Korrupte australische Justiz ?

Geheimer Prozess: Kardinal Pell kämpft gegen korrupte australische Justiz

Kardinal George Pell (76) wird im März eine vierwöchige Anhörung vor Gericht bestreiten, um festzustellen, ob er sich wegen [falscher] Missbrauchsvorwürfe verantworten muss. Die Beschwerdeführer dürfen ihre umstrittenen Vorwürfe per Videoschaltung geheim von einer entfernten Zeugeneinrichtung aus vorbringen.

Der Anwalt von Pell, Robert Richter, berechnet zwischen 6.000 und 12.000 Dollar pro Tag. Das bedeutet, dass allein dieser Prozess den Kardinal zwischen 120.000 und 240.000 Dollar kosten wird. Die Verteidigung der eigenen Unschuld ist in Australien sehr kostspielig.

Quelle: gloria.tv & news Bild: Screens.

Donnerstag der 2. Adventswoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
3. Predigt zur Geburt des hl. Johannes des Täufers, 1‒2 ; PL 185, 169

„Johannes war die Lampe, die brennt und leuchtet“ (vgl. Joh 5,35)

Wenn die höchste Gerechtigkeit zu Noach sagt : „Du bist vor mir gerecht gewesen“ (vgl. Gen 7,1), so ist das ein großes Lob seiner Gerechtigkeit. Es ist Zeichen eines sehr großen Verdienstes, wenn Gott dem Abraham zusichert, dass er um seinetwillen alle Verheißungen, die er gegeben hatte, erfüllen werde […] Was war das für eine Ehre für Mose, als Gott vor Eifer glühte, ihn zu verteidigen und seine Feinde zu vernichten (vgl. Num 12,6f.) […] Und was soll man über David sagen? Der Herr beglückwünscht sich, einen „Mann nach seinem Herzen“ gefunden zu haben (vgl. 1 Sam 13,14).

So groß diese Männer nach dem Zeugnis des Kindes der Jungfrau auch gewesen sein mögen, es hat weder unter ihnen noch unter anderen „Kindern von Frauen“ einen gegeben, der größer gewesen wäre als Johannes der Täufer. Sicher, auch die Gestirne unterscheiden sich in ihrem Glanz (1 Kor 15,41) und im Chor der heiligen Gestirne, die die Nacht dieser Welt vor dem Aufgang der wahren Sonne erleuchtet haben, hatten einige einen wunderbaren Glanz. Und doch war keines von ihnen größer und strahlender als dieser Morgenstern, diese flammende und glühende Leuchte, die Gott für seinen Gesalbten aufgestellt hatte (vgl. Ps 131(132),17). Als erstes Licht des Tages und Morgenstern, als Vorläufer der Sonne kündigt er den Sterblichen das Nahen des Tages an und ruft denen, „die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes“ (Lk 1,79), zu: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,2). Ganz so, als würde er sagen: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts“ (Röm 13,12). „Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein“ (Eph 5,14).

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 14.12.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 11,7b.11-15

In jener Zeit begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden:
Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er. Seit den Tagen Johannes‘ des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.
Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt.
Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll.
Wer Ohren hat, der höre!

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

„Und führe uns nicht in Versuchung“

Aus dem Buch „Jesus von Nazareth I, 5. Kapitel: Das Gebet des Herrn. Betrachtung Benedikts XVI. zur Bitte: „Und führe uns nicht in Versuchung“: 

Und führe uns nicht in Versuchung 

Die Formulierung dieser Bitte ist für viele anstößig: Gott führt uns doch nicht in Versuchung. In der Tat sagt uns der heilige Jakobus: ,,Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung“ (1,13).

Einen Schritt vorwärts hilft es uns, wenn wir uns an das Wort des Evangeliums erinnern: ,,Damals wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden“ (Mt 4,1). Die Versuchung kommt vom Teufel, aber zu Jesu messianischer Aufgabe gehört es, die großen Versuchungen zu bestehen, die die Menschheit von Gott weggeführt haben und immer wieder wegführen. Er muss, wie wir gesehen haben, diese Versuchungen durchleiden bis zum Tod am Kreuz und so den Weg der Rettung für uns öffnen. Er muss so nicht erst nach dem Tod, sondern mit ihm und in seinem ganzen Leben gleichsam „hinabsteigen in die Hölle“, in den Raum unserer Versuchungen und Niederlagen, um uns an die Hand zu nehmen und aufwärts zu tragen. Der Hebräer-Brief hat auf diesen Aspekt ganz besonderen Wert gelegt, ihn als wesentlichen Teil des Weges Jesu herausgestellt: ,,Denn da er selbst in Versuchung geführt wurde und gelitten hat, kann er denen helfen, die in Versuchung geführt werden“ (2,18). ,,Wir haben ja nicht einen Hohepriester, der nicht mitfühlen könnte mit unserer Schwäche, sondern einen, der in allem wie wir in Versuchung geführt worden ist, aber nicht gesündigt hat“ (4,15).

Der Blick auf das Buch Ijob, in dem sich in so vieler Hinsicht schon das Geheimnis Christi abzeichnet, kann uns zu weiteren Klärungen verhelfen. Satan verhöhnt den Menschen, um so Gott zu verhöhnen: Sein Geschöpf, das er nach seinem Bild geschaffen hat, ist eine erbärmliche Kreatur. Alles, was gut an ihm scheint, ist doch nur Fassade; in Wirklichkeit geht es dem Menschen – jedem – doch immer nur um das eigene Wohlbefinden. Das ist die Diagnose Satans, den die Apokalypse als den „Ankläger unserer Brüder“ bezeichnet, ,,der sie bei Tag und bei Nacht vor Gott verklagte“ (Offb 12,10). Die Verlästerung des Menschen und der Schöpfung ist im Letzten Verlästerung Gottes, Rechtfertigung für die Absage an ihn.

Satan will am gerechten Ijob seine These beweisen: Wenn ihm nur erst alles genommen werde, dann werde er schnell auch seine Frömmigkeit fallen lassen. So gibt Gott dem Satan die Freiheit zur Erprobung, freilich mit genau definierten Grenzen: Gott lässt den Menschen nicht fallen, aber prüfen. Hier scheint ganz leise, noch unausgesprochen, doch schon das Geheimnis der Stellvertretung auf, das in Jes 53 große Gestalt erhält: Die Leiden Ijobs dienen der Rechtfertigung des Menschen. Er stellt durch seinen im Leiden bewährten Glauben die Ehre des Menschen wieder her. So sind die Leiden Ijobs im Voraus Leiden in der Gemeinschaft mit Christus, der unser aller Ehre vor Gott wieder herstellt und uns den Weg zeigt, auch im tiefsten Dunkel den Glauben an Gott nicht zu verlieren.

Das Buch Ijob kann uns auch zu einer Unterscheidung verhelfen zwischen Prüfung und Versuchung. Um reif zu werden, um wirklich immer mehr von einer vordergründigen Frömmigkeit in ein tiefes Einssein mit Gottes Willen zu finden, braucht der Mensch die Prüfung. Wie der Saft der Traube vergären muss, um edler Wein zu werden, so braucht der Mensch Reinigungen, Verwandlungen, die ihm gefährlich sind, in denen er abstürzen kann, aber die doch die unerlässlichen Wege sind, um zu sich selbst und zu Gott zu kommen. Liebe ist immer ein Prozess der Reinigungen, der Verzichte, schmerzvoller Umwandlungen unserer selbst und so Weg der Reifung.

Wenn Franz Xaver betend zu Gott sagen konnte: ,,Ich liebe dich, nicht weil du Himmel oder Hölle zu vergeben hast, sondern einfach, weil du du bist – mein König und mein Gott“, so war gewiss ein langer Weg innerer Reinigungen bis zu dieser letzten Freiheit hin nötig gewesen; ein Weg der Reifungen, auf dem die Versuchung, die Gefahr des Absturzes lauerte – und doch ein nötiger Weg.

So können wir nun die sechste Vaterunser-Bitte schon etwas konkreter auslegen. Wir sagen damit zu Gott: ,,Ich weiß, dass ich Prüfungen brauche, damit mein Wesen rein wird. Wenn du diese Prüfungen über mich verfügst, wenn du – wie bei Ijob – dem Bösen ein Stück freien Raum gibst, dann denke, bitte, an das begrenzte Maß meiner Kraft. Trau mir nicht zu viel zu. Zieh die Grenzen, in denen ich versucht werden darf, nicht zu weit und sei mit deiner schützenden Hand in der Nähe, wenn es zu viel für mich wird.“

In diesem Sinn hat der heilige Cyprian die Bitte ausgelegt. Er sagt: Wenn wir bitten „und führe uns nicht in Versuchung“, dann drücken wir das Wissen aus, „dass der Feind nichts wider uns vermag, wenn es ihm nicht vorher gestattet wird, so dass unsere Furcht, unsere Hingabe und unsere Achtsamkeit sich auf Gott richten, weil ja dem Bösen nichts verstattet ist, wenn ihm nicht Vollmacht dazu gegeben wird“ (De dom or 25, a. a. 0., S. 285f).

Und er führt dann, die psychologische Gestalt der Versuchung abwägend, aus, dass es zwei unterschiedliche Gründe geben kann, warum Gott dem Bösen eine beschränkte Macht erteilt. Es kann geschehen uns zur Buße, um unseren Hochmut zu dämpfen, damit wir wieder die Armseligkeit unseres Glaubens, Hoffens und Liebens erfahren und uns nicht einbilden, aus Eigenem groß zu sein: Denken wir an den Pharisäer, der Gott von seinen eigenen Werken erzählt und keiner Gnade bedürftig zu sein meint. Cyprian führt dann leider nicht näher aus, was die andere Art der Prüfung bedeutet – die Versuchung, die uns Gott ad gloriam – auf seine Herrlichkeit hin – auferlegt. Aber sollten wir dabei nicht daran denken, dass Gott den ihm besonders nahen Menschen, den großen Heiligen, von Antonius in der Wüste bis zu Therese von Lisieux in der frommen Welt ihres Karmels, eine besonders schwere Last an Versuchung aufgebürdet hat?

Sie stehen sozusagen im Gefolge von Ijob, als Apologie des Menschen, die zugleich Verteidigung Gottes ist. Mehr noch: Sie stehen in ganz besonderer Weise in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, der unsere Versuchungen durchlitten hat. Sie sind gerufen, die Versuchungen einer Periode sozusagen an ihrem eigenen Leib, in ihrer eigenen Seele zu bestehen, sie für uns, die gewöhnlichen Seelen, durchzutragen und uns hindurchzuhelfen zu dem hin, der unser aller Last auf sich genommen hat. In unserem Beten der sechsten Vaterunser-Bitte muss so einerseits die Bereitschaft enthalten sein, die Last an Prüfung auf uns zu nehmen, die uns zugemessen ist.

Andererseits ist es eben die Bitte darum, dass Gott uns nicht mehr zumisst, als wir zu tragen vermögen; dass er uns nicht aus den Händen lässt. Wir sprechen diese Bitte in der vertrauenden Gewissheit, für die uns der heilige Paulus die Worte geschenkt hat: ,,Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt“ (1 Kor 10,13).

Quelle:  Benedikt XVI, Jesus von Nazareth I, Freiburg-Basel-Wien 2007, S. 195-199, Bild: Screens.

99 Jahre Gefängnis

Priester droht 99 Jahre Gefängnis

Es handelte sich um einen weiten Weg, den die Hinterbliebenen von Irene Garza gehen mussten, um Gerechtigkeit zu erlangen. Es war April 1960, als die 25-jährige Miss All South Texas Sweetheart zum Osterfest in die Sacred Heart Catholic Church fuhr, um zu beichten. Zwei Tage später fand man ihre Leiche in einem Abwasserkanal.

Irene Garza war geschlagen, gewürgt und vergewaltigt worden. Fast sechs Jahrzehnte später wurde der Täter schuldig gesprochen. John Feit, damaliger Priester, wurde wegen Mordes verurteilt – das Strafmaß steht noch aus, könnte aber bis zu 99 Jahre Haft betragen.

Sieht man sich die damaligen Beweise und Indizien an, versteht man die Wut Garzas Familie. Priester Feit war 1960 27 Jahre alt gewesen. Wie die Washington Post berichtet, hatte er zugegeben, Garza als letzte lebend gesehen zu haben. Er habe ihr die Beichte abgenommen. Auffällig war hier, dass es nicht im dafür vorgesehenen Beichtstuhl stattfand. Dies war ein Punkt, der den Verdacht auf ihn lenkte.

Viele Indizien

Es gab aber auch genügend andere Punkte: Augenzeugen hatten nach dem Mord an Garza Kratzer an der Hand des Priesters bemerkt und ausgesagt, dass dessen Brille zerstört war. Auch hatte Feit für die Mordnacht kein Alibi; ein Gegenstand, der im Abwasserkanal lag, wo Garzas Leiche gefunden wurde, gehörte dem Priester. Und zu guter Letzt: Feit hatte einen Lügendetektor-Test nicht bestanden.

John Feit „Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern“

Deals und ein Brief

Warum war damals eine Verurteilung gescheitert? Es gab ein Geschäft zwischen der damaligen Staatsanwaltschaft und der katholischen Kirche. Es ging um das Ansehen der Geistlichkeit, zudem tauchte ein Brief eines hohen Kirchenmannes auf, der darauf hinwies, dass John F. Kennedy, ein Katholik, die damalige Wahl verlieren könnte, sollte ein katholischer Priester wegen Mordes verurteilt werden.

Aus diesem Grund wurde Feit statt ins Gefängnis in eine Abtei für sündige Priester gesandt. Danach gab er das Amt des Priesters auf und gründete in einem anderen US-Staat eine Familie.

Erst 2002 brachen zwei Priester ihr Schweigegelübde und gaben an, Feit hätte ihnen den Mord gestanden. 2014 wurde Ricardo Rodriguez Chef der Staatsanwaltschaft und ließ den Fall neu aufrollen.

Nach dem Schuldspruch von dieser Woche waren die verwandten Garzas erleichtert: „Jetzt wurde der Gerechtigkeit Genüge getan. Es tut mir leid. Ich bin so müde. Es war eine lange, lange, lange Reise.“

Quelle: oe24 Bild: Screens.

Mittwoch der 2. Adventswoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
De perfectione vitae, II § 1 (Übers. M. Schlosser, in: Wissenschaft und Weisheit, Band 57 / 1, 1994)

Die Demut des Sohnes Gottes

Weil aber jemand, der seine eigenen Mängel im Herzen betrachtet, sich beugen muss unter die mächtige Hand Gottes, deswegen mahne ich dich, Dienerin Christi, sowie du sichere Kenntnis hast von deinem Versagen, demütige deinen Geist und sei in deinen eigenen Augen gering. „Die Demut nämlich ist die Tugend, durch die der Mensch in tiefster Erkenntnis seiner selbst sich selbst gering wird“, wie der hl. Bernhard sagt. Durch diese Demut wurde unser heiliger Vater Franziskus in seinen eigenen Augen gering; sie liebte und suchte er von Beginn seines Ordenslebens bis zum Ende; für sie verließ er die Welt, hieß die Leute, ihn nackt durch die Stadt zu ziehen, diente er den Aussätzigen, machte er seine Sünden in der Predigt öffentlich bekannt, forderte er die Leute auf, ihn zu schmähen.

[…] diese Tugend sollst du vor allem vom Sohn Gottes lernen, denn er sagt selbst: „Lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen“ (Mt 11,29). „Wer nämlich Tugenden ohne Demut sammelt, der trägt Asche im Wind“, sagt der hl. Gregor. Denn wie der Ursprung jeder Sünde der Hochmut ist, so ist die Grundlage aller Tugend die Demut.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner