Archiv des Autors: admin

29.12.2019

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) Papst

Fast unmittelbar nach der Geburt Jesu zeigt sich die sinnlose Gewalt, die sein Leben bedroht, auch an so vielen anderen Familien im Mord an den heiligen Unschuldigen Kindern. Die Kirche erinnert an diese schreckliche Bedrängnis, die der Gottessohn und die Kinder in seinem Alter erleiden mussten, und sie fühlt sich dadurch eingeladen, für alle Familien zu beten, die von innen her oder von außen bedroht sind. Die Heilige Familie von Nazareth ist für uns eine ständige Herausforderung, die uns dazu verpflichtet, das Geheimnis der „Hauskirche“ und jeder menschlichen Familie zu vertiefen. Sie lässt in uns den Eifer wachsen, für die und mit den Familien zu beten und alles mit ihnen zu teilen, was sie mit Freude oder Hoffnung erfüllt, aber auch, was sie besonders beschäftigt und beunruhigt. Tatsächlich soll die Erfahrung der familiären Situation eine tägliche Opferbereitung werden, wie eine heilige Gabe, ein Gott wohlgefälliges Opfer. Das Evangelium von der Darstellung Jesu im Tempel weist uns darauf hin. Jesus, das „Licht der Welt“, aber auch „das Zeichen, dem widersprochen wird“ (vgl. Lk 2,32.34), verlangt danach, diesen Opfergang jeder Familie anzunehmen, wie er auch das Brot und den Wein in der Eucharistie annimmt. Er will diese Hoffnungen und diese menschlichen Freuden mit dem Brot und dem Wein, die verwandelt werden sollen, vereinigen, aber auch die unausweichlichen Leiden und die dem Familienleben eigenen Beschäftigungen, indem er sie in das Geheimnis seines Leibes und Blutes einschließt. Diesen Leib und dieses Blut gibt er dann in der Kommunion als geistliche Kraftquelle, und das nicht nur für jede einzelne menschliche Person, sondern auch für jede Familie. Die Heilige Familie von Nazareth möge uns empfänglich machen für ein immer tieferes Verständnis der Berufung einer jeden Familie, die in Christus die Quelle ihrer Würde und Heiligkeit findet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria – Johannes Paul II. Generalaudienz am 29. Dezember 1993

Tagesevangelium – 29.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 2,13-15.19-23

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot. Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Zum Ausdrucken als PDF Datei >>> Christen an Weihnachten enthauptet

28.12.2019 – Worte von Bruder Serge CFM.SCJ

Von Bruder Serge CFM.SCJ , Herz Jesu Franziskaner

Hier zum Nachhören

Übersetzung – Pater Andreas Endl

Ich bin Bruder Serge von der Kongregation der Herz Jesu Franziskaner. Ich wünsche allen Katholiken der katholischen Tradition ein gesegnetes und friedvolles neues Jahr 2020. Der Friede unseres Herrn Jesus Christus wohne in unseren Herzen und mache uns zu lebendigen Zeugen seiner heiligen katholischen Kirche.

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2020

„Wir werden von einem falschen Lehramt vergiftet“

„Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern“

Heidnischer Götze mit Papst Franziskus im Petersdom: Erzbischof Carlo Maria Viganò geißelt das derzeitige Pontifikat.

„Seit mehr als sechs Jahren werden wir von einem falschen Lehramt vergiftet“

(Rom) Kurz vor Weihnachten meldete sich heute der ehemalige Apostolische Nuntius in den USA, Msgr. Carlo Maria Viganò, zu Wort. Wo sich der ehemalige Vatikandiplomat und Titularerzbischof aufhält, ist unbekannt, seit er am 26. August 2018 enthüllte, daß Papst Franziskus über den Fall von Ex-Kardinal Theodore McCarrick schon seit Juni 2013 informiert war und nicht erst seit Juli 2018, als die New York Times darüber berichtete. Aus Sicherheitsgründen hält er seinen Aufenthaltsort geheim. Mit seiner Stellungnahme, die von Corrispondenza Romana veröffentlicht wurde, reagiert er auf die jüngsten Ereignisse und formuliert „aus Liebe zur Kirche“ eine neue Anklage gegen Franziskus.

Wörtlich schreibt Erzbischof Viganò:

So spricht Gott, der Herr,
der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat,
der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst,
der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht
und allen, die auf ihr leben, den Geist:

„Ich bin Jahwe, das ist mein Name;
ich überlasse die Ehre, die mir gebührt, keinem anderen,
meinen Ruhm nicht den Götzen.“

Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held,
er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger. Er erhebt den Schlachtruf und schreit,
er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden.

Ich hatte sehr lange geschwiegen,
ich war still und hielt mich zurück. Wie eine Gebärende will ich nun schreien,
ich schnaube und schnaufe.

Die Berge und Hügel dörre ich aus
und lasse ihr Gras völlig vertrocknen. Flüsse mache ich zu festem Boden
und Teiche lege ich trocken.

Alle müssen weichen und werden beschämt,
die auf Götzenbilder vertrauen, die zu gegossenen Bildern sagen:
„Ihr seid unsere Götter“.

Wer lieferte Jakob den Plünderern aus
und Israel den Räubern? Hat nicht der Herr es getan,
gegen den wir gesündigt hatten? Sie wollten nicht auf seinen Wegen gehen,
sie hörten nicht auf sein Gesetz.

Da goß er über sie seinen glühenden Zorn aus
und den Schrecken des Krieges: Ringsum hat er sie umlodert,
doch sie merkten es nicht; du hast sie in Brand gesetzt,
doch sie nahmen es sich nicht zu Herzen.

(Jesaja 42, 5–25)

Erzbischof Carlo Maria Viganò hält sich zur Sicherheit seit August 2018 versteckt (Aufnahme von Mai 2018)

Unbefleckte Jungfrau und Mutter Maria, Acies ordinata, ora pro nobis

„Gibt es im Herzen der Jungfrau Maria etwas anderes als den Namen unseres Herrn Jesus Christus? Auch wir wollen nur einen Namen in unserem Herzen haben: den von Jesus, wie die Allerseligste Jungfrau.“

Die tragische Parabel dieses Pontifikats setzt sich mit einer Reihe bedrückender Schläge fort. Kein Tag vergeht: Vom höchsten Thron aus setzt der Papst die Demontage der Cathedra Petri fort, indem er die höchste Autorität gebraucht und mißbraucht, nicht um zu bekennen, sondern zu leugnen, nicht um zu bestätigen, sondern in die Irre zu führen, nicht um zu einen, sondern zu spalten, nicht um aufzubauen, sondern niederzureißen.

Papst Franziskus und die Pachamama-Religion, die in der katholischen Kirche etabliert werden soll. Im Bild erweist Franziskus der heidnischen Gottheit Pachamama die Ehre (4.10.2019)

Materielle Häresien, formelle Häresien, Götzendienst, Oberflächlichkeiten aller Art: Papst Bergoglio hört nicht auf, die oberste Autorität der Kirche hartnäckig zu demütigen und das Papsttum zu „entmythisieren“ – wie der berühmte Gefährte Karl Rahner vielleicht sagen würde. Sein Handeln zielt darauf ab, das Heilige Depositum zu mißachten und das Katholische Antlitz der Braut Christi zu entstellen mit seinem Reden und Tun, mit Täuschungen und Lügen, mit jenen eklatanten Gesten der demonstrativen Spontaneität, die aber akribisch ausgedacht und geplant sind, und durch die er sich in einer ununterbrochenen, narzißtischen Zelebration selbst feiert, während die Gestalt des römischen Papstes, des sanften Christus auf Erden, gedemütigt und verdunkelt wird.

Sein Handeln bedient sich der lehramtlichen Improvisation, jenes improvisierten, fluiden Lehramtes, das heimtückisch wie Treibsand ist, und das nicht nur in großen Höhen, wo er der Spielball der Journalisten aus aller Welt ist in jenen ätherischen Räumen, die ein pathologisches Delirium illusorischer Allmacht sichtbar werden lassen können, sondern auch im Rahmen der feierlichsten Funktionen, die heiligen Schauer und ehrfurchtsvollen Respekt einflößen sollten.

Am Gedenktag der Jungfrau von Guadalupe hat Papst Bergoglio noch einmal seiner offensichtlichen marianischen Ungeduld Ausdruck verliehen, die an jene der Schlange in der Erzählung vom Sündenfall in jenem Protoevangelium erinnert, das die von Gott gesetzte, unerbittliche Feindschaft zwischen der Frau und der Schlange und die erklärte Feindseligkeit von letzterer prophezeit, die bis zur Vollendung der Zeit versuchen wird, die Ferse der Frau zu treffen und über sie und ihre Nachkommen zu triumphieren. Was der Papst getan hat, ist eine offensichtliche Aggression gegenüber den erhabenen Vorrechten und Eigenschaften, welche die Unbefleckte Jungfrau und Gottesmutter zur weiblichen Ergänzung zum Geheimnis des menschgewordenen Wortes machen, die aufs engste mit Ihm in der Heilsökonomie verbunden ist.

Nachdem er sie zur „Nachbarin von nebenan“ deklassierte, und zur flüchtenden Migrantin, und zum einfachen Laien mit den Mängeln und Krisen irgendeiner Frau und von der Sünde gezeichnet, oder zuletzt zur Schülerin, die uns offensichtlich nichts zu lehren hat; nachdem er sie auf die gleiche Art und Weise banalisierte und entsakralisierte wie jene Feministen, die in Deutschland mit ihrer Bewegung „Maria 2.0“ an Boden gewinnen und darauf abzielen, die Gottesmutter zu modernisieren, um aus ihr ein Trugbild nach ihrem Abbild und Ebenbild zu machen, hat Papst Bergoglio sich noch weiter an der majestätischen Königin und unbefleckten Gottesmutter ausgetobt, indem er erklärte, „sie hat sich mit der Menschheit vermischt… und hat selbst „Gott vermischt“. Mit wenigen, salopp hingeworfenen Sätzen traf er das marianische und das damit verbundene christologische Dogma ins Herz.

Die Mariendogmen sind das Siegel, das an den katholischen Wahrheiten unseres Glaubens befestigt ist, die von den Konzilen von Nicäa, Ephesus und Chalcedon definiert wurden. Sie sind der unzerbrechliche Schutzdamm gegen christologische Häresien und gegen die wütende Entfesselung der Pforten der Unterwelt. Wer sie „vermischt“ und entweiht, zeigt daß er auf der Seite des Feindes steht. Maria anzugreifen, bedeutet, sich auf Christus selbst zu stürzen. Die Mutter anzugreifen, bedeutet, sich gegen den Sohn zu erheben und gegen das Mysterium der Heiligsten Dreifaltigkeit zu rebellieren. Die Unbefleckte Theotokos, „furchterregend wie Heerscharen“ – acies ordinata, ein Heer in Aufstellung –,  wird kämpfen, um die Kirche zu retten, und sie wird die Armee des von den Ketten gelassenen Feindes zerstören, der Ihr den Krieg erklärt hat, und mit ihm werden alle dämonischen Pachamamas endgültig in die Hölle zurückkehren.

Papst Bergoglio scheint seine Ungeduld gegen die Unbefleckte nicht länger im Zaum zu haben und scheint sie nicht mehr unter dieser so auffälligen, scheinbaren Verehrung verbergen zu können, die er im Rampenlicht der Kameras zeigt, während er den Feierlichkeiten zum Hochfest Mariä Himmelfahrt und dem  Rosenkranzgebet mit den Gläubigen fernbleibt, die mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. den Damasushof und die obere Loggia des Petersdoms füllten.

Papst Bergoglio benutzt die Pachamama, um sich der Guadalupana zu entledigen. Die Erhöhung dieses Amazonas-Götzen bis vor das Petrusgrab war nichts weniger als eine Kriegserklärung an Unsere Liebe Frau und Patronin von ganz Amerika. Indem sie sich dem heiligen Juan Diego zeigte, vernichtete sie die dämonischen Götzen und gewann dank ihrer mütterlichen Vermittlung die Indianer für Christus und für die Anbetung des „Wahren und Einzigen Gottes“. Und das ist keine Legende!

Wenige Wochen nach dem Ende der Amazonassynode, deren Kennzeichen die Einsetzung der Pachamama im Herzen der Katholizität war,  haben wir erfahren, daß die konziliare Katastrophe des Novus Ordo Missae einer weiteren Modernisierung unterzogen wird, unter anderem durch die Einführung des Taus [lat. ros, ital. rugiada] (*1) in das Eucharistische Hochgebet anstelle der Erwähnung des Heiligen Geistes, der dritten Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit.

Das ist ein weiterer Schritt im Sinne eines Rückschritts zur Naturalisierung und Immanentisierung des katholischen Kultes zu einem pantheistischen und götzendienerischen Novissimus Ordo. Der Tau, ein im „theologischen Ort“ der Amazonas-Tropen vorhandenes Wesen, gilt – wie wir von den Synodenvätern erfahren haben – als das neue immanente Prinzip der Befruchtung der Erde, das sie im Sinne der „Transsubstantiation“ in ein pantheistisch verbundenes Ganzes wesensverwandelt, dem die Menschen assimiliert und unterworfen werden zur höheren Ehre der Pachamama. Und schon sind wir wieder in die Finsternis des Heidentums zurückgeworfen, eines neuen, globalistischen und öko-tribalen Heidentums mit seinen Dämonen und seinen Perversionen. Durch diesen x-ten liturgischen Umbruch wird die göttliche Offenbarung von der Fülle zum Archaismus zurückgestuft. Von der hypostatischen Identität des Heiligen Geistes rutscht man in Richtung der symbolischen und metaphorischen Vergänglichkeit, die dem Tau eigen ist, und den sich die freimaurerische Gnosis schon seit einiger Zeit zu eigen gemacht hat.

Aber kehren wir für einen Moment zu den selten häßlichen Götzen-Figuren zurück und zu der Erklärung von Papst Bergoglio nach ihrer Entfernung aus der Kirche Santa Maria in Traspontina und ihrer Entsorgung im Tiber. Auch in diesem Fall haben die Worte des Papstes den Geruch einer kolossalen Lüge: Er ließ uns glauben, daß die Figuren durch das sofortige Eingreifen der Carabinieri aus dem schmutzigen Wasser befreit wurden. Man fragt sich verwundert, warum nicht eine von Tornielli und Spadaro von der Civiltà Cattolica koordinierte VaticanNews-Truppe mit Reportern und Kameraleuten der Hofpresse hinzugeeilt ist, um die Heldentat von Tauchern zu filmen und die Rettung der Pachamama festzuhalten. Es scheint auch unwahrscheinlich, daß eine so spektakuläre Aktion auch nicht die Aufmerksamkeit einiger Passanten auf sich gezogen hätte, die mit einem Mobiltelefon ausgestattet gefilmt und die Aufnahme in den sozialen Medien verbreitet hätten. Wir sind versucht, die Frage an die Person weiterzureichen, die die Erklärung abgegeben hat. Mit Sicherheit würde er uns auch diesmal mit seinem beredten Schweigen antworten.

Seit mehr als sechs Jahren werden wir von einem falschen Lehramt vergiftet, von einer Art extremer Synthese aller zweifelhaften Konzilsformulierungen und aller nachkonziliaren Irrtümer, die sich unaufhaltsam ausgebreitet haben, ohne daß die meisten von uns es bemerkt hätten. Ja, weil das Zweite Vaticanum nicht nur die Büchse der Pandora, sondern auch das Overton-Fenster geöffnet hat, und zwar so allmählich und schrittweise, daß wir die Umwälzungen, die wirkliche Natur der Reformen und ihre dramatischen Konsequenzen, nicht erkannt haben, und uns nicht einmal der Verdacht kam, wer wirklich die Regie bei dieser gigantischen, subversiven Operation führte, die der modernistische Kardinal Suenens als „1789 der katholischen Kirche“ bezeichnete.

So wurde in den vergangenen Jahrzehnten der Mystische Leib durch eine unaufhaltsame Blutung langsam seines Lebenselixiers beraubt: Das Heilige Depositum Fidei wurde allmählich vergeudet, die Dogmen denaturiert, der Kult säkularisiert und schrittweise profaniert, die Moral sabotiert, das Priestertum verunglimpft, das eucharistische Opfer protestantisiert und in ein geselliges Bankett umgewandelt …

Jetzt ist die Kirche leblos, überzogen mit Metastasen und am Boden zerstört. Das Volk Gottes ist zum Analphabeten geworden und seines Glaubens beraubt und tappt durch die Finsternis von Chaos und Spaltung. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Feinde Gottes nach und nach 2000 Jahre der Tradition verbrannt. Mit beispielloser Beschleunigung, dank der geballten, subversiven Ladung dieses Pontifikats und unterstützt vom mächtigen Jesuitenapparat, wird zum tödlichen Gnadenstoß gegen die Kirche angesetzt.

Bei Papst Bergoglio ist es – wie bei allen Modernisten – unmöglich, nach Klarheit zu suchen, da das Kennzeichen der modernistischen Häresie genau die Verstellung ist. Als Meister des Irrtums und Experten in der Kunst der Täuschung „arbeiten sie daran, daß das Mehrdeutige allgemein akzeptiert wird, indem sie es von seiner harmlosen Seite präsentieren, was als Passierschein dient, um die giftige Seite einführen zu können, die zuvor verborgen gehalten wurde“ (P. Matteo Liberatore SJ). So wird die Lüge, die hartnäckig und besessen wiederholt wird, langsam „wahr“ und von der Mehrheit akzeptiert.

Typisch modernistisch ist auch die Taktik, zu bekräftigen, was man zerstören will, indem vage und ungenaue Begriffe verwendet werden, um den Irrtum zu fördern, ohne ihn jemals klar zu formulieren. Genau das tut Papst Bergoglio mit seiner zersetzenden Formlosigkeit der Glaubensgeheimnisse und mit der ihm eigenen doktrinellen Ungenauigkeit, durch die er die heiligsten Dogmen „vermischt“ und demoliert, wie er es mit den marianischen der Jungfrau und Gottesmutter Maria getan hat.

Das Ergebnis dieses Mißbrauchs ist das, was wir jetzt vor Augen haben: eine katholische Kirche, die nicht länger katholisch ist; ein Container, der seines authentischen Inhalts entleert und mit Ramsch gefüllt wurde.

Die Ankunft des Antichristen ist unvermeidlich, das ist Teil des Epilogs der Heilsgeschichte. Aber wir wissen, daß das die Voraussetzung für den universalen Triumph Christi und seiner ruhmvollen Braut ist. Jene von uns, die sich von diesen Feinden der Kirche, die sich im Leib der Kirche eingenistet haben, nicht täuschen haben lassen, müssen sich vereinen und eine gemeinsame Front gegen das Böse bilden, das schon vor langer Zeit besiegt wurde, aber noch in der Lage ist, Schaden anzurichten und das ewige Verderben vieler zu provozieren, dem aber die Jungfrau, unsere Anführerin, endgültig den Kopf zertreten wird.

Jetzt ist es an uns: Ohne Mißverständnisse, ohne uns aus dieser Kirche vertreiben zu lassen, deren legitime Kinder wir sind, und in der wir das hochheilige Recht haben, uns zu Hause zu fühlen, ohne daß uns die haßerfüllte Horde der Feinde Christi das Gefühl gibt, ausgegrenzt, schismatisch und exkommuniziert zu sein.

Jetzt liegt es an uns! Der Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens – Corredemptrix und Mittlerin aller Gnaden – erfolgt durch ihre „Kleinen“, die zweifellos zerbrechlich und sündige Wesen sind, die aber von absolut entgegengesetztem Zeichen sind als die Mitglieder der Armee des Feindes. Bedingungslos der Unbefleckten geweihte „Kleine“, um ihre Ferse zu sein, der am meisten gedemütigte und verachtete und am meisten von der Hölle gehaßte Teil, der aber zusammen mit Ihr den Kopf des höllischen Monsters zertreten wird.

Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort fragte sich:

„Aber wann wird dieser Triumph eintreten? Gott allein weiß es.“

Unsere Aufgabe ist es, wachsam zu sein und zu beten, wie es die Heilige Katharina von Siena brennend empfiehlt:

„Ach! Möge ich doch sterben, aber ich kann nicht sterben. Schlaft nicht mehr in Nachlässigkeit. Nützt die heutige Zeit, so gut es geht. Stärkt Euch in Christus Jesus, der süßen Liebe. Taucht ein in das Blut des Gekreuzigten. Nehmt das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus auf euch, versteckt euch in den Wunden des gekreuzigten Christus und nehmt ein Bad im Blut des gekreuzigten Christus“ (Brief 16).

Die Kirche ist von der Finsternis des Modernismus umhüllt, aber der Sieg gehört Unserem Herrn und Seiner Braut. Wir wollen weiterhin den ewiggültigen Glauben der Kirche bekennen angesichts des Tosen des Bösen, das sie belagert. Wir wollen mit Maria und mit Jesus wachen in diesem neuen Getsemani der Endzeit. Wir wollen beten und Buße tun zur Wiedergutmachung für die vielen ihnen zugefügten Beleidigungen.

+ Carlo Maria Viganò
Titularerzbischof von Ulpiana
Apostolischer Nuntius

19. Dezember 2019

Quelle: katholisches Übersetzung: G. Nardi Bild: vatican.va/LifeSiteNews (Screenshots)

(*1) Um Mißverständnisse zu vermeiden: Mit „Tau“ ist weder das bekannte Antoniuskreuz noch das Seil der Matrosen gemeint, sondern der Morgentau. Die Absicht, die Nennung des Heiligen Geistes im Canon Missae durch das Wort „Tau“ zu ersetzen, wurde vor kurzem von Msgr. Franco Magnani, Leiter des Liturgischen Amtes der Italienischen Bischofskonferenz, bekanntgegeben. Die Änderungen sollen bereits 2020 mit dem 2. Sonntag im Jahreskreis (Januar) eingeführt werden, Anm. GN.

Aus Psalm 124

Hier zum Nachhören

Hätte sich nicht der Herr für uns eingesetzt,
als sich gegen uns Menschen erhoben,
sie hätten uns lebendig verschlungen,
als gegen uns ihr Zorn entbrannt war.

Dann hätten die Wasser uns weggespült,
als hätte sich über uns ein Wildbach ergossen.
Die Wasser hätten sich über uns ergossen,
die wilden und wogenden Wasser.

Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jägers entkommen;
das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Unsre Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 28.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 2,13-18

Hier zum Nachhören

Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig, und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte. Damals erfüllte sich, was durch den Propheten Jeremia gesagt worden ist: Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

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27.12.2019

Hl. Theresia Benedicta a Cruce – Edith Stein (1891-1942)

Karmelitin, Märtyrerin und Mit-Patronin Europas

An seiner Krippe will der Heiland auch den nicht vermissen, der ihm im Leben besonders teuer war – den Jünger, den Jesus liebhatte (vgl. Joh 13,23). Er ist uns vertraut als Bild jungfräulicher Reinheit. Weil er rein war, hat er dem Herrn wohl-gefallen. Er durfte am Herzen Jesu vorher ruhen und dort eingeweiht werden in die Geheimnisse des göttlichen Herzens (vgl. Joh 13,25). Wie der himmlische Vater für seinen Sohn Zeugnis ablegte, als er rief: „Dieser ist mein geliebter Sohn. Ihn sollt ihr hören!“ (vgl. Mk 9,7), so scheint auch das göttliche Kind uns auf den Lieblingsjünger hinzuweisen und zu sagen: Die liebende Hingabe eines reinen Herzens ist mir angenehm. Hört auf ihn, der Gott schauen durfte, weil er reinen Herzens war (vgl. Mt 5,8). Niemand hat tiefer hineingeschaut in die verborgenen Abgründe des göttlichen Lebens als er. Darum verkündet er das Geheimnis von der ewigen Geburt des göttlichen Wortes. Er hat die Kämpfe seines Herrn mitgelebt, wie nur eine liebende Seele es vermag. Er hat uns die Selbstzeugnisse sorgfältig verwahrt und übermittelt, in denen der Heiland vor Freunden und Feinden seine Gottheit bekannte. Durch ihn wissen wir, welcher Anteil am Leben Christi – als den Reben am göttlichen Weinstock – und am Leben des dreifaltigen Gottes uns zugedacht ist. Die ganze unausschöpfliche Fülle des gott-menschlichen Lebens Jesu wird ihnen als königliche Gegengabe zuteil. Kommt und trinkt aus den Quellen lebendigen Wassers, die der Heiland den Dürstenden öffnet und die fortströmen ins ewige Leben (vgl. Joh 7,37; 4,14). Das Wort ist Fleisch geworden und liegt vor uns in der Gestalt eines neu-geborenen Kindleins.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 27.12.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 20,2-8

Hier zum Nachhören

Am ersten Tag der Woche lief Maria von Magdala schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Kardinal Christoph Schönborn – Was wird bleiben?

Kardinal Christoph Schönborn und eine seiner mehrfach wiederholten Thesen: Was bleibt von seiner Ära als Erzbischof von Wien (seit 1995) und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz (seit 1998)?

Von Wolfram Schrems*

Kardinal Schönborn ist aller Wahrscheinlichkeit nach an das Ende seiner Amtszeit angelangt. Sein Rücktrittsgesuch hat er bereits eingereicht. Am 22. Jänner wird er sein 75. Lebensjahr vollenden.

Derzeit laboriert er an den Folgen eines Lungeninfarktes, den er Anfang Dezember erlitten hat. „Bis in den Jänner hinein“ sind laut Diözesanhomepage alle Termine abgesagt.

Am Vorabend des ersten Adventsonntags führte er bereits zum dritten Mal eine sogenannte „Benefizveranstaltung“ anläßlich des Welt-AIDS-Tages im Stephansdom durch. Diese stellte bekanntlich gleichzeitig eine Plattform für Homosexuellenpropaganda dar, somit ein gewaltiges Ärgernis.

Nachdem jetzt eine Ära der österreichischen Kirchengeschichte zu Ende geht und weil ich um meine Meinung gefragt worden bin, einige resümierende Bemerkungen auf dem Hintergrund der kirchlichen Gesamtsituation:

Wenn man die Ära Schönborn mit einem prägnanten Begriff charakterisieren will, kommt einem sogleich das Wort „irreal“ in den Sinn.

Das Unwirkliche als Markenzeichen von Kardinal Schönborn

Die Schönbornsche Lehrverkündigung, seine Interviews und seine Politik  verweisen in das Reich des Bizarren, des Aberwitzes, des Nichtseienden. Wir fühlen uns an die Gegenspieler der sokratischen Philosophie erinnert, an die Sophisten, die nach einer bekannten platonischen Definition als „Verfertiger fiktiver Realitäten“ (Josef Pieper) gelten.

Genau das trifft auf den Kardinal zu.

Dazu drei Beispiele:

In einem Interview mit dem Mitbegründer der „Alpha-Kurse“, dem anglikanischen Priester Nicholas („Nicky“) Gumbel (der natürlich kein Priester ist, weil die anglikanischen Weihen nichtig sind, Schönborn weiß das selbstverständlich) sagte Schönborn nach ausführlicher Behandlung seines Verhältnisses zu Papst emeritus Benedikt auf die Frage nach seiner Beziehung zu Papst Franziskus (bei 16:51) allen Ernstes und geradezu mit dem Ausdruck der Verzückung:

Pope Francis is just a joy. It is amazing.

Ist das nicht verrückt?

Wie kann man so einen Unsinn sagen? Ist das nicht erschütternd, daß ein Kardinal der Kirche hier einen protestantischen Christen, der allem Anschein nach ein Mann bonae voluntatis ist, dermaßen in die Irre führt?

Auch wenn man zugesteht, daß diese Aussage bei einer Konferenz Mitte Mai 2013, also erst zwei Monate nach der Wahl von Papst Franziskus, getroffen wurde, mußte der Kardinal doch um die ideologische Ausrichtung des neuen Papstes und um seine Vorgeschichte Bescheid wissen. Er mußte wissen, daß die St. Gallen – Gruppe endlich Papst Benedikt losgeworden war und einen Revolutionär auf den Thron Petri gehievt hatte. Und dieser würde doch vieles von dem zerstören, was Benedikt aufgebaut hatte, derjenige Benedikt, in dessen Schülerkreis Schönborn doch Mitglied ist. Just a joy? Weil endlich jemand gewählt wurde, der den freudlosen Vorgänger ablöste? Oder wie soll man das verstehen? (Aber jedes weitere Nachfragen stößt natürlich ins Trübe: Wissen wir, was der Kardinal wirklich denkt? Wie er wirklich zu Benedikt stand? Und wissen wir, welche Rolle Benedikt, Papst emeritus, wirklich spielte und derzeit spielt? Weiß er es selbst?

Wie auch immer: Diese euphorische Art und Weise sich auszudrücken, ist kein gutes Zeichen. Sie entspricht nicht der christlichen Nüchternheit und Wachsamkeit. Sie tendiert zwangsläufig dazu, Illusionen aufzubauen und zu vermitteln, also die schon erwähnten Fiktionen zu befördern.

Ein weiteres Beispiel für den irrealen Charakter der Schönbornschen Aussagen sind seine Kolumnen in den Freitagsausgaben der Gratiszeitung heute. Hier unterstützt der Kardinal die Agitation derjenigen, die den Zeitgeist bestimmen, besonders prominent den Klimawahn und – namentlich – dessen berühmteste Protagonistin. Der Kardinal hätte mit solch einer Kolumne die Gelegenheit, wenigstens einen kleinen Beitrag zur Verkündigung des Glaubens zu leisten und den Pathologien des Zeitgeistes zu widersprechen. Aber nein, es geht – so weit erkennbar, wenn man die Kolumnen immer wieder konsultiert – nur um die Unterstützung der globalistischen Agenda, um Klimawandel, Frieden, interreligiöse Fraternisierung.

Ein drittes Beispiel sind die Kommentare zum Sonntagsevangelium, die jeweils in der Sonntagsausgabe der Kronenzeitung erscheinen und vom Kardinal am Sonntagmorgen in Radio Klassik Stephansdom vorgetragen werden. Hier besteht eine starke Tendenz zum Verwässern anstoßerregender Passagen. Erinnerlich ist etwa, daß das Gleichnis von den bösen Winzern (Mt 21,33ff) in Schönbornscher Interpretation natürlich nicht als Kritik an den Juden verstanden werden dürfe, sondern ganz anders. Als Preisträger der B’nai-B’rith-Logen (Prof.-Jacob-Allerhand-Gedenkmenora) wird man sich eben so zu äußern haben.

Im übrigen sind die Interviews des Kardinals, etwa in der ORF-Fernsehpressestunde, für den Zuseher zu quälenden Ereignissen geworden. Lange, gewundene Sätze, Herumstottern, unklare Aussagen – das alles läßt die Frage entstehen, wofür der Kardinal nun wirklich steht. Im Evangelium heißt es: „Ja, ja, nein, nein. Alles, was darüber hinausgeht, ist vom Bösen“ (Mt 5,37).

Charismatischer Aufbruch?

Leider werden auch Gläubige in diesen Modus des Irrealen hineingezogen, die wohl grundsätzlich als bonae voluntatis gelten müssen. Es handelt sich etwa um „Erneuerungsbewegungen“ charismatischer Ausrichtung wie den Loretto-Gebetskreis und die Gemeinschaft Emmanuel. Diese Gruppen genießen das besondere Wohlwollen des Kardinals.

Als langjähriger Beobachter wird man feststellen müssen, daß sie in politischen und kirchenpolitischen Fragen normalerweise nicht die nötige Nüchternheit besitzen. Charismatische Bewegungen stehen erfahrungsgemäß und quasi per definitionem mit beiden Beinen fest in den Wolken. Sie sind „offen“ für den „Dialog“ – und zwar mit den Falschen.

Die berühmte „Gottesbeziehung“ u. dgl. bleibt auch Illusion, wenn die Doktrin nicht klar ist. Nicht umsonst machte sich die Kirche schon so früh große Mühen, die Glaubensbekenntnisse präzise und – im Fall des Quicumque – ggf. sehr ausführlich auszuformulieren. Es macht keinen Sinn, evangelikale und charismatische Andachtsformen zu übernehmen und dabei zwangsläufig den Glauben der Kirche zu verwässern und längerfristig vermutlich ganz unkenntlich zu machen.

Es ist sehr schade, daß hier gutwillige und sympathische junge Leute vom Zentrum des überlieferten Glaubens weggeführt werden. Und wo ist der Effekt auf die Gesellschaft?

In diesem Zusammenhang sei an besonders deplorable Selbstoffenbarungen des Kardinals erinnert, die er bei einem Interview mit einer der genannten Gruppen tätigte:

Es ist bedauerlich, daß dem Kardinal viele Widrigkeiten im Leben und schon in der eigenen Familie passiert sind. Von einem Hirten der Kirche kann man sich aber erwarten, daß er sie nicht zur Schau stellt. Er soll seinerseits die Gläubigen ermutigen und nicht belasten.

Bischöfliche Verantwortung und Deep State

Man hört oft, daß ein Bischof heutzutage nicht so tun könne, wie er gerne wollte, weil er vom Apparat eingeengt sei. Er könne nicht seine Gremien übergehen und müsse sich an seine Ratgeber halten. Die staatlichen Arbeitsgesetze würden ihn bezüglich allfälliger Kündigungen binden und so könne er nicht tun, was er eigentlich wolle bzw. was eigentlich gut und notwendig wäre.

Aus dem Umfeld des Kardinals hört man, daß dieser selbst darum wisse und sich entsprechend machtlos bekenne.

Dem steht allerdings das kirchliche Gesetzbuch entgegen:

Can. 381 — § 1. Dem Diözesanbischof kommt in der ihm anvertrauten Diözese alle ordentliche, eigenberechtigte und unmittelbare Gewalt zu, die zur Ausübung seines Hirtendienstes erforderlich ist; ausgenommen ist, was von Rechts wegen oder aufgrund einer Anordnung des Papstes der höchsten oder einer anderen kirchlichen Autorität vorbehalten ist.

Das CIC 1983 ist das geltende Gesetzbuch. Es ist das Gesetzbuch, das ausdrücklich im Gefolge des II. Vaticanums, das ja bekanntlich ein „großes Geschenk an die Kirche“, ein veritables „Seminar des Heiligen Geistes“, ein „neues Pfingsten“, einen unfaßbaren „Aufbruch in die Welt der Moderne“, die „Öffnung der Türen und Fenster“ u. dgl. also einen schlechterdings niemals zu revidierenden Fortschritt darstellt, promulgiert wurde.

Man wird sich also daran halten müssen, nicht?

Kein Amtsträger kann sich herausreden: Im CIC steht es schwarz auf weiß, daß der Diözesanbischof mit Ausnahme päpstlicher Verfügungen die volle Gewalt in seiner Diözese ausübt.

Natürlich gibt es in der Kirche einen „Deep State“, einen „teuflischen intelligence service“, wie sich der verstorbene Theologe Brunero Gherardini ausdrückte. Das gibt es im Vatikan und das gibt es in den reichen Diözesen des deutschen Sprachraums.

Wien ist für die Freimaurerei ein wichtiger Stützpunkt und manchmal trifft man auf Kirchenleute, Priester, Diakone und Laien, die mit großem Selbstbewußtsein auftreten, eine erhebliche Suggestivkraft besitzen und gegen den Glauben der Kirche arbeiten und gläubige Katholiken verbal attackieren.

Woher kommen die?

Der Kardinal spielt in diesem System ganz offensichtlich mit. Aber de iure hat er nach dem CIC alle Vollmachten. Das allein zählt.

Übrigens: Wenn man die Bestimmungen für den Diözesanbischof im CIC 1983 (can. 381ff) liest, hat man den Eindruck, das ist aus einem anderen Jahrhundert. Die alltägliche Wirklichkeit der manchmal so genannten „Schmerzdiözese“ läßt folgende Bestimmungen geradezu utopisch erscheinen:

„Can. 384 — Mit besonderer Fürsorge hat der Diözesanbischof die Priester zu begleiten, die er als Helfer und Ratgeber hören soll (…).

Can. 386 — § 1. Der Diözesanbischof ist gehalten, die Glaubenswahrheiten, die gläubig anzunehmen und die im sittlichen Leben anzuwenden sind, den Gläubigen darzulegen und zu verdeutlichen (…)

Can. 387 — Eingedenk seiner Verpflichtung, selbst ein Beispiel der Heiligkeit zu geben in Liebe, Demut und Einfachheit des Lebens, hat der Diözesanbischof alles daranzusetzen, die Heiligkeit der Gläubigen entsprechend der je eigenen Berufung des einzelnen zu fördern (…).“

Man muß das nur lesen und wird sofort bemerken, wie sehr das der Realität widerspricht. Wie schnell hat sich doch die berühmte „Lebenswirklichkeit“ in der Kirche der allgemeinen Dekadenz angepaßt!

Kirchenschließungen und Kirchenbedarf

In den letzten Jahren wurden einige Wiener Kirchen an nicht-katholische Bekenntnisse verschenkt oder verkauft.

Sinnbildlich für die Ära Schönborn ist daher etwa die im Jahr 2015 den Kopten geschenkte Kirche Maria vom Siege in Fünfhaus. Die indischen Vinzentinerpatres, die erst wenige Jahre dort gewirkt hatten, wurden in die Pfarre Am Schöpfwerk versetzt, von wo sie per 31. August d. J.  wieder abgezogen wurden.

Die Kirche Maria vom Siege ist von einem Bauzaun umgeben, aus den Kirchenstufen wachsen die Blumen, Müll und Laub sammeln sich im Eingangsbereich an. Die Kopten können offenbar nicht sehr oft dort sein. Zumal sie im 22. Bezirk ohnehin eine eigene Kathedrale haben.

Was also ist das eigentliche Motiv gerade dieser Kirchenverschenkung? Das bleibt im Unklaren.

Anders als mit Kopten oder Rumänen wird dem Vernehmen nach jedes Gespräch mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. über den Ankauf einer Kirche verweigert. Man bekomme nicht einmal eine Antwort auf entsprechende Anfragen.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus benützt die Paulanerkirche mit. Das ist eine ehemalige Pfarrkirche, die jetzt zu einem Pfarrverband gehört. Daher ist der Status der FSSP dort vom Wohlwollen des Pfarrers abhängig. Da man sich nach der Gottesdienstordnung der Novus-Ordo-Gemeinde richten muß, bleiben für die hl. Messen an Sonn- und Feiertagen und besonders für das Österliche Triduum nur ungünstige Zeiten übrig.

Wie man aber beobachten kann, wuchsen die Gemeinden der Überlieferten Liturgie in den letzten Jahren stetig bis signifikant. Es wäre recht und billig, sie kirchenamtlich zu fördern.

Überhaupt wäre die weitere Verbreitung der Überlieferten Messe eine vielversprechende Methode, wieder Leute in die Kirche zu bekommen, den Glauben vieler Katholiken zu stärken und Konversionen zu erzielen.

Aber das will der Tiefe Kirchen-Staat ganz bestimmt nicht. Und auch der Kardinal hat kein erkennbares Interesse an der Alten Messe und an den mit ihr verbundenen Gläubigen gezeigt.

So wird der Weg in den liturgischen Abgrund und damit in das Ende einer zahlenmäßig nennenswerten Kirche in Wien eben weitergehen.

Vox populi – vox Dei – vox conscientiae

Wie man hören kann, verstehen manche Gläubigen den Lungeninfarkt des Kardinals als Folge der Blasphemie wenige Tage zuvor im Stephansdom. Also als eine Strafe Gottes. Oder als einen Weckruf. Vielleicht auch als „starkes Zeichen“ (wie eine Lieblingsphrase des Kardinals lautet).

Denn immerhin habe der Kardinal nicht nur die Homosexuellenpropaganda im allgemeinen zu verantworten, sondern auch die bei diesem Anlaß erzählte Fabel von einem durch die Gottesmutter im Italien des Mittelalters geretteten Homosexuellenpaar. Beleidigungen der Muttergottes würden, so kann man hören, „oben“ nicht geduldet und schnell bestraft.

Diese Deutung macht durchaus Sinn. Der Kardinal hat jetzt Zeit darüber nachzudenken.

Anbiederung an die Mächtigen

Übrigens liegt zwischen dem schändlichen Vorfall im Dom und der Erkrankung ein weiteres, weniger bekanntes Ereignis. Am Montag, dem 2. Dezember, feierte der weit links stehende, antipatriotische und antichristliche Österreichische Rundfunk das 50-Jahr-Jubiläum der Religionssendung „Orientierung“, von manchen aus offenkundigen Gründen auch „Desorientierung“ genannt.

Kardinal Schönborn war natürlich dort dabei und gab der Versammlung somit das Gewicht seiner geistlichen Autorität. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte er, wiederum kontrafaktisch und irreal:

„Die Religionsberichterstattung im ORF ist guter Journalismus: wertschätzend und sachkundig, kritisch, ohne dabei Vorurteile zu fällen.“

Bei der ORF-Party war übrigens auch Schlomo Hofmeister mit von der Partie, derjenige Rabbiner, für den Jesus Christus „in den jüdischen Quellen“ nirgends erwähnt wird. „Auch drei Stellen im Talmud, die in christlicher Interpretation traditionellerweise auf Jesus bezogen werden“, seien, so Hofmeister bei einem Vortrag vor fast sieben Jahren, „nicht mit dem Jesus der christlichen Quellen in Einklang zu bringen.“

Nein, eh nicht. Weil sie nämlich Blasphemien sind.

Aber kein Kardinal, kein Bischof, kein Theologe stellt so etwas heute richtig.

Natürlich nicht, weil der Kern des Glaubens längst zur Disposition steht. Das Erste Gebot ist längst obsolet.

Schließlich sei in diesem Zusammenhang noch erwähnt, daß eine Adventandacht mit Empfang für die Mitarbeiter des Österreichischen Rundfunks geplant war, aber wegen der Erkrankung des Kardinals abgesagt werden mußte.

Aber die Anbiederung bei den Mächtigen wird den Kirchenführern nichts bringen. Vielleicht hätte der Kardinal öfter seine Schäfchen empfangen und stärken sollen?

Was wird also bleiben von der Ära Schönborn?

Was also bleiben wird, wenn Kardinal Schönborn von seinem Amt zurücktreten wird, ist die Einsicht, daß ein möglicherweise mit bona voluntas vollzogener Beginn des bischöflichen Wirkens in den 1990er Jahren vollkommen gescheitert ist. Der Kardinal selbst hat die Gläubigen nicht gestärkt und nicht geschützt, Dogmen und Gebote relativiert und damit den Segen von oben blockiert.

Es ist alles ein Trümmerfeld.

Wir wünschen Seiner Eminenz gute Genesung, vor allem aber eine unverstellte Einsicht in seine Verantwortung. Noch kann er seine anstößigen Aussagen mit dem Ausdruck der Reue retrahieren. Es wäre für alle ein großer Segen.

Aber natürlich kann er sich der Wahrheit auch dauerhaft und endgültig verweigern. Das ist dann seine Sache.

Was also wird bleiben?

Der Anteil der Katholiken ist in den letzten 20 Jahren in der Stadt Wien auf etwa 38% gefallen. Weltkirchliche und politische Umstände haben das begünstigt. Aber natürlich wird sich auch der regierende Bischof fragen lassen müssen, was seine Mitverantwortung an diesem Desaster ist. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

*MMag. Wolfram Schrems, Wien, Theologe, Philosoph, Katechist, Lebensschützer

Quelle: katholisches Bild: Erzdiözese Wien (Screenshot)