
Liebe Gläubige,
am letzten Donnerstag veröffentlichte der Vatikan das Dekret mit der Verurteilung der Priesterbruderschaft St. Pius X. – Es ist verständlich, dass die Erklärung, wir seien exkommuniziert, Fragen und Verunsicherung auslöst. Gerade jemand, der mit ganzem Herzen an der Kirche und am Papsttum hängt, ist dadurch tief betroffen. Das harte Vorgehen des Papstes und seiner Kurie braucht daher eine Klarstellung: Wir sind und bleiben römisch-katholisch. Daran ändert kein Dekret etwas.
1. Wir haben kein Schisma begangen!
Ein Schisma besteht nach Thomas von Aquin darin, den Papst oder die Gemeinschaft mit den Gläubigen abzulehnen. Das ist bei uns nicht der Fall! Ein Schisma setzt den Willen zur Spaltung voraus. Diesen Willen haben wir nicht.
2. Die behauptete Exkommunikation ist ungerecht und ungültig.
Das Kirchenrecht zeigt, dass die Exkommunikation der Bischöfe gar nicht eingetreten ist:
- Wer aus einer Notlage heraus handelt, wird nicht bestraft. (Can. 1323, 4°) – Die Bischofsweihen geschahen aus einer Notlage, allein zum Heil der Seelen!
- Selbst wenn es keine Notlage gäbe und wir irrtümlicherweise eine Notlage annehmen würden, dürfte keine Exkommunikation folgen. (Can. 1324 §3)
- Die Gläubigen sind nicht exkommuniziert. Eine „Erklärende Note“ kann keine Strafen verhängen!
- Die Exkommunikation ist somit kirchenrechtlich null und nichtig . Niemand von uns ist exkommuniziert!
3. Sie können bei uns weiterhin gültig beichten!
Die durch Papst Franziskus uns verliehene allgemeine Beichterlaubnis wurde nicht wirksam widerrufen. Und selbst wenn, bestünde die gleiche Situation wie vor 2015 : Die Kirche ersetzt im Einzelfall die fehlende Jurisdiktion, so dass die Beichten gültig sind.
4. Standhaftigkeit ist unser Weg, nicht Verbitterung
Diese ungerechte Behandlung schmerzt uns sehr. Aber unser Leiden ist nicht fruchtlos: Wir opfern es auf für den Papst, für die Bischöfe und für die ganze Kirche.
Wir werden nicht in Verbitterung oder Rebellion verfallen. Gerade dadurch unterscheiden wir uns von den tatsächlichen Schismatikern!
Schauen Sie auf die Früchte: Tausende von Seelen finden durch unser Apostolat den Glauben und die Sakramente wieder. Eine Gemeinschaft, die solche Früchte trägt, steht nicht außerhalb der Kirche.
Bleiben Sie standhaft. Bleiben Sie im Gebet. Der heilige Athanasius wurde einst auch verbannt – die Wahrheit jedoch nicht. Sie wird auch heute standhalten.
P. Stefan Pfluger
Stuttgart, 5. Juli 2026
Quelle: FSSPX DISTRIKT DEUTSCHLAND
