Aus Psalm 51

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Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!
Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles,
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium 16.06.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,43-48

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium 15.06.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,38-42

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium 14.06.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,36-38.10,1-8

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter. Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium 13.06.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,33-37

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Kirchen protestieren gegen Erdogan

Frauen vor der Hagia Sophia 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forciert offenbar die Pläne für eine Rückwidmung der Istanbuler Hagia Sophia in eine Moschee. Wie die Zeitung „Hürriyet“ laut dem vatikanischen Pressedienst „Fides“ an diesem Dienstag berichtet, soll Erdogan Anweisung zur Suche nach einer rechtlichen Formel gegeben haben, um den aktuellen Status der Hagia Sophia – die derzeit als Museum öffentlich zugänglich ist – so zu ändern, dass sie wieder als islamische Kultstätte genutzt werden kann.

Die Nachricht löst bei Christen in der Türkei über die Konfessionsgrenzen hinweg große Bestürzung aus.

Die im 6. Jahrhundert auf Anordnung von Kaiser Justinian dem Großen errichtete Hagia Sophia galt als Zentrum der orthodoxen Christenheit und wurde nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen in eine Moschee umgewandelt. 1935 machte der türkische Staatsgründer Kemal Atatürk aus dem Gotteshaus ein Museum. Die Ayasofya, wie sie auf Türkisch heißt, sollte damit allen Religionen offen stehen.

Der Plan zur Änderung des derzeitigen Status soll laut „Hürriyet“ vom 5. Juni von Erdogan selbst auf einer Sitzung des zentralen Exekutivkomitees seiner Partei AKP angekündigt worden sein. Die Zeitung zitiert anonyme Quellen, nach denen der Präsident den Anwesenden aufgetragen habe, eine Formel zu suchen, um die Hagia Sophie als Moschee zu nutzen, sie aber gleichzeitig weiterhin für Touristen zugänglich zu halten. Ein solches Modell wird in Istanbul bereits bei der historischen Blauen Moschee (Sultanahmet-Moschee) angewendet.

Immer wieder hochkochende Kontroverse

Erdogan soll dazu aufgefordert haben, das Projekt mit Vorsicht und ohne Eile durchzuführen, da es sich bei der Hagia Sophia um ein „sensibles“ Thema handle. Die Entscheidung darüber liege aber bei der Türkei, betonte der Präsident laut dem Bericht.

Über einen möglichen „Statuswechsel“ des Heiligtums gibt es seit Jahren eine immer wieder hochkommende Kontroverse. Zuletzt rückte das Thema erneut in den öffentlichen Fokus, als die türkische Regierung Ende Mai beschloss, zum 567. Jahrestag der osmanischen Eroberung von Konstantinopel am 29. Mai 1453 in der früheren christlichen Basilika aus dem Koran die sogenannten „Sure der Eroberung“ verlesen zu lassen. Die Initiative löste eine sofortige scharfe Reaktion der griechischen Regierung aus.

Moskau: Gefahr für friedliches Zusammenleben

Hinsichtlich der neuen Erdogan-Anweisung kam nun der erste massive Protest aus Moskau, wie der Ökumene-Fachdienst der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in seiner dieswöchigen Ausgabe berichtet. Der Plan Erdogans stelle eine Gefahr für das friedliche Zusammenleben von Religionen und Völkern dar, wurde der Außenamtsleiter des russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), von Istanbuls griechischer Tageszeitung „Apogevmatini“ zitiert.

Das orthodoxe Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel, von dem die Hagia Sophia als „Große Kirche“ nach wie vor im Titel geführt wird, hat sich offiziell noch nicht geäußert. Doch rief der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. in seiner Predigt zum orthodoxen Pfingstfest am 7. Juni den Heiligen Geist „um Schutz und Beistand in heraufziehenden Gefahren“ an.

Pfingstfest im Schatten der neuen Moschee

Er tat dies in der orthodoxen Dreifaltigkeitskirche im Istanbuler Stadtteil Beyoglu. Diese beherrschte bisher den zentralen Taksim-Platz, wird aber jetzt von einem mächtigen Moscheebau Erdogans überschattet. Gegen diesen und andere „Osmanisierungs“-Projekte hatten sich im Frühsommer 2013 die „Gezi-Proteste“ von Umweltschützern gerichtet. Für Erdogan war das einer der Anlässe, auf ein zunehmend autoritäres System hinzusteuern.

Quelle: vaticannews Bild: vaticannews (Screenshot)

Tagesevangelium 12.06.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,27-32

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In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé