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Gemeinschaft möchte kanonische Anerkennung

(Rom) Eine traditionsverbundene Gemeinschaft sucht einen versierten Kirchenrechtler für die kanonische Errichtung einer Mönchsgemeinschaft in Rom.

Der Prior einer monastischen Gemeinschaft wandte sich an die traditionsverbundene Internetseite Messa in Latino mit der Bitte, einen Appell zu veröffentlichen. Die Gemeinschaft der Tradition möchte den Schritt zur kanonischen Anerkennung gehen und sucht dafür einen tüchtigen Kirchenrechtler.

„Aus Sorge wegen der üblichen Verfolgungen durch die üblichen Bischöfe“ bat er, seinen Namen vorerst nicht zu veröffentlichen.

Der Wunsch der Gemeinschaft ist die Gründung eines Mönchsordens in Rom. Dafür sucht sie dringend einen Kanonisten, der bereit ist, ihnen kostenlos zu helfen, da die Gemeinschaft strenger Observanz in größter Armut lebt.

Die Gemeinschaft ist sich bewußt, so Messa in Latino, daß ein solches Unterfangen im herrschenden Klima der „Miserkordia“ fast unmöglich erscheint. Sie vertraut aber gerade deshalb um so mehr auf die Göttliche Vorsehung und nimmt ernst, daß bei Gott „nichts unmöglich“ ist.

Die Angehörigen der Gemeinschaft wünschen sich „die kanonische Erlaubnis, als treue Mönche der Heiligen Mutter Kirche leben und sterben zu können, nahe dem Petersdom und im Schatten Petri“.

Sollte ein Kirchenrechtler bereit sein, der Gemeinschaft zu helfen, kann er sich an die Redaktion von Messa in Latino wenden redazione [a] messainlatino.it

Quelle & Bild: katholisches.info

Michael Jackson: 100-Mio.-Klage gegen Film

Die Missbrauchs-Opfer brechen ihr jahrelanges Schweigen. Die Familie will Ausstrahlung verhindern.

Leaving Neverland – dieser Film über Michael Jackson († 50) soll besonders verstörend sein.

Die Doku zeigt zwei Männer, die schildern, wie sie in ihrer Kindheit vom King of Pop (er starb vor 10 Jahren) sexuell missbraucht worden sind. Wade Robson (jetzt 36) und James Safechuck (40) berichten von Sex-Attacken in geheimen Zimmern, von denen es etliche in der berühmten Neverland Ranch Jacksons geben soll.

„Er hat mich sieben Jahre lang missbraucht“, sagt Robson in die Kamera. Sein Martyrium begann, als er erst sieben Jahre alt war. Bis ins kleinste Detail werden die Übergriffe in aller Brutalität beschrieben. Kritiker waren danach so geschockt, dass sie dazu rieten, Jackson-CDs zu verbrennen.

„Jeder soll sich sein 
eigenes Urteil bilden“

Vertrag. In einer Woche soll Leaving Neverland im US-Bezahlsender HBO ausgestrahlt werden. Mit aller Kraft versuchen nun Michael Jacksons Nachlassverwalter das zu verhindern. Sie fordern außerdem Schadenersatz in der Höhe von 100 Millionen Dollar (88 Mio. Euro). Hintergrund: HBO strahlte 1992 ein Jackson-Konzert aus. Im Vertrag stand, dass der Sänger auf dem Sender niemals kritisiert werden darf.

Reaktion von HBO: „Wir wollen den Film allen zugänglich machen, jeder soll sich ein eigenes Urteil bilden.“

Die Fans brauchten danach Psycho-Betreuung

Vor einem Monat stellte Regisseur Don Reed sein Werk vor. Für die Besucher wurden Psychologen bereitgestellt, so schlimm sind die Anschuldigungen der Opfer. Die Männer beschreiben auf der Leinwand, wie Jackson immer neue Orte suchte, an denen er sich an ihnen vergehen konnte: Pool, versteckte Zimmer, Privat-Kino. Er ließ sogar ein Alarm-System einbauen, damit er nie erwischt werden konnte.

Quelle: oe24 Bild: Screens.

Gefeiert am 25. Februar

Hl. Walburga – Äbtissin in Heidenheim in Franken

* um 710 in Devonshire in England
† 25. Februar 779 (oder 790) in Heidenheim in Mittelfranken in Bayern

Walburga war die Tochter des angelsächsischen Königs Richard und Schwester des hl. Willibald, Bischofs von Eichstätt, und des hl. Wunibald. Sie kam zusammen mit Lioba und Thekla als Missionshelferin von England nach dem Festland. Zuerst war sie in Tauberbischofsheim, dann als Äbtissin in Heidenheim, wo sie nach dem Tod Wunibalds (761) die Leitung des Doppelklosters übernahm. Das Kloster wurde ein Zentrum der christlichen Mission, der Kultur und der Wohltätigkeit. Walburga starb am 25. Februar 779; ihre Reliquien kamen 870 nach Eichstätt (St. Walburg).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

25.02.2019 – Montag der 7. Woche im Jahreskreis

Katechismus der Katholischen Kirche §§ 160–165

„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“

Die Merkmale des Glaubens. Die Freiheit des Glaubens: Damit der Glaube menschlich sei, soll „der Mensch freiwillig durch seinen Glauben Gott antworten“; darum darf „niemand gegen seinen Willen zur Annahme des Glaubens gezwungen werden … Denn der Glaubensakt ist seiner eigenen Natur nach freiwillig“ (DH 10). „[…] Dies aber ist vollendet in Christus Jesus erschienen“ (DH 11). Christus hat wohl zum Glauben und zur Bekehrung eingeladen, aber keineswegs gezwungen […] Die Notwendigkeit des Glaubens: An Jesus Christus und an den zu glauben, der ihn um unseres Heiles willen gesandt hat, ist notwendig, um zum Heil zu gelangen (vgl. z. B. Mk 16,16; Joh 3,36; 6,40). […] Das Ausharren im Glauben: Der Glaube ist ein Gnadengeschenk, das Gott dem Menschen gibt. Wir können dieses unschätzbare Geschenk verlieren. Der heilige Paulus macht Timotheus darauf aufmerksam: „Kämpfe den guten Kampf, gläubig und mit reinem Gewissen. Schon manche haben die Stimme ihres Gewissens missachtet und haben im Glauben Schiffbruch erlitten“ (1 Tim 1,18–19). Um im Glauben zu leben, zu wachsen und bis ans Ende zu verharren, müssen wir ihn durch das Wort Gottes nähren und den Herrn anflehen, ihn zu mehren (vgl. Mk 9,24; Lk 17,5; 22,32). Er muss „in der Liebe wirksam“ (Gal 5,6; vgl. Jak 2,14–26), von der Hoffnung getragen (vgl. Röm 15,13) und im Glauben der Kirche verwurzelt sein. Der Glaube – Beginn des ewigen Lebens: Der Glaube lässt uns schon im Voraus die Freude und das Licht der beseligenden Gottesschau genießen, die das Ziel unseres irdischen Weges ist. Wir werden dann Gott „von Angesicht zu Angesicht“ (1 Kor 13,12), „wie er ist“ (1 Joh 3,2), sehen. Der Glaube ist somit schon der Beginn des ewigen Lebens. […] Jetzt aber gehen wir „als Glaubende … unseren Weg, nicht als Schauende“ (2 Kor 5,7) […] Der Glaube wird von Gott, auf den er sich richtet, erhellt; dennoch wird er oft im Dunkel gelebt. Der Glaube kann auf eine harte Probe gestellt werden. Die Welt, in der wir leben, scheint von dem, was der Glaube uns versichert, oft sehr weit entfernt. Die Erfahrungen des Bösen und des Leidens, der Ungerechtigkeiten und des Todes scheinen der Frohbotschaft zu widersprechen. […] Dann müssen wir uns den Glaubenszeugen zuwenden: Abraham, der „gegen alle Hoffnung voll Hoffnung“ glaubte (Röm 4,18); der Jungfrau Maria, die auf dem „Pilgerweg des Glaubens“ (LG 58) […] und vielen weiteren Zeugen des Glaubens: „Da uns eine solche Wolke von Zeugen umgibt, wollen auch wir alle Last und die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens“ (Hebr 12,1–2).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 25.02.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 9,14-29

In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn. Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen?
Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu.
Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte. Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!
Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück!
Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich. Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 24. Februar

Hl. Matthias – Apostel und Märtyrer

* in Betlehem in Palästina
† 63 in Äthiopien

Über das Leben des Apostels Matthias wissen wir nur, was in der Apo­stelgeschichte steht (Apg 1, 15-25): dass er anstelle des Judas Iskariot zum Apostelkollegium hinzugewählt wurde. Aus der Rede des Petrus ergibt sich auch, dass Matthias zu den Männern gehörte, „die die ganze Zeit mit uns zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und aufgenommen wurde“ (Apg 1, 21-22). Nach der Überlieferung soll Matthias in Äthiopien gewirkt und das Martyrium erlitten haben. Seine Reliquien wurden im Auftrag der Kaiserin Helena nach Trier gebracht; dort werden sie in der Abteikirche St. Matthias verehrt, die im Mittelalter das Ziel vieler Wallfahrten war.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

24.02.2019 – 7. Sonntag im Jahreskreis

Hl. Dorotheos von Gaza (um 500) Mönch in Palästina

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Hätten wir die Liebe in uns, begleitet von Mitleid und Schmerz, so würden wir nicht auf die Fehler des Nächsten achten, gemäß diesem Wort: „die Liebe deckt viele Sünden zu“ (1 Petr 4,8), und jenem: „Die Liebe trägt das Böse nicht nach, sie erträgt alles“ (vgl. 1 Kor 13,5.7). Wenn wir also die Liebe hätten, dann würde die Liebe selbst alle Fehler bedecken und wir wären wie die Heiligen, wenn sie die Fehler der Menschen sehen. Sind die Heiligen etwa blind, so dass sie die Sünden nicht sehen? Aber wer hasst die Sünde so sehr wie die Heiligen? Und doch hassen sie den Sünder nicht, richten ihn nicht, fliehen ihn nicht. Ganz im Gegenteil: sie haben Mitleid, ermahnen ihn, trösten ihn, behandeln ihn wie ein krankes Glied des Körpers; sie tun alles, um ihn zu retten […] Wenn eine Mutter ein behindertes Kind hat, dann wendet sie sich nicht mit Entsetzen von ihm ab, sondern freut sich daran, es gut zu kleiden und tut alles, um es schön zu machen. Genauso beschützen die Heiligen den Sünder immer und bemühen sich darum, ihn im günstigen Augenblick zurechtzuweisen, um zu verhindern, dass er einem anderen schadet, aber auch, um selber in der Liebe Christi voranzuschreiten […] Machen auch wir uns die Nächstenliebe zu eigen; machen wir uns die Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten zu eigen, damit wir uns vor der schrecklichen üblen Nachrede, dem Urteilen und Verachten bewahren können. Helfen wir uns gegenseitig, wie wir es bei unseren eigenen Körperteilen machen würden […] Denn „als Einzelne sind wir Glieder, die zueinander gehören“, sagt der Apostel Paulus (vgl. Röm 12,5); „wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (vgl. 1 Kor 12,26) […] Mit einem Wort: sorgt dafür, dass ihr untereinander eins seid, ein jeder nach seiner Kraft. Denn je mehr man mit dem Nächsten verbunden ist, desto mehr ist man auch verbunden mit Gott.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 24.02.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 6,27-38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Fest Kathedra Petri

BENEDIKT XVI.

GENERALAUDIENZ

Mittwoch, 22. Februar 2006

Liebe Freunde,

meinen herzlichen Willkommensgruß richte ich an euch alle, die ihr euch hier in der Basilika St. Peter versammelt habt, deren Apsis am heutigen Fest der Kathedra des Apostels Petrus besonders schön geschmückt und beleuchtet ist. Vor allem grüße ich euch, liebe Schüler und Lehrer des »Collegio San Francesco« aus Lodi, die ihr den 400. Jahrestag eurer von den Barnabiten gegründeten Schule feiert, sowie euch, liebe Schüler und Lehrer des Instituts »Maria Immacolata« in Rom.

Das heutige Fest lädt uns ein, auf die Kathedra des hl. Petrus zu blicken, und spornt uns an, unser persönliches und gemeinschaftliches Leben mit dem Glauben zu nähren, der auf dem Zeugnis Petri und der anderen Apostel gründet. Wenn ihr ihrem Beispiel folgt, könnt auch ihr, liebe Freunde, Zeugen Christi in Kirche und Welt sein.

Liebe Brüder und Schwestern!

Die lateinische Liturgie feiert heute das Fest Kathedra Petri. Es handelt sich dabei um eine sehr alte, seit dem 4. Jahrhundert in Rom bezeugte Tradition, mit der Gott für die Sendung, die dem Apostel Petrus und seinen Nachfolgern anvertraut wurde, gedankt wird. Die »Kathedra« ist in der ursprünglichen Wortbedeutung der feste Sitz des Bischofs, der in der Hauptkirche einer Diözese aufgestellt ist, die deshalb »Kathedrale« heißt; sie ist außerdem das Symbol der Autorität des Bischofs und insbesondere seines »Lehramtes«, das heißt der Lehre des Evangeliums, die er als Nachfolger der Apostel bewahren und an die christliche Gemeinde weitergeben soll. Wenn der Bischof die ihm anvertraute Teilkirche in Besitz nimmt, trägt er Mitra und Hirtenstab und nimmt auf der Kathedra Platz. Von diesem Sitz aus wird er als Lehrer und Hirt den Weg der Gläubigen in Glaube, Liebe und Hoffnung leiten.

Was war also die »Kathedra« des hl. Petrus? Er, der von Christus als »Fels« ausgewählt worden war, um darauf die Kirche zu bauen (vgl. Mt 16,18), begann seinen Dienst in Jerusalem, nach der Himmelfahrt Jesu und nach Pfingsten. Der erste »Sitz« der Kirche war der Abendmahlssaal, und wahrscheinlich war in jenem Saal, wo auch Maria, die Mutter Jesu, mit den Jüngern zusammen betete, für Simon Petrus ein besonderer Platz vorgesehen. Danach wurde Antiochien zum Sitz des Petrus, die am Fluß Orontes in Syrien, heute in der Türkei, gelegene Stadt und damals nach Rom und Alexandrien in Ägypten die drittgrößte Metropole des Römischen Reiches. Von dieser Stadt, die von Barnabas und Paulus evangelisiert worden war und wo »man die Jünger zum erstenmal Christen nannte« (Apg 11,26), wo also für uns der Name Christen entstanden ist, war Petrus der erste Bischof, so daß das Römische Martyrologium vor der Kalenderreform auch ein eigenes Fest der Kathedra Petri in Antiochien vorsah. Von dort führte die Vorsehung Petrus nach Rom. Dies ist also der Weg von Jerusalem, wo die Kirche entstanden ist, nach Antiochien, dem ersten Zentrum der Kirche, die aus Heiden bestand und noch mit der von den Juden herkommenden Kirche verbunden war. Danach begab sich Petrus nach Rom, den Mittelpunkt des Reiches, Symbol des »Orbis« – die »Urbs«, die Stadt, die Ausdruck des »Orbis«, des Erdkreises, ist –, wo er seinen Weg im Dienst des Evangeliums mit dem Martyrium vollendete. Deshalb erhielt der Sitz von Rom, dem die höchste Ehre zuteil geworden war, auch die dem Petrus von Christus anvertraute Ehre, nämlich allen Teilkirchen zu dienen, für den Aufbau und die Einheit des ganzen Volkes Gottes.

Der Sitz von Rom wurde nach diesem Weg des hl. Petrus somit als Sitz des Nachfolgers Petri anerkannt, und die »Kathedra« des Bischofs von Rom repräsentierte die des Apostels, der von Christus beauftragt worden war, dessen ganze Herde zu weiden. Das bezeugen die ältesten Kirchenväter, wie zum Beispiel der hl. Irenäus, Bischof von Lyon, aber aus Kleinasien stammend, der in seinem Traktat Adversus haereses [Gegen die Häresien] die Kirche von Rom als »größte und älteste, bei allen bekannte…, in Rom gegründet und aufgebaut von den zwei glorreichsten Aposteln Petrus und Paulus«, beschreibt. Und er fügt hinzu: »Mit dieser Kirche muß wegen ihres besonderen Vorranges notwendig jede Kirche übereinstimmen, das heißt die Gläubigen von überall« (III, 3, 2–3). Wenig später äußert sich Tertullian so: »Wie gesegnet ist doch diese Kirche von Rom! Es waren die Apostel selbst, die ihr mit ihrem Blut die ganze Lehre weitergegeben haben« (De praescriptione haereticorum, 36). Die Kathedra des Bischofs von Rom verkörpert also nicht nur dessen Dienst an der römischen Gemeinde, sondern seinen Leitungsauftrag für das ganze Volk Gottes.

Die »Kathedra« Petri feiern, wie wir es heute tun, bedeutet daher, ihr eine starke geistliche Bedeutung zuzuschreiben und darin ein bevorzugtes Zeichen der Liebe Gottes zu erkennen, des guten und ewigen Hirten, der seine ganze Kirche zusammenführen und auf dem Weg des Heils leiten will. Unter den vielen Zeugnissen der Kirchenväter möchte ich gern jenes des hl. Hieronymus wiedergeben, das einem seiner Briefe an den Bischof von Rom entnommen und besonders interessant ist, weil es ausdrücklich auf die »Kathedra« Petri Bezug nimmt und sie als sicheren Ankerplatz der Wahrheit und des Friedens darstellt. Hieronymus schreibt: »Ich habe beschlossen, bei der Kathedra Petri anzufragen, dort, wo jener Glaube ist, den der Mund eines Apostels gerühmt hat; ich komme jetzt, um an jenem Ort Nahrung für meine Seele zu erbitten, wo ich einst das Kleid Christi erhalten habe. Ich folge keinem anderen Primat als dem Christi; deshalb setze ich mich mit deiner Heiligkeit in Verbindung, das heißt mit der Kathedra Petri. Ich weiß, daß auf diesem Fels die Kirche gebaut ist« (Briefe I,15,1–2).

Liebe Brüder und Schwestern, in der Apsis der Petersbasilika befindet sich, wie ihr wißt, das Denkmal der Kathedra des Apostels, ein Spätwerk Berninis, dargestellt in Form eines großen bronzenen Thrones, der von den Statuen von vier Kirchenlehrern getragen wird: zwei von ihnen stammen aus dem Westen, der hl. Augustinus und der hl. Ambrosius, und zwei aus dem Osten, der hl. Johannes Chrysostomos und der hl. Athanasios. Ich lade euch ein, vor diesem eindrucksvollen Werk innezuhalten, das heute, mit vielen Kerzen geschmückt, bewundert werden kann, und ganz besonders für das Amt, das Gott mir anvertraut hat, zu beten. Wenn ihr den Blick zu dem Alabasterfenster erhebt, das sich genau über der Kathedra öffnet, dann ruft den Heiligen Geist an, damit er meinen täglichen Dienst an der ganzen Kirche stets mit seinem Licht und seiner Kraft tragen möge. Dafür sowie für eure ergebene Aufmerksamkeit danke ich euch von Herzen.


Facultatis Litterarum Christianarum et Classicarum placet salutare participes, qui huc advenerunt pontificia summi momenti documenta Veterum Sapientia necnon Studia Latinitatis commemoraturi. Iure meritoque Decessores Nostri permagni duxerunt Romani sermonis cognitionem, ut uberrimam doctrinam penitus adipisci possint qui in humanis ecclesiasticisque disciplinis versantur. Eosdem ideo incitamus ad studiose operam dandam, ut quam plurimi ad hunc thesaurum accedant eiusdemque percipiant praestantiam.

[Gern möchten Wir die Angehörigen der Fakultät für christliche und klassische Literaturwissenschaft begrüßen, die hierhergekommen sind, um an die höchst bedeutsamen päpstlichen Dokumente Veterum Sapientia und Studia Latinitatis zu erinnern. Mit vollem Recht haben Unsere großen Vorgänger die Kenntnis der lateinischen Sprache geschätzt und gefördert, damit jene, die sich mit den humanistischen und kirchlichen Fächern beschäftigen, die so reichhaltige Lehre ganz und gar erfassen können. Deshalb ermutigen Wir sie dazu, sich eifrig darum zu bemühen, daß sich möglichst viele mit diesem reichen Schatz befassen und seine Einzigartigkeit begreifen und sich aneignen.]

Die Kirche feiert heute das Fest Kathedra Petri. Sie dankt dabei Gott für die Sendung, die Jesus Christus, der Herr der Kirche, dem Apostel Petrus und seinen Nachfolgern übertragen hat. Die Kathedra in der Bischofskirche einer jeden Diözese ist Sinnbild der Autorität des Bischofs, insbesondere seines Lehramts, das in der treuen Bewahrung und Weitergabe der Botschaft des Glaubens besteht.

Der Apostel Petrus hat sein Leben im Dienst Christi hier in Rom mit dem Martyrium vollendet. Rom ist daher zu Recht der Sitz seiner Nachfolger. Schon die ältesten Kirchenväter bezeugen die Würde der Kathedra des Bischofs von Rom, dessen Hirtenamt sich auf die ganze Kirche erstreckt. Der hl. Irenäus von Lyon spricht unter anderem davon, daß mit der Kirche von Rom „wegen ihres besonderen Vorrangs notwendig jede Kirche übereinstimmen muß, das heißt die Gläubigen von überall“. Die Kathedra Petri zu feiern besagt somit, ihr eine tiefe geistliche Bedeutung zuzuschreiben und in ihr ein bevorzugtes Zeichen der Liebe Gottes zu seinem heiligen Volk zu erkennen.

An diesem Festtag heiße ich euch, liebe Brüder und Schwestern aus dem deutschen Sprachraum, ganz herzlich willkommen. Besonders grüße ich die Pilger aus der Diözese Eisenstadt und die Teilnehmer an einem Seminar über das Papsttum aus Südtirol. Unterstützt mit eurem Gebet den Nachfolger Petri in seinem universalen Hirtendienst. Betet mit mir und für mich, daß der Heilige Geist mir mit seinem Licht und seiner Kraft in der Erfüllung meiner Mission stets beistehe. Dafür danke ich euch und dazu erbitte ich euch Gottes reichen Segen.

Das Fest Kathedra Petri ist ein besonders geeigneter Tag, um anzukündigen, daß ich am kommenden 24. März ein Konsistorium abhalten werde, bei dem ich die neuen Mitglieder des Kardinalskollegiums ernenne. Es ist angemessen, daß diese Ankündigung am Fest der Kathedra stattfindet, da die Kardinäle die Aufgabe haben, dem Nachfolger Petri bei der Ausübung seines apostolischen Amtes, das ihm im Dienst an der Kirche anvertraut wurde, helfend zur Seite zu stehen. Nicht ohne Grund bezeichneten die Päpste in alten kirchlichen Dokumenten das Kardinalskollegium als »pars corporis nostri« (vgl. F.X. Wernz, Ius Decretalium, II, Nr. 459). Die Kardinäle bilden somit um den Papst eine Art Senat, auf den er sich bei der Ausführung jener Aufgaben stützt, die mit seinem Dienst als »immerwährendes und sichtbares Prinzip und Fundament der Glaubenseinheit und der Gemeinschaft« (vgl. Lumen gentium, 18) verbunden sind.

Durch die Kreierung der neuen Purpurträger möchte ich die Zahl der wahlberechtigten Mitglieder des Kardinalskollegiums auf 120 erhöhen, jene Zahl, die von Papst Paul VI. ehrwürdigen Angedenkens festgelegt wurde (vgl. AAS 65, 1973, S. 163). Dies sind die Namen der neuen Kardinäle:

1. Msgr. WILLIAM JOSEPH LEVADA, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre;
2. Msgr. FRANC RODÉ, C.M., Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens
3. Msgr. AGOSTINO VALLINI, Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur;
4. Msgr. JORGE LIBERATO UROSA SAVINO, Erzbischof von Caracas
5. Msgr. GAUDENCIO B. ROSALES, Erzbischof von Manila
6. Msgr. JEAN-PIERRE RICARD, Erzbischof von Bordeaux;
7. Msgr. ANTONIO CAÑIZARES LLOVERA, Erzbischof von Toledo
8. Msgr. NICOLAS CHEONG-JIN-SUK, Erzbischof von Seoul
9. Msgr. SEAN PATRICK O’MALLEY, O.F.M. Cap., Erzbischof von Boston
10. Msgr. STANISLAW DZIWISZ, Erzbischof von Cracovia
11. Msgr. CARLO CAFFARRA, Erzbischof von Bologna
12. Msgr. JOSEPH ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hongkong.

Außerdem habe ich entschieden, drei Geistliche, die älter als 80 Jahre sind, in den Kardinalsrang zu erheben. Dies geschieht aufgrund des Dienstes, den sie mit vorbildlicher Treue und bewundernswerter Hingabe für die Kirche leisten. Es sind: .

1. Msgr. ANDREA CORDERO LANZA DI MONTEZEMOLO, Erzpriester der Basilika St. Paul vor den Mauern
2. Msgr. PETER POREKU DERY, em. Erzbischof von Tamale (Ghana)
3. P. ALBERT VANHOYE, S.I., ehemaliger Rektor des Päpstlichen Bibelinstituts und ehemaliger Sekretär der Päpstlichen Bibelkommission.

In der Schar der neuen Purpurträger spiegelt sich die Universalität der Kirche gut wider: Sie kommen in der Tat aus verschiedenen Teilen der Welt und üben im Dienst am Gottesvolk unterschiedliche Aufgaben aus. Ich lade euch ein, für sie ein besonderes Gebet zu Gott zu erheben, damit er ihnen die erforderliche Gnade gewähre, ihre Sendung mit Großherzigkeit zu erfüllen.

Wie ich zu Beginn sagte, werde ich am 24. März das angekündigte Konsistorium abhalten, und am darauffolgenden Tag, 25. März, am Hochfest der Verkündigung des Herrn, werde ich die Freude haben, einer feierlichen Konzelebration mit den neuen Kardinälen vorzustehen. Zu diesem Anlass lade ich auch alle Mitglieder des Kardinalskollegiums ein. Es ist meine Absicht, mich mit ihnen am Vortag, am 23. März, bei einer Versammlung mit Gedankenaustausch und Gebet zu treffen.

Quelle: vatican.va © 2006 – Libreria Editrice Vaticana Bild: Screens.