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21.11.2018 – Mittwoch der 33. Woche im Jahreskreis

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) – Papst

Lass sie Früchte tragen

Schweiß und Mühsal, welche die Arbeit in der gegenwärtigen Heilssituation der Menschheit notwendigerweise mit sich bringt, bieten dem Christen und jedem Menschen, der zur Nachfolge Christi berufen ist, die Möglichkeit zur liebenden Teilnahme an jenem Werk, für das Christus gekommen ist. Dieses Heilswerk wurde durch Leid und Kreuzestod vollzogen. Indem der Mensch die Mühsal der Arbeit in Einheit mit dem für uns gekreuzigten Herrn erträgt, wirkt er mit dem Gottessohn an der Erlösung der Menschheit auf seine Weise mit. Er erweist sich als wahrer Jünger Christi, wenn auch er Tag für Tag bei der ihm aufgegebenen Tätigkeit sein Kreuz auf sich nimmt. Christus erduldete „für uns alle, die wir Sünder sind, … den Tod, und belehrt uns so durch sein Beispiel, daß auch das Kreuz getragen werden muß, das Fleisch und Welt denen auf die Schultern legen, die Frieden und Gerechtigkeit suchen.“ Zugleich jedoch „durch seine Auferstehung zum Herrn eingesetzt, wirkt Christus, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist, durch die Kraft seines Geistes bereits in den Herzen der Menschen… und beseelt, reinigt und stärkt auch jenes hochherzige Streben, mit dem die Menschheitsfamilie sich bemüht, ihr eigenes Leben menschlicher zu gestalten und die ganze Erde diesem Ziel dienstbar zu machen.“ In der menschlichen Arbeit findet der Christ einen kleinen Teil des Kreuzes Christi und nimmt ihn mit der gleichen Erlösergesinnung auf sich, mit der Christus für uns sein Kreuz auf sich genommen hat. In der Arbeit entdecken wir immer, dank des Lichtes, das uns von der Auferstehung Christi her durchdringt, einen Schimmer des neuen Lebens und des neuen Gutes, gleichsam eine Ankündigung des „neuen Himmels und der neuen Erde“ (Apg 21,1), die gerade durch die Mühsal der Arbeit hindurch dem Menschen und der Welt zuteil werden […].

Quelle: Libreria Editrice Vaticana Bild: Screens.

Tagesevangelium – 21.11.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 19,11-28

In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren. Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme. Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte. Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet. Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden. Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet. Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen. Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt; denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können. Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. Da erwiderte er: Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde – bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder! Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

UBICUMQUE ET SEMPER

APOSTOLISCHES SCHREIBEN IN FORM EINES »MOTU PROPRIO«

UBICUMQUE ET SEMPER

VON PAPST BENEDIKT XVI.
MIT DEM DER
PÄPSTLICHE RAT ZUR FÖRDERUNG DER NEUEVANGELISIERUNG
ERRICHTET WIRD

     

Überall und immer hat die Kirche die Pflicht, das Evangelium Jesu Christi zu verkünden. Er, der erste und höchste Verkünder des Evangeliums, gebot den Aposteln am Tag seines Aufstiegs zum Vater: »Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe« (Mt 28,19–20). Getreu diesem Auftrag ist die Kirche, das Volk, das Gott sich erworben hat, damit es seine bewundernswürdigen Werke verkünde (vgl. 1 Petr 2,9), seit dem Pfingsttag, an dem es den Heiligen Geist als Gabe empfangen hat (vgl. Apg 2,14), niemals müde geworden, die ganze Welt mit der Schönheit des Evangeliums bekannt zu machen, indem sie Jesus Christus als wahren Gott und wahren Menschen verkündet, derselbe »gestern, heute und in Ewigkeit« (Hebr 13,8), der mit seinem Tod und seiner Auferstehung das Heil erwirkt und damit die alte Verheißung zur Erfüllung gebracht hat. Deshalb ist der Auftrag zur Evangelisierung als Fortführung des von Jesus, dem Herrn, gewollten Werkes für die Kirche notwendig und unersetzbar und Ausdruck ihres eigenen Wesens.

Diese Sendung hat in der Geschichte je nach den Orten, Situationen und historischen Umständen immer wieder neue Formen und Modalitäten angenommen. In unserer Zeit ist eines ihrer ungewöhnlichen Merkmale das Sich-Messen mit dem Phänomen der Abkehr vom Glauben gewesen, was zunehmend in Gesellschaften und Kulturen deutlich geworden ist, die seit Jahrhunderten vom Evangelium geprägt schienen. Die gesellschaftlichen Veränderungen, die wir in den letzten Jahrzehnten miterlebt haben, haben komplexe Ursachen, deren Wurzeln zeitlich weit zurückreichen und die Wahrnehmung unserer Welt tiefgreifend verändert haben. Man denke an die gigantischen Fortschritte der Wissenschaft und der Technik, an die Ausweitung der Lebensmöglichkeiten und der Räume individueller Freiheit, an die tiefgreifenden Veränderungen auf wirtschaftlichem Gebiet, an den durch massive Migrationsbewegungen verursachten Vorgang der Mischung von Völkern und Kulturen, an die wachsende gegenseitige Abhängigkeit unter den Völkern. Das alles ist auch für die religiöse Dimension des Lebens des Menschen nicht ohne Konsequenzen geblieben. Und wenn die Menschheit von diesen Veränderungen einerseits unleugbare Vorteile erfahren und die Kirche weiteren Ansporn erhalten hat, Rechenschaft zu geben von der Hoffnung, die sie erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15), hat sich andererseits ein besorgniserregender Verlust des Sinnes für das Heilige gezeigt, was sogar zur Infragestellung jener Fundamente geführt hat, die unanfechtbar zu sein schienen, wie der Glaube an Gott, den Schöpfer und Erhalter, die Offenbarung Jesu Christi als des einzigen Erlösers und das gemeinsame Verständnis der Grunderfahrungen des Menschen, wie Geborenwerden, Sterben, das Leben in einer Familie und der Bezug zum natürlichen Sittengesetz.

Auch wenn dies alles von manchen als eine Befreiung begrüßt worden ist, ist man sich allerdings sehr schnell der inneren Wüste bewußt geworden, die dort entsteht, wo sich der Mensch, wenn er sich als einzigen Baumeister der eigenen Natur und des eigenen Schicksals sehen will, dessen entledigt findet, was das Fundament aller Dinge darstellt.

Schon das Zweite Vatikanische Konzil hat unter die zentralen Themenstellungen die Frage der Beziehung zwischen der Kirche und dieser heutigen Welt aufgenommen. In Anbetracht der Lehre des Konzils haben meine Vorgänger dann weiter über die Notwendigkeit nachgedacht, angemessene Formen zu finden, um unseren Zeitgenossen die Möglichkeit zu geben, weiterhin das lebendige und ewige Wort des Herrn zu vernehmen.

Mit Weitblick stellte der Diener Gottes Papst Paul VI. fest, daß sich der Einsatz für die Evangelisierung, »in gleicher Weise immer notwendiger erweist angesichts der heute häufig zu beobachtenden Entchristlichung, und zwar für sehr viele, die zwar getauft sind, aber gänzlich außerhalb eines christlichen Lebensraumes stehen, dann für einfache Menschen, die zwar einen gewissen Glauben haben, seine Grundlagen aber kaum kennen, ferner für Intellektuelle, die das Bedürfnis spüren, Jesus Christus in einem anderen Licht kennenzulernen als bei der Unterweisung in ihrer Kinderzeit, und schließlich für viele andere« (Apostol. Schreiben Evangelii nuntiandi, 52). Und mit dem Gedanken an die dem Glauben Fernstehenden fügte er hinzu: »Das evangelisierende Wirken der Kirche kann diese beiden Welten nicht unbeachtet lassen oder vor ihnen haltmachen; sie muß beständig nach den geeigneten Mitteln und der entsprechenden Sprache suchen, um die Offenbarung Gottes und den Glauben an Jesus Christus auch dorthin zu tragen oder erneut zu verkünden« (ebd., 56).Der ehrwürdige Diener Gottes Johannes Paul II. machte diese  anspruchsvolle Aufgabe zu einem der Angelpunkte seines umfassenden Lehramtes und faßte sie in dem Begriff »Neuevangelisierung« zusammen, den er in zahllosen Ansprachen systematisch vertiefte. Es ist die Aufgabe, um die sich die Kirche heute sorgt, besonders in den Regionen in früher Zeit erfolgter Christianisierung. Eine Aufgabe, die zwar direkt die Herstellung ihrer Beziehungen nach außen im Blick hat, jedoch vor allem eine ständige Erneuerung im Inneren voraussetzt, sozusagen ein ständiges Fortschreiten von der evangelisierten hin zur evangelisierenden Kirche. Es genügt, an das zu erinnern, was in dem Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Christifideles laici gesagt wurde: »Ganze Länder und Nationen, in denen früher Religion und christliches Leben blühten und lebendige, glaubende Gemeinschaften zu schaffen vermochten, machen nun harte Proben durch und werden zuweilen durch die fortschreitende Verbreitung des Indifferentismus, Säkularismus und Atheismus entscheidend geprägt. Es geht dabei vor allem um die Länder und Nationen der sogenannten Ersten Welt, in der der Wohlstand und der Konsumismus, wenn auch von Situationen furchtbarer Armut und Not begleitet, dazu inspirieren und veranlassen, so zu leben ›als wenn es Gott nicht gäbe‹. Die religiöse Indifferenz und die fast inexistente religiöse Praxis, auch angesichts schwerer Probleme der menschlichen Existenz, sind nicht weniger besorgniserregend und zersetzend als der ausdrückliche Atheismus. Auch wenn der christliche Glaube in einigen seiner traditionellen und ritualistischen Ausdrucksformen noch erhalten ist, wird er mehr und mehr aus den bedeutsamsten Momenten des Lebens wie Geburt, Leid und Tod ausgeschlossen (…) In anderen Gebieten und Ländern dagegen sind bis heute die traditionelle christliche Volksfrömmigkeit und -religiosität lebendig erhalten; dieses moralische und geistliche Erbe droht aber in der Konfrontation mit komplexen Prozessen vor allem der Säkularisierung und der Verbreitung der Sekten verlorenzugehen. Nur eine neue Evangelisierung kann die Vertiefung eines reinen und festen Glaubens gewährleisten, der diese Traditionen zu einer Kraft wahrer Befreiung zu machen vermag. Es ist mit Sicherheit notwendig, überall die christliche Substanz der menschlichen Gesellschaft zu erneuern. Voraussetzung dafür ist aber die Erneuerung der christlichen Substanz der Gemeinden, die in diesen Ländern und Nationen leben« (Nr. 34).

Indem ich die Sorge meiner verehrten Vorgänger annehme, halte ich es für angebracht, angemessene Antworten anzubieten, damit sich die ganze Kirche, indem sie sich von der Kraft des Heiligen Geistes neu beleben läßt, der heutigen Welt mit einem missionarischen Elan zeige, um eine neue Evangelisierung zu fördern. Diese bezieht sich vor allem auf die Kirchen alter Gründung, die zudem in sehr unterschiedlichen Realitäten leben und dementsprechend jeweils andere Bedürfnisse haben und auf unterschiedliche Impulse zur Evangelisierung warten: in einigen Territorien zeigt sich die christliche Praxis trotz des zunehmenden Phänomens der Säkularisierung tatsächlich noch mit guter Lebenskraft und mit einer tiefgehenden geistigen Verwurzelung ganzer Bevölkerungsteile; in anderen Regionen bemerkt man jedoch eine eindeutigere Distanzierung der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit vom Glauben, mit einem schwächeren kirchlichen Gefüge, auch wenn Elemente der Lebendigkeit nicht fehlen, die der Heilige Geist unaufhörlich hervorruft; und dann kennen wir leider Zonen, die fast vollständig entchristlicht erscheinen, in denen das Licht des Glaubens dem Zeugnis kleiner Gemeinschaften anvertraut ist: diese Territorien, welche einer erneuerten Erstverkündigung des Evangeliums bedürften, scheinen gegenüber vielen Aspekten der christlichen Botschaft besonders unempfänglich zu sein.

Die Unterschiedlichkeit der Situationen erfordert eine aufmerksame Unterscheidung; von einer »neuen Evangelisierung« zu sprechen, bedeutet nämlich nicht, eine einzige gleichlautende Formel für alle Umstände ausarbeiten zu müssen. Und es ist jedenfalls nicht schwer zu erkennen, daß das, was alle Kirchen benötigen, die in traditionell christlichen Territorien leben, ein erneuerter missionarischer Elan ist, Ausdruck einer neuen hochherzigen Offenheit für das Geschenk der Gnade. In der Tat dürfen wir nicht vergessen, daß die erste Aufgabe immer jene bleiben wird, sich gegenüber dem gnadenhaften Wirken des Geistes des Auferstandenen gelehrig zu verhalten, der alle begleitet, die das Evangelium weitertragen, und das Herz derer öffnet, die zuhören. Um das Wort des Evangeliums auf fruchtbare Weise zu verkündigen, braucht es zuallererst eine tiefgehende Gotteserfahrung.

Wie ich es in meiner ersten Enzyklika Deus caritas est ausgeführt habe: »Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluß oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt« (Nr. 1). Ähnlich steht am Anfang jeder Evangelisierung kein menschliches Expansionsvorhaben, sondern vielmehr der Wunsch, das unschätzbare Geschenk zu teilen, das Gott uns machen wollte, indem er uns an seinem eigenen Leben teilhaben ließ. Deshalb lege ich im Licht dieser Reflexionen, nach sorgfältiger Prüfung aller Dinge und nach Einholung der Meinung von Experten, fest und bestimme Folgendes:

Art. 1

  • 1. Es wird der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung als Dikasterium der Römischen Kurie gemäß der Apostolischen KonstitutionPastor bonuserrichtet.
  • 2. Der Rat verfolgt seine Ziele, indem er sowohl das Nachdenken über die Themen der Neuevangelisierung anregt als auch geeignete Formen und Mittel auswählt und fördert, um diese durchzuführen.

Art. 2

Das Wirken des Rates, das unter Beachtung der jeweiligen Kompetenzen gemeinsam mit weiteren Dikasterien und Instituten der Römischen Kurie erfolgt, steht den Teilkirchen zu Diensten, darunter vor allem in jenen Territorien christlicher Tradition, wo das Phänomen der Säkularisierung deutlicher zutage tritt.

Art. 3

Unter den spezifischen Aufgaben des Rates werden hervorgehoben:

1º die theologische und pastorale Bedeutung der Neuevangelisierung zu vertiefen;

2° das Studium, die Verbreitung und die Anwendung des päpstlichen Lehramtes mit Bezug auf die mit der Neuevangelisierung verbundenen Themenkreise zu fördern, in enger Zusammenarbeit mit den Bischofskonferenzen, die dafür eine ad hoc-Einrichtung bilden können;

3° Initiativen in Verbindung mit der Neuevangelisierung bekannt zu machen und zu unterstützen, die in den verschiedenen Teilkirchen bereits unternommen werden, und die Verwirklichung neuer Initiativen zu fördern, unter aktiver Einbeziehung auch jener Kräfte, die sich in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften apostolischen Lebens aber ebenso in den Vereinigungen von Gläubigen und in neuen Gemeinschaften finden;

4° die Anwendung moderner Kommunikationsmittel als Instrumente einer Neuevangelisierung zu studieren und zu fördern;

5° den Gebrauch des Katechismus der Katholischen Kirche zu fördern, der für die Menschen unserer Zeit die Gesamtheit des Glaubens wesentlich und vollständig zusammenfaßt.

Art. 4

  • 1 Der Rat wird von einem Erzbischof als Präsidenten geleitet, dem ein Sekretär, ein Untersekretär und eine passende Zahl von Beamten gemäß den von der Apostolischen KonstitutionPastor bonusund dem Regolamento Generale della Curia Romanafestgelegten Normen zur Seite stehen.
  • 2 Der Rat hat eigene Mitglieder und kann eigene Konsultoren bestellen.

Ich ordne an, daß alles, was in dem vorliegenden Motu proprio festgelegt worden ist, jetzt und in Zukunft gültig und wirksam sein wird, auch wenn dem irgend etwas entgegenstünde, selbst wenn es besonderer Erwähnung würdig wäre, und ich lege fest, daß dasselbe durch die Veröffentlichung in der Tagesausgabe des »Osservatore Romano« promulgiert werde und am selben Tag der Promulgation in Kraft trete.

Gegeben zu Castel Gandolfo, am 21. September 2010, am Fest des hl. Matthäus, Apostel und Evangelist, im sechsten Jahr meines Pontifikats.

BENEDICTUS PP. XVI

Quelle: © Copyright 2010 – Libreria Editrice Vaticana Bild: Screens.

20.11.2018 – Dienstag der 33. Woche im Jahreskreis

Hl. Ambrosius – Bischof von Mailand und Kirchenlehrer

„Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei“

Die Reichen müssen es lernen: Es ist kein Fehler reich zu sein, vielmehr ist es einer, die Reichtümer nicht recht gebrauchen zu können. Gesetzt nämlich, dass die Reichtümer die Bösen daran hindern, die Tugend zu erreichen, so sind sie doch den Guten eine Hilfe. Jedenfalls wurde Zachäus, der ja reich war, von Christus auserwählt, allerdings indem er die Hälfte seiner Besitztümer den Armen schenkte und sogar den vierfachen Betrag dessen zurückerstattete, was er sich durch Betrug angeeignet hatte. Denn eine einzige Herangehensweise ist nicht ausreichend: Akte der Freigebigkeit sind wertlos, wenn die Ungerechtigkeit fortbesteht. Gefordert sind nicht geraubtes Gut, sondern echte Zuwendungen. Deshalb war der Lohn, den er empfing, größer als das, was er weggegeben hatte. Es ist ganz passend, dass Zachäus uns als Zollaufseher vorgestellt wird. Denn wenn selbst der noch zum Ziel gelangen kann, der sein Vermögen dem Betrug verdankt, wer kann da noch die Hoffnung für sich selbst aufgeben? „Er suchte Jesus, um zu sehen, wer er sei, doch er konnte es nicht wegen der Menschenmenge; denn er war klein von Gestalt“ (Lk 19,3) […] Solange sich Zachäus in der Menschenmenge befindet, sieht er Christus nicht; er erhob sich jedoch über die Menge und da sah er […] Und Jesus hat Zachäus oben erblickt, denn sein sich erhebender Glaube ließ ihn von diesem Moment an herausragen inmitten der Früchte der neuen Werke, gleichsam wie auf dem Gipfel eines fruchtbaren Baumes.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 20.11.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 19,1-10

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste. Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt. Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück. Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Kleine Schwestern Mariens

Der nächste traditionsverbundene Orden fällt dem Kommissar zum Opfer.

(Rom) Der Vatikan zerstört einen weiteren traditionsverbundenen Orden: die Petites Sœurs de Marie, Mère du Rédempteur, die  Kleinen Schwestern Mariens, der Mutter des Erlösers. 90 Prozent der Schwestern haben wegen des Eingriffs durch Rom um Entbindung von ihren Gelübden gebeten.

Der 1949 von Mutter Marie de la Croix (Maria Nault) gegründete Frauenorden verfügt über vier Niederlassungen in den französischen Diözesen Laval und Toulouse. Die Schwestern waren im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zum Novus Ordo übergegangen, aber unter Papst Benedikt XVI. 2012 zum überlieferten Römischen Ritus zurückgekehrt. [Update, 13.11.2018: Aus dem Bistum Laval wird berichtet, dass dort bei den Schwestern in der ordentlichen Form des Römischen Ritus zelebriert wird.]

Ein Schritt, der in manchen Kirchenkreisen in Frankreich und vor allem in Rom nicht auf Wohlwollen gestoßen ist. Wie gegen die Franziskaner der Immakulata und die Priesterbruderschaft der Heiligen Apostel war mit dem überraschenden Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. der Weg frei, um gegen diese Orden vorzugehen, die den neurituellen „Konsens“ störten.

1989 war der Orden vom damaligen Bischof von Laval als Institut diözesanen Rechts kanonisch anerkannt worden. Der amtierende Bischof „scheint bergoglioniert“ zu sein, so Riposte Catholique. Er habe sich vor allem am Sühnegedanken gestoßen, der Teil der Ordensspiritualität ist.

Die Kleinen Schwestern Mariens erlebten 2016 und 2018 kanonische Visitationen und wurden „sektiererischer“ Tendenzen beschuldigt. Solche Formen kann es in der Kirche durchaus geben. Der Begriff ist allerdings mehr noch ein Chiffre, mit der modernistische Kirchenkreise glaubenstreue, fromme Gemeinschaften, Orden und Gebetsgruppen diskreditieren, im besseren Fall belächeln und verspotten, im schlechteren Fall verfolgen.

Die betroffenen Ordensfrauen bezeichnen den Abschlussbericht der zweiten Visitation als „eine Karikatur“ der Wirklichkeit. Er sei ein einziges „Vorurteil“.

Die Mutter Oberin und die Novizenmeisterin wurden aus den Klöstern entfernt und an entlegene Orte exiliert. An ihre Stelle setzte Rom drei Kommissarinnen „moderner“ Ausrichtung. In Intervention Roms erfolgte auf Antrag des Ortsbischofs. Laut dem Vatikanisten Marco Tosatti gehe es dabei auch um den „erzbischöflichen Appetit“ von Toulouse auf den Immobilienbesitz des Frauenordens. Dies vermuten jedenfalls Laien des Bistums, die den Kleinen Schwestern nahestehen.

Wie die Franziskanerinnen der Immakulata teilen die Kleinen Schwestern Mariens die wiederentdeckte Liebe zur Tradition. „Eine Liebe, die in der derzeitigen Führung des Heiligen Stuhls die schlimmsten Instinkte weckt“, so Tosatti.

Die Kleinen Schwestern Mariens sind in der Altenpflege tätig, sie wirken in den Pfarreien mit, helfen den Armen und leben eine Spiritualität, die heute im Vatikan als überholt zu gelten scheint: die Liebe zur Eucharistischen Anbetung, das Fürbitt- und Sühnegebet und die Marienverehrung.

Kleine Schwestern Mariens

Bereits 2009 habe der Ortsbischof versucht, gegen die Schwestern vorzugehen. Damals aber regierte noch Papst Benedikt XVI. in Rom, weshalb der Vorstoß erfolglos blieb. 2016 sah das anders aus. Der Bischof habe die Schwestern bei der Ordenskongregation in Rom wegen „Traditionalismus-Verdachts“ angeschwärzt. Ein Vorwurf, der vom päpstlichen Hofstaat hellhörig und bereitwillig aufgegriffen wird.

Wie bei den Franziskanern der Immakulata rächt sich, dass ein neuritueller Orden zum überlieferten Ritus zurückkehrte, sich aber nicht von der Ordenskongregation entbinden und unter den Schutz der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei stellen ließ. Nichts scheint die derzeitige Führungsspitze der Ordenskongregation von Kardinal Braz de Aviz und Kurienerzbischof Carballo mehr abzulehnen, als ein „Eindringen“ der Tradition in das große Gehege der neurituellen, katholischen Orden.

Und wie gegen die Franziskaner der Immakulata wurden Probleme in der Ordensleitung behauptet und zum Vorwand für das Einschreiten genommen. Dass 33 von 38 Ordensfrauen der Mutter Oberin ein ausgezeichnetes Urteil ausstellten, spielte dabei keine Rolle. Im Orden werde „zuviel gebetet“, der Orden müsse die „neue Theologie des geweihten Lebens“ umsetzen, und ähnliche Vorwürfe hagelte es, die wenig Substanz, aber dafür um so mehr Ideologie erkennen lassen.

Die Ordenskongregation verordnete die kommissarische Verwaltung und hält auch daran fest, obwohl sich die Schwestern mit Nachdruck gegen die „Verleumdungen“, wie sie sagen, zu wehren versuchen.

Im Gegensatz zu den Franziskanern der Immakulata wurde ihnen nicht der Rechtsweg verwehrt. Damals, im Sommer 2013, war allerdings noch Kardinal Raymond Burke Präfekt der Apostolischen Signatur. Burke wurde von Papst Franziskus Ende 2014 abgesetzt und durch den Vatikandiplomaten und ehemaligen „Außenminister“ des Heiligen Stuhls, Msgr. Mamberti, ersetzt. Im Gegensatz zu Kardinal Burke scheint Mamberti nicht imstande oder nicht bereit zu sein, gegen ungerechte Entscheidungen des Papstes vorzugehen. Der Rekurs der Kleinen Schwestern Mariens wurde abgelehnt.

Die Ordensfrauen sahen keinen anderen Weg mehr, als an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie machten bekannt, dass ihr Orden am 17. September von Kardinalpräfekt Braz de Aviz unter kommissarische Verwaltung gestellt wurde. „Das akzeptieren wir nicht“, so die Ordensfrauen, die auf die kirchenrechtliche Möglichkeit verweisen, aus dem Orden entlassen zu werden.

34 von 39 Ordensfrauen haben um diese Entbindung gebeten, weil der Orden durch den römischen Eingriff nicht mehr derselbe sei, dem sie angehören wollen und dem sie sich durch die Gelübde verpflichtet haben.

„Wir sind 34 von 39 Schwestern, die von der Ordenskongregation die Entbindung von den Gelübden erbeten haben. Wir bringen dieses Opfer nicht leichtfertig: Wir wünschen in der Gemeinschaft mit der Kirche zu bleiben, aber wir können weder deutlicher noch schmerzlicher zeigen, dass es uns aus Gewissensgründen unmöglich ist, dem, was uns aufgezwungen wurde, zu gehorchen.“

Im Bistum Laval gibt es einen Freundeskreis zur Unterstützung der Ordensfrauen, der mehr als 3.000 Personen zählt.

Bild: Association de Soutien aux Petites Soeurs de Marie Mère du Rédempteur

Quelle: katholisches.info

Tagesevangelium – 19.11.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 18,35-43

Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte.
Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten?
Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber. Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus: Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

18.11.2018 – Worte von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ

Von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ , Herz Jesu Franziskaner

„Die Liebe des Heiligsten Herzens Jesu hat uns alle Gnaden für jeden von uns geschenkt. Diese unergründliche göttliche Liebe aus dem Heiligsten Herzen Jesu tröstet und stärkt uns und befähigt uns die Widerwärtigkeiten der Welt geduldig zu ertragen.“

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2018

18.11.2018 – 33. Sonntag im Jahreskreis

Origenes (185-253) – Priester und Theologe

„Man wird den Menschensohn kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit“

„Vom Land bleibt noch sehr viel in Besitz zu nehmen“ (vgl. Jos 13,1) […] Denke an das erste Kommen unseres Herrn und Retters, als er kam, sein Wort auf der Erde auszusäen. Allein mit der Kraft dieser Saat hat er die ganze Erde erobert: Er hat die feindlichen Mächte und die rebellierenden Engel, die das Leben der Heiden-Völker beherrschten, in die Flucht geschlagen und zugleich sein Wort ausgesät und überall seine Kirchen gegründet. Auf diese Weise hat er zuerst von der ganzen Erde Besitz ergriffen. Aber geh mit mir sorgfältig die Zeilen der Schrift durch, und ich zeige dir, worin die zweite Eroberung eines Landes besteht, das, wie dem Josua/Jesus gesagt wird, noch nicht in Besitz genommen ist. Höre, was Paulus sagt: „Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße gelegt hat“ (1 Kor 15,25; vgl. Ps 109(110),1). Hier ist das Land, von dem es heißt, es sei noch nicht in Besitz genommen, bis ihm alle Feinde unter die Füße gelegt sind und er alle Völker zum Erbe nimmt […] Was unsere Zeit angeht, so sehen wir sehr vieles, „was noch übrig ist“ und Jesus noch nicht unterworfen ist; er muss jedoch alles in Besitz nehmen. Denn es wird erst ein Welten-Ende geben, wenn ihm alles unterworfen worden ist. Der Prophet sagt ja: „Alle Völker werden unterworfen sein, von Meer zu Meer, bis an die Enden der Erde; vor ihm werfen sich die Äthiopier nieder“ (vgl. Ps 71(72) Vulg.), und „von jenseits der Ströme Äthiopiens werden sie Opfergaben darbringen“ (vgl. Zef 3,10 (Vulg.)). Daraus geht hervor, dass Jesus bei seinem zweiten Kommen diese Erde beherrschen wird, von der noch viel in Besitz zu nehmen ist. Selig sind jedoch die, die schon bei seinem ersten Kommen unterworfen worden sind. Sie werden wirklich mit Wohltaten überhäuft werden, trotz des Widerstandes so vieler Feinde und so vieler Widersacher: Sie werden ihren Teil des Gelobten Landes in Empfang nehmen. Wenn aber an dem Tag, an dem der letzte Feind, der Tod, entmachtet ist (1 Kor 15,26), die Unterwerfung gewaltsam zu Ende gebracht ist, wird es für alle, die sich nicht unterwerfen wollen, keine Gnade mehr geben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé