Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 19,16-22
Hier zum Nachhören
In jener Zeit kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 15,21-28
Hier zum Nachhören
In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befreie sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.
Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm!
Man geleitet sie mit Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs. Ich will deinen Namen rühmen von Geschlecht zu Geschlecht; darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,39-56
Hier zum Nachhören
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen – das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 19,3-12
Hier zum Nachhören
In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man der Frau eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will? Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut, zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.
Nach deinen Vorschriften zu leben freut mich mehr als großer Besitz. Deine Vorschriften machen mich froh; sie sind meine Berater.
Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, mehr als große Mengen von Gold und Silber. Wie köstlich ist für meinen Gaumen deine Verheißung, süßer als Honig für meinen Mund.
Deine Vorschriften sind auf ewig mein Erbteil; denn sie sind die Freude meines Herzens. Weit öffne ich meinen Mund und lechze nach deinen Geboten;
Kardinal Schönborn beschimpft fromme Kirchgänger als „Kerzerlschlucker“. Eine (späte) Nachlese zur Pressestunde des ORF mit dem Wiener Erzbischof.
Überforderter Kardinal
Hubert Patterer ist Chefredakteur der neoprotestantischen „Kleinen Zeitung“ mit katholischen Wurzeln, die kürzlich am Straflandesgericht in Graz wegen der Verbreitung einer „NAZI-Anzeige“ für Gesprächsstoff sorgte.
Patterer ist einer der beiden Gesprächspartner bei der Pressestunde des Österreichischen Rundfunks am 9. April 2017.
Als er Kardinal Schönborn darauf anspricht, daß nach einer (fragwürdigen, Anm. d. Red.) Studie angeblich 85 Prozent der jungen Erwachsenen ohne Glauben glücklich seien und nur 3 Prozent den kirchlichen Institutionen zur Gänze vertrauten, und ihn direkt fragte: „Wie gehen sie damit um?“, antwortete der Wiener Erzbischof verblüffend offen:
„Ich kann das nicht wesentlich ändern.“
Erzbischöfliche Katholikenbeschimpfung
Nachfolgend versuchte der Wiener Desasterbischof die Glaubenssituation schönzureden und beschimpfte dabei die im Glauben verbliebenen Katholiken:
„Wenn ich im Stephansdom die hunderten, tausenden Kerzen ansehe, die jeden Tag bei Maria Bocs, bei dem Marienbild, brennen, das sind sicherlich nicht alles Kerzerlschlucker, die da hingehen, wie man früher in Wien gesagt hat, das sind nicht fromme Kirchgänger, sondern Menschen, die dort hingehen und auf diese Weise zum Ausdruck bringen, daß sie Gott etwas anvertrauen.“
Anders ausgedrückt: Der Großteil der Katholiken, die im Stephansdom Kerzen aufstellen und anzünden, sind nach Schönbornscher Darstellung „Kerzerlschlucker“, also Heuchler.
Schimpfwort der Antiklerikalen
Wir wissen nicht gesichert, welchen gesellschaftlichen Umgang der Wiener Erzbischof üblicherweise pflegt.
Die Bezeichnung „Kerzerlschlucker“ ist jedenfalls ein antikatholisches Schimpfwort für praktizierende Katholiken, das vor allem in sozialistischen und national-sozialistischen Kreisen verwendet wird.
So hatten etwa 1938 bei der Fronleichnamsprozession im oberösterreichischen Gallneukirchen aus der Kirche ausgetretene National-Sozialisten die Prozessionsteilnehmer als „Betschwestern“ und „Kerzerlschlucker“ bezeichnet.
Diese Mentalität zieht sich bis heute fort. So ist in einem 2015 bei Hoffmann und Campe erschienenen Büchlein „Praterglück“ zu lesen: „Du bist da ja sicher ein Fachmann drin, warst doch ein braver Kirchgänger und Kerzerlschlucker und dem Priester treu ergebener Ministrant. Tante Herta hat, glaube ich, sogar irgendwo ein Foto von dir als kleiner Scheißer in der Kutte, wie du vor dem Altar stehst und dich artig verbeugst vor dem Allerheiligsten.“
Begriffsklärung durch Kardinal Schönborn
Auch wenn wir Kardinal Schönborn mit der Leitung seiner Diözese restlos überfordert halten, so doch noch nicht so senil, daß er seine eigene Definition von „Kerzerlschlucker“ vergessen haben könnte.
Kardinal Schönborn bei einer Ansprache zur „Apostelgeschichte 2010“ im Wiener Stephansdom:
„Gelobt sei Jesus Christus!
Liebe Delegierte, liebe Schwestern und Brüder, liebe Gäste!
Fangen wir gleich mit dem Unangenehmen an – es ist die Lesung und das Evangelium des heutigen Freitags. Jesus bezeichnet die Leute, die Menge, als ‚Heuchler‘. Wen meint er damit? Die anderen oder uns? Die ‚Leute‘ oder auch uns? Er nennt sie Heuchler! Vielleicht nennt er uns Heuchler? Uns bezeichnet man gerne – ich spreche jetzt von den Kerngemeinden – uns bezeichnet man gerne als Heuchler: ‚Kerzerlschlucker‘, Wasser predigen und Wein saufen! Bigottisch, kurz um: katholisch.“
„Kuttenbrunzer“
Falls der Wiener Erzbischof wieder an einer Pressestunde teilnimmt, es gibt auch eine Reihe von Schimpfwörtern aus derselben mentalen Quelle, deren Nichtverwendung erbeten ist.
Etwa „Kuttenbrunzer“ als Schimpfwort für Geistliche. Doch so möchte der Kardinal sich wohl selbst nicht bezeichnet sehen …