Archiv für den Monat: Juni 2019

Zur Lage der Kirche unter Papst Franziskus

Erzbischof Carlo Maria Viganò findet in seinem Interview mit der Washington Post klare Worte über die Existenz einer „Homo-Mafia“ in der Kirche, nicht zuletzt auch unter den Bischöfen. Sie „sabotiert“ alle Bemühungen, die sexuelle Korruption, den Mißbrauch und die Glaubwürdigkeitskrise zu überwinden.

Ein außergewöhnliches Dokument – zur Lage der Kirche unter Papst Franziskus

Von Professor Roberto de Mattei

Das ausführliche Interview, das Erzbischof Carlo Maria Viganò den Journalisten Chico Harlan und Stefano Piterelli gab und von der Washington Post am 10. Juni veröffentlicht wurde („Archbishop Carlo Maria Viganò gives his first extended interview since calling on the pope to resign“), ist aus mehrerlei Gründen von außergewöhnlicher Bedeutung.

Der erste und wichtigste Grund ist, daß dieses Interview das völlige Scheitern der vatikanischen „Schweigestrategie“ offenlegt, die zu den detaillierten Anschuldigungen des ehemaligen Nuntius in den USA eingenommen wurde. Die Verantwortlichen der Vatikanmedien waren überzeugt, daß die Enthüllungen von Msgr. Viganò auf ein Nischenpublikum begrenzt werden könnten, das bereit sein werde, sie nach einem Moment des Gefühlsausbruchs wieder zu vergessen. Dem ist aber nicht so.

Die Washington Post ist mit Millionen von Lesern eine der meistgelesenen und einflußreichsten Tageszeitungen des Planeten. Das Interview des Erzbischofs war fast drei Tage der am zweithäufigsten gelesene Artikel des Internetauftritts der Zeitung. Die Stimme von Msgr. Viganò fand weltweites Gehör und zerbröselte die Schweigemauer. Sein Zeugnis kann nicht mehr ignoriert oder heruntergespielt werden.

Der zweite Grund, mit dem ersten verbunden, besteht darin, daß die Washington Post Msgr. Viganò als Zeitzeugen anerkennt, dessen Glaubwürdigkeit nicht in Zweifel gezogen werden kann. Der Erzbischof geht nicht auf theologische Probleme ein, die durch Dokumente wie Amoris laetitia aufgeworfen wurden, sondern beschränkt sich darauf, Fakten zu berichten, die er aus erster Hand kennt:

die Existenz einer „korrupten Mafia“, die „die Kontrolle über viele Institutionen der Kirche übernommen hat, von oben nach unten, und die Kirche und die Gläubigen für ihre unmoralischen Zwecke mißbraucht“.

Diese Mafia „ist nicht durch sexuelle Intimität verbunden, sondern durch ein gemeinsames Interesse, sich gegenseitig zu schützen und beruflich voranzubringen“, und alle Bemühungen „zu sabotieren“, die sexuelle Korruption in der Kirche zu beseitigen.

Auf die ungeschickten Versuche der vatikanischen Medien, ihn zu diskreditieren, indem ihm Machtambitionen unterstellt werden, antwortet Msgr. Viganò:

„Meine Motive sind jedenfalls nicht der entscheidende Punkt und entsprechende Fragen daher eine Ablenkung. Die wirklich wichtige Frage ist, ob mein Zeugnis wahr ist. Das bekräftige ich und fordere Untersuchungen, damit die Fakten ans Licht kommen können. Leider waren jene, die meine Beweggründe bezweifelten, nicht bereit, offene und gründliche Ermittlungen durchzuführen.“

Mit diesen Worten zeigt der Erzbischof eine Liebe für die Wahrheit, die ihn auch daran hindert, eventuelle Fehler der Vorgänger von Papst Franziskus zu billigen. Damit fallen auch die entsprechenden Anspielungen und Unterstellungen in sich zusammen, mit denen versucht wurde, wie durch Vatican Insider nach der Veröffentlichung des Interviews, ihn gegen Benedikt XVI. und Johannes Paul II. zu vereinnahmen. Msgr. Viganò antwortete bereits präventiv und auf sehr ausgewogene Weise:

„Ich möchte aufrichtig, daß alle Dokumente, sofern sie nicht bereits zerstört wurden, freigegeben werden. Es ist schon möglich, daß dadurch das Ansehen von Benedikt XVI. und des heiligen Johannes Paul II. beschädigt werden könnten, aber das ist kein guter Grund, um die Wahrheit nicht zu suchen. Benedikt XVI. und Johannes Paul II. sind auch Menschen und können Fehler gemacht haben. Sollte das der Fall sein, wollen wir diese kennen. Warum sollten sie verborgen bleiben? Wir alle können aus unseren Fehlern lernen. Ich selbst bedaure es, nicht schon früher öffentlich gesprochen zu haben. Wie bereits gesagt, hoffte ich wirklich gegen jede Hoffnung, daß die Kirche sich in ihrem Inneren erneuern könnte. Als aber offensichtlich wurde, daß der Nachfolger des Petrus selbst einer von jenen ist, die Verbrechen gedeckt haben, hatte ich keine Zweifel mehr, daß der Herr von mir verlangte, zu sprechen, wie ich es dann getan habe und auch weiterhin tun werde.“

Ein zentraler Punkt des Interviews ist die wiederholt geäußerte Überzeugung, daß die Homosexualität – und die ausgebliebene Antwort des Vatikans – ein fundamentaler Teil des derzeitigen Problems der Kirche im Umgang mit dem sexuellen Mißbrauch ist. Dem Interviewer, der fragt: „Können Sie mit der größtmöglichen Klarheit erklären, in welchem Zusammenhang ihrer Ansicht nach die Homosexualität mit dem Mißbrauch steht?“, antwortet Msgr. Viganò:

„Halten wir zwei Bereiche auseinander: 1. die Verbrechen des sexuellen Mißbrauchs und 2. die kriminelle Vertuschung der sexuellen Mißbrauchsverbrechen. In der Kirche von heute haben in den allermeisten Fällen beide eine homosexuelle Komponente, die in der Regel heruntergespielt wird, aber der Schlüssel zur Krise ist.

Was den ersten Bereich betrifft: Die homosexuellen Männer suchen bevorzugt männliche Jugendliche und junge Erwachsene als Sexualpartner. Rund 80 Prozent der Opfer sind männlich, der weitaus größte Teil davon männlich im post-pubertären Alter. […] Es sind keine Pädophilen, sondern homosexuelle Priester, die Jagd auf post-pubertäre, männliche Jugendliche machten, die US-amerikanische Diözesen in den Konkurs getrieben haben.

Was den zweiten Bereich betrifft: Die ‚Homo-Mafia‘ unter den Bischöfen ist untereinander nicht durch sexuelle Intimität verbunden, sondern durch ein gemeinsames Interesse, sich gegenseitig zu schützen und in der Karriere voranzubringen sowie jede Reformanstrengung zu sabotieren.“

Angesichts „der erdrückenden Beweise ist es  mehr als erstaunlich, daß das Wort ‚Homosexualität‘ in keinem der jüngsten, offiziellen Dokumenten des Heiligen Stuhls, einschließlich der beiden Familiensynoden, der Jugendsynode und des Anti-Mißbrauchsgipfels vom vergangenen Februar, auch nur ein einziges Mal aufgetaucht“.

Der Fall McCarrick

Es gibt noch einen weiteren Punkt des Interviews, der es verdient, unterstrichen zu werden: Die Beurteilung der Laisierung von Kardinal Theodore McCarrick durch Msgr. Viganò. Diese Strafe, so der ehemalige päpstliche Nuntius, „war, soweit man es sagen kann, eine gerechte Strafe, aber es gibt keinen berechtigten Grund, warum sie nicht bereits vor fünf Jahren und nach einem ordentlichen Gerichtsverfahrens verhängt wurde“.

Gegen McCarrick war nämlich nicht mit einem Gerichtsverfahren vorgegangen worden, sondern auf dem Verwaltungsweg. Es fällt schwer, nicht davon auszugehen, daß damit „die öffentliche Meinung manipuliert“ werden sollte:

„An McCarrick als Sündenbock ein Exempel zu statuieren – es war das erste Mal in der Kirchengeschichte, daß ein Kardinal in den Laienstand zurückversetzt wurde –, hätte das Narrativ gestützt, daß Papst Franziskus entschlossen ist, den Kampf gegen den sexuellen Mißbrauch im Klerus durchzuziehen.“

Viganò führt dazu weiter aus:

„Laut einer Erklärung des Presseamtes des Heiligen Stuhls vom 16. Februar 2019 wurde McCarrick von der Glaubenskongregation schuldig gesprochen, das Bußsakrament mißbraucht und mit Minderjährigen und Erwachsenen gegen das Sechste Gebot verstoßen zu haben mit dem erschwerenden Umstand des Machtmißbrauchs. Die verhängte Strafe ist die Laisierung, die Papst Franziskus als ‚definitiv‘ bestätigte. Auf diese Weise wurde McCarrick, der selbst immer seine Unschuld beteuerte, der Möglichkeit beraubt, das Urteil anzufechten. Ist das ein gerechter Prozeß? Macht man es so im Vatikan? Indem er das Urteil für definitiv erklärte, machte der Papst auch weitere Ermittlungen unmöglich, die ans Licht bringen hätten können, wer an der Kurie und anderswo vom Mißbrauch McCarricks wußte, wann er es wußte, und wer ihm geholfen hat, zum Erzbischof von Washington ernannt und schließlich zum Kardinal kreiert zu werden. Man beachte unter anderem, daß die Veröffentlichung der Dokumente zu diesem Fall, die versprochen worden war, nie erfolgt ist. Der grundlegende Punkt ist: Papst Franziskus versteckt willentlich die Beweise zu McCarrick.“

„Betrachten wir aber die viel wichtigere geistliche Dimension, die in keiner Erklärung zum Fall McCarrick oder zum Mißbrauchsgipfel vorkommt. Der Hauptzweck der Sanktionen in der kanonischen Rechtsordnung sind Reue und Umkehr: ‚Suprema ratio est salus animarum‘. Ich denke daher, daß die bloße Laisierung völlig ungenügend ist, weil sie keine Abhilfe schafft und keine Sorge im Sinne des Hauptzwecks der Strafe zum Ausdruck bringt, nämlich dem Seelenheil von McCarrick. Ohne andere Maßnahmen könnte die bloße Laisierung sogar als Ausdruck der Verachtung für den Laienstand gesehen werden. Die Idee, daß ein Prälat, der sich schlecht benimmt, damit bestraft wird, daß es laisiert wird, ist eine Form von Klerikalismus.“

„Ich denke auch, und bin nicht der einzige, daß auch die Strafe der Exkommunikation – von der jederzeit losgesprochen werden kann – gegen McCarrick verhängt werden sollte. Als angemessen dosierte Medizin hätte sie verhängt werden sollen, um McCarrick dazu zu bringen, die Verantwortung für seine Sünden zu übernehmen, zu bereuen, sich mit Gott zu versöhnen und dadurch seine Seele zu retten.“

Diese Worte helfen, eine wichtige Frage zu verstehen. Wer heute die Kirche regiert, geht mit dem Kommissar gegen unliebsame Orden vor und mit der Entlassung aus dem Klerikerstand gegen jene, die Probleme in der öffentlichen Meinung verursachen könnten. Die Laisierung wird wie eine „Entlassung“ aus dem „Kirchen-Unternehmen“ verstanden, die auch ohne berechtigen Grund erfolgen kann. Alles erfolgt mit päpstlichem Dekret und ohne die kirchenrechtliche Möglichkeit, dagegen Einspruch zu ergeben. Dabei wird vergessen, daß das Weihesakrament, einmal empfangen, nie endet, weil sein Wesen unauslöschlich ist. Keine Autorität kann den ontologischen Zustand des Priesters, demgegenüber immer Barmherzigkeit zu zeigen ist, auslöschen. Vor allem kann man nicht zu extremen Mitteln wie der Laisierung greifen ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren, in dem es dem Angeklagten möglich sein muß, seine Gründe darzulegen.

Wer keine Gründe anhört, hat vielleicht selbst keine und ist gezwungen, zu lügen, um sein Handeln zu rechtfertigen, wie es bei Papst Franziskus der Fall ist, der über den Mißbrauch durch McCarrick zumindest seit dem 23. Juni 2013 auf dem Laufenden war, als Msgr. Viganò auf eine präzise Frage hin ihn über die Existenz eines umfangreichen Dossiers zu Lasten des US-Kardinals informierte.

Msgr. Viganò ist heute der einzige Bischof, der öffentlich Papst Franziskus als direkten Verantwortlichen der schrecklichen Krise benennt, von der die Kirche heimgesucht wird. Auf die Frage, ob „der Vatikan unter der Leitung von Papst Franziskus angemessene Maßnahmen ergreift, um den schwerwiegenden Mißbrauchsproblemen zu begegnen“, antwortet der Erzbischof:

„Papst Franziskus macht nicht nur fast nichts, um jene zu bestrafen, die sich des Mißbrauchs schuldig gemacht haben, sondern macht absolut nichts, um jene anzuzeigen und der Justiz auszuliefern, die über Jahrzehnte die Mißhandlungen begünstigt und gedeckt haben.“

Und auf die Frage der Interviewer: „Glauben Sie, daß die Forderung nach dem Rücktritt des Papstes, die Aufmerksamkeit von ihrer Botschaft abgelenkt hat?“, sagt er bescheiden, aber entschieden:

„Es wäre besser gewesen, wenn die Frage, die Sie stellen, von einem Punkt her angegangen würde, der in meinem dritten Zeugnis enthalten ist: Ich ersuche, ja flehe den Heiligen Vater an, seinen Pflichten nachzukommen, zu denen er selbst sich verpflichtet hat durch die Übernahme seines Amtes als Nachfolger des Petrus. Er hat den Auftrag übernommen, seine Brüder zu stärken und alle Seelen in der Nachfolge Christi zu leiten, im geistlichen Kampf auf dem Weg des Kreuzes. Er soll seine Fehler zugeben, bereuen, seine Bereitschaft bekunden, dem Auftrag zu entsprechen, der dem Petrus erteilt wurde, und – wenn er sich bekehrt hat – seine Brüder stärken (Lk 22,32).

Quelle: katholisches.info Übersetzung: Giuseppe Nardi Bild: Corrispondenza Romana

Gefeiert am 17. Juni

Hl. Adam Hilarius Albert Chmielowski

Adam Hilarius Albert Chmielowski, wurde am 20. August  1845 in Igolonija im Distrikt Miechów geboren und als Waise zum Studium  nach St.-Petersburg geschickt. Er studierte weiter in Warschau und  Pulawy. Überall war der begabte junge Mann beliebt wegen seiner  Gesinnung, Herzensgüte, Charakterfestigkeit, vor allem aber wegen seines  Mutes. Adam Chmielowski kam nach der polnischen Volkserhebung, bei der  er schwer verwundet wurde, 1865 nach Paris; 1885 kehrte er nach Warschau  zurück. Nach zweijährigem Aufenthalt in der polnischen Heimat ging er  über Paris und Gent schließlich nach München, um dort das Studium der  Malerei an der Kunstakademie zum Abschluss zu bringen. Nach langen  inneren Kämpfen fühlte er sich schließlich berufen, Apostel für den  Dritten Orden des hl. Franziskus zu werden. In Krakau lernte er die Not  der Ärmsten kennen. Entsetzt über deren Notlage stellte der Maler und  Ordensstifter sich in ihren Dienst. Im Jahre 1888 gründete Bruder Albert  die Ordenskongregation der »Brüder im Dritten Orden des hl.  Franziskus«, »Albertiner-Brüder« genannt, und die der »Schwestern im  Dritten Orden des hl. Franziskus«, »Albertiner-Schwestern« genannt.  Bruder Albert lebte bis zu seinem Tod am 25. Dezember 1916 Krakau arm,  innerlich aber reich an Freude und Frieden im Dienst an den Ärmsten nach  seinem Wahlspruch: »Gut sein wie das nahrhafte Brot, das auf dem Tisch  für alle bereitliegt, wenn sie Hunger haben!« Die Seligsprechung  erfolgte am 22. Juni 1983 in Krakau. Johannes Paul II sprach ihn am 12.  November 1989 heilig.

 

Hl. Fulko – Erzbischof von Reims, Märtyrer

† 17. Juni 900

Fulko war Stiftsherr in St.-Omer, 877 wurde er Abt in St.-Bertin, obwohl er kein Mönch war. 883 wurde er zum Erzbischof von Reims ernannt. Er sollte 892 im Auftrag von Papst Stephan V. den Vorsitz auf einer Synode in Worms innehaben, die über den Herrschaftsanspruch von Köln über das Bistum Bremen entscheiden sollte; aufgrund des raschen Todes des Papstes wurde die Synode abgesagt. Fulko verteidigte die Rechte der Kirche gegen weltliche Ansprüche, deshalb wurde er getötet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

17.06.2019 – Montag der 11. Woche im Jahreskreis

Hl. Dorotheos von Gaza (*500) Mönch in Palästina

„Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand“

Im alten Bund hieß es: „Auge für Auge, Zahn für Zahn“ (Ex 21,24). Der Herr aber fordert uns auf, nicht nur geduldig den Schlag dessen hinzunehmen, der uns ohrfeigt, sondern ihm auch noch demütig die andere Wange hinzuhalten. Zweck des Gesetzes war es ja, uns beizubringen, das nicht zu tun, was wir nicht erleiden wollen. Es hinderte uns also daran Böses zu tun, und zwar aus Angst, selber leiden zu müssen. Die Forderung jetzt aber heißt, nein zu sagen zu Hass, Vergnügungssucht, Ehrsucht und anderen schlechten Neigungen […] Durch die heiligen Gebote lehrt uns Christus, wie wir von unseren Leidenschaften frei werden können, um so nicht immer wieder in die gleichen Sünden zu verfallen. Er deckt uns die Ursache auf, die uns zur Missachtung und Übertretung der Gebote Gottes verleitet, und gibt uns so ein Mittel an die Hand, mit dem wir gehorchen und gerettet werden können. Was ist das nun für ein Mittel, und was ist die Ursache der Missachtung? Hört, was unser Herr dazu sagt: „[…] lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29). Damit zeigt er uns kurz und in einem einzigen Wort sowohl die Wurzel und Ursache all unserer Übel auf, als auch sein Heilmittel, die Quelle alles Guten. Er zeigt uns, dass es der Hochmut ist, der uns zu Fall gebracht hat, und dass es uns nur mit der entgegengesetzten Haltung, der Demut, möglich ist, Erbarmen zu finden. Und in der Tat, Hochmut bewirkt Missachtung und Ungehorsam und führt zum Tod; Demut hingegen bringt Gehorsam und das Seelenheil hervor. Ich verstehe darunter echte Demut, nicht bloß eine Demut in Worten und im Verhalten, sondern eine wirklich demütige Grundhaltung des Herzens und des Geistes. Deshalb sagt der Herr: „Ich bin gütig und von Herzen demütig“. Wer also die echte Seelenruhe finden möchte, übe sich in der Demut.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 17.06.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,38-42

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 16. Juni

Hl. Luitgard von Aywières – Nonne und Mystikerin

* 1182 in Tongern / Tongeren in Belgien
† 16. Juni 1246 in Aywières beim heutigen Ottignies in Belgien

Luitgard war Zisterzienser-Nonne. Sie lebte asketisch und zurückgezogen in ihrem Kloster, hatte mystische Erlebnisse, dazu die Gabe der Krankenheilung und der Bekehrung von Sündern. Die letzten elf Jahre ihres Lebens war sie blind. Sie ist Patronin für eine glückliche Entbindung.

Hl. Benno von Meißen – Bischof, Glaubensbote bei den Wenden

* 1010 nahe Hildesheim
† 16. Juni 1106 in Meißen in Sachsen

Benno stammte aus einem sächsischen Adelsgeschlecht, wurde Kanoniker in Goslar und war 1066-1106 Bischof von Meißen. Weil er Hein­rich IV. nicht unterstützte, wurde er von diesem 1085 abgesetzt, konnte aber drei Jahre später wieder die Leitung des Bistums übernehmen. Er gilt als Apostel der Wenden. Gestorben 1106; heilig gespro­chen 1523. Seine Reliquien befinden sich seit 1576 im Liebfrauendom in München.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

16.06.2019 – Dreifaltigkeitssonntag

Katechismus der Katholischen Kirche §§ 687–688

„Der Geist der Wahrheit wird euch in die ganze Wahrheit führen“ (Joh 16,13)

„Keiner erkennt Gott – nur der Geist Gottes“ (1 Kor 2,11). Der Geist, der Gott offenbart, lässt uns Christus, sein lebendiges Wort erkennen; er spricht aber nicht von sich. Er, der „durch die Propheten gesprochen hat“ (Glaubensbekenntnis v. Nizäa-Konstantinopel: DS 150), lässt uns das Wort des Vaters vernehmen. Ihn selbst aber hören wir nicht. Wir erkennen ihn nur darin, dass er uns das Wort offenbart und uns bereit-macht, es im Glauben anzunehmen. Der Geist der Wahrheit, der uns Christus „enthüllt“, redet nicht „aus sich selbst heraus“ (vgl. Joh 16,13). Diese wahrlich göttliche Zurückhaltung erklärt, warum ihn „die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt“, während die an Christus Glaubenden ihn kennen, weil er bei ihnen bleibt (Joh 14, 17). Als lebendige Glaubensgemeinschaft, die den Glauben der Apostel weitergibt, ist die Kirche der Ort unserer Erkenntnis des Heiligen Geistes: – in den von ihm inspirierten Schriften; – in der Überlieferung, deren stets aktuelle Zeugen die Kirchenväter sind; – im Lehramt der Kirche, dem er beisteht; – in der sakramentalen Liturgie: durch ihre Worte und Sinnbilder, in denen uns der Heilige Geist mit Christus verbindet; – im Gebet, in dem er für uns eintritt; – in den Charismen und Dienstämtern, durch die die Kirche aufgebaut wird; – im apostolischen und missionarischen Leben; – im Zeugnis der Heiligen, worin er seine Heiligkeit bekundet und das Heilswerk fortsetzt.

Tagesevangelium – 16.06.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 16,12-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 15. Juni

Hl. Vitus (Veit) Märtyrer und Nothelfer

* in Mazzara, dem heutigen Mazara del Vallo auf Sizilien in Italien
† um 304 in Lukanien

Über sein Leben ist wenig Sicheres bekannt. Er stammte aus Sizilien und erlitt das Martyrium in der diokletianischen Verfolgung (um 304). Der Legende zufolge wurde er in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen. Seine Verehrung ist seit Ende des 5. Jahrhunderts bezeugt. Die Reliquien wurden 836 nach dem Kloster Korvey an der Weser übertragen. Von dort verbreitete sich sein Kult im ganzen deutschen Sprachgebiet. Im 14. Jahrhundert kam ein Teil seiner Reliquien nach Prag, wo im 10. Jahrhundert zu seiner Ehre der Veitsdom erbaut wor­den war.

 

Hl. Gebhard – Erzbischof von Salzburg

* um 1010 in Schwaben
† 15. Juni 1088 in Werfen in Österreich

Gebhard aus adligem Geschlecht wurde 1055 Priester und 1058 Kanzler bei König Heinrich III. 1060 wurde er Erzbischof von Salzburg. Im Investiturstreit stellte er sich gegen den König auf die Seite des Papstes Gregor VII. und wurde deshalb zum päpstlichen Legaten in ganz Deutschland ernannt.

1074 gründete er die Benediktinerabtei Admont. 1077 wurde er vom König in die Verbannung verjagt, erst 1086 konnte er in seine Diözese zurückkehren.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

15.06.2019 – Samstag der 10. Woche im Jahreskreis

Hl. Teresa von Avila (1515-1582) Karmelitin und Kirchenlehrerin

„Euer Ja soll ein Ja sein“, wie das von Maria

Ich kann nun das einmal Geschehene nicht mehr ungeschehen machen, und so bleibt mir nichts anderes übrig, als zu dieser Majestät meine Zuflucht zu nehmen und auf die Verdienste Jesu Christi und seiner jungfräulichen Mutter zu vertrauen, deren Kleid ich trotz meiner Unwürdigkeit trage. Auch ihr tragt dieses Kleid; lobpreist Gott dafür! Denn ihr seid in Wahrheit Töchter dieser Herrin. Ihr müsst euch deshalb nicht schämen, dass ich so böse bin, da ihr eine so heilige Mutter habt. Folgt ihr nach und erwägt, wie erhaben diese Herrin sein muss, welch ein Glück es ist, sie zur Beschützerin zu haben […] Auf eines jedoch möchte ich euch aufmerksam machen: Ihr dürft euch deshalb nicht für sicher halten, weil […] ihr eine so heilige Mutter habt […] Wir, die wir das Ordenskleid tragen, sind vielleicht der Ansicht, als sei damit schon alles getan, dass wir es freiwillig angenommen und um Gottes willen alle Dinge der Welt und unseren Besitz verlassen haben; denn waren dies auch nur Fischernetze, wie sie der hl. Petrus verlassen, so glaubt doch der, der seinen ganzen Besitz hingibt, viel zu geben. Dies ist allerdings eine sehr gute Vorbereitung, wenn man dabei beharrlich ist und nicht wieder, auch nicht dem Verlangen nach, zu dem Ungeziefer der ersten Gemächer zurückkehrt. Wer in der Los-Schälung von allem verharrt, wird ohne Zweifel das Ziel erreichen, vorausgesetzt, dass er sich, was wohl zu beachten ist, für einen unnützen Knecht hält, wie der hl. Paulus oder Christus sagt (Lk 17,10); er glaube nicht, unseren Herrn verpflichtet zu haben, ihm solche Gnaden zu erweisen; vielmehr sei er der Überzeugung, umso mehr schuldig zu sein, je mehr er empfangen habe.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria