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Tagesevangelium – 14.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 11,29-32

Hier zum Nachhören

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Kardinal Gerhard Ludwig Müller

„Nicht einmal der Papst kann den Zölibat der Priester abschaffen“

(Rom) Am Montag eröffnete der von Papst Franziskus eingesetzte Generalberichterstatter der Amazonassynode, Kardinal Claudio Hummes, das Sperrfeuer auf den priesterlichen Zölibat. Der kontrollierte und dosierte Informationsfluß läßt nur nach außen dringen, was von der Synodenregie gewünscht ist, während anderslautende Stellungnahmen nicht oder nur in homöopathischer Dosierung kommuniziert werden. Von außen meldete sich gestern Kardinal Müller zu Wort, um den Zölibat zu verteidigen.

Die Kommunikationspolitik der Amazonassynode ist nach den ersten vier Synodentagen bekannt: Zustimmung zur Zölibatsabschaffung wird nach außen kommuniziert, Ablehnung der Zölibatsabschaffung nicht. Die Öffentlichkeit erfährt, daß es „Applaus“ der Synodalen für Hummes Forderung gegeben habe und ebenso für die Forderung ein Frauendiakonat einzuführen. Von der Verteidigung des Weihesakraments in seiner apostolischen Tradition erfährt die Öffentlichkeit nichts, oder so gut wie nichts. Was sie erfährt, kann am Beispiel der Pressekonferenz mit Bischof Erwin Kräutler am dritten Synodentag nachgeprüft werden. Natürlich nicht an dem, was der emeritierte Missionsbischof sagte, aber an dem, was Paolo Ruffini, der Präfekt des Kommunikationsdikasteriums sagte und nicht sagte sowie daran, daß die Kräutlers und nicht andere eingeladen werden.

Papst Franziskus und sein (deutsches) Synodenumfeld waren durch strenge Selektion der Synodalen bemüht, die bei den Familiensynoden aufgetretenen Widerstände gegen die „Öffnungen“ von vorneherein kleinzuhalten.

Das ist auch der Grund, warum sich ein Kardinal Müller von außen zu Wort melden muß, um der Amazonas-Agenda entgegenzutreten. Auch seine Teilnahme an der Synode war nicht mehr erwünscht. Sein Einfluß auf die Synode ist damit beschränkt und nur indirekt. Allerdings erlaubt ihm die Nicht-Einladung, seine Stimme in der Öffentlichkeit vernehmbarer zu erheben, da seine Wortmeldungen nicht der Kontrolle durch die Synodenregie unterworfen sind.

Am Mittwoch hatte Eugenio Scalfari in La Repubblica seine Skandal-Kolumne veröffentlicht. Darin behauptete er, daß Papst Franziskus überzeugt sei – wie Scalfari, versteht sich –, daß Jesus Christus Mensch und nicht Gott gewesen sei.

Die Reaktion des Vatikans fiel erwartungsgemäß schwach aus. Es wurde dementiert, ohne wirklich zu dementieren. Franziskus schweigt, obwohl Scalfari ihm ein antichristliches Bekenntnis in den Mund legte. Der Supergau!

Der Franziskus-Biograph und Ultra-Bergoglianer Austen Ivereigh verteidigte gestern das Schweigen von Franziskus mit der wenig überzeugenden Bemerkung, daß „ein Papst eben niemand einen Lügner nennt“. Der Vatikan weiß aber sehr wohl, sich unmißverständlich zu distanzieren. Man erinnere sich, um nur ein Beispiel zu nennen, an die Distanzierung von Aussagen des Moraltheologen Giovanni Maria Cavalcoli OP im Herbst 2016. Die Vatikanmedien titelten von „beleidigenden Äußerungen“. Gibt es eine größere Beleidigung, als einem Papst zu unterstellen, nicht an den „Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ zu glauben?

Am Tag nach Scalfaris Kolumne veröffentlichte La Repubblica ein fast ganzseitiges Interview mit Kardinal Müller. Ein so prominentes Forum wird Kirchenvertretern selten eingeräumt, die vom Mainstream gerne als „Papstgegner“ oder „Papstfeinde“ abqualifiziert werden. Das Interview ist nicht nur wegen des Scalfari-Skandals bedeutsam, sondern vor allem, weil La Repubblica „die einzige Tageszeitung ist“, die Papst Franziskus nach eigenem Bekunden täglich liest, wenngleich das päpstliche Umfeld diese Aussage nachträglich auf eine weniger verfängliche Zeitung umzulenken versuchte.

Das Interview führte Paolo Rodari, der Vatikanist der Zeitung, der unter Benedikt XVI. als Vatikanist von Il Foglio sehr engagiert war, um den es aber seit der Wahl von Franziskus und seinem Wechsel zu La Repubblica ziemlich ruhig geworden ist – bis gestern.

Anlaß für das Interview ist das neue Buch des Kardinals, das in wenigen Tagen in den Buchhandel kommt. Pünktlich zur Amazonassynode erscheint die italienische Ausgabe seines Buches „‚Ihr sollt ein Segen sein‘. Zwölf Briefe über das Priestertum“ (Herder), das in deutscher Sprache im Sommer 2018 veröffentlicht wurde. Die inoffizielle Amtssprache der Kirche ist aber italienisch. Die neue Ausgabe (Cantagalli) richtet sich direkt an die im Vatikan versammelten Synodalen, Auditoren, Gäste und Beobachter. Das Buch besteht aus „fiktiven Briefen“ an die Gläubigen, mit denen der Kardinal „die Wurzeln des Priestertums der Kirche im Neuen Testament, seine Bestimmung von Christus her erläutert und daraus die theologische, sakramentale und pastorale Dimension des Priesters erschließt“.

Bereits in der großen Überschrift von La Repubblica erteilte Kardinal Müller gestern der Forderung von Kardinal Hummes eine Abfuhr:

„Nicht einmal der Papst kann den Zölibat der Priester abschaffen.“

Paolo Rodari lenkte das Gespräch sofort auf die von der Amazonassynode diskutierte Frage nach einer „Öffnung des Priestertums“ für verheiratete Männer.

Frage: Was denken Sie darüber?

Kardinal Müller: Ich denke, daß es falsch ist, die „viri probati“ einzuführen. Es gibt bereits verheiratete Diakone. Wenn wir sie einführen, müssen sie die Gewohnheit der frühen Kirche respektieren: Sie müssen enthaltsam leben.

Frage: Wenn sie aber verheiratet sind, wie soll das gehen?

Kardinal Müller: Auch in der orthodoxen Kirche, die sich in diesem Sinn geöffnet hat, müssen die verheirateten Priester in den Tagen enthaltsam sein, die der Zelebration der Messe vorausgehen. Kennen Sie die Trullanische Synode von 692 nicht? Damals wurde unter dem Druck des Kaisers das Zölibatsgesetz aufgehoben, aber nur die orthodoxe Kirche stimmte dem zu. Die lateinische nicht. Deshalb: Wer die Praxis der verheirateten Priester in der lateinischen Kirche einführen will, kennt ihre Geschichte nicht.

Frage: Dennoch ist der Zölibat nur ein Kirchengesetz.

Kardinal Müller: Es ist nicht irgendein Gesetz, das nach Belieben geändert werden kann, sondern hat tiefe Wurzeln im Weihesakrament. Der Priester ist Stellvertreter Christi, des Bräutigams, und hat eine gelebte Spiritualität, die nicht geändert werden kann.

Frage: Benedikt XVI. hat aber den anglikanischen Priestern, die konvertieren, erlaubt, verheiratet zu bleiben.

Kardinal Müller: Es handelt sich um Ausnahmen. Die Apostel haben alles aufgegeben, um Jesus nachzufolgen. Christus ist das Modell für die Priester. Diese Sache kann nicht durch weltlichen Drang geändert werden. Ebensowenig kann dem Zweiten Vatikanischen Konzil widersprochen werden, das in Presbyterium ordinis, Nr. 16, vom Zölibat spricht und vom angemessenen Band zwischen jenen, die Christus den ehelosen Bräutigam repräsentieren, und der Kirche.

Frage: Würden ohne Zölibat nicht auch der von Priestern begangene sexuelle Mißbrauch zurückgehen?

Kardinal Müller: Nein, das ist falsch. Dahinter versteckt sich eine falsche Anthropologie. Ein Mißbrauch ist ein Widerspruch gegen die Keuschheit. Mißbrauch erfolgt überall, nicht nur im Priestertum. Wir dürfen nicht vergessen, daß mehr als 80 Prozent der Opfer nicht Kinder sind, sondern männliche Jugendliche. Das bedeutet, daß viele Mißbräuche von Personen begangen werden, die das Sechste Gebot nicht halten wollen. Niemand sollte zum Priestertum zugelassen werden, wenn er nicht bereit ist, nach den Geboten Gottes und den Ermahnungen Christi zu leben. Ich habe mein Buch für die vielen, guten und treuen Priester geschrieben, die Anschuldigungen ertragen müssen wegen der Schuld von einigen, die sich verfehlen.

Frage: Stimmt es, daß ein Teil der konservativen Welt zum Schisma bereit ist, falls die Synode grundlegende Fragen der Glaubenslehre ändert?

Kardinal Müller: Ein Schisma ist gegen den Willen Jesu, und es ist ein Verrat an den gesunden Worten Jesu oder der Lehre der Apostel. Das Lehramt wird der Furche der apostolischen Überlieferung folgen, denn es kann gar nicht anders. Kein Papst und keine Mehrheit der Bischöfe können Glaubensdogmen oder Gesetze des Göttlichen Rechts nach ihrem Geschmack ändern. Die Tradition der Kirche ist kein Spiel, das man nach Belieben formen kann.

Frage: Manche zeichnen Sie als Feind von Franziskus.

Kardinal Müller: Der Papst sollte über einige seiner Schmeichler nachdenken. Jene, die diese Dinge sagen, sind Ignoranten. Ich habe ein Buch von 600 Seiten über den Papst und das Papsttum geschrieben, die umfangreichste, aktuelle Monographie dazu. Gegner des Papstes sind jene, die leugnen, daß das Papsttum eine Göttliche Institution ist, die die geoffenbarte Glaubenslehre ändern wollen ohne das Vaticanum I und II zu berücksichtigen. Wer solche Dinge sagt, fügt der Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche schweren Schaden zu.

Frage: Was sagen Sie zur Frauenordination?

Kardinal Müller: Man kann nicht einmal darüber sprechen, weil es dogmatisch unmöglich ist, so weit zu gehen.

Frage: Es kam zu Protesten am Institut Johannes Paul II. gegen dessen Erneuerung. Einige Dozenten haben den Lehrstuhl verloren und haben gesagt, daß das gesamte Lehramt von Wotyla verraten wird. Stimmt das?

Kardinal Müller: Es war ein großer Fehler, dieses Institut zu zerstören, ein Attentat gegen die intellektuelle Qualität der katholischen Theologie. In der akademischen Welt sind alle sprachlos: Es ist unmöglich, Dozenten zu entlassen wegen ihres wirklich rechtgläubigen Denkens. Abgesehen davon ist es kein Denken, das die Doktrin verrät, weshalb man nicht versteht, warum sie weggeschickt werden.

Quelle: katholisches Bild: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Gefeiert am 13. Oktober

Sel. Gerhard – Ordensgründer

* ~1035 – 1040 (Saccala, Amalfi)
† 3. September 1120 (Jerusalem)

Zwischen 1035 und 1040 geboren, entstammte Gerhard der Patrizierfamilie Sasso aus Saccala in Amalfi. Diese süditalienische Stadt unterhielt besonders enge Beziehungen zum Heiligen Land und hatte in Jerusalem bereits Klöster und kleine Pilgerhäuser gegründet. Gerhard organisierte das große Pilgerhospital in Jerusalem neu und sorgte für wirksamen militärischen Schutz. In dem der Kirche des hl. Johannes angeschlossenen „Xenodochium« (Gästehaus, Fremdenherberge) praktizierte er religiöse Toleranz und nahm sowohl jüdische wie moslemische Kranke und Hilfsbedürftige auf. Auf ihn geht es zurück, dass die Aufgenommenen als „die Herren Kranken« behandelt wurden, denen die Bruderschaft wie Diener ihren weltlichen Herren aufzuwarten hatten.

Schon vor dem ersten Kreuzzug gründete er eine Ordensgemeinschaft, die er nach der Regel des hl. Augustinus selbst leitete. Während der Belagerung von Jerusalem 1099 waren alle Einwohner der Stadt gezwungen worden, die Stadtmauern zu verteidigen. Es wird überliefert, das der Sel. Gerhard statt Steine kleine Brotlaibe zu den hungrigen Belagerern runter warf. Nach der Einnahme der Stadt, diente Gerhard den Massen an Verwundeten, Kranken und Sterbenden. Viele der Kreuzritter legten das Schwert ab, um seinem Vorbild zu folgen.

Der Orden vom Hl. Johannes zu Jerusalem (heute der sog. Malteser Orden) wurde schließlich von Papst Paschalis II. am 15. Februar 1113 feierlich mit einem apostolischen Schreiben an „Gerhard, den Gründer und Oberen des Fremdenheimes zu Jerusalem und seine rechtmäßigen Nachfolger« bestätigt. Gerhard starb am 3. September 1120.

Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.« Erbittet für Jerusalem Frieden! Wer dich liebt, sei in dir geborgen. (Ps. 122,1.6; Eröffnungsvers des Gedenktages)

 

Hl. Gerald (Géraud) von Aurillac – Klostergründer

* um 850 in Aurillac in der Auvergne in Frankreich
† 13. Oktober 909 in Poutsoumy im heutigen Département Aveyron in Frankreich

Géraud entstammte einer adligen Familie und wurde im Ideal des Rittertums erzogen. Er lernte die schönen Künste, das Jagen und Bogenschießen, bis eine schwere Krankheit seinem Leben eine andere Richtung gab. Eine beabsichtige Heirat zerschlug sich an einer beginnenden Erblindung, seine Eltern ließen ihn nun für den geistlichen Stand ausbilden; aus ihm wurde so einer der wenigen gebildeten Laien des Mittelalters.

Géraud gründete 899 auf seinem Gut in Aurillac ein Benediktinerkloster; Abt Odilo von Cluny war später der Abt dieses Klosters, ihm vor allem verdanken wir Informationen über Géraud. Drei Jahre später wurde er vollkommen blind. Géraud versuchte nach dem Geist der Bergpredigt zu leben. In Streitigkeiten mit seinen Nachbarn verzichtete er auf Kampf und Krieg und vertraute auf das Recht und die Kraft seiner ehrlichen Argumente. Zahlreiche caritative Einrichtungen verdankten sich seiner Stiftung. Das Kloster wurde zum Kern der späteren Stadt, die vorbildliche Klosterschule errang hohen Ruf, der spätere Papst Silvester II. war dort Schüler.

Géraud ist einer der ganz wenigen Heiligen des Mittelalters, der nicht Mönch und Kleriker war, sondern Laie.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

13.10.2019

Hl. Claude de la Colombière (1641-1682) Jesuit

„Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm“

Als ich die Liebe Gottes betrachtete, berührte es mich sehr, die Wohltaten zu sehen, die ich vom ersten Augenblick meines Lebens an bis jetzt von Gott empfangen habe. Was für eine Güte! Was für eine Fürsorge! Was für eine Vorsehung, sowohl für den Körper, als auch für die Seele! Welche Geduld! Welche Süßigkeit! Gott hat mich, wie mir scheint, diese Wahrheit durchdringen und klar erkennen lassen: erstens, dass er in allen Kreaturen [am Werk] ist; zweitens, dass er alles bewirkt, was an Gutem in ihnen vorhanden ist; drittens, dass er uns all das Gute tut, das wir von diesen empfangen. Und es schien mir, als sähe ich diesen König der Herrlichkeit und Majestät damit beschäftigt, uns zu wärmen in unseren Kleidern, uns zu erfrischen in der Luft, uns zu ernähren in dem Fleisch [das wir essen], uns zu erfreuen in den Klängen und den angenehmen Dingen, in mir alle zum Leben und Handeln notwendigen Bewegungen hervorzurufen. Was für ein Wunder! Wer bin ich, o mein Gott, dass du mich so bedienst, zu jeder Zeit, mit solcher Hingabe und in allen Dingen mit solcher Fürsorge und Liebe! Er handelt in allen anderen Geschöpfen ebenso; doch das alles tut er für mich, wie ein eifriger und aufmerksamer Verwalter, der allerorts im Königreich für seinen König arbeiten lässt. Und was noch bewundernswerter ist: Gott tut dies für alle Menschen, obwohl fast niemand daran denkt, außer irgendeiner auserwählten Seele, einer heiligen Seele. Also ist es notwendig, dass zumindest ich daran denke und dafür dankbar bin. Ich stelle mir vor, dass Gott, da seine Herrlichkeit das letzte Ziel aller seiner Taten ist, alle diese Dinge hauptsächlich aus Liebe zu denen tut, die daran denken und darin seine Güte bewundern, die ihm dafür dankbar sind, die darin die Gelegenheit ergreifen, ihn zu lieben. Gott schenkt uns ununterbrochen das Sein, das Leben, die Abläufe alles dessen, was es an Geschöpflichem im All gibt. Das ist seine Beschäftigung in der Natur. Unsere hingegen soll es sein, ohne Unterlass zu empfangen, was er uns von allen Seiten schickt, und es ihm voller Dankbarkeit zurückzugeben, indem wir ihn loben und ihm dankbar sind dafür, dass er der Urheber aller Dinge ist. Ich habe Gott versprochen, das zu tun, so sehr ich vermag.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 13.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 17,11-19

Hier zum Nachhören

Es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter. Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 12. Oktober

Hl. Maximilian – erster Bischof von Lorch, Märtyrer

* in Claudia Celeia, dem heutigen Celje in Slowenien
† 284 oder 283 daselbst

Maximilian war nach der Überlieferung aus dem 11./13. Jahrhundert der Sohn reicher Eltern, verteilte nach deren Tod seinen Besitz an die Sklaven seines Anwesens, denen er auch die Freiheit schenkte, und an Arme und pilgerte nach Rom, von wo er durch Papst Sixtus II. 257 als Glaubensbote in seine Heimat Noricum zurückgeschickt wurde. Dort war er 20 Jahre lang als Wanderbischof und erster Bischof von Lorch an der Enns tätig. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Numerianus wurde er demnach enthauptet.

Historisch gesichert ist der Bau einer Kapelle in Bischofshofen im Pongau im Jahr 710 über dem Grab eines Maximilian. Reliquien kamen 878 nach Altötting und im 10. Jahrhundert nach Passau. Bei einem Stadtbrand in Passau 1662 ist der größere Teil verbrannt, die restlichen Reliquien werden jedes Jahr am 12. Oktober im Dom in Passau in einem Silberschrein ausgestellt.

 

Hl. Gottfried – Propst in Arnstein

† 12. Oktober 1151

Gottfried war der erste Propst des Prämonstratenserklosters, das Graf Ludwig 1139 auf seiner Burg Arnstein an der Lahn gegründet hatte.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

12.10.2019

Kardinal Charles Journet (1891−1975)

Jesus sprach zur Menge. Einige, die ihn nicht verstanden, diskutierten miteinander, und eine Frau rief: „Selig, die deine Mutter war und dich geboren hat“. Eine Frau, die das ruft – großartig so etwas! Das Volk, wenn es authentisch ist, hat Tiefgang! In diesem Moment wird Jesus sagen: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ – Er will sich dieser familiären Einengung entziehen, heute würde man sagen „Einengung durch die Gruppe“. In den Berggegenden oder auf dem Land sind die Familienbande sehr eng, wie bei kleinen Stämmen. Jesus geht weg. Da sagte man zu ihm: „Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen“. – „Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder? Die, die das Wort Gottes befolgen“ (vgl. Lk 8,20–21). – Er gründet eine Gesellschaft jenseits der natürlichen Zugehörigkeit. Sie basiert nicht auf einer Angleichung von Empfindungen, sozialen Bedingungen, Klasse und Herkunft. Nein, etwas anderes. Er wird zu der Frau sagen: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ Diese Frau aber hatte das Wort Gottes gehört, denn sie hatte zu ihm gesagt: „Selig, die deine Mutter war!“ (vgl. Lk 11,27–28). Es ist kein Tadel, den Jesus daraufhin an sie richtet, es ist im Gegenteil eine Bestätigung, wenn er sagt: „Selig bist du, weil du verstanden hast, dass es etwas Größeres gibt als Familienbeziehungen, etwas, das Familienbeziehungen, wenn sie in Ordnung sind, Licht verleihen kann – jedoch Licht von anderer Art.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 12.10.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 11,27-28

Hier zum Nachhören

In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„Hexentanz im Vatikan“

Schamanenkult im Vatikan: Heidnische Naturreligion im Vatikan zelebriert.

(Rom) Am vergangenen Freitag, den 4. Oktober, zwei Tage vor Eröffnung der Amazonassynode wohnte Papst Franziskus einem schamanischen Kultspektakel in den Vatikanischen Gärten bei. Dem heidnischen Naturreligionsritus hatte das katholische Kirchenoberhaupt selbst die Tore zum Heiligen Stuhl geöffnet. Gleich am ersten Synodentag begann dann auch der Angriff gegen den priesterlichen Zölibat.

Die Wahrnehmung des in der Kirchengeschichte beispiellosen Spektakels könnte nicht unterschiedlicher sein. Die traditionsverbundene Seite Radio Spada meldete:

 „Hexentanz in den Vatikangärten.“

VaticanNews, das offizielle Nachrichtenportal des Heiligen Stuhls, hingegen titelte verschleiernd und harmlos:

„Der Papst pflanzt einen Baum im Vatikan.“

Verstörende Bilder gehen seither um die Welt, die im Herzen der Katholizität, unmittelbar neben dem Petrusgrab, Menschen zeigen, darunter Ordensleute und sogar Priester, die nicht die heilige Liturgie praktizieren, sondern den Anweisungen einer Schamanin, einer „Hexe“, (Radio Spada) folgen und sich in einem paganen Naturkult rituell bis zum Boden verneigen.

Organisiert wurde das Spektakel vom Amazonas-Kirchennetzwerk REPAM, das Papst Franziskus mit der Vorbereitung der Amazonassynode beauftragt hatte, von Franziskanern und dem Global Catholic Climate Movement (GCCM), womit der Brückenschlag zur derzeitigen Klimahysterie erkennbar wurde.

Angebetet wurde symbolisch die Amazonas-Erde. Bevor Papst Franziskus einen aus Assisi gebrachten Baum einpflanzte, vollzog die Schamanin und deren Anhang einen Ritus über diesen Baum.

Besonders irritierend: Papst Franziskus und mehrere Kirchenvertreter, Kardinäle und Bischöfe, saßen daneben und wohnten dem Ganzen „fußfrei“ in der ersten Reihe bei.

„Wenn sie wußten, was sie tun, wäre das wirklich satanisch“

Der Historiker Prof. Roberto de Mattei sagte am Samstag bei einer Tagung in Rom, daß „die Götzen in den Vatikan eingedrungen sind“.

Mit scharfen Worten geißelte der bekannte Liturgiker und Freund von Benedikt XVI., Don Nicola Bux, das unfaßbare Schauspiel:

„In vielen ist das Heilige tot, auch in der Kirche. Man hat es gesehen, sie haben sich am 4. Oktober in den Vatikanischen Gärten mit der Stirn bis zum Boden verneigt, als würden sie eine neue Gottheit, die Mutter Erde, anbeten.

Ich hoffe, daß sie nicht wußten, was sie tun, um die Vergebungsbitte Christi am Kreuz in Anspruch nehmen zu können: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun‘. Wenn die Befürworter dieses Ritus das bewußt getan haben sollten, wäre das wirklich satanisch.“

Zu den „Befürwortern“ gehörte auch Papst Franziskus, ohne dessen Erlaubnis die Schamanin und ihr Gefolge nicht in den Vatikan gelangt wären, und der mit wohlwollender Haltung dem Szenario beiwohnte.

Heidnischer Naturkult im Vatikan mit Papst Franziskus; vorne links ein Franziskaner, der nicht Gott, sondern die Natur anbetet.

Während Kommunion- und Kniebänke aus den Kirchen verbannt werden, so Don Bux, fallen Katholiken mit päpstlicher Zustimmung vor einer Schamanin und Naturgötzen auf die Knie. Sinngemäß wollte er damit sagen: Braucht es noch mehr Beleg dafür, daß in der Kirche etwas schiefläuft?

Don Bux nahm am vergangenen Samstag am Rande und im Rahmen einer Tagung Stellung, bei der das Komitee katholischer Laien „Vereinigt mit dem eucharistischen Jesus durch die heiligsten Hände Marien“ eine Petition vorstellte, die von 11.000 Katholiken unterzeichnet wurde. Die Unterzeichner bitten Papst Franziskus, wieder für die ganze Weltkirche die kniende Mundkommunion einzuführen und die Kommunionspendung durch Laien wieder abzuschaffen. Die Petition richtet sich damit gegen Maßnahmen, die über den Weg von Dispensen und schleichend erst in der Nachkonzilszeit schrittweise eingeführt wurden und eine Anpassung an eine protestantische Praxis darstellen.

Die Petition, die sich für die Wiedergewinnung der Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten einsetzt, steht in schlagendem Kontrast zu den derzeit im Vatikan stattfindenden, grellen Ereignissen. Und das sind viele. Sie reichen vom beschriebenen Schamanenkult mit Zustimmung des Papstes über die Forderung von Kardinal Hummes, gleich am ersten Synodentag, den priesterlichen Zölibat abzuschaffen, bis zur lautstarken Erleichterung der Synodalen bei der Mitteilung von Generalsekretär Kardinal Baldisseri, daß sie nicht in Soutane, sondern im Clergyman an den Synodenarbeiten teilnehmen dürfen.

„Die große Inszenierung“

Sowohl die Forderung von Kardinal Hummes, als auch der Soutanenverzicht wurde von den Synodalen mit unüberhörbarer Zustimmung begrüßt. Die Ungeduld von Hummes, der als REPAM-Vorsitzender der oberste Synodenvorbereiter war, gleich am ersten Synodentag seinen Angriff gegen den Zölibat zu starten, offenbart das Hauptanliegen, das er und seine Mitstreiter mit der Amazonassynode verknüpfen.

Es offenbart auch, wem Papst Franziskus 2014 lautlos die Vorbereitung der Synode anvertraute und seither gewähren läßt, um die Kirche in eine bestimmte Richtung umzuleiten.

Heidenkult in den Vatikanischen Gärten: Papst Franziskus und Kardinal Hummes sitzen in der ersten Reihe

Für den Vatikanisten Aldo Maria Valli ist die ständige Berufung auf die Indio-Stämme des Amazonas und deren „Einbindung“ in die Amazonassynode bloße „Inszenierung“, eine Art „großer Inszenierung“, um eine europäische Agenda durchzusetzen, deren Urheberschaft verschleiert werden soll.

Das Spektakel in den Vatikanischen Gärten nannte Valli „eine irritierende Zeremonie im Zeichen des Heidentums“.

Don Bux rief angesichts der „besorgniserregenden“ Teilnahme von Priestern an dem „Hexentanz“ (Radio Spada) dazu auf, den „Formen der Apostasie zu widerstehen, die in der Kirche etabliert wurden“.

Laut Catholic Sat fand in den Vatikanischen Gärten die Anbetung von „zwei Götzen statt, einer Göttin der Fruchtbarkeit und einer Göttin der Erde, die im Mittelpunkt des gebildeten Kreises zu sehen sind“.

Don Bux betonte gegenüber Medien, daß in den vergangenen Tagen von namhaften Kardinälen, Bischöfen und Prälaten vor den Gefahren der Amazonassynode gewarnt wurde. Die Kritiker halten die Synodenversammlung für ein Instrument, zur Etablierung einer„neue, heidnischen Religion“ zu errichten, mit der „die von Jesus Christus gebrachte Rettung für die Menschen zunichte gemacht wird“.

Das Schamamenspektakel am vergangenen Freitag belege die Richtigkeit dieser Kritik.

VIDEO

Quelle: katholisches Bild: Youtube/VaticanNews (Screenshots)

Gefeiert am 11. Oktober

Hl. Johannes XXIII.

* 25. November 1881 in Sotto il Monte bei Bergamo in Italien
† 3. Juni 1963 in Rom

Angelo Giuseppe Roncalli wurde als Sohn einer einfachen Bauernfamilie geboren. Nach seiner Ausbildung in Bergamo und Rom und der Erlangung der Doktorwürde wurde er 1904 zum Priester geweiht, wurde Sekretär des Bischofs von Bergamo, dann Professor für Kirchengeschichte. Im 1. Weltkrieg diente er als Sanitäter, später als Feldgeistlicher. 1921 wirkte er an der Neuorganisation der päpstlichen Kongregation für die Glaubensverbreitung mit, ab 1925 war er Gesandter des Vatikans in Bulgarien mit Sitz in Sofia (София), ab 1933 in der Türkei und in Griechenland mit Sitz in Ístanbul. Als solcher half er Juden zur Flucht aus dem von der deutschen Wehrmacht im 2. Weltkrieg besetzten Ungarn. 1944 wurde er zum vatikanischen Nuntius – Botschafter – in Paris ernannt, 1953 zum Kardinal und Patriarchen von Venedig.

Am 28. Oktober 1958 wurde er im elften Wahlgang des Konklave im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt – offenbar als Kompromisskandidat, wählbar für konservative Anhänger des Vorgängers wie für gemäßigte Reformer. Überraschend nahm er den Namen Johannes an – wobei er mit der Wahl der Zählung als 23. zum Ausdruck brachte, dass der zur Zeit des Drei-Päpste-Schismas von 1410 bis 1415 regierende Johannes XXIII. kein rechtmäßiger Papst war; er wolle die kirchengeschichtlich umstrittene Frage nicht entscheiden, erklärte er.

Während seine Vorgänger sich als Gefangene im Vatikan betrachteten, verstand Johannes XXIII. sich wirklich als Bischof von Rom: er besuchte die Gemeinden und  zeigte sich den Menschen nahe. „Ich bin Josef, euer Bruder“, stellte er sich gelegentlich vor (sein Taufname war Guiseppe – Josef), bescheiden und in Anlehnung an den nachsichtigen und hilfsbereiten Joseph in Ägypten (Gen 45, 4). Aufsehen erregte sein Besuch im römischen Staatsgefängnis, wo er die Häftlinge tröstete mit der Erzählung von seinem Onkel, der auch (wegen Wilderei) im Gefängnis eingesperrt war. Er schaffte den Fußkuss und die bislang vorgeschriebenen drei Verbeugungen bei Privataudienzen ab und erhöhte in einer seiner ersten Amtshandlungen die zuvor sehr niedrigen Gehälter der Angestellten.

Als wichtiger Beitrag zur Kirchenreform sind auch Johannes‘ sieben Enzykliken zu werten, darunter Mater et Magistra zur katholischen Soziallehre von 1961, in der er die Würde des Einzelnen als Grundlage der gesellschaftlichen Institutionen betonte, und Pacem in Terris von 1963, in der er an alle Menschen guten Willens gerichtet zur internationalen Zusammenarbeit für Frieden und Gerechtigkeit aufforderte und im Gegensatz zu seinen Vorgängern die Menschenrechte ausdrücklich anerkannte.

In den zuvor vom Vatikan misstrauisch betrachteten Vereinten Nationen erkannte Johannes ein gottgewolltes Zeichen der Zeit. Auch in der internationalen Politik wirkte er ausgleichend, er traf mit führenden Vertretern der Großmächte wie den amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower und John F. Kennedy zusammen; dem Schwiegersohn des sowjetischen Präsidenten Chruschtschow, Adschubej, gewährte er eine Privataudienz, in manchem bereitete er der Politik der Ostpolitik mit der Aussöhnung mit den kommunistischen Ländern den Weg. In der italienischen Innenpolitik blieb er neutral.

Zu Johannes‘ wissenschaftlichen Werken zählen die fünfbändigen Studien zum heiligen Karl (Carlo) Borromäus. Sein geistliches Tagebuch und andere geistliche Schriften – 1965 posthum veröffentlicht – und seine Briefe an die Familie – 1969 erschienen – weisen Schlichtheit und Demut seines geistlichen Lebens aus, und diese Eigenschaften vor allem, die er auch von Jugend an lebte, sein Wille zur Heiligkeit, zu einem in allem gottgefälligen Leben, nicht so sehr äußere Leistungen, so wichtig sie sind, führten letztlich zu seiner Selig- und Heiligsprechung. Aufgrund seiner persönlichen Ausstrahlung, seines Engagements für den Frieden, seiner Toleranz und seines Optimismus wurde er nicht nur innerhalb der katholischen Kirche hoch verehrt; die zuvor hohe Hemmschwelle vor der unnahbaren Autorität des Amtes minderte er erfolgreich, wodurch er dem Glauben Türen beim Volk öffnete. Er wollte kein großer Redner, Diplomat, Wissenschaftler oder Organisator sein, sondern ein guter Hirte nach dem Vorbild des Hl. Apostelfürsten Petrus.

 

Hl. Philippus – Diakon, Bischof von Tralles, Märtyrer

† im 1. Jahrhundert in Hierapolis in Phrygien, heute Ruinen bei Pamukkale in der Türkei

Philippus wurde von den Aposteln zu einem der sieben Diakone der Urgemeinde in Jerusalem bestellt (Apostelgeschichte 6, 1 – 6). In der Zeit der Verfolgung seiner Gemeinde wirkte er in Samaria und gewann viele Menschen für den Glauben, darunter den Zauberer Simon, der dann von Petrus zurückgewiesen werden musste (Apostelgeschichte 8, 5 – 25). Philippus wurde von einem Engel befohlen, auf den Weg nach Gaza / Ghazzah zu gehen, wo er dem Kämmerer der Kandake, Königin  der Äthiopier, begegnen solle. Er sah ihn im Wagen sitzend, das Buch des Propheten Jesaja lesend, legte ihm die Botschaft aus, bekehrte und taufte ihn (Apostelgeschichte 8, 26 – 39). Der in seine Heimat Zurückgekehrte gilt als Begründer des äthiopischen Christentums, Philippus damit als Vater der äthiopischen Kirche.

Philippus wirkte in der Folgezeit in der Gegend um Cäsarea (Apostelgeschichte 8, 40). Auch seine vier Töchter, Jungfrauen, die aus Eingebung redeten (Apostelgeschichte 21, 8 – 9) gaben sich der Missionsarbeit hin. Gesichert ist, dass er und seine Töchter später in Hierapolis predigten. Die Legenden lassen Philippus dann Bischof von Tralles in Lydien – heute ein Ruinenfeld bei Aydın – werden; in Hierapolis sei er von Heiden ergriffen, am Kreuz gesteinigt und mit seinen Töchtern begraben worden.

Reliquien von Philippus sollen heute ebenso wie jene von Philippus dem Apostel in der Basilika SS. Dodici Apostoli, der Basilika der Heiligen zwölf Apostel, in Rom liegen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria