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Kardinal Joachim Meisner (1933-2017)

(Köln) Wie das Erzbistum Köln mitteilte, ist Joachim Kardinal Meisner, in den frühen Morgenstunden friedlich entschlafen.

Kardinal Meisner ist gestorben.
Wir trauern um unseren Alt-Erzbischof Joachim Kardinal Meisner.
Wir beten für den Verstorbenen und werden ihn immer in guter Erinnerung behalten.
Er möge ruhen in Frieden.

Diese Nachricht veröffentlichte das Erzbistum Köln auf seiner Facebook-Seite.

Bischof an kirchlichen und politischen Brennpunkten

Kardinal Meisner wurde am 25. Dezember 1933, dem Christtag, was er als besondere Gnade empfand, in der schlesischen Hauptstadt Breslau geboren. Nach der Massenvertreibung der deutschen Bevölkerung aus Ostdeutschland machte er in Thüringen eine Lehre als Bankkaufmann und trat 1951 in Magdeburg in ein Spätberufenenseminar ein. 1962 wurde er in Erfurt für das Bistum Fulda zum Priester geweiht und promovierte 1969 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

1975 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Weihbischof des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen, indem die Bistumsanteile von Fulda und Würzburg zusammengefasst wurden, die in der DDR, jenseits des Eisernen Vorhangs lagen. Das Leben der Kirche in der kommunistischen Diktatur prägten Meisner tief. Ein besonderes Verhältnis entwickelte er zum katholischen Eichsfeld in Thüringen, indem er sich an seine schlesische Heimat erinnert fühlte.

1980 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Berlin, das staatsrechtlich geteilt und durch eine Mauer zerrissen, insgesamt unter alliierter Besatzung stand, aber kirchlich eine Einheit bildete. Der polnische Papst hielt den Schlesier Meisner, den er persönlich kannte, für den geeigneten Mann für eines der damals schwierigsten, weil politisch hochbrisanten Bistümer, das zudem katholische Diaspora war. 1983 erhob ihn Johannes Paul II. in den Kardinalsstand, um dem Bischof von Berlin besonderes Gewicht zu verleihen. Bis zum Mauerfall war er auch Vorsitzender der Berliner Bischofskonferenz, in der die Ordinarien der DDR zusammengefasst waren.

Wortführer der „römischen“ Minderheit

Kurz vor dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur und der deutschen Wiedervereinigung ernannte der Papst Meisner zum Erzbischof von Köln, neben Mailand und Chicago einer der bedeutendsten und einflussreichsten Bischofssitze der Welt. Johannes Paul II. ehrte damit den Kardinal und brachte seine Wertschätzung und sein Vertrauen zum Ausdruck und setzte ein starkes Zeichen für die damals schon stark in Abwicklung begriffene Idee der Deutschen Einheit. Vor allem signalisierte er, dass er in der innerlich zerrütten deutschen Kirche eine Glaubenshaltung, wie jene des Kardinals, wünschte. Die Berufung auf den Kölner Erzbischofsstuhl war möglich geworden, weil sich das Domkapitel auf keinen Kandidaten einigen konnte und der Papst dessen Vorschlagsrecht für verfallen erachtete.

In den folgenden Jahren wurde der Kardinal zu einem festen, „römischen“ Bezugspunkt im deutschen Episkopat, das mehrheitlich in eine andere, progressivere Richtung drängte. Viele Katholiken, und das im ganzen deutschen Sprachraum, sahen in ihm einen „Fels in der Brandung“. Die Spaltungen und Mehrheitsverhältnisse im bundesdeutschen Episkopat wurden daran deutlich, dass Kardinal Meisner nie zum Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde. Er blieb der Wortführer einer „römischen“ Minderheit, der es in der Nachkonzilszeit nicht mehr gelingen sollte, zur Mehrheit zu werden. Mit dem Tod von Bischof Dyba, der Jagd auf Bischof Mixa, der Absetzung von Bischof Tebartz van Elst und der Emeritierung von Kardinal Meisner, die Papst Franziskus 2014 vornahm, nachdem der Kardinal sein 80. Lebensjahr vollendet hatte, verschob sich die Achse noch deutlicher nach links. Als der Kardinal emeritiert wurde, klagten nie wenige deutsche Katholiken, dass sie sich „verwaist“ fühlen. Eine aussagekräftige Beschreibung der Lage der Kirche in Deutschland.

Kardinal Meisner bei seiner Erstkommunion

Der Schatten der „Pille danach“

Ein Jahr vor seiner Emeritierung legte sich ein Schatten über sein Episkopat. Dabei ging es um den medial in großer Aufmachung präsentierten Fall einer angeblich vergewaltigten Frau, die von katholischen Krankenhäusern die „Pille danach“ gefordert hatte, aber abgewiesen worden war. Wegen der potentiell abtreibenden Wirkung wurde die „Pille danach“ von der katholischen Kirche abgelehnt. Auf öffentlichen Druck hin revidierte Meisner Ende Januar 2013 seine Ablehnung, was einen entsprechenden Beschluss der Bischofskonferenz möglich machte. Seither kann an katholischen Krankenhäusern die „Pille danach“ verabreicht werden.

Bis heute hält sich das Gerücht, Kardinal Meisner sei von Personen, denen er vertraute, über „Pille danach“ falsch informiert worden. Anhand einer Studie, die von einer führenden Abtreibungslobbyistin veröffentlicht worden war, wurde eine abtreibende Wirkung in Abrede gestellt und ein Beschluss herbeigeführt, anstatt weitergehende Studien einzufordern. Hinter den Kulissen hatte die damalige grüne Gesundheitsministerin mit dem Zudrehen des Geldhahns für die katholischen Krankenhäuser gedroht, sollten sie die „Pille danach“ nicht verabreichen. Ein gutes Drittel der gesamten Gesundheitsversorgung in Köln und Umgebung wird von der katholischen Kirche getragen.

Amoris laetitia, die Dubia und das beredte Schweigen des Papstes

Zuletzt war der Kardinal international vor allem im Zusammenhang mit Kritik an dem umstrittenen Dokument Amoris laetitia von Papst Franziskus bekannt geworden. Als einer von vier Kardinälen hatte er mit Dubia (Zweifel) Papst Franziskus aufgefordert, zweideutige Passagen dieses Dokuments zu klären. Mehr als neun Monate nachdem die Kardinäle dem Papst ihre Bedenken in Form von fünf Fragen vorgelegt haben, ist Kardinal Meiner nun gestorben, ohne eine Antwort zu erhalten.

Weil sich der Papst weigert, Rede und Antwort zu stehen, und überhaupt nicht auf ihre Dubia reagierte, baten sie im vergangenen April von ihm in Audienz empfangen zu werden, um ihre Bedenken darzulegen. Auch in diesem Fall erhielten sie keine Antwort. Obwohl Franziskus den „Dialog“ zum Wesensmerkmal seines Pontifikats erklärte, hat seine Dialogbereitschaft Grenzen, allerdings „in die falsche Richtung“, wie aus dem Umfeld der vier Kardinäle heißt.

Kardinal Meisner sei, wie aus Köln zu hören ist, über diese Entwicklung in der Kirche sehr besorgt und persönlich enttäuscht gewesen.

In seinen letzten Lebensmonaten musste der ehemalige Erzbischof von Köln eine Flut von Angriffen durch „Chupamedias“ von Papst Franziskus ertragen. Chupamedias nennt man in Buenos Aires, wie Franziskus in einem Interview erklärte, Kriecher und Schleimer. Wörtlich bedeutet der Begriff „Speichellecker“, wie Papst Franziskus ausführte. Kardinal Meisner äußerte sich nicht zu den Wortmeldungen dieser „Chupamedias“. Wieviel Schmerz sie ihm bereitet haben, ist allerdings nicht bekannt.

Requiescat in pace

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Tagesevangelium – 06.07.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 9,1-8

In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.
Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott.
Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen?
Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Und der Mann stand auf und ging heim.
Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 05.07.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 8,28-34

Als Jesus an das andere Ufer kam, in das Gebiet von Gadara, liefen ihm aus den Grabhöhlen zwei Besessene entgegen. Sie waren so gefährlich, dass niemand den Weg benutzen konnte, der dort vorbeiführte.
Sofort begannen sie zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns schon vor der Zeit zu quälen?
In einiger Entfernung weidete gerade eine große Schweineherde.
Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde!
Er sagte zu ihnen: Geht! Da verließen sie die beiden und fuhren in die Schweine. Und die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und kam in den Fluten um.
Die Hirten flohen, liefen in die Stadt und erzählten dort alles, auch das, was mit den Besessenen geschehen war.
Und die ganze Stadt zog zu Jesus hinaus; als sie ihn trafen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

„Ein autoritärer Akt“

Papst Franziskus und Kardinal Müller: „Strategie der Konservativen nicht aufgegangen“.

Von Roberto de Mattei*

Die Entfernung von Kardinal Gerhard Müller stellt einen entscheidenden Moment in der Geschichte des Pontifikats von Papst Franziskus dar. Müller, der von Benedikt XVI. ernannt, am 2. Juli 2012 als Präfekt die Leitung der Kongregation für die Glaubenslehre übernahm, ist erst 69 Jahre alt. Es ist noch nie vorgekommen, dass ein Kardinal, der mehr als fünf Jahre vom kanonischen Pensionsalter (75 Jahre) entfernt ist, nicht für eine zweite fünfjähriges Amtszeit verlängert wurde.

Es genügt daran zu denken, dass es Prälaten gibt, die zehn Jahre älter als Kardinal Müller sind und noch wichtige Ämter innehaben. Dazu gehört Kardinal Francesco Coccopalmerio, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, dessen Sekretär vor kurzem in flagranti von der päpstlichen Gendarmerie bei einer Homo-Orgie und mit Drogen in einem zum Vatikan gehörenden Gebäude erwischt wurde. Coccopalmerio hatte jedoch seine Wertschätzung für Amoris laetitia kundgetan und erklärt, dass „die Kirche immer die Zuflucht der Sünder war“, während Müller seine Irritationen wegen der Öffnungen des päpstlichen Schreibens nicht verborgen hielt, wenn auch mit Kritik zurückhielt.

Unter diesem Blickwinkel ist die Entlassung von Kardinal Müller ein autoritärer Akt, mit dem Papst Bergoglio offen jenen Teil von konservativen Kardinälen herausfordert, dem der Präfekt der Glaubenskongregation bekanntlich nahesteht. Franziskus ist mit Macht, aber auch Geschicklichkeit vorgegangen. Zunächst schuf er rund um Müller verbrannte Erde, indem er ihm drei seiner treuesten Mitarbeiter entließ. Dann wiegte er ihn bis zum Schluss im Glauben, ohne je sichere Zusagen zu machen, ihn im Amt zu verlängern. Am Ende ersetzte er ihn nicht mit einem Vertreter des radikalen Progressismus wie den Rektor der Katholischen Universität von Argentinien, Msgr. Victor Manuel Fernández, oder dem Sondersekretär der Synode, Msgr. Bruno Forte. Der Auserwählte ist Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, ein Jesuit, der bisher Sekretär der Glaubenskongregation war. Diese Entscheidung soll die Konservativen in Sicherheit wiegen und zugleich auf dem falschen Fuß erwischen. Was einige von ihnen nämlich nicht verstehen: Worauf es Papst Franziskus ankommt, ist nicht die Ideologie seiner Mitarbeiter, sondern die Treue gegenüber seinem Plan einer „unumkehrbaren Reform“ der Kirche.

Daher ist weniger von einem Sieg von Papst Franziskus zu sprechen, sondern vor allem von einer Niederlage der Konservativen. Kardinal Müller teilte die Linie von Papst Franziskus nicht und war geneigt, öffentlich und direkt eine Gegenposition einzunehmen. Die ihn umgebende konservative Gruppe war jedoch der Meinung, es sei wichtiger, zu schweigen und den Posten zu behalten, als zu reden und ihn zu verlieren. Der Präfekt folgte dieser verbreiteten Meinung und hielt sich weitgehend bedeckt. In einem Interview mit dem Monatsmagazin Il Timone sagte er: „Amoris laetitia ist natürlich im Licht der ganzen Lehre der Kirche zu interpretieren. […] Es gefällt mir nicht, es ist nicht korrekt, wenn viele Bischöfe Amoris laetitia auf ihre eigene Weise, so wie sie die Lehre des Papstes verstehen, interpretieren“. Zugleich sprach er sich in einer anderen Erklärung gegen die „Veröffentlichung“ der Dubia (Zweifel) der vier Kardinäle aus. Seine Entlassung konnte er damit dennoch nicht verhindern.

Die Zurückhaltung stellt in der Strategie mancher Konservativer das kleinere Übel dar gegenüber dem größeren Übel, den Posten zu verlieren, der dann von den Gegnern eingenommen werden könnte. Diese Strategie, zumindest die eigenen Stellungen zu halten, funktioniert mit Papst Franziskus aber nicht. Was ist nämlich das Ergebnis der ganzen Sache? Kardinal Müller hat eine kostbare Gelegenheit verspielt, Amoris laetitia öffentlich und eindeutig zu kritisieren, denn am Ende wurde er dennoch entlassen, und das ganz ohne die sonst übliche Vorankündigung.

Es stimmt, wie Marco Tosatti anmerkt, daß Müller nun freier ist, seine Meinung zu sagen. Selbst wenn er das tun sollte, ist er jetzt nur mehr ein frühpensionierter Kardinal und nicht mehr der Präfekt des wichtigsten Dikasteriums der Römischen Kurie. Die Unterstützung der Glaubenskongregation für die vier Kardinäle der Dubia, die ihren Weg fortsetzen, wäre für jene vernichtend gewesen, die heute die Revolution in der Kirche anführen. Papst Franziskus ist es gelungen, dies zu vermeiden. Die Lehre aus der Geschichte ist: Wer nicht kämpft, um nicht zu verlieren, erleidet trotz Nachgeben dennoch eine Niederlage.

*Roberto de Mattei, Historiker, Vater von fünf Kindern, Professor für Neuere Geschichte und Geschichte des Christentums an der Europäischen Universität Rom, Vorsitzender der Stiftung Lepanto, Autor zahlreicher Bücher, zuletzt in deutscher Übersetzung: Verteidigung der Tradition: Die unüberwindbare Wahrheit Christi, mit einem Vorwort von Martin Mosebach, Altötting 2017.

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Tagesevangelium – 04.07.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 8,23-27

In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, und seine Jünger folgten ihm.
Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief.
Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein.
Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner