Vatikan unterbindet Privatmessen im Petersdom

Petersdom / Foto: Vatikan

„Lateinisch tridentinische Messe im Petersdom verboten“

Jeden Morgen lesen Priester an den Seitenaltären des Petersdoms die Messe – manche allein. Künftig sollen solche Privatmessen jedoch untersagt werden. Außerdem sind Einschränkungen bei der Feier des außerordentlichen Ritus in der Basilika geplant.

Der Vatikan will Medienberichten zufolge im Petersdom sogenannte Privatmessen unterbinden und die Feier des außerordentlichen Ritus reduzieren. Demnach soll ab dem 22. März die Messe im außerordentlichen Ritus nur noch zu bestimmten Zeiten in der Clemenskapelle in den Grotten des Petersdoms gefeiert werden. Als Beleg veröffentlichten einzelne Vatikanjournalisten am Samstag die Kopie eines Schreibens aus dem Staatssekretariat. Laut Informationen der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) ist das Schreiben, das an der Kurie kursiert, unterzeichnet vom Substituten des Staatssekretariats, Erzbischof Edgar Pena Parra.

Der Brief mit Datum 12. März ist adressiert an das Domkapitel, das Amt für die Liturgie in Sankt Peter sowie an den Sonderkommissar der Dombauhütte des Petersdoms, Erzbischof Mario Giordana. Der Ende Februar ernannte und vor allem zuständige Erzpriester des Petersdoms, Kardinal Mauro Gambetti, ist nicht genannt. Laut dem Schreiben werden sogenannte Privatmessen, bei denen ein Priester allein die Eucharistie feiert, ganz untersagt.

Dutzende Priester zelebrieren frühmorgens an den Seitanaltären

Im Petersdom feiern jeden Morgen Dutzende Priester, viele arbeiten an der Kurie, an den Seitenaltären der Basilika Messe: einige mit Gläubigen, die so früh in der Basilika sind, andere zu zweit oder dritt in Konzelebration, viele aber auch allein. Diese Art von Privatmessen soll mit der Anweisung unterbunden werden.

Für Priester und Gläubige, die täglich in den Petersdom kommen, werden in dem Schreiben vier Zeiten zwischen 7 und 9 Uhr genannt, zu denen an eigens genannten Altären eine Messe gefeiert werden kann – auch in Konzelebration mehrerer Priester. Zu diesen Feiern sollten auch Lektoren und Kantoren eingesetzt werden. Ziel der Maßnahmen ist es, Messfeiern mit mehreren Gläubigen zu fördern, was auch die Absicht des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) war.

Für Pilgergruppen, die mit einem Bischof oder Priester anreisen, soll laut Anweisung sichergestellt werden, dass sie in den Grotten von Sankt Peter, also unterhalb des Petersdoms, Eucharistie feiern können. Für den außerordentlichen Ritus, der von Benedikt XVI. 2007 wieder in größerem Umfang zugelassen wurde, ist die „Capella Clementina“ reserviert; Uhrzeiten sind täglich um 7 Uhr, um 7.30, 8 und 9 Uhr.

Quelle: katholisch.de

Ein Gedanke zu „Vatikan unterbindet Privatmessen im Petersdom

  1. Friedbert G.

    Ich kann diese Entscheidung nicht gutheißen, da in jeder Hl. Messe das Kreuzesopfer Jesu Christi gegenwärtig gesetzt wird als die höchste Form der Gottesverehrung. Diese Entscheidung ist m.E. ein weiterer Baustein, der aus dem von Jesus Christus geschaffenen Kirchenbau mit tragfähigem Fundament herausgebrochen wird. Der Kampf tobt und scheint verloren. Es scheint, ist aber nicht, denn unsere liebe Frau wird der Schlange den Kopf zertreten.

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