Archiv für den Monat: Dezember 2019

Interview mit Ariel Levi di Gualdo

„Der Vatikan ist derzeit ein Zirkus, der die Wahrheit zum Tode verurteilt“

(Rom) Ariel Levi di Gualdo ist ein nüchterner, ruhiger Mann, doch ruhig bleibt es kaum, wo er seine Stimme erhebt. Gestern tat er dies mit einem Interview und gewohnt klaren Worten. Der jüdische Konvertit und katholische Priester sagte: „Der Vatikan ist derzeit ein Zirkus, der die Wahrheit und die Gerechtigkeit zum Tode verurteilt.“ Und auch: „Die Kirche behandelt heute jene wie Pol Pot, die innerkirchlich anderer Meinung sind.“

Im Ringen zwischen Judentum und Christentum entschied sich Ariel Stefano Levi di Gualdo für Christus und wurde katholischer Priester: Jahrgang 1963, Dogmatiker mit Spezialisierung auf Dogmengeschichte, Schüler von P. Peter Gumpel. Mit dem Feuer des Konvertiten sieht er manches schärfer und sagt es auch. Bevor er Priester wurde absolvierte er ein Studium der Soziologie, das er mit der streitbaren Arbeit „Bittere Gräser – Das Jahrhundert des Zionismus“ abschloß. Sie ist zugleich eine Art Abrechnung mit dem Zionismus und eine Verabschiedung von seinem Judentum. Im Vorwort schrieb er: „Die ungeheure Tragödie der Shoa hat den Juden die verlorene Reinheit zurückgegeben, indem sie das soziale Tabu einer Judenverehrung hervorbrachte, mit dem verhindert wird, daß der Öffentlichkeit erzählt wird, daß der Kaiser nackt ist.“ 2006 erschien die Arbeit in Buchform in einer italienischen und einer englischen Ausgabe (für 2020 ist eine Neuausgabe geplant).

2014, inzwischen bereits Priester, legte er eine Streitschrift gegen die Homosexualisierung der Kirche vor. Bereits im Juni 2013 äußerte er sich im Zusammenhang mit dem Amtsverzicht von Benedikt XVI. über das „zersetzende Unwesen“ der Homo-Lobby in der Kirche.

Im selben Jahr berichtete er von seinen Erfahrungen in München und attestierte der Kirche in Deutschland ein „deutsches“ Problem, das bereits zu einem „faktischen Schisma“ geführt habe – es sage nur keiner.

Zum Fall Martha Heizer und ihren Meßsimulationen diagnostizierte er der Kirche nicht zuviel, sondern zu wenig Autorität zu zeigen. Die Kirche stöhne unter dem Mangel an Autorität.

Solche Aussagen werden nicht überall gerne gehört. Die kirchliche Hierarchie machte ihm deshalb das Leben in den vergangenen Jahren nicht gerade leicht.

Als Reaktion auf die Lage in der Kirche gründete er 2014 gemeinsam mit Msgr. Antonio Livi, ehemaliger Dekan der Philosophischen Fakultät der Lateranuniversität, und mit dem Dominikaner P. Giovanni Cavalcoli, die Internet-Zeitschrift L’isola di Patmos (Die Insel Patmos), aus der inzwischen auch ein gleichnamiger Verlag entstanden ist. Da man ihn aus der Pfarrseelsorge hinausdrängte, verschaffte er sich auf diese Weise eine weit größere, wenn auch virtuelle Pfarrei. In den ersten vier Jahren ihres Bestehens verzeichnete die Internet-Zeitschrift mehr als 30 Millionen Zugriffe.

Nachstehend Auszüge aus dem Interview der Tageszeitung La Verità:

Frage: Welche Motive standen am Beginn der Gründung [von L’isola di Patmos]?

Ariel Levi di Gualdo: Die Notwendigkeit, die Fundamente des Glaubens weiterzugeben, aber auch als Gegenmittel zur Schizophrenie, die heute vorherrscht. Anfang der 70er Jahre sagte der Physiker und Diener Gottes Enrico Medi (1911–1974): „Ich fürchte nicht die Atomkraft, die Umweltverschmutzung und die Tumore, aber den kollektiven Wahnsinn, dem die Welt verfällt.“

Frage: Warum gerade Patmos?

Ariel Levi di Gualdo: Das ist der Ort der letzten Offenbarung, wo der Apostel Johannes im Exil das Buch der Apokalypse schrieb. Es ist dringend notwendig, eine Insel zu schaffen, wo das katholische Denken, verstanden als depositum fidei, und das immerwährende Lehramt der Kirche bewahrt werden – was aber nicht mit den Ghettos und geschlossenen Zirkeln der „Erwählten unter den Erwählten“ zu verwechseln ist. Man muß es wie die Mönche machen, die beim Brand der Bibliothek von Alexandria versuchten, die kostbaren Schriftrollen zu retten.

Frage: Sind Sie der Meinung, daß die Kirche in Gefahr ist?

Ariel Levi di Gualdo: Sie ist sogar ganz schrecklich in Gefahr. Wir erleben die Situation eines tiefgreifenden Verfalls, für die ich in der Geschichte noch keinen historischen Präzedenzfall finden konnte, sondern nur manches, das auf vage Weise ähnlich war: die Krise der arianischen Häresie des 4. Jahrhunderts und der Untergang des Römischen Reiches gegen Ende des 5. Jahrhunderts. Anders gesagt: Eine Epoche geht zu Ende, und ich hoffe, daß sie bald endet.

Frage: Wann hat die Kirchenkrise begonnen?

Ariel Levi di Gualdo: Mehr noch als um eine Krise handelt es sich um eine Synthese aller großen Krisen der Geschichte. Es ist ein bißchen wie mit der Häresie des Modernismus, die vom heiligen Pius X. in der Enzyklika Pascendi Dominici als „Synthese aller Häresien“ verurteilt wurde. Die heutige Krise ist aus einer Krise der Doktrin hervorgegangen, brachte ihrerseits eine Krise des Glaubens hervor, die eine Krise der Moral zur Folge hatte, die unseren Klerus verwüstet.

Frage: Sind Sie der Meinung, daß Papst Franziskus dafür Verantwortung trägt?

Ariel Levi di Gualdo: Er trägt enorme Verantwortung, wie alle seine Vorgänger seit dem Apostel Petrus, der von Christus auserwählt und nicht von einem Konklave der Kardinäle gewählt wurde, und es dennoch sogar noch schlimmer trieb: Er verleugnete Christus dreimal und versuchte selbst noch im Alter vor der Verfolgung durch Nero zu fliehen, diesmal aus Rom. Er starb aber am Kreuz auf dem vatikanischen Hügel, im Circus des Nero. Heute ist der Vatikan ein Zirkus, in dem andere Kapitalstrafen zu Lasten der Wahrheit und der Gerechtigkeit exekutiert werden – und alles im Namen der Barmherzigkeit, wie sich versteht.

Frage: Denken Sie an die Amazonassynode?

Ariel Levi di Gualdo: Die pan-amazonische Synode war in Wirklichkeit eine gesamtdeutsche Synode. Die deutsche Kirche befindet sich seit einem halben Jahrhundert auf protestantischen Abwegen, mit immer leereren Kirchen, mit einem großen Aderlaß an Gläubigen, aber dafür mit Einkünften aus der Kirchensteuer in der Höhe von fast sieben Milliarden Euro. Sie ist ein „Unternehmen“ mit immensem Kapital und Eigentum, aber einem Mangel an „Personal“ – womit nicht die Angestellten gemeint sind. Deshalb drängt sie darauf, verheiratete Priester haben zu können. Die viri probati, von denen bei der Amazonassynode die Rede war, sind nicht für die Amazonasregion gedacht, sondern für die deutsche Kirche.

Frage: Die Theologie wird unternehmerischen Fragen untergeordnet?

Ariel Levi di Gualdo: Die Deutschen benutzen Lateinamerika als Inkubationskasten für Theologien wie die der Befreiung oder des Volkes. Die Ergebnisse sehen wir: Die protestantischen Sekten verleiben sich Lateinamerika ein. Die deutschen Ideologien, wie die Geschichte beweist, waren immer eine Quelle des Scheiterns. In der Liste fehlt noch die katholische Kirche.

Frage: Was halten Sie von der Aufforderung des Papstes, die Einwanderer willkommen zu heißen?

Ariel Levi di Gualdo: Wenn der Papst sich feierlich zu Fragen der Doktrin, des Glaubens und der Moral äußert, schulde ich ihm Gehorsam, indem ich in Treue glaube, was der von Gott geoffenbarte Glaube gebietet. Wenn er aber beginnt, zusammen mit Eugenio Scalfari Spielchen zu spielen, habe ich das Recht, meine Mißbilligung zu äußern und zu sagen, daß er besser getan hätte, einen Gottesmann wie den verstorbenen Kardinal Carlo Caffarra zu empfangen, der gemeinsam mit anderen drei Kardinälen, um Klärung offener Fragen bat, aber keine Antworten erhielt. Dasselbe gilt für die Kriminalität, die uns Heere von Einwanderern gebracht haben, in Italien vor allem nigerianische Banden, und die täglichen „Einzelfälle“ in den Chroniken und den Gerichtsakten. Heute haben wir Bischöfe und Priester, die die Glaubenslehre untergraben, doch niemand greift ein. Wer aber wegen des neuen Einwanderungs-„Dogmas“ auch nur seufzt, riskiert, gelyncht zu werden ­– natürlich immer im Namen der Barmherzigkeit, wie sich versteht.

Frage: Fühlen Sie sich diskriminiert?

Ariel Levi di Gualdo: Wie jeder Kirchenmann, der es wagt, einen Hauch von Widerspruch zu äußern. Die ersten, auf die nicht gehört wird, sind die afrikanischen Bischöfe, die gegen diese Migrationsflüsse sind, an vorderster Stelle die Bischöfe Nigerias. Auch der Erzbischof von Mossul im Irak, Amel Nona, warnt vor den Gefahren einer unterschiedslosen Aufnahme, vor allem der Muslime. Anstatt ihm die Kardinalswürde zu verleihen, wurde sie dem Jesuiten Michael Czerny verliehen, der in sein Wappen ein Boot voller Einwanderer setzte und sich ein Brustkreuz aus dem Holz eines Bootes machen ließ, das illegale Einwanderer transportiert hatte. Schon im griechischen Theater der Antike folgte auf die Tragödie immer die groteske Farce.

Frage: Sie haben sehr scharfe Worte gegen den Bischof von Belluno gefunden, den Sie „Hure“, „Apostat“, „satanisches Windfähnchen“ nannten, weil er die wiederverheirateten Geschiedenen im Namen der Kirche um Entschuldigung bat. Warum solche Kraftausdrücke?

Ariel Levi di Gualdo: Wir haben die Sünder immer angenommen und werden es auch weiterhin tun. Das ist unsere Pflicht gemäß dem Evangelium. Eine ganz andere Sache ist es, die Sünde anzunehmen und die Sünder zu den Sakramenten zuzulassen. Das ist der Grund, weshalb ich für diesen unwürdigen Bischof so strenge Worte gefunden habe, die typisch für bestimmte Stellen des Alten und des Neuen Testaments sind. Was dieser Bischof sagt und anbietet, widerspricht nicht nur dem immerwährenden Lehramt der Kirche, sondern auch der Heiligen Schrift, die für uns die Grundlage der Offenbarung ist, die nicht einmal der Nachfolger des Petrus ändern kann.

Frage: Die Kirche in Italien nimmt nicht mehr zur Lage im Land Stellung, wie das noch unter Kardinal Ruini der Fall war. Ist das Ihrer Meinung nach gut?

Ariel Levi di Gualdo: Ich trauere der Ära von Ruini nicht hinterher, der in 20 Jahren an der Spitze der Bischofskonferenz der italienischen Kirche einige der schlechtesten Bischöfe geschenkt hat, die sie je hatte: die für ihre Priester nie zu sprechen sind und vor den Problemen ihrer Diözesen davonlaufen, aber immer bereit sind, in den Vorzimmern und Salons der politischen Macht zu biwakieren – nicht zuletzt, um Vorteile und Präbanden zu lukrieren. Ich war immer gegen eine Einmischung der Kirche und des Klerus in Fragen der Politik und Verwaltung im engeren Sinn.

Frage: Freie Kirche im freien Staat?

Ariel Levi di Gualdo: Wir haben die Pflicht, einzugreifen und unserer Stimme Gehör zu verschaffen, wenn Elemente in Frage gestellt werden oder bedroht sind, die das Herz des katholischen Empfindens berühren, die vom Respekt für das Leben bis zum Respekt für das Naturrecht reichen.

Frage: Was braucht die Kirche heute?

Ariel Levi di Gualdo: Die Kirche braucht keine Beknackten, sondern Personen, die „Ja“ sagen, wenn es Ja ist und „Nein“, wenn Nein ist. Es braucht nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das „Weniger“, die schuldhafte Unterlassung, kommt auch vom Bösen.

Frage: Wen würden Sie heute als Modell für die Katholiken sehen?

Ariel Levi di Gualdo: Darauf habe ich keine Antwort, denn um Modelle vorschlagen zu können, müßten glaubwürdige Modelle hervorgebracht werden. Derzeit produziert die Kirche vor allem Opportunisten und Speichellecker, die mit den Migrantenbooten Karriere machen. Diese sind die sichere Eintrittskarte zum Bischofsamt und sogar zum Kardinalspurpur in einer Kirche, die immer mehr zu einem kambodschanischen Regime wird – von wegen barmherzige Kirche, die ein „Feldlazarett“ ist.

Quelle: katholisches, Einleitung und Übersetzung: G. Nardi, Bild: LFQ (Screenshot)

Aus Psalm 1

Hier zum Nachhören

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum, der an Wasser-Bächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.

Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

13.12.2019

Hl. Clemens von Alexandrien (150-215) Theologe

„Die Weisheit Gottes hat recht bekommen“ (vgl. Mt 11,19)

Auf niemand dürften die Ermahnungen der anderen Heiligen einen solchen Eindruck machen wie der Herr selbst, der menschenfreundliche. Denn dies und nichts sonst ist sein einziges Bestreben, dass der Mensch gerettet wird. Deshalb nötigt er selbst zum Heil und ruft: „Das Himmelreich ist herangekommen!“ (Mt 4,17). Er will die Menschen, die sich ihm nahen, durch die Furcht zur Sinnesänderung veranlassen. In diesem Sinn erklärt auch der Apostel des Herrn das Wort Gottes, wenn er sich an die Makedonen wendet und sagt: „Der Herr ist nahe herangekommen; hütet euch, dass wir nicht leer erfunden werden!“ (vgl. Phil 4,5; vgl. 1 Thess 5,4). Ihr aber seid so sehr ohne Furcht, vielmehr so sehr ohne Glauben, dass ihr weder dem Herrn selbst noch Paulus gehorcht, obwohl dieser um Christus willen ein Gefangener (vgl. Phil 1,7) war. „Schmeckt und seht, dass Gott gütig ist!“ (Ps 33(34),9). Der Glaube wird euch herbeiführen, die Erfahrung lehren, die Schrift erziehen. „Kommt her, ihr Kinder“, sagt sie, „hört auf mich, ich will euch die Furcht des Herrn lehren!“ (Ps 33(34),12) Dann fügt sie, da sie zu solchen spricht, die schon zum Glauben gekommen sind, kurz hinzu: „Wer ist der Mensch, der sich nach Leben sehnt, der gute Tage zu sehen wünscht?“ (Ps 33,13). Wir sind es, werden wir antworten, wir, die Verehrer des Guten, wir, die wir nach den Gütern streben. Hört also „ihr, die ihr ferne seid“, hört „ihr, die ihr nahe seid!“ (Jes 57,19). Das Wort wurde keinem verborgen; es ist ein gemeinsames Licht; es leuchtet allen Menschen (vgl. Joh 1,9). Lasst uns eilen zum Heil, zur Wiedergeburt [zur Taufe]! Lasst uns eilen, dass wir, die wir viele sind, entsprechend der Einheit des einzigartigen Wesens zu einer Herde versammelt werden! (vgl. Joh 10,16). Da wir Gutes erfahren, lasst uns in gleicher Weise nach Einheit streben, indem wir eifrig nach der guten Monas [Einheit] suchen! Wenn die aus vielen bestehende Vereinigung aus den vielen und zerstreuten Stimmen zu einer göttlichen Harmonie gelangt ist, dann entsteht ein einziger zusammenklingender Gesang, der sich von einem einzigen Chorführer und Meister, dem Logos, leiten lässt und sein Ende erst bei der Wahrheit selbst mit dem Ruf findet: „Abba, Vater!“ (vgl. Mk 14,36).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 13.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 11,16-19

Hier zum Nachhören

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Aus Psalm 145

Hier zum Nachhören

Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig;
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Sie sollen den Menschen deine machtvollen Taten verkünden
und den herrlichen Glanz deines Königtums.
Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten,
deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 12.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 11,7b.11-15

Hier zum Nachhören

In jener Zeit begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden:
Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. Seit den Tagen Johannes‘ des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.
Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt.
Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll. Wer Ohren hat, der höre!

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

11.12.2019

Hl. Hesychius (Hesychios von Jerusalem)

Priester, Mönch und Exeget in Jerusalem

† 450

„Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29)

Die Eigenart eines Sternes ist das Licht, mit dem er sich umgibt. Die Eigenart eines Menschen, der Gott fürchtet und ehrt, ist die Einfachheit und die Demut. Denn es gibt kein anderes Zeichen, an dem die Jünger Christi zu erkennen und wahrzunehmen sind, als eine demütige innere Haltung und ein schlichtes Äußeres. Das verkünden die vier Evangelien immer wieder. Wer nicht so, das heißt nicht demütig lebt, verliert seinen Anteil an Jenem, der sich selbst bis zum Tod am Kreuz erniedrigt hat (vgl. Phil 2,8), der das Gesetz der göttlichen Evangelien erlassen und umgesetzt hat. Es heißt: „Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser“ (Jes 55,1). Ihr, die ihr nach Gott dürstet, kommt zur Lauterkeit der Besinnung. Wer jedoch durch diese hoch empor fliegt, muss auch den Boden seiner eigenen Einfachheit im Blick haben. Denn niemand ist höher als der Demütige. So wie alles dunkel und düster ist, wenn das Licht fehlt, so ist all unser Bemühen, Gott ähnlich zu werden, eitel und nichtig, wenn die Demut fehlt. Die von Jesus mit Wohltaten und Süßigkeit erfüllte Seele antwortet ihrem Wohltäter durch Danksagung in Jubel und Liebe. Sie dankt und ruft mit Freude Jenen an, der ihr Frieden schenkt. Sie sieht durch die ihr innewohnende Erkenntnis, wie er die Trugbilder böser Geister vertreibt. Binden wir uns also fest an das Gebet und an die Demut, an diese beiden, die – zusammen mit Nüchternheit und Wachsamkeit – uns wie mit einem feurigen Schwert gegen die Dämonen bewaffnen. Wenn wir nämlich so leben, wird es uns möglich sein, jeden Tag und jede Stunde in geheimer Freude zu einem Fest des Herzens zu machen. Der Herr hat gesagt: „Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria