Tagesevangelium – 25.06.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 10,26-33

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.
Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.
Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

ISIS-Kämpferin „Lara-Khadija“ gefasst

26-Jährige wollte sich der Miliz zum zweiten Mal anschließen.

Die italienische Polizei hat eine 26-jährige Frau festgenommen, die sich IS-Kämpfern angeschlossen und mit ihnen in Syrien gekämpft hatte. Die Italienerin aus der Nähe der piemontesischen Stadt Alessandria war nach Italien zurückgekehrt und wollte laut den Ermittlern wieder nach Syrien reisen, berichteten italienische Medien.

Die Frau wurde nach Ermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft festgenommen. Sie ist mit einem Italiener verheiratet, der laut den Ermittlern als IS-Kämpfer in Syrien starb. Die Frau war bereits im Jänner an der Grenze zwischen Türkei und Syrien von türkischen Soldaten festgenommen worden. Danach war sie ausgewiesen worden und nach Italien zurückgekehrt. Sie wurde jetzt festgenommen, weil sie laut den Ermittlern eine neue Reise nach Syrien plante.

Quelle: oe24 Bild: Screens.

Tagesevangelium 24.06.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,57-66.80

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.
Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.
Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Monsignore Nicola Bux

Don Nicola Bux: „Unglaublich“, wie sich Franziskus verhält – „Papst hat seine zweideutigen und irrigen Worte und Handlungen zu korrigieren“

(Rom) Der bekannte Liturgiker Don Nicola Bux, der unter Papst Benedikt XVI. Consultor der Glaubenskongregation war, ruft Papst Franziskus auf, eine Glaubenserklärung abzugeben. Zugleich warnte er den Papst: „Ein Papst, der die Glaubenslehre nicht bewahrt, kann keine Disziplin auferlegen“.

Um die schwere Krise zu überwinden, die derzeit in der Kirche herrscht und die päpstliche Autorität und sein Lehramt betrifft, müsse der Papst eine Glaubenserklärung abgeben, mit der er die katholische Lehre bekräftigt und seine eigenen, „zweideutigen und irrigen Worte und Handlungen korrigiert, die Anlaß zu nicht-katholischen Interpretationen sind“.

In einem Interview mit dem National Catholic Register sagte der von Papst Benedikt XVI. hochgeschätzte Theologe, der dessen „Reform der Reform“ unterstützte, daß die aktuelle Glaubenskrise mit ihren Spaltungen, die in der Kirche aufbrechen, Folge der Apostasie sind. In Teilen der Kirche sei „das katholische Denken aufgegeben“ worden. Das Ergebnis sei Verwirrung, Orientierungslosigkeit und Spaltung.

Don Nicola Bux: „Unglaublich“, wie sich Papst Franziskus verhält.

Das Interview wurde geführt, unmittelbar nachdem bekannt wurde, daß Papst Franziskus den vier Kardinälen, die Dubia (Zweifel) zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia vorbrachten, sogar eine Audienz verweigert.

Don Bux dazu:

„Für viele Katholiken ist es unglaublich, daß der Papst die Bischöfe auffordert, mit Andersdenkenden den Dialog zu pflegen, selbst aber sich weigert, mit den Kardinälen zu treffen, die seine Hauptberater sind.“

Und weiter in Anspielung auf den Versuch von Papst Franziskus, mit Amoris laetitia eine neue Praxis zu etablieren:

„Wenn der Papst die Doktrin nicht schützt, kann er auch keine Disziplin auferlegen.“

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

 

Tagesevangelium – 23.06.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 11,25-30

In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Pater Martin Fuchs

P. Martin Fuchs: Erklärung zu meinem Weggang aus der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Schweren, sehr schweren Herzens habe ich am 30. Dezember dem Generaloberen meinen Austritt aus der Priesterbruderschaft St. Pius X. mitgeteilt. In alle Ewigkeit werde ich Erzbischof Lefebvre für den katholischen Glauben und das Priestertum dankbar sein! Mit Bedauern musste ich jedoch in den vergangenen Jahren feststellen, dass man von seinem vorgezeichneten Weg nach und nach abgewichen ist:

1. das „Te Deum“ als Dank für das Motu proprio, bei dem die tridentinische Messe mit der Messe Paul’s VI. unlösbar verknüpft und die Annahme des II. Vatikanischen Konzils verlangt wurde. So war vor kurzem noch im Internet unter dem Priorat St. Pius X. in München zu lesen: Hl. Messe (im außerordentlichen Ritus). Im Seminar hatte ich gelernt, dass wir die Hl. Messe im tridentinischen Ritus lesen, da gibt es keinen ordentlichen und außerordentlichen Ritus, das ist ein vollkommen unhaltbares Konstrukt von Papst Benedikt XVI. Wer von einem außerordentlichen Ritus redet, muss konsequenterweise einen ordentlichen Ritus, die Neue Messe, im Auge haben und akzeptieren.

2. die Dankesbezeugungen für die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe. Erzbischof Lefebvre sagte 1988 bei einer Pressekonferenz: „So sind wir denn exkommuniziert durch Modernisten, durch Leute, die durch die vorhergehenden Päpste exkommuniziert worden wären. Was soll das? Wir sind verurteilt durch Menschen, die verurteilt worden sind und die öffentlich verurteilt werden müssten. Das lässt uns gleichgültig.“ Erzbischof Lefebvre hat die Exkommunikation immer als null und nichtig angesehen. Was aber null und nichtig ist, braucht nicht aufgehoben zu werden. – Zudem bleibt bei einer Aufhebung das Unrecht, das man den beiden verstorbenen Bischöfen Lefebvre und de Castro Mayer zugefügt hat, weiterhin bestehen.

3. die Bereitschaft mit Rom zu verhandeln, obschon Erzbischof Lefebvre klar und unmissverständlich gesagt hatte, unter welchen Bedingungen er dies zukünftig tun werde. „Wenn Rom mich nach einer gewissen Zeit erneut einladen würde, würde ich die Bedingungen stellen und fragen: „Sind sie einverstanden mit den großen Enzykliken aller Päpste, die Ihnen vorangegangen sind? Sind sie einverstanden mit „Quanta cura“ von Pius IX., “Quas primas” von Pius XI., “Humani generis” von Pius XII. Sind Sie in voller Gemeinschaft mit diesen Päpsten und ihren Verlautbarungen? Erkennen Sie den Antimodernisteneid noch an? Sind Sie für das soziale Königtum unseres Herrn Jesus Christus? Wenn Sie die Lehre Ihrer Vorgänger nicht annehmen, ist es unnötig, weitere Gespräche zu führen. Wenn Sie nicht bereit sind, das Konzil zu reformieren, indem Sie die Lehre dieser Päpste vor Augen haben, ist ein Dialog nicht möglich, es ist sinnlos!“ – (Fideliter Nr. 70)

4. das Vorziehen einer praktischen Lösung ohne dogmatische Bereinigung der Irrlehren des II. Vatikanischen Konzils. In einem geistlichen Vortrag am 21. Dezember 1984 sagte der Erzbischof: „Die kanonische Frage ist zweitrangig. Das, was ist, ist in der Kirche zu bleiben, in der Kirche, d.h. im kath. Glauben aller Zeiten und im wahren Priestertum, in der wahren Messe, in den wahren Sakramenten, mit dem Katechismus aller Zeiten, mit der Bibel aller Zeiten. Das ist es, was uns interessiert. Das ist die Kirche. Öffentlich anerkannt zu sein, das ist zweitrangig.“

5. Immer wieder musste ich auch feststellen, dass keine klare Sprache mehr gesprochen wird. So heißt es im neuen Rosenkranzkreuzzug unter Punkt 2: „für die Rückkehr der Tradition in der Kirche…“. Was ist mit Kirche gemeint? Etwa die katholische Kirche wie sie von Jesus Christus gegründet wurde oder die nachkonziliare Kirche? Wenn die katholische Kirche gemeint ist, dann kann es keine Rückkehr geben, weil die Tradition fester Bestandteil der kath. Kirche ist, wenn die nachkonziliare Kirche gemeint ist, dann hat sie die Tradition verlassen. Dann muss sie zur Tradition und nicht die Tradition in die Kirche zurückkehren.

Dies sind die Hauptgründe, die mich zu diesem Entschluss geführt haben. Trotz Warnungen von Seiten der drei Weihbischöfe, Bischof Williamson, Bischof Tissier de Mallerais und Bischof de Galarreta, trotz Warnungen von Seiten der Priesterbruderschaft vom Guten Hirten, trotz Wissen um die Haltung von Papst Benedikt XVI., bei dem ohne Akzeptanz des II. Vatikanischen Konzils nichts weiterging, wurden die Gespräche und Verhandlungen fortgesetzt.

Man wendet vielleicht ein: „Unser Generaloberer hat ja gar nichts unterschrieben.“ – Aber er wäre zu einer Einigung bereit gewesen, ohne die dogmatischen Differenzen zu bereinigen, wie es sein Brief vom 17. Juni 2012 beweist. Man wäre zum Schlimmsten bereit gewesen, aber Rom hat nicht gewollt. – Das Vertrauen in die Obrigkeit ist nicht nur irgendwie erschüttert, es ist zerstört.

Ihnen, liebe Gläubige, danke ich an dieser Stelle von ganzem Herzen für all Ihre Gebete und Opfer, mit denen Sie mein priesterliches Wirken unterstützt haben. Gerne empfehle ich mich auch weiterhin Ihren Gebeten.

P. Martin Fuchs

Quelle: poschenker Bild: Screens.

Martin Luther – ein Reformator?

Luthers Persönlichkeit – Warum feiern wir einen Judenhasser?

Von Pater Matthias Gaudron

Warum hat die „kritische Öffentlichkeit“ offenbar kein Problem damit, das Jubiläum eines Mannes zu feiern, der von wildem Judenhass beseelt war und die Obrigkeit zur unbarmherzigen Verfolgung der Juden aufrief.

Luther hatte anfangs gehofft, die Juden mit seiner Theologie bekehren zu können. Als ihm das jedoch nicht gelang, sondern einige Rabbiner ihm sogar Fehler in seiner Bibelübersetzung nachwiesen, schlug sein Judenhass voll durch, was der Historiker Michael Hesemann auf eine „narzisstische Kränkung“ zurückführt: „Ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes, durchteufeltes Ding ist’s um diese Juden, so diese 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seiner Schrift Von den Juden und ihren Lügen forderte Luther von den Fürsten des Reiches, „dass ihr und wir alle der unleidlichen, teuflischen Last der Juden entladen werden“, und zwar unter anderem durch die Niederbrennung aller Synagogen und jüdischen Schulen, Enteignung, Zerstörung ihrer Häuser, Schikanen wie Bewerfung mit „Saudreck“ und Zwangsarbeit.

Luther hat damit mehr oder weniger das gefordert, was Hitler später verwirklichte. Die Reichskristallnacht wurde vom evangelisch-lutherischen Landesbischof Martin Sasse aus Eisenach dann auch folgendermaßen kommentiert:

 

„Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen. Vom deutschen Volk wird … die Macht der Juden auf wirtschaftlichem Gebiet im neuen Deutschland endgültig gebrochen und damit der gottgesegnete Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes gekrönt. … In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der Deutschen Prophet im 16. Jahrhundert einst als Freund der Juden begann, der, getrieben von seinem Gewissen, getrieben von den Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.“

Die Auseinandersetzung des Protestantismus mit dieser dunklen Seite ihres Gründers lässt zu wünschen übrig. Der evangelische Theologe Bernhard Lohse z. B. widmete in seinem bekannten Werk Martin Luther: eine Einführung in sein Leben und sein Werk diesem Thema gerade einmal eine halbe Seite. Er gibt hier zwar zu, es handle sich um ein „dunkles Kapitel“ und Luther habe durch seine maßlosen Äußerungen einen Anlass gegeben, dass führende Nationalsozialisten sich auf ihn als „Patron der Judenverfolgung“ berufen konnten, meint dann aber, dies wäre nicht im Sinne Luthers gewesen.

Papst Pius XII., der nachweislich Tausende von Juden gerettet hat, wird bis heute immer wieder vorgeworfen, er hätte die Juden im Stich gelassen, aber einem Mann, der dem katholischen Glauben schweren Schaden zugefügt und viele Menschen zum Abfall von der Kirche bewegt hat, scheint man gerne alles zu verzeihen. Das entlarvt, welche Heuchelei in den meisten Medien am Werke ist.

Auch in den Bauernkriegen rief Luther zum Mord an unschuldigen Menschen auf. Die Bauern hatten sich gerade auf ihn und die von ihm gepredigte „Freiheit des Christenmenschen“ berufen, um gegen ihre bedrückte Lebensweise zu revoltieren. Luther versuchte zwar zuerst zu vermitteln, wandte sich in seiner Schrift Wider die räuberischen und mörderischen Bauern (1525) dann aber gegen diese und forderte die Fürsten auf, ohne Gnade und Geduld dreinzuschlagen:

 

„Darum soll hier zuschlagen, würgen und stechen, heimlich oder öffentlich, wer da kann und gedenken, dass nichts Giftigeres, Schädlicheres und Teuflischeres sein kann, als ein aufrührerischer Mensch, gleich als wenn man einen tollten Hund totschlagen muss. Schlägst du nicht, so schlägt er dich und ein ganzes Land mit dir. … Es gilt auch hier nicht Geduld und Barmherzigkeit. Es ist des Schwertes und Zornes Zeit hier, und nicht der Gnaden Zeit.“ Ein Fürst, der bei der Bestrafung der Bauern falle, sei „ein rechter Martyrer vor Gott … So wunderliche Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen <mehr> verdienen kann, als andere mit Beten.“

Überhaupt unterstellte Luther seine Gemeinden bald vollständig den jeweiligen Landesfürsten, die sich an den eingezogenen Kirchen- und Klostergütern bereichern durften. An sich hätten sie dafür die protestantischen Prediger besolden sollen, was viele von ihnen aber so schlecht erfüllten, dass jene in großer Armut leben mussten.

Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass es auch eine andere Seite Luthers gab. Neben dem hochfahrenden Wüterich und Berserker gab es auch den väterlichen Seelsorger und feurigen Volksprediger. Es lebten gewissermaßen zwei Seelen in seiner Brust. Vielleicht hätte Luther ein echter Reformer der Kirche werden können, wie anfangs manche der Kirche ergebene Katholiken hofften, wie z. B. Willibald Pirckheimer, Albrecht Dürer oder auch Erasmus von Rotterdam, die sich nach einiger Zeit jedoch enttäuscht von ihm abwendeten, als sie sahen, dass Luthers Wirken nicht zur Reform, sondern zur Spaltung der Kirche führte.

Die unbestreitbaren Missstände in der katholischen Kirche, die vor allem in der Verweltlichung des Klerus und vieler Ordensleute bestanden, gaben Luther und seinen Mitstreitern in den Augen vieler allerdings einen Schein des Rechtes. Diese tiefere Ursache der Krise wurde von Papst Hadrian VI. gegenüber dem Reichstag in Nürnberg offen zugegeben. Am 3. Januar 1523 verlas der päpstliche Legat eine Instruktion des Papstes, in der es hieß:

 

„Du sollst auch sagen, dass wir es aufrichtig bekennen, dass Gott diese Verfolgung seiner Kirche geschehen lässt wegen der Sünden der Menschen, besonders der der Priester und der Prälaten. […] Wir wissen wohl, dass auch bei diesem Heiligen Stuhl schon seit manchem Jahr viel Verabscheuungswürdiges vorgekommen: Missbräuche in geistlichen Dingen, Übertretungen der Gebote, ja, dass alles sich zum Ärgern verkehrt hat.“

Die wirkliche Reform der Kirche wurde nicht durch Luther, sondern durch das Konzil von Trient vollzogen. Eine große Rolle spielten dabei die vielen Heiligen, die in dieser Zeit wirkten, wie Ignatius von Loyola mit seinem Jesuitenorden, Karl Borromäus, Theresia von Avila usw. Im deutschsprachigen Raum ist besonders das Wirken des hl. Petrus Canisius hervorzuheben.

Das Gesamturteil über die Persönlichkeit Luthers kann jedenfalls nur negativ ausfallen. Wer das Leben Luthers kennt, wird ihn vielleicht auch wie der Osnabrücker Bischof Bode als „spannende Persönlichkeit“ empfinden, aber kaum im positiven Sinn. Der areligiöse Jude Stefan Zweig charakterisierte ihn folgendermaßen:

 

„Von allen genialen Menschen, welche die Erde getragen, war Luther vielleicht der fanatischste, der unbelehrbarste, unfügsamste und unfriedsamste. Er konnte nur Jasager um sich brauchen, um ihrer sich zu bedienen, und Neinsager, um seinen Zorn an ihnen zu entzünden und sie zu zermalmen. … Auch gegen den schon besiegten Gegner übt er weder Noblesse noch Mitleid, selbst auf den wehrlos am Boden Liegenden drischt er in blindwütigem Zorn weiter zu. Er jubelt, als Thomas Münder und Zehntausende Bauern schandbar hingeschlachtet werden, und rühmt sich mit heller Stimme, ‚dass ihr Blut auf seinem Halse ist‘, er frohlockt, dass der ‚säuische‘ Zwingli und Karlstadt und alle anderen, die je ihm widerstrebten, elend zugrunde gehen – niemals hat dieser hassgewaltige und heiße Mensch einem Feinde auch nach dem Tode gerechte Nachrede gegönnt“ (Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam, Wien 1934).

Leider kommt Widerstand gegen das Lutherjahr fast nur von atheistischer Seite, wohingegen katholische Bischöfe meinen, sich den Protestanten anbiedern zu sollen, indem sie Luther z. B. als „gemeinsamen Lehrer“ bezeichnen, wie es Karl Lehmann tat. Aber selbst Papst Franziskus eilte ja zur Eröffnung der Reformationsfeierlichkeiten nach Schweden, wobei er die kleine katholische Herde in diesem Land am liebsten gar nicht besucht hätte, weil sie die Ökumene stört. Erst massive Proteste bewegten ihn dazu, seine Reise um einen Tag zu verlängern, um auch eine Messe zu feiern.

Quelle: fsspx Bild: Screens.

Hl. Pfarrer von Ars – Jean Marie Vianney

Wir wollen in den Himmel kommen, aber in aller Bequemlichkeit und ohne uns irgendwelchen Zwang aufzuerlegen. 
Das war aber nicht der Weg, den die Heiligen gegangen sind.

Wie schön ist es und wie groß, Gott zu kennen und ihm zu dienen!
Wir haben nichts weiter als dies zu tun auf der Welt.
Alles, was wir sonst noch machen, ist verlorene Zeit.

Hl. Pfarrer von Ars – Jean Marie Vianney