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Hl. Pater Pio – 07.10.2017

Worte des hl. Pater Pio – 07.10.2017

Es zerreißt mir das Herz, wenn ich von deinen Leiden höre, und ich weiß nicht, was ich alles tun würde, um dir zu helfen und dich erleichtert zu sehen. Warum aber regst du dich so auf? Weshalb bangst du und quälst dich? Freue dich lieber, meine Tochter, denn noch nie hat Jesus dir so viele Kostbarkeiten geschenkt wie jetzt. Nie habe ich dich mehr von Ihm geliebt gesehen als jetzt. Was also fürchtest du? Warum zitterst und erschrickst du? Deine Ängstlichkeit und Furcht ist wie die eines Kindes, das sich in den Armen seiner Mutter fürchtet, töricht also und ohne Sinn.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

Tagesevangelium – 07.10.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 10,17-24

In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.
Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können.
Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.
Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Rapide Islamisierung

Rapide Islamisierung ist eine Tatsache

Von Andreas Becker

(Wien) In der öffentlichen Diskussion sind Einwanderungsbefürworter und Anhänger eines Multikulturalismus tonangebend. Diskutiert werden dürfe ihre Thesen und die daraus folgenden Konsequenzen nicht. Aus dem Grunde werden die Phänomene Einwanderung und Multikulturalismus gefordert und gefördert, ihr tatsächliches Stattfinden aber gleichzeitig geleugnet und in ihren Auswirkungen heruntergespielt. Eine Islamisierung wird sogar mit Händen und Füßen bestritten und als „Wahnvorstellung“ oder bloße „Phantasie von Rechtsextremen“ denunziert. Die Zahlen sprechen aber eine präzise Sprache, und die lautet ganz anders: Die Islamisierung ist eine Tatsache und sie findet massiv statt. Ein Beispiel? Die Stadt Wien, Österreichs Hauptstadt, eine Millionen-Metropole.

Eine Darstellung statistischer Erhebungen soll anschaulich Klarheit verschaffen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß in der seit 1945 von der SPÖ regierten Stadt (seit 2010 zusammen mit den Grünen) ab 2001 keine amtlich-statistische Erhebung der Religionszugehörigkeit mehr stattfindet. Dahinter stehen vor allem die Grünen. Sie wollen die Religion, womit sie vor allem und in erster Linie das Christentum meinen, aus dem öffentlichen Leben verbannen. Gleichzeitig geht es ihnen darum, Einwanderung und Islamisierung zu verschleiern. Amtliche Statistiken, mit ihren Vergleichen zu vorherigen Erhebungen, würden die Islamisierung schwarz auf weiß dokumentieren. 2001 fand die letzte amtliche Religionserhebung statt. Aufgeschreckt von der rapiden Zunahme des islamischen Bevölkerungsanteils gibt es seither für fast alle Religionsgemeinschaften genaue Zahlen (für die Christen aufgrund des Konkordats ohnehin, aber auch für Juden, Buddhisten und Mormonen), aber nicht für den Islam. Wissenschaftler müssen deren Anteil seither mühsam rekonstruieren. Ihre Zahlen werden von den staatlichen Stellen nicht veröffentlicht, und die Medien berichten darüber nach Lust und Laune (bzw. ihren gerade aktuellen politischen Interessen).

Vor kurzem lieferte der Wiener Stadtschulrat aber genaue Zahlen über die Religionszugehörigkeit der Volksschüler. Sie erlauben Rückschlüsse und weisen in eine eindeutige Richtung:

Islamisierung Wiens: Die Zahlen

1971 1.619.885 Einwohner 0,4 Prozent1)
1991 1.539.848 Einwohner 4.0 Prozent2)
2001 1.550.123 Einwohner 7,6 Prozent3)
2011 1.726.225 Einwohner 12,0 Prozent4)
2017 1.867.582 Einwohner5) ?   (28 Prozent bei den Volksschülern)6)

Wenn eine Entwicklung innerhalb von 45 Jahren von 0,4 Prozent auf fast 30 Prozent keine Islamisierung ist, was ist dann eine Islamisierung? Ein eindeutiger Aspekt der Islamisierung ist eine signifikante Zunahme des muslimischen Bevölkerungsanteils. Genau das geschieht in weiten Teilen Europas, besonders in den Städten. Die Entwicklung von Wien entspricht auch der von Graz7), der zweitgrößten Stadt Österreichs, und ist identisch mit der Entwicklung in Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, München und vielen weiteren Städten. Und dennoch wird die Islamisierung von den meinungsbeherrschenden Kreisen als Tabu-Thema behandelt. Bestenfalls in einem Gastkommentar der etablierten Medien darf geäußert werden: „Die Islamisierung ist keine Wahnvorstellung“.8)

Als der Vatikanist Marco Tosatti (La Stampa) gestern die Zahlen veröffentlichte, schrieb er dazu:

„Der Unterfertigte hat persönlich nichts gegen Muslime, aber wie sollte man eine Zunahme des Phänomens von solchen Ausmaßen nennen, wenn nicht eine Invasion?“

Quelle: katholisches.info Bild: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Referenzen

1. Volkszählung 1971, Statistik Austria
2. Volkszählung 1991, Statistik Austria
3. Volkszählung 2001, Statistik Austria
4. Schätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften/Vienna Institute of Demography/Wirel, Stonawski/Goujan/Bauer: Changing the religious landscape of Vienna, Wien 2014
5. Stadt Wien/MA23 Statistik, Stand: 1.1.2017
6. Stadtschulrat Wien
7. Kleine Zeitung, 19.1.2017
8. Die Presse, 30.3.2011

Tagesevangelium – 06.10.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 10,13-16

In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – man hätte dort in Sack und Asche Buße getan. Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch.
Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen.
Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Epistula Enzyklika „Jucunda semper“

Zum Ausdrucken als PDF Datei – Leo XIII. Epistula Enzyklika „Jucunda semper“

Leo XIII.
Epistula Enzyklika „Jucunda semper“
1894

Der Rosenkranz als betrachtendes Gebet

I. Vertrauen auf das Rosenkranzgebet und Mariens Gnadenvermittlung

Mit großem Vertrauen warten Wir in jedem Jahr auf den Monat Oktober. Seine Wiederkehr belebt Uns in Unserer Hoffnung. Auf Unsere Ermahnung und auf Unser Geheiß ist er der Allerseligsten Jungfrau geweiht, und seit vielen Jahren wetteifern die Katholiken in aller Welt miteinander, so daß die Andacht des Rosenkranzes wirklich in Blüte steht. Was Uns immer wieder veranlaßt, Unsere mahnende Stimme zu erheben, haben Wir mehr als einmal dargelegt. Wir durchleben Zeiten, die für Kirche und Staat verhängnisvoll sind und deshalb eindringlich die Nähe Gottes und seine Hilfe fordern. Diese Hilfe glaubten Wir aber am ehesten durch die Fürbitte seiner Mutter erlangen zu können, und zwar besonders durch jene Gebetsweise, deren Kraft und Segenswirkung die Christenheit zu jeder Zeit in ganz besonderem Maße erfuhr. Bereits bei der Einführung des marianischen Rosenkranzes zeigte sich diese Wirkung. Wir verdanken ihr den Schutz unseres heiligen Glaubens vor bösen Übergriffen der Irrlehrer, aber auch den tugendhaften Lebenswandel, der bei der Sittenverderbnis unserer Zeit wieder ins rechte Licht gerückt und gehoben werden mußte. Das christliche Volk erlebte diese Segenskraft sowohl im privaten wie im öffentlichen Leben in einer fortlaufenden Kette von Gnadenerweisen. Viele davon bestehen weiter in gewissen Einrichtungen und Monumenten und haben so ihre Weihe erhalten. Frohen Herzens stellen Wir fest, daß auch unsere Zeit, in der es um so vieles geht, bereits manche Hilfe und manchen Nutzen aus dem Rosenkranzgebet erlangt hat. Wenn Wir Uns umsehen, ehrwürdige Brüder, dann stellen Wir fest, daß alle Beweggründe, die Uns dieses Gebet nahelegen, auch heute noch in Geltung sind, ja daß sie noch schwerwiegender sind. Aus diesem Grunde solltet Ihr auch in diesem Jahre Euch durch Unsere Ermahnungen bewegen lassen, die Himmelskönigin mit Gebeten zu bestürmen und diese Glut des Betens auch in Euren Gläubigen zu entfachen. Wenn Wir auf das innerste Wesen des Rosenkranzes Unseren Blick richten, und wenn so immer stärker die Vorzüge und Segenswirkungen dieses Gebetes sich Uns offenbaren, dann gewinnt Unsere Hoffnung daraus wieder neue Nahrung. Unser sehnlichster Wunsch ist es, daß auf Grund Unserer dringenden Empfehlung dieses heilige Gebet und diese Andachtsübung in Gedanken immer tiefer erfaßt und immer weiter verbreitet werde und in jeder Hinsicht wachse.

Wir beachsichtigen nicht, auf alles zurückzukommen, was Wir in früheren Jahren unter verschiedenen Gesichtspunkten darüber gesagt haben. Heute wollen Wir vielmehr einige belehrende Gedanken zur Betrachtung vorlegen, wie wunderbar es nämlich die göttliche Weisheit angeordnet hat, daß dank des Rosenkranzgebetes die Macht des Vertrauens von den Herzen der Beter in beglückender Weise Besitz ergriffen hat, daß die Allerseligste Jungfrau in ihrem mütterlichen Erbarmen und in ihrer unsagbaren Güte uns Menschen zu helfen immer gewillt ist.

Der tiefste Grund, weshalb wir Mariens Schutz durch das Gebet gewinnen wollen, liegt ohne Zweifel in ihrem Amt als Vermittlerin der göttlichen Gnade. Immerdar verwaltet sie dieses Amt bei Gott, weil sie wegen ihrer Würde und ihrer Verdienste sein höchstes Wohlgefallen besitzt und an Macht alle Heiligen des Himmels weit übertrifft. In keiner Gebetsform tritt dieses ihr Amt so klar und ausdrücklich hervor wie im Rosenkranzgebet. Dieses Gebet zeigt immer wieder aufs neue den Anteil, den die Allerseligste Jungfrau am Erlösungswerk des Menschengeschlechtes hat, und zwar so, als würde sich das alles tatsächlich vor unseren Augen abspielen. Wenn wir in dieser Weise die heiligen Geheimnisse nacheinander betrachten und damit unsere frommen Gebete verknüpfen, dann kann das unserer ganzen religiösen Einstellung nur nützlich sein.

II. Die freudenreichen Geheimnisse

An der Spitze stehen die freudenreichen Geheimnisse. Als Gottes ewiger Sohn sich zu uns Menschen niederneigte, um selbst Mensch zu werden, gibt Maria ihre Einwilligung und empfängt vom Heiligen Geist. Als Johannes schon im Mutterschoß durch eine außerdordentliche Gnadengabe geheiligt und begnadet auserwählt wird, dem Herrn die Wege zu bereiten, geschieht dies auf den Gruß Mariens hin, die durch Gottes Antrieb ihre Verwandte heimsuchte. Als Christus, der die Erwartung der Völker ist, das Licht der Welt erblickte, geschah es aus Maria. Als die Hirten frommen Sinnes und die Weisen als Erstlinge des Glaubens zur Krippe kamen, fanden sie das Kind mit Maria, seiner Mutter. Als Christus in den Tempel getragen werden soll, um sich nach allgemeinem Brauch als Opfer Gott seinem Vater darzubringen, geschieht es durch die Mutter, durch die er dort dem Herrn dargestellt wird. Als ihr Kind unbegreiflicherweise verlorengegangen war, suchte sie ihr Kind voll Angst und Kummer, bis sie es mit unaussprechlicher Freude findet.

III. Die schmerzhaften Geheimnisse

Gleiches verkünden uns die schmerzhaften Geheimnisse. Als Jesus im Garten Gethsemane zitternd erbebt vor dem Tode, als er im Gerichtsgebäude gegeißelt, mit Dornen gekrönt und zum Tode verurteilt wird, ist die Mutter nicht dabei. Aber um all dies Geschehen wußte sie, und sie hat es im voraus geschaut. Schon damals, als sie sich als Magd des Herrn zum Beruf einer Mutter anbot oder als sie sich mit ihrem Sohn gemeinsam im Tempel zur Opfergabe weihte, wurde ihr wegen dieser zweifachen Handlung das gleiche Los wie ihm selbst zuteil, nämlich Sühne zu leisten für die Menschen in schmerzvollster Weise. Ohne Zweifel hat sie deshalb ihres Sohnes bittere Todesangst und seine qualvolle Marter aufs schmerzlichste miterlebt. Übrigens sollte in ihrer Gegenwart und vor ihren Blicken jenes göttliche Opfer dargebracht werden, zu dem sie in hochherziger und selbstloser Weise das Opferlamm selber an ihrer Brust genährt hatte. Der Höhepunkt dieses Geheimnisses liegt in den ergreifenden Worten: „Es stand aber neben dem Kreuze Jesu Maria, seine Mutter.“ Sie gab freiwillig ihren eigenen Sohn der göttlichen Gerechtigkeit hin und starb geistigerweise mit ihm, vom Schwert der Schmerzen durchbohrt, damit sie, vom Übermaß der Liebe zu uns ergriffen, von neuem Kinder empfinge.

IV. Die glorreichen Geheimnisse

In den folgenden glorreichen Geheimnissen erfährt dieses heilige Amt der Anteilnahme Mariens eine neue Bekräftigung, es erstrahlt in noch hellerem Licht. In verhaltener Freude kostet sie die Verherrlichung ihres Sohnes, der über den Tod triumphiert. Mit mütterlicher Liebe verfolgt sie seine Himmelfahrt. Des Himmels würdig, hält die Erde sie noch fest, damit sie für die werdende Kirche die treffliche Lehrerin und Trösterin werden kann — „ist sie doch tiefer in den Abgrund der göttlichen Weisheit eingedrungen, als man es für möglich halten könnte“. Erst mit der Herabkunft des von Christus verheißenen Heiligen Geistes vollendete sich das Geheimnis der menschlichen Erlösung. Deshalb sehen wir auf Maria in jenem denkwürdigen Abendmahlssaal. In unaussprechlichen Seufzern bittet sie mit den Aposteln vereint für die Kirche und beschleunigt auf diese Weise die Fülle des Trösters, der das höchste und letzte Geschenk Christi an seine Kirche ist, ein Schatz, der ihr nimmer fehlen wird. Nachdem sie aber in das unsterbliche Leben eingegangen ist, verdoppelt sie die Erweise ihrer Gunst und ist ständig bereit, für uns Fürsprache einzulegen. Wir sehen sie in die Heilige Stadt Jerusalem aus dem Tal der Tränen entrückt, von Engelchören umschwebt, wir verehren sie, die über der heiligen Herrlichkeit erhaben ist, die von ihrem göttlichen Sohn mit einem Sternendiadem geschmückt, bei ihm als Königin und Herrscherin des Weltalls thront.

In allem aber, ehrwürdige Brüder, zeigt sich „der Ratschluß Gottes, der Plan seiner Weisheit und Güte“. Aber auch alle überreichen Verdienste, die sich die jungfräuliche Mutter um uns erworben hat, enthüllen sich hier nicht minder. Mit tiefer Freude muß uns das alles erfüllen. Die sichere Hoffnung beseelt uns, daß auch wir mit der Hilfe Mariens der göttlichen Güte und Erbarmung teilhaftig werden.

V. Das mündliche Gebet

Das mündliche Gebet dient der gleichen Aufgabe. Es ist ganz auf die Geheimnisse eingestellt. Wir beginnen ordnungsgemäß mit dem Gebet des Herrn zum himmlischen Vater. Nachdem wir unsere besonderen Bitten vorgetragen haben, wendet sich unser Flehen vom Throne seiner Majestät zu Maria, wobei wir uns von jenem Gesetz der Vermittlung um Fürsprache führen lassen, von dem Wir zuvor gesprochen haben und das der heilige Bernardin von Siena wie folgt ausdrückt: „Alle Gnade, die dieser Welt mitgeteilt wird, wird in drei Stufen verliehen. Durchaus der Ordnung entsprechend, wird sie zuerst von Gott an Christus, von ihm an die Jungfrau und von der Jungfrau an uns übermittelt.“ Das sind die Grade oder Stufen, die unter sich selbstverständlich von verschiedener Beschaffenheit sind. Mit bewußter Vorliebe verharren wir im Rosenkranz länger auf dieser letzten Stufe, weil wir ja zehnmal den Gruß des Engels wiederholen. Wir wollen gleichsam mit größerem Vertrauen dadurch zu den übrigen Stufen, durch Christus zu Gott dem Vater emporsteigen. Wenn wir in dieser Weise Maria so oft mit den gleichen Worten begrüßen, dann geschieht es, damit unser schwaches und mangelndes Gebet von dem so notwendigen Vertrauen erfüllt wird. Wir bestürmen Maria, damit sie sozusagen in unserem Namen bei Gott für uns Fürsprache einlegt. Unser Beten gewinnt vor Gott an großer Kraft und Gnade, wenn die Jungfrau es Gott darbietet. Er selbst hat sie liebevoll eingeladen: „Es töne deine Stimme in meinen Ohren, denn süß ist deine Stimme.“ Darin liegt auch der Grund, warum wir Mariens Ehrenbezeichnungen so oft wiederholen, damit wir Erhörung erlangen. Darum grüßen wir sie als jene, „die Gnade gefunden hat bei Gott“, und bezeichnen sie ganz besonders als jene, die „voll der Gnade Gottes ist“. Da niemand so eng mit Gott verbunden ist wie sie, sollte diese Fülle der Gnade nicht auf alle überströmen? Ferner grüßen wir sie als „die Gebenedeite unter den Weibern“, die „als einzige den Fluch hinwegnahm und Segen brachte“, nämlich die gebenedeite Frucht ihres Leibes, in der „alle Völker der Erde gesegnet werden sollen“. Rufen wir sie schließlich als „Mutter Gottes“ an, was wird sie dann infolge dieser erhabenen Würde nicht alles „für uns Sünder“ sicher erflehen, was dürften wir nicht alles erhoffen in unserem ganzen Leben und im Todeskampf beim letzten Atemzug?

Wer sich die Mühe macht und sich mit gläubigem Herzen in diese Gebete und Gehiemnisse versenkt, der wird notwendig immer wieder von neuer Bewunderung erfüllt über Gottes Absichten, die er in der erhabenen Jungfrau zum allgemeinen Heil der Völker verwirklichte. Von frohem Vertrauen getragen, flüchten wir uns in ihren Schutz und Schoß und rufen zu ihr mit den gleichen Worten wie der heilige Bernhard: „Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, daß es noch nie erhört worden, daß jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief, um deine Fürsprache flehte, von dir sei verlassen worden!“

VI. Der Rosenkranz erwirbt uns Mariens Huld

Im Rosenkranz wohnt nicht nur jene Kraft, die geeignet erscheint, im Beter selbst das Vertrauen auf Erhörung zu stärken, sondern er rührt an Mariens Herz, um es uns gegenüber zur Barmherzigkeit zu bewegen. Die größte Freude bereitet es ihr sichtlich, wenn sie uns sieht und hört, wie wir zu ihrer Ehre und zu ihrem Preise unsere Bitten und Lobgebete gleichsam in Kränze winden. Nachdem wir Gott in dieser Gebetsart die schuldig Ehrerbietung erwiesen, bedacht auf seine Herrlichkeit, wenn wir einzig und allein bestrebt sind, seinen Willen und Wunsch zu erfüllen, wenn wir seine überreiche Güte preisen, indem wir ihn Vater nennen und ihn trotz all unserer Unwürdigkeit dennoch um seine Gnaden und Gaben anflehen, dann ist Maria darüber äußerst erfreut, und sie kann in Wahrheit unserer frommen Einstellung wegen beten: „Hochpreiset meine Seele den Herrn!“ Gerade das geschieht in würdiger Weise, wenn wir im Gebet des Herrn an Gott uns wenden. Alles, was wir hier erbitten, entspricht unseren Bedürfnissen und steht in vollem Einklang mit dem christlichen Glauben, der Hoffnung und der Liebe. Empfehlen wir Maria diese Bitten, so ist es ihr lieb, so erhalten sie besonderen Nachdruck. Mit unserer Stimme vereinigt sich augenscheinlich die Stimme ihres Sohnes Jesus, der als Urheber diese Gebetsform verfaßt und in bestimmte Worte gekleidet und mit den Worten vorgeschrieben hat: „So sollt ihr also beten!“ Beachten wir im Rosenkranzgebet diese Vorschrift, dann wird Maria sich ohne Zweifel noch huldvoller zu uns neigen und ihr Amt, das nur sorgende Liebe ist, uns gegenüber erfüllen. Mit wohlgefälligem Blick wird sie diese geheimnisvollen Gebetskränze entgegennehmen und sie mit reichen Gnadengeschenken belohnen.

VII. Der Rosenkranz lehrt uns gut beten

Ein Hauptgrund, der uns Mariens freigebige Güte um so sicherer erhoffen läßt, liegt in der besonderen Art und Weise des Rosenkranzgebetes. Es ist zum rechten Beten wie geschaffen. So vieles zieht den betenden Menschen, der der Schwachheit verhaftet bleibt, von Gott ab und bringt alle seine guten Vorsätze zu Fall. Aber gerade auch von dieser Seite her offenbart sich die Wirkung des Rosenkranzgebetes. Man überdenke einmal bei sich selbst, wie sehr dabei der Geist in Zucht genommen wird, um die Trägheit unseres Denkens zu überwinden, und wie dabei jener heilsame Schmerz über begangene Fehler entflammt wird, der unser Herz zum Himmel emporhebt. Wir brauchen nicht mehr eigens hervorzuheben, daß der Rosenkranz aus zwei Teilen besteht, die trotz aller Verschiedenheit miteinander verknüpft sind, nämlich aus der Betrachtung der Geheimnisse und aus der Verrichtung des mündlichen Gebetes. Eine Gebertsart dergestalt nimmt besonders wirksam die Aufmerksamkeit des Menschen in Besitz und lenkt den Geist nicht nur irgendwie zu Gott hin, sondern läßt ihn in der Erwägung und Betrachtung der Heilstatsachen ruhen, damit er daraus eine Belehrung und Besserung des Lebens und einen Ansporn zu tieferer Frömmigkeit schöpft. Diese Heilstatsachen stellen ja die Zusammenfassung unseres christlichen Glaubens dar; sie sind daher das größte und bewunderungswürdigste, was es gibt. Das Licht und die Kraft, die sie ausstrahlen, haben Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden hervorgebracht und auf Erden eine völlige Neugestaltung hervorgerufen, die von erfreulichen Erfolgen begleitet war. Noch eine andere Tatsache steht damit in Verbindung: Die so sehr wichtigen Heilstatsachen werden den Betern in einer Weise vor Augen geführt, die auch der geistigen Fassungskraft der Ungebildeten entspricht und angemessen erscheint. Der Rosenkranz ist ja so beschaffen, daß die Hauptwahrheiten unseres Glaubens nicht in Form einer Lehre uns zur Betrachtung dargeboten werden, sondern diese Tatsachen werden uns buchstäblich vor Augen gezeigt und lebendig dargestellt. In dieser Verbindung mit den bestimmten Orten, Personen und zeitlichen Geschehnissen fesseln diese Heilstaten unsere Gedanken in viel stärkerem Maße und führen uns zu einer viel nützlicheren Ausbeute. Weil wir schon von frühester Jugend an darin eingeführt wurden, ist es selbstverständlich, daß der fromme und eifrige Beter schon beim Aussprechen der einzelnen Heilswahrheiten sie geistig mit liebendem Herzen durchdringt. Er braucht nicht unnötig seine Phantasie anzustrengen und wird sich durch Mariens Güte vom Tau der himmlischen Gnade erfüllen lassen.

Noch einen anderen Vorzug weist der Rosenkranz auf, der Maria besonders gnädig stimmt und dem Gebet reiche Belohnung verspricht. Wenn wir andächtig und fromm die dreifache Reihenfolge der Geheimnisse wiederholen, bezeigen wir dadurch um so mehr unsere dankbare und liebende Gesinnung gegen Maria. Wir zeigen dadurch offen, daß wir uns niemals genug an jene Wohltaten erinnern können, wodurch sie selbst mit so unsagbarer Liebe für unser Heil Sorge trägt. Muß durch eine so häufige und liebende Weise in ihr nicht die Erinnerung an die Heilstatsachen ebenfalls wachgerufen werden? Muß ihre in Heiligkeit erstahlende Seele da nicht von unsagbarer neuer Wonne erfüllt werden, muß das Gefühl mütterlicher Sorge und Güte nicht aufs neue in ihr geweckt werden? Aber auch auf uns wird die ständige Wiederholung und die stets wiederkehrende Erinnerung eine Rückwirkung nicht verfehlen, weil dadurch unser Gebet um so stürmischer und entflammter wird und gleichsam eine beschwörende Kraft erhält. Jedes Geheimnis enthält schon an und für sich so viele eindringliche Beweisgründe, denen die Allerseligste Jungfrau sich niemals verschließen kann. Darum fliehen wir zu dir, heilige Gottesgebärerin; verschmähe uns arme Evaskinder nicht! Wir bitten dich, die Vermittlerin unseres Heiles, die ebenso mächtig wie gütig ist. Inständig rufen wir zu dir bei der Süßigkeit all deiner Freuden, die dir aus Jesus, deinem Sohn, zugeflossen sind, durch die Anteilnahme an seinen unsagbaren Schmerzen, durch die Herrlichkeit seiner Glorie, die dich überströmt. Wohlan, höre und erhöre gnädig uns Unwürdige!

VIII. Moderne Angriffe auf die Kirche

Ihr werdet leicht verstehen, ehrwürdige Brüder, warum Wir ohne Unterlaß das Rosenkranzgebet empfehlen und um seine Verbreitung besorgt sind. Wir haben ja seine doppelten Vorzüge rühmend hervorgehoben. Schon zu Beginn haben Wir darauf aufmerksam gemacht, wie sehr heute die Welt täglich mehr die Hilfe des Himmels notwendig hat. Bedenken wir, welchen zahlreichen Bedrängnissen die Kirche heute überall ausgesetzt ist und wie man versucht, ihre Rechte und Freiheiten zu beschneiden! Auch die christlichen Staaten erleben eine Erschütterung, die ihren Wohlstand und ihren inneren Frieden fragwürdig macht. Wir haben Unsere größte Hoffnung auf den Rosenkranz gesetzt, um Hilfe von oben zu erflehen, das bezeugen und bekunden Wir aufs neue. Käme doch diese heilige Andacht wieder so zu Ehren, wie es einmal nach ihrer Bestimmung war, daß sie in Städten und Dörfern, in Familien und Betrieben, bei hoch und niedrig liebend gepflegt würde! Sie ist und bleibt das besondere Erkennungsmerkmal des christlichen Glaubens und ist die beste, schützende Gewähr unserer Versöhnung mit Gott und der göttlichen Barmherzigkeit.

Wir alle müssen uns tagtäglich von solchen Gedanken leiten lassen, nachdem frevelhafte und verbrecherische Mächte am Werke sind, die durch üble Machenschaften Gottes Zorngericht herausfordern und durch gerechte Bestrafung von seiten Gottes auch das Vaterland in den Abgrund ziehen. Es ist überflüssig, auf all die Ursachen einzugehen, die alle Gutgesinnten mit uns beklagen. Aber auch inmitten katholischer Völker gibt es sehr viele, die sich über jede Art von Religionsverspottung freuen, und die es bei der unglaublich zügellosen Presse- und Druckfreiheit anscheinend darauf absehen, die heiligsten Güter und das so sehr bewährte und belohnte Vertrauen auf Mariens Schutz der Verachtung und dem Spott der Masse preiszugeben. In den letzten Monaten hat man nicht einmal vor der heiligsten Person unseres Erlösers Jesus Christus haltgemacht. Man hat sich nicht geschämt, ihn auf schlüpfrige Bühnenbretter zu zerren, die doch ohnedies bereits zum lasterhaften Tummelplatz gemacht wurden und ihn dort darzustellen ohne die ihm gebührende Majestät seiner göttlichen Natur. Vergreift man sich aber daran, dann kann selbstverständlich nichts mehr von der Erlösung der Menschheit übrigbleiben. Man hat es sogar unternommen, den Verräter Christi von seiner ewigen Schmach reinzuwaschen, jenen Unseligen, dessen verabscheuungswürdiges Verbrechen der Treulosigkeit dem Gedächtnis der Menschen nie mehr entschwinden wird. Eine allgemeine Empörung hat sich gezeigt über diese schändlichen Dinge, die in gewissen italienischen Städten sich zutrugen oder wenigstens beachsichtigt waren. Man hat bittere Klage darüber geführt, daß die heiligen Rechte der Religion mit Füßen getreten wurden, dazu noch in jenem Volke so verletzt und unterdrückt wurden, das sich mit Recht seines katholischen Namens an erster Stelle stets rühmte. Diese Geschehnisse riefen auch die Bischöfe in ihrer stets wachen und bekümmerten Hirtensorge auf den Plan. Sie legten gerechte Beschwerde ein bei denen, deren heilige Pflicht es sein muß, für die Würde der angestammten Religion Sorge zu tragen. Ferner machten sie ihre Gläubigen nicht nur auf die schwere Gefahr aufmerksam, sondern ermahnten sie auch, die unerhörte Schmach, die unserem liebevollen Erlöser angetan wurde, durch persönliche religiöse Übungen zu sühnen. Dies Bemühen wurde mit Freuden von vielen Gutgesinnten aufgenommen und fand Unsere volle Zustimmung. Nicht wenig trug es dazu bei, den Kummer Unseres Herzens zu lindern. Jetzt aber, da Wir die Gelegenheit haben, zu Euch zu sprechen, müssen Wir die Stimme Unseres obersten Hirtenamtes erheben, und Wir verbinden mit den Beschwerden der Bischöfe und Gläubigen die Unsrigen auf das nachdrücklichste. In derselben apostolischen Gesinnung, in der Wir den begangenen Religionsfrevel bedauern und aufs schärfste verurteilen, richten Wir Unsere Ermahnung an alle christlichen Völker, vor allem aber an die Italiener, daß sie die angestammte Religion als ihr wertvollstes Erbe unverbrüchlich hüten, daß sie mannhaft dafür eintreten und sie durch ein sittlich reines und frommes Leben ständig vertiefen.

Gott, ehrwürdige Brüder, der „uns in seiner allgütigen Erbarmung eine solche Mittlerin gegeben hat“, „der uns alles durch Maria verleihen wollte“, möge auf ihre Fürbitte und Gnade unsere gemeinsamen Wünsche und Hoffnungen reichlich erfüllen. Damit verbinde sich als Unterpfand der Apostolische Segen, den Wir Euch, Eurem ganzen Klerus und Volk von ganzem Herzen erteilen.

Gegeben zu Rom bei Sankt Peter, am 8. September 1894, im siebzehnten Jahre Unseres Pontifikates.

Quelle & Bild: CFM.SCJ Archiv Kairo

Tagesevangelium – 05.10.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 10,1-12

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!
Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.
Wenn ihr aber in eine Stadt kommt, in der man euch nicht aufnimmt, dann stellt euch auf die Straße und ruft:
Selbst den Staub eurer Stadt, der an unseren Füßen klebt, lassen wir euch zurück; doch das sollt ihr wissen: Das Reich Gottes ist nahe.
Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Terrorismus und Islam gehören zusammen

Kyai Haji Yahya Cholil Staquf von der indonesischen Nahdlatul Ulama

Mit dieser Titelzeile erschien vor einigen Wochen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein aufsehenerregendes Interview mit einem Islamgelehrten aus Indonesien. Kyai Haji Yahya Cholil Staquf ist Generalsekretär einer fünfzig Millionen Muslime umfassenden Vereinigung.

Von Hubert Hecker

Auf den Vorhalt, dass viele westliche Politiker und Intellektuelle den Zusammenhang zwischen Islam, Gewalt und Terror leugnen, reagierte der Interviewte mit harscher Kritik: „Die westlichen Politiker sollten aufhören zu erzählen, dass Fundamentalismus und Gewalt nichts mit dem traditionellen Islam und den Grundannahmen der islamischen Orthodoxie zu tun hätten. Das ist schlicht falsch.“ Diese nicht an der islamischen Realität orientierte Haltung werde in ihrer Ignoranz nur übertroffen von „linksliberalen“ Kreisen, die jedes Nachdenken über den Konnex zwischen Islam, Islamismus und muslimischer Gewaltbereitschaft als islamophob denunzieren.

Die Angst vor dem gewalttätigen Islam ist berechtigt

Westliche Politiker vermeiden es, islamisch motivierte Terroranschläge mit dem Islam in Verbindung zu bringen. Sie schreiben muslimische Gewalttäter zu Extremisten um. Ist das nicht berechtigt, um den moderaten Muslimen entgegenzukommen?

„Das wird so nicht funktionieren“, meinte der indonesische Muslim-Führer. „Wenn man ein Problem leugnet, wird man es nicht lösen.“ Man müsse sagen, „wer und was dafür verantwortlich ist“, also Ross und Reiter benennen.

Aber wenn man das wahre Ausmaß der islamischen Gewaltbereitschaft aussprechen würde, könnte die Angst der Mehrheitsgesellschaft vor dem Islam geschürt werden.

Darauf der Islamgelehrte: „Wenn ich ehrlich bin, dann kann ich die Angst der Westeuropäer vor dem Islam verstehen.“ Denn zu viele Muslime seien dem traditionellen Islam verhaftet, nach dem eine Haltung von „Segregation und Feindschaft zu Nichtmuslimen“ gefördert werde. Für das heutige multireligiöse Zusammenleben seien diese Regeln der islamischen Orthodoxie des Mittelalters gegen Ungläubige einfach „unvernünftig“. Sie würden die Muslime in den Gesellschaften des 21. Jahrhunderts „ein friedliches Leben tendenziell unmöglich machen“.

Wie steht der traditionelle Islam zum Staat?

Nach der Orthodoxie ist der islamische Staat als universale Monarchie (Kalifat) für die Muslime und gegen die nicht-muslimische Welt konzipiert. Diese Idee der islamischen Klassik führt „im 21. Jahrhundert zu Chaos und Gewalt“, urteilte Staquf.

Eine weitere problematische Grundannahme betrifft das Verhältnis zum Recht!?

Ja, viele Muslime sähen in den Scharia-Regeln unveränderliche Gesetze, wie in der Tradition gelehrt. Das führe zu sozialen und politischen Konflikten. Staquf hält die Absolutsetzung der islamischen Regeln für falsch. Vor allen müsste der Vorrang staatlicher Gesetze glasklar sein.

Was sollte der Westen tun?

„Ich bewundere die europäischen Politiker. Sie denken so wunderbar humanitär“, so der Islamgelehrte. Aber man sollte ebenso realistisch denken und handeln. Man nimmt Flüchtlinge problematischer Herkunft auf, über die man nichts weiß, auch Extremisten. Man sieht tatenlos zu, wie Saudi-Arabien mit Massen von Geld eine ultrakonservative Version des Islam im Westen und überall auf der Welt verbreitet. „Die saudische Strategie einer Verbreitung von Wahabismus und Salafismus hat die Welt in ein Pulverfass verwandelt.“

Kirchen- und Staatsführer im Gleichschritt der Verharmlosung

Mit den genannten Kritikpunkten an der laxen Linie der westlichen Politiker sind auch die Kirchenführer gemeint. Kardinal Marx etwa hat noch bei jeder Presseerklärung zu muslimischen Terroranschlägen der letzten Jahre im Gleichschritt mit der Staatsregierung Täter und islamischen Tathintergrund mit Verschleierungsformeln vertuscht. Papst Franziskus erklärte es zu seinem Grundsatz, bei religiös basierten Allahu akbar-Anschlägen den Islam auszublenden und damit zu exkulpieren.

Auf der DBK-Herbstvollversammlung in Fulda zeigte der zuständige Vertreter der deutschen Bischöfe die oben kritisierte Ignoranz und Leugnung der Probleme des Islam. Der Limburger Bischof Georg Bätzing, Leiter der Unterkommission für den interreligiösen Dialog, formulierte den Beharrungskurs: Unbeeindruckt vom „wachsenden Rechtfertigungsdruck“ angesichts der zahlreichen Terroranschläge sowie dem wachsenden islamischen Fundamentalismus halte man an dem Weiter-so-Dialog mit Muslimen fest.

Die einseitig gesetzte Vorgabe für den Islam-Dialog von Seiten der Kirche besteht seit dem Konzil in der Behauptung, der Islam sei dem Christentum ja „so verwandt“ durch angeblich viele Gemeinsamkeiten. Aus diesem Ansatz folgt, dass man die fundamentalen Differenzen des Islam zu den christlich basierten westlichen Werten etwa in den Fragen zu Gewalt, Staat und Recht, zu Menschenrechten und Gleichheit von Mann und Frau nicht sehen und wahrhaben will.

Aus strittigen Annahmen zu fehlerhaften Folgerungen

Bischof Bätzing demonstrierte bei einer Pressekonferenz in Fulda, wie man die offensichtliche Gewalt in Koran, islamischer Geschichte und Tradition hinweginterpretiert haben will. Aus dem Bericht der Tagespost vom 28. September ergibt sich folgende Argumentationsstruktur.

Allgemeiner Obersatz:

  • „Die Neigung zu Gewalt ist wohl eher in der anthropologischen als in der religiösen Dimension zu verorten.“

Konkretisierungen, Folgerungen:

  • Daher sei die weltweit religiös legitimierte Gewalt ein Missbrauch der Religion, „um unterschiedliche Identitäten zu markieren sowie wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Interessen zu begründen.“
  • Auch den Islam sollte man deshalb seinem „Wesen nach nicht als gewaltaffin betrachten“.
  • Wenn sich aber muslimische Terroristen bei ihren Anschlägen auf Allah, Mohammed oder den Koran berufen, sollte man im Dialog mit den Muslimen allenfalls seinen „Schmerz thematisieren“.
  • Letztlich jedoch seien alle muslimischen Gewalttäter nur „kriminelle Extremisten“, die sich zur „Legitimierung ihrer Verbrechen“ fälschlich auf den Islam berufen und ihn damit „pervertieren“ würden.

Unausgesprochene, aber logische Schlussfolgerung:

  • Islamisch motivierte Gewalt, Terrorakte von Muslimen und der salafistische Dschihad haben nichts oder wenig mit dem Islam zu tun.

Mit der Ableitung von einer umstrittenen Grundannahme hat man sich einen Wunsch-Islam zurechtgeschneidert. Doch dieses idealistische Religionsbild hat wenig mit dem real existierenden Islam zu tun.

Ein großer Anteil der frommen Muslime ist gewaltbereit

Mehrere Studien haben für Deutschland herausgearbeitet, dass ein erheblicher Anteil der Muslime „die grundlegenden Strukturen unserer freiheitlichen Ordnung ablehnt“ – so der bayrische Justizminister Winfried Bausback im FAZ-Gespräch. Die Infragestellung etwa von  staatlichem Gewaltmonopol, Rechtsstaat und Menschenrechten ist besonders stark bei den traditionell-religiösen Muslimen in den Moschee-Vereinen. Für Österreich hat diese Tendenz kürzlich der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) in einer Studie nachgewiesen. Demnach arbeiten 38 Prozent der Moscheen in Wien auf eine dezidierte Abwertung der westlichen Gesellschaft hin. „Gemäß diesem Weltbild ist der Glaube nicht dem demokratischen Rechtsstaat untergeordnet – vielmehr steht der Koran dort klar über den staatlichen Regeln und Gesetzen“, heißt es im ÖIF-Forschungsbericht2)

. Als Folgewirkung ist anzusehen, dass mit der  klassischen Koranlehre der Boden bereitet wird für islamisch fundierte Gewaltbereitschaft.

Die Verfestigung vom islamischen Gewaltpotential im orthodox-muslimischen Milieu hat eine Befragung unter türkischen Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren schon vor zwei Jahrzehnten fertiggestellt. Ein Vorhalt an die 1.200 Befragten lautete: „Jeder Gläubige muss wissen, dass die Religionen anderer Nationen nichtig und falsch und ihre Angehörigen Ungläubige sind. Der Islam ist die einzig rechtgläubige Religion.“ Dazu gab es knapp 56 Prozent völlige oder einfache Zustimmung. Aus diesem Überlegenheitsanspruch der traditionell orientierten Muslime erwächst die von dem indonesischen Islamgelehrten festgestellte „Segregation und Feindschaft“ gegenüber „Ungläubigen“.

Man muss die töten, die gegen den Islam kämpfen

Bei den Folgefragen ging es um die Gewaltbereitschaft der jungen Muslime: 36 Prozent war bereit, sich im Dienste der islamischen Gemeinschaft „mit körperlicher Gewalt gegen Ungläubige durchzusetzen“. Der Dschihad-Gewalt zur „Durchsetzung des islamischen Glaubens“ stimmte 28 Prozent zu. Ein Viertel der befragten Muslime bekundete Bereitschaft, Andersgläubige zum Nutzen der islamischen Gemeinschaft „zu erniedrigen“. Noch erschreckender war nur die Zustimmung von 23,2 Prozent der in Deutschland aufgewachsenen muslimischen Jugendlichen zu dem Vorhalt: „Wenn jemand gegen den Islam kämpft, muss man ihn töten.“

Aus dieser Studie von Heitmeyer u. a. zeigt sich, dass die Gewalt- und Mordserien von religiös-radikalen Muslimen im traditionellen Islam ein breites Legitimations- und Rekrutierungsfeld haben. Sie bestätigt empirisch die These von Staquf über den Zusammenhang von „Terrorismus und Islam“. Zugleich stellt sie die von Politik und Medien oftmals wiederholte sprachliche Beruhigungspille infrage, dass die übergroße Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime religiös motivierte Gewalt ablehnen würde.

Vor zehn Jahren war die öffentliche Meinung noch deutlich realistischer. Damals titelte Der Spiegel: „Mekka Deutschland. Die stille Islamisierung“. Die Bundesregierung ließ 2007 verlauten, dass ein besorgniserregender Anteil von muslimischen Jugendlichen zu Fundamentalismus und Demokratie-Ablehnung neige.

Die fatale Parole von der Eindeutschung des Islam

Die Wende kam wohl durch die pauschale Parole von Bundespräsident Wulff und Kanzlerin Merkel, dass der Scharia-Islam zum integralen Bestandteil des freiheitlich-demokratischen Deutschlands gehören sollte. Seit jenem Zeitpunkt ist es nicht mehr politisch korrekt im Sinne der herrschende Staats- und Mediendoktrin, auf islamisch motivierte Haltungen zu Gewalttätigkeit, Demokratieablehnung, Menschenrechtsverneinung, Distanz zu personaler Gleichberechtigung  und Ablehnung anderer europäischer Grundwerte warnend hinzuweisen. Entsprechende Stimmen werden schnell als unbegründete Angstmacherei oder rechtspopulistische Fremdenfeindlichkeit abgestempelt. Auch die Kirchenführung beteiligt sich seither an der Vertuschung der realen Verhältnisse im Islam sowie der Abkanzlung von kritischen Meinungen.

Die Islamverbände und Moscheevereine nehmen das Freisprechen von jeder Mitverantwortung für den islamischen Angriff auf unsere westlichen Grundwerte gerne an. Denn damit brauchen sie sich nicht mehr um Reform und Kritik an den gewaltfördernden Elementen in Koran und Tradition zu bemühen. Die Imame und muslimischen Gemeinden  in Deutschland können ungestört fortfahren, die Subtexte ihrer klassischen Lehre von muslimischem Überlegenheitsanspruch, Segregation von den Ungläubigen und Ablehnung westlicher Werte bis hin zu islamischer Gewaltbereitschaft zu pflegen.  Diese Wirkung ist vielleicht die schlimmste, weil nachhaltigste Folge davon, dass der klassische Islam als Basis für Gewalt, sexuelle Übergriffe und Terror geleugnet wird. Diese Kritik muss sich auch die kirchliche Dialog-Politik gefallen lassen.

Klare Ansage gegenüber den muslimischen Gesprächspartnern

Die Folgerung und Forderung ist aber nicht, alle Gespräche mit Muslimen abzubrechen. Doch der Dialog kann nur Berechtigung haben, wenn die Kirche aufgrund realistischer Wahrnehmung von den Islamvertretern die Initiierung einer fundamentalen Kurskorrektur des traditionellen Islam abverlangt, wie sie der indonesische Generalsekretär eingefordert hat.

Das Mindeste ist, von den Islam-Verbänden eine Bringschuld von Respekt für das Grundrecht der Religionsfreiheit und des Religionswechsels zu erwarten. Die jährlich etwa 300 Konvertiten vom Islam zum Christentum müssen mitten im liberalen Deutschland Angst vor Repressalien und aggressiven Anfeindungen der Moschee-Muslime haben. Statt dass die Deutsche Bischofskonferenz diese muslimische Militanz gegen christliche Konvertiten öffentlich anprangert und die Islamverantwortlichen in die Pflicht ruft, wird dieser Skandal versteckt „und nicht weiter bekannt gemacht“. Die Imame können derweil unbehelligt nach der traditionellen Lehre gegen Konvertiten als Apostaten hetzen – und damit gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit.

Als Modell könnte die bekannte Passage aus der Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. dienen. Der hatte ein Wort des byzantinischen  Kaisers Manuel II. aus dessen Dialog mit einem muslimischen Gelehrten aus Persien zu islamischer Gewalt zitiert. Der gelehrte Kaiser charakterisierte die Gewaltdimensionen des Islam als nicht vernunftmäßig und damit widergöttlich. Benedikts klare Ansage und auch indirekte Anklage gegenüber dem Islam zeigte nach anfänglichen Irritationen positive Wirkung insofern, als zahlreiche Islamvertreter die Aufforderung zur Klärung der Fragen von Gewalt, Vernunft und Gottesbeziehung annahmen.

Der aktuelle Schmuse-Dialog ist dagegen „ein bisschen leichtsinnig und zu blauäugig“, wie Kardinal Lehmann den interreligiösen Dialog 2007 bewertete. Die gegenseitige Versicherung, dass man beidseitig doch nur den Frieden wolle, schiebt das Gewaltproblem des Islam auf die lange Bank. Im Übrigen versteht der Islam unter ‚Frieden’ etwas anderes als der Westen, ebenso wie bei den Begriffen ‚Menschenrechten’ und anderen universalen Werten. Das Dringen auf Kritik und Wandlung der traditionellen islamischen Lehre bleibt das A und O der Begegnung mit Muslimen. Da sollte die Kirche aufgrund ihrer Religionskompetenz sogar eine Vorreiterrolle spielen. Denn der säkulare Staat muss sich per definitionem in Religionsfragen zurückhalten.

Geschönte Islamkunde

Stattdessen hat sich die Kirche in der Geschäftigkeit des routinierten Dialogbetriebs eingerichtet. Bischof Bätzing lobte die „gewachsene Dialogkompetenz der Kirche in Deutschland“. Selbst Dekanate und Pfarreien seien inzwischen in Islamfragen kundig und im Dialog handlungsfähig. Islambeauftragte der Bistümer würden Kenntnisse über den Islam vermitteln.

Der Limburger Bischof vergaß die Islamkunde im Religionsunterricht zu erwähnen. Da wird seit Jahrzehnten ein geschöntes, oftmals  ein religionsidyllisches Bild vom Islam vermittelt. Die problematischen Seiten, etwa die Schwertverse des Koran oder  die muslimische Gewaltgeschichte von kriegerischer Expansion, werden ausgeblendet. Und wenn in einem Religionsbuch doch einmal die Rede davon unvermeidlich ist, etwa zu Spanien, dann verdreht man die Ereignisse zugunsten der Muslime: Die spanische Rückeroberung ihres eigenen Landes wird als grausam gebrandmarkt, während man die 200 muslimischen Kriegszüge von El Andalus, auch zur Versklavung von Christen, verschweigt. Dabei könnte man an jenen Ereignissen gut den Charakter des Frühislam erklären und sogar den Bogen zur Jetztzeit schlagen. Denn die islamischen Eroberungskriege der Altvorderen (salaf) sind den heutigen Salafisten und IS-Dschihadisten das Muster für ihre Terrorattacken gegen die „Ungläubigen“.

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Hl. Pater Pio – 04.10.2017

Worte des hl. Pater Pio – 04.10.2017

Gehen wir nur immer voran, wenn auch langsamen Schritts; solange wir dies mit guter, fester Absicht tun, können wir gar nicht fehlgehen. Nein, meine lieben Töchter, es ist für die Übung der Tugenden nicht notwendig, alle gleichzeitig zu beachten, das würde euch nur verwirren und eure Gedanken und Eindrücke zu sehr durcheinanderbringen.

Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo