Archiv des Autors: admin

Gefeiert am 19. Juni

Hl. Romuald – Abt in Camaldoli und Ordensgründer

* 952 bei Ravenna in Italien
† 19. Juni 1027 im Kloster Valdicastro bei Poggio San Romualdo nahe Fabriano in Italien

Romuald soll der langobardischen Herzogsfamilie der Onesti entstammen; er wurde 952 in Ravenna geboren. Mit zwanzig Jahren war er Zeuge, wie sein Vater bei einer Fehde einen Adeligen erschlug. Dar­auf trat er als Mönch in S. Apollinare in Classe bei Ravenna ein. Die­ses Kloster war aber seinem Bußeifer nicht streng genug, deshalb schloss er sich um 974 dem Eremiten Marinus an und zog 978 mit diesem und dem Dogen Pietro I. Orseolo in die französischen Pyrenäen, wo er im Kloster St.-Michel seine eigentliche monastische Bildung erhielt. 988 kehrte Romuald nach Italien zurück. Predigend zog er von einem Ort zum andern. Er kam auch nach Monte Cassino, wo er aber mit seinem harten Reformeifer wenig Anklang fand. Schließlich gründete er in Mittelitalien das Kloster Camaldoli (1012), das Stammkloster des Kamaldulenserordens. Der strenge Mann übte eine erstaunliche Anziehungskraft aus. In seiner Gründung versuchte er eine Verbindung des Einsiedlerlebens mit dem Gemeinschaftsleben, wie sie auch in der Regel Benedikts vorgesehen ist. Romuald starb 1027. Der hl. Petrus Damiani hat sein Leben beschrieben.

Zur Freude geschaffen

„Wenn ich das Leben der Heiligen lese, geht es mir durch Mark und Bein; und wenn ich sehe, was ich tue, möchte ich vor Scham und Schmerz vergehen.“

„Gott hat den Menschen nicht zum Elend und zur Qual geschaffen, sondern zur Freude, aber zu einer Freude, die aus christlicher Gesinnung und Tugend quillt.“ (Romuald)

 

Hl. Andreas Bauer – Ordensmann, Missionar, Märtyrer

* 1866 in Gebweiler, heute Guebwiller im Elsass in Frankreich
† 9. Juli 1900 in Taeyuen-fu in China

Andreas Bauer wurde Laienbruder der Franziskaner. Er wirkte als Missionar im Norden von Schansi / Shanxi in China und wurde beim Boxer-Aufstand im Gefängnis zusammen mit zahlreichen anderen Christinnen und Christen ermordet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

19.06.2019 – Mittwoch der 11. Woche im Jahreskreis

Hl. Theresia Benedicta a Cruce (Edith Stein) 1891-1942 Karmelitin, Märtyrerin

„Wenn du betest, geh in deine Kammer“

In den seligen Geistern, die in die Einheit des innergöttlichen Lebens eingegangen sind, ist alles eins: Ruhe und Tätigkeit, Schauen und Wirken, Schweigen und Reden, Lauschen und Sich-mitteilen liebend-empfangende Hingabe und Ausströmen der Liebe im dankenden Lobgesang. Wir bedürfen der Stunden, in denen wir schweigend lauschen und das göttliche Wort in uns wirken lassen, bis es dahin drängt, im Opfer des Lobes und im Opfer der Tat fruchtbar zu werden. Wir bedürfen der überlieferten Formen und der Teilnahme am öffentlichen und verordneten Gottesdienst, damit das innere Leben geweckt und in den rechten Bahnen bewahrt bleibe und damit es einen angemessenen Ausdruck finde. Das feierliche Gotteslob muss seine Heimstätten auf Erden haben, wo es zur höchsten Vollendung ausgebildet wird, deren Menschen fähig sind. Von hier aus kann es für die ganze Kirche zum Himmel aufsteigen und auf die Glieder der Kirche einwirken: inneres Leben wecken und zum äußeren Einstimmen aneifern. Aber es muss von innen her belebt sein dadurch, dass auch an diesen Stätten der schweigenden Vertiefung Raum gegönnt wird. Sonst würde es zu starrem und totem Lippendienst entarten. Und den Schutz gegen diese Gefahr gewähren die Heimstätten des inneren Lebens, wo die Seelen in Einsamkeit und Schweigen vor Gottes Angesicht stehen, um im Herzen der Kirche die alles belebende Liebe zu sein.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 19.06.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 6,1-6.16-18

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 18. Juni

Hl. Potentinus von Steinfeld – Märtyrer

* in Aquitanien in Frankreich
† im 4. Jahrhundert in Karden an der Mosel

Die Legende des 9. Jahrhunderts schildert Potentius als einen adeligen Aquitanier, der mit seinen Söhnen Felicius und Simplicius heilige Stätten aufsuchte. Von Bischof Maximin in Trier freundlich aufgenommen, ließ er sich von diesem einen geeigneten Platz nennen, an dem er ein Gott geweihtes Leben führen könne. Maximin wies ihn nach Karden an der Mosel zu Kastor, wo er mit seinen Söhnen bis zu seinem Tode blieb.

Die spätere, romanhafte Legende des 14. Jahrhunderts macht Potentius zum Sohn eines heidnischen Frankenkönigs. Christ und Diakon geworden, dann zum Bischof von Paderborn gewählt, bemühte er sich, seine inzwischen ebenfalls Christin gewordene Schwester aus ihrer heidnischen Umgebung herauszuführen, wurde von den Heiden mit Pfeilschüssen durchbohrt, dann enthauptet und starb so den Märtyrertod.

Potentius‘ und seiner Söhne Gebeine kamen im 10. Jahrhundert nach Steinfeld in der Eifel, sein Schrein aus dem 13. Jahrhundert ist heute im Louvre in Paris zu sehen.

 

Hl. Amandus von Bordeaux – erster Bischof von Bordeaux

† 432

Amandus war der Überlieferung nach der erste Bischof von Bordeaux.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

18.06.2019 – Dienstag der 11. Woche im Jahreskreis

Hl. Cäsarius von Arles (470-543) Mönch und Bischof

„Liebt eure Feinde“

Bei all den Werken wahrer, vollkommener Nächstenliebe, von denen ich zu euch spreche, wird nichts mit den Händen oder den Füßen gemacht – also kann niemand behaupten, er sei dazu nicht in der Lage oder er sei gebrechlich. […] Niemand kann sich hier auf glaubwürdige Weise herausreden und sagen, er könne diese Ratschläge nicht umsetzen. Denn es wird dir ja nicht gesagt: „Faste strenger als du kannst, bleib nachts länger wach, als es deine Kräfte erlauben“ […]; du bist nicht verpflichtet, all dein Hab und Gut zu verkaufen und alles den Armen zu geben, noch jungfräulich zu bleiben. […] Wer all das kann, der möge Gott dafür danken. Und wer das nicht kann, der bewahre die wahre Nächstenliebe, und mit ihr wird er alles besitzen, denn die Liebe genügt, auch ohne all diese guten Werke. Aber diese guten Werke ohne die Liebe sind zu nichts nütze. Deshalb sage ich euch das alles immer wieder, geliebte Brüder, damit ihr immer besser verstehen könnt, dass keiner geltend machen kann, die Gebote Gottes nicht erfüllen zu können. […] Bewahrt euch also das sanfte und heilsame Band der Liebe, ohne dass der Reiche arm und mit dem der Arme reich ist. Was besitzt denn der Reiche, wenn er die Liebe nicht hat? […] Und da, wie der Evangelist Johannes sagt, „Gott die Liebe ist“ (vgl. 1 Joh 4,8), was kann denn dem Armen fehlen, wenn er durch die Liebe verdient, Gott zu besitzen? […] Liebt also, geliebte Brüder, und bewahrt die Liebe; ohne die niemand Gott je sehen wird.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 18.06.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,43-48

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Zur Lage der Kirche unter Papst Franziskus

Erzbischof Carlo Maria Viganò findet in seinem Interview mit der Washington Post klare Worte über die Existenz einer „Homo-Mafia“ in der Kirche, nicht zuletzt auch unter den Bischöfen. Sie „sabotiert“ alle Bemühungen, die sexuelle Korruption, den Mißbrauch und die Glaubwürdigkeitskrise zu überwinden.

Ein außergewöhnliches Dokument – zur Lage der Kirche unter Papst Franziskus

Von Professor Roberto de Mattei

Das ausführliche Interview, das Erzbischof Carlo Maria Viganò den Journalisten Chico Harlan und Stefano Piterelli gab und von der Washington Post am 10. Juni veröffentlicht wurde („Archbishop Carlo Maria Viganò gives his first extended interview since calling on the pope to resign“), ist aus mehrerlei Gründen von außergewöhnlicher Bedeutung.

Der erste und wichtigste Grund ist, daß dieses Interview das völlige Scheitern der vatikanischen „Schweigestrategie“ offenlegt, die zu den detaillierten Anschuldigungen des ehemaligen Nuntius in den USA eingenommen wurde. Die Verantwortlichen der Vatikanmedien waren überzeugt, daß die Enthüllungen von Msgr. Viganò auf ein Nischenpublikum begrenzt werden könnten, das bereit sein werde, sie nach einem Moment des Gefühlsausbruchs wieder zu vergessen. Dem ist aber nicht so.

Die Washington Post ist mit Millionen von Lesern eine der meistgelesenen und einflußreichsten Tageszeitungen des Planeten. Das Interview des Erzbischofs war fast drei Tage der am zweithäufigsten gelesene Artikel des Internetauftritts der Zeitung. Die Stimme von Msgr. Viganò fand weltweites Gehör und zerbröselte die Schweigemauer. Sein Zeugnis kann nicht mehr ignoriert oder heruntergespielt werden.

Der zweite Grund, mit dem ersten verbunden, besteht darin, daß die Washington Post Msgr. Viganò als Zeitzeugen anerkennt, dessen Glaubwürdigkeit nicht in Zweifel gezogen werden kann. Der Erzbischof geht nicht auf theologische Probleme ein, die durch Dokumente wie Amoris laetitia aufgeworfen wurden, sondern beschränkt sich darauf, Fakten zu berichten, die er aus erster Hand kennt:

die Existenz einer „korrupten Mafia“, die „die Kontrolle über viele Institutionen der Kirche übernommen hat, von oben nach unten, und die Kirche und die Gläubigen für ihre unmoralischen Zwecke mißbraucht“.

Diese Mafia „ist nicht durch sexuelle Intimität verbunden, sondern durch ein gemeinsames Interesse, sich gegenseitig zu schützen und beruflich voranzubringen“, und alle Bemühungen „zu sabotieren“, die sexuelle Korruption in der Kirche zu beseitigen.

Auf die ungeschickten Versuche der vatikanischen Medien, ihn zu diskreditieren, indem ihm Machtambitionen unterstellt werden, antwortet Msgr. Viganò:

„Meine Motive sind jedenfalls nicht der entscheidende Punkt und entsprechende Fragen daher eine Ablenkung. Die wirklich wichtige Frage ist, ob mein Zeugnis wahr ist. Das bekräftige ich und fordere Untersuchungen, damit die Fakten ans Licht kommen können. Leider waren jene, die meine Beweggründe bezweifelten, nicht bereit, offene und gründliche Ermittlungen durchzuführen.“

Mit diesen Worten zeigt der Erzbischof eine Liebe für die Wahrheit, die ihn auch daran hindert, eventuelle Fehler der Vorgänger von Papst Franziskus zu billigen. Damit fallen auch die entsprechenden Anspielungen und Unterstellungen in sich zusammen, mit denen versucht wurde, wie durch Vatican Insider nach der Veröffentlichung des Interviews, ihn gegen Benedikt XVI. und Johannes Paul II. zu vereinnahmen. Msgr. Viganò antwortete bereits präventiv und auf sehr ausgewogene Weise:

„Ich möchte aufrichtig, daß alle Dokumente, sofern sie nicht bereits zerstört wurden, freigegeben werden. Es ist schon möglich, daß dadurch das Ansehen von Benedikt XVI. und des heiligen Johannes Paul II. beschädigt werden könnten, aber das ist kein guter Grund, um die Wahrheit nicht zu suchen. Benedikt XVI. und Johannes Paul II. sind auch Menschen und können Fehler gemacht haben. Sollte das der Fall sein, wollen wir diese kennen. Warum sollten sie verborgen bleiben? Wir alle können aus unseren Fehlern lernen. Ich selbst bedaure es, nicht schon früher öffentlich gesprochen zu haben. Wie bereits gesagt, hoffte ich wirklich gegen jede Hoffnung, daß die Kirche sich in ihrem Inneren erneuern könnte. Als aber offensichtlich wurde, daß der Nachfolger des Petrus selbst einer von jenen ist, die Verbrechen gedeckt haben, hatte ich keine Zweifel mehr, daß der Herr von mir verlangte, zu sprechen, wie ich es dann getan habe und auch weiterhin tun werde.“

Ein zentraler Punkt des Interviews ist die wiederholt geäußerte Überzeugung, daß die Homosexualität – und die ausgebliebene Antwort des Vatikans – ein fundamentaler Teil des derzeitigen Problems der Kirche im Umgang mit dem sexuellen Mißbrauch ist. Dem Interviewer, der fragt: „Können Sie mit der größtmöglichen Klarheit erklären, in welchem Zusammenhang ihrer Ansicht nach die Homosexualität mit dem Mißbrauch steht?“, antwortet Msgr. Viganò:

„Halten wir zwei Bereiche auseinander: 1. die Verbrechen des sexuellen Mißbrauchs und 2. die kriminelle Vertuschung der sexuellen Mißbrauchsverbrechen. In der Kirche von heute haben in den allermeisten Fällen beide eine homosexuelle Komponente, die in der Regel heruntergespielt wird, aber der Schlüssel zur Krise ist.

Was den ersten Bereich betrifft: Die homosexuellen Männer suchen bevorzugt männliche Jugendliche und junge Erwachsene als Sexualpartner. Rund 80 Prozent der Opfer sind männlich, der weitaus größte Teil davon männlich im post-pubertären Alter. […] Es sind keine Pädophilen, sondern homosexuelle Priester, die Jagd auf post-pubertäre, männliche Jugendliche machten, die US-amerikanische Diözesen in den Konkurs getrieben haben.

Was den zweiten Bereich betrifft: Die ‚Homo-Mafia‘ unter den Bischöfen ist untereinander nicht durch sexuelle Intimität verbunden, sondern durch ein gemeinsames Interesse, sich gegenseitig zu schützen und in der Karriere voranzubringen sowie jede Reformanstrengung zu sabotieren.“

Angesichts „der erdrückenden Beweise ist es  mehr als erstaunlich, daß das Wort ‚Homosexualität‘ in keinem der jüngsten, offiziellen Dokumenten des Heiligen Stuhls, einschließlich der beiden Familiensynoden, der Jugendsynode und des Anti-Mißbrauchsgipfels vom vergangenen Februar, auch nur ein einziges Mal aufgetaucht“.

Der Fall McCarrick

Es gibt noch einen weiteren Punkt des Interviews, der es verdient, unterstrichen zu werden: Die Beurteilung der Laisierung von Kardinal Theodore McCarrick durch Msgr. Viganò. Diese Strafe, so der ehemalige päpstliche Nuntius, „war, soweit man es sagen kann, eine gerechte Strafe, aber es gibt keinen berechtigten Grund, warum sie nicht bereits vor fünf Jahren und nach einem ordentlichen Gerichtsverfahrens verhängt wurde“.

Gegen McCarrick war nämlich nicht mit einem Gerichtsverfahren vorgegangen worden, sondern auf dem Verwaltungsweg. Es fällt schwer, nicht davon auszugehen, daß damit „die öffentliche Meinung manipuliert“ werden sollte:

„An McCarrick als Sündenbock ein Exempel zu statuieren – es war das erste Mal in der Kirchengeschichte, daß ein Kardinal in den Laienstand zurückversetzt wurde –, hätte das Narrativ gestützt, daß Papst Franziskus entschlossen ist, den Kampf gegen den sexuellen Mißbrauch im Klerus durchzuziehen.“

Viganò führt dazu weiter aus:

„Laut einer Erklärung des Presseamtes des Heiligen Stuhls vom 16. Februar 2019 wurde McCarrick von der Glaubenskongregation schuldig gesprochen, das Bußsakrament mißbraucht und mit Minderjährigen und Erwachsenen gegen das Sechste Gebot verstoßen zu haben mit dem erschwerenden Umstand des Machtmißbrauchs. Die verhängte Strafe ist die Laisierung, die Papst Franziskus als ‚definitiv‘ bestätigte. Auf diese Weise wurde McCarrick, der selbst immer seine Unschuld beteuerte, der Möglichkeit beraubt, das Urteil anzufechten. Ist das ein gerechter Prozeß? Macht man es so im Vatikan? Indem er das Urteil für definitiv erklärte, machte der Papst auch weitere Ermittlungen unmöglich, die ans Licht bringen hätten können, wer an der Kurie und anderswo vom Mißbrauch McCarricks wußte, wann er es wußte, und wer ihm geholfen hat, zum Erzbischof von Washington ernannt und schließlich zum Kardinal kreiert zu werden. Man beachte unter anderem, daß die Veröffentlichung der Dokumente zu diesem Fall, die versprochen worden war, nie erfolgt ist. Der grundlegende Punkt ist: Papst Franziskus versteckt willentlich die Beweise zu McCarrick.“

„Betrachten wir aber die viel wichtigere geistliche Dimension, die in keiner Erklärung zum Fall McCarrick oder zum Mißbrauchsgipfel vorkommt. Der Hauptzweck der Sanktionen in der kanonischen Rechtsordnung sind Reue und Umkehr: ‚Suprema ratio est salus animarum‘. Ich denke daher, daß die bloße Laisierung völlig ungenügend ist, weil sie keine Abhilfe schafft und keine Sorge im Sinne des Hauptzwecks der Strafe zum Ausdruck bringt, nämlich dem Seelenheil von McCarrick. Ohne andere Maßnahmen könnte die bloße Laisierung sogar als Ausdruck der Verachtung für den Laienstand gesehen werden. Die Idee, daß ein Prälat, der sich schlecht benimmt, damit bestraft wird, daß es laisiert wird, ist eine Form von Klerikalismus.“

„Ich denke auch, und bin nicht der einzige, daß auch die Strafe der Exkommunikation – von der jederzeit losgesprochen werden kann – gegen McCarrick verhängt werden sollte. Als angemessen dosierte Medizin hätte sie verhängt werden sollen, um McCarrick dazu zu bringen, die Verantwortung für seine Sünden zu übernehmen, zu bereuen, sich mit Gott zu versöhnen und dadurch seine Seele zu retten.“

Diese Worte helfen, eine wichtige Frage zu verstehen. Wer heute die Kirche regiert, geht mit dem Kommissar gegen unliebsame Orden vor und mit der Entlassung aus dem Klerikerstand gegen jene, die Probleme in der öffentlichen Meinung verursachen könnten. Die Laisierung wird wie eine „Entlassung“ aus dem „Kirchen-Unternehmen“ verstanden, die auch ohne berechtigen Grund erfolgen kann. Alles erfolgt mit päpstlichem Dekret und ohne die kirchenrechtliche Möglichkeit, dagegen Einspruch zu ergeben. Dabei wird vergessen, daß das Weihesakrament, einmal empfangen, nie endet, weil sein Wesen unauslöschlich ist. Keine Autorität kann den ontologischen Zustand des Priesters, demgegenüber immer Barmherzigkeit zu zeigen ist, auslöschen. Vor allem kann man nicht zu extremen Mitteln wie der Laisierung greifen ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren, in dem es dem Angeklagten möglich sein muß, seine Gründe darzulegen.

Wer keine Gründe anhört, hat vielleicht selbst keine und ist gezwungen, zu lügen, um sein Handeln zu rechtfertigen, wie es bei Papst Franziskus der Fall ist, der über den Mißbrauch durch McCarrick zumindest seit dem 23. Juni 2013 auf dem Laufenden war, als Msgr. Viganò auf eine präzise Frage hin ihn über die Existenz eines umfangreichen Dossiers zu Lasten des US-Kardinals informierte.

Msgr. Viganò ist heute der einzige Bischof, der öffentlich Papst Franziskus als direkten Verantwortlichen der schrecklichen Krise benennt, von der die Kirche heimgesucht wird. Auf die Frage, ob „der Vatikan unter der Leitung von Papst Franziskus angemessene Maßnahmen ergreift, um den schwerwiegenden Mißbrauchsproblemen zu begegnen“, antwortet der Erzbischof:

„Papst Franziskus macht nicht nur fast nichts, um jene zu bestrafen, die sich des Mißbrauchs schuldig gemacht haben, sondern macht absolut nichts, um jene anzuzeigen und der Justiz auszuliefern, die über Jahrzehnte die Mißhandlungen begünstigt und gedeckt haben.“

Und auf die Frage der Interviewer: „Glauben Sie, daß die Forderung nach dem Rücktritt des Papstes, die Aufmerksamkeit von ihrer Botschaft abgelenkt hat?“, sagt er bescheiden, aber entschieden:

„Es wäre besser gewesen, wenn die Frage, die Sie stellen, von einem Punkt her angegangen würde, der in meinem dritten Zeugnis enthalten ist: Ich ersuche, ja flehe den Heiligen Vater an, seinen Pflichten nachzukommen, zu denen er selbst sich verpflichtet hat durch die Übernahme seines Amtes als Nachfolger des Petrus. Er hat den Auftrag übernommen, seine Brüder zu stärken und alle Seelen in der Nachfolge Christi zu leiten, im geistlichen Kampf auf dem Weg des Kreuzes. Er soll seine Fehler zugeben, bereuen, seine Bereitschaft bekunden, dem Auftrag zu entsprechen, der dem Petrus erteilt wurde, und – wenn er sich bekehrt hat – seine Brüder stärken (Lk 22,32).

Quelle: katholisches.info Übersetzung: Giuseppe Nardi Bild: Corrispondenza Romana

Gefeiert am 17. Juni

Hl. Adam Hilarius Albert Chmielowski

Adam Hilarius Albert Chmielowski, wurde am 20. August  1845 in Igolonija im Distrikt Miechów geboren und als Waise zum Studium  nach St.-Petersburg geschickt. Er studierte weiter in Warschau und  Pulawy. Überall war der begabte junge Mann beliebt wegen seiner  Gesinnung, Herzensgüte, Charakterfestigkeit, vor allem aber wegen seines  Mutes. Adam Chmielowski kam nach der polnischen Volkserhebung, bei der  er schwer verwundet wurde, 1865 nach Paris; 1885 kehrte er nach Warschau  zurück. Nach zweijährigem Aufenthalt in der polnischen Heimat ging er  über Paris und Gent schließlich nach München, um dort das Studium der  Malerei an der Kunstakademie zum Abschluss zu bringen. Nach langen  inneren Kämpfen fühlte er sich schließlich berufen, Apostel für den  Dritten Orden des hl. Franziskus zu werden. In Krakau lernte er die Not  der Ärmsten kennen. Entsetzt über deren Notlage stellte der Maler und  Ordensstifter sich in ihren Dienst. Im Jahre 1888 gründete Bruder Albert  die Ordenskongregation der »Brüder im Dritten Orden des hl.  Franziskus«, »Albertiner-Brüder« genannt, und die der »Schwestern im  Dritten Orden des hl. Franziskus«, »Albertiner-Schwestern« genannt.  Bruder Albert lebte bis zu seinem Tod am 25. Dezember 1916 Krakau arm,  innerlich aber reich an Freude und Frieden im Dienst an den Ärmsten nach  seinem Wahlspruch: »Gut sein wie das nahrhafte Brot, das auf dem Tisch  für alle bereitliegt, wenn sie Hunger haben!« Die Seligsprechung  erfolgte am 22. Juni 1983 in Krakau. Johannes Paul II sprach ihn am 12.  November 1989 heilig.

 

Hl. Fulko – Erzbischof von Reims, Märtyrer

† 17. Juni 900

Fulko war Stiftsherr in St.-Omer, 877 wurde er Abt in St.-Bertin, obwohl er kein Mönch war. 883 wurde er zum Erzbischof von Reims ernannt. Er sollte 892 im Auftrag von Papst Stephan V. den Vorsitz auf einer Synode in Worms innehaben, die über den Herrschaftsanspruch von Köln über das Bistum Bremen entscheiden sollte; aufgrund des raschen Todes des Papstes wurde die Synode abgesagt. Fulko verteidigte die Rechte der Kirche gegen weltliche Ansprüche, deshalb wurde er getötet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

17.06.2019 – Montag der 11. Woche im Jahreskreis

Hl. Dorotheos von Gaza (*500) Mönch in Palästina

„Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand“

Im alten Bund hieß es: „Auge für Auge, Zahn für Zahn“ (Ex 21,24). Der Herr aber fordert uns auf, nicht nur geduldig den Schlag dessen hinzunehmen, der uns ohrfeigt, sondern ihm auch noch demütig die andere Wange hinzuhalten. Zweck des Gesetzes war es ja, uns beizubringen, das nicht zu tun, was wir nicht erleiden wollen. Es hinderte uns also daran Böses zu tun, und zwar aus Angst, selber leiden zu müssen. Die Forderung jetzt aber heißt, nein zu sagen zu Hass, Vergnügungssucht, Ehrsucht und anderen schlechten Neigungen […] Durch die heiligen Gebote lehrt uns Christus, wie wir von unseren Leidenschaften frei werden können, um so nicht immer wieder in die gleichen Sünden zu verfallen. Er deckt uns die Ursache auf, die uns zur Missachtung und Übertretung der Gebote Gottes verleitet, und gibt uns so ein Mittel an die Hand, mit dem wir gehorchen und gerettet werden können. Was ist das nun für ein Mittel, und was ist die Ursache der Missachtung? Hört, was unser Herr dazu sagt: „[…] lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29). Damit zeigt er uns kurz und in einem einzigen Wort sowohl die Wurzel und Ursache all unserer Übel auf, als auch sein Heilmittel, die Quelle alles Guten. Er zeigt uns, dass es der Hochmut ist, der uns zu Fall gebracht hat, und dass es uns nur mit der entgegengesetzten Haltung, der Demut, möglich ist, Erbarmen zu finden. Und in der Tat, Hochmut bewirkt Missachtung und Ungehorsam und führt zum Tod; Demut hingegen bringt Gehorsam und das Seelenheil hervor. Ich verstehe darunter echte Demut, nicht bloß eine Demut in Worten und im Verhalten, sondern eine wirklich demütige Grundhaltung des Herzens und des Geistes. Deshalb sagt der Herr: „Ich bin gütig und von Herzen demütig“. Wer also die echte Seelenruhe finden möchte, übe sich in der Demut.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 17.06.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,38-42

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé