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99 Jahre Gefängnis

Priester droht 99 Jahre Gefängnis

Es handelte sich um einen weiten Weg, den die Hinterbliebenen von Irene Garza gehen mussten, um Gerechtigkeit zu erlangen. Es war April 1960, als die 25-jährige Miss All South Texas Sweetheart zum Osterfest in die Sacred Heart Catholic Church fuhr, um zu beichten. Zwei Tage später fand man ihre Leiche in einem Abwasserkanal.

Irene Garza war geschlagen, gewürgt und vergewaltigt worden. Fast sechs Jahrzehnte später wurde der Täter schuldig gesprochen. John Feit, damaliger Priester, wurde wegen Mordes verurteilt – das Strafmaß steht noch aus, könnte aber bis zu 99 Jahre Haft betragen.

Sieht man sich die damaligen Beweise und Indizien an, versteht man die Wut Garzas Familie. Priester Feit war 1960 27 Jahre alt gewesen. Wie die Washington Post berichtet, hatte er zugegeben, Garza als letzte lebend gesehen zu haben. Er habe ihr die Beichte abgenommen. Auffällig war hier, dass es nicht im dafür vorgesehenen Beichtstuhl stattfand. Dies war ein Punkt, der den Verdacht auf ihn lenkte.

Viele Indizien

Es gab aber auch genügend andere Punkte: Augenzeugen hatten nach dem Mord an Garza Kratzer an der Hand des Priesters bemerkt und ausgesagt, dass dessen Brille zerstört war. Auch hatte Feit für die Mordnacht kein Alibi; ein Gegenstand, der im Abwasserkanal lag, wo Garzas Leiche gefunden wurde, gehörte dem Priester. Und zu guter Letzt: Feit hatte einen Lügendetektor-Test nicht bestanden.

John Feit „Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern“

Deals und ein Brief

Warum war damals eine Verurteilung gescheitert? Es gab ein Geschäft zwischen der damaligen Staatsanwaltschaft und der katholischen Kirche. Es ging um das Ansehen der Geistlichkeit, zudem tauchte ein Brief eines hohen Kirchenmannes auf, der darauf hinwies, dass John F. Kennedy, ein Katholik, die damalige Wahl verlieren könnte, sollte ein katholischer Priester wegen Mordes verurteilt werden.

Aus diesem Grund wurde Feit statt ins Gefängnis in eine Abtei für sündige Priester gesandt. Danach gab er das Amt des Priesters auf und gründete in einem anderen US-Staat eine Familie.

Erst 2002 brachen zwei Priester ihr Schweigegelübde und gaben an, Feit hätte ihnen den Mord gestanden. 2014 wurde Ricardo Rodriguez Chef der Staatsanwaltschaft und ließ den Fall neu aufrollen.

Nach dem Schuldspruch von dieser Woche waren die verwandten Garzas erleichtert: „Jetzt wurde der Gerechtigkeit Genüge getan. Es tut mir leid. Ich bin so müde. Es war eine lange, lange, lange Reise.“

Quelle: oe24 Bild: Screens.

Mittwoch der 2. Adventswoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
De perfectione vitae, II § 1 (Übers. M. Schlosser, in: Wissenschaft und Weisheit, Band 57 / 1, 1994)

Die Demut des Sohnes Gottes

Weil aber jemand, der seine eigenen Mängel im Herzen betrachtet, sich beugen muss unter die mächtige Hand Gottes, deswegen mahne ich dich, Dienerin Christi, sowie du sichere Kenntnis hast von deinem Versagen, demütige deinen Geist und sei in deinen eigenen Augen gering. „Die Demut nämlich ist die Tugend, durch die der Mensch in tiefster Erkenntnis seiner selbst sich selbst gering wird“, wie der hl. Bernhard sagt. Durch diese Demut wurde unser heiliger Vater Franziskus in seinen eigenen Augen gering; sie liebte und suchte er von Beginn seines Ordenslebens bis zum Ende; für sie verließ er die Welt, hieß die Leute, ihn nackt durch die Stadt zu ziehen, diente er den Aussätzigen, machte er seine Sünden in der Predigt öffentlich bekannt, forderte er die Leute auf, ihn zu schmähen.

[…] diese Tugend sollst du vor allem vom Sohn Gottes lernen, denn er sagt selbst: „Lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen“ (Mt 11,29). „Wer nämlich Tugenden ohne Demut sammelt, der trägt Asche im Wind“, sagt der hl. Gregor. Denn wie der Ursprung jeder Sünde der Hochmut ist, so ist die Grundlage aller Tugend die Demut.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 13.12.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 11,28-30

In jener Zeit sprach Jesus: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Dienstag der 2. Adventswoche

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
1. Predigt zum Advent, 7‒8

Euer himmlischer Vater möchte nicht, dass ein einziger dieser Kleinen verloren geht

„Siehe, der Name des HERRN kommt aus der Ferne“, sagt der Prophet (Jes 30,27). Wer kann daran zweifeln? Es brauchte ja etwas Großes, damit die göttliche Majestät aus solcher Ferne herabsteigt, um eine so unwürdige Wohnung zu nehmen. Ja, es war eine große Sache: seine große Barmherzigkeit, sein gewaltiges Mitleid, seine überwältigende Liebe. Und was glauben wir, warum Christus gekommen ist? Wir finden die Lösung ohne Schwierigkeiten, denn seine eigenen Worte und Taten enthüllen uns den Grund seines Kommens. Er kam eilig herab von den Bergen, um das verlorene hundertste Schaf der Herde zu suchen.

Er kam unseretwegen, damit die Barmherzigkeit des Herrn klarer hervortritt und seine wunderbaren Taten zugunsten der Menschenkinder (vgl. Ps 106(107),8). O wunderbare Herablassung Gottes, der uns sucht, und große Würde des Menschen, der so gesucht wird! Wenn der Mensch sich dessen rühmen will, so kann er es tun, ohne für verrückt gehalten werden zu müssen; nicht, dass er selbst etwas ist, sondern weil derjenige, der ihn erschaffen hat, so groß ist. Denn wirklich sind alle Reichtümer und ist alle Ehre dieser Welt, und auch alles, was man hier ersehnen könnte, wenig und sogar nichts im Vergleich zu diesem Ruhm. „Was ist der Mensch, dass du groß ihn achtest und deinen Sinn auf ihn richtest […]?“ (Hiob 7,17).

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 12.12.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 18,12-14

In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?
Und wenn er es findet – Amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner

Tagesevangelium – 11.12.2017

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 5,17-26

Eines Tages, als Jesus lehrte, saßen unter den Zuhörern auch Pharisäer und Gesetzeslehrer; sie waren aus allen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen. Und die Kraft des Herrn drängte ihn dazu, zu heilen. Da brachten einige Männer einen Gelähmten auf einer Tragbahre. Sie wollten ihn ins Haus bringen und vor Jesus hinlegen. Weil es ihnen aber wegen der vielen Leute nicht möglich war, ihn hineinzubringen, stiegen sie aufs Dach, deckten die Ziegel ab und ließen ihn auf seiner Tragbahre in die Mitte des Raumes hinunter, genau vor Jesus hin. Als er ihren Glauben sah, sagte er zu dem Mann: Deine Sünden sind dir vergeben.
Da dachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer: Wer ist das, dass er eine solche Gotteslästerung wagt? Wer außer Gott kann Sünden vergeben?
Jesus aber merkte, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was habt ihr für Gedanken im Herzen?
Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Im gleichen Augenblick stand der Mann vor aller Augen auf. Er nahm die Tragbahre, auf der er gelegen hatte, und ging heim, Gott lobend und preisend.
Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: Heute haben wir etwas Unglaubliches gesehen.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner