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22.01.2020

Meliton von Sardes (†195) Bischof

Er ist das Lamm, das verstummt, er ist das geschlachtete Lamm, er, der geboren wurde aus Maria, dem anmutigen Mutterschaf. Er ist es, der aus der Herde herausgenommen und dem Tod geweiht wurde, am Abend umgebracht, nachts beerdigt…, um von den Toten aufzuerstehen und den Menschen aus der Tiefe seines Grabes zu erwecken. Er wurde also getötet. Und wo getötet? Im Herzen Jerusalems. Warum? Weil er ihre Lahmen geheilt, ihre Aussätzigen reingemacht, ihre Blinden wieder an das Licht geführt und ihre Toten auferweckt hat (Lk 7,22). Deshalb hat er gelitten. Im Gesetz und bei den Propheten steht geschrieben: „Sie vergelten mir Gutes mit Bösem; meine Seele ist verlassen. Sie planen Böses gegen mich und sagen: „Legen wir den Gerechten in Fesseln denn er ist unausstehlich“ (Jer 11,19). Warum hast du dieses unsägliche Verbrechen begangen? Du hast den entehrt, der dich geehrt hat, du hast den erniedrigt, der dich erhoben hat, du hast den verleugnet, der dich anerkannt hatte, du hast den zurückgewiesen, der dich herbeigerufen hatte, du hast den getötet, der dir das Leben gegeben hatte. Er musste leiden, aber doch nicht durch dich. Er musste gedemütigt werden, aber nicht von dir. Er musste verurteilt werden, aber nicht durch dich. Er musste gekreuzigt werden, aber nicht durch deine Hand. Das sind die Worte, die du zu Gott hättest schreien sollen: „O Herr, wenn dein Sohn schon leiden muss, wenn es dein Wille ist, dass er leidet, dann aber nicht durch mich!“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 22.01.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 3,1-6

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In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.
Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

21.01.2020

Benedikt XVI.

„Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat“

Schließlich ist es in unserer Zeit besonders dringend, daran zu erinnern, dass der Tag des Herrn auch der Tag der Ruhe von der Arbeit ist. Wir wünschen uns von Herzen, dass er als solcher auch von der zivilen Gesellschaft anerkannt wird, so dass es möglich ist, von der beruflichen Tätigkeit frei zu sein, ohne dafür bestraft zu werden. Tatsächlich haben die Christen – nicht ohne Beziehung zur Bedeutung des Sabbats in der jüdischen Tradition – im Tag des Herrn auch den Tag der Ruhe von den alltäglichen Mühen gesehen. Das hat seinen ganz bestimmten Sinn, denn es stellt eine Relativierung der Arbeit dar, die auf den Menschen ausgerichtet wird: Die Arbeit ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit. Der Schutz, der dadurch dem Menschen selbst geboten wird, ist leicht zu erahnen: Auf diese Weise ist er von einer möglichen Form der Sklaverei befreit. Wie ich bereits betont habe, „besitzt die Arbeit eine primäre Bedeutung für die Verwirklichung des Menschen und für die Entwicklung der Gesellschaft, und muss darum immer in voller Achtung der menschlichen Würde und im Dienst am Gemeinwohl organisiert und entfaltet werden. Zugleich ist es unverzichtbar, dass der Mensch sich nicht von der Arbeit verknechten lässt, dass er sie nicht zum Götzen macht, indem er sich einbildet, in ihr den letzten und endgültigen Sinn des Lebens zu finden.“ Der gottgeweihte Tag ist es, der dem Menschen das Verständnis für den Sinn seines Lebens und auch seiner beruflichen Tätigkeit erschließt.

Quelle: „Sacramentum Caritatis“, 22.02.2007, © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 21.01.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 2,23-28

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An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.
Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten – wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

20.01.2020

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) Papst

Die Kirche, Braut Christi

Von grundlegender Bedeutung sind hierbei die Worte aus dem Epheserbrief: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen. So will er die Kirche herrlich vor sich erscheinen lassen, ohne Flecken, Falten… . Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche“ (5,25–32). Wir befinden uns hier mitten im Ostergeheimnis, das Gottes bräutliche Liebe zutiefst offenbart. Christus ist der Bräutigam, weil er „sich hingegeben hat“: Sein Leib wurde „hingegeben“, sein Blut wurde „vergossen“ (vgl. Lk 24,19.20). So hat er „seine Liebe bis zur Vollendung erwiesen“ (Joh 13, 1). Die „aufrichtige Hingabe“, die im Kreuzesopfer enthalten ist, hebt endgültig den bräutlichen Sinn der Liebe Gottes hervor. Christus ist als Erlöser der Welt der Bräutigam der Kirche. Die Eucharistie ist das Sakrament unserer Erlösung. Sie ist das Sakrament des Bräutigams und der Braut. Die Eucharistie vergegenwärtigt und verwirklicht auf sakramentale Weise aufs Neue den Erlösungsakt Christi, der die Kirche als seinen Leib „erschafft“. Mit diesem „Leib“ ist Christus verbunden wie der Bräutigam mit der Braut. Alle diese Aussagen sind im Brief an die Epheser enthalten. In dieses „tiefe Geheimnis“ Christi und der Kirche wird die seit dem „Anfang“ von Mann und Frau gebildete bleibende „Einheit der zwei“ eingefügt.

Quelle: Apostolisches Schreiben „Mulieris dignitatem“,15.081988, © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 20.01.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 2,18-22

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Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss. Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Aus der Tiefe des Herzens

Kardinal Robert Sarah mit Benedikt XVI.: Gemeinsam haben sie eine Lanze für die Beibehaltung des priesterlichen Zölibats gebrochen und eine Warnung an Papst Franziskus ausgesprochen.

Unter Berufung auf „verläßliche Quellen“ veröffentlichte der bekannte italienische Journalist Antonio Socci heute auf Facebook die „Rekonstruktion“ der Hintergründe zum Distanzierungstheater der vergangenen Tage, das rund um das heute veröffentlichte Buch „Aus der Tiefe des Herzens“ von Kardinal Robert Sarah und Benedikt XVI. entstanden ist.

In diesem Buch verteidigen die beiden Autoren den priesterlichen Zölibat und fordern Papst Franziskus auf, nichts an der geltenden Praxis zu ändern. Benedikt XVI. stellt sich entsprechenden, tatsächlichen oder vermeintlichen Absichten in den Weg.

„Das Buch ‚Aus den Tiefen unserer Herzen‘ stammt eindeutig von Benedikt XVI. und Kardinal Sarah (wie im übrigen die von Kardinal Sarah veröffentlichten Briefe zwischen beiden unmißverständlich beweisen). Alles war von Anfang an im gegenseitigen Einvernehmen entschieden und vereinbart worden.“

Dann aber, so Socci, als am Sonntag von Le Figaro die Ankündigung des Buches veröffentlicht wurde, „war im Vatikan die Hölle los, weil Franziskus außer sich war, vor Wut“.

Der Vatikanist nennt auch den Grund für den päpstlichen Gemütsausbruch:

„Tatsächlich hindert ihn diese machtvolle Erklärung von Benedikt XVI. daran, den kirchlichen Zölibat zu zertrümmern, wie er es mit dem nächsten nachsynodalen Schreiben beabsichtigt hatte.“

Was unternahm Franziskus darauf? (Heraushebungen im Original):

„Er PERSÖNLICH hat Msgr. Gänswein, den Sekretär von Benedikt XVI., aber auch Präfekt des Päpstlichen Hauses von Bergoglio, zu sich gerufen und ihm wütend BEFOHLEN, den Namen von Benedikt XVI. von der Titelseite dieses Buches zu streichen (nachdem er nicht mehr fordern konnte, die Texte des Buches auszutauschen).“

Papst Franziskus habe zunächst weit mehr verlangt:

„Bergoglio forderte eine vollständige und totale Verleugnung. Aus diesem Grund sprachen die ersten durchgesickerten Nachrichten von Quellen ‚in der Nähe von Benedikt XVI.‘, laut denen Benedikt weder ein vierhändig verfaßtes Buch mit Sarah geschrieben noch seinen Namen auf dem Buch genehmigt hatte (d.h. seine Unterschrift unter das Buch).
Das stimmte aber nicht, und Benedikt XVI. konnte es nicht akzeptieren, eine Lüge zu sagen und damit implizit Kardinal Sarah zu beschuldigen, ihn ohne seine Zustimmung in die Sache einbezogen zu haben. Papst Benedikt hatte auch gar nicht die Absicht, zurückzunehmen, was er zur Verteidigung des Zölibats in diesem Buch geschrieben hatte.“

Kardinal Sarah machte inzwischen, „der Wahrheit wegen“, Teile des Schriftverkehrs zwischen ihm und Benedikt XVI. öffentlich, die belegten, daß das Buch von beiden gewünscht wurde, und daß Benedikt XVI. zu allem seine Zustimmung gegeben hatte.

Zugleich sah sich Benedikt XVI. allerdings auch dem Problem gegenüber, seinen persönlichen Sekretär, Erzbischof Gänswein, in Schutz nehmen zu müssen:

„Auf der anderen Seite befand sich Benedikt auch in der Not, seinen Sekretär, der von Bergoglio einen herrischen Befehl erhalten hatte, vor den südamerikanischen ‚Vendette‘ [Rache] in Sicherheit zu bringen.
So kam diese Kompromißlösung zur Anwendung: In den nächsten Ausgaben wird der Autor des Buches Kardinal Sarah ‚MIT DEM BEITRAG VON BENEDIKT XVI.‘ sein. Der Text des Buches bleibt in jedem Fall gleich.“

Socci spricht von einem „chaotischen Kompromiß“, der es dem „bergoglianischen Hof“ erlaubte, den Medien zu sagen, Benedikt XVI. habe seine Unterschrift unter das Buch zurückgezogen, „auch wenn das nicht wahr ist“. Das Buch allerdings konnte so, „faktisch wie es ist“, erscheinen. Tatsächlich ist die bereits gedruckte französische Ausgabe heute in den Buchhandel gekommen und weist Kardinal Sarah und Benedikt XVI. als Autoren aus.

Und was ist laut Socci von der ganzen Sache zu halten?

„Es ist eine sehr häßliche Geschichte klerikaler Arroganz, die letztlich darauf abzielt, Benedikt XVI. mundtot zu machen.“

Soccis Schlußfolgerung:

„Die grundsätzliche Frage bleibt: Wenn Bergoglio in seinem [nachsynodalen Schreiben] dem Zölibat DIE KUGEL GIBT (durch die Weihe von ‚viri probati‘), stellt er sich de facto in einen direkten Gegensatz zur Lehre der Kirche, die von Benedikt XVI. in diesen Tagen bekräftigt wurde. Er übernimmt damit die Verantwortung für einen schwerwiegenden Bruch und folgenschwere Auswirkungen.“

Quelle: katholisches Text: G. Nardi Bild: Screens.

19.01.2020

Hl. Theresia Benedicta a Cruce – Edith Stein (1891-1942)

Karmelitin, Märtyrerin, Mitpatronin Europas

In der Apokalypse schreibt der hl. Apostel Johannes: „Ich sah: und siehe, inmitten des Thrones stand ein Lamm wie getötet …“ (Apocal. 5,6). Als der Seher von Patmos dieses Gesicht schaute, da lebte in ihm noch die Erinnerung an den unvergesslichen Tag am Jordan, als Johannes der Täufer ihm das „Lamm Gottes“ zeigte, das „hinwegnimmt die Sünden der Welt“ (Joh. 1,29). Aber warum hatte Er denn das Lamm als bevorzugtes Sinnbild gewählt? Warum zeigte Er sich noch in dieser Gestalt auf dem ewigen Thron der Herrlichkeit? Weil Er unschuldig war wie ein Lamm und demütig wie ein Lamm; und weil er gekommen war, um sich wie ein Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen (Is. 53,7). Auch das hatte Johannes mitangesehen, als der Herr sich im Ölgarten binden ließ und auf Golgotha ans Kreuz nageln. Dort auf Golgotha war das wahre Opfer der Versöhnung vollbracht worden. Damit hatten die alten Opfer ihre Kraft verloren; und bald hörten sie ganz auf, wie auch das alte Priestertum, als der Tempel vernichtet wurde. Das alles hatte Johannes miterlebt. Darum wunderte er sich nicht über das Lamm auf dem Thron. Wie das Lamm getötet werden musste, um auf den Thron der Herrlichkeit erhöht zu werden, so führt der Weg zur Herrlichkeit für alle, die zum Hochzeitsmahl des Lammes auserwählt sind, durch Leiden und Kreuz. Wer sich dem Lamm vermählen will, der muss sich mit Ihm ans Kreuz heften lassen. Dazu sind alle berufen, die mit dem Blut des Lammes bezeichnet sind, und das sind alle Getauften. Aber nicht alle verstehen den Ruf und folgen ihm.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 19.01.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 1,29-34

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé