Archiv für den Monat: Oktober 2018

23.10.2018 – Worte einer Herz Jesu Franziskanerin

Von Schwester Klara, Herz Jesu Franziskanerin

„Die Herz Jesu Franziskaner und Herz Jesu Franziskanerinnen bleiben der überlieferten römisch-katholischen Glaubenslehre treu. Wir weigern uns beharrlich protestantische Irrlehren zu übernehmen, die im Dunstkreis des Modernismus zur Selbstverständlichkeit geworden sind.“

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2018

23.10.2018 – Dienstag der 29. Woche im Jahreskreis

Hl. Vinzenz von Paul

Kleine einfache Übungen der Vergegenwärtigung Gottes

Bedenkt, liebe Töchter, die Treue, die ihr Gott schuldet. Eure Berufung besteht darin, dass ihr euch oft die Gegenwart Gottes bewusst macht. Damit euch das einfacher gelingt, bedient euch der Hinweise, die das Schlagen der Uhr euch geben wird, um dann irgendein Akt der Anbetung zu verrichten. Ein solcher Akt könnte dann darin bestehen, in eurem Innersten etwa folgende Worte zu sagen: „Mein Gott, ich bete Dich an“, oder auch „Mein Gott, Du bist mein Gott“, „Mein Gott, ich liebe Dich aus ganzem Herzen“; „Ich wünschte, dass alle Welt, Dich, o mein Gott, erkennen und ehren würde, dass sie die Ablehnung, die Du freiwillig auf Erden erduldest hast, hochzuschätzen wüsste“. Zu Beginn jedes dieser (Gebets-)Akte könntet ihr die Augen schließen, um euch vorher kurz zu sammeln.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 23.10.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,35-38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

22.10.2018 – Montag der 29. Woche im Jahreskreis

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997)

Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe

„Was werde ich tun?“

Wir alle sehnen uns nach Glück und nach Frieden. Daraufhin sind wir erschaffen worden und können doch das Glück und den Frieden nur finden, wenn wir Gott lieben; ihn zu lieben schenkt uns Freude und Glück. Viele denken, insbesondere im Westen, dass ein bequemes Leben glücklich macht. Ich glaube, es ist schwerer im Reichtum glücklich zu sein, denn die Sorge ums Geldvermehren und um es zu bewahren, kann uns den Blick auf Gott versperren. Wenn euch Gott jedoch Reichtümer anvertraut hat, dann unterstützt damit seine Werke: helft einander, steht den Armen bei, schafft Arbeitsplätze, gebt anderen zu arbeiten. Verschwendet euren Reichtum nicht unnütz; ein Dach über dem Kopf, gesellschaftliches Ansehen, Freiheit, Gesundheit, all das ist euch von Gott gegeben, damit ihr es in den Dienst derer stellt, die weniger erhalten haben als wir. Jesus hat gesagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder tut, das tut ihr mir“ (vgl. Mt 25,40). Dementsprechend kann mich nur eins betrüben, nämlich aus Egoismus oder aus fehlender Nächstenliebe unseren Herrn zu beleidigen, oder jemandem ein Unrecht zuzufügen. Wenn wir die Armen verletzen, wenn wir einander verletzen, dann verletzen wir Gott. Gott allein obliegt es, zu geben und wieder zu nehmen (vgl. Hiob 1,21); teilt also das, was ihr erhalten habt mit anderen, bis hin zu eurem eigenen Leben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé Bild: Screens.

Tagesevangelium – 22.10.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 12,13-21

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte. Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll. Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen. Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens! Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast? So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

21.10.2018 – 29. Sonntag im Jahreskreis

Hl. Johannes Chrysostomus

„Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben“

Meiner Meinung nach wollten die beiden Brüder Jakobus und Johannes, als sie nach den ersten Plätzen, den höchsten Ämtern und größten Ehren strebten, Macht über die anderen bekommen. Deshalb widersetzt sich Jesus ihrem Anspruch, legt ihre geheimen Gedanken bloß und sagt zu ihnen: „wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein“. Mit anderen Worten: „Wenn ihr die ersten Plätze und die höchsten Ehren anstrebt, dann bemüht euch um den letzten Platz, verwendet eure Anstrengung darauf, die Einfachsten, Bescheidensten und Kleinsten von allen zu werden. Stellt euch hinter die anderen. Diese Tugend wird euch die Ehre verschaffen, die ihr anstrebt. Dafür habt ihr ein leuchtendes Beispiel unter euch; denn auch „der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). So werden euch Ehre und Ruhm zuteil. Seht doch, wie es bei mir ist: ich strebe nicht nach Ruhm und Ehre, und doch ist das Gute, das ich auf diese Weise bewirke, unendlich groß. Wir wissen es: vor der Menschwerdung Christi, vor seiner Verdemütigung war alles verloren und zersetzt; als er sich aber verdemütigte, richtete er alles wieder auf. Er hat Flüche außer Kraft gesetzt, den Tod vernichtet, das Paradies aufgeschlossen, die Sünde getötet, die Riegel der Himmelspforten gelöst, um den Erstlingen unserer Menschheit wieder Zugang zu verschaffen. Er hat den Glauben auf der ganzen Welt verbreitet, den Irrtum vertrieben und die Wahrheit wieder eingesetzt. Die Erstlinge unserer Menschheit hat er auf einen königlichen Thron gesetzt. Christus ist der Urheber unendlich vieler Wohltaten, die weder ich noch irgendein anderer Mensch recht darstellen könnte. Vor seiner Erniedrigung kannten ihn nur die Engel, aber nach seiner Selbstverdemütigung hat ihn die ganze Menschheit erkannt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 21.10.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 10,35-45

In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den anderen links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„In Medjugorje wirkt Gott Wunder – trotz der Seher“

In einem soeben erschienenen Gesprächsbuch nimmt Papst Franziskus zu Medjugorje Stellung und sagt auch, was er von den Erscheinungen hält.

 

 

(Rom) „Mich nervt es, wenn sie mit den Botschaften kommen.“ In einem neuen Gesprächsbuch von Alexandre Awi Mello spricht Papst Franziskus über sein Verhältnis zu Maria und sagt auch, was er von den Erscheinungen in Medjugorje und an anderen Orten hält.

Medjugorje ist ein von katholischen Kroaten bewohnter Ort in den herzegowinischen Bergen. Die Katholiken wurden dort bis 1989 von den Kommunisten drangsaliert, heute von den Muslimen. Seit Juni 1981 soll in dem Ort mehreren Sehern die Gottesmutter Maria erscheinen. Die zuständigen Ortsbischöfe fällten ein negatives Urteil, zuletzt Anfang der 90er Jahre. Seither hoffen die Anhänger der Erscheinungen auf ein positives Urteil aus Rom. Dort ziert man sich aber aus verschiedenen Gründen. Unter anderem, weil das Phänomen auch im 38. Jahr andauert, und weil man den klugen Weg sucht, die Gläubigen zu führen, ohne sie vor den Kopf zu stoßen.

Medjugorje und die Botschaftenflut, die Papst Franziskus nicht gefällt

Wiederholt nahm Papst Franziskus negativ zur Botschaftenflut Stellung, beim ersten Mal im September 2013 sogar konkret gegen Medjugorje, was aber von den Vatikanmedien unterschlagen wurde, und daher nie wirklich an die Öffentlichkeit gelangte. Zugleich entsandte er einen Sondergesandten nach Medjugorje, den polnischen Erzbischof Henryk Hoser, der dem Phänomen sehr wohlwollend gegenübersteht. Was der Papst also genau zu Medjugorje denkt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Ein neues Gesprächsbuch, das gestern in den Buchhandel kam, liefert allerdings interessante Anhaltspunkte, die sich in das bisherige Bild einfügen. Das Gespräch mit Franziskus führte nicht ein Journalist, sondern Alexandre Awi Mello, der Sekretär des neuen Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben. Awi Mello ist ein brasilianischer Priester der Schönstatt-Bewegung, der im Fach Mariologie promovierte. Nach einer Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten in Brasilien berief ihn Franziskus im Mai 2017 an die Römische Kurie. Jorge Mario Bergoglio kennt den Priester seit der lateinamerikanischen Bischofsversammlung Lateinamerikas von Aparecida im Jahr 2007. Der damalige Kardinal und Erzbischof von Buenos Aires war für das Schlussdokument verantwortlich. Awi Mello war einer der beiden Redaktionssekretäre, die Bergoglio dafür zur Verfügung standen. Das Gespräch wurde also von einem Fachtheologen geführt und kann aufgrund des Ranges, den Awi Mello im Vatikan einnimmt, einen offiziösen Charakter für sich beanspruchen.

„Er hat den Terminkalender der Gottesmutter? Da habe ich nein gesagt“

Das Buch trägt den Titel „Sie ist meine Mutter. Begegnungen mit Maria“ (È mia madre. Incontri con Maria, Città Nuova 2018). Darin sagt Franziskus:

“Mich nervt es, wenn sie mit den Botschaften kommen. Die Jungfrau hat ja kein Postamt!“

Franziskus erinnert sich an den Auftritt eines Medjugorje-Sehers in seiner argentinischen Bischofsstadt:

„Als ich in Buenos Aires war, habe ich eine Versammlung verboten, die dennoch stattfand. Sie wussten, dass ich nicht damit einverstanden war.“

Der Seher kam nach Buenos Aires, um in einer Kirche zu sprechen. Erzbischof Jorge Mario Bergoglio widersetzte sich der Veranstaltung, „ohne sich zur Echtheit der Erscheinung zu äußern“. Er untersagte die Veranstaltung, weil laut Ankündigung

„einer der Seher sprechen und alles ein bisschen erzählen sollte, und um halb fünf sollte die Jungfrau erscheinen. Das heißt, er hatte den Terminkalender der Jungfrau. Deshalb sagte ich: ‚Nein, ich will eine solche Art von Dingen hier nicht‘. Ich sagte nein: Nicht in einer Kirche.“

„Inmitten des menschlichen Wahnsinns wirkt Gott weiterhin Wunder“

Im Gesprächsbuch fügte Franziskus zu Medjugorje hinzu:

„Es ist notwendig, zu unterscheiden, weil Gott trotzdem Wunder in Medjugorje wirkt.

Gott wirke laut Franziskus „trotz“ der Seher und „trotz“ der Botschaften und der Behauptung von Marienerscheinungen in Medjugorje Wunder. Es sei also zwischen dem Wirken Gottes und dem vom Papst abgelehnten Erscheinungsrummel zu unterscheiden.

„Inmitten des menschlichen Wahnsinns wirkt Gott weiterhin Wunder.“

Der Papst äußert die Annahme, dass es sich bei den behaupteten Erscheinungen, Franziskus nennt als Beispiel neben Medjugorje auch das Phänomen im argentinischen Salta, „vielleicht mehr um persönliche Phänomene handelt“. Der Papst wörtlich:

„Ich bekomme Briefe, aber man versteht, dass das vor allem psychologische Dinge sind. Es ist notwendig, die Dinge genau zu unterscheiden. Ich denke, dass es Gnaden in Medjugorje gibt. Das kann man nicht leugnen. Es gibt Leute, die sich bekehren, aber es fehlt an Unterscheidung, und ich will nicht Sünde sagen, weil die Leute nie wissen, bis wo es Sünde ist, aber es ist zumindest ein Mangel an Unterscheidung.“

„Und dann sagen sie: ‚Die Gottesmutter hat mir gesagt…’“

Franziskus erklärt sich die von ihm abgelehnten Botschaften „theologisch als inneres Sprechen“. „Innere Lokutionen sind ein Ventil, die von einer reinen, impliziten Inspiration herrühren“. Darin drücke sich also mehr ein Wunschdenken des Betreffenden aus.

„Die Sache mit den Erscheinungen, damit das klar ist: Versuch es, von der Seite einer internen Lokution zu sehen. Dann ist es klar, warum ich dir sagte, dass man von einem Extrem ins andere geht. Manchmal materialisiert sich diese Lokution fast in einer Vision, und andere Male kann es nur eine simple Inspiration sein.“

Konkret:

„Zum Beispiel jene Personen, die hören, dass die Gottesmutter ihnen etwas sagt. Im Gebet erfolgt eine Lokution, und dann sagen sie: ‚Die Gottesmutter hat mir gesagt…‘. Natürlich. Sie drücken es auf eine Art aus, die scheint, als hätten sie wirklich eine Erscheinung gehabt. Aber von da bis zu dem, dass die Seher zu Hauptdarstellern werden und programmierte Erscheinungen organisieren… Das ist die Sünde, die eine große Gnade begleiten kann.“

Awi Mello schreibt dazu:

„Kurzum, um es mit den Worten des Evangeliums zu sagen: Weizen und Unkraut wachsen gemeinsam – auch heute.

Und Franziskus:

„Gibt es Unterscheidungskriterien für Erscheinungen? Eines ist für mich der Gehorsam der Person gegenüber der Kirche.“

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.