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Sakrileg in Konzilskirche: Götzenbild als Monstranz

Bischöfe tragen Pachamama in Prozession vom Petersdom in die Synodenaula.

Die Pachamama ist zurück – sakrilegischer denn je

Die Pachamama ist wieder aufgetaucht, diesmal als Ostensorium für das Allerheiligste Altarsakrament.

Grausame Drachengöttin Pachamama als Monstranz

(Mexiko Stadt) Die Figur der Pachamama ist wieder aufgetaucht, nicht mehr im Vatikan, dafür aber in Guadalajara in Mexiko. Auch dieses Mal „ohne götzendienerische Absichten“? So wird es zumindest behauptet. Dafür noch eine Spur sakrilegischer als in Rom: Die Pachamama dient in der mexikanischen Stadt als Ostensorium.

Als die Weltgesundheitsorganisation WHO am 30. Januar 2020 den Ausbruch des Coronavirus zu einer „gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite der höchsten Warnstufe“ erklärte, wie man seit April 2020 weiß, voreilig und ohne wirkliche Not, wurde im Vatikan still und leise die Pachamama entsorgt, die zuvor mehrere Wochen lang eine wichtige Rolle gespielt hatte. Diese angebliche Darstellung der „Mutter Erde“, in Wirklichkeit die Neuerfindung einer Pseudo-Gottheit, eine Mischung aus Naturreligion und New Age, die in dieser Form im historischen „Götterhimmel“ der lateinamerikanischen Indios unbekannt war, hatte im Rahmen der Amazonassynode eine ungute Rolle gespielt. Einen Götzen, der zum „Maskottchen“ einer Kirchenversammlung gemacht wurde, das hatte es in der Kirchengeschichte in der Tat noch nicht gegeben.

Beherzte österreichische Katholiken eilten nach Rom und entsorgten die Götzendarstellung in den Tiber. Papst Franziskus ersuchte die Republik Italien um Hilfe. Angehörige der Carabinieri-Tauchereinheit holten die Pachamama-Figuren wieder aus dem Fluss und Franziskus entschuldigte sich am Ende der Amazonassynode vor den Synodalen, genauer vor den Indios, für die Tat der couragierten Gläubigen. Denn die Darstellung sei „ohne idolatrische Absicht“ ausgestellt worden. Die Nachricht, daß die Carabinieri die Figuren aus dem Tiber geborgen hatten, kommentierte Franziskus mit den Worten: „Das ist eine schöne Nachricht. Danke“.

Die Pachamama-Monstranz von Guadalajara

Die Erinnerung an die Pachamama hat sich tief in das Gedächtnis vieler Katholiken eingeprägt. Ihr „Auftreten“ im Herbst 2019 wurde für zahlreiche Gläubige zur Verbildlichung eines schon länger gefühlten Unbehagens. Die Macht der Bilder von dem angeblichen Amazonas-Götzen, die um die Welt gingen, wurde für die päpstlichen Planungen zum Bumerang.

Nun ist der Pachamama-Götze wieder aufgetaucht, als „Custodia“ für das Allerheiligste. Die Darstellung fand in einer Pfarrkirche in Guadalajara im mexikanischen Staat Jalisco Aufstellung. Und auch hier hat ihr Auftauchen einen skandalös sakrilegischen Anstrich. Der Götze wurde auf dem Altar genau vor dem Tabernakel platziert, umgeben von Kerzen. Der Blick zum Allerheiligsten führt unweigerlich zur Pachamama, denn die hölzerne Götzenfigur dient als Ostensorium, genauer als Monstranz, in welcher der konsekrierte Leib Christi zur Anbetung ausgestellt ist.

Als die Figur am 4. Oktober 2019 bei einer skurrilen Zeremonie vor Synodenbeginn in den Vatikanischen Gärten erstmals auftauchte und Indios und Franziskaner in Anwesenheit des Papstes vor ihr anbetend auf dem Boden lagen, hüllte man sich im Vatikan in Schweigen. Als die Fragen nicht nachließen, wurde zunächst der plumpe Versuch unternommen, die Figur zu einer Darstellung der Gottesmutter Maria umzudeuten, dann möglichst schnell das Thema zu wechseln, schließlich ihre Bedeutung herunterzuspielen. Paolo Ruffini, der Präfekt des Kommunikationssekretariats, lehnte sich soweit aus dem Fenster, rundweg zu bestreiten, daß es sich in den Vatikanischen Gärten um götzendienerische Handlungen gehandelt habe. Wie unwohl sich die vatikanischen Presseverantwortlichen dabei fühlten, war in jeder Pressekonferenz greifbar.

Mit der Entsorgungsaktion der mutigen österreichischen Katholiken änderte sich die Situation aber schlagartig. Plötzlich wurde die Figur nicht nur de facto, sondern auch in den offiziellen Erklärungen sehr wichtig, unverhältnismäßig wichtig. Papst Franziskus selbst war es, der nun die Ausflüchte beendete und bei seiner Entschuldigung eingestand, daß es sich um ein naturreligiöses Symbol handelt. Das Hauptanliegen des Papstes war allerdings die Mißbilligung der couragierten Tat der jungen Katholiken.

Der Vatikanist Marco Tosatti schreibt zur exzentrischen neuen Rolle der Pachamama in Guadalajara:

„Es ist wirklich wahr, daß die Realität die Fantasie übertrifft. Hätte ich in einer dystopischen Geschichte über die Neue Kirche gelesen, daß statt der Monstranz eine Darstellung vermutlich heidnischen Ursprungs verwendet würde, hätte ich gedacht: Dieser Autor übertreibt aber! Komm schon, wer könnte jemals so etwas denken oder tun?
Es ist aber geschehen und geschieht immer noch in Guadalajara in Mexiko, in der Pfarrei San Juan de Macias, die von einem spanischen Priester, Juan Pedro Oriol, geleitet wird, der, soweit mir gesagt wird, sehr mächtig ist und dem Kardinal Robles nichts abschlagen kann.
So wurde das Pachamama-Ostensorium zum ersten Mal bei einem Jugendtreffen verwendet und thront auf dem Hochaltar unter dem Kruzifix.“

Der Priester, der auf die unglaubliche Idee kam, die Götzen-Darstellung als Ostensorium zu verwenden und aus ihr eine Pachamama-Monstranz zu machen, rechtfertigt sich mit derselben Begründung, die bereits Papst Franziskus gebrauchte, als er die Götzenbilder wieder aus dem Tiber fischen ließ: Die Aufstellung der Pachamama habe „keine götzendienerischen Absichten“.

Skurriles Pachamama-Ritual am 4. Oktober 2019 in den Vatikanischen Gärten – in Anwesenheit von Papst Franziskus.

Quelle: katholisches, G. N., Bilder: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Heilige Veronica Giuliani (27.12.1660 – 09.07.1727)

Heilige Veronica Giuliani
© CFM.SCJ Archiv Alexandria

Italienische Äbtissin und Mystikerin

Orsola Giuliani wurde als letzte von insgesamt sieben Schwestern am 27. Dezember 1660 in Mercatello in der Nähe von Rimini geboren. Mit 17 Jahren verfestigte sich in ihr der Wunsch, ihr Leben Gott zu weihen, so sehr, dass sie in Città di Castello in die strenge Klausur der Klarissen-Kapuzinerinnen eintrat und den Namen Veronica annahm. Das Leben der heiligen Veronica Giuliani war fortan von Buße, Leiden und Visionen geprägt. In ihrer ersten Vision erblickte die Heilige einen Kelch und wusste von ihrer Bestimmung. Am Weihnachtstag im Jahr 1696 hatte Veronica erneut eine Vision und empfing die Seitendwunde Christi; am Karfreitag des Folgejahres, 1697, folgten die übrigen Wundmale Christi. „Plötzlich sah ich aus seinen heiligen Wunden fünf helle Strahlen hervorgehen; und alle kamen auf mich zu. Und ich sah, dass diese Strahlen gleichsam zu kleinen Flammen wurden. In vier von ihnen waren die Nägel; und in einem war die Lanze, wie aus Gold, ganz durchglüht. Und sie durchstieß mein Herz von einer Seite zur anderen…, und die Nägel durchstießen Hände und Füße. Ich verspürte großen Schmerz; aber in diesem Schmerz sah ich, spürte ich, dass ich in Gott ganz verwandelt war“ (Tagebuchauszug der heiligen Veronica Giuliani, I,897). 

Veronica versuchte vergeblich, die Stigmata vor ihren Mitschwestern zu verbergen. Es folgten Verhöre durch die Inquisition, bis die Stigmata schließlich als echt befunden wurden.

Benedikt XVI. beschreibt die Heilige mit den Worten: „Der Christus, mit dem Veronica zutiefst vereint ist, ist der leidende Christus der Passion, des Todes und der Auferstehung; es ist Jesus, der sich zu unserem Heil dem Vater aufopfert. Dieser Erfahrung entspringt auch die tiefe und leidende Liebe zur Kirche, in der zweifachen Form des Gebets und des Opfers. Die Heilige lebt unter diesem Blickwinkel: Sie betet, leidet, sucht die ‚heilige Armut‘ als ‚Entäußerung‘, als Verlust ihrer selbst , um wie Christus zu sein, der sich ganz hingegeben hat.“ 

Heilige Veronica Giuliani

Veronica Giuliani, der 1688/1694 das Amt der Novizenmeisterin in ihrem Kloster anvertraut worden war, wurde 1716 – nach der endgültigen Klärung der Stigmatafrage – Äbtissin. Rund zehn Jahre später, am 9. Juli 1727, starb die Heilige nach einem 33 Tage währenden Todeskampf, den sie mit den Worten beschloss: „Ich habe die Liebe gefunden, die Liebe hat sich gezeigt! Das ist der Grund meines Leidens. Sagt es allen, sagt es allen!“ („Summarium Beatificationis“, 115–120).

Seit 1693 hatte die Heilige bis zu ihrem Tod ein Tagebuch geführt; rund 22.000 handschriftliche Seiten geben Aufschluss über ihr Denken und ihre mystischen Erfahrungen. Pater Girolamo Bastianelli, ein Oratorianer, hatte sie gemeinsam mit dem Diözesanbischof Antonio Eustachi zur Niederschrift ihrer Erfahrungen in einem Tagebuch veranlasst.

Benedikt XVI. führte in seiner Katechese vom 15. Dezember 2010 dazu aus: „In Veronicas Schriften finden wir viele Bibelzitate. Sie sind manchmal indirekt, aber immer genau: Sie zeigt Vertrautheit mit dem heiligen Text, der ihre geistliche Erfahrung nährt. Außerdem muss hervorgehoben werden, dass Veronicas starke Augenblicke mystischer Erfahrung nie getrennt sind von den Heilsereignissen, die in der Liturgie gefeiert werden, wo die Verkündigung des Wortes Gottes und das Hören auf dieses Wort einen besonderen Platz haben. Die Heilige Schrift erleuchtet, reinigt und bestätigt also Veronicas Erfahrung und macht sie kirchlich. Gerade ihre Erfahrung, die ungewöhnlich stark in der Heiligen Schrift verankert ist, führt andererseits jedoch zu einem tieferen und ‘geistlicheren’ Verständnis des Textes; sie tritt ein in die verborgene Tiefe des Textes. Sie drückt sich nicht nur mit den Worten der Heiligen Schrift aus, sondern lebt auch wirklich von diesen Worten, sie erwachen in ihr zum Leben.“

„Die hl. Veronica Giuliani lädt uns ein, in unserem christlichen Leben die Vereinigung mit dem Herrn wachsen zu lassen, im Dasein für die anderen und indem wir uns mit vollkommenem Vertrauen ganz seinem Willen hingeben, ebenso wie die Vereinigung mit der Kirche, der Braut Christi; sie lädt uns ein, an der leidenden Liebe des gekreuzigten Christus für das Heil aller Sünder teilzuhaben; sie lädt uns ein, den Blick fest auf das Paradies zu richten, das Ziel unseres irdischen Weges, wo wir zusammen mit vielen Brüdern und Schwestern in der Freude der vollen Gemeinschaft mit Gott leben werden; sie lädt uns ein, uns täglich vom Wort Gottes zu nähren, um unserem Herzen Wärme und unserem Leben Orientierung zu geben. Die letzten Worte der Heiligen können als Zusammenfassung ihrer leidenschaftlichen mystischen Erfahrung betrachtet werden: „Ich habe die Liebe gefunden, die Liebe hat sich sehen lassen“, wie Benedikt XVI. abschließend während der Katechese feststellte.

Die Heiligsprechung Veronica Giulianis erfolgte am 26. Mai 1839 durch Papst Gregor XVI. .

Die unverwesten Gebeine der Heiligen befinden sich heute unter dem Hochaltar der Klosterkirche in Città di Castello.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria & „Zenit“

IS-Terrorist ließ Gegnern Köpfe abschneiden

© APA

Ein Ex-Kampfsportler aus Wien soll in Syrien Morde an Frauen befohlen haben.

Wien. Sollte die über 200-seitige Anklageschrift der Staatsanwaltschaft auch nur halbwegs unzerpflückt die Beweisaufnahme überstehen, steht seit Mittwoch der bisher brutalste einheimische Scherge der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) vor Gericht. Der Hauptangeklagte Turpal I. – ehemaliger Staatsmeister im Teakwondo – soll als Kommandant einer IS-Einheit in Syrien unter dem Kampfnamen „Abu Aische“ die Ermordung unschuldiger Frauen angeordnet haben. Auf seinen Befehl hin – so die Anklage – seien sieben Schiiten nördlich von Alep­po mit Messern die Köpfe abgeschnitten worden. Turpal I. bestreitet die Vorwürfe, räumt lediglich ein, in Syrien gewesen zu sein, er will dort das Grab seines Schwagers besucht haben.

Wiener Hass-Prediger ebenfalls angeklagt

Beim Mammutprozess unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen vor dem Straflandesgericht, der bis Ende des Monats terminiert ist, wird gegen sieben Angeklagte wegen terroristischer Vereinigung verhandelt. Darunter auch die Eltern von Turpal I. und der Wiener Hass-Prediger Mirsad O., der bereits rechtskräftig zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde und auch Turpal I. für den IS rekrutiert haben soll. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

© all / Hass-Prediger Mirsad O.

Zur Anklage gebracht wurden auch ein 32-jähriger, zum Islam konvertierter Steirer, der sich in Syrien vom IS zum Kämpfer ausbilden ließ, und dessen Ehefrau. Gegen die nicht zum Prozess erschienene Mutter von Turpal I. beantragte die Anklage einen Europäischen Haftbefehl.

Quelle: oe24

Start für Terror-Prozess nach Justiz-Skandal

©AFP/APA

Prozess gegen 32-Jährigen und 6 Komplizen ist für 8 Verhandlungstage anberaumt – wenn Hauptangeklagte kommt.

Wien. Hochspannung am Landesgericht Wien: Am Mittwoch beginnt ein Prozess gegen sieben Angeklagte, die sich für die radikalislamistische Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) betätigt haben sollen. Um den Hauptangeklagten Turpal I. gab es im Mai Schlagzeilen, weil der mutmaßliche IS-Terrorist nach Ablauf der auf zwei Jahre begrenzten U-Haft ­Anfang Mai auf freien Fuß gesetzt worden war. Wie ÖSTERREICH berichtete, war es zu dem Justizskandal gekommen, weil sich die ­Gerichte (Graz und Wien) nicht über die Zuständigkeit einigen konnten.

Verfassungsschutz überwacht Mann auf freiem Fuß

Seit der Tschetschene (der sich einst samt Ehefrau und Tochter von Wien nach Syrien absetzte, um dort als „Abu Aische“ Gräuel und Mord zu begehen) auf freiem Fuß ist, wird er rund um die Uhr vom Verfassungsschutz überwacht. Sein Verteidiger Florian Kreiner verspricht, dass sich sein Mandant dem Verfahren stellen und zum Prozess erscheinen werde. „Wir bereiten uns derzeit auf die Verhandlung vor. Durch die Enthaftung hat er die Möglichkeit, entlastende Beweismittel zu sammeln“, so Kreiner.

Der Hauptangeklagte ist ein Schüler des radikalislamistischen „Hassprediger“ Mirsad O., der selbst 2016 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden ist. In dem Verfahren ist Mirsad O. mitangeklagt: Er soll mehrere junge Männer dazu gebracht haben, in den (Heiligen) Krieg zu ziehen.

Quelle: oe24

Pater Andreas Endl

Großer Schlag für die Erzdiözese Wien

Die Minoritenkirche im Zentrum Wiens – die ehemalige italienische Nationalkirche – wurde am 20. Mai von ihrem Besitzer, der italienischen Kongregation, an die Priesterbruderschaft St. Pius X. (Piusbruderschaft) verschenkt.

Bis jetzt hatte die Priesterbruderschaft St. Pius X. keine eigene Kirche in Wien, wo Kardinal Schönborn die Novus-Ordo-Kirche in eine Abwärtsspirale des Modernismus geführt hat.

Das Grundstück, auf dem die Kirche steht, wurde den Franziskanern 1224 geschenkt, als sie nach Wien kamen. Der Bau der Kirche wurde im Jahr 1350 im Stil der französischen Gotik vollendet.

Die Wände der Kirche sind mit Fresken der Wappen der österreichischen Adelsfamilien bedeckt, die zum Bau der Kirche beigetragen haben oder dort begraben sind.

An der Nordwand der Kirche befindet sich eine lebensgroße Kopie des Abendmahls von Leonardo da Vinci (9,18 x 4,47 m). Es wurde 1809 von Napoleon I. in Auftrag gegeben, später von Franziskus II. gekauft, aber weil es für Schloss Belvedere zu groß war, der italienischen Kongregation übergeben.

Quelle: gloria.tv

Pater Andreas Endl

„Summorum Pontificum ist praktisch tot“

„Wir müssen dieser Messe ein für allemal ein Ende bereiten!“ Mit diesen Worten wird Kardinal Pietro Parolin zitiert.

Die Kriegserklärung gegen die Tradition

„Die Feinde von Summorum Pontificum wollen den Krieg“

(Rom) Die Note des vatikanischen Staatssekretariats zu den Zelebrationen im Petersdom und die Ankündigung von Papst Franziskus, das Motu proprio Summorum Pontificum neu „interpretieren“ zu wollen, sorgen seit Wochen für Unruhe. Dagegen behaupten Stimmen in Rom und außerhalb, teils mit Nachdruck, daß der überlieferte Ritus unumstößlich in der Kirche verankert sei. Es drohe deshalb „keine Gefahr“. Wer das Gegenteil behaupte, erzeuge lediglich unnötige Unruhe, müsse sich fragen lassen, „welches Spiel“ er treibe und dergleichen mehr. Diese Haltung wird auch von Personen, darunter auch Vatikanisten, vertreten, die über gute Informationen und ein ausgewogenes Urteilsvermögen verfügen. Und doch weisen die Zeichen in eine ganz andere Richtung. Das Gegenteil des unnötigen Alarmismus besteht darin, die Augen zu verschließen.

An erster Stelle ist aufgrund der zeitlichen Nähe das Negativbeispiel Dijon zu nennen. Bischof Roland Minnerath setzte die Petrusbruderschaft (FSSP) von einem Tag auf den anderen vor die Tür. Als erschreckend wurde seine Weigerung registriert, Vertreter der betroffenen Priesterbruderschaft, die mit ihm sprechen wollten, um die Gründe zu erfahren, nicht einmal zu empfangen.

Ähnliche Situationen gab es bereits in der Vergangenheit, auch im deutschen Sprachraum. Kann also von einem Einzelfall gesprochen werden? Der Fall Dijon ist schwerwiegender. 

Soweit bisher bekannt wurde, erfolgte der Rauswurf durch Bischof Minnerath, weil die Petrusbrüder unter Verweis auf ihren kanonischen Status und ihr Recht, in der überlieferten Form des Römischen Ritus zelebrieren zu können, die Konzelebration verweigert hatten. Eine solche kennt nur der Novus Ordo Missae von 1969, nicht aber der überlieferte Ritus.

Die Konzelebration ist einer der Schwerpunkte, auf die Papst Franziskus drängt. Da sich der regierende Papst kaum um liturgische Fragen kümmert, sind die wenigen Ansätze, in denen er sich äußert, von besonderem Gewicht. Das sind zwei Elemente, zum einen die Feststellung, daß die Liturgiereform von 1969/1970 „irreversibel“ sei, und zum anderen die Betonung der Konzelebration. Diese wurde durch Franziskus in der Priesterausbildung verankert und gilt seit Frühlingsbeginn, konkret seit dem 22. März, verpflichtend im Petersdom. Die meisten Altäre in der bedeutendsten Kirche der Christenheit sind seither verwaist. Sie bleiben leer, sind ungenützt und haben ausgenommen an besonderen Gedenktagen nur mehr musealen Charakter. Die Priester, ebenfalls eine Vielzahl, die täglich nach Rom und in den Petersdom kommen und dort gerne zelebrieren würden, sind ebenso zur Konzelebration gezwungen wie die Kanoniker des Petersdomes und die vielen Priester, die an der Römischen Kurie Dienst tun.

Nun kann eingewandt werden, daß diese Konzelebration den Neuen Ritus von Annibale Bugnini betrifft, nicht aber den überlieferten Ritus. Dieser wurde durch dieselbe Note des Staatssekretariats in die Vatikanischen Grotten verbannt. Es gibt allerdings den Druck, alle Priester, auch jene, die im überlieferten Ritus zelebrieren (nicht nur die Weltpriester, sondern auch jene der Ecclesia-Dei-Gemeinschaften) zur Konzelebration im Neuen Ritus zu zwingen. Auch damit, wie durch die Verbannung in die „Katakomben“ des Petersdoms, ist beabsichtigt, eine Minderwertigkeit des überlieferten Ritus gegenüber dem Novus Ordo zu behaupten und wieder strukturell einzuzementieren, nachdem Papst Benedikt XVI. diesen Zustand etwas aufgebrochen hatte. 

Unter diesem Gesichtspunkt erhält das Motiv von Bischof Minnerath für den Rauswurf der Petrusbrüder aus dem Bistum Dijon eine Relevanz, die über die engeren Grenzen der Diözese hinausweist. Das gilt umso mehr, da Bischof Minnerath auch Mitglied der römischen Glaubenskongregation ist. Er hält sich mehrfach im Jahr, manchmal monatlich, in Rom auf und verfügt daher über die Informationen und auch die entsprechende Kontakte, um zu wissen, was Santa Marta oder zumindest das engere päpstliche Umfeld wünscht.

War Msgr. Minnerath etwas zu eifrig in seinem vorauseilenden Gehorsam und enthüllte päpstliche Absichten früher, als es Santa Marta recht war? Bestätigt werden die sich daraus ergebenden Bedenken von Paix Liturgique. Am 28. Juni titelte die französische Seite:

„Die Feinde von Summorum Pontificum wollen Krieg“.

„Wir müssen dieser Messe ein für allemal ein Ende bereiten!“

Paix Liturgique zitiert zur Stützung dieser martialischen Aussage zwei hohe Kurienvertreter, die sich mit harten Worten zur überlieferten Form des Römischen Ritus äußerten.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin:

„Wir müssen dieser Messe ein für allemal ein Ende bereiten!“

Aus dem Staatssekretariat stammt auch die Note, mit der die Zelebrationen im Petersdom neu geregelt wurden. Das Dokument ist zwar nicht vom Kardinalstaatssekretär unterzeichnet, sondern von seinem Stellvertreter, dennoch ist sie ohne die Zustimmung von Papst Franziskus und das Wissen von Kardinal Parolin nicht denkbar.

Die zweite ranghohe Stimme aus dem Vatikan, die Paix Liturgique zitiert, ist jene von Msgr. Arthur Roche, dem neuen Präfekten der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung:

„Summorum Pontificum ist praktisch tot!“

„Wir werden die Zuständigkeit in diesem Punkt an die Bischöfe zurückgeben, gerade aber nicht an die konservativen Bischöfe.“

Zu den Absichten, die in Rom bereits Eingang in einen Entwurf gefunden haben, gehört der Plan, die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften, die seit Januar 2019 der Glaubenskongregation unterstehen, der Gottesdienstkongregation zu unterstellen. Dieser Plan ist entgegen anderslautenden Behauptungen noch nicht vom Tisch. Damit würde die außerordentliche Form des Römischen Ritus dem allgemeinen Recht der ordentlichen Form unterworfen. Die sich daraus ergebenden Fragen, Streitfälle und schwerwiegenden Einschränkungen sind absehbar Legion, etwa die Verpflichtung zur gelegentlichen oder gar regelmäßigen Teilnahme am Novus Ordo Missae, die Verwendung des liturgischen Kalenders der ordentlichen Form des Römischen Ritus oder die Verwendung des neuen Lektionars. Die Entscheidungsgewalt über diese und andere Fragen soll, so die in Rom diskutierten Pläne, wie von Msgr. Roche ausgesprochen, unter dem Stichwort Dezentralisierung an die Diözesanbischöfe übertragen werden. Die Konsequenzen, in Worten ausgesprochen, eine fatale Willkür gepaart mit Formen der Repression, malen sich traditionsverbundene Kreise bereits mehr oder weniger aus. Der Fall Dijon könnte sich in rascher Folge in anderen Diözesen wiederholen. Der überlieferte Ritus wäre nicht nur ein Spielball der jeweiligen Launen des Ortsbischofs. Dieser prekäre Zustand weitgehender Rechtsunsicherheit würde sich mit jedem Bischofswechsel wiederholen.

Die Androhung von Präfekt Roche, daß von der Übertragung der Vollmacht „konservative“ Diözesanbischöfe ausdrücklich ausgeklammert bleiben sollen, offenbart einen regelrechten Vernichtungswillen gegen den überlieferten Ritus und die Tradition, und das ganz unabhängig von der Frage, wie eine solche Ausklammerung rechtlich erfolgen sollte.

Erzbischof Arthur Roche

Beide Aussagen von ranghöchsten Kurienvertretern – Erzbischof Roche ist im nächsten Konsistorium Anwärter auf den Kardinalspurpur – sind ein so lautes Säbelrasseln gegen den Geist, die Priester und die Gläubigen der Tradition, daß tatsächlich von einem bevorstehenden Krieg gegen die Tradition die Rede sein kann. Vor allem sind solche Wortmeldungen unvorstellbar, würden sie nicht die Ansichten von Papst Franziskus widerspiegeln. Dessen völlige Verständnislosigkeit gegenüber dem überlieferten Ritus und seinen Vertretern ist notorisch.

Paix Liturgique zieht die Schlußfolgerung, daß durch die Vernichtung von Summorum Pontificum eine Situation angestrebt werde, die einen Rückschritt zum Zustand vor dem Motu proprio Ecclesia Dei von 1988 bedeuten würde.

Ist Dijon bald überall?

Eine indirekte Bestätigung dafür, daß Alarmstufe Rot ist, kommt auch von La Croix, der Tageszeitung der französischen Bischöfe. Am 28. Juni berichtete sie über die angespannte Lage in Dijon. In dem Artikel heißt es:

„Der Papst ist dabei, eine Note über die Anwendung des Dekrets Summorum pontificum zu veröffentlichen, das die außerordentliche Form des Römischen Ritus liberalisiert. Nach Informationen von La Croix sollen die Anwendungsbedingungen dieses Motu proprio bald, vierzehn Jahre nach seiner Veröffentlichung durch Benedikt XVI., überarbeitet werden. Tatsächlich will Franziskus die Autorität der Bischöfe in dieser Angelegenheit stärken.“

Unter dem Stichwort der Dezentralisierung wird jene progressive Agenda, die in den vergangenen Jahrzehnten nicht durchgesetzt werden konnte, mit Hilfe einer neuen Strategie verwirklicht. Den Auftakt dazu machte das umstrittene nachsynodale Schreiben Amoris laetitia, mit dem die Anerkennung von Scheidung, Wiederverheiratung und anderer irregulärer Formen durch die Hintertür praktiziert wird. Ein anderes Beispiel ist die Übertragung von Zuständigkeiten für die Übersetzung der liturgischen Bücher. Damit wurde die von Papst Benedikt XVI. angeordnete Verwendung der Wandlungsworte pro multis in den Volkssprachen als für viele und nicht mehr als für alle blockiert. Billigend wird dabei in Kauf genommen, daß die Einheit der Kirche in zentralen Fragen zertrümmert wird und Zustände entstehen, in denen von Bischofskonferenz zu Bischofskonferenz und von Diözese zu Diözese andere Bestimmungen gelten können.

Quelle: katholisches, G.N. Bild: MiL/Wikicommons

Kardinal Parolin: „Wir müssen die Alte Lateinische Messe für immer abschaffen“

Bild: Pietro Parolin, © Mazur

„Wir müssen der Alte Lateinischen Messe für immer ein Ende setzen“, sagte Vatikan-Staatssekretär Pietro Parolin laut PaixLiturgique.com (28. Juni) vor einer Gruppe gleichgesinnter Kardinäle.

PaixLiturgique.com, eine zuverlässige Nachrichtenquelle, gibt keine Auskunft darüber, wann und wo Parolin seine Behauptung aufgestellt hat.

Die Webseite veröffentlichte auch ein Zitat von Erzbischof Roche, dem neuen Präfekten der Liturgiekongregation, der lachend zu englischsprachigen Seminar-Verantwortlichen in Rom und Mitgliedern der Kurie sagte: „Summorum Pontificum ist praktisch tot! Wir werden den Bischöfen in dieser Sache die Macht zurückgeben, allerdings nicht den konservativen Bischöfen.“

Der politische Begriff „konservativ“ ist ein Schimpfwort, mit dem die Modernisten Katholiken bezeichnen. Seit dem Zweiten Vatikanum haben katholische Priester praktisch keine Chancen, von den Päpsten zu Bischöfen ernannt zu werden.

Quelle: News gloria.tv