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16.10.2018 – Dienstag der 28. Woche im Jahreskreis

Hl. Johannes vom Kreuz (1542-1591) – Karmelit und Kirchenlehrer

„…dann ist für euch alles rein“

Gebet der liebenden Seele. Herr, mein Gott, mein Geliebter, wenn du immer noch meiner Sünden gedenkst und dich weigerst, meine Bitte zu erhören, so geschehe hierin dein Wille. Das ist mein einziger Wunsch. Erzeige mir deine Güte und Barmherzigkeit, und meine Sünden offenbaren, was du bist. Und wenn du, um meinen Bitten Erhörung zu gewähren, auf meine Werke wartest, so gewähre dieselben und wirke sie in mir, indem du als Sühne die Leiden annimmst, die ich auf mich zu nehmen bereit bin. […] Wer ist imstande, o mein Gott, sich von den armseligen Wegen und Weisen, dich zu lieben, frei zu machen, wenn du ihn nicht selbst zu dir erhebst in der Reinheit der Liebe? Wie könnte sich der Mensch, erzeugt und geboren in Armseligkeit, zu dir erheben, wenn du, o Herr, ihn nicht an dich ziehen würdest durch die Hand, die ihn erschaffen? Du wirst mir, o mein Gott, nicht das entziehen, was du mir in deinem eingeborenen Sohne gegeben, in dem du mir alles geschenkt hast, was ich verlange; und deshalb darf ich mich auf deine Ankunft freuen, wenn ich auf dich hoffe. Wie magst du noch länger zuwarten, meine Seele? Kannst du denn nicht von diesem Augenblicke an Gott lieben von ganzem Herzen? Mein ist der Himmel und mein die Erde, mein sind die Völker, die Gerechten und Sünder. Mein sind die Engel, die Mutter Gottes und alle geschaffenen Dinge; Gott selbst ist mein und für mich, da Jesus Christus mein und ganz für mich ist (vgl. 1 Kor 3,22-23). Was verlangst du, was suchst du noch mehr, meine Seele? All das ist dein und alles für dich. Halte dich nicht für klein und begnüge dich nicht mit den Brosamen, die vom Tische deines Vaters fallen; steh auf von deiner Niedrigkeit und rühme dich deiner Herrlichkeit, verbirg dich in ihr, und du wirst alles besitzen, was dein Herz begehrt! (vgl. Ps 37(36),4).

Quelle & Bild: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 16.10.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 11,37-41

In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.
Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

15.10.2018 – Montag der 28. Woche im Jahreskreis

Hl. Johannes Chrysostomus

Das Zeichen des Jonas

So wollen auch wir es mit den Heiden machen und sie mehr als die Frauen bejammern, weil sie ihr eigenes Heil nicht erkennen (vgl. Lk 23,28). Denn mehr als der Mann seine Frau lieben soll, sollen wir alle Menschen lieben und zum Heil heranziehen, seien sie nun Heiden oder wer auch immer. Beweinen wollen wir sie, weil ihnen die Lehre vom Kreuz als Torheit gilt, – die Lehre, die doch wirklich Weisheit und Kraft ist; „denn die Lehre vom Kreuz ist Denjenigen, die verloren gehen, eine Torheit“, heißt es (1 Kor 1,18-24). […] Aber, o Mensch, sieh doch! Deinetwegen ward Christus ein Knecht, indem er Knecht-Gestalt annahm (Phil 2,7); deinetwegen ward er gekreuzigt und ist auferstanden und anstatt den Auferstandenen anzubeten und seine Menschenfreundlichkeit zu bewundern, dass er, dein Gebieter, für dich, seinen Feind und Beleidiger, dies alles getan hat, was weder Vater noch Freund noch Sohn für dich getan hat, […] nennst du eine Lehre, so voller hoher Weisheit, eine Torheit! […] Wenn ich sage: (Christus) ist gekreuzigt worden, so fragt der Heide: „Wie reimt sich das mit der Vernunft? Sich selber hat er nicht geholfen, als er am Kreuz hing, obwohl er damals dazu aufgefordert wurde; und wie ist er dann auferstanden und hat Anderen geholfen? (vgl. Mt 27,42) […] Das ist vernunftwidrig.“ Ganz richtig; das Kreuz, o Mensch, ist über die Vernunft erhaben, und seine Kraft ist unaussprechlich […] Gleichwie es nämlich bei jenen drei Jünglingen ein größeres Wunder war, dass sie, in den Ofen geworfen, in den Flammen unversehrt wandelten, als wenn sie nicht hineingeworfen worden wären (Dan 3), und bei Jonas ein größeres Wunder, dass er im Bauch des Fisches keinen Schaden litt, als wenn er vom Fisch nicht wäre verschlungen worden: so war es auch wunderbarer, dass Christus sterbend den Tod überwand, als wenn er gar nicht gestorben wäre.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 15.10.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 11,29-32

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

14.10.2018 – Worte von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ

Von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ , Herz Jesu Franziskaner

„Angst ist ein schlechtes Mittel für morgen. Heute, wenn Sie Ihre Zukunft aus einer Position der Angst oder der Sorge betrachten, möchte ich Sie wissen lassen, dass diese Ansicht nicht gut ist. Betrachten Sie stattdessen Ihre Zukunft aus einer Position des Glaubens. Das ist die Wahrheit. Sorge ist einfach der Triumph der Angst vor dem Glauben.“

„Fear is a poor chisel for carving out tomorrow. Today, if you are viewing your future from a position of fear or worry, I want to let you know that view is not accurate or correct. Instead, view your future from a position of faith. That’s the truth. Worry is simply the triumph of fear over faith.“

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2018

Missbrauchsskandal

Washingtons Erzbischof zurückgetreten

Nach einem Missbrauchsskandal hat Papst Franziskus den Rücktritt des Erzbischofs von Washington akzeptiert. Kardinal Donald Wuerl war in den vergangenen Wochen unter Druck geraten, weil er in seiner Zeit als Bischof von Pittsburgh an der Vertuschung von Missbrauchsfällen im Klerus beteiligt gewesen sein soll. Er hatte seinen Rücktritt im September in Aussicht gestellt. Franziskus nahm das Rücktrittsgesuch nun an, wie der Vatikan am Freitag erklärte.

Die Generalstaatsanwaltschaft des US-Bundesstaates Pennsylvania hatte festgestellt, dass sich über sieben Jahrzehnte hinweg mehr als 300 Priester an über 1.000 Kindern und Jugendlichen vergangen hatten. Die Kirchenoberen hatten nach Überzeugung der Ermittler teils trotz Kenntnis der Vorgänge nicht durchgegriffen. Die meisten Fälle sind strafrechtlich verjährt.

Franziskus ist zuletzt durch neu aufgebrochene Missbrauchsskandale stark in die Kritik geraten. Bemängelt wird, dass der Pontifex nicht hart genug gegen Täter und Vertuscher durchgreife.

Quelle: de.rt.com Bild: Screens.

14.10.2018 – 28. Sonntag im Jahreskreis

Hl. Johannes Chrysostomus (349-407) Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer

„Und du wirst einen Schatz im Himmel haben“

Als Christus dem jungen Mann antwortete: „Wenn du in das Leben eingehen willst, so halte die Gebote“ (Mt 19,17), fragte er: „Welche?“ Durchaus nicht, um ihn zu versuchen, sondern in der Annahme es gäbe außer den Vorschriften des Gesetzes noch andere, die ihm die Pforte zum Leben erschließen könnten: ein klarer Beweis für die Aufrichtigkeit seines Verlangens. Als ihn darauf Jesus auf die Vorschriften des Gesetzes verwies, erklärte er: „Dies alles hab’ ich von meiner Jugend an beobachtet“. Aber auch das genügte ihm noch nicht, er fragte neuerdings: „Was fehlt mir noch?“ (vgl. Mt 19,20). Auch das ist doch wahrlich nichts Geringes, dass er dachte, es fehle ihm noch etwas, die angeführte Gesetzestreue reiche noch nicht aus, um zu erreichen, wonach er verlangte. Was erwidert nun Christus? Da er ihm etwas Großes auferlegen wollte, so stellte er ihm auch einen großen Kampfpreis in Aussicht und spricht: „Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe, was du hast und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komme, folge mir nach!“ Siehst du, was für Preise, was für Siegeskränze der Herr bei diesem Wettkampf in Aussicht stellt? […] Um ihn aufzumuntern, redet Jesus so und deshalb zeigt er ihm auch den großen Lohn, stellt alles seiner Entscheidung anheim und verschleiert auf jede Weise, was an seiner Aufforderung hätte drückend erscheinen können. So weist er ihn denn, ehe er von Kampf und Anstrengung spricht, auf den Siegespreis hin: „Willst du vollkommen sein“ […] „Du wirst einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach.“ Wer Christus nachfolgt, empfängt herrlichen Lohn: „Und du wirst einen Schatz im Himmel haben.“ Da von Besitz die Rede war und Jesus den Jüngling auffordere, alles hinzugeben, so zeigt er ihm, dass er sein Vermögen nicht einbüßen, sondern es noch vermehren würde […].

Der heilige Apostel Paulus mahnt  uns: „Darum legt ab die Lüge und redet Wahrheit ein jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder untereinander. Zürnt ihr, so sündigt nicht! Die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn! Gebt nicht Raum dem Teufel!“ (Eph 4,25ff.)

Keiner möge den Nächsten hintergehen

Was sagt er genau? „Darum legt ab die Lüge!“ Welche Lüge? Meint er damit etwa die Götzen? Durchaus nicht. Lüge sind wohl auch diese; aber jetzt haben die Epheser keine Gemeinschaft mit ihnen. Er meint vielmehr das hinterlistige und heimtückische Verhalten der Menschen im Verkehr untereinander.

„Redet Wahrheit ein jeder mit seinem Nächsten!“ Sodann fügt er einen noch wirksameren Beweggrund bei: „Denn wir sind Glieder untereinander“. Keiner möge also den Nächsten hintergehen! Dasselbe spricht der Psalmist allerorten aus: „Trügerische Lippen sind in seinem Herzen, und in seinem Innern redet er Böses“ (Ps 11,3; 27,3). Es gibt nichts, es gibt ganz und gar nichts, was in solchem Maße Feindschaft erzeugt als Lüge und Betrug.

Keine Feindschaft nach dem Sonnenuntergang

„Zürnt ihr, so sündigt nicht!“ Sieh, wie verständig! Auf der einen Seite gibt er an, wie wir die Sünde vermeiden sollen, auf der anderen wiederum lässt er diejenigen nicht im Stiche, welche seiner Mahnung nicht achten; er kann eben seine väterliche Liebe nicht unterdrücken. Wie der Arzt dem Patienten zwar das zu beobachtende Verhalten genau vorschreibt, wenn sich derselbe aber nicht daran hält, ihn dennoch nicht aufgibt, sondern zum Mittel der Überredung greift und ihn weiter behandelt, so macht es auch Paulus.

Wenn ein Arzt jenes tut, nämlich den unfolgsamen Kranken aufgibt, so geizt er lediglich nach Ruhm und fühlt sich beleidigt, dass seine Vorschrift verachtet wurde; wenn er aber in allem die Gesundheit des Kranken erstrebt, so hat er nur das eine Ziel im Auge, den Patienten wieder herzustellen. Dies tut auch Paulus. Er sagt: Lügt nicht! Sollte aber einmal durch Lüge Zorn entstanden sein, so weiß er auch dafür ein Heilmittel. Wie nämlich sagt er? „Zürnt ihr, so sündigt nicht!“

Gut ist es, nicht zu zürnen; wenn aber doch jemand in dieser Leidenschaft fallen sollte, so dauere es wenigstens nicht lange. „Die Sonne“, sagt er, „gehe nicht unter über eurem Zorn!“ Du willst deinen Zorn befriedigen? Dann genügt dir eine Stunde und zwei und drei; die Sonne lasse euch bei ihrem Scheiden nicht als Feinde zurück! Durch Gottes Güte ist sie aufgegangen, beim Untergange scheine sie nicht auf Unwürdige herab! Wenn der Herr aus großer Güte sie gesandt und dir die  Sünden vergeben hat, du aber deinem Nächsten nicht verzeihen willst, erwäge doch, welch’ großes Übel das ist!

Gib dem Teufel nicht Raum – versöhne dich

Dazu gesellt sich aber noch ein anderes Übel. Der heilige Paulus fürchtet, die Einsamkeit der Nacht möchte, wenn sie den Beleidigten noch vom Zorn erhitzt findet, die Glut zur hellen Flamme entfachen. Untertags nämlich, so lange viele Dinge zerstreuen, ist es dir möglich, deinen Zorn zu stillen; bricht aber der Abend herein, so versöhne dich und lösche den noch frischen Brand!

Denn wenn die Nacht darüber kommt, so wird der folgende Tag nicht zureichen, das auch nächtens angewachsene Übel zu tilgen. Magst du auch das Feuer zum größten Teile ersticken, ganz wirst du es nicht imstande sein; die zurückbleibende Glut aber ermöglicht es, in der folgenden Nacht den Brand noch heftiger zu schüren.

Und gleich wie die Sonne, wenn sie nicht imstande ist, das während der Nacht angesammelte dichte Gewölk durch die Hitze des Tages gänzlich aufzuhellen und zu zerstreuen, Veranlassung zu stürmischem Unwetter gibt, da die kommende Nacht dich der Überbleibsel bemächtigt und sie durch neue Dünste wieder wachsen lässt: so geht es auch mit dem Zorn. – „Gebt nicht Raum dem Teufel!“

Sich gegenseitig bekriegen, heißt also dem Teufel Raum geben. Anstatt nämlich alle in geschlossenen Reihen gegen ihn zu stehen, wie wir sollten, geben wir die Feindschaft gegen ihn auf und lassen uns gegeneinander hetzen. Durch nichts gewinnt der Teufel so sehr Raum, wie durch die Feindschaften.

Fest zusammengefügt im Guten sein

Daraus entstehen ungezählte Übel. Gleichwie ein Bau, solange die Steine festgefügt und ohne Lücke sind, unverwüstlich dasteht, sobald aber eine Öffnung nur nadelgroß sich hindurchzieht oder ein Riss nur haarbreit sich bildet, dies dem Ganzen Zerstörung und Unter­gang droht: so verhält es sich auch mit dem Teufel. Solange wir fest zusammengefügt und innig miteinander verbunden sind, findet er durchaus keinen Zutritt; hat er aber unsere Verbindung nur ein klein wenig gelockert, so dringt er herein gleich einem reißenden Gießbach.

Es bedarf für ihn überall nur des Anfanges; darin besteht die größte Schwierigkeit. Hat er diese einmal überwunden, so bricht er sich immer weiter Bahn. Dann macht er das Ohr für Verleumdungen zugänglich, und denen, die Lügenhaftes sagen, wird lieber geglaubt; denn die Feindschaft sitzt zu Gericht, nicht die Wahrheit spricht das Urteil.

Und wie der Freundschaft selbst das wahrhaft Böse als Lüge erscheint, so der Feindschaft selbst die Lüge als wahr. Man denkt und richtet ganz anders, weil man nicht unparteiisch hört, sondern stark befangen von Vorurteil und Voreingenommenheit. Gleichwie nämlich auf der Waage ein zugelegte Bleigewicht den Ausschlag gibt, so auch hier das Gewicht der Feindschaft, da es noch schwerer ist als Blei.

Deshalb, ich bitte euch, lasst uns alles aufbieten, um vor Sonnenuntergang die Feindschaften zu er­sticken! Denn wenn du sie nicht am ersten und zweiten Tag bewältigst, dehnst du sie oft ein gan­zes Jahr aus, und die Feindschaft vergrößert sich von selbst ohne jeg­liches Zutun. Indem sie die Worte anders auslegt, als sie gemeint sind, und jeder Miene, kurz allem eine falsche Deutung gibt, erzeugt sie Gereiztheit und Erbitterung und versetzt in einen Zu­stand, der schlimmer ist als Raserei, da sie selbst den Namen des Feindes nicht auszusprechen oder nur zu hören vermag, ohne in laute Schmähungen auszubrechen.

In Demut die eigenen Sünden bedenken

Wie können wir nun den Unmut besänftigen? Wie die auflodernde Flamme ersticken? Wenn wir unsere eigenen Sünden bedenken und die Größe unserer Schuld vor Gott; wenn wir bedenken, dass die Rache, die wir am Feinde üben wollen, auf uns selbst zurückfällt; wenn wir bedenken, dass wir damit nur den Teufel erfreuen, dass wir die Macht unseres Feindes, unseres wirklichen Feindes, durch das, was wir einem Glied von uns Unrecht tun, vermehren.

Willst du rachsüchtig und feindselig sein? So sei feindselig, aber ge­gen den Teufel, nicht ge­gen ein Glied von dir! Gott hat uns nicht des­halb mit dem un­ges­tümen Mut be­waff­net, damit wir das Schwert in unseren eigenen Leib sto­ßen, son­dern damit wir es ganz in die Brust des Teufels tauchen. Da­hin­ein bohre es bis an den Griff, ja den Griff noch dazu, wenn du willst, und zieh’ es nimmer heraus, son­dern greife lieber noch zu einem zweiten! Dieses aber wird geschehen, wenn wir uns selber schonen, wenn wir friedfertig gegeneinander gesinnt bleiben.

Erbauliches reden

„Kein schlechtes Wort gehe aus eurem Munde hervor…“ (Eph 4,29) Was ist ein schlechtes Wort? Jenes, das er sonst auch ein müssiges nennt: üble Nachrede, Zoten, Possenreißerei, albernes Geschwätz. Siehst du, wie er die Wurzeln des Zornes abschneidet, die Lüge, den Diebstahl, das unpassende Reden?

Trefflich ist die Belehrung, die er bezüglich der Reden erteilt. Denn wir sind nicht nur für unsere Handlungen, sondern auch für unsere Reden verantwortlich.

„…sondern [redet] nur, was jeweils gut ist“ (Eph 4,29), sagt er, „zu entsprechender Erbauung, damit es Segen bringe den Hörenden“. Das heißt, was den Nächsten erbaut, das allein rede, unnützerweise aber nichts.

Gott hat dir nämlich Mund und Zunge dazu gegeben, damit du Ihm dankst, damit du den Nächsten erbaust.

Gleichwie nämlich das Salböl seinen lieblichen Duft denen verleiht, welche damit in Berührung kommen, so auch eine gute Rede. Deshalb heißt es auch in der Schrift: „Eine ausgegossene Salbe ist dein Name“ (Hl 1,2). Der Apostel wollte es bewirken, dass sie ständig jenen Wohlgeruch ausatmen.

Siehst du, wie er seine stete Mahnung auch hier wiederholt, indem er einen jeden beauftragt, nach seinen Kräften den Nächsten zu erbauen?

Heilmittel: Gebet und Aussöhnung

Gewöhnen wir unseren Mund an ehrbare Reden! Daraus erwächst reiner Gewinn, aus dem Schmähen dagegen großer Schaden. Kein Geldaufwand ist dabei nötig. Verschließen wir ihn mit Tür und Riegel! Verzehren wir uns, wenn je ein beleidigendes Wort unseren Zähnen entschlüpfen sollte! Bitten wir Gott, bitten wir den Beschimpften um Verzeihung, halten wir das nicht unter unserer Würde! Wir haben uns selbst getroffen, nicht den anderen; wir haben uns selbst verletzt, nicht den anderen. Wenden wir das Heilmittel an: das Gebet und die Aussöhnung mit dem Beleidigten!

Wenn wir schon in den Reden uns so großer Vorsicht befleißigen, so wollen wir uns in den Handlungen feste Schranken setzen! Und haben wir Freunde, sie seien wer immer, wenn sie jemanden schmä­hen oder beschim­pfen, so fordere von ihnen, dass sie auch Genug­tuung leisten! Ler­nen wir überhaupt, dass solches Sün­de ist; sind wir zu dieser Erkenntnis ge­langt, so wer­den wir es bald unter­lassen.

Der Gott des Frie­dens aber bewahre euren Sinn und eure Zunge und befestige sie mit seiner Furcht wie mit einer sichern Schutzwehr, in Christus Jesus, mit welchem dem Vater gleichwie dem Heiligen Geiste Herrlichkeit, Macht und Ehre sei, jetzt und allezeit und in alle Ewigkeit! Amen.

Quelle: Kommentar zum Brief des hl. Paulus an die Epheser (In epistulam ad Ephesios commentarius), XIV. Homilie, Bibliothek der Kirchenväter & CFM.SCJ Archiv Yaoundé, Bild: Screens.

Tagesevangelium – 14.10.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 10,17-30

In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen.
Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt.
Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich. Da sagte Petrus zu ihm: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete: Amen, ich sage euch: Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

13.10.2018 – Worte von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ

Von Bruder Johannes Paul CFM.SCJ , Herz Jesu Franziskaner

„Als Mitglied der Kongregation der Herz Jesu Franziskaner sollten wir uns der Art von Freunden bewusst sein, die wir haben. Lasst uns nicht vergessen, dass wir hier sind, um den Dingen Gottes zu folgen.“

Ⓒ corjesu.info CFM.SCJ – Kongregation der Herz Jesu Franziskaner  2015-2018