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18. Dezember in der Adventszeit

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) – Papst

„Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte“

Auch über die Arbeit des Zimmermanns im Haus von Nazaret breitet sich dieselbe Atmosphäre des Schweigens aus, die alles, was sich auf die Gestalt des Josef bezieht, begleitet. Es ist jedoch ein Schweigen, das auf besondere Weise das innere Profil dieser Gestalt freilegt. Die Evangelien sprechen ausschließlich von dem, was Josef „tat“; übereinstimmend decken sie jedoch in seinen bisweilen von Schweigen umhüllten „Handlungen“ eine Atmosphäre tiefer Beschaulichkeit auf. Josef stand in täglichem Kontakt mit dem „von Ewigkeit her verborgenen“ Geheimnis, das unter dem Dach seines Hauses „Wohnung genommen hat“. […] Wie soll man, da die „väterliche“ Liebe Josefs nicht ohne Einfluß auf die „kindliche“ Liebe Jesu und umgekehrt die „kindliche“ Liebe Jesu nicht ohne Einfluß auf die „väterliche“ Liebe Josefs bleiben konnte, in die Tiefgründigkeit dieser einzigartigen Beziehung vordringen? Die für die Anregungen der göttlichen Liebe empfänglichsten Seelen sehen mit Recht in Josef ein leuchtendes Beispiel inneren Lebens. Außerdem wird die scheinbare Spannung zwischen dem tätigen und dem beschaulichen Leben in ihm in idealer Weise überwunden, was nur dem möglich ist, der die Vollkommenheit der Liebe besitzt. Der bekannten Unterscheidung zwischen der Liebe zur Wahrheit (caritas veritatis) und der Notwendigkeit der Liebe (necessitas caritatis) folgend, können wir sagen, daß Josef sowohl die Liebe zur Wahrheit, das heißt die reine betrachtende Liebe zur göttlichen Wahrheit, die vom Menschsein Christi ausstrahlte, gelebt hat als auch die Notwendigkeit der Liebe, das heißt die ebenso reine Liebe des Dienstes, den die Obhut und Entfaltung eben dieses Menschseins von ihm verlangte.

Quelle: Apostolisches Schreiben „Redemptoris Custos“ über Gestalt und Sendung des heiligen Josef im Leben Christi und der Kirche, §§ 25-27 © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 18.12.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 1,18-24

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Der Islam und das Schweigen der Kirchen

Viele Menschen sind verwundert darüber, mit welcher Passivität die christlichen Kirchen die Entwicklung in Deutschland und Europa bezüglich zunehmender Macht des organisierten politischen Islams hinweg schauen. Auf das Schweigen der Geistlichen und ihre Befangenheit vor einer direkten theologischen Auseinandersetzung reagieren die Menschen mit Unmut. Sie vermissen die mit Recht erwartete ehrliche, ehrenhafte und mutige Haltung der Kirche. Warum fehlt diese Haltung? Wieso sind die Kirchen ständig im Bemühen, den Menschen zuzumuten, Antiislam Tendenzen und patriotische Gefühle zu überwinden und im Gegenteil dazu, den Islam mit seiner sämtlichen menschenverachtenden Lehren zu respektieren und die Untaten des islamischen Propheten als heilig zu betrachten? Alles nur im Namen der christlichen Nächstenliebe und für ein friedliches Zusammenleben?

„Allah wirft Jesus hinaus“

Muslime in Italien kaufen Kirche

Der Verkauf einer leer stehenden katholischen Kirche hat in der norditalienischen Stadt Bergamo einen kleinen Religionskonflikt ausgelöst.

Der Streit in Bergamon begann im Oktober, als eine Gesundheitsbehörde die ehemalige Krankenhauskapelle zur Versteigerung ausschrieb. Der Verkäufer ging davon aus, dass sich die örtliche Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde das Gebäude sichern würde. Sie nutzte die Kirche seit drei Jahren als Leihgabe. „Als wir im August 2015 hierher zogen, hieß es, „keine Sorge, in der Zukunft werdet ihr die Kirche direkt kaufen können““, sagte Priester Gheorghe Velescu der Deutschen Presse-Agentur.

Aber es lief nicht alles nach Plan: Im letzten Moment schnappte der Verband der Muslime in Bergamo der Rumänisch-Orthodoxen Gemeinde das Gebäude für rund 450.000 Euro vor der Nase weg. Der Verkauf schockierte nicht nur die Rumänen. Die Vorstellung, die kleine katholische Kirche in der vornehmen Stadt am Alpenrand könne zu einer Moschee umfunktioniert werden, galt Kritikern als Beweis einer muslimischen „Invasion“.

Quelle: auszugsweise diepresse.com

 

Gefeiert am 17. Dezember

Yolanda von Vianden – Priorin von Marienthal

* um 1220 in Vianden in Luxemburg
† 17. Dezember 1283 in Marienthal im heutigen Luxemburg

Jolanda (Schreibweise auch Yolanda) war die Tochter des Grafen Heinrich I. von Vianden und seiner Ehefrau Margarete von Courtenay. Schon als Neunjährige wollte sie bei einem Besuch ihrer Tante, der Äbtissin von Saline, im Kloster bleiben. Später versuchte sie immer wieder, ihre Eltern zur Erlaubnis zu bewegen, in ein Kloster eintreten zu dürfen – die Eltern wollten sie gern standesgemäß verheiraten. Doch erst 1248 gaben sie nach, und Jolanda trat ins Dominikanerinnenkloster in Marienthal bei Mersch ein, wo sie 35 Jahre lebte und wirkte. Zehn Jahre nach ihrem Eintritt wurde sie Priorin und führte das Kloster zu großer Blüte. Sie erweiterte das Kloster, richtete eine Bibliothek ein und baute eine fünfschiffige Kirche.  Nach dem Tod ihres Vaters trat auch ihre Mutter ins Kloster Marienthal ein.

Im Codex Mariendalensis ist in 6000 mittelhochdeutschen Reimpaaren ihr Leben beschrieben. Jolanda wird, ohne offiziell seliggesprochen zu sein, in ihrer Heimat als Selige verehrt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

17. Dezember in der Adventszeit

Dogmatische Konstitution „Dei Verbum“ über die göttliche Offenbarung

„Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen […]; in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn“ (Heb 1,1-2)

Gott, der durch das Wort alles erschafft (vgl. Joh 1,3) und erhält, gibt den Menschen jederzeit in den geschaffenen Dingen Zeugnis von sich (vgl. Röm 1,19-20). Da er aber den Weg übernatürlichen Heiles eröffnen wollte, hat er darüber hinaus sich selbst schon am Anfang den Stammeltern kundgetan. Nach ihrem Fall hat er sie wiederaufgerichtet in Hoffnung auf das Heil, indem er die Erlösung versprach (vgl. Gen 3,15). Ohne Unterlaß hat er für das Menschengeschlecht gesorgt, um allen das ewige Leben zu geben, die das Heil suchen durch Ausdauer im guten Handeln (vgl. Röm 2,6-7). Später berief er Abraham, um ihn zu einem großen Volk zu machen (vgl. Gen 12,2), das er dann nach den Patriarchen durch Moses und die Propheten erzog, ihn allein als lebendigen und wahren Gott, als fürsorgenden Vater und gerechten Richter anzuerkennen und auf den versprochenen Erlöser zu harren. So hat er dem Evangelium den Weg durch die Zeiten bereitet. Nachdem Gott viele Male und auf viele Weisen durch die Propheten gesprochen hatte, „hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn“ (Hebr 1,1-2). Er hat seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen, gesandt, damit er unter den Menschen wohne und ihnen vom Innern Gottes Kunde bringe (vgl. Joh 1,1-18). Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als „Mensch zu den Menschen“ gesandt, „redet die Worte Gottes“ (Joh 3,34) und vollendet das Heilswerk, dessen Durchführung der Vater ihm aufgetragen hat (vgl. Joh 5,36; 17,4). Wer ihn sieht, sieht auch den Vater (vgl. Joh 14,9). Er ist es, der durch sein ganzes Dasein und seine ganze Erscheinung, durch Worte und Werke, durch Zeichen und Wunder, vor allem aber durch seinen Tod und seine herrliche Auferstehung von den Toten, schließlich durch die Sendung des Geistes der Wahrheit die Offenbarung erfüllt und abschließt […].

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

Tagesevangelium – 17.12.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 1,1-17

Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams:
Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern.
Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram, Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon. Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai, Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war. Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa, Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija. Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija, Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija. Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft. Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiel, Schealtiel von Serubbabel, Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor. Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud, Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob. Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird. Im ganzen sind es also von Abraham bis David vierzehn Generationen, von David bis zur Babylonischen Gefangenschaft vierzehn Generationen und von der Babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus vierzehn Generationen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 16. Dezember

Hl. Adelheid – Deutsche Kaiserin und Klostergründerin

* um 931 in Burgund in Frankreich
† 16. Dezember 999 in Seltz im Elsass in Frankreich

Adelheid war die Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund. Nach dem Tod ihres Vaters heiratete der König der Lombardei Adelheids gerade verwitwete Mutter und verlobte Adelheid mit seinem Sohn Lothar, 947 heiratete Adelheid König Lothar II. von Niederburg und Italien. Lothar wurde 950 vergiftet, der vermutliche Mörder Berengar II. machte sich zum König und forderte Adelheid auf, die Frau seines Sohnes Adalbert zu werden. Als sie sich weigerte, beraubte er sie, setzte sie in Garda gefangen und misshandelte sie. Ein Priester Martin befreite sie durch einen unterirdischen Gang, versteckte sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter Emma im Wald und ernährte sie mit im See gefangenen Fischen.

Alberto Uzzo holte sie dann auf sein Schloss in Canossa. Auf seinem ersten Italienzug 951/952 brachte der Deutsche Kaiser Otto I. Oberitalien unter seine Herrschaft, vermählte sich in zweiter Ehe an Weihnachten 951 mit Adelheid und erhielt damit die rechtmäßige Herrschaft über Oberitalien. Adelheid kehrte an seiner Seite nach Deutschland zurück. 962 fand in Rom die Kaiserkrönung des Paares durch Papst Johannes XII. statt. Als deutsche Kaiserin und burgundische Prinzessin öffnete sie der clunyazensischen Klosterreform in Deutschland die Türen. Als 973 ihr Mann starb, übernahm sie die Regentschaft für den jungen Otto II.; auf Betreiben von dessen junger ehrgeiziger Frau Theophanu, einer griechischen Prinzessin, wuchs der Widerstand gegen Adelheid, vor allem gegen ihre fromme Freigiebigkeit.

Adelheid zog sich wieder nach Burgund zurück und gründete in der Folge mehrere Klöster. Es folgte die Versöhnung mit dem Sohn, danach einige glanzvolle Jahre in Italien und eine erneute Krise nach dem Tod des Sohnes im Jahre 983, als sie zusammen mit Theophanou die Regentschaft für ihren Enkel und deren Sohn, Otto III., teilen mußte. Adelheid musste erneut weichen, diesmal in die Lombardei, die ihrer alten Königin immer noch zugetan war. Sie kehrte dann aber noch einmal als Regentin zurück: Theophanou starb 991, bevor Otto III. alt genug zur Regierungsübernahme war. Adelheid führte die Regierungsgeschäfte mit großer Weisheit, förderte wieder Klostergründungen und die Missionierung im Norden Deutschlands.

Als Otto III. die Macht dann übernahm, musste Adelheid auf Druck des Hofes zum letzten Mal weichen, sie zog sich 994 in das von ihr gegründete Benediktiner-Doppelkloster Selz im Elsaß zurück.

Adelheids Grab in Selz entwickelte sich eine rege Wallfahrt; in der Reformation verschwanden hier ihre Gebeine; andere Reliquien sind in Hannover. Abt Odilo von Cluny, ihr Biograf, nannte Adelheid „die kaiserlichste aller Kaiserinnen“.

St. Sturmius Altar

Hl. Sturmius von Fulda – Erster Abt in Fulda

* um 710 in Oberösterreich, eventuell in Lorch,(?) oder in Bayern
† 10. (oder evtl. 20.) Dezember 779 in Fulda in Hessen

Sturmius, aus bayerischem Adel geboren, lernte Bonifatius bei dessen erstem Aufenthalt in Bayern kennen. Bonifatius nahm ihn mit nach Fritzlar, wo er im Kloster von Abt Wigbert ausgebildet und in die Welt der Bibel ebenso eingeführt wurde wie in das mönchische Leben; Sturmius wurde als Bonifatius‘ Lieblingsschüler bezeichnet. Wohl 739 wurde er zum Priester geweiht. Zunächst wirkte er als Missionar, dann lebte er drei Jahre lang als Einsiedler, bis Bonifatius ihn mit der Missionsarbeit in Hessen beauftragte.

In einer um 700 bei den Sachseneinfällen völlig verwüsteten Gegend errichtete Sturmius 744 im Auftrag von Bonifatius mit sieben Gefährten auf einem ihnen von Karlmann geschenkten Gelände an der Fulda ein Kloster, dessen Abt er wurde. 747 reiste Sturmius nach Rom und zum Kloster Montecassino, um die Regeln des Benedikt von Nursia zu studieren und sein Kloster nach diesen Regeln einzurichten. Das Kloster Fulda wurde 751 unmittelbar dem Heiligen Stuhl unterstellt, es sollte nach Bonifatius‘ Plänen ein geistig-spirituelles Zentrum werden und die neu missionierten Länder von innen heraus stärken.

Nach dem Tod von Bonifatius überführte Sturmius 754 den Leichnam des Ermordeten – gegen den Willen von Erzbischof Lullus von Mainz, der Ansprüche erhob – in die Domkrypta des Klosters; die Reliquien brachten dem Kloster hohe Aufmerksamkeit und große Schenkungen ein, damit war die Grundlage für das Wachstum gelegt, aus dem später die Stadt Fulda entstand.

Sturmius geriet nun immer mehr in die Strudel machtpolitischer Ränke zwischen Bayern, den Karolingern und Erzbischof Lullus von Mainz; der erhob Anspruch auf Fulda und erreichte bei Pippin dem Jüngeren, dass Sturmius 763 ins Kloster Jumièges ins Exil verbannt wurde; dort machte er allerdings viele positive neue Erfahrungen, die er nach seiner Rehabilitation und Heimkehr 765 so nutzbringend einsetzten konnte, dass das Kloster – nun direkt unter den Schutz des Königs gestellt – unter seiner Leitung zu einem der bedeutendsten Klöster im Mittelalter wurde.

Sturmius pflegte gute Kontakte zum Königshof. Karl der Große beauftragte ihn mit Gesandtschaften, bestätigte 773 die Rechte des Klosters und garantierte 774 freie Abtswahl und Immunität. 779 begleitete Sturmius König Karl auf dessen Feldzug gegen die Sachsen. Er kehrte krank zurück, bald darauf starb er und wurde neben Bonifatius beigesetzt.

Sturmius‘ Neffe Eigil schrieb – wohl um 796 – seine Lebensgeschichte, führte Feiern zum Todestag ein, überführte die Gebeine ins südliche Seitenschiff der Basilika und sorgte so für bleibendes Gedenken.

Quelle & Bild: CFM.SCJ Archiv Cairo

16.12.2018 – 3. Adventssonntag – Gaudete Sonntag

Hl. Maximus von Turin – Bischof

„Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft“

Johannes hat nicht nur zu seiner Zeit gesprochen, als er den Pharisäern den Herrn verkündet hat, wenn er sagte: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ (Mt 3,3). Heute erschallt sein Ruf in uns, und der Donner seiner Stimme erschüttert die Wüste unserer Sünden […] Seine Stimme hallt noch heute wider und ruft: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ […] Er fordert uns auf, den Weg für den Herrn vorzubereiten – nicht dadurch, dass wir eine Straße bauen – sondern durch die Reinheit unseres Glaubens. Der Herr ergreift nicht die Wege dieser Erde, vielmehr dringt er bis in die Tiefe des Herzens vor. Wenn dieser Weg irgendetwas Rohes in den Sitten, etwas Hartes in unserer Grobheit, etwas Schmutziges in unserem Verhalten aufweist, so sollen wir es reinigen, begradigen, einebnen. So wird der Herr bei seinem Kommen, anstatt zu stolpern, einen Weg vorfinden, der von Keuschheit geprägt ist, durch den Glauben geebnet ist und mit unseren Almosen geschmückt wurde. Der Herr hat die Gewohnheit, auf einem solchen Weg voranzuschreiten, denn der Prophet sagt: „[…] bringet seinem Namen ein Loblied; bereitet dem Bahn, der heraufzieht über den Sonnenuntergang! Herr ist sein Name!“ (Ps 68(67),5 Vulg.). […] Johannes selbst hat seinen Weg für das Kommen Christi in vollkommener Weise verfolgt und geordnet, denn er war in allem bescheiden, demütig, arm und jungfräulich. „Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung“ (Mt 3,4). Was ist ein größeres Zeichen der Demut, als die Verachtung weicher Kleider, anstelle derer man sich mit rauem Fell kleidet? Was ist ein tieferes Zeichen des Glaubens, als immer mit gegürteten Hüften bereit zu sein für die Pflichten des Dienstes? Welches Zeichen des Verzichts wäre strahlender, als sich von Heuschrecken zu ernähren und von wildem Honig?

Papst Benedikt XVI. über den heiligen Bischof Maximus von Turin

Liebe Brüder und Schwestern!

Zwischen dem Ende des vierten und dem Beginn des fünften Jahrhunderts trug nach dem heiligen Ambrosius ein anderer Kirchenvater entscheidend zur Verbreitung und Festigung des Christentums in Norditalien bei: Es handelt sich um den heiligen Maximus, dem wir 398, einem Jahr nach dem Tod des Ambrosius, als Bischof von Turin begegnen. Die Nachrichten über ihn sind sehr spärlich; dafür ist auf uns eine Sammlung von ungefähr 90 seiner Predigten gekommen. Aus ihnen wird jene tiefe und lebendige Bande des Bischofs mit seiner Stadt ersichtlich, das einen offensichtlichen Berührungspunkt zwischen dem bischöflichen Dienst des Ambrosius und jenem des Maximus bezeugt.

In jener Zeit störten schwere Spannungen die Ordnung des zivilen Zusammenlebens. Maximus gelang es in diesem Kontext, das Christenvolk als Hirte und Lehrer um seine Person zu sammeln. Die Stadt war der Bedrohung zerstreuter Barbarengruppen ausgesetzt, die über die östlichen Grenzen eingedrungen waren und bis zu den Westalpen vorrückten. Aus diesem Grund war Turin ständig von Militärgarnisonen besetzt und wurde in den kritischen Momenten zur Zufluchtsstätte der flüchtenden Bevölkerung des Umlandes sowie der Städte, denen es an Schutz mangelte. Die Interventionen des Maximus angesichts dieser Situation bezeugen sein Engagement, um auf den zivilen Niedergang und Zusammenbruch zu antworten. Ist es auch schwierig, die soziale Herkunft der Adressaten der Predigten zu bestimmen, so scheint es, dass die Predigt des Maximus – um die Gefahr der Verallgemeinerung zu überwinden – sich in spezifischer Weise an einen auserwählten Kern der christlichen Gemeinde von Turin richtete, der sich aus reichen Landbesitzern zusammensetzte, die ihre Besitzungen im Turiner Umland und ihre Häuser in der Stadt hatten. Es war dies eine eindeutige pastorale Wahl des Bischofs, der in dieser Art der Predigt den wirksamsten Weg erkannte, um seine Bande mit dem Volk aufrechtzuerhalten und zu stärken.

Um in dieser Perspektive das Amt des Maximus in seiner Stadt zu erläutern, möchte ich als Beispiel die Predigten Nr. 17 und 18 heranziehen, die einem stets aktuellen Thema gewidmet sind: dem des Reichtums und der Armut in den christlichen Gemeinden. Auch in dieser Hinsicht wurde die Stadt von schweren Spannungen erschüttert. Die Reichtümer wurden angehäuft und verborgen gehalten.

In der folgenden 18. Predigt prangert Maximus das wiederholte Vorkommen von Plünderungen auf dem Rücken des Unglücks der anderen an. „Sag mir, Christ“, so redet der Bischof seine Gläubigen an, „sag mir: Warum hast du die von den Räubern hinterlassene Beute an dich genommen? Warum hast du einen zerfleischten und besudelten ‚Gewinn‘ in dein Haus eingebracht?“ – „Vielleicht aber“, so fährt er fort, „gibst du vor, gekauft zu haben, und meinst deshalb, der Anklage des Geizes zu entgehen. Nicht so aber kann der Kauf mit dem Verkauf vereinbart werden. Es ist gut zu kaufen, aber in Friedenszeiten, was frei verkäuflich ist, nicht während einer Plünderung, was geraubt worden ist… Es handelt also als Christ und Bürger, wer kauft, um zurückzuerstatten.“ (Predigt 18,3).

Ohne es zu sehr erkennen zu lassen, kommt Maximus so dazu, eine tiefe Beziehung zwischen den Pflichten des Christen und denen des Bürgers zu predigen. In seinen Augen bedeutet ein Leben als Christ auch, bürgerliche Verpflichtungen zu übernehmen. Umgekehrt gilt: Jeder Christ, der „trotz der Möglichkeit, von seiner Arbeit zu leben, die Beute des anderen mit der Raserei von wilden Tieren an sich reisst“; der „seinen Nachbarn bedrängt“ und „jeden Tag die Grenzen des anderen übertreten, sich der Erzeugnisse bemächtigen will“, scheint ihm nicht einmal mehr nur dem Fuchs ähnlich zu sein, der die Hühner abschlachtet, sondern dem Wolf, der sich auf die Schweine stürzt (Predigt 41,4).

Im Vergleich zur vorsichtigen Verteidigungshaltung, die Ambrosius zur Rechtfertigung seiner berühmten Initiative zum Loskauf der Kriegsgefangenen an den Tag legte, treten deutlich die geschichtlichen Veränderungen hervor, die sich in der Beziehung zwischen dem Bischof und den Institutionen der Stadt eingestellt hatten. Da er nunmehr durch eine Gesetzgebung unterstützt wurde, die die Christen dazu anspornte, die Gefangenen loszukaufen, fühlte sich Maximus angesichts des Zusammenbruchs der zivilen Autoritäten des Römischen Reiches völlig dazu ermächtigt, in diesem Sinne eine wahre Kontrollmacht über die Stadt auszuüben. Diese Macht sollte dann immer weiter und wirksamer werden, bis zu dem Punkt, dass sie die Abwesenheit der Beamten und der zivilen Institutionen ersetzte. In diesem Kontext setzt sich Maximus nicht nur dafür ein, um in den Gläubigen die traditionelle Liebe zur Vaterstadt wieder aufflammen zu lassen, sondern er verkündet auch die konkrete Pflicht, die Steuerlast auf sich zu nehmen, so schwer und unbeliebt diese auch erscheinen mag (Predigt 26,2).

Also, der Ton und der Inhalt der Predigten setzen ein gewachsenes Bewusstsein für die politische Verantwortlichkeit des Bischofs in den spezifischen geschichtlichen Umständen voraus. Er ist der in die Stadt gesetzte „Späher“. Wer sollten denn sonst diese Späher sein, fragt sich nämlich Maximus in der Predigt 91, „wenn nicht die seligsten Bischöfe, die zur Verteidigung der Völker gewissermassen auf ein hohes Bollwerk der Weisheit gestellt worden sind und so von Ferne die ankommenden Übel sehen?“

Und in der Predigt 89 erklärt der Bischof von Turin den Gläubigen ihre Aufgaben, und bedient sich dabei eines einzigartigen Vergleichs zwischen der Funktion des Bischofs und der der Bienen: „Wie die Biene“, sagt er, „achten die Bischöfe auf die Keuschheit des Leibes, reichen die Speise des himmlischen Lebens, gebrauchen den Stachel des Gesetzes. Sie sind rein, um zu heiligen; süss, um zu stärken; streng, um zu strafen.“ So beschreibt der heilige Maximus die Aufgabe des Bischofs zu seiner Zeit.

Die historische und literarische Analyse beweist also ein wachsendes Bewusstsein der politischen Verantwortung der kirchlichen Autorität in einem Kontext, in dem sie de facto an die Stelle der zivilen Autorität trat. Dies ist tatsächlich die Entwicklungslinie des Bischofsamtes in Nordwestitalien seit Eusebius, der „wie ein Mönch“ in seinem Vercelli wohnte, bis zu Maximus von Turin, der als „Wache“ auf die höchste Festung der Stadt gestellt war.

Es ist offensichtlich, dass der geschichtliche, kulturelle und soziale Kontext heute vollkommen anders ist. Der heutige Kontext ist vielmehr der, dessen Grundriss mein verehrter Vorgänger Papst Johannes Paul II. im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Ecclesia in Europa anlegte, wo er eine differenzierte Analyse der Herausforderungen und hoffnungsvollen Zeichen für die Kirche in Europa heute bietet (6-22). In jedem Fall bleiben trotz der veränderten Situationen die Pflichten des Gläubigen gegenüber seiner Stadt und seinem Vaterland immer gültig. Die Verwobenheit der Pflichten des „ehrlichen Bürgers“ mit denen des „guten Christen“ hat mitnichten an Bedeutung eingebüsst.

Zum Schluss möchte ich an das erinnern, was die Pastoralkonstitution Gaudium et spes sagt, um einen der wichtigsten Aspekte der Lebenseinheit des Christen zu erhellen: die Kohärenz zwischen Glauben und Verhalten, zwischen Evangelium und Kultur.

Das Konzil fordert die Gläubigen auf, „nach treuer Erfüllung ihrer irdischen Pflichten zu streben, und dies im Geist des Evangeliums. Die Wahrheit verfehlen die, die im Bewusstsein, hier keine bleibende Stätte zu haben, sondern die künftige zu suchen, darum meinen, sie könnten ihre irdischen Pflichten vernachlässigen, und so verkennen, dass sie, nach Massgabe der jedem zuteil gewordenen Berufung, gerade durch den Glauben selbst um so mehr zu deren Erfüllung verpflichtet sind“ (43).

Folgen wir dem Lehramt des heiligen Maximus und vieler anderer Väter, und machen wir uns den Wunsch des Konzils zu Eigen, auf dass die Gläubigen immer mehr „ihre menschlichen, häuslichen, beruflichen, wissenschaftlichen oder technischen Anstrengungen mit den religiösen Werten zu einer lebendigen Synthese verbinden (wollen); wenn diese Werte nämlich die letzte Sinngebung bestimmen, wird alles auf Gottes Ehre hingeordnet“ und somit auf das Wohl der Menschheit.

Quelle & Bild: CFM.SCJ Archiv Cairo