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23.10.2019

Hl. Johannes Chrysostomus (345-407) Bischof von Konstantinopel und Kirchenlehre

„Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet“ (Mt 24,44) Darum befiehlt Jesus seinen Jüngern zu wachen und stets bereit zu sein, deshalb sagt er, wenn ihr es nicht erwartet, wird er kommen, weil er will, dass sie allezeit kampfbereit und um Tugend bemüht seien. Er will sagen: Wüssten die Leute, wann sie sterben müssen, dann würden sie sicher zu jener Stunde Eifer zeigen. Damit sie nun nicht bloß an jenem Tag eifrig wären, sondern jederzeit, so offenbart er ihnen weder im allgemeinen noch im besonderen den Tag, weil er will, dass sie denselben immer erwarten. Ebendarum hat er auch das Lebensende eines jeden einzelnen im Dunkel gelassen. Deshalb verlangt der Herr von den Knechten zwei Dinge: Klugheit und Treue. Die Sünde hat nämlich ihre Quelle in der Einsichtslosigkeit. Treu heißt er ihn, weil er vom Eigentum des Herrn nichts veruntreut oder zweck und planlos verwendet hatte, und klug, weil er die anvertrauten Güter in gebührender Weise zu verwalten wusste. Beides ist ja auch notwendig. Siehst du, welche Folgen es hatte, dass jener Tag unbekannt blieb? „Der Herr lässt sich Zeit“, sagt der Knecht; dem möchte ich entgegnen: Nicht weil der Tag unbekannt war, handelte der Knecht so, sondern weil er selbst nichtsnutzig war. Warum kam denn der kluge und getreue Knecht nicht auf solche Gedanken? Wie, Elender, wenn der Herr auch säumt, erwartest du überhaupt, dass er kommt? Weshalb kümmerst du dich dann nicht darum? Wir lernen also daraus, dass der Herr auch nicht säumt. Der böse Knecht meinte es bloß so, aber der Herr hatte dies nicht gesagt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 23.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,39-48

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht.
Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen?
Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen. Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Aus Psalm 40

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An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag‘ ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Alle, die dich suchen, frohlocken;
sie mögen sich freuen in dir.
Die dein Heil lieben, sollen immer sagen:
Groß ist Gott, der Herr.

22.10.2019

Hl. Vinzenz von Paul (1581-1660)

Bedenkt, liebe Töchter, die Treue, die ihr Gott schuldet. Eure Berufung besteht darin, dass ihr euch oft die Gegenwart Gottes bewusst macht. Damit euch das einfacher gelingt, bedient euch der Hinweise, die das Schlagen der Uhr euch geben wird, um dann irgendeinen Akt der Anbetung zu verrichten. Ein solcher Akt könnte dann darin bestehen, in eurem Innersten etwa folgende Worte zu sagen: „Mein Gott, ich bete Dich an“, oder auch „Mein Gott, Du bist mein Gott“, „Mein Gott, ich liebe Dich aus ganzem Herzen“; „Ich wünschte, dass alle Welt, Dich, o mein Gott, erkennen und ehren würde, dass sie die Ablehnung, die Du freiwillig auf Erden erduldest hast, hochzuschätzen wüsste“. Zu Beginn jedes dieser (Gebets-)Akte könntet ihr die Augen schließen, um euch vorher kurz zu sammeln.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 22.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,35-38

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 21. Oktober

Sel. Karl I. Kaiser von Österreich, König von Ungarn

* 17. August 1887 in Persenbeug in Österreich
† 1. April 1922 in Quinta do Monte bei Funchal auf Madeira in Portugal

Karl aus dem Hause Österreich wurde am 17. August 1887 auf Schloss Persenbeug in Niederösterreich geboren. Seine Eltern waren Erzherzog Otto und Prinzessin Maria Josepha von Sachsen, Tochter des letzten Königs von Sachsen. Kaiser Franz Joseph I. war Karls Großonkel. Karl wurde bewusst katholisch erzogen und von Kindheit an durch eine Gruppe von Menschen im Gebet begleitet, da eine stigmatisierte Klosterfrau große Leiden und Angriffe gegen ihn prophezeit hatte. Daraus entstand nach dem Tod Karls die Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Frieden der Völker – seit 1963 als Gebets-Gemeinschaft kirchlich anerkannt. Schon früh wuchs in Karl eine große Liebe zur heiligsten Eucharistie und zum Herzen Jesu. Alle wichtigen Entscheidungen suchte er im Gebet.

Am 21. Oktober 1911 heiratete er Prinzessin Zita von Bourbon‑Parma. In den gut zehn Jahren ihrer glücklichen und vorbildhaften Ehe wurden dem Paar acht Kinder geschenkt. Noch auf seinem Sterbebett sagte Karl zu Zita: »Ich liebe Dich unendlich!« Am 28. Juni 1914 wurde Karl infolge der Ermordung des Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinand durch einen Attentäter zum Thronfolger Österreich‑Ungarns. Mitten im Ersten Weltkrieg machte der Tod Kaiser Franz Josephs Karl am 21. November 1916 zum Kaiser von Österreich. Am 30. Dezember 1916 wurde er zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt. Auch diese Aufgabe sah Karl als Weg der Nachfolge Christi: In der Liebe zu seinen Völkern, in der Sorge um sie und in der Hingabe des Lebens für sie. Die heiligste Pflicht eines Königs – für den Frieden zu sorgen – stellte Karl in den Mittelpunkt seiner Bemühungen während des furchtbaren Krieges. Als einziger aller Verantwortlichen unterstützte er die Friedensbemühungen Papst Benedikts XV. Im Inneren bot er in schwierigster Zeit die Hand zu einer umfangreichen und beispielgebenden Sozialgesetzgebung im Sinne der christlichen Soziallehre. Seine Haltung ermöglichte einen Übergang in die Nachkriegsordnung ohne Bürgerkrieg. Dennoch wurde er aus seiner Heimat verbannt. Auf Wunsch des Papstes, der eine kommunistische Herrschaft in Mitteleuropa befürchtete, versuchte Karl, seine Regierungsverantwortung in Ungarn wieder herzustellen. Zwei Versuche scheiterten, da er unbedingt einen Bürgerkrieg vermeiden wollte.

Karl wurde nach Madeira ins Exil geschickt. Da er seine Aufgabe als einen Auftrag Gottes sah, konnte er sein Amt nicht zurücklegen.

Er lebte mit seiner Familie verarmt in einem feuchten Haus. Dort zog sich Karl eine tödliche Erkrankung zu, die er als Opfer für Frieden und Einheit seiner Völker annahm. Karl ertrug sein Leid ohne Klagen, verzieh allen, die an ihm schuldig geworden waren, und starb am 1. April 1922 mit dem Blick auf das Allerheiligste. Motto seines Lebens war, wie er noch am Sterbebett sagte: »Mein ganzes Bestreben ist immer, in allen Dingen den Willen Gottes möglichst klar zu erkennen und zu befolgen, und zwar auf das Vollkommenste«.

 

Hl. Himana von Looz

Himana von Looz, eine Halbschwester des Kölner  Erzbischofs Konrad von Hochstaden, war seit etwa 1239 Äbtissin im  Zisterzienserinnen-Kloster Salzinnes. 1254/67 nahm sie die verfolgte  Juliana von Lüttich in ihrem Kloster auf. 1256 wurde Himana selbst  vertrieben und fand mit ihren Nonnen Aufnahme im Kloster Flines bei  Douai, wo sie 1267 wiederum Äbtissin wurde. Sie starb dort am 21.  Oktober 1270.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

21.10.2019

Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney (1786-1859) Pfarrer von Ars

Wer sich am Sonntag abrackert, weil er denkt, so mehr Geld zu verdienen oder noch produktiver zu sein, der liegt falsch! Können zwei oder drei Francs jemals den Schaden ersetzen, den er sich selbst zufügt, wenn er das Gebot des lieben Gottes bricht? Ihr glaubt, dass alles von eurer Arbeit abhängt; und da trifft euch eine Krankheit, ein Unfall. Es kann eine Kleinigkeit sein: ein Gewitter, Hagel, Frost … .

Arbeitet nicht für die Nahrung, die verdirbt, sondern für die, die für das ewige Leben bleibt. Was bringt euch eure Sonntagsarbeit? Ihr lasst die Erde doch so zurück, wie sie ist, wenn ihr von hier scheidet; ihr nehmt nichts mit. Euer vorrangiges Ziel ist, zu Gott zu kommen; nur deshalb sind wir auf Erden. Meine Brüder, man müsste am Sonntag sterben, und am Montag wieder auferstehen. Der Sonntag ist Gottes Eigentum, der Tag, der ihm gehört, der Tag des Herrn. Gott hat alle Tage der Woche gemacht, er könnte sie alle für sich beanspruchen. Sechs davon hat er uns gegeben und nur den siebten für sich zurückbehalten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 21.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,13-21

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In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„Der Drache des Traditionalismus“

Erzbischof Brandes bei seiner Predigt in Aparecida

(Brasilia) Aparecida ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort in Brasilien. Er spielt aber auch für Papst Franziskus eine besondere Rolle. 2016 ernannte er den derzeit amtierenden Erzbischof, der die brasilianische Regierung angreift und im „Drachen des Traditionalismus“ die größte Bedrohung für die Kirche sieht.

1534 kamen die ersten Missionare, Jesuiten, in die küstennahe Gegend des heutigen Brasilien. 1717 erschien hier die Gottesmutter Maria. Daraus entstand der mit acht Millionen Pilgern jährlich, größte Wallfahrtsort des Landes.

Aparecida hat auch für Papst Franziskus eine besondere Bedeutung. Dort fand 2007 die V. und bisher letzte Generalkonferenz des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM statt. Der damalige Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Kardinal Bergoglio, leitete die Redaktion des Schlußdokuments. Die Bedeutung für ihn hat aber auch mit einer in manchen Kirchenkreisen geradezu mystischen Verklärung der II. Generalkonferenz zu tun, die 1968 in Medellin stattfand. Die Medellin-Konferenz war stark marxistisch geprägt und wurde zur Initialzündung für die marxistische Befreiungstheologie als eigenständiger, kirchlicher Strömung. 2013 besuchte Papst Franziskus Aparecida im Rahmen seiner ersten Auslandsreise zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro.

Beobachter sehen in der derzeit im Vatikan tagenden Amazonassynode das Bestreben, an Medellin anzuknüpfen und auf die Weltkirche zu übertragen.

Am vergangenen Samstag, den 12. Oktober, fand das Nationalfest Unserer Lieben Frau von Aparecida in Brasilien statt. Papst Franziskus übermittelte eine Grußbotschaft. Die riesige, zwischen 1955 und 1980 erbaute Wallfahrtskirche wurde 1981 zur Basilica minor erhoben und ist seit 1984 Nationalheiligtum von Brasilien. 2016 machte sie Papst Franziskus zur Kathedrale des Erzbistums Aparecida, das 1958 von Pius XII. errichtet worden war. Die erste Bischofsernennung erfolgte aber erst unter Paul VI. 1964.

Von 1995–2004 war der Befreiungstheologe Aloisio Kardinal Lorscheider OFM Erzbischof von Aparecida.

2016 ernannte Papst Franziskus Msgr. Orlando Brandes zum neuen Erzbischof und übergab ihm zugleich die größte Kirche Brasiliens als Bischofskirche. Das Marienheiligtum, von Redemptoristen betreut, die – von Erzbischof Brandes geduldet – aus der Sympathie für die Sozialistische Partei und Ex-Staatspräsident Luiz Ignacio Lula da Silva kein Hehl machen.

Erzbischof Brandes, der selbst nicht Synodale der Amazonassynode ist, hielt zum brasilianischen Nationalfest Unserer Lieben Frau von Aparecida die Predigt. Was der Erzbischof dabei sagte, sorgt seither für empörte Reaktionen in Brasilien und in der ganzen katholischen Welt.

Eine „der Absurditäten“ des Oberhirten, wie brasilianische Medien berichten, lautete, daß „die Rechte gewalttätig und ungerecht“ ist. Da der neue, von linken Kirchenkreisen in Brasilien angefeindete, katholische Staatspräsident Jair Bolsonaro zum Hochfest persönlich in der Kathedrale anwesend war, bestand für Beobachter kein Zweifel, daß er der Hauptadressat der erzbischöflichen Angriffe war.

Im Anschluß bemühte sich das Erzbistum die Wogen zu glätten mit dem Hinweis, der Erzbischof habe „die Ideologien“ und nicht die Regierungen gemeint.

Seither kleben seine Worte auf der Weltkirche, in der er ein bedrohliches Monster ausgemacht haben will. Seine Worte klingen unter diesem Blickwinkel nun so:

„Wir haben den Drachen des Traditionalismus. Die Rechte ist gewalttätig und ungerecht, sie richtet den Papst, die Synode, das Zweite Vatikanische Konzil hin.“

Der „Drache“ ist der Geheimen Offenbarung des Johannes entlehnt und meint den Feind, der gegen die Frau, Sinnbild der Gottesmutter, kämpft. Er wird am Ende vom Erzengel Michael und den Engeln besiegt und um jeden Zweifel auszuschließen, fragte der Fernsehsender Globo 1 den Erzbischof direkt. Seine Antwort:

„Die ganze Welt weiß, daß wir auf der Rechten viele Personen haben, die wegen ihrer traditionalistischen Sicht das Vaticanum und den Papst nicht akzeptieren – manchmal unter verschiedenen Namen, manchmal unter alten Namen.“

Für die brasilianische Internet-Tageszeitung Journal da Cidade kommentierte der Rechtsanwalt Guillermo Federico Piacesi Ramos in seiner Kolumne entsetzt:

„Wenn die Kirche heute mit einer Synode die Schaffung eines heidnischen Ökosozialismus predigt, den christlichen Glauben verhöhnt und entweiht, dann ist dies ausschließlich der Befreiungstheologie zu verdanken.“

Und weiter:

„Der pompöse Name ‚Befreiungstheologie‘ ist in der Tat ein bösartiger Plan der kommunistischen Desinformation, um die Kirche von innen zu untergraben und zu schwächen, denn eine Koexistenz von Sozialismus und christlichem Glauben kann es nicht geben.“

Die Amazonassynode und die Predigt von Erzbischof Brandes seien bezeichnende Belege dafür

Andere Kommentatoren sehen die Predigt unter dem Aspekt „Angriff als bestes Mittel der Verteidigung“. Der Erzbischof habe sehr wohl die Regierung Bolsonaro gemeint und zugleich innerkirchliche Kritiker attackiert. Beide werfen führenden Kreisen der brasilianischen Kirche und Papst Franziskus vor, mit der Amazonassynode die marxistische Befreiungstheologie unter dem neuen Schlagwort einer Ökobefreiungstheologie nicht nur rehabilitieren, sondern zum Maßstab für die Weltkirche machen zu wollen.

Quelle: katholisches Bild: Journal da Cidade/Youtube (Screenshots)