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Gefeiert am 14. November

Bernhard Letterhaus bei der Verhandlung vor dem Volksgerichtshof

Bernhard Letterhaus – Gewerkschaftssekretär und Märtyrer

* 10. Juli 1894 in Barmen, heute Stadtteil von Wuppertal in Nordrhein-Westfalen
† 14. November 1944 in Berlin-Plötzensee

Bernhard Letterhaus war Sohn einer streng katholischen Familie, sein Vater war Schumachermeister. Bernhard erlernte den Beruf des Bandwirkers, besuchte dann die höhere Fachschule für Textilindustrie in seiner Heimatstad und arbeitete als Textiltechniker. Als Soldat im 1. Weltkrieg erhielt er nach mehreren Verwundungen das Eiserne Kreuz I. Klasse und wurde Unteroffizier. Danach war er als Gegner der Sozialdemokratie hauptberuflich für die Zentrumspartei in Barmen tätig; ab 1920 beim Zentralverband christlicher Textilarbeiter in Düsseldorf. 1927 ging er als Sekretär des Verbandes der katholischen Arbeiter- und Knappenvereine nach Mönchengladbach und wurde mit Artikeln in der Westdeutschen Arbeiter Zeitung bekannt. 1928 kam er als Abgeordneter der Zentrumspartei in den Preußischen Landtag, 1933 wurde er Mitglied des Fraktionsvorstandes.

Schon 1931 rief Letterhaus als Vizepräsident des Katholikentages in Münster zur Abwehr des Nationalsozialismus auf, ab 1933 stand er mit den Arbeitervereinen dem Nationalsozialismus kritisch gegenüber. Er lehnte das Ermächtigungsgesetz entschieden ab, dem Konkordat des Vatikan mit dem Deutschen Reich – dem ersten Vertrag einer ausländischen Macht mit dem Hitler-Staat – stand er kritisch gegenüber. Seiner politischen Möglichkeiten bald schon weitgehend beraubt, intensivierte er die Vereins- und Verbandsarbeit, bis 1935 die katholischen Arbeitervereine in Münster, 1938 auch in Mainz und Limburg ebenso wie die Verbandszeitschrift Ketteler-Wacht verboten wurden. 1939 wurde Letterhaus zum Wehrdienst einberufen. Freunde aus den Widerstandskreisen verschafften ihm ab 1942 eine Stelle in der Presseabteilung bei der Auslandsabteilung, der Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht. Er gehörte zum führenden Kreis der Widerstandskämpfer, hatte Verbindungen zu Alfred Delp, Carl Goerdeler, Nikolaus Groß, Jakob Kaiser, Wilhelm Leuschner und anderen und war als Mitglied der neuen Regierung im Gespräch.

Am 20. Juli 1944, nach dem Attentat auf Hitler, das er für nötig erachtete, eine persönliche Beteiligung aber aus Gewissensgründen ablehnte, lehnte er ein Untertauchen in den Niederlanden ab und wurde nach fünf Tagen verhaftet, weil sein Name auf den Listen der Widerständler für Verantwortungsträger nach dem Kriegsende stand. Er wurde ins Konzentrationslager Ravensbrück eingeliefert, dann ins Gefängnis nach Berlin-Tegel verlegt. Am 13. November durch Volksgerichtshof unter der Leitung von Roland Freisler wegen Landes- und Hochverrats zum Tode durch den Strang verurteilt und am darauffolgenden Tag getötet.

 

Hl. Alberich von Utrecht – Bischof

* in Friesland
† 14. November 784 daselbst

Alberich stammte aus dem königlichem Geschlecht der Merowinger, wurde Benediktinermönch und Prior in Köln. 780 wurde er als Nachfolger seines Onkels Gregor der zweite Bischof von Utrecht und wirkte tatkräftig als Missionar der Friesen; dabei fand er den Tod.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

14.11.2019

Hl. John Henry Newman (1801-1890) Kardinal

„Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch“

Ist es schwierig für den Glauben, das Wort der Schrift über unsere Verbindung mit einer höheren Welt anzunehmen? Die Welt der Geister ist zwar unsichtbar, aber gegenwärtig: Gegenwart, nicht Zukunft, nicht Ferne. Sie ist nicht oberhalb des Himmels, sie ist nicht jenseits des Grabes, sie ist hier und jetzt: „Das Reich Gottes ist unter uns“ (vgl. Lk 17,21). Davon spricht der hl. Paulus, wenn er sagt: „Wir starren nicht auf das Sichtbare, sondern blicken nach dem Unsichtbaren aus, denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig“ (vgl. 2 Kor 4,18) So ist das verborgene Reich Gottes; und wie es jetzt verborgen ist, so wird es offenbar werden, wenn die Zeit gekommen ist. Die Menschen denken, sie seien die Herren der Welt und könnten machen, was sie wollen. Sie denken, diese Erde sei ihr Eigentum und sie könnten ihren Lauf bestimmen; während doch die Kleinen darin wohnen, die zu Christus gehören, von ihnen jedoch verachtet werden, und seine Engel, an die sie nicht glauben. Und diese werden am Ende die Welt in Besitz nehmen und sich offenbaren. Gegenwärtig läuft scheinbar alles so weiter wie von Beginn der Schöpfung an, und die Spötter fragen: „Wo bleibt denn seine verheißene Ankunft?“ (2 Petr 3,4). Zur festgesetzten Zeit aber wird es „das Offenbar werden der Söhne Gottes“ geben, und dann „werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten“ (Röm 8,19; Mt 13,43). Als die Engel den Hirten erschienen, war das eine plötzliche Erscheinung: „Plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer“ (Lk 2,13). Was für ein wunderbarer Anblick! Vorher schien es eine Nacht wie jede andere Nacht zu sein: Sie hielten Wache bei ihren Herden; sie beobachteten den Lauf der Nacht. Die Sterne zogen ihre Bahn: es war Mitternacht. Sie hatten keine Ahnung von dem Ereignis, als der Engel erschien. So ist es mit der Macht und Stärke, die in den Dingen, die wir sehen, verborgenen sind, und nach Gottes Willen werden sie offenbar.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 14.11.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 17,20-25

Hier zum Nachhören

In jener Zeit als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher! Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Gefeiert am 13. November

Sel. Carl Lampert – Priester und Märtyrer

* 9. Januar 1894 in Göfis bei Feldkirch in Österreich
† 13. November 1944 in Halle in Sachsen-Anhalt

Carl Lampert * 9. Januar 1894 in Göfis; † 13. November 1944 im Zuchthaus „Roter Ochse“ in Halle (Saale) war ein katholischer Geistlicher, der von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.

Leben

Carl Lampert wurde am 9. Januar 1894 als jüngstes von sieben Kindern  des Bauern Franz Xaver Lampert und dessen Frau Maria Rosina Lampert  geboren. Er war Schüler der Volksschule in Göfis und des staatlichen Gymnasiums in Feldkirch.  Obwohl sein Vater früh starb, konnte Lampert dank der Förderung eines  Onkels die Schule weiter besuchen. Nach der im Jahr 1914 abgelegten Matura trat Lampert im Herbst desselben Jahres in das Fürsterzbischöfliche Priesterseminar in Brixen ein, wo er am 12. Mai 1918 von Bischof Franz Egger zum Priester geweiht wurde. Am 26. Mai 1918 feierte er seine Primiz.

Werdegang

Carl Lampert begann sein Wirken als Kaplan in Dornbirn, wo er sich vor allem um die Jugendarbeit bemüht machte. Im Jahr 1930 zog er mit der finanziellen Unterstützung von Bischof Sigismund Waitz nach Rom, um dort das Studium des Kirchenrechts aufzunehmen. Er bezog sein Quartier im Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima, wo er bis 1935 lebte und als Sekretär an der Römischen Rota arbeitete. Im Jahr 1935 wurde er in den Rang eines Advokaten erhoben und zum Monsignore ernannt.

Am 1. Oktober 1935 trat Lampert seine Stelle in der Diözese Innsbruck  an. Hier sollte er auf Geheiß von Bischof Waitz den Aufbau des  kirchlichen Gerichts überwachen, eine eher administrative Aufgabe. Auch  war er Geistlicher im Innsbrucker Priesterseminar sowie ab 1936  Präsident des katholischen Verlagshauses Tyrolia. Mitte der 1930er Jahre war Lampert kurzzeitig als möglicher Diözesanbischof von Innsbruck im Gespräch, doch Papst Pius XI. entschied anders und ernannte am 15. Oktober 1938 den jüngeren Geistlichen Paulus Rusch zum Apostolischen Administrator. Lampert wurde am 15. Januar 1939 zum Provikar ernannt und somit zu Ruschs Stellvertreter.

Leidensweg

Durch einen „Führerbefehl“, wonach Bischöfe von der  NS-Gerichtsbarkeit nicht zu belangen seien, kam bald Provikar Lampert in  den Fokus des Regimes. Gauleiter Franz Hofer,  der eine rigorose Anti-Kirchen-Politik in seinem Gau verfolgte, ließ  bald darauf Klöster schließen und Ordensleute verhaften, darunter im  November 1938 das Canisianum und in den ersten Märztagen des Jahres 1940 auch das Kloster der Ewigen Anbetung in Innsbruck.  Da die Nonnen sich den Anordnungen widersetzten, machte Gauleiter Hofer  Provikar Lampert dafür verantwortlich und ließ ihn am 4. März 1940  festnehmen. Nach zehn Tagen Haft im Polizeigefängnis Innsbruck-Adamgasse wurde Lampert am 14. März 1940 wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ein Bericht in Radio Vatikan,  der am 23. März 1940 in deutscher Sprache gesendet wurde, und in dem  die Situation der Kirche und die Repressalien des NS-Regimes gegenüber  den Geistlichen in der Diözese Innsbruck zur Sprache kamen, brachte  Provikar Lampert erneut ins Gefängnis. Die Gauverwaltung vermutete in  Lampert einen Spitzel für die Vatikanstadt. Allerdings kam er erneut nach relativ kurzer Zeit wieder frei.

Beim nächsten Mal hatte Lampert jedoch nicht mehr Glück. 1939 war der Pfarrer von Götzens, Otto Neururer ins KZ Dachau  deportiert worden. Lampert hatte vergeblich versucht, Neururer  freizubekommen, zumal sein Kollege gesundheitlich angeschlagen war. Am  30. Mai 1940 wurde Neururer im KZ Buchenwald  ermordet. Das Regime sandte Neururers Asche nach Götzens mit dem Ziel,  diese anonym zu bestatten. Als Lampert jedoch eine Todesanzeige in einer  Kirchenzeitung veröffentlichen ließ, in der auch Neururers Todesort  angeführt wurde, ließ man ihm am 5. Juli 1940 wegen Verstoßes gegen die NS-Geheimhaltungsvorschriften erneut verhaften.

Carl Lampert wurde am 25. August 1940 nun auch nach Dachau deportiert. Am 1. September 1940 folgte der Transport ins KZ Sachsenhausen bei Berlin.  Hier wurde er der Strafkompanie zugeteilt, einem Trupp, in dem er harte  körperliche Arbeit verrichten musste. Dennoch hielt er an seinem  Glauben fest, wie ein Treffen Lamperts mit dem ebenfalls in  Sachsenhausen inhaftierten Innsbrucker Caritasdirektor Josef  Steinkelderer beweist. Dieser flüsterte Lampert zu: Martyres sumus (Märtyrer sind wir), worauf Lampert antwortete: In Christi nomine pro ecclesia (Im Namen Christi für die Kirche).

Nach drei Monaten in Sachsenhausen wurde Lampert am 15. Dezember 1940  zurück nach Dachau deportiert, wo er noch weitere acht Monate  inhaftiert blieb. Am 1. August 1941 wurde er zwar freigelassen, wurde  jedoch mit einem Betretungsverbot des Reichsgaus Tirol-Vorarlberg belegt.

Lampert zog daraufhin am 16. August 1941 nach Stettin, wo er im Carolusstift erneut als Seelsorger wirkte und auf diese Weise versuchte, geistlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. Auch arbeitete er als Geistlicher in einem Lazarett, in Swinemünde und in Parchim.

Was Lampert jedoch nicht wusste, war, dass die Gestapo einen Spitzel auf ihn angesetzt hatte. Ingenieur Hagen sei ein nazifeindlicher und tiefreligiöser Mensch auf der Suche nach  Spiritualität. In Bibelstunden und Diskussionsrunden erschlich sich Hagen das Vertrauen von Lampert. In Wahrheit handelte es sich jedoch bei Hagen um Franz Pissaritsch, einen Anwärter um die Aufnahme in die Waffen-SS.  Pissaritsch versuchte Lampert zu Aussagen gegen das NS-Regime zu  bewegen, worauf Lampert jedoch kaum einging. Als er nach einigen Monaten  Spionagetätigkeit noch keine konkreten Beweise sammeln konnte,  konstruierte Pissaritsch ein Komplott, wonach Lampert Feindsender  abgehört hätte und durch Aussagen die Wehrkraft zersetzt hätte.

Dieses Protokoll war die Grundlage zu einer Verhaftungswelle, bei der  am 4. Februar 1943 etwa 40 Geistliche und Ordensschwestern verhaftet  wurden, darunter auch Carl Lampert. In den kommenden Monaten wurde  Lampert intensiven Verhören und Folterungen unterworfen. Zwei Auszüge  aus den Protokollen zeugen von Lamperts Standhaftigkeit.

Vorsitzender Trettin: „Herr Lampert, sind Sie doch  vernünftig, verlassen Sie die Kirche und das Priestertum. Das ist doch  alles nur Hokuspokus. Zeugen Sie Kinder für den Führer Adolf Hitler. Ich werde Ihnen einen guten Posten verschaffen!“

Lampert: „Herr Kommissar, ich liebe meine Kirche. Ich bleibe  meiner Kirche treu und auch dem Priesteramt: Ich stehe für Christus und  liebe seine Kirche!“

Frage: „Was schätzen Sie höher: das Evangelium oder Hitlers ,Mein Kampf‘?“

Lamperts Antwort: „Das Evangelium ist Gottes Wort und  verkündet die Liebe. Das Buch des Herrn Hitler ist das Werk eines  Menschen und predigt den Hass!“

Der Prozess gegen Lampert und zwei weitere Priester, Pater Friedrich Lorenz und Kaplan Herbert Simoleit wurde im Dezember 1943 vor dem Reichskriegsgericht in Halle (Saale) eröffnet. Selbst vor Gericht erschien SS-Mann Pissaritsch unter seinem falschen Namen Ingenieur Hagen um durch seine Aussagen die Anklage zu bekräftigen.

Lampert wurde am 20. Dezember 1943 erstmals für schuldig befunden.  Wegen gerichtsinternen Streitigkeiten − es gab Richter die sich für die  Todesstrafe aussprachen, andere plädierten wegen Lamperts Glauben für  eine lange Haftstrafe – wurde das Todesurteil nicht unterzeichnet. Am  14. Januar 1944 wurde der Prozess an das Reichskriegsgericht in Torgau  delegiert, wohin Lampert deportiert wurde. Sieben Monate verbrachte er  nahezu in Isolationshaft. Das Urteil wie es in Halle gefällt wurde,  wurde am 27. Juli 1944 in allen Punkten bestätigt. In der Nacht bevor  Generalstabsrichter Werner Lueben das Urteil unterzeichnen hätte müssen, beging dieser am Morgen des 28. Juli 1944 Suizid. Eine seiner letzten Aussagen war:  „Es handelt sich in diesem Fall weder um „Verbrecher“  noch um asoziale Elemente. Ihre einzige Tragik ist es, dass sie  katholische Priester sind!“

Mit neuen Richtern versehen kam es zu einem dritten Prozess gegen  Lampert der am 8. September 1944 mit Pater Friedrich Lorenz und Kaplan  Herbert Simoleit erneut zum Tod verurteilt wurde.

Am 13. November 1944 wurden Lampert und die mit ihm Verurteilten ins Zuchthaus Roter Ochse nach Halle gebracht. Hier wurde er um 16:00 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet.

Die Urne mit seiner Asche wurde zunächst in Halle beigesetzt und erst  nach dem Krieg, 1948, in seine Vorarlberger Heimatgemeinde Göfis überstellt.

Am 13. November 2011 wurde Carl Lampert in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Dornbirn durch Karsinal Angelo Amato selig gesprochen.

 

Hl. Homobonus – Wohltäter

* 1120 in Cremona in Italien
† 13. November 1197 daselbst

Homobonus, Sohn eines Schneiders und Kleiderhändlers, war ein frommer Kaufmann, verheiratet und Vater vieler Kinder. Seine Zeitgenossen rühmen, wie er sich in seinem Gewerbe Bedürftigen gegenüber als sehr großzügig erwies und sanftmütig und selbstlos Armen und Kranken half. Etwa im Alter von 50 Jahren gab er seine Arbeit auf, lebte in keuscher Ehe und verwendete seinen Reichtum für die Pflege Armer und Kranker, errichtete Spitäler, sorgte für Waisen. Erzählt wird, dass er den Armen sein letztes Brot gab, dann aber mittags in seinem Korb sogar besseres fand. Er widmete sich auch der Bekehrung von Irrlehrern und der Befriedung von Streitigkeiten in seiner Stadt.

Auf Betreiben von Sicardus, dem Bischof von Cremona, wurde Homobonus 1198 kanonisiert, nachdem sich viele Wunder an seinem Grab ereigneten. 1201 wurden seine Gebeine nach Cremona übertragen. Die Verehrung setzte sich allerdings nur langsam durch, obwohl Homobonus‘ Vorbild dem spirituellen Bedürfnis der Zeit entsprach.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

13.11.2019

Das Leben des hl. Franziskus von Assisi

Als der heilige Franziskus dort über fünfzig Tage lang krank darniederlag, ertrug er es nicht, tagsüber das Tageslicht und in der Nacht das Licht des Feuers zu sehen, sondern blieb im Haus und in jener kleinen Zelle stets im Dunkeln. Als der heilige Franziskus daher eines Nachts darüber nachdachte, wie viel Not er leide, wurde er von Mitleid gegen sich selbst bewegt und sagte in seinem Inneren: „Herr, schau her zu meiner Hilfe in meinen Krankheiten, damit ich sie geduldig zu ertragen vermag!“ Und sogleich wurde ihm im Geist gesagt: „Sag mir, Bruder: Wenn dir jemand für diese deine Krankheiten und Plagen einen großen und kostbaren Schatz gäbe … würdest du dich dann nicht sehr freuen? Wohlan denn, Bruder, freue dich und frohlocke sehr in deinen Krankheiten und Plagen, denn fortan magst du dich so sicher fühlen, als wärst du schon in meinem Königreich.“ Als er sich am frühen Morgen erhob, sagte er zu seinen Gefährten: Also muss ich im Herrn Mut schöpfen. Gott, dem Vater, und seinem einzigen Sohn, unserem Herrn Jesus Christus, und dem Heiligen Geist muss ich immer danken für die so große, mir erwiesene Gnade und den Segen, hat er doch einem noch im Fleische Lebenden, nämlich mir, seinem unwürdigen kleinen Diener, durch seine Barmherzigkeit gnädig sein Königreich zugesichert. Daher will ich zu seinem Lob, zu unserem Trost und zur Erbauung des Nächsten ein neues „Loblied des Herrn auf seine Geschöpfe“ dichten, deren wir uns täglich bedienen und ohne die wir nicht leben können. In ihnen beleidigt die Menschheit den Schöpfer sehr, und täglich sind wir undankbar für eine so große Gnade, weil wir unseren Schöpfer und Spender aller Güter nicht dafür loben, wie wir sollten. Nun gab er dem „Loblied des Herrn“, das er schuf, nämlich: „Höchster, allmächtiger, guter Herr“, einen Namen und nannte es: „Gesang von Bruder Sonne“, welcher schöner als alle anderen Geschöpfe und mit Gott mehr zu vergleichen ist. Daher sagte er: „Am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, sollte jeder Mensch Gott loben, der sie geschaffen hat, da durch sie unsere Augen am Tage erleuchtet werden. Abends, wenn es Nacht wird, sollte jeder Mensch Gott loben wegen des anderen Geschöpfes, des Bruders Feuer, da durch dieses unsere Augen in der Nacht erleuchtet werden.“ Und er sagte: „Wir alle sind wie Blinde, und der Herr erleuchtet durch diese beiden Geschöpfe unsere Augen. Wegen dieser und seiner anderen Geschöpfe, deren wir uns täglich bedienen, müssen wir ihn, den glorreichen Schöpfer, deshalb immer ganz besonders loben.“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 13.11.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 17,11-19

Hier zum Nachhören

Es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter. Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Aus Psalm 34

Hier zum Nachhören

Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten,
seine Ohren hören ihr Schreien.
Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,
um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.

Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr;
er entreißt sie all ihren Ängsten.
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,
er hilft denen auf, die zerknirscht sind.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Gefeiert am 12. November

Hl. Josaphat – Erzbischof von Polock und Märtyrer

* 1580 in Wolhynien in der Ukraine
† 12. November 1623 in Witebsk (Viciebsk) in Weißrussland

Josaphat wurde 1580 als Sohn des Stadtrats Kunzewitsch in Wlodzimierz (Wolhynien) geboren. Er kam als Kaufmannsgehilfe nach Wilna, wo er 1604 Basilianermönch wurde und zu der mit Rom unierten ruthenischen Kirche übertrat. 1614 wurde er Klostervorsteher in Wilna, 1617 Koadjutor des Erzbischofs von Polozk und im Jahr darauf sein Nachfolger. Durch sein Werben für die Union mit der römischen Kirche machte er sich bei den Orthodoxen verhasst; sie nannten ihn den „Seelenräuber“. Auf einer Visitationsreise wurde er 1623 von den fanatisierten Schismatikern grausam ums Leben gebracht. Er wurde 1643 selig und 1867 heilig gesprochen.

 

Hl. Ämilian – Priester und Einsiedler

* 473 in Berceo in Spanien
† 12. November 574 in Nordspanien

Millán de la Cogalla lebte fast 40 Jahre lang erst als Einsiedler und Hirte, dann als Abt der Mönchsgruppe, die sich um ihn versammelt hatte, in der Höhle des Distercio-Gebirges. Er wirkte dann als Pfarrer in Vernejo und schließlich als Lehrer, bis er im Alter von über 100 Jahren starb. Schon zu Lebzeiten verbreiteten sich Berichte über zahlreiche von ihm gewirkte Wundertaten.

Nach der Vertreibung der Mauren aus Nordspanien im Jahr 923 ließen sich Mönche an seinem Grab nieder und gründeten das Doppelkloster San Millán de la Cogolla, heute eine der schönsten spanischen Klosteranlagen. 1835 verließen die Benediktiner das Kloster, 1878 übernahmen es Augustinermönche. Ein Künstler aus dem Süden entwarf eine Kirche in maurischem Stil, die 984 geweiht wurde und das Grab von Millán beherbergt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria