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Bischof Athanasius Schneider über die aktuelle Krise der römisch-katholischen Kirche

Seine Exzellenz Bischof Athanasius Schneider

„Und dennoch, inmitten dieser Situation, als wahre Katholiken, müssen wir nicht in eine Haltung des Zorns, der Bitterkeit und der Entmutigung fallen. Durch die aktuellen inneren Prüfungen wird die Kirche gereinigt. Christus wird seine Feinde überwinden, die in der Kirche einflussreiche Positionen einnehmen konnten.“

Bischof Schneider: Das Dokument gegen die Miterlöserin wird eines Tages aufgehoben werden

Seine Exzellenz Bischof Athanasius Schneider

„Synodalität“ sei ein „äußerst raffiniertes Codewort, um die katholische Lehre zu untergraben“, erklärte Bischof Athanasius Schneider gegenüber AdVaticanum.

Er ist der Ansicht, dass die Unbestimmtheit des Begriffs absichtlich gewählt sei, um die katholische Lehre, die Moral und die kirchlichen Strukturen schrittweise an den Protestantismus und die zeitgenössischen Einstellungen anzupassen.

Monsignore Schneider bezeichnet die Synodalität als den Höhepunkt der modernistischen Bewegung, die in den Relativismus mündet. Er fügt hinzu, dass diese Offenheit eine bemerkenswerte Ausnahme hat: die traditionelle lateinische Messe.

„Dieses Dokument wird für nichtig erklärt werden“

Als Reaktion auf das Dokument „Mater Populi Fidelis“ gegen die marianischen Titel „Miterlöserin“ und „Mittlerin aller Gnaden“ argumentiert Bischof Schneider, dass die Kirche Formulierungen, die in Messbüchern zu finden sind und von Päpsten, Heiligen und Kirchenlehrern verwendet wurden, nicht einfach streichen könne.

Er ist der Ansicht, dass letztendlich nicht die Titel, sondern das Dokument selbst verschwinden wird: „Ich denke, in Zukunft wird dieses Dokument aufgehoben werden.“

Kommunion in der Hand: „eine der tiefsten Wunden“

Bischof Schneider bezeichnet die Handkommunion als „eine der tiefsten Wunden am Leib der Kirche“ und sagt, der Papst müsse dieser Praxis ein Ende setzen: „Wer hat den Damm geöffnet? Der Papst, Paul VI. Wir müssen ehrlich sein, bitte.“

Er erinnert daran, dass Paul VI. 1968 die Bischöfe weltweit konsultierte und die Kommunion in der Hand zuließ, obwohl eine Mehrheit davor warnte, dass dies zu Missbräuchen, Sakrilegien und einer Schwächung des Glaubens führen würde.

Monsignore Schneider bezeichnet dies als „enorme historische Verantwortung“ und argumentiert, dass diese Praxis zu Respektlosigkeit und Sakrileg geführt habe: „Der Heilige Stuhl hat die Flut geöffnet, und der Heilige Stuhl muss sie wieder schließen.“

Die Tränen seiner Mutter und Benedikt XVI.

Bischof Schneider erinnert sich, dass seine Mutter vor Entsetzen weinte, als sie zum ersten Mal erfuhr, dass in Westdeutschland die Kommunion in der Hand praktiziert wurde. Nachdem die Familie 1973 dorthin gezogen war und dieser Praxis überall begegnete, weinte sie erneut darüber, wie Christus behandelt wurde.

Diese Tränen inspirierten ihn dazu, „Dominus Est“ über die Gefahren der Handkommunion zu verfassen.

Er berichtete, dass Benedikt XVI. das Manuskript gelesen und ihm persönlich geschrieben habe: „Ihre Argumente sind überzeugend.“

Schneider verweist auf Kasachstan als Vorbild, wo der Empfang der Kommunion im Knien und auf der Zunge vorgeschrieben ist. Der Empfang der Kommunion in der Hand ist selbst für Besucher verboten, und es gibt weder Laienministranten noch weibliche Messdienerinnen.

Ein „Supermarkt der Religionen“

Schließlich spricht sich Schneider gegen große offizielle interreligiöse Zusammenkünfte aus, da diese den Katholizismus als eine Religion unter Gleichen darstellten und damit die Einzigartigkeit Christi und der katholischen Kirche relativierten.

Er beschreibt solche Zusammenkünfte als „offizielle Zurschaustellung“ eines „Supermarkts der Religionen“.

Stattdessen schlägt Schneider einen „Dialog des Alltags“ vor: Katholiken, die friedlich mit ihren muslimischen und orthodoxen Nachbarn zusammenleben, sich gegenseitig besuchen und Familien in schwierigen Situationen beistehen.

Ausgehend von seinen Erfahrungen in Kasachstan argumentiert er, dass eine solche alltägliche Nachbarschaftlichkeit mehr zum interreligiösen Frieden beiträgt als große offizielle Konferenzen.

ÄGYPTEN: Christlicher Youtuber inhaftiert

Dr. Augustinos Samaan

Dr. Augustinos Samaan, 37-jähriger koptischer Christ, ist Religionswissenschaftler und Youtuber. Er sitzt seit Oktober 2025 in Ägypten in Haft. Der Wissenschaftler veröffentlichte auf seinem YouTube-Kanal mit mehr als 100.000 Abonnenten etliche Videos über das Christentum und gab Antworten auf häufige religiöse Fragen.

Am 1. Oktober 2025 wurde er von Sicherheitskräften wegen Terrorismusvorwürfen festgenommen. Diese absurde Anklage wurde später fallengelassen. Stattdessen beschuldigten ihn die Behörden der „Missachtung der Religion“ und des „Missbrauchs sozialer Medien“ nach den ägyptischen Blasphemiegesetzen.

Besonders umstritten ist das Gerichtsverfahren gegen ihn. Seine Familie und seine Anwälte erschienen am 6. Januar 2026 zu einer Anhörung und erfuhren erst dort, dass Augustinos bereits zu fünf Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit und Übernahme der Gerichtskosten verurteilt worden war. Aufgrund der Haftbedingungen sorgen sich Angehörige und Freunde um seine körperliche und psychische Gesundheit.

Vor 85 Jahren opferte Maximilian Kolbe sein Leben für einen Mitgefangenen in Auschwitz

Heiliger Märtyrer Pater Maximilian Kolbe. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1936 Bild: Wikimedia (CC0)

Die Kirche gedenkt am 14. August des heiligen Maximilian Kolbe, der vor 85 Jahren im nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz ums Leben kam. Der polnische Ordensmann war freiwillig an die Stelle eines zum Hungertod verurteilten Familienvaters getreten.

„Durch seine heroische Liebestat hat Pater Maximilian Kolbe das Lebensrecht eines Unschuldigen verteidigt und das ausschließliche Recht des Schöpfers auf das Leben des Menschen bekräftigt. Er ist dadurch in einer besonderen Weise Christus ähnlich geworden, der sein Leben am Kreuz für uns hingegeben hat“, sagte Papst Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung am 10. Oktober 1982 in seiner Predigt auf dem Petersplatz.

Kolbe war Ende Mai 1941 aus dem Warschauer Pawiak-Gefängnis nach Auschwitz gebracht worden und erhielt dort die Häftlingsnummer 16670. Zunächst musste er Kies für den Bau eines Zauns beim Krematorium fahren, später kam er zu einem Kommando in Babice. Nach kurzer Zeit verfiel er gesundheitlich und wurde in den Lagerkrankenbau eingeliefert. Mitgefangene kümmerten sich um ihn und drängten ihn nach der Besserung geradezu wieder hinaus, aus Furcht, er werde dort getötet.

Ende Juli 1941 floh der Häftling Zygmunt Pilawski. Zur Vergeltung wählte der stellvertretende Lagerkommandant Karl Fritzsch am 29. Juli bei einem Appell zehn Männer aus und verurteilte sie zum Hungertod. Als einer von ihnen, Franciszek Gajowniczek, verzweifelt darüber klagte, dass er Frau und Kinder zurücklasse, trat Kolbe aus der Reihe und bot an, an seiner Stelle zu sterben. Fritzsch nahm das Angebot an.

Wer bei diesen Vergeltungsaktionen ausgewählt wurde, kam in eine Zelle im Keller von Block 11 und erhielt weder Nahrung noch Wasser. Nach einigen, oft auch nach mehr als zehn Tagen starben die Eingeschlossenen unter furchtbaren Qualen. Kolbe lebte nach zwei Wochen noch. Am 14. August 1941 tötete ihn der deutsche Kriminalhäftling Hans Bock mit einer Phenolspritze. Überliefert ist, dass man den Priester tagelang aus dem Bunker singen und beten hörte.

„Jeder Mensch hat im Leben seinen Sinn, denn er hat sein Leben erhalten zum Wohle der anderen Menschen. Deswegen spricht auch hier im Lager die göttliche Vorsehung mit“, sagte Kolbe im Lager zu dem protestantischen Lagerarzt.

Quelle: catholicnewsagency

Australisches Gericht verurteilt Bischof wegen sexuellem Missbrauch

Kathedrale von Broome in Australien Bild: Ikonya / Shutterstock

Christopher Saunders, der ehemalige Bischof der Diözese Broome in Australien, ist am Donnerstag wegen sexuellen Missbrauchs zweier junger Aborigines zwischen 2008 und 2017 verurteilt worden.

Der 76-jährige Saunders leitete die Diözese im Nordwesten Australiens von 1996 bis 2021, als er zurücktrat. Er wurde in 13 Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter auch nicht einvernehmliche sexuelle Penetration. Ursprünglich waren 26 Anklagepunkte gegen ihn erhoben worden, doch sieben wurden fallen gelassen, und in den übrigen sechs Fällen wurde er freigesprochen.

Bischof Tim Norton, der jetzt für die Diözese Broome zuständig ist, veröffentlichte nach der Verurteilung seines Vorgängers einen Hirtenbrief an die Gläubigen.

Norton dankte der Polizei und der Staatsanwaltschaft „für ihr Engagement, diese Angelegenheit vor ein Geschworenengericht zu bringen“. Er würdigte „den Mut der Opfer, Überlebenden und anderer Zeugen“, die „während eines langen und schwierigen Prozesses außergewöhnliche Widerstandskraft und Entschlossenheit bewiesen haben“.

„Sie haben es verdient, mit Mitgefühl angehört und mit Würde behandelt zu werden“, sagte er. Im Namen der Diözese entschuldigte sich Norton für „das Leid, das die Opfer erfahren haben“, für „die Scham, die sie ertragen mussten“, und dafür, „dass es so lange gedauert hat, bis ihre Stimmen gehört und ihr Schmerz anerkannt wurden“. Er sagte, die Diözese werde „alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen Hoffnung und Heilung zu bringen“.

„Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass die Opfer dieses Verrats nicht nur diejenigen sind, die ihre Geschichten der Polizei und vor Gericht erzählt haben“, so Norton.

„Das Vertrauen wurde gebrochen, und in der gesamten Diözese sind Wunden des Verrats und der Spaltung offen zutage getreten“, sagte er. „Der Schmerz betrifft auch diejenigen, die unserer Führung und unserer Kirche ihr Vertrauen geschenkt haben. Viele, die sich selbstlos für ihre Pfarreien und Gemeinden eingesetzt haben, stehen nun vor schwierigen Fragen und ungelösten Gefühlen.“

Norton erklärte, er setze sich dafür ein, dass die Diözese „ein Ort der Sicherheit, des Respekts und der Rechenschaftspflicht“ sei. Er sagte, die Verantwortlichen „werden alles in unserer Macht Stehende tun, um ein Umfeld des Vertrauens und der Offenheit zu schaffen“. Man werde Maßnahmen ergreifen, um „sicherzustellen, dass die Menschen mit Würde und Mitgefühl behandelt werden und weiterhin authentische und friedliche Beziehungen anstreben, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind“.

Quelle: catholicnewsagency

Den Muslim lieben, den Islam bekämpfen: Geht das?

Kaum ein Thema wird heute so emotional diskutiert wie der Islam. Zwischen den Extremen eines naiven Relativismus und eines pauschalen Hasses scheint es oft keinen dritten Weg mehr zu geben.

Gerade deshalb lohnt der Blick in die klassische katholische Tradition. Denn sie kennt seit den Kirchenvätern einen Grundsatz, der ebenso einfach wie tiefgründig ist: Den Sünder lieben, die Sünde hassen.

Dieses auf den heiligen Augustinus zurückgehende Axiom (cum dilectione hominum et odio vitiorum) ist weit mehr als eine moralische Lebensregel. Es enthält eine ganze Anthropologie. Der Mensch ist immer Geschöpf Gottes und Träger einer unverlierbaren Würde. Das Böse dagegen besitzt keine eigene Substanz; es ist eine Verkehrung des Guten. Deshalb darf der Christ niemals den Menschen hassen, wohl aber das Böse, das ihn von Gott trennt.

Diese Unterscheidung hat die gesamte katholische Tradition geprägt. Thomas von Aquin formuliert sie mit der ihm eigenen philosophischen Klarheit.

Im Menschen sei das zu lieben, was von Gott komme – seine Natur, seine Vernunft, seine Berufung zur ewigen Gemeinschaft mit Gott. Zu verwerfen sei hingegen alles, was sich gegen Gott richte. Liebe und Wahrheit sind deshalb keine Gegensätze, sondern bedingen einander.

Gerade in der heutigen Islamdebatte ist diese Unterscheidung nahezu verschwunden. Wer den Islam kritisiert, ja entschieden ablehnt und seine reale Existenz verachtet und bekämpft, wird häufig beschuldigt, Muslime zu hassen.

Wer hingegen jede Kritik am Islam vermeidet, hält sich für besonders tolerant und menschenfreundlich, ja manche Kirchenmänner halten das sogar für besonders christlich. Beide Positionen verfehlen jedoch die katholische Sichtweise.

Person und Meinung unterscheiden

Die Kirche hat stets zwischen der Person und ihrer Überzeugung unterschieden. Ein Irrtum wird nicht dadurch wahr, dass ihn viele Menschen vertreten. Ebenso wenig verliert ein Mensch seine Würde dadurch, dass er einem Irrtum anhängt. Diese Sichtweise prägte die katholische Kirche im Umgang mit dem Islam über viele Jahrhunderte.

Die großen Scholastiker betrachteten den Islam weder als gleichwertigen Heilsweg noch als bloß kulturelle Variante des Christentums. Vielmehr sahen sie in ihm eine Religion, die wesentliche Glaubenswahrheiten – insbesondere die Gottessohnschaft Christi, die Dreifaltigkeit und die Erlösung durch das Kreuz – zurückweist. Gerade deshalb hielten sie eine kritische Auseinandersetzung für notwendig.

Thomas von Aquin ist hierfür das wohl eindrucksvollste Beispiel. Seine Kritik am Islam ist klar und unmissverständlich. Zugleich richtet sich diese Kritik niemals gegen die Würde der Muslime als Menschen. Er argumentiert gegen Lehren und Entstehung des Islam, nicht gegen Personen. Sein Ziel ist nicht die Verachtung des Andersgläubigen, sondern dessen Gewinnung für die Wahrheit.

Diese Haltung zieht sich durch die gesamte christliche Tradition. Mission war niemals Ausdruck kultureller Überheblichkeit, sondern Werk der Nächstenliebe. Wer überzeugt ist, dass Christus der einzige Erlöser der Menschheit ist, kann gar nicht anders, als allen Menschen das Evangelium bringen zu wollen. Nicht weil er sie verachtet, sondern weil er sie liebt.

Hier liegt vielleicht der größte Unterschied zur heutigen Denkweise. Der moderne Mensch identifiziert Person und Meinung nahezu vollständig. Wird seine Überzeugung kritisiert, fühlt er sich persönlich angegriffen. Die klassische katholische Philosophie kennt diese Gleichsetzung nicht. Der Mensch ist mehr als seine Irrtümer. Eben deshalb kann man ihn achten und zugleich seine Überzeugungen entschieden zurückweisen.

Die Wahrheit kennt keine Ansehung der Person

Diese Unterscheidung gilt selbstverständlich auch für den Islam. Ein katholischer Christ hat jedem Muslim mit Respekt, Höflichkeit und echter Nächstenliebe zu begegnen. Er darf ihn niemals aufgrund seiner Herkunft oder seines Glaubens verachten. Hass auf Menschen ist mit dem Evangelium unvereinbar.

Ebenso wenig darf der Christ aber aus falsch verstandener Toleranz verschweigen, dass der Islam zentrale Wahrheiten des christlichen Glaubens leugnet. Wo religiöse Lehren oder gesellschaftliche Vorstellungen dem Naturrecht widersprechen, dürfen und müssen sie kritisiert werden. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um islamische, atheistische oder andere Ideologien handelt. Die Wahrheit kennt keine Ansehung der Person.

Gerade hierin liegt die Aktualität des augustinischen Prinzips. Es bewahrt vor zwei entgegengesetzten Irrwegen unserer Zeit. Der erste Irrweg ist der Relativismus. Er behauptet, letztlich seien alle Religionen gleich wahr oder gleich gültig. Eine solche Auffassung hätte kein Kirchenvater, kein Kirchenlehrer vertreten. Das Bekenntnis Christi als des einzigen Erlösers schließt notwendig ein, dass religiöse Irrtümer auch als solche benannt werden dürfen.

Der zweite Irrweg ist der Hass auf Menschen. Er macht aus der berechtigten Kritik an einer Religion eine Verachtung ihrer Anhänger. Auch dies widerspricht der katholischen Tradition. Jeder Mensch bleibt berufen, Kind Gottes zu werden. Gerade deshalb verdient er Liebe, Geduld und die Bereitschaft zum Dialog – nicht um des Dialogs willen, sondern um der Wahrheit willen.

Den missionarischen Geist wieder entdecken

Die klassische katholische Haltung war daher weder indifferent noch feindselig. Sie war missionarisch. Der Christ begegnet dem Muslim nicht als Feind, sondern als Mitmensch. Er verschweigt ihm aber auch nicht, was er als Wahrheit erkannt hat. Nächstenliebe ohne Wahrheit wird zur Sentimentalität; Wahrheit ohne Liebe zur Härte. Erst ihre Verbindung entspricht dem Geist des Evangeliums. 

Der norditalienische Bischof Antonio Suetta aus dem Bistum Ventimiglia-San Remo hat ganz in diesem Sinne vor wenigen Wochen angekündigt, die Evangelisierung von Muslimen künftig stärker in den Mittelpunkt der pastoralen Arbeit seiner Diözese zu stellen. In seinem Pfingsthirtenbrief betont Suetta, dass christliche Nächstenliebe und die Verkündigung des Evangeliums untrennbar zusammengehörten. 

Vielleicht wäre gerade heute eine Rückkehr zu diesem alten katholischen Grundsatz heilsam. Denn eine Gesellschaft, die jede Kritik an religiösen Lehren für Hass erklärt, zerstört die Freiheit der Wahrheit. Eine Gesellschaft hingegen, die Menschen wegen ihrer Religion verachtet, zerstört die Freiheit der Liebe.

Die katholische Tradition kennt einen besseren Weg. Sie unterscheidet sorgfältig zwischen Person und Irrtum. Augustinus brachte ihn vor anderthalb Jahrtausenden in wenigen Worten auf den Punkt: cum dilectione hominum et odio vitiorum.

Übertragen auf die gegenwärtige Debatte könnte man sagen: Nicht den Muslim hassen, sondern den Irrtum des Islam bekämpfen; nicht den Menschen verwerfen, sondern ihn umso mehr lieben, weil man ihm die Wahrheit Christi wünscht.

Gerade diese Verbindung von Klarheit und Liebe macht die Größe der klassischen katholischen Tradition aus – und könnte auch heute ein Wegweiser in einer zunehmend polarisierten Debatte sein.

Quelle: Christliches Forum & Philosophie perennis

US-Erzbischof Cordileone widerspricht Kardinal Roche in puncto „alter Messe“

Seine Exzellenz Monsignore Salvatore Cordileone – Erzbischof von San Francisco 

Die vom Vatikan auferlegten Einschränkungen hinsichtlich der lateinischen bzw. überlieferten Messe seien „nicht realistisch“, da die wachsende Anziehungskraft, die die liturgische Tradition der Kirche auf junge Katholiken ausübe, „nicht aufzuhalten“ sei, erklärte Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco auf EWTN.

Laut Cordileone (siehe Titelfoto) macht die Beliebtheit der altrituellen Messe bei der jüngeren Generation die Umsetzung des seinerzeit von Papst Franziskus erlassenen Dekrets „Traditionis Custodes“ schwierig.

„Die Jüngeren lieben die klassischere Art und Weise, wie die Kirche diesen Gottesdienst feiert – die traditionelle Messe“, fuhr der Oberhirte fort, das sei für sie wie eine „geistliche Nahrung“.

Erzbischof Cordileone stellte die jüngsten Äußerungen von Kardinal Arthur Roche infrage. Der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für den Gottesdienst hatte erklärt, Leo XIV. werde „Traditionis Custodes“ nicht rückgängig machen.

Cordileone bezweifelte, ob Roche die Absichten des Papstes so genau kennen könne. Für ihn sei klar, daß Leo alle Gläubigen „zusammenbringen“ wolle, statt sie zu spalten.

Prof. Dr. Georg May: Die FSSPX ist nicht im Schisma

In diesem Video geht es um einen Brief von Prof. Dr. Georg May vom 15. Dezember 2003. Darin nimmt der bekannte Kirchenrechtler Stellung zur Frage, ob die Priesterbruderschaft St. Pius X. im Schisma sei, wie die Bischofsweihen von 1988 einzuordnen sind und ob eine Mitarbeit an Einrichtungen der FSSPX bedenklich ist. May unterscheidet klar zwischen Ungehorsam und Schisma und kommt zu einer bemerkenswert deutlichen Bewertung.