
Eine neue Studie zeigt das dramatische Sterben kontemplativer Klöster in Frankreich in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Soziologin Isabelle Jonveaux stellte die Ergebnisse ihrer Forschungen in dieser Woche im französischen Magazin La Vie vor: „In den letzten 20 Jahren wurde fast ein Drittel der Klöster (rund 30 Prozent) geschlossen.“
„Frauenklöster sind überproportional stark betroffen“, fuhr Jonveaux fort. „32 Prozent von ihnen wurden geschlossen, verglichen mit 21 Prozent der Männerklöster. Dabei ist zu beachten, dass es in den vergangenen Jahrhunderten weitaus mehr Frauenklöster gab (die Datenbank von 2007 verzeichnete 249 Frauenklöster gegenüber 56 Männerklöstern).“
„Besonders hart getroffen sind die Karmelitinnenklöster mit einer Schließungsquote von 40 Prozent innerhalb von 20 Jahren (34 von 85 Klöstern wurden geschlossen)“, erklärte die Soziologin. „Ähnliche Quoten zeigen sich bei den Klarissen (rund 40 Prozent Schließungen) und den Visitantinnen (30 Prozent). Auch bei den Trappistinnen ist die Quote hoch (36,4 Prozent). Weniger stark betroffen sind hingegen die Dominikanerinnen (8 Prozent) und die Benediktiner (Männer und Frauen zusammen: 18 Prozent).“
Zudem konnte Jonveaux feststellen: „Von den Klöstern, in denen das Stundengebet 2007 auf Französisch abgehalten wurde, sind seither 34 Prozent geschlossen worden. Dieser Anteil sinkt auf 19 Prozent bei jenen, die sowohl Französisch als auch Latein verwendeten, und auf 0 Prozent bei jenen, die ausschließlich Latein nutzten. Dies zeigt, dass Gemeinschaften, die eine bestimmte Tradition pflegen, heute ein spezifisches Publikum ansprechen.“
Gefragt, ob es eine Beschleunigung des Klostersterbens kontemplativer Gemeinschaften in Frankreich gebe, antwortete Jonveaux, dass dies seit einigen Jahren tatsächlich feststellbar ist. „Bis 2015 gab es im Allgemeinen weniger als vier Schließungen pro Jahr“, sagte sie. „Heute liegt der Durchschnitt bei etwa zehn pro Jahr. Frankreich nimmt eine gewisse Sonderstellung ein, da es über eine riesige Anzahl von Klöstern verfügte – vergleichbar mit Italien –, sodass nun ein erhebliches Überangebot im Verhältnis zur Zahl der Interessenten besteht.
Quelle: catholicnewsagency
