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Gefeiert am 22. September

Hl. Ignatius von Santhià – Ordensmann, Priester und Mystiker

* 5. Juni 1686 in Santhiá in Italien
† 22. September 1770 in Turin in Italien

Mauritius Belvisotti wurde 1710 zum Priester geweiht. Nach erfolgreichem priesterlichen Wirken bot man ihm verantwortliche Positionen in der Diözese Vercelli an, er schloss sich aber den Kapuzinern in Turin mit dem Ordensnamen Ignatius an. Nach seiner ersten Profess kam er als Sakristan nach Saluzzo und im selben Amt wieder nach Turin. Von 1731 bis 1744 wirkte er als Novizenmeister in Mondovi. Ein Augenleiden beendeten diesen Dienst. Nachdem er wieder genesen war, wurde er Militärpfarrer der Streitkräfte des Königs von Piemont im Kampf gegen die Franzosen.

Ignatius gelang es, den Respekt beider verfeindeten Seiten zu gewinnen, nicht zuletzt aufgrund der medizinischen Hilfeleistung, die er organisierte. Nach dem Krieg kehrte er wieder zum Klosterleben auf dem Kapuzinerhügel in Turin zurück. Als Beichtvater und Spiritual der Laienbrüder entwickelte er eine große Liebe zu den Laienbrüdern und verrichtete selbst einfache Arbeiten, die traditionell für die Laienbrüder vorgesehen waren. Die Armen und Kranken der Stadt besuchte er hingebungsvoll; Tausende pilgerten auf den Kapuzinerhügel, um sich von ihm segnen zu lassen oder ein tröstendes Wort zu hören.

1966 wurde er von Papst Paul VI selig gesprochen, Papst Johannes Paul II sprach ihn 2002 heilig.

 

Hl. Mauritius – Märtyrer

† um 285 bei Agaunum, dem heutigen St-Maurice in der Schweiz

Nach einem Bericht aus dem 5. Jahrhundert war Mauritius Komman­dant der so genannten Thebäischen Legion; diese Legion, etwa 6600 Mann, war in der ägyptischen Thebais rekrutiert worden und bestand in der Hauptsache aus Christen. Als die Legion sich weigerte, den Göt­tern Roms zu opfern, wurde sie zuerst dezimiert (d.h. jeder 10. Mann getötet), und als das nicht zum Erfolg führte, in der Nähe von St. Maurice (Wallis) vollständig niedergemacht. Das war vermutlich um 285. Um 400 baute Bischof Theodor von Octodurum (Martigny) die erste Basilika zur Ehre dieser Märtyrer. Die spätere Legende brachte auch einige Märtyrer des Rheinlandes (Gereon, Victor u. a.) mit der Thebäischen Legion in Verbindung. Es ist schwierig, den geschichtlichen Kern der Legende, der sicher vorhanden ist, genau zu bestimmen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

22.09.2019

Ich gehöre einem jeden ganz. Ein jeder kann sagen: „Pater Pio ist mein“. Ich liebe meine Brüder in der Verbannung so sehr. Ich liebe meine geistigen Kinder wie meine eigene Seele und noch mehr. Unter Schmerzen und in Liebe habe ich sie Jesus wiedergeboren. Mich selbst kann ich vergessen, aber nicht meine geistigen Kinder, im Gegenteil; ich versichere euch, wenn mich der Herr einst rufen wird, werde ich zu Ihm sagen: „Herr, ich bleibe hier an der Pforte des Paradieses, und ich werde erst dann eintreten, wenn ich den letzten meiner Söhne habe eintreten sehen“. Ich leide sehr darunter, dass ich nicht alle meine Brüder für Gott gewinnen kann. Manchmal glaube ich, es bricht mir das Herz und ich sterbe, wenn ich so viele Seelen leiden sehe, ohne ihnen helfen zu können, und so viele Brüder, die sich mit Satan verbündet haben.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

Aus Psalm 113

Hier zum Nachhören

Lobet, ihr Knechte des Herrn,
lobt den Namen des Herrn!
Der Name des Herrn sei gepriesen
von nun an bis in Ewigkeit.

Der Herr ist erhaben über alle Völker,
seine Herrlichkeit überragt die Himmel.
Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott,
im Himmel und auf Erden?

Wer gleicht ihm, der in der Höhe thront,
der hinabschaut in die Tiefe,
der den Schwachen aus dem Staub emporhebt
und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?

Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen,
bei den Edlen seines Volkes.
Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen;
sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 22.09.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 16,1-13

Hier zum Nachhören

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen. Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein. Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Doch – ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin. Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem anderen, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig». Dann fragte er einen anderen: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig».
Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes. Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Gefeiert am 21. September

Hl. Matthäus – Apostel, Evangelist und Märtyrer

† nach 42 in Parthien in Mesopotamien

Matthäus, nach der Überlieferung der Verfasser des ersten Evangeliums, war Zöllner in Kafarnaum im Dienst des Herodes Antipas. In der Berufungsgeschichte bei Markus heißt er „Levi, Sohn des Alphäus“ (Mk 2, 14: vgl. Lk 5, 27); bei Mt 9, 9 und in den Apo­stellisten heißt er einfach Matthäus. Nach seiner Berufung gab Matthäus für Jesus und seine Begleitung ein Festessen, bei dem Jesus zu den Pharisäern das Wort sagte: „… Ich bin gekommen, um die Sün­der zu rufen, nicht die Gerechten.“ – Später hat Matthäus in Äthio­pien, Parthien und Persien das Evangelium gepredigt. Seine Reliquien werden in Salerno verehrt.

 

Hl. Landelin von Ettenheimmünster – Einsiedler und Märtyrer

* in Schottland
† zu Beginn des 7. Jahrhunderts in Ettenheimmünster in der Ortenau in Baden-Württemberg

Landelin war der Legende nach ein Königssohn, der seine Heimat verließ, um ein Einsiedlerleben zu führen. Er kam in die Ortenau in Baden, wo er einige Zeit bei einem Mann namens Edulph lebte, sich dann aber tiefer in die Einsamkeit des Waldes bei Ettenheimmünster zurückzog. Graf Gisiko hielt Landelin für einen Zauberer und ließ ihn durch seine Jäger überfallen und enthaupten.

Edulph mit Frau und Töchtern bestatteten Landelin an dem später Münchweier genannten Ort nahe Ettenheimmünster, wo später eine vielbesuchte Wallfahrtskirche errichtet wurde.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Aus Psalm 19

Hier zum Nachhören

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem anderen,
eine Nacht tut es der anderen kund,

ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

21.09.2019

Hl. Beda Venerabilis (um 673-735) Mönch und Kirchenlehrer

„Folge mir nach!“

„Jesus sah einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach!“ Er sah ihn nicht so sehr mit seinen leiblichen Augen als vielmehr mit dem inneren Blick seines Erbarmens … . Er sah den Zöllner, und da er ihn mit einem mitleidvollen Blick sah, mit einem auserwählenden Blick, „sagte er zu ihm: Folge mir nach!“, das heißt: Ahme mich nach. Indem er ihn aufforderte, ihm zu folgen, lud er ihn weniger dazu ein, hinter ihm herzugehen, als vielmehr zu leben wie er; denn „wer sagt, dass er in Christus bleibt, muss auch leben, wie er gelebt hat“ (vgl. 1 Joh 2,6) […] Matthäus „stand auf und folgte ihm“. Es ist nicht erstaunlich, dass der Zöllner beim ersten Aufruf des Herrn, der so voller Autorität war, seine Jagd nach irdischem Gewinn aufgab und, indem er auf die Güter dieser Welt verzichtete, den erwählte, den er ohne jeglichen Reichtum sah. Denn der Herr, der ihn von außen rief durch sein Wort, berührte ihn im Innersten seiner Seele, indem er dort das Licht der Gnade erstrahlen ließ. Dieses Licht ließ Matthäus verstehen, dass jener, der ihn aufrief, die materiellen Güter auf Erden zu verlassen, ihm einen unvergänglichen Schatz im Himmel geben konnte (vgl. Mt 6,20) „Als Jesus im Haus des Zöllners beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern“: Die Umkehr eines einzigen Zöllners hat den Weg der Buße und Vergebung für viele Zöllner und Sünder geöffnet … . Was für ein schönes Vorzeichen! Im Augenblick seiner Bekehrung führt einer, der später Apostel und Lehrer unter den Heiden sein sollte, eine ganze Schar von Sündern mit sich auf den Weg des Heils.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 21.09.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,9-13

Hier zum Nachhören

In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

„Kirche am Rand einer neuen Katastrophe“

Pater Davide Pagliarini, der Generalobere der Piusbruderschaft, ruft dazu auf, nicht nur Symptome, sondern die Ursachen der Kirchenkrise anzusprechen und zu beheben, doch Papst Franziskus steuere die Kirche auf „eine neue Katastrophe“ zu.

INTERVIEW DES GENERALOBEREN DER PIUSBRUDERSCHAFT, P. DAVIDE PAGLIARINI

(Bern) Zwei Wochen vor Beginn der umstrittenen Amazonassynode kritisierte der Generalobere der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) die Entwicklung. Die Kirche stehe „auf dem Kopf“, sagte P. Davide Pagliarini, der seit 2018 die Bruderschaft leitet. „Der Eindruck, den viele Katholiken derzeit haben, ist der einer Kirche am Rand einer neuen Katastrophe“, so der Generalobere in einem am Dienstag in deutscher Fassung veröffentlichten Interview.

Zum besseren Verständnis der jüngsten Entwicklungen unternimmt Pagliarini zunächst einen Schritt in die Vergangenheit: Das Zweite Vatikanische Konzil sei rückblickend nur möglich gewesen, „weil es das Ergebnis einer Dekadenz war, die die Kirche in den Jahren vor dessen Eröffnung erfasste: Ein Damm brach ein unter dem Druck einer Kraft, die seit einiger Zeit am Werk war.“

Das sei es, was die großen Revolutionen erfolgreich mache, denn der Gesetzgeber billige und sanktioniere lediglich eine Situation, „die zumindest teilweise bereits eine Tatsache ist“.

„Unter diesem Pontifikat war Amoris laetitia die Ratifizierung einer Praxis, die leider bereits in der Kirche besteht, insbesondere was die Möglichkeit des Kommunionempfangs betrifft für Personen, die im Zustand der öffentlichen Sünde leben. Heute scheint die Situation reif zu sein für weitere überaus tiefgreifende Reformen.“

Amoris laetitia sei in der Kirchengeschichte, was Hiroshima oder Nagasaki für die Geschichte Japans sei:

„Menschlich gesprochen sind die Schäden irreparabel“.

Dieser „zweifellos revolutionärste und gleichzeitig umstrittenste Akt von Papst Franziskus“ habe vielen Geistlichen und Gläubigen ermöglicht, „das Vorliegen gravierender Irrtümer zu erkennen“. Pagliarini warnt zugleich aber davor, Amoris laetitia als „das Werk einer exzentrischen und in ihren Worten provozierende Persönlichkeit zu vereinfachen“.

Amoris laetitia sei ein Ergebnis, das früher oder später aufgrund der vom Konzil „vorgegeben Voraussetzungen“ eintreten habe müssen. Der Generalobere der Piusbruderschaft verweist dazu auf Kardinal Walter Kasper, der zugegeben habe, daß der „neuen Ekklesiologie“ des Konzils, auch „ein neues Verständnis der christlichen Familie entspricht“.

Die „ekklesiologische Neuheit“ des Konzils sei das „äußerst elastische“ Verständnis der Zugehörigkeit zur Kirche als „variable Geometrie“. Das sei „der Ursprung des ökumenischen Chaos“.

Theologische Neuerungen seien zudem nie „abstrakt“. Alle dogmatischen Irrtümer, die die Kirche betreffen, „haben Auswirkungen auf das konkrete Leben der Gläubigen“.

„Einer ökumenischen, flexiblen und panchristlichen Kirche entspricht eine Auffassung von der Familie, in der die Verpflichtungen der Ehe nicht mehr denselben Wert haben, in der die Bande zwischen den Eheleuten, zwischen einem Mann und einer Frau, nicht mehr auf die gleiche Weise wahrgenommen oder definiert werden: Auch sie werden flexibel.“

So wie es für die „panchristliche“ Kirche gute Elemente außerhalb der katholischen Einheit gebe, so gäbe es für sie gute Elemente auch außerhalb der sakramentalen Ehe, „in einer Zivilehe und auch in jeder anderen beliebigen Verbindung“.

„So wie es keinen Unterschied mehr gibt zwischen einer ‚wahren‘ Kirche und ‚falschen‘ Kirchen“, gebe es auch keinen Unterschied mehr zwischen den unterschiedlichen Formen von Verbindungen.

Nichts sei mehr „schlecht an sich“, sondern nur mehr „weniger gut“.

„Bisher haben wir über gute oder schlechte Handlungen, über ein Leben im Gnadenstand oder in der Todsünde gesprochen. Jetzt gibt es nur noch gute oder weniger gute Handlungen; Lebensformen, die das christliche Ideal ganz erfüllen, und andere, die ihm nur teilweise entsprechen… In einem Wort, einer ökumenischen Kirche entspricht eine ökumenische Familie, d.h. eine Familie, die je nach Bedürfnissen und Empfindlichkeiten neu zusammengesetzt wird oder zusammensetzbar ist.“

Amoris laetitia sei „das unvermeidliche Ergebnis der neuen Ekklesiologie, die von Lumen gentium gelehrt wird.“

„Und tatsächlich gleicht die christliche Ehe mit Amoris lætitia mehr und mehr der Ehe, wie die Moderne sie auffasst und profaniert.“

Daraus ergebe sich, so Pagliarini, daß „die objektiv verwirrende Lehre von Papst Franziskus kein seltsamer Auswuchs, son­dern die logische Konsequenz aus den im Konzil festgelegten Grundsätzen (ist)“.

Die neue Ekklesiologie ersetzte das Verständnis „des geheimnisvollen Leibes Christi“ mit dem Begriff „des Volkes Gottes“. Erst 1985 sei es zu einer „Neuorientierung“ gekommen, weil die Befreiungstheologie den Begriff „Volk Gottes“ in die Nähe des Marxismus gerückt hatte. Er wurde nun durch „die Ekklesiologie der Communio“ ausgetauscht, „die eine äußerst elastische Zugehörigkeit zur Kirche ermöglicht; mit ihr sind alle Christen in derselben Kirche Christi vereint, aber mehr oder weniger, was bewirkt, dass der ökumenische Dialog, wie bei der Versammlung von Assisi 1986, zu einem Babel geworden ist, vergleichbar mit dem Polyeder, das Papst Franziskus so lieb ist.“

Die jüngsten Fehlentwicklungen gehen, laut dem Generaloberen der Piusbruderschaft, „alle direkt oder Indirekt auf einen falschen Kirchenbegriff zurück“. Die Reformen und Reformpläne von Papst Franziskus „setzen immer eine zuhörende, eine synodale Kirche voraus, die auf die Kultur der Völker, ihre Erwartungen und Forderungen, insbesondere auf die menschlichen und natürlichen Bedingungen eingeht, die für unsere Zeit typisch sind und sich ständig ändern“. Der Glaube, die Liturgie und die Leitung der Kirche müßten sich „an all dies anpassen und das Ergebnis davon sein“, also sich auch ständig ändern.

Die „synodale Kirche, die immer eine hörende sein muss, ist die neueste Entwicklung der vom Zweiten Vatikanischen Konzil geförderten kollegialen Kirche“. Das Instrumentum laboris der Amazonassynode liefere das jüngste Beispiel. Es übernehme sogar „Traditionen der Geisterverehrung und die traditionelle amazonische Medizin“. Die vorchristlichen Traditionen der Völker werden sogar zu einem „theologischen Ort“, zu einer „besonderen Quelle der Offenbarung Gottes“ erklärt.

Pater Pagliarini folgert daraus:

„Es scheint, dass die gegenwärtige Hierarchie, anstatt das Heidentum zu bekämpfen, es übernehmen und sich seine Werte aneignen will. Und die Macher der bevorstehenden Synode verweisen auf diese ‚Zeichen der Zeit‘, die Johannes XXIII. teuer waren und die wie Zeichen des Heiligen Geistes erforscht werden müssen.“

Das Projekt zur Reform der Römischen Kurie „befürwortet eine Kirche, die viel mehr einem menschlichen Unternehmen gleicht als einer göttlichen, hierarchischen Gesellschaft, die Verwahrerin der übernatürlichen Offenbarung ist, ausgestattet mit dem unfehlbaren Charisma, der Menschheit die ewige Wahrheit bis zum Ende der Zeiten zu bewahren und zu lehren“.

Das verwundere nicht, so der Generalobere der Piusbruderschaft, da im Reformentwurf ausdrücklich von einer „Aktualisierung (aggiornamento) der Kurie auf der Grundlage der Ekklesiologie des Zweiten Vatikanum“ die Rede ist. Die Römische Kurie wird wörtlich als „eine Art Plattform und Forum für die Kommunikation“ bezeichnet.

„Plattform, Forum, Synodalität, Dezentralisierung…, all dies bestätigt nur die ekklesiologische Wurzel aller modernen Irrtümer. In diesem formlosen Magma gibt es keine höhere Autorität mehr. Es ist die Auflösung der Kirche, wie unser Herr sie eingesetzt hat. Mit der Gründung seiner Kirche hat Christus kein Kommunikationsforum und keine Plattform für den Austausch eröffnet; er hat Petrus und seine Apostel mit der Aufgabe betraut, seine Herde zu weiden, sowie Säulen der Wahrheit und Heiligkeit zu sein, um die Seelen in den Himmel zu führen.“

Auf die Frage, wie sich dieser „ekklesiologische Irrtum“ charakterisieren lasse, verweist Pagliarini auf Erzbischof Lefebvre (1905–1991), den Gründer der Piusbruderschaft.

„Er sagte, dass die Struktur der neuen Messe einer demokratischen Kirche entspricht, die nicht mehr hierarchisch und monarchisch ist. Die synodale Kirche, von der Franziskus träumt, ist wirklich demokratisch. Er selbst hat das Bild gegeben, das er von ihr hat: das einer umgekehrten Pyramide. Könnte man noch deutlicher ausdrücken, was er mit Synodalität meint? Es ist eine Kirche, die auf dem Kopf steht.“

Kritische Stimmen, die gegen diese Reformen erhoben wurden, seien Ausdruck für „ein zunehmendes Bewusstsein bei vielen Gläubigen und einigen Prälaten darüber, dass sich die Kirche einer neuen Katastrophe nähert.“

„Diese Reaktionen haben den Nutzen und das Verdienst zu zeigen, dass die Stimme, die diese Irrtümer vertritt, weder die Stimme Christi noch die des Lehramtes der Kirche sein kann. Das ist äußerst wichtig und trotz des tragischen Zusammenhangs ermutigend. Die Bruderschaft hat die Pflicht, auf diese Reaktionen sehr aufmerksam zu sein.“

Bisher sei es so, daß diese Reaktionen „systematisch an einer ‚Gummiwand‘ abprallen“. Man müsse den Mut aufbringen, danach zu fragen, warum dem so ist.

Als Beispiel nennt Pagliarini die Dubia zu Amoris laetitia, die von vier Kardinälen vorgebracht wurden.

„Diese Reaktion hatte bei vielen Aufmerksamkeit erregt und wurde als Beginn einer Reaktion gefeiert, die zu dauerhaften Ergebnissen führen würde. Tatsächlich aber hat das Schweigen des Vatikans diese Kritik unbeantwortet gelassen. In der Zwischenzeit sind zwei dieser Kardinäle gestorben, und Papst Franziskus ist zu den anderen Reformprojekten übergegangen, die wir gerade erwähnt haben, – was bedeutet, dass sich die Aufmerksamkeit auf neue Themen verlagert und der Kampf um Amoris lætitia zwangsläufig im Hintergrund bleibt, vergessen wird; und der Inhalt dieses apostolischen Schreibens scheint de facto akzeptiert.“

Um „dieses Schweigen des Papstes zu verstehen“, dürfe nicht vergessen werden, „dass die aus dem Konzil hervorgegangene Kirche pluralistisch ist.“

„Es ist eine Kirche, die nicht mehr auf einer ewigen und offenbarten Wahrheit basiert, die von oben durch die Autorität gelehrt wird. Wir haben eine Kirche vor uns, die zuhört und deshalb zwangsläufig auf Stimmen hört, die sich voneinander unterscheiden können. Um einen Vergleich zu ziehen: Es gibt in einem demokratischen System immer einen Platz für die Opposition, wenigstens dem Anschein nach. Sie ist Teil des Systems, weil sie zeigt, dass wir diskutieren, eine andere Meinung haben können, dass es Platz gibt für alle. Dies kann selbstverständlich den demokratischen Dialog fördern, aber nicht die Wiederherstellung einer absoluten und universellen Wahrheit und eines ewigen moralischen Gesetzes. Auf diese Weise kann der Irrtum frei gelehrt werden neben einer echten, aber strukturell wirkungslosen Opposition, die unfähig ist, die Wahrheiten an ihre Stelle zu setzen. Wir müssen also aus dem pluralistischen System selbst austreten, und dieses System hat eine Ursache, das Zweite Vatikanische Konzil.“

Was sollten die Prälaten und die Gläubigen daher tun?

„Zunächst einmal sollten sie die Klarheit und den Mut aufbringen, anzuerkennen, dass es eine Kontinuität gibt zwischen den Lehren des Konzils, der Päpste der nachkonziliaren Ära und dem gegenwärtigen Pontifikat. Das Lehramt des ‚heiligen‘ Johannes Paul II. etwa gegen die Neuerungen von Papst Franziskus anzuführen, ist ein sehr schlechtes Mittel, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist.“

Pagliarini betont, damit „weit davon entfernt“ zu sein, die gesetzten Bemühungen zu verachten, doch es sei „eine Frage der Nächstenliebe, aufzuzeigen, wo die Wurzel der Probleme liegt“.

Eine Kritik an den Plänen von Papst Franziskus, „die sich nur auf die Symptome konzentriert, ohne auf ihre Ursache zurückzugehen“, stelle „eine höchst schädliche und verwirrende Unlogik dar“.

Die Piusbruderschaft sei „keine berufmäßige ‚Nörglerin‘, wie ihr von mancher Seite vorgeworfen werde.

„Sie hat die Freiheit im Ton, die es ihr erlaubt, offen zu sprechen, ohne Angst zu haben, Vorteile zu verlieren, die sie nicht hat. Diese Freiheit ist unter den gegeben Umständen unerlässlich.“

Die Bruderschaft habe aber vor allem „die Liebe zur Kirche und zu den Seelen“. Die aktuelle Krise sei nicht nur lehrmäßig, sondern längst in den Alltag übergegangen:

„Die Seminare schließen, die Kirchen leeren sich, die sakramentale Praxis zerfällt in schwindelerregender Weise. Wir können nicht nur Zuschauer sein, die die Arme verschränken.“

Die Piusbruderschaft strebe durch ihre „tägliche apostolische Arbeit“ an, „das weiterzugeben, was wir empfangen haben (1 Kor 15,3)“ im Bewußtsein, „dass die Tradition Recht hat“. Die Tradition habe „die Pflicht, den Seelen zu Hilfe zu kommen mit den Mitteln, die ihr die heilige Vorsehung zur Verfügung stellt. Wir werden nicht vom Stolz getrieben, sondern von der Nächstenliebe gedrängt.“

„Dies aber ist untrennbar verbunden mit der Verurteilung der Übel, unter denen die Kirche leidet, um so die von schlechten Hirten verlassene und zerstreute Herde zu schützen.“

Die Prälaten und die Gläubigen „müssen den Mut haben zu erkennen, dass selbst eine gute lehrmäßige Stellungnahme nicht ausreichen kann, wenn sie nicht von einem seelsorglichen, geistlichen und liturgischen Leben begleitet wird, das den zu verteidigenden Grundsätzen entspricht, denn das Konzil hat eine neue Art der Konzeption des christlichen Lebens eingeführt, das mit einer neuen Lehre im Einklang steht.“

Wenn die Lehre mit all ihren Rechten bekräftigt wird, muss man übergehen zu einem wirklich katholischen Leben in Übereinstimmung mit dem, was man bekennt. Andernfalls wird diese oder jene Erklärung nur ein Medienereignis bleiben, das auf einige Monate, ja sogar auf einige Wochen begrenzt ist… Konkret heißt das, sie müssen zur tridentinischen Messe übergehen und zu allem, was das bedeutet; sie müssen zur katholischen Messe übergehen und alle Konsequenzen daraus ziehen; sie müssen zur nicht-ökumenischen Messe, zur Messe aller Zeiten übergehen und diese Messe das Leben der Gläubigen, der Gemeinschaften, der Seminare erneuern und vor allem die Priester umgestalten lassen. Es geht nicht darum, die tridentinische Messe wiederherzustellen, weil sie die beste theoretische Option ist; es geht darum, sie wiederherzustellen, sie zu leben und sie bis zum Martyrium zu verteidigen, weil allein das Kreuz unseres Herrn die Kirche aus der katastrophalen Lage herausführen kann, in der sie sich befindet.“

Quelle: katholisches Bild: zentralplus

Gefeiert am 20. September

Hl. Andreas Kim Taegon und Hl. Paulus Chong Hasang

Hl. Andreas Kim Taegon
Priester, Märtyrer
* 1821 in Taegõn in Korea
† 16. September 1846 in Seoul in Südkorea

Hl. Paulus Chong Hasang
Laienprediger, Märtyrer
* 1795 Majae in Korea
† 22. September 1839 in Seoul in Korea

Der katholische Glaube kam Anfang des 17. Jh. durch christliche Laien nach Korea. Während 200 Jahren wurden die Gemeinden ohne Hirten nur von Laien betreut. In drei grausamen Verfolgungen (1839, 1846 und 1866) erlitten 103 christliche Koreaner das Martyrium, unter ihnen der erste koreanische Priester Andreas Kim Taegon.

 

Hl. José Maria de Yermo y Parres – Priester und Ordensgründer

* 10. November 1851 in Jalmolonga in Mexiko
† 20. September 1904 in León in Mexiko

José Maria de Yermo y Parres wurde am 10. November  1851 in Jalmolonga in der Diözese Toluca  in Mexiko geboren. Im Jahre 1867 trat er in die Kongregation vom hl. Vinzenz (Vinzentiner) ein. Sein schlechter Gesundheitszustand war die Ursache, dass er nach erfolgreichem Studienabschluss in die Heimat zurückkehrte. Dort verließ er die Missionskongregation, empfing die Priesterweihe und wurde in die Diözese León inkardiniert. Bald genoss er hohes Ansehen als Mann des Gebetes und übernahm wichtige Aufgaben an der Kurie von Leòn.

Am 13. Dezember 1885 gründete er die Kongregation der „Dienerinnen des Heiligen Herzens Jesu und der Armen“. Bereits drei Jahre später eröffnete er das zweite Haus in Puebla de Los Angeles und errichtete 1893 in derselben Stadt das Institut von der christlichen Nächstenliebe. Getroffen von einer schweren Krankheit bereitete er sich mit Gelassenheit auf den Tod vor, so dass er die letzten Leiden mit bewundernswerter innerer Stärke ertrug. Er starb am 20. September 1904. Johannes Paul II. sprach den Mexikaner am 6. Mai 1990 selig und am 21. Mai 2000 heilig.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria