priester oder ein protestantischer Pastor ist, „scheint ein unglaublicher Haß Besitz von ihrem Herzen zu ergreifen“, sodaß sie „ihr Opfer umbringen“.

Quelle: katholisches.info G. Nardi Bild: pmnewsnigeria (Screenshot)

„Synodaler Weg ins Irrenhaus“

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Der deutsche Synodale Weg veranstaltete am 4./5. Februar eine zweitägige Online-Konferenz mit 229 vorselektierten Teilnehmern.

Unter den verrücktesten Aussagen war jene von Regina Nagel vom Bundesverband der Gemeindereferentinnen, die anfragte: „Was tun Sie dafür, dass der Priesterberuf attraktiv wird für Frauen?“

Weihbischof Matthäus Karrer von Rottenburg Stuttgart gab von sich: „Brüche in Lehre und Tradition werden nicht zu vermeiden sein, wenn Macht in der Kirche kontrolliert, geteilt und gerecht verteilt wird.“

Die meisten Mitglieder wollen [ungültig geweihte] Frauenpriester.

Bischof Georg Bätzing von Limburg, der Vorsitzende der deutschen Bischöfe, kündigte nach der Scherzveranstaltung an, dass man beim nächsten Treffen, das wohl auch nur online stattfinden wird, zu „Entscheidungen“ kommen werde.

Quelle: gloria.tv NEWS