
Christenverfolgung in Nigeria: Fast 100 Kinder entführt und Geiseln ermordet
Die Gewalt im Norden Nigerias hielt auch in der vergangenen Woche an; islamisch motivierte Übergriffe auf Christen sind in Nigeria keine Seltenheit. Zu den Opfern von zwei Massenentführungen zählten auch Kleinkinder. Bei einem anderen Vorfall wurden sieben Entführte nach einem gescheiterten Fluchtversuch enthauptet.
Insgesamt fast 100 Kinder und Lehrer entführt
Am 15. Mai kam es zu zwei Überfällen, bei denen bewaffnete Männer auf Motorrädern Kinder und Lehrer entführten. Einer der Überfälle ereignete sich in Mussa/Bundesstaat Borno. Dort wurden laut der britischen BBC rund 50 Kinder aus drei Schulen mit angeschlossenen Kindertagesstätten verschleppt, die meisten davon im Alter zwischen 2 und 5 Jahren.
Im Bundesstaat Oyo griffen bewaffnete fanatische Muslime mehrere Schulen an. Dabei töteten sie einen Lehrer und entführten eine Schulleiterin sowie eine unbekannte Anzahl von Schülern – insgesamt zwischen 40 und 45 Personen.
Die Schulen befinden sich in mehrheitlich christlichen Ortschaften.
Entführte nach Fluchtversuch getötet
Bei einem weiteren Vorfall ermordeten Mitglieder einer Splittergruppe der radikal-islamischen Boko Haram am 12. Mai mindestens sieben Gefangene. Diese hatten versucht, aus einem Lager in den Bergen des Bundesstaates Borno zu fliehen, in dem sie festgehalten wurden. Laut einem Gemeindeleiter aus Gwoza waren alle Opfer Christen.
Berichten zufolge wurden die Opfer vor den Augen anderer Gefangener – überwiegend Frauen und Kinder – enthauptet, um Angst unter ihnen zu schüren. Sahara-Reporters gibt an, dass die Gruppe über 400 Entführte festhält, die unter sich verschlechternden Bedingungen in abgelegenen Berglagern ausharren müssen.
Viele Gefangene sind in den letzten Monaten laut Medienberichten an den Folgen von Hunger, körperlicher Misshandlung, Zwangsarbeit, mangelnder medizinischer Versorgung und psychischem Druck gestorben.
Christen in vieler Hinsicht unter Druck
Anhaltende Angriffe und Entführungen von Christen verursachen immense Angst. „Diese Angriffe stören nicht nur die kirchlichen Aktivitäten, sondern das gesamte Leben der Christen, die in Angst leben. Sie können nicht in die Kirche gehen, sie können ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Das Leben kommt zum Stillstand“, sagt ein hochrangiger Kirchenleiter im Norden Nigerias.
Zudem üben die für Kinder und Lehrer geforderten Lösegeldzahlungen finanziellen Druck auf die Kirche und ihre Mitglieder aus; in der Vergangenheit haben Familien alles verkauft, nur um das Lösegeld zu bezahlen.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Nigeria an 7. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
