„Allahu akbar“: Messer-Attentäter tötet Polizist

Polizeibeamte stehen am Tatort des Messerangriffs. (Bild: AFP)

Ein Polizist ist nach einem Messerattentat in Belgiens Hauptstadt Brüssel gestorben. Ein weiterer Polizist wurde bei dem Angriff verletzt, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend bestätigte. Der Angreifer soll belgischen Medienberichten zufolge „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen haben. Brisant: Laut „Krone“-Informationen hatte der amtsbekannte Mann den blutigen Angriff zuvor sogar bei der Polizei angekündigt.

Die belgische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen übernommen. Es bestehe der Verdacht auf ein terroristisches Motiv, erklärte ein Sprecher am späten Donnerstagabend.

Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete, habe der Angreifer am Abend nahe dem Bahnhof Gare du Nord im Stadtteil Schaerbeek auf zwei Streifenpolizisten eingestochen. Die angegriffenen Beamten riefen Verstärkung. Ein zu Hilfe gekommener Polizist habe dann seine Dienstwaffe eingesetzt und den Täter so gestoppt.

Polizisten am Tatort (Bild: AFP)

Angreifer durch Schüsse verletzt
Der Angreifer soll unterschiedlichen Medienberichten zufolge von mehreren Schüssen getroffen worden sein, zumindest in Bauch und Bein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist er verletzt, aber nicht getötet worden. Der Mann wurde festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht.

Täter hält sich illegal im Land auf
Nach Informationen der „Krone“ ist der Täter amtsbekannt und hält sich illegal im Land auf. Er hatte zuvor im Polizeikommissariat eines anderen Stadtteils Drohungen gegen die Polizei ausgestoßen, wurde aber offenbar nicht festgenommen.

Fakten

  • In Brüssel hatte es im März 2016 islamistisch motivierte Anschläge gegeben. Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahn-Station wurden insgesamt 32 Menschen getötet und 340 weitere verletzt. Seither gab es in Belgien eine Reihe von Angriffen auf Polizisten oder Soldaten.
  • Zuletzt ereignete sich im Mai 2018 ein als terroristisch eingestufter Anschlag auf Polizeibeamte. Damals tötete ein Mann in Lüttich zwei Polizistinnen und einen Studenten unter „Allahu akbar“-Rufen. Der Angreifer wurde von Polizisten erschossen.
  • Im August 2017 griff ein Mann im Zentrum von Brüssel Soldaten mit einem Messer an. Er wurde ebenfalls erschossen.
  • Im August 2016 griff ein Algerier in Charleroi zwei Polizistinnen vor einer Polizeiwache unter „Allahu akbar“-Rufen an und verletzte sie im Gesicht und am Hals, bevor er erschossen wurde. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Dschihadisten und Salafisten benutzen den arabischen Ausdruck „Allahu akbar“ oft als eine Art Schlachtruf. Eigentlich handelt es sich aber um eine zentrale religiöse Formel des Islam, die seit Jahrhunderten von Muslimen weltweit benutzt wird.

„Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des verstorbenen Beamten“, schrieb Belgiens Premier Alexander De Croo am Abend auf Twitter. Er hoffe, es gehe dem ins Krankenhaus eingelieferten Beamten gut. Belgiens Innenministerin Annelies Verlinden sprach von einem „furchtbaren Drama“.

Quelle: krone.at

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