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07.08.2019 – Mittwoch der 18. Woche im Jahreskreis

Hl. Gertrud von Helfta (1256-1301) Benediktinerin

O Güte, neige dein Ohr zu mir!

O Güte, du Güte, mich, die Verängstigte, verlasse nicht. Wende dein Angesicht nicht ab von meinem Seufzen und meinem Schreien. Deine Güte soll dich dazu zwingen, dass du mich geduldig anhörst. Ja, halte deinen Schoß offen, in dem ich eine Weile mich ausruhen und vor dir mein Herz ausschütten kann, deiner Gutherzigkeit gewiss und deiner natürlichen Güte, denn weder verachtest du einen, der vereinsamt ist, noch siehst du auf den Bedrängten herab. O wie sehr sind doch deine Gewohnheiten denen angemessen, die im Elend sind. O wie hoch willkommen sind doch die Düfte deiner Salben denen, die fast schon ermattet dahingesunken sind. Du bist es, der die Zerschlagenen aufrichtet, du bist es, der die Gefangenen befreit (vgl. Ps 146,7f.). Du verachtest keinen, der betrübt ist, du nimmst mütterlich und barmherzig Rücksicht auf die Nöte aller Menschen. Gütig gibst du Rat denen, die verzweifelt sind. Der Bedürftigkeit aller kommst du zu Hilfe. Ja, jetzt neige dein Ohr zu mir, die ich dessen bedarf, damit ich zum Besten meiner Seele mit dir diese einzigartigen Gespräche führen und von dir wertvolle Ratschläge erhalten kann.

Quelle: Geistliche Übungen VII, EOS-Verlag St. Ottilien 2008, S. 137–138

Tagesevangelium – 07.08.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 15,21-28

Hier zum Nachhören

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab ihr keine Antwort. Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befreie sie von ihrer Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt. Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen. Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen. Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 6. August

Hl. Hermann – Propst in Scheda

* 1110 in Köln
† 6. August 1173 in Scheda

In Köln am Rhein wohnte ein reicher Jude, dessen Sohn Judas in seinem 13. Lebensjahr einen seltsamen Traum hatte, den sein Verwandter Isaak dahin auslegte, dass ihm eine schöne, reiche Frau, viel Reichtum und Ehre zuteil werde.

Während der Kaiser zu Mainz Hof hielt, kam auch der zwanzigjährige Judas dorthin. An ihn wandte sich der Bischof Egebert von Münster, um von ihm eine Summe Geldes zu leihen. Der Jude gab ihm einen Vorschuss gegen Handschein, aber seine Verwandten sahen den Handschein nicht als hinreichende Sicherheit an und veranlassten den Judas, dem Bischof nach Münster zu folgen. Damit aber sein Glaube im Verkehr mit dem bischöflichen Hof nicht gefährdet werde, gab man ihm einen gewissen Baruch als Begleiter mit. Während seines mehrmonatlichen Aufenthaltes in Münster stieg in Judas der Zweifel auf, ob sein Glaube auch der rechte sei. Um die christliche Religion kennen zu lernen, besuchte er fleißig die Predigten im Dom und unterredete sich mit dem Abt Robert von Deutz, der eben in Münster verweilte. Mehr und mehr fielen ihm die Schuppen von den Augen. Auch die schönen Beispiele der Frömmigkeit und Tugend, die ihm in der Bischofsstadt vielfach begegneten, ergriffen sein Gemüt und flößten ihm Verehrung der christlichen Religion ein. Als er einst bei dem Hausverwalter des Bischofs war, setzte der ihm Speisen von der bischöflichen Tafel vor und begnügte sich selbst mit Brot und Wasser. Ein solcher Verzicht rührte den Judas sehr. Mit Unwillen bemerkte der alte Baruch die Umwandlung im Geist seines Stammesgenossen und bedrohte ihn mit Anzeige bei seiner Familie.

Als der Bischof nach Kappenberg reiste, begleitete ihn Judas. Hier sah er das prächtige Schloss des alten Grafengeschlechts in ein armes Kloster umgewandelt. Wo sonst Spiel und Sang und Festgelage fröhliche Genossen vereinten, herrschte jetzt klösterliches Schweigen, nur unterbrochen durch Lobgesänge zur Ehre des Allerhöchsten, wo sonst glänzende Waffenrüstungen prunkten, sah man nur asketische Gestalten in weißem Habit. Der junge Graf Gottfried, die Blüte der westfälischen Ritterschaft, kniete betend am Altar, oder predigte mit glühender Begeisterung das Wort Gottes, oder verrichtete die niedrigsten Dienste. Ein solcher Anblick übte einen überwältigenden Einfluss auf Judas. Er betete und sein Gebet zog die Gnade Gottes reichlich auf ihn herab.

Nach Köln zurückgekehrt, wurde Judas von Baruch sehr unfreundlich empfangen. Als der aber nach vierzehn Tagen starb, konnte er ungehinderter dem Gebet, Fasten und Studieren obliegen. Die Juden schöpften Verdacht und drangen in ihn, dass er entweder heiraten oder aus der Synagoge verstoßen werden solle. Judas ließ sich einschüchtern, heiratete eine Jüdin und lebte drei Monate lang in ehelichen Freuden, ohne sich um die göttlichen Wahrheiten zu kümmern. Dann ergriff ihn die Gnade abermals mächtig. Laut bekannte er seinen Irrtum und die Sehnsucht, Christ zu werden, flammte neu in ihm auf. Als er nach Mainz reiste, um seinen kleinen Bruder zu besuchen, schickten die Kölner Juden ihm heimlich einen Boten voran mit einem Brief an die Mainzer jüdische Gemeinde, dass sie nach der ganzen Strenge ihrer Satzungen mit Judas verfahren möchten. Der aber holte den Boten ein, nahm ihm den Brief ab und entging so dem drohenden Geschick.

Unerschütterlich stand jetzt der Entschluss bei Judas fest, den christlichen Glauben anzunehmen, unbekümmert um die großen Gefahren, die ihm drohten. Seinen kleinen Bruder brachte er in einem Kloster in Sicherheit, und begab sich dann selbst in ein anderes Kloster, um sich dort gründlich in der katholischen Religion unterrichten zu lassen. Dann empfing er in seiner Vaterstadt angesichts der ganzen jüdischen Bevölkerung das heilige Sakrament der Taufe. Fast die ganze Geistlichkeit und Bürgerschaft nahm an der Festlichkeit teil. In der Taufe erhielt Judas den Namen Hermann.

Hermann sehnte sich nach der Einsamkeit eines Klosters, um sich ganz dem Herrn zum Opfer zu bringen. Was er zu Kappenberg gesehen und gehört, hatte ihn mächtig ergriffen, seinen Verstand erleuchtet und seinen Entschluss, Christ zu werden, befestigt. Dort wollte er gern für die Ehre Gottes wirken und seine Vervollkommnung unter der Leitung der ehrwürdigen Brüder Gottfried und Otto von Kappenberg anstreben. Er klopfte dort an die Klosterpforte und fand Aufnahme als Novize. Hier nahm er täglich an Frömmigkeit und Wissenschaft zu, so dass man ihn zur Priesterwürde zuließ.

Um jene Zeit wurde das Schloss Scheda in der westfälischen Mark in ein Kloster umgewandelt. Ritter Boland von Ardei hatte dort bereits eine Kapelle zu Ehren des heiligen Severin erbaut. Seine Witwe Wiltrud übergab ihr Schloss dem Prämonstratenserorden zu einem Kloster, und ihre drei Söhne willigten ein. Von Kappenberg zog eine Kolonie dorthin. An die Spitze der Ordensleute wurde Hermann gestellt, der sich durch hohe Tugenden, tiefe Frömmigkeit und gründliche Wissenschaft vor allen anderen auszeichnete. Als erster Abt von Scheda wirkte er mit verdoppeltem Eifer für die Ehre Gottes und zum Nutzen seiner Pflegebefohlenen in erbaulichster Weise. Man rühmte an ihm besonders seine Herzenseinfalt und biedere Treue und seinen unermüdlichen Eifer nach Vervollkommnung seiner selbst und seiner Untergebenen. Alle schätzten ihn sehr hoch, und unter der Führung eines so heiligen, gotterleuchteten und seeleneifrigen Abtes konnte es nicht ausbleiben, dass das Kloster Scheda zu hohem Ansehen gelangte.

Hermann starb, fast 90 Jahre alt, und wurde in der Klosterkirche zu Scheda begraben. Unter Abt Grüter (1628) wurden Hermanns Gebeine feierlich erhoben und zur Verehrung ausgesetzt.

 

Hl. Gilbert – Abt in Maria Laach

† 6. August 1152

Gilbert war ab etwa 1127 der erste Abt im 1093 gegründeten Benediktinerkloster Maria Laach in der Eifel.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

06.08.2019 – Fest der Verklärung des Herrn

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444) Bischof und Kirchenlehrer

„Mose und Elija … sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte“

Jesus bestieg den Berg mit den drei Jüngern, die er ausgewählt hatte. Dort wurde er durch ein blendend weißes göttliches Licht verklärt, so dass sogar sein Gewand wie Licht zu strahlen schien. Dann sprachen Mose und Elija, die Jesus umrahmten, miteinander über sein Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte, das heißt über das Geheimnis seiner Menschwerdung und seines heilbringenden Leidens, das sich am Kreuz vollenden sollte. Denn das Gesetz des Mose und die Weissagung der Propheten hatten wahrhaftig im Voraus auf das Geheimnis Christi hingewiesen […] Dieses Erscheinen von Mose und Elija und ihre Unterredung sollten aufzeigen, dass das Gesetz und die Propheten gleichsam die Eskorte unseres Herrn Jesus Christus bildeten, des Herrn, auf den sie hingewiesen hatten. Nachdem sie erschienen waren, schwiegen sie nicht, sondern sprachen von der Herrlichkeit, die dem Herrn in Jerusalem durch sein Leiden und Kreuz, vor allem aber durch seine Auferstehung zuteil werden sollte. Vielleicht wollte der selige Petrus auf dem Berg bleiben, weil er glaubte, nun sei die Königsherrschaft Gottes angebrochen; denn er sagte, dass sie „drei Hütten bauen wollen, er wusste aber nicht, was er sagte“ (vgl. Lk 9,33). Die Zeit für das Ende der Welt war nämlich noch nicht gekommen, und die Heiligen genießen ja nicht schon in der Gegenwart die ihnen verheißene Hoffnung. Denn der hl. Paulus versichert: „Er wird unseren armseligen Leib in die Gestalt seines verherrlichten Leibes verwandeln“ (vgl. Phil 3,21). Da der Heilsplan noch nicht erfüllt war, sondern erst an seinem Beginn stand, konnte Christus, der aus Liebe in die Welt gekommen war, nicht darauf verzichten, für sie leiden zu wollen. Denn er hat die menschliche Natur angenommen, um in seinem Fleisch den Tod zu erleiden und ihn durch seine Auferstehung von den Toten zu vernichten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 06.08.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 17,1-9

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 5. August

Hl. Oswald – König von Northumbrien und Märtyrer

* 604 in Northumbrien in England
† 5. August 642 in Oswestry in England

Oswald war der Sohn des Königs Æthelfrith von Bernicia und dessen Frau Acha von Deira. Nachdem sein Vater bei einem Aufstand getötet wurde, flüchtete er in das von Kolumban dem Älteren gegründete Kloster Hy auf Iona, wo er die Taufe empfing. 634 eroberte er in der Schlacht von Heavenfield mit einem Sieg über den Briten Cadwallon, den König von Gwynedd, die Herrschaft wieder; an dem von Oswald vor dieser Schlacht errichteten Kreuz sollen sich Wunder ereignet haben. Die Briten waren den angelsächsischen Einwanderern nun endgültig unterlegen; Oswald wurde König von Northumbrien und herrschte auch über Briten, Pikten und Schotten.

Oswald führte nun mit Hilfe von Mönchen das Christentum ein. Die Legende berichtet von seiner Krönung, dass das Chrisamöl fehlte; ein Rabe brachte das Öl in kostbarem Gefäß mit versiegeltem Brief, Petrus sende es und habe es selbst geweiht; ein anderer Rabe trug einen Ring herzu. Dieser Rabe vermittelte auch Brief- und Ringtausch mit der Königstochter, die Oswald nach schwerem Kampf mit ihrem heidnischen Vater heimführen und heiraten konnte.

Als Missionsmittelpunkt gründete Oswald zusammen mit Bischof Aidan 635 das Kloster Lindisfarne. Die Legenden erwähnen besonders Oswalds Mildtätigkeit: Bei einem Gastmahl wurde ihm berichtet, dass Arme um Gaben bittend vor dem Tore stehen – er ließ alle Speisen hinausreichen und zerstückelte die silberne Platte, auf der sie angerichtet waren, um auch noch diese Stücke verteilen zu können. Oswald starb im Kampf mit dem heidnischen König Penda von Mercien in der Schlacht bei Maserfield im heutigen Oswestry. Dieser ließ den königlichen Leichnam verstümmeln und so zur Schau stellen.

Oswalds Kopf wurde auf dem Friedhof in Lindisfarne beigesetzt. Seine Hände und Arme kamen nach Bamburgh, wo der rechte Arm in einem Silberschrein gemäß einer Prophezeiung von Aidan niemals verweste. Der verstümmelte Leichnam wurde dem Kloster Bardney übergeben, wo ihn die Mönche erst einließen, als eine Lichtsäule auf wunderbare Weise über ihm erschien. Hier ereigneten sich viele Wunder. König Offa von Mercien ließ das Grab schmücken. 909 wurden Oswalds Überreste von Bardney nach Gloucester überführt.

Die nach Zentraleuropa ausgesandten Missionare aus dem Kloster Lindisfarne verbreiteten hier sein Andenken. Willibrord bezeugte Oswalds Ruhm und Wunder in Irland und Friesland. Viele Reliquien werden in Kirchen auf dem Festland aufbewahrt, so in Bergues, wo der Mönch Drogo im 11. Jahrhundert eine Lebensgeschichte verfasste. Verehrung erfuhr Oswald auch in Süddeutschland, wo ihn mittelhochdeutsche Dichtungen priesen. Eine bedeutende Reliquie befindet sich in Hildesheim. In den Alpenländern gilt Oswald als Nothelfer und gehört zu den Wetterherren: je nach Wind an seinem Jahrestag richten sich Ernte und Aussaat.

Eine ausführliche Lebensgeschichte verfasste Beda und schildert Oswald als mustergültigen König und königlichen Heiligen. Reginald von Durham ergänzte Beda um einige legendarische Einzelheiten, so die Wunder am Todesort Oswestry.

 

Hl. Dominika – Mystikerin

* 8. September 1473 in Paradiso bei Florenz
† 5. August 1553 in Santa Croce bei Florenz

Dominika war eine Stifterin, machte mystische Erfahrungen und erlebte 1496 die Stigmatisierung.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

05.08.2019 – Montag der 18. Woche im Jahreskreis

Hl. Hilarius (315-367) Bischof von Poitiers und Kirchenlehrer

„Er blickte zum Himmel auf und sprach den Lobpreis“ (vgl. Mt 14,19)

Denn nachdem der Herr die fünf Brote genommen hatte, richtete er seinen Blick gegen den Himmel, und bekannte selbst die Ehre dessen, von dem er war; nicht als wenn es nötig gewesen wäre, den Vater mit fleischlichen Augen zu schauen, sondern auf dass die Anwesenden erkennen möchten, von wem er eine solche Wunderkraft empfangen hatte. Hierauf gibt er die Brote den Jüngern. Nicht die fünf werden in mehrere vervielfältigt; sondern Stücke kommen auf Stücke, und täuschen immer bei dem Brechen die Brechenden. Der Stoff nimmt dann zu […] Wundere dich nicht, dass Quellen fließen, dass Trauben an den Weinstöcken hängen, dass aus den Trauben Wein sich ergießt, und dass alle Schätze der Welt in einem jährlich wiederkehrenden und unermüdeten Gange zufließen; denn den Urheber dieses Weltalls gibt die so große Vermehrung der Brote zu erkennen, damit durch diesen vermittelst einer solchen Vermehrung das Maß des behandelten Stoffes beigefügt würde. Denn in dem sichtbaren Werk wird ein unsichtbares Walten vollbracht: und der Herr der himmlischen Geheimnisse bewirkt das Geheimnis des gegenwärtigen Werkes. Aber die Macht des Wirkenden übertrifft alle Natur, und die Beschaffenheit der Macht übersteigt die Erkenntnis der Tatsache, und nur die Bewunderung der Macht bleibt übrig.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 05.08.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 14,13-21

In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden war, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren. Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät geworden. Schick doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns. Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 4. August

Hl. Johannes Maria Vianney – Pfarrer von Ars

* 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon in Frankreich
† 4. August 1859 in Ars-sur-Formans bei Lyon in Frankreich

Der heilige Pfarrer von Ars wurde am 8. Mai 1786 in der Nähe von Lyon geboren. Seine Jugend fällt also in die Zeit der Französischen Revolution. Die erste hl. Kommunion empfing er bei verschlossenen Fensterläden in seinem Elternhaus. Johannes Maria war „von Natur aus fromm“, schon als Kind spielte er gern Priester und hielt kleine Predigten. Zunächst arbeitete er auf dem Bauernhof seiner Eltern, doch er wollte Priester werden.  Die Erlaubnis dazu musste er seinem Vater abringen. Mit 19 Jahren begann er schließlich zu studieren. Das Lernen fiel ihm, der nun mit viel Jüngeren auf der Schulbank sitzen musste, schwer.  Auch das Studium (in Latein!) war hart für ihn; abstrakte Theorien wollten einfach nicht in seinen Kopf. Er mühte sich und quälte sich, um sein Ziel zu erreichen. Pfarrer M. Balley, der ihm schon zu Anfang Privatstunden gegeben hatte, um ihn vorzubereiten, half ihm, so gut es ging. Nur wegen seiner großen Frömmigkeit wurde Johannes Maria Vianney, der ein priesterliches Vorbild für alle künftigen Generationen werden sollte, schließlich zum Priestertum zugelassen (1815). Es waren nicht intellektuelle Fähigkeiten, sondern eine mächtige Geisteskraft ganz anderer Art, die ihn zu dem werden ließ, der er schließlich geworden ist. Als ein Mitbruder einem Bischof sagte, der Pfarrer von Ars gelte als „reichlich ungebildet“, antwortete dieser: „Ob er ungebildet ist oder nicht, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass der Heilige Geist Wert darauf legt, ihn zu erleuchten.“

Zunächst wurde er Kaplan bei seinem Lehrer Balley, einem ebenfalls heiligmäßigen Mann, in Ecully. Schon damals strömten die Menschen in die Kirche, um Vianney zu hören, obwohl er angeblich nicht sehr redegewandt war, und es bildeten sich Schlangen vor seinem Beichtstuhl. Man fühlt sich an Paulus erinnert, dessen Botschaft und Verkündigung „nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte“ war, sondern „mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden“ (1 Kor 2,4). Doch beim Tod von Balley wurde nicht er, wie die Gemeinde es wünschte, sein Nachfolger, sondern er wurde nach Ars versetzt, ein Dorf ohne Pfarrer, in dem das Glaubensleben darniederlag; die Kirche war verwahrlost, der Tabernakel leer. Vianney war entschlossen, das Dorf zu Gott zurückzuführen, einerseits durch Ermahnung, andererseits durch Buße – die er selbst tat! Als erstes verschenkte er bis auf Weniges alle Einrichtungsgegenstände des Pfarrhauses, schlief auf einem Brett, geißelte sich, fastete bis zum körperlichen Zusammenbruch. Um Mitternacht stand er auf und betete in der Kirche, bis es Zeit für die Morgenmesse war. Sein Beispiel und seine Predigten, die eben nicht aus klugen Theorien bestanden, sondern aus seiner bedingungslosen Frömmigkeit und seiner Menschenliebe gespeist waren, zogen die Menschen an. Sie kehrten zum Glauben zurück, sie kamen zur Messe, zur Beichte, zum Gebet, sie unterstützten ihn bei seinen Werken der Frömmigkeit und Barmherzigkeit.  Bei Tag und Nacht war er als Beichtvater, Prediger und Seelenführer tätig. Persönlich war er bedürfnislos, aber für Gott war ihm nichts gut genug. Seine eigene Soutane trug er ein ganzes Leben, bis sie buchstäblich zerfiel, aber für die Feier der Eucharistie suchte er die schönsten Messgewänder zu bekommen; der Kirche verschaffte er einen neuen Hochaltar und schmückte sie schön aus.

Der Ruf seiner Heiligkeit verbreitete sich, von nah und fern kamen die Menschen, einfache und intellektuelle, bekannte und unbekannte, reiche und arme, und selbst Bischöfe reihten sich geduldig in die Schlange der Wartenden ein. Nicht selten saß er 16-18 Stunden im Beichtstuhl. Oft wurde er nachts in seinem spärlichen Schlaf von seltsamen Phänomenen geplagt, fürchterlichen Geräuschen und Gebrüll, aber auch tätlichen Angriffen. Er identifizierte sie als satanische Angriffe, und seine Erfahrung zeigte ihm, dass das immer dann geschah, wenn ein großer Sünder auf dem Weg zu ihm war, um sich zu bekehren. Aber auch die Erziehung und Bildung der Kinder und Jugendlichen und die Waisen lagen ihm am Herzen; für sie gründete er Schulen und ein Heim und mühte sich unermüdlich um den Unterhalt dieser Einrichtungen.  Dabei fühlte er, der eine große Ehrfurcht vor dem Priestertum hatte, sich in seinem Beruf immer wieder unsicher und wäre gern in einen kontemplativen Orden eingetreten, traf gelegentlich auch Anstalten dazu, aber die Sorge um seine Gemeinde behielt immer die Oberhand. In den letzten Monaten seines Lebens, er war schon sehr schwach und krank, kamen 100 000 Pilger nach Ars. Bis fünf Tage vor seinem Tod predigte er und hörte Beichte.

Seinen Tod Anfang August hatte er vorausgesagt, aber nicht einmal auf seinem Sterbebett hatte er die Ruhe und Stille, die er sich immer gewünscht hatte. Die Menschen umringten ihn und verlangten seinen Segen.

Am 18. Januar 1905 wurde er seliggesprochen. Am 31. Mai 1925 sprach Papst Pius XI. ihn heilig und erklärte ihn zum Patron der Priester.

„Der Mensch ist so groß, dass nichts auf der Erde ihm genügen kann. Nur wenn er sich Gott zuwendet, ist er zufrieden. Zieh einen Fisch aus dem Wasser: er wird nicht leben können. Das ist der Mensch ohne Gott.“ (Johannes Maria Vianney, zitiert nach dem Schott-Messbuch)

 

Hl. Rainer von Spalato – Erzbischof von Spalato

* in Italien
† 4. August 1180 am Berg Mosor bei Spalato, dem heutigen Split in Kroatien

Rainer war Kamaldulensermönch im Kloster Fonte Avellana bei Frontone. 1154 wurde er Bischof von Cagli. Nach Differenzen mit seinem Klerus wurde er 1175 nach Spalato – dem heutigen Split in Kroatien – versetzt.

In diesem Amt begleitete Rainer Papst Alexander III. nach Venedig, nahm am 3. Laterankonzil teil und reiste nach Konstantinopel – dem heutigen Ístanbul -, um beim Kaiser die Interessen der Stadt Spalato und der kirchlichen Besitztümer zu vertreten.

Von Gegnern aus der kroatischen Familie Kacic wurde Rainer gesteinigt.

Rainer wurde in der Benediktkirche in Spalato bestattet, Anfang des 19. Jahrhunderts wurden seine Gebeine in den Dom von Split überführt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria