
Heilige Anna Schäffer und die Armen Seelen



Eine Lehrerin entfernt ein Kreuz aus dem Klassenzimmer – und löst Proteste aus. Der Erzbischof von Danzig spricht von einem Skandal und fordert Respekt sowie eine Erklärung der Schulleitung.
Nachdem eine Lehrerin an einer polnischen Grundschule die Entfernung eines Kruzifixes aus dem Klassenzimmer angeordnet hatte und Schüler dagegen protestierten, riss sie das Kreuz selbst von der Wand und warf es in den Müll. Der Erzbischof von Danzig, Tadeusz Wojda, bezeichnete den Vorfall als Skandal. „Jede Beleidigung des Kreuzes verletzt die religiösen Gefühle der Gläubigen und ruft berechtigte Besorgnis und Widerstand bei Menschen guten Willens hervor“, erklärte Wojda am Mittwoch.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Erzbistums zu Wochenbeginn an einer Grundschule in Kielno in der Gemeinde Szemud im Norden Polens. Eltern reagierten mit Empörung und Kritik. Der Fall verbreitete sich über soziale Medien.
Der Erzbischof rief zu Besinnung, gegenseitigem Respekt und einer schnellen Aufarbeitung auf. „Angesichts der aktuellen Lage erwarte ich von der Schulleitung und dem Schulvorstand eine gründliche und umfassende Aufklärung des Vorfalls sowie konkrete Maßnahmen zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle in der Zukunft“, sagte Wojda. Zugleich dankte er allen, die an einem Sühnegottesdienst in der Pfarrei Kielno als Akt der Wiedergutmachung teilgenommen und mitgebetet hätten.
Quelle: KNA
Als katholischer Priester, der über Jahre hinweg in Stuttgart für die Seelsorge der kroatischen Gläubigen verantwortlich war, wende ich mich mit tiefer persönlicher Betroffenheit an die Öffentlichkeit. In meinem priesterlichen Dienst habe ich jedoch stets erfahren, dass der Glaube der Kirche die Grenzen von Sprache, Herkunft und Nation übersteigt. Gerade deshalb kann und darf ich nicht schweigen, wenn sich viele Katholikinnen und Katholiken – unabhängig von ihrer Herkunft – in ihrem Glauben verletzt fühlen. Die im Fernsehen übertragene Christmette aus Stuttgart hat mich und zahlreiche Gläubige tief getroffen. Was – zusammen mit der Osternacht – zu den heiligsten Nächten des kirchlichen Jahres gehört, wurde in einer Weise gestaltet, die von provokativen Inszenierungen, sexuellen Anspielungen und Elementen geprägt war, die als Blasphemie wahrgenommen werden mussten. Dies alles geschah unter Berufung auf einen vermeintlichen künstlerischen Ausdruck. Ich erhebe dagegen ausdrücklich Einspruch. Ich habe in Stuttgart Menschen begleitet – getauft, getraut, beerdigt, mit ihnen gebetet, gehofft und gelitten. Unter ihnen waren Kroaten, Deutsche und Gläubige anderer Nationen. Für sie alle ist die Christmette kein kulturelles Ereignis, sondern ein heiliger Raum der Begegnung mit Gott. Dass gerade dieser Raum zur Bühne der Provokation wurde, empfinde ich als schweren Missbrauch liturgischer und geistlicher Verantwortung. Aus theologischer Sicht ist Weihnachten die Feier der Menschwerdung Gottes. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14). Dieses Geheimnis verlangt Ehrfurcht. Liturgie ist kein ästhetisches Experimentierfeld und keine Projektionsfläche persönlicher Botschaften, sondern Dienst am Glauben der ganzen Kirche. Wo dieses Mysterium verfremdet wird, verliert der Gottesdienst seinen inneren Wahrheitsanspruch. Aus moralischer Sicht gilt: Künstlerische Freiheit entbindet nicht von Verantwortung. Freiheit endet dort, wo sie verletzt. Die bewusste Missachtung religiöser Überzeugungen ist kein Zeichen von Mut oder Fortschritt, sondern Ausdruck von Rücksichtslosigkeit. Eine pluralistische Gesellschaft lebt vom gegenseitigen Respekt – auch und gerade gegenüber dem Heiligen des anderen. Als Priester sehe ich mit besonderer Sorge die Verletzung des christlichen Verständnisses menschlicher Würde. „Gott schuf den Menschen als sein Bild“ (Gen 1,27). Jesus Christus hat den Menschen niemals erniedrigt, sondern aufgerichtet. Er hat nicht provoziert, sondern geheilt; nicht verspottet, sondern geliebt. Wer in seinem Namen feiert, trägt Verantwortung für dieses Zeugnis. Mit allem Ernst erinnere ich an die Worte Jesu: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, man hängte ihm einen Mühlstein um den Hals“ (Mt 18,6). Diese Worte sind mir als Priester Mahnung und Gewissensprüfung. Ich weise entschieden zurück, dass Respektlosigkeit gegenüber dem christlichen Glauben als zeitgemäß oder notwendig gerechtfertigt wird. Wahre Kunst sucht Wahrheit. Wahre Freiheit kennt Grenzen. Wahre Humanität achtet das Gewissen des anderen. Dieses Schreiben ist kein Angriff, sondern ein Zeugnis. Kein Ausdruck von Hass, sondern von Verantwortung. Kein Ruf nach Zensur, sondern nach Ehrfurcht. Wer Weihnachten entleert, raubt den Menschen Hoffnung. Wer Christus verspottet, verletzt die Würde des Menschen. Als Priester, der Stuttgart verbunden ist und dem die Kirche in ihrer Universalität am Herzen liegt, konnte und wollte ich dazu nicht schweigen.

Zuschauerinnen und Zuschauer von ARD stellten sich an Weihnachten auf einen besinnlichen Fernsehgottesdienst ein. Doch was sie zu sehen bekamen, erhitzte die Gemüter.
Der deutsche Fernsehsender ARD hat mit einem Live-Gottesdienst aus der katholischen Kirche St. Maria in Stuttgart für Aufregung gesorgt. Anstelle des Jesuskindes in der Krippe bekam das Publikum einen erwachsenen Mann zu sehen, der in einer schleimigen Hülle im Stroh zusammengekauert lag. Zum Atmen hatte die nackte Figur einen Strohhalm im Mund.
Pfarrer Thomas Steiger erklärte während des Gottesdienstes, es handle sich bei der Installation um das Werk einer Künstlerin, das eigens für den Anlass geschaffen worden sei. Die Darstellung zeige einen echten Menschen, der «elend, nackt und bloss» daliege.
In den sozialen Medien stiess die Darstellung jedoch auf heftige Kritik. Zuschauer bezeichneten das Werk als «krank und abartig» und fühlten sich an einen «atmenden Alien» erinnert, wie die deutsche Bild-Zeitung berichtet.
Für Empörung sorgte die Installation insbesondere auch in konservativen Kreisen. Der Stuttgarter CDU-Stadtrat Klaus Nopper kommentierte: «Das ist eklig. Grenzen werden immer weiter verschoben, unsere Werte über Bord geworfen. So zerstört man die Gesellschaft». Auch Maximilian Mörseburg, ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter, zeigte sich empört: «Vertreter beider grossen Kirchen führen unsere Religion immer öfter ins Absurde und nehmen ihr die Würde.»
Pfarrer Thomas Steiger rechtfertigte die Inszenierung gegenüber der Stuttgarter Zeitung damit, man wolle «nicht provozieren, aber auch nicht wegschauen». Laut der verantwortlichen Künstlerin Milena Lorek soll die Szene «einen Moment der Ungewissheit zwischen Sicherheit und Bedrängnis» symbolisieren.
Quelle: ref.ch

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