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08.06.2018 – Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer

Die Herzenswunde

Die Soldaten durchbohrten nicht nur die Hände Jesu, sondern auch seine Füße; die Lanze ihres Ingrimms drang durch seine Seite bis in das Heilige Herz, das bereits von der Liebe durchbohrt war.

„Du hast mein Herz verwundet, meine Schwester, meine Braut; du hast mein Herz verwundet“ (vgl. Hld 4,9; Vulgata) Du über alle Maßen liebender Jesus, war es denn notwendig, obgleich Deine Braut, Deine Schwester Dein Herz verwundet hatte, dass Deine Feinde es ihrerseits verwunden mussten? Und ihr, seine Feinde, was richtet ihr an? Wenn es doch bereits verwundet ist, oder besser: weil dieses Herz des so sanftmütigen Jesus doch bereits verwundet ist, warum fügt ihr ihm eine zweite Wunde zu? Wisst ihr denn nicht, dass bei der ersten Verwundung das Herz tödlich verwundet wird und es [für weitere Verwundungen] irgendwie unempfindlich wird?

Das Herz meines so milden Herrn Jesus ist gestorben, weil es tödlich verwundet wurde; eine Liebeswunde hat das Herz Jesu, unseres Bräutigams, erfasst, sie hat ihn getötet. Was sollte ein zweiter Tod bei ihm ausrichten können? „Stark wie der Tod ist die Liebe“ (Hld 8,6); ja mehr noch: in Wahrheit ist sie stärker als der Tod.

Es ist unmöglich, den ersten Tod abzuwehren, also die Liebe aus einem Herzen zu vertreiben, das von der Liebe zu so vielen todgeweihten Seelen überwältigt worden ist. Von zwei gleich starken Angreifern, von dem der eine sich innerhalb des Hauses, der andere sich außerhalb befindet – wer würde daran zweifeln, dass der sich im Inneren befindliche Angreifer den Sieg erringt? So ist es mit der Liebe, die das Herz bewohnt und es mit einer Liebeswunde tötet, und das gilt nicht nur für Jesus, den Herrn, sondern auch für seine Jünger.

So wurde zunächst das Herz unseren Herrn Jesus verwundet und starb für uns geopfert, den ganzen Tag, „wie Schlachtvieh“ (Ps 44(43),12). Der körperliche Tod folgte erst dann und errang den Sieg für eine gewisse Zeit, um jedoch dann von der Ewigkeit besiegt zu werden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 08.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 19,31-37

Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem Anderen, der mit ihm gekreuzigt worden war.
Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

 

Ich bin ganz in Gottes Hand

Hl. Pater Pio – 07.06.2018

Worte des hl. Pater Pio – 07.06.2018

Du wirst dich über deine Schwächen überhaupt nicht wundern, sondern wirst dich, wenn du dich für das erkennst, was du bist, deiner Treulosigkeit Gott gegenüber schämen. In Ihn wirst du all deine Hoffnung setzen und dich vertrauensvoll in die Arme des himmlischen Vaters schmiegen, wie ein Kind in die Arme seiner Mutter.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

07.06.2018 – Donnerstag der 9. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer

„Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden“ (Mk 12,31)

Man kann Gott nicht wahrhaft lieben, wenn man seinen Nächsten nicht liebt, noch seinen Nächsten auf rechte Weise lieben, ohne Gott zu lieben. Und aus diesem Grund […] wurde der Heilige Geist den Jüngern auf zweifache Weise verliehen: zunächst durch den Herrn, als er noch auf Erden weilte, und dann durch den Herrn, als er im Himmel thronte (Joh 20,22; Apg 2). Er ist uns auf der Erde gegeben, um den Nächsten zu lieben, vom Himmel, um Gott zu lieben. Aber warum zuerst auf der Erde und dann vom Himmel, wenn nicht, um uns ein klares Verständnis dieses Wortes des Johannes zu geben: „[…] wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht“ (1 Joh 4,20)?

Deshalb, meine Brüder, sollen wir unseren Nächsten von Herzen lieben; lasst uns den lieben, der uns nahe ist, damit es uns möglich wird, den zu lieben, der über uns ist. Möge sich unser Geist darin einüben, […] um zu „verdienen“, uns alsdann mit diesem Nächsten in vollkommener Freude an Gott zu erfreuen. Dann erst werden wir jene Freude der Bewohner des Himmels erlangen, deren Unterpfand wir bereits durch die Gabe des Heiligen Geistes empfangen haben. Streben wir mit unserer ganzen Liebe auf dieses Ziel hin, wo wir uns auf ewig freuen werden. Dort, wo die heilige Versammlung aller Bewohner des Himmels ist; dort, wo ein unbestreitbares Freudenfest stattfindet; dort, wo die verheißene Ruhe wartet; dort, wo wahrhafter Frieden waltet, der uns dann nicht mehr nur hinterlassen, sondern von unserem Herrn Jesus Christus gegeben werden wird (Joh 14,27).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 07.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 12,28b-34

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer. Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Hl. Pater Pio – 06.06.2018

Worte des hl. Pater Pio – 06.06.2018

Was soll ich dir noch sagen? Die Gnade und der Friede des Heiligen Geistes seien immer in deinem Herzen. Lege dieses Herz in die offene Seitenwunde Unseres Heilands und vereine es mit diesem König unserer Herzen, der in diesen sitzt wie auf Seinem königlichen Thron, von dem aus Er den Gehorsam und die Ehrerbietung aller anderen Herzen entgegennimmt. Auf diese Weise hält Er die Tür offen, damit jeder zu Ihm gehen und immer und zu jeder Stunde Gehör finden kann; und wenn dein Herz zu Ihm sprechen wird, meine liebe Tochter, vergiss nicht, auch für das meine ein gutes Wort einzulegen, damit Seine göttliche Majestät es gut, gehorsam, treu und weniger armselig mache, als es jetzt ist.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

06.06.2018 – Mittwoch der 9. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Justinus (um 100-160), Philosoph, Märtyrer

„Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches“ (Credo)

Wer sich im Irrtum befindet, sagt: Es gibt keine Auferstehung des Fleisches; es ist unmöglich, dass Fleisch seine Unversehrtheit wiedererlangt, nachdem es vorher verwest und zu Staub zerfallen ist. Auch sind solche Leute der Ansicht, dass die Rettung des Fleisches nicht nur unmöglich, sondern sogar von Schaden ist: sie kritisieren das Fleisch, zeigen seine Fehler auf, machen es für die Sünden verantwortlich. So sagen sie: Wenn Fleisch auferstehen darf, dann werden auch seine Schwächen auferstehen […] Dabei hat der Retter gesagt: „Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch lassen sie sich heiraten, sondern sind wie Engel im Himmel.“ Die Engel aber, so sagen sie, haben kein Fleisch, sie essen nicht und heiraten nicht – also gibt es keine Auferstehung des Fleisches […]

Wie blind sind doch die Augen des nackten Intellekts! Denn sie haben auf Erden nicht erkannt, dass durch das Wort des Heilands „Blinde sehen und Lahme gehen“ (vgl. Mt 11,5 (Vulg.)) […] damit wir glauben, dass bei der Auferstehung das Fleisch vollständig auferstehen wird. Wenn er schon auf Erden die Krankheiten des Fleisches geheilt und dem Leib die Unversehrtheit wiedergegeben hat – um wie viel mehr wird er das bei der Auferstehung tun, damit das Fleisch ohne Fehler und uneingeschränkt auferstehe […] Solche Leute, so scheint mir, verkennen das göttliche Handeln insgesamt, im Anbeginn der Schöpfung und bei der Erschaffung des Menschen. Sie wissen nicht, warum die irdischen Dinge geschaffen worden sind.

Der Logos hat gesagt: „Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich!“ (Gen 1,26) […] Der nach dem Bild Gottes geformte Mensch war ganz offensichtlich aus Fleisch. Wie absurd ist es also, das von Gott nach seinem Bild geformte Fleisch für verachtenswert, für völlig wertlos anzusehen! Dass das Fleisch in den Augen Gottes kostbar ist, ist offenkundig, weil er es ja gemacht hat. Und weil sich darin das Prinzip seines Planes für die restliche Schöpfung findet, gibt es in den Augen des Schöpfers nichts Kostbareres.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé