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01.01.2020

Hl. Gertrud von Helfta (1256-1301) Benediktinerin

Bitte die jungfräuliche Mutter, dass sie selbst eine vollkommene Erneuerung deines Lebens für dich erlange. Und sie, die verehrungswürdige Rose, werde so durch diese Gnade deine Mutter und Patin, damit du in deinem Lebenswandel für sie eine wahre Tochter wirst. Sie aber, die wahre Perle der Keuschheit, bewahre deine Seele, eingehüllt in den Schutzmantel ihrer Reinheit, in ihrem lieblichsten Schutz ohne jeden Makel für ihren Sohn, den König, den Herrn. Sie sorge dafür, dass dein Name in Israel gezählt werde zu denen, die die zuhöchst Auserwählten sind, damit du Anteil hast an denen, die in der Unschuld ihres Herzens wandeln, die immer und auf allen ihren Wegen auf den Herrn schauen. Sei gegrüßt Maria, Königin der Milde, Ölbaum der Barmherzigkeit, durch die das Heilmittel des Lebens zu uns kam, Königin der Milde, Jungfrau und Mutter des göttlichen Sprosses. Durch dich kam der Sohn des höchsten Lichtes zu uns, ein Spross im Wohlgeruch Israels (2 Kor 2,14–16). Ja, so wie du durch deinen Sohn zur wahren Mutter von uns allen wurdest, deren Bruder zu werden dein einziger Sohn nicht für unter seiner Würde hielt: so nimm um seiner Liebe willen mich, die Unwürdige, in deine mütterliche Obhut auf. Hilf du meinem Glauben, bewahre und unterweise ihn, werde du jetzt Patin meiner Erneuerung und meines Glaubens, damit du in alle Ewigkeit meine einzige und herzliebste Mutter seiest. Sorge voll Güte während meines ganzen Lebens für mich und nimm mich in der Stunde meines Todes auf in deine allumfassende Mütterlichkeit. Amen !

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 01.01.2020

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 2,16-21

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In jener Zeit eilten die Hirten nach Bethlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

31.12.2019

Hl. Amadeus von Lausanne (1108-1159) Zisterziensermönch und Bischof

Herr, wir haben von deinen Taten gehört und sind erschrocken; wir haben deine Wunder bedacht und sind überwältigt. Da nun dein Wort herabgestiegen ist, ist unser Herz zerschmolzen, und unser ganzes Inneres übergab sich ihm zitternd. Wahrhaftig: Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht in ihrem Lauf bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom königlichen Thron herab (vgl. Weish 18,14–15). Du hast nämlich, Vater, das Innerste deiner Liebe über uns ausgegossen und konntest die Fülle deiner Erbarmungen nicht länger zurückhalten. Du hast das Licht in die Finsternis gesandt, den Tau auf dürres Land, und in der schneidenden Kälte hast du das machtvollste Feuer entzündet. Deshalb ist das Erscheinen deines Sohnes für uns wie ein Überfluss an Nahrung angesichts einer drohenden Hungersnot größten Ausmaßes und wie ein Quell lebendigen Wassers für die leidende Seele, die in der sengenden Hitze vergeht. Oder auch so, wie es gewöhnlich Belagerten geht, die im Begriff sind, sich in den Kampf zu stürzen, den Tod vor Augen angesichts der drohenden Schwerter des Feindes, wenn auf einmal ein mächtiger Helfer und Befreier eintrifft: So erschien er uns und wurde unser Retter. Es ist sehr gut für uns und sehr heilsam, uns auf die Ursprünge unseres Heilands zurück-zu-besinnen, und wiederum von seiner Menschwerdung zu sprechen, uns zu erinnern, woher er gekommen ist und auf welche Weise er herabstieg, wo und wie er empfangen wurde.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 31.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 1,1-18

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Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Herz Jesu Franziskaner – Wer sind wir ?

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Die Kongregation der Herz Jesu Franziskaner bedeutet unseren treuen Gläubigen in der Liebe unseres Herrn Jesus Christus seit vielen Jahren zuverlässig katholische Heimat und Geborgenheit. Unser hochverehrter Lehrer, der päpstliche Legat Erzbischof Pierre Martin Ngô Dình Thuc kämpfte für die Bewahrung des unverfälschten Lehramtes der heiligen römisch katholischen Kirche.

Konsequent begründete der päpstliche Legat Erzbischof Pierre Martin Ngô Dình Thuc in seiner Jurisdiktion durch die in Folge Berufenen die Kongregation der Herz Jesu Franziskaner, damit die unverfälschte Tradition der römisch katholischen Kirche erhalten und in die ganze Welt hinausgetragen werde.

Der päpstliche Legat wollte die katholische Tradition in unserer Gemeinschaft nicht nur behütet wissen, sondern er war davon überzeugt, dass nur das katholische Priestertum in der Treue zur katholischen Glaubenslehre das wertvolle Glaubensgut unverfälscht bewahren und für nachkommende Generationen weitergeben kann.

Die Herz-Jesu Franziskaner wurden unmittelbar nach der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils durch den Päpstlichen Legaten Erzbischof Pierre Martin Ngô Dình Thuc ins Leben gerufen. Pater Dominikus versammelte in den Vereinigten Staaten Franziskanerbrüder um sich, die mit den verheerenden Auswirkungen der Umgestaltung der Liturgie nicht einverstanden waren und die Treue zur überlieferten heiligen Messe beibehalten wollten. Nachdem der Generalminister des Franziskanerordens Pater John Vaughn keine Einwände gegen eine Klostergründung der neuen franziskanischen Familie vorbrachte, etablierten sich im Laufe der Zeit zahlreiche Niederlassungen in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Durch Erzbischof Marcel Lefebvre, Kardinal Alfons Maria Stickler und Erzbischof Pierre Martin Ngô Dình Thuc in der Treue zur überlieferten heiligen Messe inspiriert und bestärkt, entschlossen sich die Herz Jesu Franziskaner auch im europäischen Raum eine Niederlassung ins Leben zu rufen.

Erzbischof Pierre Martin Ngô Dình Thuc inspirierte und förderte dieses Bollwerk katholischer Tradition und wurde auch „zum Stammvater“ für jene, die ihre heiligen Weihen aus der Sukzession des Erzbischofs von Hué (Vietnam) empfangen hatten.

Mit Stand Januar 2017 umfasst die Mitgliederzahl der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner weltweit 32 Priester, 16 Ordensbrüder und 11 Ordensschwestern (Herz-Jesu Franziskanerinnen). In den jeweiligen autonomen Niederlassungen der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner, sind unsere Patres vorwiegend mit der Seelsorge jener Katholiken betraut, die ihre Treue zur römisch katholischen Kirche durch die Bewahrung der heiligen Messe im lateinisch-tridentinischen Ritus zum Ausdruck bringen.

Aus den Leitlinien der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner:

Die Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner erfüllt ihren Auftrag, indem sie sich den pastoralen Notständen unserer Zeit zuwendet und den Menschen, besonders den Armen, das Evangelium verkündet.
Sie folgt dem Beispiel Christi durch das apostolische Leben, welches beides umfasst: sowohl das in besonderer Weise Gott geweihte Leben als auch das missionarische Wirken der Herz-Jesu Franziskaner. Um ihre Sendung in der Kirche zu erfüllen, vereinigt die Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner Mitglieder, die in Gemeinschaft lebend eine franziskanische Gemeinschaft bilden. Allen Herz-Jesu Franziskanern ist es aufgegeben, von apostolischem Geist geleitet und von der Bewahrung des unverfälschten Lehramtes der Kirche sowie von der Treue zum römischen Papst beseelt, sowohl auf die Tradition ihrer Gemeinschaft als auch auf die Zeichen der Zeit zu achten.

Die Menschen, zu denen die Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner in besonderer Weise gesandt ist, sind die am meisten Verlassenen. Es sind vor allem die Menschen,
– denen die Kirche die notwendigen Heilsmittel noch nicht geben konnte;
– welche die Botschaft der Kirche überhaupt noch nicht gehört oder noch nicht als Frohe Botschaft vernommen haben;
– welche durch die Spaltung der Kirche Schaden erlitten haben oder erleiden.

Die Herz-Jesu Franziskaner wenden sich mit Vorliebe den Armen, Kleinen und Unterdrückten zu.

Die pastoralen Notsituationen, die Verkündigung des Evangeliums, die Verteidigung des katholischen Priestertums und die Bewahrung der katholischen Tradition geben der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner ihre besondere Aufgabe in der Kirche und bilden den Prüfstein ihrer Treue zur empfangenen Berufung.

Der Auftrag der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner, nämlich die Evangelisation und die Bewahrung der überlieferten Glaubenslehre der hl. Kirche in besonderer Treue zum Nachfolger des hl. Petrus, zielt auf die Befreiung und Erlösung des ganzen Menschen hin. Die Aufgabe der Herz-Jesu Franziskaner besteht also darin: Ausdrücklich das Evangelium zu verkünden, die Glaubenslehre der hl. Kirche unverfälscht zu bewahren, sich mit den Armen zu verbinden und ihre Grundrechte in Freiheit und Gerechtigkeit zu fördern. Dabei sind jene Mittel einzusetzen, die dem Evangelium entsprechen und zugleich wirksam sind.

Alle Herz-Jesu Franziskaner haben die Pflicht, in Treue zum Apostolischen Stuhl und dem Lehramt der Kirche bescheiden und mutig unter den Menschen dem Evangelium unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus zu dienen und das hl. Messopfer getreu der rechtmäßig überkommenen Tradition im lateinisch-tridentinischen Ritus zu feiern.

Der Kern der Heilsbotschaft unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus ist die überreiche Erlösung, nämlich die Liebe Gottes des Vaters, „der uns zuerst geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat“ (1 Joh 4, 10); durch den heiligen Geist schenkt er allen, die an ihn glauben, das Leben.

Diese Erlösung ergreift den ganzen Menschen. Sie vollendet und verklärt alle menschlichen Werte, um in Christus alles zu vereinen (vgl. Eph 1, 10; 1 Kor 3, 23) und zum Ziel zu führen: zur „neuen Erde und zum neuen Himmel“ (vgl. Off 21, 1).

Mit dem Dienst der Versöhnung beschenkt (vgl. 2 Kor 5, 18), künden die
Herz-Jesu Franziskaner den Menschen die Frohbotschaft vom Heil und „die Zeit der Gnade“ (vgl. 2 Kor 6, 2), damit sie umkehren und an das Evangelium glauben (vgl. Mk 1, 15), die Taufe wirklich leben und den neuen Menschen anziehen (vgl. Eph 4, 24).

Die Herz-Jesu Franziskaner sind daher „Missionare des Heiligsten Herzens Jesu“ und „Apostel der Bekehrung“, insofern ihre pastorale Fürsorge besonders darauf ausgerichtet ist, die Menschen in die Grundentscheidung für Christus zu führen und sie mit Festigkeit und Güte zur dauernden, vollen Umkehr anzuspornen.

Die persönliche Bekehrung aber vollzieht sich in der kirchlichen Gemeinschaft, in der Treue zum Apostolischen Stuhl und zum Lehramt der Kirche.

Die Herz-Jesu Franziskaner als „Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu“ führen die Bekehrten zur vollen Teilnahme an der Erlösung.

Die Treue zum überlieferten Lehramt der katholischen Kirche wird zum Zeichen der Gegenwart Gottes in der Welt.

Die pastorale Liebe der Herz-Jesu Franziskaner wird die einzelnen und die Gemeinschaft motivieren, ihr eigenes Missionswerk auf die pastoralen Notstände der Gesamtkirche abzustimmen.

Die von der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner innerhalb der Kirche übernommene Aufgabe ist nämlich Dienst an Christus und somit auch Dienst an der Kirche.
Weil die Herz-Jesu Franziskaner vornehmlich im Dienste der Gesamtkirche stehen, sind sie, auch kraft des Gehorsamsgelübdes, dem Papst unterstellt.

In der Praxis werden die Herz-Jesu Franziskaner die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu und die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes und die Brüderlichkeit im Apostolat pflegen und fördern, indem sie sowohl die Gesamtpastoral eines Gebietes als auch das eigene Charisma der Kongregation der Herz-Jesu Franziskaner vor Augen haben.

Dazu berufen, die Gegenwart Christi in der Welt weiterzuführen, machen die Herz-Jesu Franziskaner die Person Christi zur Mitte ihres Lebens. Tag für Tag suchen sie dem Erlöser eng verbunden zu sein. So leben der Erlöser und sein Geist der Liebe in der Mitte ihrer Gemeinschaft, um sie zu tragen und zu formen. Je enger ihre Verbindung mit Christus wird, desto stärker wird ihre Einheit untereinander sein.
Damit sie Anteil erhalten an der Liebe des Sohnes zum Vater und zu den Menschen, sollen sie den Geist der inneren Besinnung leben. Er gibt ihrem Glauben Wachstum und Kraft.
So können sie in den Menschen und in den Ereignissen des täglichen Lebens Gott entdecken, seinen Heilsplan im rechten Licht sehen und schließlich die Wirklichkeit von Illusionen unterscheiden.

Die Mitglieder sollen gegenüber dem Heiligen Geist gelehrig sein. Er ist immer am Werk, um sie Christus gleichförmig zu machen und sie zu lehren, so gesinnt zu sein wie Christus selbst (vgl. Phil 2, 5 ff), und die gleiche Einstellung zu haben wie er (vgl. 1 Kor 2, 16). Der Heilige Geist ist es auch, der sie in der Vielfalt der Dienste von innen her zum Apostolat bewegt.
Verschieden sind nämlich die Gaben, die den einzelnen Mitgliedern und den Gemeinschaften „nach dem Maße, wie Christus sie geschenkt hat“ (vgl. Eph 4, 7), verliehen sind; einer aber ist der Geist (vgl. 1 Kor 12, 4).

Als mindere Brüder in der Spiritualität des hl. Franziskus, seien die Herz-Jesu Franziskaner stark im Glauben, froh in der Hoffnung, erfüllt von Liebe, unermüdlich an Eifer, demütig in der Gesinnung, beharrlich im Gebet. Freudig folgen sie Christus, dem Erlöser, nehmen an seinem Geheimnis teil und verkünden es weiter. Sie seien dem römischen Papst treu ergeben, einfach in Wort und Tat, selbstlos und opferbereit.

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2020

30.12.2019

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner und Kirchenlehrer

Der Lehrmeister der vollkommenen Demut wollte, obwohl er dem Vater in allem gleich war, sich nicht bloß der demütigsten Jungfrau Maria, sondern auch dem Gesetz unterwerfen, um „diejenigen, die unter dem Gesetz standen, loszukaufen und zu befreien von der Knechtschaft des Verderbens zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes“ (vgl. Gal 4,5 u. Röm 8,21). Er wollte deshalb, dass auch seine aller-reinste Mutter das Gesetz der Reinigung erfülle, und dass er, der Erlöser aller Menschen, als Erstgeborener erlöst, das heißt losgekauft, im Tempel Gott aufgeopfert und für ihn ein Opfer dargebracht werde in Gegenwart der frohlockenden Gerechten. Frohlocke auch du mit jenem glücklichen Greis Simeon und der hochbetagten Hanna. Gehe der Mutter und dem Kind entgegen. Die Liebe möge die Scheu besiegen, und das Herz die Furcht austreiben. Nimm auch du das Kind Jesus in deine Arme und sprich mit der Braut im Hohenlied: „Ich halte ihn und lasse ihn nicht“ (vgl. Hld 3,4). Juble mit dem ehrwürdigen Greis Simeon und stimme ein in den Lobgesang: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden“ (Lk 2,29).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 30.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 2,36-40

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In jener Zeit lebte eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Zum Ausdrucken als PDF Datei >>> Christen an Weihnachten enthauptet

IS-Terrormiliz köpft elf entführte Christen

Angriffe auf Christen, Sicherheitskräfte und Hilfspersonal in Nigeria nehmen zu.

Kano. Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat Provinz Westafrika (Iswap) hat ein Video veröffentlicht, das nach ihren Angaben die Hinrichtung von elf Christen im Nordosten Nigerias zeigt. Es handle sich um eine „Botschaft an die Christen in aller Welt“, sagt ein maskierter Mann in dem einminütigen Video.

Das Bildmaterial wurde am Donnerstag auf die Propaganda-Plattform der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Amaq, gestellt. Der Maskierte in der Aufzeichnung sprach von einem Racheakt für den Tod von IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi, der Ende Oktober bei einem gezielten US-Militäreinsatz starb. Im Video ist zu sehen, wie elf Männer mit verbundenen Augen von islamistischen Kämpfern erschossen und erstochen werden.

Miliz Iswap hat sich dem IS angeschlossen

Die Miliz Iswap, die sich dem IS angeschlossen hat, hat ihre Angriffe auf Christen, Sicherheitskräfte und Hilfspersonal in den vergangenen Monaten verstärkt. Die Kämpfer errichteten zudem Straßensperren und durchsuchten Häuser. Die Vereinten Nationen hatten am Dienstag das Vorgehen bewaffneter Gruppen im Nordosten Nigerias verurteilt.

Am vergangenen Sonntag tötete die Jihadistenmiliz sechs Menschen und entführte fünf weitere, darunter zwei Entwicklungshelfer. Bei einem Angriff auf einen Militärkonvoi am selben Tag wurden sechs nigerianische Soldaten getötet.

Neben Iswap verübt die Jihadistenmiliz Boko Haram seit zehn Jahren Gewalttaten im Norden Nigerias. Dabei wurden bisher rund 36.000 Menschen getötet, zwei Millionen Menschen ergriffen die Flucht.

Quelle: oe24 Bild: Screenshot

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Kardinal Müller: „Es gibt keine Alternative zu Christus“

Im Interview spricht der Kurienkardinal über die Bedeutung von Weihnachten, den kindlichen Geist des Vertrauens und den Einfluss glaubensfeindlicher Ideologien.

Lieber Herr Kardinal, weil das Jesuskind in der Krippe so klein ist, wollen wir heute nur ein kleines und kurzes Gespräch über Weihnachten mit Ihnen führen. Was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn, wenn Sie an Weihnachten denken?

Für mich als Christ und Theologen ist natürlich zuerst die Menschwerdung Gottes das entscheidende Ereignis, das mit der Empfängnis und der Geburt beginnt und sich dann weiter entfaltet in der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu bis zum Kreuz und zur Auferstehung: Gott in der Welt! Das ist Weihnachten.

Ostern ist für Christen entscheidend. Warum ist Weihnachten aber unser populärstes  Fest?

Weil es in mitteleuropäischen Zonen auch in fast romantischer Weise als Fest der Familie ausgelegt und als Gelegenheit wahrgenommen wird, mit der Familie zusammenzukommen. Insofern ist Weihnachten auch über den Kreis der Gläubigen hinaus mit einer bestimmten Aura umgeben, die wir nicht ablehnen wollen. Entscheidend ist die Substanz des Festes, damit wir begreifen, wie wichtig wir unserem Gott und Schöpfer sind. „Christ, verstehe und erkenne Deine Würde und bedenke“, sagt der heilige Leo der Große (ca. 400–461) schon im 5. Jahrhundert, „um welchen Preis Du freigekauft worden bist. Gott ist Mensch geworden, damit wir Menschen zu der Höhe Gottes emporgehoben werden. Gott wurde ein Kind, damit die Menschen Kinder Gottes werden.“

„Entscheidend ist die Substanz des Festes,
damit wir begreifen, wie wichtig wir
unserem Gott und Schöpfer sind“

Gerade Familien aber sind heute oft Ort großer und schmerzhafter Dramen. Von unseren Kindern glaubt keiner mehr an das, worauf wir noch unser Leben gesetzt haben. Ist die Vorstellung einer Heiligen Familie da nicht ein Auslaufmodell?

Stimmt, es ist sicher eine Tragödie, dass viele Kinder unter dem Einfluss glaubensfeindlicher Ideologien den Glauben aufgeben, der den Menschen zum Heil hinführt. Deshalb ist es so wichtig, dass Menschen von heute, selbst wenn sie sich von ihrer christlichen Tradition entfernt haben, begreifen, dass es zu Christus eigentlich keine Alternative gibt. Die großen Heilsversprecher oder die materialistischen Stimmen, die sagen, der Sinn des Lebens besteht darin, reich zu werden oder sich im sexuellen Genuss auszuleben, führen die Menschen früher oder später in eine Katastrophe. Der Nihilismus, nach dem das Leben letztlich keinen Sinn hat, und die Erfahrung, dass Gott der Sinn des Lebens ist, ist die Alternative, an der letztlich keiner vorbeikommt.

Sie haben zweimal die Menschwerdung Gottes angesprochen. Warum wird in der Kirche denn das bedeutende Fest der Fleischwerdung am 25. März (am Festtag der Verkündigung Mariä) nicht viel größer gefeiert als Weihnachten?

Weil durch die Geburt Jesu Gott ins Licht der Welt getreten ist. Vorher hat sich seine Menschwerdung gleichsam verborgen im Leib Mariens abgespielt, als Geheimnis Gottes. In der Geburt aber ist er „erschienen“. Natürlich beginnt sein menschliches Leben wie das jedes Menschen mit seiner Empfängnis im Mutterleib. Aber das öffentliche Hervortreten Gottes und seine Inthronisation zuerst auf dem Holz der Krippe und schließlich am Kreuz des Holzes hat mit seiner Geburt aus Maria begonnen, in der die Güte und Menschlichkeit Gottes erstmals „erschienen“ ist: Das Licht der Welt. Darum feiert die orthodoxe Christenheit ja auch die Epiphanie – das heißt, das „Erscheinen“ Gottes – als das eigentliche Weihnachten. Darum wurde den Hirten gesagt: „Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren: Er ist der Christus, der Herr.“ Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“ (Lk 2, 11f).

Wenn Ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet Ihr nicht ins Himmelreich eingehen, wissen wir von Jesus. Paulus hingegen schreibt: Früher dachte ich wie ein Kind und glaubte wie ein Kind. Heute aber denke ich wie ein Erwachsener und glaube wie ein Erwachsener etc. Was sagen Sie zu diesem Gegensatz und Widerspruch?

„Jesus selbst ist Sohn Gottes, also auch Kind.
Keinesfalls darf deshalb der Begriff „Kind“
in diesem Zusammenhang mit dem
Aspekt mangelnder Reife verbunden werden“

Die Begrifflichkeit des „Wie-die-Kinder-werdens“ und des „Kind-Gottes-Seins“ ist natürlich analog gemeint. Jesus selbst ist Sohn Gottes, also auch Kind. Keinesfalls darf deshalb der Begriff „Kind“ in diesem Zusammenhang mit dem Aspekt mangelnder Reife verbunden werden. Deshalb unterscheiden wir im Deutschen ja auch die Begriffe „kindlich“ im Sinne des Vertrauens und „kindisch“ im Sinne des mangelnden Vernunftgebrauchs, wo sich jemand auf eine infantile Stufe zurückbegibt. Verlangt ist von uns stattdessen, dass wir den kindlichen Geist des Vertrauens und der Demut  Gott gegenüber wiederfinden und nicht so eingebildet sind und hochmütig fragen: „Wie kann ich jetzt als Erwachsener Kind Gottes sein. Ich bin doch ein mündiger Christ und weiß alles besser als die anderen und kann sogar Gott belehren.“  Das habe ich oft gehört und widerspricht dennoch fundamental der wirklichen geistigen und geistlichen Reife-Erfahrung, dass wir auch als erwachsene Menschen im Sohnesverhältnis und Tochterverhältnis zu Gott stehen. Wenn der Sohn Gottes demütig wurde um unsertwegen, warum sollen wir uns gegen die Einsicht sperren, dass wir endliche, sterbliche und sündige Menschen sind, die sich aber ganz Gott anvertrauen dürfen.

Sie haben lange studiert und waren von 1986 bis 2002 Professor für Dogmatik. Welche Rolle spielt da der Kinderglaube für Sie und ihren Glauben?

Das, was wir als Kind schon glauben, wird in seinem Inhalt und seiner Realität nicht anders als das, was wir als Erwachsene glauben. Was wahr ist, kann nicht falsch werden und was falsch ist, wird nicht wahr, nur weil wir an Jahren zulegen. Nur die Sehweise kann sich ändern und vertiefen. Manches kann auch durch die Wechselfälle des Lebens verloren gehen oder verdunkelt werden. Viele, die vom Leben enttäuscht sind, sehnen sich zurück nach dem Kinderglauben. Die Kinderzeit kommt aber nicht mehr zurück.

„Was wahr ist, kann nicht falsch werden
und was falsch ist, wird nicht wahr,
nur weil wir an Jahren zulegen“

Christus hingegen „ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit“, wie es im Hebräerbrief heißt. Wir sollten uns sehnen nach der Kindlichkeit des Glaubens, doch nicht nach einem vorreflexiven Zustand, als ob der Glaube nur etwas wäre für Leute, die ihre Vernunft noch nicht gebrauchen können. Das wäre völlig falsch. Glaube ist nicht blinder Gehorsam oder ein romantisches Gefühl, sondern die vollkommene Hingabe des Verstandes und Willens an Gott, der sich in seinem Wort offenbart und uns im Heiligen Geist in seine dreifaltige Liebe aufnimmt.

Die Evangelien sagen, Jesus wurde in Bethlehem geboren. Viele Theologen verbreiten hingegen schon lange, dass er in Nazareth geboren wurde. Was sagen Sie?

Ich frage mich, woher die das wissen! Diese Theologen denken, es müsste nach ihren Vorstellungen so sein, weil beim Propheten Micha die Geburt des Messias als Herrscher und Hirt Israels in Bethlehem prophezeit wurde. Deshalb hätten die Evangelisten ihre Berichte entsprechend gefälscht und hätten Bethlehem als literarische Fiktion eingeführt. Theologie aber ist die vernunftgemäße Auslegung des geoffenbarten Glaubens. Es ist absurd, aus einer Verheißung ein späteres historisches Ereignis abzuleiten. Gerade umgekehrt wird das Ereignis der Geburt Jesu, den die Kirche schon vor der Abfassung der Evangelien als Christus und Sohn des lebendigen Gottes im Glauben bekannte, im Licht des universalen Heilswillens dargestellt. Jesus ist in Bethlehem geboren nach dem Ausweis der Evangelien und das ist das Entscheidende, dass sich hier die Verheißung erfüllt, dass Jesus aus dem Stamm Davids in der Stadt Davids geboren wird. Das wäre auch nicht anders, wenn er woanders geboren worden wäre. Es gibt aber keinen Grund, dass die Evangelisten eine vorsätzliche Fälschung in einer Selbsttäuschung vornehmen mussten, um die Wahrheit wahrscheinlicher zu machen.

Zur Jugend Christi und zur Jugend der Kirche: Was sagen Sie zum folgenden Zitat des heiligen Johannes Paul II. vom 7. Dezember 1990 aus seiner Enzyklika „Redemptoris missio“: „Wenn man die heutige Welt oberflächlich betrachtet, ist man nicht wenig betroffen von den negativen Tatsachen, die zum Pessimismus führen können. Aber dieses Gefühl ist nicht gerechtfertigt: Wir glauben an Gott, den Vater und Herrn, an seine Güte und Barmherzigkeit. Am Anfang des 3. Jahrtausends der Erlösung ist Gott ist dabei, einen großen christlichen Frühling zu bereiten, dessen Morgenröte man schon ahnend erkennen kann.“ Was sagen Sie dazu?

„Es hängt […] ganz stark von uns ab, ob wir
als Christen wirklich bereit sind, uns
zu öffnen und für den Glauben und die
Kirche, vor allem aber für Christus, einzustehen“

Hier redete Johannes Paul II.  schon vor zwei Jahrzehnten über den Gegensatz zwischen Nihilismus, der zum Pessimismus führt und dem Glauben, der zur Hoffnung führt, auch wenn es da keinen Automatismus gibt zu einem Frühling, den er damals als ein Bildwort benutzte. Denn es hängt in diesem Zusammenhang ja ganz stark von uns ab, ob wir als Christen wirklich bereit sind, uns zu öffnen und bereit sind, für den Glauben und die Kirche, vor allem aber für Christus  einzustehen und Zeugnis abzulegen oder ob wir uns verängstigt zurückziehen wollen, wie einst die Jünger, die dann aber doch den heiligen Geist empfangen haben und das Evangelium mit großer Kraft verkündeten. Christsein heißt, im Leben und im Sterben allein auf Christus seine ganze Hoffnung zu setzen.

Karl Rahner sprach zu seiner Zeit noch von einem „Winter der Kirche“. Würden Sie denn das Wort des heiligen Johannes Paul unterschreiben, dass der Frühling der Kirche noch vor uns liegt?

Nun, momentan sieht es zumindest in Deutschland und Europa ja eher nicht nach Frühling aus. Und doch: In Afrika etwa blüht die Kirche unter schwierigsten Bedingungen wie noch nie. Da muss man unbedingt von einem Frühling sprechen. Und auch persönlich kenne ich viele Jugendliche aus der ganzen Welt aus allen Kontinenten, die sich ganz bewusst und aktiv für den Glauben und die Kirche engagieren, ohne sich von ermüdenden Strukturdebatten oder geistlosen Funktionärsveranstaltungen entmutigen zu lassen.  Es gibt Gläubige aller Altersstufen, die sich an mich und viele andere Seelsorger wenden, weil sie wissen, dass der Glaube an Jesus Christus das Fundament ist für unser Leben, nicht nur in unserem kurzen, keineswegs leidfreien Erdenleben, sondern darüber hinaus in alle Ewigkeit. Und am Schluss wird man den Frühling oder die Zeit der Ernte wohl nur an der Zahl der Heiligen messen können, die in unserer Zeit unter uns heranreifen.

Quelle: die tagespost Bild: Screens.