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Pater Pagliarani über die Amazonien-Synode

Pater Davide Pagliarani, Generaloberer der FSSPX

Kommuniqué von Pater Pagliarani über die Amazonien-Synode

Menzingen, den 28. Oktober 2019

am Fest der hl. Apostel Simon et Judas

Liebe Mitglieder der Bruderschaft,

die jüngste Synode über Amazonien war der Schauplatz abscheulicher Veranstaltungen, bei der der Gräuel götzendienerischer Riten auf nie dagewesene und undenkbare Weise in das Heiligtum Gottes eingedrungen ist. Das Schlussdokument dieser tumultartigen Versammlung seinerseits greift die Heiligkeit des katholischen Priestertums an, indem es auf die Abschaffung des kirchlichen Zölibats und auf den weiblichen Diakonat drängt. Wahrlich, die Keime des Glaubensabfalls, die unser ehrwürdiger Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre, sehr früh als im Konzil am Werk identifiziert hatte, tragen weiterhin alle ihre Früchte, und das mit erneuerter Wirkkraft.

Im Namen der Inkulturation werden heidnische Elemente zunehmend in den Gottesdienst eingebaut, und wir stellen einmal mehr fest, wie sehr sich die Liturgie des Zweiten Vatikanums dafür eignet.

Angesichts dieser Umstände rufen wir alle Mitglieder der Bruderschaft und ihres Dritten Ordens zu einem Tag des Gebets und der sühnenden Buße auf, denn wir können nicht gleichgültig bleiben gegenüber solchen Angriffen auf die Heiligkeit der Kirche, unserer Mutter. Wir ordnen an, dass am Samstag 9. November in allen unseren Häusern ein Fasten einzuhalten ist. Wir laden alle Gläubigen ein, sich diesem anzuschließen, und wir ermutigen auch die Kinder, zu beten und Opfer zu bringen.

Am Sonntag, dem 10. November 2019, soll jeder Priester der Bruderschaft eine Sühnemesse feiern, und in jeder Kapelle soll die Allerheiligenlitanei, wie sie für die Bittgänge vorgesehen ist, mit oder ohne Gesang gebetet werden. Auf diese Weise wollen wir Gott bitten, Er möge seine Kirche beschützen und ihr die Strafen ersparen, die solche Taten unweigerlich nach sich ziehen. Wir ersuchen inständig alle Priesterfreunde sowie alle Katholiken, die die Kirche lieben, dasselbe zu tun.

Es geht um die Ehre der von unserem Herrn Jesus Christus gegründeten römischen Kirche, die kein abgöttischer und pantheistischer Rummelplatz ist.

Don Davide Pagliarani

Generaloberer

Quelle: fsspx.de Bild: fsspx.de (Screenshot)

Aus Psalm 131

Hier zum Nachhören

Herr, mein Herz ist nicht stolz,
nicht hochmütig blicken meine Augen.
Ich gehe nicht um mit Dingen,
die mir zu wunderbar und zu hoch sind.

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still;
wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.
Israel, harre auf den Herrn
von nun an bis in Ewigkeit!

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Gefeiert am 5. November

Hl. Elisabeth und Hl. Zacharias

Eltern von Johannes dem Täufer

Hl. Elisabeth – Mutter von Johannes dem Täufer

lebte in Ein Kerem in Israel
† Anfang des 1. Jahrhunderts

Elisabeth stammte aus dem Priestergeschlecht Aarons. Sie war verwandt mit Maria, der Mutter Jesu, und verheiratet mit dem Priester Zacharias, aber diese Ehe war kinderlos geblieben; dies galt als Zeichen, dass Gott sich von einem Menschen abgewandt hatte. Doch dann erschien der Erzengel Gabriel ihrem Mann und prophezeite ihm einen Sohn (Lukasevangelium 1, 5 – 20). Die Geburt dieses Sohnes erlebte Elisabeth wie ein Wunder ähnlich jenem, das Sara, der Frau Abrahams, mehr als tausend Jahre zuvor widerfuhr, als sie in hohem Alter noch einen Sohn gebar. So wurde sie die Mutter von Johannes dem Täufer, der in seiner Bußpredigt auf das Kommen des Messias hingewiesen hat.

Sechs Monate später kam der Engel auch zu Maria, um ihr die Empfängnis von Jesus zu verkünden. Während der Schwangerschaft trafen sich die beiden Frauen, Elisabeth grüßte Maria mit den Worten: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes und nannte sie die Mutter meines Herrn (Lukasevangelium 1, 42 – 43) – dieser Begegnung wird gedacht am Festtag Visitatio – Heimsuchung Mariä. Maria blieb drei Monate bis zur Geburt des Johannes.

Hl. Zacharias – Priester, Vater, Märtyrer

† um 10 in Jerusalem in Israel

Zacharias und seine Frau Elisabeth lebten wohl in Ein Kerem bei Jerusalem. Er war Priester am Tempel in Jerusalem, seine Ehe war kinderlos geblieben. Im hohen Alter erschien ihm eines Tages, als er gerade im Tempel das Opfer darbrachte, der Erzengel Gabriel und verhieß ihm die Geburt eines Sohnes, des neuen Elija. Weil Zacharias mit ungläubigem Erstaunen reagierte und ein Zeichen forderte, wurde er bis zur Geburt mit Stummheit geschlagen (Lukasevangelium, 1, 5 – 25). Nach der Geburt gab er gemäß der Weisung des Engels dem Kind den Namen Johannes – der spätere Täufer – und betete, erfüllt vom Heiligen Geist, den Lobgesang (Lukasevangelium, 1, 68 – 79), in dem er das Kommen des ersehnten Erlösers ansagte.

Eine Überlieferung des 3. Jahrhunderts – inspiriert möglicherweise durch Lukasevangelium 11, 51 – berichtet, Zacharias sei im Tempel in Jerusalem ermordet worden.

Der Gedenktag der Ostkirche ist der Tag der Auffindung der Reliquien, die 415 nach Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul – kamen. Sein Kopf befindet sich in der Basilika S. Giovanni in Laterano in Rom.

 

Hl. Imre (Emmerich, Heinrich) von Ungarn – Prinz von Ungarn

* 1007 in Stuhlweißenburg, dem heutigen Székesfehérvár in Ungarn
† 2. September 1031 in Ungarn

Imre war der Sohn des ungarischen Königs Stephan I., er wurde in asketisch-strengem Geist von Gerhard, dem Bischof von Csanád, erzogen. Sein frommer und tugendhafter Lebenswandel wurde schon früh gerühmt. Sein Vater wollte ihn zum Mitregenten erheben, doch kurz vor seiner Krönung fand Imre durch einen Jagdunfall den Tod.

Imre wurde in der Zisterzienserkirche in Stuhlweißenburg bestattet, an seinem Grab gab es wundersame Bekehrungen und Heilungen. Am 5. November 1083 wurden seine Gebeine erhoben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

05.11.2019

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner und Kirchenlehrer

Wenn du also irgendwelche Tugenden besitzt oder gute Werke getan hast, ja, weil du solche Tugenden hast: fahre fort damit, mach Fortschritte darin, kämpfe darin bis zum Tode beherzt den Kampf Christi, damit dir, wenn der letzte Tag, das Ende deines Lebens, gekommen ist, als Preis und Lohn deiner Mühen die Krone der Ehre und Herrlichkeit gegeben wird. Daher spricht Jesus Christus im Buch der Apokalypse zu dir: „Sei getreu bis in den Tod, dann will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offb 2,10). Diese Krone ist nichts anderes als der Lohn des ewigen Lebens. Nach ihr muss die ganze Christenheit vor Sehnsucht glühen. Steh auf, Freundin Gottes, Braut Jesu Christi, Taube des ewigen Königs, komm, eile zur Hochzeit des Sohnes Gottes (vgl. Offb 19,9), denn der ganze himmlische Hofstaat erwartet dich, und alles ist bereitet (Mt 22,4). Bereit steht erlesene, edle Dienerschaft, dir aufzuwarten, kostbare und wohlschmeckende Speise, dich zu erquicken, die liebenswerte Gesellschaft von Freunden, sich mit dir zu freuen. Steh also auf und eile im Laufschritt zur Hochzeit, denn dort steht erlesene Dienerschaft zu deinem Dienst bereit: Jene Dienerschaft ist nichts anderes als die Gemeinschaft der Engel, ja sogar der Sohn des ewigen Gottes in eigener Person, wie er über sich im Evangelium bezeugt: „Amen, ich sage euch, er wird sich gürten, sie zu Tisch liegen lassen, umhergehen und sie bedienen“ (Lk 12,37). Welch eine große Ehre für die Armen und Verachteten, wenn sie als Diener den Sohn Gottes, des höchsten Königs, haben, und die ganze Heerschar des himmlischen Reiches! Bereit steht erlesene und wohlschmeckende Speise, dich zu erquicken. Der Sohn Gottes bereitet mit eigenen Händen den Tisch, wie er selbst von sich bezeugt: „Ich übergebe euch das Reich, wie mein Vater es mir übergeben hat, ihr sollt in meinem Reich an meinem Tisch essen und trinken“ (Lk 22,29f.). Wie süß und wohlschmeckend ist diese Speise, die Gott in seiner Güte dem Armen bereitet hat (Ps 68,11). Wie selig ist jener, der im Himmelreich jenes Brot essen wird, das im Schoß der Jungfrau durch das Feuer des Hl. Geistes bereitet wurde. „Wenn jemand von diesem Brote isst, wird er in Ewigkeit leben“ (Joh 6,52). Mit dieser Speise, diesem Brot, nährt und erquickt jener himmlische König seine Erwählten an seinem Tisch, wie es im Buch der Weisheit heißt: „Mit der Speise der Engel hast du dein Volk genährt…“ (Weish 16,20).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 05.11.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 14,15-24

Hier zum Nachhören

In jener Zeit sagte einer der Gäste, der zusammen mit Jesus eingeladen worden war, zu ihm: Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf. Jesus sagte zu ihm: Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein. Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit!
Aber einer nach dem anderen ließ sich entschuldigen. Der erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich!
Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich! Wieder ein anderer sagte: Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen. Der Diener kehrte zurück und berichtete alles seinem Herrn. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen herbei. Bald darauf meldete der Diener: Herr, dein Auftrag ist ausgeführt; aber es ist immer noch Platz. Da sagte der Herr zu dem Diener: Dann geh auf die Landstraßen und vor die Stadt hinaus und nötige die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird. Das aber sage ich euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 4. November

Hl. Karl Borromäus – Erzbischof von Mailand und Kardinal

* 2. Oktober 1538 in Arona am Lago Maggiore in Italien
† 3. November 1584 in Mailand in Italien

Karl Borromäus, nach dem hl. Ambrosius der zweite große Bischof von Mailand, ist eine bedeutende Gestalt der Gegenreformation im 16. Jahrhundert. Als Sohn des Grafen Gilberto Borromeo und der Patrizierin Margherita Medici wurde er 1538 in der Burg Arona am Lago Maggiore geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Pavia wurde er Sekretär seines Onkels, des Papstes Pius IV. Medici. 1560 wurde er Kardinaldiakon und Administrator des Erzbistums Mailand. Die Priester- und die Bischofsweihe empfing er 1563. Er war ein Mann der unermüdlichen Arbeit und des Gebets, der sich vom Glanz seiner Karriere nicht blenden ließ. Seine Briefe füllen hundert Bände der Ambrosianischen Bibliothek. Der Abschluss des Konzils von Trient war zum guten Teil sein Verdienst. Von 1566 an ging er daran, in seiner Diözese die Konzilsbeschlüsse durchzuführen. Durch Synoden, Visitationen und Gründung von Seminaren reformierte er den Klerus und die Seelsorge; er stellte Missbräuche ab, sorgte für die Armen und Kranken, besonders im Pestjahr 1576. Im Oktober 1584 hielt er in Monte Varallo seine jährlichen Einkehrtage. Als er nach Mailand zurückkehrte, stellten die Ärzte fest, dass seine Kräfte völlig verbraucht waren. Er starb mit 46 Jahren am 3. November 1584.

Das Hirtenamt

Auf Wunsch des jungen Kardinals Borromeo schrieb der Erzbischof von Braga (in Portugal) ein Büchlein über die Pflichten des Bischofs. Darin steht: „Du beklagst dich, das Hirtenamt sei ein Hindernis deiner Frömmigkeit? Es ist in Wirklichkeit nichts anderes als die ständige Übung der höchsten Tugenden: der Liebe, der Gerechtigkeit und des Erbarmens.“ – Das ließ sich Karl Borromeo gesagt sein.

 

Hl. Franziska von Amboise – Priorin in Vannes

* 9. Mai 1427 in Rieux in Frankreich
† 4. November 1485 in Les Couëts, heute Stadtteil von Nantes in Frankreich

Franziska war 1463 die erste Gründerin eines Karmelitinnenklosters in Frankreich. Nach dem Tod ihres Mannes trat sie 1467 selbst in dieses Kloster in Vannes ein und wurde später dort Priorin. Dann wurde das Kloster nach Les Couëts – heute ein Stadtteil von Nantes – verlegt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

04.11.2019

Hl. Gregor von Nazianz (330-390) Bischof und Kirchenlehrer

Bewegt von der großen Not des Menschen, gab Gott ihm das Gesetz und die Propheten, nachdem er ihm das ungeschriebene Naturrecht (vgl. Röm 2,14f.) gegeben hatte…; schließlich gab er sich selbst für das Leben der Welt dahin. Er hat uns großzügig beschenkt mit Aposteln, Evangelisten, Lehrern, Hirten, Heilungen und Wundern. Er hat uns wieder lebendig gemacht, den Tod vernichtet, über den triumphiert, der uns besiegt hatte, uns den wahren Bund, die Gaben des Heiligen Geistes, das Mysterium des neuen Heils geschenkt. Gott überschüttet uns mit geistlichen Gütern, wenn wir sie nur annehmen wollen. Zögere also nicht, denen zu Hilfe zu kommen, die Hilfe brauchen. Vor allem gib dem, der dich bittet, ja noch bevor er dich bittet, und spende unermüdlich geistliche Lehre. Hast du diese Gaben nicht, dann biete ihm wenigstens bescheidenere Dienste an: Gib ihm zu essen, biete ihm alte Kleidung an, versorge ihn mit Arzneien, verbinde seine Wunden, frage ihn nach seinem Missgeschick, lehre ihn Geduld. Nähere dich ihm ohne Angst. Fürchte nicht, dass du dir dadurch schaden oder dass du dich anstecken könntest. Stütze dich auf den Glauben; die Nächstenliebe triumphiere über deine Scheu…. Achte deine Brüder nicht gering, bleib nicht taub für ihre Rufe, geh ihnen nicht aus dem Weg. Ihr seid Glieder desselben Leibes (1 Kor 12,12f.), auch wenn er durch Unglück zerbrochen ist. Ebenso wie Gott ist auch dir der Arme anvertraut.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 04.11.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 14,12-14

Hier zum Nachhören

In jener Zeit sprach Jesus zu einem der führenden Pharisäer, der ihn zum Essen eingeladen hatte: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 3. November

Hl. Martin von Porres – Ordensmann

* 9. Dezember 1569 in Lima in Peru
† 3. November 1639 in Lima in Peru

Martins Vater Juan von Porres war ein nach Lima ausgewanderter spanischer Ritter, seine Mutter eine Einheimische, Tochter afrikanischer Sklaven; ihr verdankte er seine religiöse Erziehung. Martin absolvierte eine heilkundliche Ausbildung, durch seine medizinischen Fähigkeiten und seine liebenswürdige und einfühlsame Art mit Menschen umzugehen, war seine Praxis viel besucht. Bald wurden ihm sogar wundersame Heilungen nachgesagt.

1594 bat Martin um die Aufnahme als Laienbruder in den Dominikanerkonvent von Lima. Er wusste, dass ihm als Mulatten verwehrt war, Priester zu werden. Mulatten kamen in der sozialen Rangordnung nach den Weißen, den Indios und den Schwarzen. Erst neun Jahre später gewährte man ihm die Aufnahme. Er widmete sich hingebungsvoll dem Dienst der Krankenpflege. Nach und nach verwandelte sich das Kloster in ein Krankenhaus, bei dem es im Unterschied zu den anderen Krankenhäusern keine Trennung nach Hautfarben gab. Als der Platz im Kloster nicht mehr ausreichte, wandelte Martin auch das Haus seiner Schwester zum Krankenhaus um. Er selbst lebte asketisch, schlief kaum. Die Bevölkerung verehrte ihn, viele sahen in ihm schon zu Lebzeiten einen Heiligen. Er starb an den Folgen einer Typhuserkrankung.

 

Hl. Hubert – Bischof von Maastricht und Lüttich

* 655 in Toulouse in Frankreich
† 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich in Belgien

Über Herkunft und Werdegang Huberts wissen wir nichts. Die Hubert­uslegende stammt erst aus dem 11. Jahrhundert und ist nicht historisch. Sicher ist, dass Hubert um 705 Bischof von Maastricht wurde. Später übertrug er die Reliquien des hl. Lambert von Maastricht nach Lüttich und verlegte auch seinen Bischofssitz dorthin. Er missionierte in Südbrabant und in den Ardennen, damals noch ein großes Waldgebiet, wohin das Christentum kaum vorgedrungen war. Hubert starb am 30. Mai 727 in der Nähe von Brüssel. Am 3. November 743 wurde sein Leib in der Kathedrale von Lüttich feierlich erhoben; 825 wurde er nach St. Hubert (früher Andagium) in den Ardennen übertragen. – Nach der Legende erschien dem damals noch nicht heiligen Hubert, als er an einem Karfreitag jagte, ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen den Geweihen. Hubert gilt als Patron der Jäger, Schützen, Kürschner … .

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

03.11.2019

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) Papst

„Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden“

Mir scheint, dass das, was sich zwischen Jesus und dem „obersten Zollpächter“ von Jericho abspielt, in verschiedener Hinsicht einer Feier des Sakramentes der Versöhnung gleicht. […] Jede Begegnung mit einem Gläubigen, der bei uns beichten möchte […] kann durch die überraschende Gnade Gottes immer jene „Stelle“ beim Maulbeerfeigenbaum sein, an der Christus zu Zachäus hinaufschaute. Wie tief die Blicke Christi in das Herz des Zöllners von Jericho eingedrungen sind, können wir unmöglich ermessen. Wir wissen jedoch, dass es dieselben Blicke sind, die sich auf jeden unserer Pönitenten richten. Wir sind im Bußsakrament Werkzeuge einer übernatürlichen Begegnung mit ihren eigenen Gesetzen, die wir nur respektieren und unterstützen dürfen. Für Zachäus musste es eine überwältigende Erfahrung sein, sich bei seinem Namen gerufen zu hören. Sein Name wurde bei Landsleuten mit Geringschätzung bedacht. Nun hörte er ihn mit einem Hauch von Zärtlichkeit aussprechen, die nicht nur Vertrauen, sondern Vertraulichkeit und fast das Drängen auf Freundschaft ausdrückte. Ja, Jesus spricht zu Zachäus wie ein alter, vielleicht in Vergessenheit geratener Freund, der aber nicht von seiner Treue abgelassen hat und daher mit deutlich spürbarer Zuneigung in das Leben und in das Haus des wiedergefundenen Freundes eintritt: „Komm schnell herunter, denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein“ (Lk 19,5). In der Erzählung des Lukas berührt uns der Tonfall der Rede: Alles ist auf die Person abgestimmt, so feinfühlig, so liebevoll! Es handelt sich nicht nur um ergreifende Züge von Menschlichkeit. In diesem Text liegt eine innige Dringlichkeit, die Jesus als endgültiger Offenbarer der Barmherzigkeit Gottes zum Ausdruck bringt.

Quelle: „Con animo“ an alle Priester der Kirche,17. März 2002, 4–6 © Libreria Editrice Vaticana