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Drohungen gegen Christen

Die Drohungen richten sich gegen Christen 1

Brisante Ermittlungen von Staatsschützern in einem Wiener Gemeindebau: Im Stiegenhaus wird zum Mord an Christen aufgerufen und Terror verherrlicht. 

Vor einigen Tagen wurden Mieter eines Wiener Gemeindebaus in der Leopoldstadt auf Drohungen in ihrem Stiegenhaus aufmerksam. Dabei wird mit Rechtschreibfehler zum Mord („Tot den Christen“) aufgerufen und der Terror-Anschlag am Schwedenplatz verherrlicht. Das „Haus gehört bald uns und dann die Welt“, steht da. Der schwer verdauliche Satz erinnert zudem an Nazi-Diktion. Ergänzt mit: „Allah“ möge dem 20-jährigen Attentäter, der am 2. November vier Menschen ermordete, „gnädig“ sein.

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Staatsschutz alarmiert

Besorgte Anrainer alarmierten daraufhin die Wiener Polizei und erstatteten Anzeige. Bislang ist noch unklar, wer hinter den erschütternden Schmierereien steckt. Das LVT (Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung) hat diesbezüglich bereits Ermittlungen aufgenommen. Diese sollen auch klären, ob die Parolen von IS-Sympathisanten stammen oder ob in dem Bau in der Leopoldstadt bewusst Muslime verunglimpft werden sollen. 

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Wien-Attentäter wollte in Kirchen töten

„Der Anschlag vom 2. November war ein dramatischer Terrorakt in Österreich und in seiner Dimension unvergleichlich“, sagte Innenminister Karl Nehammer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Dabei teilte er auch die neusten Erkenntnisse zu den Terror-Ermittlungen mit: Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Täter bewusst Opfer in Kirchen suchen wollte, um diese dann hinzurichten. Daher werde es sofort einen verstärkten Schutz für Kirchen geben. „Wir befinden uns in einer heiklen Phase“, sagte der Innenminister und warnte vor möglichen Nachahmungstätern.

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Daher werde es ab sofort eine erhöhte Präsenz der Sicherheitskräfte bei Kirchen und anderen Orten der Religionsausübung geben, kündigte der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, an. Zudem würde man sicherstellen, dass die Objekte zivil und in Uniform, offen und verdeckt bewacht werden. Hinzu kommen neue Sofort-Eingreiftruppen der Cobra, die mögliche Täter „innerhalb kürzester Zeit finden, diese binden und die Amok- oder Terrorlage finalisieren“, schilderte Brigadier Hannes Gulnbrein weiter.

Quelle: heute.at Foto: heute.at (Screenshot)

Prozess gegen möglichen Mitwisser

© TZOE/Artner; privat

Wien-Terror: Erster Komplize des Attentäters vor dem Richter

Der Angeklagte soll als 16-Jähriger den späteren ­Amokläufer mit radikal-islamistischen Basics versorgt haben.

Noch vor Weihnachten, konkret am 21. Dezember, steht in Wien ein heute 18-Jähriger wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung (§  278b) vor Gericht:

Teil der Anklage gegen den in der Terrornacht verhafteten möglichen Mitwisser des Anschlags ist, dass er einst seinen Bekannten Kujtim F. mit Videodateien und Internet-Links versorgte und den gebürtigen Nordmazedonier darin bestärkt hatte, in den Krieg nach Syrien zu ziehen: „Möge Allah dir die höchste Stufe im Paradies geben“, schrieb der Migranten-Teenie dem Islamistenfreund und wünschte ihm außerdem Schutz vor den Ungläubigen. Dabei verriet der 16-Jährige, dass er nach Abschluss seiner Ausbildung ebenfalls gen Syrien ziehen und sich dem IS anschließen werde.

Auf Weg nach Syrien aufgegriffen und gestoppt

Tatsächlich machte sich der spätere Vierfachkiller, von seinem Kumpel bestärkt, 2018 auf, um in der Ferne als „Gotteskrieger“ zu kämpfen. Kujtim F. kam allerdings nur bis in die Türkei, wo er aufgegriffen, festgenommen und nach vier Monaten Haft an Österreich ausgeliefert wurde. Dann kam er bei uns hinter Gitter – und radikalisierte sich hier nur noch mehr, bis er am 2. November mit einer MP, einer Pistole und einem Schwert in die Innenstadt marschierte.

Quelle: oe24

Größere Vielfalt?

Papst Franziskus erweist der heidnischen Gottheit Pachamama die Ehre

Papst plädiert für Sonderliturgien unterschiedlicher Kulturen.

Gottesdienste in der katholischen Kirche sollen nach dem Willen von Papst Franziskus eine größere kulturelle Vielfalt widerspiegeln. Der 1988 anerkannte kongolesische Ritus könne als „Beispiel und Vorbild für andere Kulturen“ dienen.

Das sagte das Kirchenoberhaupt am Dienstag in einer Videobotschaft. Schon nach der Amazonas-Synode im Oktober 2019 hatte Franziskus angeregt, für Amazonien eine eigene Liturgie mit Ausdrucksformen indigener Völker zu schaffen.

Sonderform der Messe für den Kongo

Normen für die Anpassung des römischen Ritus an die Traditionen unterschiedlicher Völker vorzuschlagen, sei eine der wesentlichen Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) gewesen, so der Papst. Allerdings habe es in den folgenden über 50 Jahren nur geringe Fortschritte in dieser Richtung gegeben. Die Sonderform der Messe für den Kongo sei der bislang „einzige inkulturierte Ritus der lateinischen Kirche“.

Gesang und Tanz spielen besondere Rolle

Der Papst rief dazu auf, für die katholische Kirche im Kongo jetzt auch Formulare zur Feier der übrigen Sakramente und Segnungshandlungen neben der Messe zu schaffen. Vor einem Jahr hatte Franziskus in Rom erstmals öffentlich einen Gottesdienst im kongolesischen Ritus gefeiert. Der Ablauf entspricht dem einer normalen Messe; jedoch spielen Gesang und Tanz sowie die Anrufung der Heiligen und der Vorfahren eine besondere Rolle.

Quelle: domradio.de Foto: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Polizei vermutet Terror-Hintergrund

© Symbolbild/Getty Images

Messer-Attacke in Lugano: Polizei vermutet Terror-Hintergrund

Die erste Frau hat die 28-Jährige mit bloßen Händen am Hals gepackt, die zweite mit einer Stichwaffe am Hals verletzt.

In der Schweiz gehen die Behörden nach einer Messerstecherei in einem Warenhaus in der Stadt Lugano mit zwei Verletzten laut eigener Aussage dem Verdacht einer islamistisch motivierten Attacke nach. Nach Angaben der Polizei habe kurz vor 14.00 Uhr eine 28-jährige Schweizerin, die in der Stadt im Kanton Tessin wohnt, in dem Kaufhaus zwei Frauen angegriffen und eine mit einem Messer verletzt. Eine der beiden Angegriffenen sei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden.

„Am 24.11.2020 kam es in einem Warenhaus in Lugano zu einem mutmaßlichen terroristisch motivierten Angriff auf mehrere Personen“, erklärte die Bundesanwaltschaft Dienstagabend. Die Angreiferin sei festgenommen worden. Gegen sie wird unter anderem wegen des Verdachts der versuchten vorsätzlichen Tötung, der schweren Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Verbot der extremistischen Gruppierungen Al-Kaida und Islamischer Staat ein Strafverfahren eröffnet.

Es handle sich um einen „mutmaßlichen terroristisch motivierten Angriff“, teilte auch das Bundesamt für Polizei (Fedpol) mit. „Dieser Angriff überrascht mich nicht“, sagte Direktorin Nicoletta della Valle am Dienstagabend in einer Pressekonferenz in Bellinzona. Solche Taten würden überall auf der Welt geschehen. Das Fedpol arbeite Hand in Hand mit der Tessiner Kantonspolizei, um den Fall zu untersuchen.

Die Polizei gehe Hinweisen nach, dass die Frau Sympathien für die Terrormiliz IS geäußert habe, berichteten Journalisten von einer abendlichen Pressekonferenz in Lugano. Nach Angaben des Kommandanten der Tessiner Kantonspolizei, Matteo Cocchi, war sie der Polizei bekannt.

Gemäß einer ersten Rekonstruktion des Tathergangs hat die in der Region Lugano wohnhafte Frau zwei Frauen angegriffen: Die erste habe sie mit bloßen Händen am Hals gepackt, während sie die zweite mit einer Stichwaffe am Hals verletzt habe. Die Täterin sei von einem Paar gestoppt und anschließend von der Polizei verhaftet worden.

Kanzler Kurz verurteilt islamistischen Terror

Angesichts des Messerangriffs in der Schweizer Stadt Lugano hat Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) „den terroristischen Anschlag voll und ganz“ verurteilt. Seine Gedanken seien bei den Opfern und er wünsche ihnen eine vollständige und schnelle Genesung, teilte Kurz am Dienstagabend auf Twitter mit. „Wir stehen in diesen schwierigen Stunden mit der Schweiz zusammen.“

„Wir werde eine gemeinsame Antwort auf den islamistischen Terrorismus in Europa geben und unsere Werte verteidigen“, betonte der Bundeskanzler in englischer Sprache.

Die neutrale Schweiz ist bisher von den groß angelegten jihadistischen Angriffen verschont geblieben. Aber es hat Hunderte von Einwohnern identifiziert, die als Bedrohung eingestuft wurden, und Gefährder, die in Kriegsgebiete gereist sind. Zwei Männer wurden in der Stadt Winterthur bei Zürich wegen möglicher Verbindungen zu dem Anschlag von Wien vom 2. November festgenommen. Sie hatten den Angreifer im Juli besucht.

Im September wurde ein Mann, den Schweizer Medien als „Emir von Winterthur“ bezeichneten, wegen Verbindungen zum „Islamischen Staat“ zu 50 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft untersucht auch, ob ein tödlicher Messerangriff auf einen Portugiesen im September in einem Kebab-Imbiss in der westschweizischen Stadt Morges am Genfer See auf ein mögliches „terroristisches Motiv“ zurückzuführen ist. Ein schweizerisch-türkischer Staatsbürger wurde festgenommen.

Quelle: oe24

Wien-Terrorist wollte auch in Kirchen angreifen

Der Wien-Terrorist Kujtim F. Foto: freilich-magazin (Screenshot)

Der Wien-Attentäter hatte offenbar auch geplant, in Kirchen nach Opfern zu suchen.

Der Attentäter, der beim Terror-Anschlag in der Wiener Innenstadt am 2. November vier Passanten getötet hat, dürfte gezielt auf weitere Opfer in Kirchen aus gewesen sein, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Das hat Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Donnerstag unter Verweis auf entsprechende Erkenntnisse der 60-köpfigen Ermittlungsgruppe „2. November“ bei einem Pressegespräch am Minoritenplatz durchblicken lassen.

Einzelheiten dazu gab Nehammer nicht preis. Die Kommunikation zum laufenden Ermittlungsverfahren sei das „Exklusivrecht“ der Staatsanwaltschaft Wien, hieß es. Die Sprecherin der Wiener Anklagebehörde, Nina Bussek, meinte im Anschluss auf APA-Anfrage, sie könne Nehammers Angaben nicht kommentieren. Der Staatsanwaltschaft liege kein entsprechender Bericht vor. Jedenfalls ordnete Nehammer am Donnerstag die verstärkte Bewachung von Kirchen und Synagogen in sämtlichen Bundesländern an. Die neun Landespolizeidirektionen sowie die Ämter für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung wurden dahin gehend informiert, Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) unterrichtete wiederum die betroffenen Kirchen- und Religionsgemeinschaften. Die Polizeikräfte würden ab sofort verstärkt vor Kirchen, Synagogen und anderen religiösen Einrichtungen Präsenz zeigen, kündigte Nehammer an. Die freie Religionsausübung sei ein hohes Gut, dieses gelte es zu schützen. „Wir können nur gemeinsam in Österreich gegen den Terror kämpfen“, bemerkte der Innenminister. Es bedürfe eines „gesellschaftlichen Schulterschlusses“, um zu signalisieren, „dass wir uns vom Terror nicht einschüchtern lassen“. Ein konkretes Bedrohungsszenario gegen kirchliche Einrichtungen und Stätten der Religionsausübung liegt laut Nehammer gegenwärtig zwar nicht vor. Allerdings befinde man sich in einer „besonders heiklen Phase“, weil ein Terror-Anschlag erfahrungsgemäß Nachahmungstäter auf den Plan rufen könnte. Zukünftig werden bei bestimmten Anlässen wie terroristischen Bedrohungsszenarien oder Ereignissen, bei denen Anschläge nicht ausgeschlossen werden können, mobile Streifen des Einsatzkommandos Cobra/DSE (EKO Cobra) mit gepanzerten Fahrzeugen sowie uniformierte Cobra-Beamte mit schwerer Ausrüstung eingesetzt. Die „schnellen Eingreifgruppen“ sollen im Alarmfall bewaffnete Täter oder Personen, von denen eine hohe Gefahr ausgehen könnte, identifizieren, orten, binden und gegebenenfalls neutralisieren. Die spezialisierten Beamten sind über die Sanitäter-Ausbildung hinaus in taktischer Verwundeten-Versorgung und der Sofortbehandlung von Schwerverletzten geschult. Sie können insbesondere bei der Erstversorgung von Schuss-, Stich- oder sonstigen schweren traumatischen Verletzungen rasche Hilfe leisten, betonte Brigadier Hannes Gulnbrein bei der Vorstellung der „Rapid Response Teams“ am Minoritenplatz.  Das EKO Cobra hat aktuell acht Standorte, nämlich in Wien, Wiener Neustadt, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg, Klagenfurt/Krumpendorf und Feldkirch. An jedem Standort steht neben einer „schnellen Eingreifgruppe“ auch eine Bereitschaft rund um die Uhr zur Verfügung, sodass jeder Einsatzort in Österreich innerhalb von 70 Minuten erreicht werden kann. Die Anzahl der eingesetzten „schnellen Eingreifgruppen“ ist situationsabhängig. Derzeit stehen sie flächendeckend im gesamten Bundesgebiet im Dienst. Zurückgegriffen wird auf sie hauptsächlich in Ballungszentren, Regierungsvierteln, Einkaufszentren, bei Sehenswürdigkeiten oder bei kritischer Infrastruktur wie Flughäfen.

Quelle: oe24

Neue Kardinäle statten Benedikt XVI. Besuch ab

Neue Kardinäle bei Papst emeritus Benedikt XVI. Bild: Ⓒ Siciliani (KNA)

Stippvisite beim Emeritus

Die vom Papst neu ernannten Kardinäle haben dem ehemaligen Papst Benedikt XVI. am Samstagabend einen Besuch abgestattet. Wie der Vatikan mitteilte, begleitete Papst Franziskus die elf in Rom anwesenden neuen Purpurträger in das Vatikan-Kloster „Mater ecclesiae“.

Neue Kardinäle bei Papst emeritus Benedikt XVI. Bild: Ⓒ Siciliani (KNA)

Dort, in den Vatikanischen Gärten, lebt sein Vorgänger. Die Neu-Kardinäle stellten sich dem früheren Papst dort vor. Wie der Privatsekretär Benedikts XVI., Erzbischof Georg Gänswein, der Katholischen NAchrichten-Agentur (KNA) sagte, legte der 93-jährige Emeritus den neu ernannten Kardinälen drei Dinge ans Herz: Freude im Glauben an Gott, den Advent als Vorbereitungszeit sowie Dankbarkeit gegenüber dem Papst als Nachfolger des Petrus.

Papst Franziskus bei Papst emeritus Benedikt XVI.Bild: Ⓒ Siciliani (KNA)

Zuvor hatte Franziskus bei einer Feier im Petersdom 13 Männern die Kardinalswürde verliehen. Zwei von ihnen, die Bischöfe Cornelius Sim aus Brunei und Jose Fuerte Advincula von den Philippinen, konnten pandemiebedingt nicht nach Rom reisen, nahmen aber via Internet an der Feier teil.

Quelle: domradio.de

Donald Trump schwankt zwischen Wahn und Wut

Reagierte auf harmlose Nachfragen aggressiv: Donald Trump zeigte sich erstmals wieder vor der Presse.
Bild: Semansky, AP, dpa

Donald Trump kündigt zwar eine friedliche Amtsübergabe an, verbreitet aber weiter absurde Theorien. Arbeitet er an seiner eigenen Dolchstoßlegende?

Eigentlich begehen die Amerikaner das Thanksgiving-Fest im Familienkreis. Donald Trump drängte es am Feiertag in die Öffentlichkeit. Und er war auf Krawall gebürstet. „Reden Sie nicht so mit mir!“, fuhr er den in Journalistenkreisen als freundlich bekannten Korrespondenten Jeff Mason an: „Sie sind ein Leichtgewicht. Ich bin der Präsident der Vereinigten Staaten!“

Diese Feststellung gilt allerdings nur noch für sechs Wochen – und Trump kann die Realität weiter nicht akzeptieren. Zum ersten Mal nach der Wahl am 3. November stellte er sich am Donnerstag den Fragen von Journalisten. „Das war eine manipulierte Wahl. Hundert Prozent“, behauptete er und fabulierte von „massivem Betrug“. Als Mason es wagte, nach einem Beleg zu fragen, fuhr Trump aus der Haut. Er beschimpfte den Reporter wild und entzog ihm das Wort.

Donald Trumps Klagewelle gegen die US-Wahl weiterhin erfolglos

Zwar antwortete der abgewählte Präsident später auf die Frage, ob er das Weiße Haus friedlich räumen werde, wenn das Wahlkollegium den Sieg von Joe Biden besiegelt: „Sicherlich werde ich das tun.“ Zuvor aber betonte er, dann würden die Wahlleute „einen Fehler“ machen. Biden habe „niemals 80 Millionen Stimmen“ bekommen. „Windige Beamte“ und „Staatsfeinde“ in Pennsylvania und Georgia hätten das Ergebnis manipuliert. Mit dieser haltlosen Behauptung begründet Trump auch die Klagewelle, die er angestoßen hat – bisher erfolglos. Von 39 Vorstößen wurden 38 von den Gerichten negativ beschieden oder gar nicht angenommen. Die Republikaner veranstalten nun öffentliche Schein-Anhörungen zu vermeintlichen Wahlmanipulationen.

„Ich denke, von jetzt bis zum 20. Januar wird noch viel passieren“, widersprach Trump jedem Gedanken an ein Einlenken. Tatsächlich bleiben ihm nach der Verfassung noch sieben Wochen im Amt. Am 14. Dezember tritt das Wahlleutegremium zusammen. Dort scheint Biden eine Mehrheit von 306 Stimmen der 538 Stimmen sicher. Offiziell ausgezählt wird das Ergebnis in Anwesenheit beider Kammern des US-Kongresses am 6. Januar. Zwei Wochen später findet die Inauguration des neuen Präsidenten statt.

Begnadigt US-Präsident Donald Trump sich selbst?

Die verbleibende Zeit dürfte Trump nicht nur nutzen, um politische Weggefährten und möglicherweise sich selbst zu begnadigen. Er dürfte auch alles daran setzen, weitere Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl zu schüren und die Biden-Präsidentschaft zu delegitimieren. In der Nacht zum Freitag twitterte er: „Ich habe gewonnen!“

Auch von Donald Trump begnadigt: Dieser Truthahn. Bild: Kaster, AP, dpa

„Trump schwankt zwischen Wahnvorstellungen und dem Furor, seine massive Erfahrung der Niederlage noch abzuwenden“, analysierte Tony Schwartz, Ghostwriter von Trumps Erfolgsbuch „The Art of the Deal“: „Er ist jämmerlich geworden“. Tatsächlich scheinen sich in Trumps Wirklichkeitsverweigerung rationale und irrationale Motive zu mischen. Für den einstigen Reality-TV-Star macht es durchaus Sinn, seine Person im Gespräch und die Trump-Show am Laufen zu halten. Das sichert ihm Spenden und verschafft ihm Zeit, seine künftige Rolle in der republikanischen Partei auszuloten, die er durch die Dolchstoßlegende an seine Person bindet.

New York Times: „Am Ende wird der Präsident von einem Wort gejagt: Verlierer“

Eine stärkere Rolle aber dürfte sein gekränkter Narzissmus spielen. „Am Ende wird der Präsident von einem Wort gejagt: Verlierer“, analysierte die New York Times auf ihrer Titelseite. Der Autor Dan Barry zeichnet darin nach, wie Trump in seiner beruflichen Laufbahn immer wieder Niederlagen mit absurden Lügen als Erfolge zu verkauften suchte. So behauptete er 1990, als sein Casino Taj Mahal überstürzt mit nur einem Viertel der Slot-Maschinen eröffnete, die Automaten seien in Flammen aufgegangen, weil die Gäste so wild gespielt hätten. Ein Jahr später war das Casino pleite.

Dieser Moment droht dem Präsidenten am 20. Januar. Seine Niederlage eingestehen aber wird er wahrscheinlich nie. „Das wäre eine sehr schwierige Sache“, gestand Trump.

Quelle: Augsburger Allgemeine, Doemens