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Gefeiert am 30. Juli

Hl. Leopold (Bogdan) Mandic – Ordensmann, Priester, Mystiker

* 12. Mai 1866 in Castelnuovo, dem heutigen Herceg Novi in Montenegro
† 30. Juli 1942 in Padua in Italien

Bogdan Mandic trat mit 18 Jahren in Venedig in den Kapuzinerorden ein; er wollte an einer Vereinigung mit der Orthodoxen Kirche mitwirken. Seine Aufgabe wurde dann aber vor allem, als Beichtvater tätig zu sein, was er unermüdlich tat. Er hatte mystische Gaben wie die der Prophezeihung.

Schon bei seinem Tod eilte Leopold Mandic der Ruf der Heiligkeit voraus. Bei der Graböffnung 1966 war sein Leichnam unverwest. 1976 wurde er von Papst Paul VI. selig und von Papst Johannes Paul II. 1983 heilig gesprochen.

 

Hl. Petrus Chrysologus – Erzbischof von Ravenna und Kirchenlehrer

* um 380/400 im damaligen Forum Cornelii beim heutigen Imola in Italien
† 3. Dezember 450 daselbst

Petrus, wegen seiner Rednergabe „Chrysologus“ („der mit den goldenen Worten“) genannt, wurde um 380 in Imola (Provinz Bologna) geboren. Über sein Leben gibt es nur spärliche Nachrichten. Er wurde zwischen 424 und 429 Bischof von Ravenna, der damaligen Residenzstadt des Weströmischen Reichs. Er hatte gute Beziehungen zur Kaiserin Galla Placida und zu Papst Leo d. Gr. Dem Irrlehrer Eutyches gegenüber betonte er die Autorität des römischen Bischofs als des Nachfolgers des Apostels Petrus. Wegen seiner glänzenden Predigten wurde er als zweiter Johannes Chrysostomus gefeiert. Er starb in seiner Heimat Imola am 3. Dezember 450. Einer seiner Nachfolger in Ravenna gab 176 gesammelte Predigten des Petrus Chrysologus heraus, von denen die meisten echt sind. In ihnen spiegeln sich die christologischen Auseinandersetzungen in der Zeit zwischen dem Konzil von Ephesus und dem von Chalkedon, aber auch allgemein die Probleme und Auffassungen jener Zeit wider.

„Christus ist gekommen, um unsere Schwachheit anzunehmen und uns seine Kraft zu geben; er hat für sich das Menschliche gesucht, um uns das Göttliche zu gewähren.“

„Wenn wir nichts geben, sollen wir uns nicht beklagen, dass wir nichts empfangen.“

(Petrus Chrysologus)

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

30.07.2019 – Dienstag der 17. Woche im Jahreskreis

Katechismus der Katholischen Kirche

§ 760–763.769

„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten“

„Die Welt wurde auf die Kirche hin erschaffen“, sagten die Christen der ersten Zeiten (Hermas, vis. 2,4,1). Gott hat die Welt auf die Teilnahme an seinem göttlichen Leben hin erschaffen. Diese Teilhabe kommt dadurch zustande, dass die Menschen in Christus versammelt werden, und diese „Versammlung“ ist die Kirche. Die Kirche ist das Ziel aller Dinge. Selbst die schmerzlichen Ereignisse wie der Fall der Engel und die Sünde des Menschen wurden von Gott nur zugelassen als Anlass und Mittel, um die ganze Kraft seines Armes zu entfalten und der Welt das Vollmaß seiner Liebe zu schenken: „Wie Gottes Wille ein Werk ist und Welt heißt, so ist seine Absicht das Heil der Menschen, und diese heißt Kirche“ (hl. Clemens v. Alexandrien, pæd. 1,6,27). Die Sammlung des Gottesvolkes beginnt in dem Augenblick, als die Sünde die Gemeinschaft der Menschen mit Gott und mit den Mitmenschen zerstört. Die Sammlung der Kirche ist gewissermaßen die Reaktion Gottes auf das durch die Sünde hervorgerufene Chaos. Diese Wiedervereinigung geschieht insgeheim in allen Völkern: Gott, unserem Vater, ist „in jedem Volk willkommen …, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist“ (Apg 10,35). Die entfernte Vorbereitung der Sammlung des Gottesvolkes beginnt mit der Berufung Abrahams, dem Gott verheißt, er werde der Stammvater eines großen Volkes werden (vgl. Gen 12,2; 15,5–6). Die unmittelbare Vorbereitung beginnt mit der Erwählung Israels zum Gottesvolk (vgl. Ex 19,5–6; Dtn 7,6). Israel wird erwählt, um das Zeichen der künftigen Sammlung aller Nationen zu sein (vgl. Jes 2,2–5; Mi 4,1–4). […] Aufgabe des Sohnes und Grund seiner Sendung ist es, in der Fülle der Zeiten den Heilsratschluss seines Vaters zu verwirklichen. […] Um den Willen des Vaters zu erfüllen, gründete Christus auf Erden das Himmelreich. Die Kirche ist „das im Mysterium schon gegenwärtige Reich Christi“ (LG 3). […] „Die Kirche … wird erst in der himmlischen Herrlichkeit vollendet werden“ (LG 48), bei der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit. […] [Sie] sehnt sich nach dem vollendeten Reich […]. Zur Vollendung der Kirche und durch sie zur Vollendung der Welt in Herrlichkeit wird es nicht ohne große Prüfungen kommen. Erst dann werden „alle Gerechten von Adam an, ‚von dem gerechten Abel bis zum letzten Erwählten‘, in der allumfassenden Kirche beim Vater versammelt werden“ (LG 2).

Tagesevangelium – 30.07.2019

­Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 13,36-43

In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel. Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 29. Juli

Hl. Marta (Martha)

* 1 in Betanien, heute al-Eizariya in Palästina
† im 1. Jahrhundert, nach der Legende bei Marseille oder in Tarascon in Frankreich

Nach dem Johannesevangelium war Marta die Schwester des Lazarus und der Maria von Betanien. Jesus war ein gern gesehener Gast im Haus der beiden Schwestern (vgl. Joh 11, 5). Marta scheint die Ältere gewesen zu sein; jedenfalls war sie es, die sich energisch um alles kümmerte (Lk 10, 40). Aber als sie sich beklagte, dass Maria ihr nicht half, sagte Jesus zu ihr: „Nur eines ist notwendig“ (Lk 10, 42; vgl. dazu auch unten „Maria von Betanien“). Zu Marta sagt Jesus aber auch, nachdem Lazarus gestorben war, das Wort: „Ich bin die Auferstehung und das Leben …“, und fragt sie: „Glaubst du das?“ (Joh 11, 25-26). Darauf antwortet Marta mit ihrem Bekenntnis zu Jesus als dem Messias und Gottessohn (Joh 11, 27).

 

 Hl. Maria von Betanien

* 1 in Betanien, heute al-Eizariya in Palästina
† im 1. Jahrhundert

Maria war die Schwester der Marta (Martha) und des Lazarus, der von Jesus nach drei Tagen vom Tod wiedererweckt wurde. Die drei Geschwister waren mit Jesus freundschaftlich verbunden. Als die Schwestern Jesus in ihrem Haus aufnehmen, setzt sich Maria Jesus zu Füßen und hört seine Lehre, was Marta veranlasst, sich bei Jesus zu beklagen, dass ihre Schwester sie bei der Vorbereitung des Gastmahls im Stich lasse. Jesus weist Marta darauf hin, dass sie sich zwar viel sorge, aber Maria „das Bessere“ erwählt habe. Man hat in den beiden Frauen deshalb meist Sinnbilder für die beiden Seiten des christlichen Lebens gesehen: Marta steht für die vita activa (das aktive Leben) und Maria für die vita contemplativa (das betrachtende Leben, ein Leben im Gebet). Doch eigentlich geht es nicht um einen Gegensatz zwischen tätiger Nächstenliebe und Leben in Stille und Gebet.

Nach dem Johannesevangelium salbte Maria Jesus die Füße mit kostbarem Öl und trocknete sie mit ihren Haaren, als er im Haus der Geschwister eingeladen war (Joh 12, 1-8). So brachte sie Jesus kurz vor seiner Kreuzigung große Ehrerbietung entgegen. Auf Kritik über diese „Verschwendung“ antwortet Jesus, sie tue es für den Tag seines Begräbnisses. Auch das Markusevangelium (14, 3 – 9) und das Matthäusevangelium (26, 6 – 13) berichten, dass eine Frau Jesus salbte, was Proteste der Jünger, aber Anerkennung durch Jesus erfuhr – hier aber bleibt die Frau namenlos, für ihre Identifizierung mit Maria von Bethanien spricht nichts.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

29.07.2019 – Gedenktag der Hl. Marta von Betanien

­ Hl. Franz von Sales (1567-1622) Bischof von Genf und Kirchenlehrer

„Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus“ (Joh 11,5)

Liebe jeden mit echter, starker Nächstenliebe; Freundschaft dagegen schenke nur solchen, die mit dir Verbindung in wertvollen Dingen aufnehmen können […] Wenn ihr eure wissenschaftlichen Kenntnisse austauscht, so ist eure Freundschaft gewiss lobenswert; noch besser ist sie, wenn ihr einander zur Tugend der Klugheit, der taktvollen Mäßigung, der Stärke und Gerechtigkeit aneifert; wenn ihr einander aber die Liebe, die Frömmigkeit, die christliche Vollkommenheit vermittelt, wie wertvoll wird dann eure Freundschaft sein! Sie wird eine ausgezeichnete sein, weil sie von Gott kommt, weil sie auf Gott hinzielt, weil Gott ihr Band ist, weil sie ewig in Gott weiterleben wird. Wie schön ist es, auf Erden so zu lieben, wie man im Himmel lieben wird, und zu lernen, einander auf dieser Welt so herzlich verbunden zu sein, wie wir es in der anderen ewig sein werden! Ich spreche hier nicht von der einfachen Nächstenliebe, die wir allen Menschen schulden, sondern von der geistlichen Freundschaft, in der zwei, drei oder mehr Seelen einander ihre Frömmigkeit mitteilen, ihre geistigen Empfindungen austauschen und eins werden im Geist. Mit Recht können diese glücklichen Menschen singen: „Wie schön und lieblich ist es, wenn Brüder einig zusammenleben!“ (Ps 133,1) […] Ich meine, dass jede andere Freundschaft im Vergleich damit nur ein Schatten ist […] Für solche […], die mitten unter Weltmenschen die wahre Tugend anstreben, ist es notwendig, sich untereinander durch eine heilige Freundschaft zu verbinden; dadurch ermuntern sie sich gegenseitig, helfen einander und tragen sich gleichsam gegenseitig zum guten Ziel […] Niemand kann leugnen, dass der Herr in besonders liebevoller Freundschaft den Heiligen Johannes, Lazarus, Marta, Magdalena zugetan war, da es die Heilige Schrift bezeugt (Joh 13,23; 11,5).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 29.07.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 11,19-27

In jener Zeit waren viele Juden zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 28. Juli

Hl. Alphonsa von der unbefleckten Empfängnis – Anna Muttathupadathu

* 19. August 1910 in Arpukara in Kerala in Indien
† 28. Juli 1946 in Bharananganam in Kerala in Indien

Am 19. August 1910, wurde im Dorf Kudamalur in Kerala, Südindien, Alfonsa Anna Muttathupadathu, die erste indische Heilige geboren. Sie war das jüngste von fünf Kindern ihrer Eltern Joseph Muttathupadathu und Maria Puthukari, deren Familienlegende bis ins 12. Jahrhundert und nach Syrien zurückreicht, von wo die Vorfahren durch einen Hindu-König nach Kudamalur gerufen worden sein sollen. Die Familie gehörte dem syrisch-malabarischen Ritus an.

Am 28. August wurde die Kleine auf den Namen Anna getauft. Ihr Rufname war Annakutty, kleine Anna. Die Taufgnade hat sie nach eigenem Bekunden nie verloren.

Als nach drei Monaten ihre Mutter starb, kam sie zu ihren Großeltern in Elumparambil. Ihre Großmutter vermittelt ihr sehr früh eine kindliche Liebe am Glauben. Sie erfährt gelebte Liebe zum Gebet und die frohe Bereitschaft, armen Menschen wie den Bettlern zu helfen, die jeden Mittwoch von der Großmutter eingeladen wurden. In den christlichen Familien Keralas war es Brauch, eine ganze Stunde dem Abendgebet zu widmen. Bereits mit fünf Jahren übernahm Annakutty dabei mit kindlicher Begeisterung das Vorbeten.

Am 11. November 1917, also mit sieben Jahren, empfing sie zum ersten Mal den Heiland in der heiligen Kommunion. Dieses Glück konnte sie nicht für sich behalten: “Wisst ihr, warum ich heute so glücklich bin? Ich trage Jesus in meinem Herzen”, lautete ihr Bekenntnis gegenüber ihren Freundinnen.

In Thonnankuzhy besuchte sie die Grundschule. Dort schloss sie eine enge Freundschaft mit dem Hindu-Mädchen Pongana. Diese bekannte später beim Seligsprechungsprozess: “Annakutty war ein besonders feines Mädchen. Immer war sie bereit, Leid zu ertragen und anderen zu verzeihen. Ihre Geduld und Klugheit, ihre Liebe zu dem, der sie verletzt hatte, hat mich sehr beeinflusst und zum Gutsein angetrieben!”.

Mit ihrer Großmutter zusammen las sie die Schriften der kleinen hl. Theresia von Lisieux. Schon in dieser Zeit, als sie sah, wie ihre älteren Schwestern schon früh verheiratet wurden, wuchs in ihr der Wunsch, ganz und allein Jesus Christus als ihrem einzigen Bräutigam zu gehören.

1920 wechselte Annakutty auf die Mittelschule nach Muttuchira. Aus diesem Grund kam sie nun in die Obhut ihrer Tante Anna Murickal. Diese hatte kein Verständnis für die Frömmigkeit und Berufung Annkuttys, die sich oft ins benachbarte Kloster der Karmelitinnen begab und lange Zeit im Gebet nach der hl. Kommunion verbrachte. Als die überaus hübsche Annakutty 13 Jahre alt war und sich über Mangel an Verehrern nicht zu beschweren brauchte, arrangierte die Tante für sie eine Ehe. Um dem zu entgehen, entschloss sich Anna in ihrer Verzweiflung, ihren Körper zu entstellen und verbrannte ihren Fuß in einem Haufen glühender Kohlen.

Ihr Beichtvater P. James Muricken vermittelte ihr die Möglichkeit, ab dem 24. Mai 1927 als Internatsschülerin das College der Kongregation der Franziskaner Klarissen (FCC, auch Arme Schwestern der hl. Klara genannt) in Bharananganam zu besuchen. Bei dieser Kongregation begann sie ihr Postulat am 2. August 1928, dem Festtag des hl. Alphons Maria von Liguori. Sie nahm den Ordensnamen Alphonsa von der Unbefleckten Empfängnis an. Am 19. Mai 1930 folgte die Einkleidung durch Bischof James Kalacherry von Changanacherry (1927-1949).

Die nächsten fünf Jahre waren gezeichnet von schwerer Krankheit und seelischem Leiden. Nur im Schuljahr 1932 konnte sie Kinder unterrichten. Ansonsten arbeitete sie als Sekretärin, da sie eine hervorragende Schrift hatte. Am 12. August 1935 wurde sie zum Noviziat zugelassen [unter der liebe- und verständnisvollen Leitung von Sr. Ursula]. Bereits eine Woche später erlitt sie einen Blutsturz aus Nase und Augen, eine schwere Organschwäche und eiternde Wunden an den Oberschenkeln. Das Schlimmste war zu befürchten. Wunderbar und augenblicklich geheilt wurde sie nach einer Novene zum Diener Gottes, Karmelitenpater Kuriakose Elia Chavara – mit dem zusammen sie von Papst Johannes Paul II. am 8. Februar 1986 im Stadion von Kottayam selig gesprochen wurde.

Am 12. August 1936, dem Fest der hl. Klara, durfte sie endlich die ewige Profess ablegen und das erreichen, was sie schon im Alter von 12 Jahren ihrer Schwester Elisabeth anvertraut hatte: “Jesus ist mein einziger Bräutigam, und kein anderer.” Diesem bot sie sich als Brandopfer an: “Mein Herr, tue mit mir, was du willst. Ich bin Dein! Verbrenne mich im Feuer der Leiden. Verwunde mein Herz mit quälendem Schmerz. Biete mir keinerlei weltliche Behaglichkeit, sondern führe mich, dass ich wahre Tugend erringe.”

Der Herr nahm sie beim Wort, und es folgte Schlag auf Schlag: Typhus, doppelte Lungenentzündung, Schleimhautentzündung an Magen- und Dünndarm, Leberprobleme, Tumorerkrankung und ein Nervenschock, als ein Dieb in der Nacht in ihr Schlafzimmer einbrach.

Doch Alphonsa bereute nichts von ihrer Hingabe. Ihre Leiden betrachtete sie als ein Stück vom Kreuze Jesu. “Ich sehne mich danach, mit Freude zu leiden. Es scheint, dass mein Bräutigam diesen Wunsch erfüllen will!” Am 20. November 1944 schrieb sie an ihren Seelenführer: “Lieber Vater, da mein guter Herr Jesus mich so sehr liebt, wünsche ich aufrichtig, in diesem Krankenbett zu bleiben und auch noch anderes, was immer es sei, zu leiden, sogar bis ans Ende der Welt. Ich spüre nämlich, dass Gott die Absicht hat, mein Leben zu einer Opfergabe zu machen, zu einem Opfer des Leiden.”

Bei der Seligsprechung meinte Johannes Paul II. dazu: “Schwester Alphonsa lernte, das Leid zu lieben, weil sie den leidenden Christus liebte. Sie lernte, durch ihre Liebe zum gekreuzigten Herrn das Kreuz selbst zu lieben. Schwester Alphonsa wusste, dass sie durch ihr Leiden am Apostolat der Kirche teilnahm, sie fand am Leiden Freude, indem sie alles Christus aufopferte. So scheint sie sich die Worte des hl. Paulus zu eigen gemacht zu haben: „Jetzt freue ich mich an den Leiden, die ich für euch ertrage: Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich an meinem Erdenleben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1, 24). Gott hat Schwester Alfonsa mit einer liebevollen, glücklichen Gemütsart ausgestattet, mit der Fähigkeit, sich an gewöhnlichen, einfachen Dingen zu erfreuen. Die Wucht ihrer Leiden, Unverständnis und Eifersucht konnten die Freude des Herrn, die ihr Herz erfüllte, nicht auslöschen!”

“Mit dieser Einstellung, ein Opfer der Liebe für den Herrn zu bringen, war sie bis zum letzten Moment ihres Lebens glücklich und trug immer ein unschuldiges Lächeln auf ihren Lippen. Ruhig und froh endete ihr 36-jähriges irdisches Leben im Konvent der Franziskaner-Klarissen von Bharananganam am 28. Juli 1946 um 12.30 Uhr. Es war ein Sonntag. Kinder riefen es auf den Straßen: ‘Eine Heilige ist gestorben. Sie war eine Heilige. Sr. Alphonsa ist heilig.’ Ein Hindu-Mädchen mit einem Geschwür am Bein legte Kerzen an ihr Grab und war am nächsten Morgen vollständig geheilt”.

Bei ihrer Beerdigung prophezeite ihr Beichtvater P. Romulus: “Wir sollten uns über den Tod dieser heiligmäßigen Frau nicht grämen! Niemand muss Tränen für sie vergießen. Ich versichere euch: Mein größtes Glück ist, dass ich ihr eng verbunden sein durfte. Mein Herz ist voll unbeschreiblicher Freude! Nicht weil ihr Leiden ein Ende hat, sondern weil wir jetzt eine uns sehr verbundene Fürsprecherin im Himmel haben. Wir alle sind gesegnet. Auch unser Dorf Bharananganam ist gesegnet. So Gott will, wird es das Lisieux Indiens werden! Pilger von überall in Kerala, von ganz Indien und darüber hinaus werden das Grab von Alphonsa aufsuchen. Bischöfe, ja selbst Kardinäle werden in ihrem Grab beten”.

Diese Vorhersage hat sich erfüllt. Selbst Hindus und Muslime suchen ihr Grab auf.
Am 12. Oktober 2008 wurde Schwester Alphonsa von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.

 

Hl. Benno von Osnabrück – Bischof

* 1020 in Löhningen im Klettgau in Baden-Württemberg
† 27. Juli 1088 in (Bad) Iburg in Niedersachsen

Benno stammte wohl aus einem Ministerialengeschlecht. Er erhielt in Straßburg und im Kloster auf der Bodenseeinsel Reichenau bei Hermann dem Lahmen eine glänzende Ausbildung und wurde Gehilfe von Bischof Wilhelm von Straßburg, den er von 1040 bis 1044 auf einer Wallfahrt ins Heilige Land begleitete. Dann wirkte er als Lehrer in Speyer, Goslar und Hildesheim, nach 1051 als Dompropst in Goslar mit guten Beziehungen zum Königshaus. Seine Fähigkeiten als Baumeister bewies er in Goslar und Hildesheim, später auch in Osnabrück und Speyer, deshalb zog ihn König Heinrich IV. zum Burgenbau in Sachsen heran. Um 1067/68 stand er in Diensten von Erzbischof Anno von Köln. 1068 bestellte ihn Heinrich IV. in Goslar zum Nachfolger des Bischofs Benno I. von Osnabrück.

Benno kümmerte sich um Landwirtschaft und Straßenbau und zu Beginn des Aufstands der Sachsen 1073 verstärkt um die Befestigung der Iburg. Dennoch wurde er aus seinem Bistum vertrieben und hielt sich einige Zeit in der Umgebung von König Heinrich IV. auf. Im Investiturstreit gelang es ihm, der stets das Vertrauen sowohl des Papstes als auch des Königs hatte, zusammen mit Hugo von Cluny und anderen, den Ausgleich von Canossa zu vermitteln. Auf der Synode von Brixen im Jahr 1080 und während seiner letzten Romfahrt 1082 bis 84 versuchte er eine Politik des Ausgleichs, die aber letztlich scheiterte.

Seinen Plan, auf der Iburg ein Benediktinerkloster zu gründen, konnte er erst nach der Niederlage Rudolfs von Rheinfelden 1080 verwirklichen. *

Ab 1085 lebte Benno in seinem Kloster auf der Iburg, wo er starb und – gegen die Ansprüche des Domkapitels – begraben wurde.

* Die Benno gelegentlich zugeschriebene Gründung des Klosters Gertrudenberg in Osnabrück beruht auf der Tatsache, dass Benno dieses Vorhaben betrieb, aber am Widerstand der Nonnen von Herzebrock, die das Kloster beziehen sollten, scheiterte. So erfolgte dessen Gründung erst um 1140 unter Bischof Udo von Steinfurt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

28.07.2019 – 17. Sonntag im Jahreskreis

Hl. Johannes Klimakos (575-650) Mönch auf dem Sinai

Die beste Weise zu beten

Beim Vor-Gott-Treten der Betenden handelt es sich zwar nur um eines, doch gibt es darin Vielfältigkeit und Unterschiede. Die einen treffen mit dem König wie mit einem Freund und Herrn zusammen und bringen im folgenden ihren Lobgesang und ihr Bittgesuch vor, um für andere und nicht für sich selbst eine Gunst zu erlangen. Einige fragen nach mehr Reichtum, Ehre und Freimütigkeit, während andere darum bitten, völlig von ihrem Widersacher erlöst zu werden. Einige flehen um eine Würde, andere dagegen um den völligen Erlass aller ihrer Schulden, einige um die Befreiung aus der Gefangenschaft, andere wieder um die Lösung ihrer Verbrechen. Ganz oben auf der Liste unseres Flehgebets sollten wir die aufrichtige Danksagung setzen, an zweiter Stelle dagegen die Beichte und die fühlbare Ergriffenheit der Seele, um anschließend dem höchsten König unsere Bitte vorzutragen. Die beschriebene Weise zu beten ist die Vornehmste […].

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 28.07.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 11,1-13

Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.
Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung. Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé