Archiv für den Monat: September 2017

Martin Luther – ein Reformator?

Die Rechtfertigung des Sünders: sola fide – allein durch den Glauben?

Die Frage nach der Rechtfertigung des Sünders stellte für Luther einen entscheidenden Punkt seiner Lehre dar. Er löste mit ihr ein persönliches Problem, das ihn jahrelang plagte. Luther litt in seiner Zeit als Mönch an schweren Skrupeln. Trotz allen Ringens, vielen Fastens und anderen Bußübungen konnte er die Begierlichkeit, d. h. die ungeordneten Regungen der Sinnlichkeit und des Stolzes, nicht in sich ertöten. Die katholische Lehre sagt nun, dass solche unfreiwilligen Regungen keine Sünde, sondern nur Versuchungen zur Sünde sind. Luther aber fühlte sich immer vor Gott schuldig und fand auch durch häufige Beichten keine Befreiung von seinen Skrupeln.

Luthers Menschenbild

Für Luther war die ungeordnete Begierlichkeit selbst schon Sünde. Luther und der gesamte alte Protestantismus hatten ein sehr düsteres Menschenbild: Die Natur des Menschen ist durch die Erbsünde so verkrümmt und vom Teufel infiziert, dass der Mensch nichts für sein Heil vermag, sondern auch nach der Taufe aus sich immer nur die Sünde hervorbringt. Der Wille ist – wenigstens hinsichtlich des ewigen Heils – nicht frei, sondern wird entweder von Gott oder vom Teufel geritten: „Der freie Wille ist nichts als ein Pferd, das vom Satan geritten wird; es kann nicht befreit werden, wenn nicht durch Gottes Finger der Teufel hinausgeworfen wird.“ Der Wille ist „ein Lasttier. Wenn Gott darauf reitet, will und geht es dahin, wohin Gott will, … Wenn der Satan darauf reitet, will und geht es dahin, wohin Satan will und es steht nicht in seinem Belieben, zu welchem Reiter es laufen will oder wen es suchen soll, sondern die Reiter selbst streiten darum, es einzunehmen und zu besitzen.“

Luther löste sein Problem, indem er sagte: Obwohl ich Sünder bin und Sünder bleibe, bin ich doch vor Gott gerechtfertigt, denn Gott rechnet mir die Sünde nicht mehr an. Daher ist für Luther der Mensch zugleich Gerechter und Sünder (simul justus et peccator). Er gebrauchte dafür die Bilder eines „gefesselten Räubers“ und eines „heilswürdigen Heuchlers“.

Es gibt für Luther keine wahre Heiligung des Menschen, sondern die Vergebung der Sünden besteht in einer bloßen Nichtanrechnung derselben von Seiten Gottes. Die Sünde bleibt also auch nach der Rechtfertigung, ist aber dann kein Grund der Verdammnis mehr. Ja, Luther verstiegt sich sogar zu Sätzen wie folgenden: „Wenn du unsere Werke allein betrachtest, sind sie Sünde, aber vertraue, dass sie in Christus Gott gefallen. Darum, ob du sündigst oder nicht, stütze dich nur immer fest auf Christus.“

Luther lehnte auch die Lehre ab, nach der uns die Gnade als eine neue Qualität, also als neue Eigenschaft geschenkt wird, die unsere Seele heiligt und ihr die Möglichkeit gibt, übernatürlich wertvolle Werke zu vollbringen. Die Gnade, die letztlich nichts anderes als Christus selbst ist, erhöht und veredelt nach Luther die Natur des Menschen nicht, sondern bleibt etwas ihm Äußerliches und Fremdes. Es gibt dann auch kein Wachstum in der Gnade, sondern diese ist bei allen Gerechtfertigten gleich.

Die Rechtfertigung soll sich nach Luther ohne jedes Zutun des Menschen vollziehen (mere passive). Der Mensch müsse nur glauben und fest darauf vertrauen, dass Christus seine Sünden zugedeckt hat. Dies ist der sog. Fiduzialglaube, d. h. Vertrauensglaube. Er ist aber kein Werk des Menschen, sondern obwohl in uns, doch ohne uns. Die so gewonnene Gnade und Rechtfertigung soll dann unverlierbar sein. Luther trieb dies in einem Brief an Melanchthon mit der Formulierung auf die Spitze: „Sei ein Sünder und sündige tapfer, aber glaube noch stärker (pecca fortiter, sed fortius fide) … Es genügt, dass wir … das Lamm erkannt haben; von diesem wird uns die Sünde nicht losreißen, auch wenn wir tausend- und tausendmal an einem Tage Hurerei oder Mord verübten.“ An anderen Stellen sagt er: „Ob ich gesündigt habe oder Gutes getan habe, ist ein und dasselbe.“ „Das Herz wird wunderbar gestärkt, wenn es erwägt, dass die göttliche Verheißung, die ihm gegeben ist, durch keine Sünde verändert werden kann.“

Die doppelte Gerechtigkeit

Sicherlich meinte auch Luther, dass der Christ Gutes tun solle, aber für die Sündenvergebung und Rechtfertigung hätten diese guten Werke nicht die geringste Bedeutung. Luther hatte sich hier die Lehre von einer doppelten Gerechtigkeit zurechtgelegt, indem er Gnade und Gabe (gratia et donum) unterschied: Die erste und wesentliche Gerechtigkeit komme von der Gnade und sei bei allen Gerechtfertigten gleich, aber mit Hilfe der Gabe könne der gerechtfertigte Mensch Verdienste und damit eine zweite, mehr persönliche Gerechtigkeit erwerben. Diese diene zwar nicht zu einer höheren Heiligkeit, würde dem Menschen aber eine akzidentelle Steigerung der Glorie erwerben. Luther erklärte so die Stelle in 1 Kor 15,41 „ein Stern unterscheidet sich im Glanz vom anderen.“ Jemand, der mehr gearbeitet habe, erhalte auch einen höheren Glanz. Diese Lehre versuchte Luther zwar in gewisse Schriftstellen hineinzulesen, sie findet sich dort aber nirgendwo, was man schon daran erkennt, dass Luther nicht nur den „Papisten“, sondern sogar dem hl. Paulus vorwarf, an manchen Stellen Gnade und Gabe bzw. Gnade und Verdienst zu vermengen, z. B. in Gal 3,5 f und Röm 10,10.

Der doppelten Gerechtigkeit entspricht auch eine doppelte Sünde. Die Erbsünde werde durch Glaube und Taufe vergeben, d. h. nicht mehr angerechnet. Bleiben würde die „Restsünde“, also die Konkupiszenz, durch die der Mensch immerfort sündige. Auch diese Restsünde werde nicht mehr angerechnet, könne aber mit Hilfe der Gabe durch ein gutes Leben immer mehr ausgetilgt werden. Die katholische Unterscheidung von Todsünde und lässlicher Sünde findet dagegen in Luthers Lehre keinen Platz.

Allerdings scheint die Lehre von der doppelten Gerechtigkeit und doppelten Sünde scheint selbst im Luthertum kaum rezipiert worden zu sein.

Die Rechtfertigung „sola fide“ – eine unbiblische Lehre

Die Lehre vom allein rechtfertigenden Glauben wollte Luther aus Röm 3,28 herauslesen, welche Stelle er so übersetzte: „So halten wir es nun, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.“ Das „allein“ hatte Luther hier zur Verdeutlichung hinzugefügt, es steht nicht im Text.

In Wirklichkeit kämpft der hl. Paulus an allen Stellen, in denen er sich gegen eine Gerechtigkeit durch die Werke des Gesetzes wendet, gegen die im Judentum verbreitete Meinung, dass der Mensch durch das Halten des mosaischen Gesetzes gerechtfertigt werde. Da auch manche aus dem Judentum kommende Christen noch zu einer solchen Haltung neigten, betont Paulus, dass der Mensch nicht durch das Gesetz, sondern durch Christus gerechtfertigt werde. Mit Christus aber tritt der Mensch zuerst durch den Glauben in Kontakt, d. h. durch die gläubige Annahme Jesu Christi als Erlöser und die Annahme seiner Lehre. Allerdings steht nirgendwo in der Bibel, der Mensch wäre durch diesen reinen Glauben schon gerettet, ohne dass er entsprechende Werke tun müsse. Es ist eben nur der von der Liebe beseelte Glaube, der den Menschen wahrhaft rechtfertigt. Ein Glaube ohne die Liebe und die ihr entsprechenden Werke ist tot, wie der Jakobusbrief darlegt, weshalb Luther in als „recht stroherne Epistel“ bezeichnete: „Was nützt es, meine Brüder, wenn einer behauptet, er habe Glauben, hat aber keine Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten? Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung sind und es ihnen an der täglichen Nahrung mangelt, einer von euch aber zu ihnen sagt: ‚Geht in Frieden! Zieht euch warm an! Esst euch satt!’, ihnen aber nicht gibt, was sie zum Leben brauchen, was nützte das? So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hervorbringt, für sich allein tot“ (Jak 2,14-17).

Ein Dieb, ein Mörder und ein Ehebrecher können den Glauben haben, aber wenn sie ihre Sünden nicht bereuen und dafür Buße tun, werden sie unzweifelhaft verloren gehen. So schreibt auch Paulus: „Gebt euch keiner Täuschung hin! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lüstlinge noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Gotteslästerer noch Räuber werden Anteil haben am Reich Gottes“ (1 Kor 6,9 f). Im gleichen Brief sagt Paulus sogar: „Wenn ich allen Glauben hätte, so dass ich Berge versetzte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts“ (13,2). Ebenso sagt Christus in der Bergpredigt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! (der also an Christus glaubt!) wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut“ (Mt 7,21).

Die Rechtfertigung vollzieht sich auch nur beim kleinen Kind, wenn es getauft wird, rein passiv. Der Erwachsene muss mit der Gnade mitarbeiten, und es kann hier vorbereitende Akte auf die Rechtfertigung geben. Die Gnade Gottes regt ihn z. B. an, an sein Heil zu denken, seine Sünden zu bereuen, zu beten, gute Werke zu tun usw., aber der Mensch muss dieser Gnade noch zustimmen und ihr folgen. So ist also auch im katholischen System die Gnade das erste und ausschlaggebende. Kein Katholik darf sein Heil von aus eigener Kraft vollbrachten Werken erwarten, wie es die Pelagianer lehrten, deren Häresie schon in der Antike von der Kirche verworfen wurde. Die katholische Lehre betont aber die Wichtigkeit des Mitwirkens des Menschen mit Gnade, was Luther wegen seiner Lehre von der völligen Verderbtheit des Menschen und seines Willens nicht zugeben konnte.

Die Folgen

Viele Anhänger Luthers zogen für sich die Folgerungen aus der Lehre vom allein rettenden Glauben. Luther selbst beklagte mehrmals die unter den Protestanten um sich greifende Sittenverderbnis. In seiner Auslegung des 5. Buchs Moses sagt er, seine Evangelischen seien jetzt siebenmal ärger, als sie zuvor unter dem Papsttum gewesen waren. Er warf den Deutschen Undank gegen ihn, ihren größten Wohltäter und das Evangelium vor. Das von ihm reformierte Sachsen nannte er das verworfenste Land. 1538 bemerkte er, er hätte sein Werk nicht angefangen, wenn er die Folgen vorausgesehen hätte. Die in Wittenberg herrschende Zügellosigkeit empörte ihn so sehr, dass er im Sommer 1545 seiner Käthe schrieb: „Nur weg aus diesem Sodoma! Ich will umherschweifen und eher das Bettelbrot essen, ehe ich meine armen, alten, letzten Tage mit dem unordigen Wesen zu Wittenberg martern und verunruhigen will mit Verlust meiner sauren, teuren Arbeit.“

Quelle: fsspx Bild: Screens.

Hl. Pater Pio – 10.09.2017

Worte des hl. Pater Pio – 10.09.2017

Jesus, entzünde Du in mir jenes Feuer, das Du zu bringen auf die Erde gekommen bist, auf dass ich mich, von ihm verzehrt, auf dem Altar Deiner barmherzigen Liebe hinopfere als ein Brandopfer der Liebe, damit Du in meinem Herzen und in den Herzen aller herrschest und damit überall aus aller Munde ein einziger Gesang erschalle, voll Lob, Preis und Dank an Dich, für die Liebe, die Du uns im Geheimnis Deiner zarten, göttlichen Geburt bewiesen hast.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

Carlo Kardinal Caffarra

Kardinal Robert Sarah zum Tod von Kardinal Caffarra

 “Caffarra war völlig und allein von einer tiefen und reinen Liebe für Christus und die Kirche, geleitet.“

Diese Worte fand Kardinal Raymond Burke zur Nachricht vom Ableben seines Mitbruders, Carlo Kardinal Caffarra, dem emeritierten Erzbischof von Bologna.

Kardinal Burke: „Ein wahrer Mann der Kirche und vorbildlicher Priester, Bischof und Kardinal“

Die beiden Kardinäle verband eine tiefe Sorge über die Lage der Kirche und den Kurs, den Papst Franziskus dem Boot des Petrus verordnet hat. Am 19. September 2016 gehörten sie zu den Unterzeichnern der Dubia(Zweifel) zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia. Die Dubia sind zum Stachel im Fleisch dieses Pontifikats geworden. Sie bilden die gewichtigste Kritik an zweideutigen Aussagen von Papst Franziskus zur Ehe und zur Eucharistie. In Frageform vorgetragen, erfüllen sie alle Voraussetzungen einer respektvollen und der Würde des Papstes angemessenen Kritik. Zwei der vier Unterzeichner, Joachim Kardinal Meisner und nun auch Kardinal Carlo Caffarra, sind aus dieser Welt abgetreten, ohne Antwort von Franziskus auf ihre Fragen zu erhalten.

Kardinal Burke von Edward Pentin vom National Catholic Register befragt, sagte zum Tod Caffarras:

„Während ich den Verlust seiner irdischen Präsenz zutiefst beklage, bin ich mir sicher, daß seine Liebe für Christus und die Kirche fortwirkt.“

Er sei, so der US-amerikanische Kardinal, ein „wahrer Mann der Kirche“ und ein „vorbildlicher Priester, Bischof und Kardinal“ gewesen.

„Die Reinheit seines Herzens war für mich immer offensichtlich und war eine ständige Anregung.“

„Nachdem mir das große Geschenk zuteil wurde, Kardinal Caffara viele Jahre hindurch kennen und in den letzten Jahren eng mit ihm für die Bewahrung und Förderung der beständigen Lehre und Praxis der Kirche zur heiligen Ehe und heiligen Eucharistie zusammenarbeiten zu dürfen, kann ich versichern, daß er völlig und allein von einer tiefen und reinen Liebe für Christus und den mystischen Leib Christi, die Kirche, geleitet war.“

Ettore Gotti Tedeschi: „Caffarra war ein heiliger Mann“

Ettore Gotti Tedeschi, der ehemalige Präsident der Vatikanbank IOR und bekannte Wirtschaftswissenschaftler, sprach „vom großen Leiden“, das Kardinal Caffarra „wegen seiner Liebe für die Kirche und für das Amt des Papstes“ in der letzten Zeit seines irdischen Lebens durchlitten habe. Er habe in den letzten Monaten „zahlreiche Angriffe und Anschuldigungen“ erdulden müssen wegen der Veröffentlichung der Dubia (Zweifel) zu Amoris laetitia.

Nach dem Tod seines Mitbruders und Dubia-Mitunterzeichners Kardinal Meisner war es sogar rund um sein Begräbnis zu scharfen Polemiken und Pöbeleien von Ultrabergoglianern gegen den Verstorbenen und Papst Benedikt XVI. gekommen. „Das einzige Argument, das die Amoris-laetitia-Fanatiker imstande sind, den Kritikern dieses Dokumentes entgegenzuhalten ist mehr als schwach, nämlich der ‚Bruch der Einheit‘“, wie Roberto de Mattei schrieb. Ein „Argument“, das völlig haltlos und für jeden rechtgläubigen Menschen beleidigend ist. Das dadurch entstandene Klima in der Kirche erklärt das „große Leiden“ Caffarras, von dem Ettore Gotti Tedeschi spricht. Dieser weiter:

„Caffarra war ein heiliger Mann. Wenn er über schwerwiegende Dinge sprach, die ihn leiden ließen, sprach er wie jemand, der mit Gott vertraut ist, der mit Gott spricht und vor allem der Ihn sucht.“

Ettore Gotti Tedeschi äußerte zudem die Ansicht, daß jetzt der Moment sei, in dem die Kardinäle Burke und Brandmüller, die beiden noch lebenden Unterzeichner der Dubia, „im Gedenken an die Kardinäle Caffarra und Meisner“ eine „noch größere Anstrengung und noch größeren Einsatz“ in Sachen Dubia aufbringen sollten.

Kardinal Sarah: „Ein großer Diener der Kirche“

Auch Kardinal Robert Sarah, Präfekt der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und ein anderer herausragender Kardinal der Kirche, zollte dem verstorbenen Erzbischof von Bologna große Anerkennung. Der Kardinal aus Guinea erinnerte dabei an den „großen Dienst“, den Kardinal Caffarra der Kirche geleistet habe.

Auf Twitter schrieb Kardinal Sarah in einer ersten Reaktion:

„Kardinal Caffarra ist gestorben. Ich bitte, diesem großen Diener der Kirche, Freund von Johannes Paul II. und außergewöhnlichen Theologen die Ehre zu erweisen.“

Quelle: katholisches.info Bild: CFM.SCJ Archiv Kairo

 

Tagesevangelium – 11.09.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 6,6-11

An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war.
Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor.
Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen?
Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund.
Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 10.09.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 18,15-20

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.
Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.
Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Kardinal Carlo Caffarra

Umarmung mit unterschiedlicher Mimik. 2. April 2017 in Carpi. Der Papst richtete beim Mittagessen nie das Wort an den neben ihm sitzenden Kardinal Caffarra.

„Ich teile den Schmerz der Gemeinschaft von Bologna wegen des Todes dieses lieben Bruders im Bischofsamt, der dem Evangelium mit Freude gedient hat. Er hat die Kirche innigst geliebt.“

Papst Franziskus in einem Beileidstelegramm an Matteo Kardinal Zuppi, den Erzbischof von Bologna, zum Tod von Carlo Kardinal Caffarra, der von 1995−2015 Erzbischof von Bologna war. Derselbe Papst verweigerte Kardinal Caffarra seit einem Jahr eine Antwort auf dessen Dubia (Zweifel) zum umstrittenen nachsynodalen Schreiben Amoris laetitia, verweigerte ihm jede Antwort auf dessen Bitte um eine Audienz, um über die genannten Fragen zu sprechen, die ihn tief besorgten, weil er durch sie Grundfesten der Glaubenslehre und der Sakramentenordnung bedroht sah, und er verweigerte ihm sogar das Gespräch, als sie Anfang April bei einem Mittagessen in Carpi des Ranges wegen nebeneinander am Tisch saßen.

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Tagesevangelium – 09.09.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 6,1-5

Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine Jünger Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie.
Da sagten einige Pharisäer: Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat verboten!
Jesus erwiderte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren – wie er in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote nahm, die nur die Priester essen dürfen, und wie er sie aß und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus fügte hinzu: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner