Archiv des Autors: admin

10.01.2018 – Mittwoch der 1. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Erklärung zu Psalm 85; CCL 30, 1176

„Er ging an einen einsamen Ort, um zu beten“

Gott hätte den Menschen kein größeres Geschenk machen können als seinen Logos, sein Wort, durch das er alle Dinge erschaffen hat. Er hat ihn zu ihrem Meister gemacht, das heißt zu ihrem Haupt, und sie zu seinen Gliedern (vgl. Eph 5,23.30), damit er zugleich Gottessohn und Menschensohn sei: Wahrer Gott mit dem Vater, wahrer Mensch mit den Menschen. Er hat uns dies zum Geschenk gemacht, damit wir, wenn wir unser Gebet an Gott richten, seinen Sohn nicht davon ausnehmen, und damit während des Betens der Leib des Sohnes sich nicht von seinem Meister trennt, damit nämlich der wahre Erlöser seines Leibes, unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, derjenige sei, der gleichsam für uns betet, in uns betet und zu dem wir beten.

Er betet für uns als unser Priester, er betet in uns als unser Meister, als Haupt unseres Leibes ‒ wir beten zu ihm als unserem Gott. Erkennen wir also dankbar unsere Worte in ihm und seine Worte in uns wieder […] Er hat nicht gezögert, sich mit uns zu vereinen. Die ganze Schöpfung ist ihm unterworfen, weil alle Schöpfung durch ihn geschaffen wurde: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist“ (Joh 1,1–3). […] Aber auch danach, wenn wir in der Hl. Schrift die Stimme desselben Christus vernehmen, wie er stöhnt, betet, bekennt, dann sollten wir nicht zögern, jene Worte auf ihn zu beziehen. Ob wir nun den betrachten, „der Gott gleich war, Knechtsgestalt annahm, den Menschen gleich wurde und sich erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod“ (vgl. Phil 2,6–8). Ob wir ihn hören, ans Kreuz gehängt, wie er sich das Gebet eines Psalms zu eigen macht […]: Wir beten also zu Christus, in seiner Eigenschaft als Gott, während er in seiner Eigenschaft als Knecht betet; auf der einen Seite der Schöpfer, auf der anderen ein Mensch, eins mit der Schöpfung, mit uns den einen Menschen bildend – Er das Haupt und wir der Leib. Wir beten also zu ihm, und wir beten durch ihn und in ihm.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 10.01.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 1,29-39

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,
und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Pater Ingbert Naab

Offener Brief an Adolf Hitler

Wenn der eigene Glaube kein „Wegsehen“ zulässt: Der Kapuzinerpater Ingbert Naab warnte schon früh vor den Nazis und ihrer menschenverachtenden Ideologie, im persönlichen Gespräch, in Predigten aber auch in Artikeln.

Kurzbiografie:

Pater Ingbert Naab wurde am 5. November 1885 im pfälzischen Dahn geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie in Eichstätt.

Schon früh setzte er sich kritisch mit Hitler und den Nazis auseinander. Anfangs publizierte Naab seine Kritik vor allem in kirchlichen Zeitschriften, bundesweit bekannt machte ihn sein offener Brief an Hitler vom 20. März 1932. Der Brief wurde 20 Millionen Mal abgedruckt. Naab war klar, dass er um sein Leben fürchten musste.

Seit Juni 1933 flüchtete er vor den Nazis in die Schweiz, die Tschechoslowakei und Italien unter dem Pseudonym „Peregrinus“ (lat. Pilger). In Königshofen bei Straßburg starb er am 30. März 1935 an Leberkrebs.

Am 21.04.1953 wurde er nach Eichstätt überführt und dort feierlich bestattet.

Quelle: swr2 Bild: Screens.

Hl. Pater Pio – 09.01.2018

Worte des hl. Pater Pio – 09.01.2018

Einmal zeigte ich dem Pater einen wunderschönen, blühenden Weißdornzweig, und während ich auf die schneeweißen Blüten deutete, sagte ich: „Wie schön sie doch sind!…“. „Ja“, sagte der Pater, „aber schöner noch als die Blüten sind die Früchte“. Damit wollte er mir zu verstehen geben, dass Werke mehr zählen als alle heiligen Wünsche.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

09.01.2018 – Dienstag der 1. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Katechismus der Katholischen Kirche
§§ 2851‒2854

„Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?“

„Sondern erlöse uns von dem Bösen“: In dieser Bitte ist das Böse nicht etwas rein Gedankliches, sondern bezeichnet eine Person, Satan, den Bösen, den Engel, der sich Gott widersetzt. Der „Teufel“ [diabolos] stellt sich dem göttlichen Ratschluss und dem in Christus gewirkten Heilswerk entgegen. Der Teufel „war ein Mörder von Anfang an . . . denn er ist ein Lügner und ist der Vater der Lüge“ (Joh 8, 44). Er ist es, „der Satan heißt und die ganze Welt verführt“ (Offb 12, 9). Durch ihn sind die Sünde und der Tod in die Welt gekommen. Durch seine endgültige Niederlage wird „die ganze Schöpfung von der Verderbnis der Sünde und des Todes befreit“ werden (MR, Viertes Hochgebet). „Wir wissen: Wer von Gott stammt, sündigt nicht, sondern der von Gott Gezeugte bewahrt ihn, und der Böse tastet ihn nicht an. Wir wissen: Wir sind aus Gott, aber die ganze Welt steht unter der Macht des Bösen“ (1 Joh 5, 18–19). […]

In der Stunde, in der Jesus freiwillig den Tod auf sich nimmt, um uns sein Leben zu geben, ist der Sieg über den „Herrscher der Welt“ (vgl. Joh 14,30) ein für allemal errungen. Es ist das Gericht über diese Welt, und der Herrscher dieser Welt wird „hinausgeworfen“ (vgl. Joh 12,31). Dieser „verfolgt die Frau“ (vgl. Offb 12, 13–16), hat aber keine Gewalt über sie; die neue Eva, die vom Heiligen Geist „Begnadete“, wird vor der Sünde und der Verderbnis des Todes bewahrt (in der Unbefleckten Empfängnis und durch die Aufnahme der allzeit jungfräulichen Mutter Gottes Maria in den Himmel). „Da geriet der Drache in Zorn über die Frau, und er ging fort, um Krieg zu führen gegen ihre übrigen Nachkommen“ (Offb 12, 17). Darum beten der Geist und die Kirche: „Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22, 20), denn sein Kommen wird uns vom Bösen befreien.

Wenn wir darum bitten, vom Bösen befreit zu werden, bitten wir auch um Befreiung von allen vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Übeln, deren Urheber und Anstifter der Böse ist. In dieser letzten Bitte trägt die Kirche das gesamte Elend der Welt vor den Vater. Mit der Erlösung von den Übeln, welche die Menschheit bedrücken, erfleht sie das kostbare Gut des Friedens und die Gnade des beharrlichen Wartens auf die Wiederkunft Christi. Wenn die Kirche so betet, nimmt sie in der Demut des Glaubens die Vereinigung von allen und allem in jenem vorweg, der „die Schlüssel zum Tod und zur Unterwelt“ (Offb 1, 18) hat, „der ist und der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung“ (Offb 1, 8).

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 09.01.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 1,21-28

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte.
Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:
Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes. Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!
Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Hl. Pater Pio – 08.01.2018

Worte des hl. Pater Pio – 08.01.2018

Gott lässt euch in jener Finsternis um Seines Ruhmes willen; darin liegt euer großer, geistiger Gewinn. Gott will, dass euer Elend der Thron Seiner Barmherzigkeit sei und eure Ohnmacht der Ehrensitz Seiner Allmacht.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

08.01.2018 – Montag der 1. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Irenäus von Lyon (um 130 – um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Häresien, Buch IV, 14. Kapitel, 1 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter, München 1912)

Alle, die in meinem Namen gerufen worden sind

Auch befahl er [der Vater] uns, ihm zu folgen, nicht als ob er unseres Dienstes bedurfte, sondern weil er uns sein Heil zuwenden wollte. Denn dem Erlöser nachfolgen, heißt teilnehmen am Heil, und dem Licht folgen, heißt das Licht erlangen. Die aber im Licht sind, erleuchten nicht selber das Licht, sondern werden von ihm erleuchtet und erhellt; sie selbst geben ihm nichts, sondern empfangen die Wohltat, vom Licht erleuchtet zu werden.

So bringt auch unsere Tätigkeit im Dienste Gottes Gott nichts ein, noch bedarf er des menschlichen Dienstes, wohl aber verleiht er denen, die ihm folgen und dienen, Leben, Unvergänglichkeit und ewigen Ruhm; aber von ihnen empfängt er keine Wohltat, denn er ist reich, vollkommen und ohne Bedürfnis. Nur deswegen verlangt Gott den Dienst der Menschen, weil er gut und barmherzig ist und denen wohltun will, die in seinem Dienste verharren. Denn ebenso sehr, wie Gott keines Menschen bedarf, bedarf der Mensch der Gemeinschaft Gottes, Das nämlich ist der Ruhm des Menschen, auszuharren und zu verbleiben im Dienste Gottes.

Deswegen sagte der Herr zu seinen Schülern: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ (Joh 15,16). […] Und abermals sagt er: „Ich will, daß dort, wo ich bin, auch diese sind, damit sie meine Herrlichkeit sehen“ (vgl. Joh 17,24). […] wie Jesaja sagt: „Vom Aufgang der Sonne bringe ich deine Kinder herbei und vom Untergang her sammle ich dich. […] Führe meine Söhne heim aus der Ferne, meine Töchter vom Ende der Erde! Denn jeden, der nach meinem Namen benannt ist, habe ich zu meiner Ehre erschaffen, geformt und gemacht“ (Jes 43,5‒7).

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 08.01.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus – Mk 1,14-20

Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.
Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner