Archiv der Kategorie: Allgemein

20.09.2018 – Donnerstag der 24. Woche im Jahreskreis

Hl. Bernhard (1090-1153) – Zisterziensermönch und Kirchenlehrer

Seiner übergroßen Liebe wegen

„Mit Küssen seines Mundes küsse er mich“ (Hld 1,2). Wer ist gemeint? Es ist der Bräutigam [des Hohenliedes]. Und wer ist seine Braut? Die nach Gott dürstende Seele. Und zu wem spricht sie? Zu ihrem Gott […] Man findet keine Namen, die zärtlich genug sind, um die gegenseitige zärtliche Zuneigung Gottes und der Seele auszudrücken, als es diejenige von Braut und Bräutigam ist. Alles ist ihnen gemeinsam, sie besitzen nichts, was dem anderen nicht auch gehört. Gemeinsam ist ihnen ihr Erbe, gemeinsam der Tisch, gemeinsam das Haus, gemeinsam selbst das Fleisch, das sie zusammen bilden (vgl. Gen 2,24) […] Wenn also das Wort „lieben“ vor allem und an erster Stelle dem Brautpaar zukommt, so wird nicht ohne Grund der Begriff der Braut auf die Seele angewendet, die Gott liebt. Der Beweis, dass sie liebt, ist ihre Bitte an Gott um einen Kuss. Sie wünscht nicht Freiheit, nicht Belohnung, nicht Erbe, noch nicht einmal Belehrung, sondern einen Kuss, wie ihn eine keusche Braut gibt, erfüllt von einer heiligen Liebe und unfähig, die Flamme zu verbergen, die in ihr brennt […] Ja, ihre Liebe ist keusch, da sie einzig den ersehnt, den sie liebt und nicht eine Sache, die ihm gehört. Ihre Liebe ist heilig, da sie nicht liebt mit drückendem Verlangen des Fleisches, sondern in der Reinheit des Geistes. Ihre Liebe ist glühend, da sie in der Trunkenheit dieser Liebe die Größe dessen vergisst, den sie liebt. Ist nicht er es, der mit einem Blick die Erde erbeben lässt (vgl. Ps 103(104),32)? Und ihn bittet sie um einen Kuss? Ist sie nicht betrunken? Jawohl, sie ist betrunken von der Liebe zu ihrem Gott […] Was für eine Kraft liegt in der Liebe! Welches Vertrauen und welche Freiheit des Geistes! Wie ist klarer zu zeigen, dass „die Liebe die Furcht vertreibt“ (vgl. 1 Joh 4,18)?

Quelle & Bild: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 20.09.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 7,36-50

In jener Zeit ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch. Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl. Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist.
Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister! Jesus sagte: Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht. Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet. Du hast mir zur Begrüßung keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe. Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.
Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt? Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„Islamische Invasion“

Zeugnisse früher Christen zur islamischen Invasion – Teil 1

Wie haben die frühen Christen den Propheten der Muslime und seine Anhänger, die als Sarazene bezeichnet wurden, wahrgenommen? So wie der IS Irak und Syrien überfallen, verwüstet und dort sein Kalifat eingerichtet hat, so ähnlich müssen wir uns wohl auch die islamischen Eroberungen im 7. Jahrhundert vorstellen. So zumindest legen es Zeugnisse der Bewohner der Städte nahe, die diesen Eroberungszügen zum Opfer gefallen sind. Diese und viele andere Berichte aus der Zeit und unter der Herrschaft der „rechtgeleiteten Kalifen“ zeigen, dass sich die Praktiken des Islamischen Staates in die Eroberungsgeschichte des Islams sehr gut einfügt und keine völlig abartige Entgleisung darzustellen scheint. In den Fußstapfen der „rechtgeleiteten Kalifen“, unter deren Herrschaft sich diese Grausamkeiten ereigneten, steht der Islamische Staat. Er führt weiter, was in der Entstehungsgeschichte des Islams begründet liegt.

Zeugnisse früher Christen zur islamischen Invasion – Teil 2

Auf einem Fragment eines syrischen Manuskripts aus dem 6. Jahrhundert wurde von einem syrischen Christen folgendes notiert: „Im Januar nahmen die Leute von Homs das Wort [das islamische Glaubensbekenntnis] an für ihr Leben [um ihr Leben zu schützen] und viele Dörfer wurden durch Mohammeds Morde verwüstet und viele Menschen wurden erschlagen und gefangen genommen […].“ So hätten es auch heute syrische Christen nach der Eroberung ihrer Gebiete durch den Islamischen Staat schreiben können. Der Islamische Staat, so scheint es vor dem Hintergrund dieser Notiz aus der frühen Entstehungszeit des Islams, ist keine dem Islam fernstehende Terrormiliz, sondern steht in den Fußstapfen der frühen muslimischen Heere. Geschichte wiederholt sich.

19.09.2018 – Mittwoch der 24. Woche im Jahreskreis

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) – Papst

In der Kirche ruft Christus uns zur Umkehr

Die Kirche lebt ein authentisches Leben, wenn sie das Erbarmen bekennt und verkündet – das am meisten überraschende Attribut des Schöpfers und des Erlösers – und wenn sie die Menschen zu den Quellen des Erbarmens des Heilandes führt, welche sie hütet und aus denen sie austeilt. Große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der ständigen Betrachtung des Wortes Gottes zu und vor allem der bewußten, mit innerer Reife vollzogenen Feier der Eucharistie und des Sakraments der Buße oder Versöhnung. Die Eucharistie nähert uns ja immer mehr jener Liebe, die mächtiger ist als der Tod: »Sooft wir von diesem Brot essen und aus diesem Kelch trinken«, verkünden wir nicht nur den Tod des Erlösers, sondern auch seine Auferstehung, »bis er kommt« in Herrlichkeit. Die gleiche Eucharistiefeier, die zum Gedächtnis dessen gefeiert wird, der uns in seiner messianischen Sendung durch sein Wort und sein Kreuz den Vater geoffenbart hat, beweist die unerschöpfliche Liebe, durch die er immer danach strebt, sich mit uns zu verbinden und mit uns eins zu werden, indem er allen Menschenherzen entgegenkommt. Das Sakrament der Buße oder Versöhnung ebnet dabei den Weg zu jedem Menschen selbst dann, wenn er mit schwerer Schuld beladen ist. In diesem Sakrament kann jeder Mensch auf einzigartige Weise das Erbarmen erfahren, das heißt die Liebe, die mächtiger ist als die Sünde.

Quelle: Enzyklika „Dives in Misericordia“, §13, © Liberia Editrice Vaticana Bild: Screens.

Tagesevangelium – 19.09.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 7,31-35

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich? Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. Johannes der Täufer ist gekommen, er isst kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.              Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

18.09.2018 – Dienstag der 24. Woche im Jahreskreis

Hl. Ambrosius (340-397) – Bischof von Mailand und Kirchenlehrer

„Jüngling, ich sage dir: Steh auf!“

Mag indes das Totenbegräbnis alle Lebenshoffnung rauben, mögen der Verstorbenen Leiber bereits am Grabesrand liegen: auf das Wort Gottes erstehen dennoch die dem Tod verfallenen Leichname von neuem. Die Stimme kehrt wieder, der Sohn wird der Mutter zurückgegeben, von der Gruft bewahrt, vom Grab errettet. Wer anders ist diese deine Gruft als der schlechte Sittenwandel? Deine Gruft ist die Gottlosigkeit […] Von diesem Grab befreit dich Christus; von dieser Gruft wirst du auferstehen, wenn du Gottes Wort vernimmst. Ist auch die Sünde schwer, dass du mit deinen Bußtränen sie nicht abzuwaschen vermagst, so flehe doch für dich die Mutter, die Kirche, die für jeden wie eine Witwe-Mutter für ihren einzigen Sohn vermittelnd bittet. Wie von einem natürlichen geistigen Schmerz ergriffen empfindet sie Mitleid, wenn sie ihre eigenen Kinder von Todsünden in den Tod gezerrt werden sieht. […] Schmerz möge denn die zärtliche Mutter erfassen, ebenso möge das Volk in Menge sich zu ihr gesellen! Nicht nur in Menge, nein, in großer Menge teile es den Schmerz mit der guten Mutter! Jetzt nun wirst du auf der Totenbahre liegend auferstehen, jetzt vom Grab befreit werden. Deine Leichenträger werden innehalten. Du wirst anfangen, lebendige Worte zu sprechen. Alle wird Furcht überkommen. Denn von dem einen werden viele sich ein Beispiel zur Besserung nehmen. Sie werden ebenfalls Gott loben, der uns so große Heilmittel dargeboten hat, dem Tod zu entrinnen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo Bild: Screens.

Tagesevangelium – 18.09.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 7,11-17

In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht!
Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen.
Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Das katholische Priestertum

„Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedech.“ (Ps. 109, 4) Der Priester ist ein Mann Gottes. Durch seine Weihe hat er Anteil am Priestertum unseres Herrn Jesus Christus. Er ist aus den Menschen herausgenommen für die Verehrung Gottes. Seine Rolle ist nicht ein Beruf, sie ist ein ganzes Leben.

Jeder Priester hat zwei Hauptaufgaben: Gott die Gaben der Menschen darzubringen und den Menschen die Gaben Gottes zu geben. Unser Herr Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, ist der oberste Hohepriester. Diese beiden Rollen füllt er auf die vollkommenste Weise aus. Er bringt sich Gott als Opfer ohne Ende für die Sünden der Menschheit dar. Durch dasselbe Opfer erlangt er und teilt er alle übernatürlichen Gnaden aus, die von Gott zu den Menschen herabfließen.

Jesus Christus wollte sein Priestertum nicht allein ausüben, sondern er wählte und wählt bis zum heutigen Tage bestimmte Männer aus, die an seiner priesterlichen Gewalt teilhaben. Er will, dass diese Männer sein Opfer immer wieder Gott darbringen und dass sie die Früchte dieses Opfers ihresgleichen bis zum Ende der Zeit zuwenden. Dank ihrer durch den Weihecharakter verliehenen Gewalt sind die katholischen Priester in der Lage, Jesus Christus in der Messe dem ewigen Vater darzubringen und die Gnade Christi auf die Menschen auszugießen. Im Gegensatz zu Jesus Christus haben sie aber keine Autorität über die übernatürliche Ordnung, sondern sie üben ihre Gewalt, welche ihnen als Werkzeugen des Priestertums Christi verliehen ist, begrenzt aus.

Die katholischen Priester empfangen von der Kirche auch die Befugnis, die Gläubigen, die ihnen anvertraut sind, zu lehren und zu leiten. Durch diese Aufgaben baut der Priester mit am mystischen Leib Christi, indem er die Katholiken den Glauben lehrt und sie zu ihrem übernatürlichen Ziel führt.

Da das Priestertum ein im Wesentlichen übernatürlicher Dienst ist, kann nur Gott allein entscheiden, wer Priester werden soll und wer nicht. Obwohl es auf der natürlichen Ebene eine gewisse Anzahl von Minimalanforderungen für das Priesteramt gibt, so ist die Berufung doch letztlich eine innere Hingezogenheit zum Priestertum, die von Gott in die Seele eingegeben wird. Ein junger Mann braucht viel Hilfe, um festzustellen, ob Gott ihn ruft, und heute bekommt man eine klare Antwort, wenn man in eine Ausbildungsstätte eintritt. Nur dort wird der Wille Gottes zugleich dem jungen Mann wie auch jenen offensichtlich, die die Aufgabe haben, seine Berufung zu prüfen.

Kurz, Jesus Christus beruft bestimmte Männer, sein Priestertum hier auf Erden auszuüben, um der Menschheit die bedeutendsten Wohltaten zukommen zu lassen. Ein junger Mann, der sich fragt, ob Jesus Christus ihn beruft, stellt sich die entscheidendste Frage seines Lebens. Die Antwort erlangt man durch Gebet, Nachdenken, Beratung und, letztendlich, indem man seine Berufung in einem Seminar prüft.

Quelle: fsspx Bild: CFM.SCJ Archiv Cairo

Missbrauch – Bitte um Vergebung

Bezüglich der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bittet der Passauer Bischof Stefan Oster SDB um Vergebung – hier in folgendem Videostatement. Hinweis: Die bundesweite, kostenfreie und anonyme Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt, für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten ist das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ – zu erreichen unter der Nummer 08002255530