Archiv der Kategorie: Allgemein

Gefeiert m 15. April

Hl. Huna – Wohltäterin

* in Frankreich (?)
† um 687 in Hunaweiler, dem heutigen Hunawihr im Elsass in Frankreich

Huna war der Überlieferung nach eine Wohltäterin für Arme und Kranke, genannt die heilige Wäscherin, weil sie Bedürftigen die Wäsche wusch. Sie und ihr Mann Huno stifteten die Kirche ihres Heimatortes und schenkten ihre Güter an das von Dié von St. Dié gegründete Kloster in den Vogesen.

Hunas Grab in der von ihr gestifteten Kirche war im Mittelalter ein vielbesuchter Wallfahrtsort, einer nahen Quelle wurde Heilwirkung nachgesagt. Nach der Erhebung ihrer Gebeine am 15. April 1520 gingen sie in der Reformation verloren.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

15.04.2019 – Montag der Karwoche

Hl. Bernhard (1091-1153) Zisterziensermönch und Kirchenlehrer

Das Duftöl des Mitleids über Christi Füße ausgießen

Von zwei geistlichen Duftölen habe ich bereits zu euch gesprochen: von dem der Zerknirschung, das sich über alle Sünden ergießt – versinnbildlicht durch das Duftöl, das die Sünderin über die Füße des Herrn ausgoss: „Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt“ – und vom Duftöl der Hingabe, das alle Wohltaten Gottes enthält […] Aber da gibt es noch ein Duftöl, das die beiden genannten bei weitem übertrifft – ich würde es Duftöl des Mitleidens nennen. Denn es setzt sich zusammen aus den Kümmernissen der Armut, den Ängsten, in denen die Unterdrückten leben, den Befürchtungen der Schwermütigen, den Fehlern der Sünder – kurz gesagt, aus allem Leid der Menschen, sogar unserer Feinde. Diese Zutaten scheinen unwürdig zu sein, und doch ist das Duftöl, dem sie beigemischt sind, vortrefflicher als alle anderen. Das ist ein Balsam, der heilt: „Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7). Eine große Anzahl von Leiden, vereint unter einem mitleidenden Blick, sind die kostbaren Essenzen […] Selig die Seele, die sich darum gekümmert hat, diese Aromen zu beschaffen, das Öl des Mitleids auszugießen und im Feuer der Liebe zu erwärmen. Wer ist eurer Meinung nach „der Mann, der barmherzig und zum Helfen bereit ist“ (vgl. Ps 112(111),5), der zum Mitfühlen geneigt ist, der nicht zögert, seinem Nächsten zu Hilfe zu eilen, eher bereit zu geben als zu empfangen? Der Mann, der gerne verzeiht, der dem Zorn widersteht, nicht auf Rache sinnt und in allem die Nöte der anderen als seine eigenen ansieht? – Welche Seele auch immer vom Tau des Mitleidens erfüllt ist, mit einem von Erbarmen überquellenden Herzen, das allen gilt, die für sich selbst nichts als ein rissiges Gefäß ist, in dem nichts eifersüchtig zurückbehalten wird; diese Seele, die sich selber so abgestorben ist, dass sie nur für andere lebt – eine solche Seele hat das Glück, dieses dritte, das beste Duftöl zu besitzen. Von ihren Händen tropft unendlich kostbarer Balsam (vgl. Hld 5,5), der im Unglück nicht austrocknet und im Feuer der Verfolgung nicht verdirbt. Denn Gott wird immer ihrer Opfer gedenken.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 15.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 12,1-11

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte:
Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue. Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch. Viele Juden hatten erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. Die Hohenpriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten, weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 14. April

Hl. Lidwina – Mystikerin

* 18. März 1380 in Schiedam bei Rotterdam in den Niederlanden
† 14. April 1433 daselbst

Lidwina wurde als Tochter eines armen Nachtwächters geboren. Nach einem Sturz beim Eislaufen mit Rippenbruch entwickelte sich für das 15-jährige Mädchen die Krankheit, die sie ganz ans Bett fesselte: eine rätselhafte Krankheit, die man heute wohl als psychosomatisch diagnostizieren würde, hatte sie befallen: sie schien bei lebendigem Leib zu verfaulen. Aufbrechende und eiternde Geschwülste und krebsartige Wucherungen übersäten ihren Körper. Nur den Kopf und den linken Arm konnte sie bewegen, ein Auge war erblindet, feste Nahrung konnte sie nicht zu sich nehmen.

Allmählich lernte sie, die Krankheit zu ertragen; schließlich trug sie Leiden und Schmerzen, um so Christus immer ähnlicher zu werden: Wenn ich durch ein einziges Ave Maria die Gesundheit wiedererlangen würde, ich wollte sie nicht. Ab dem 20. Jahr ihrer Krankheit lebte sie nur noch von der Kommunion, immer mehr Visionen und mystische Entrückungen wurden ihr zuteil. Vielen Ratsuchenden wurde sie Trösterin und Helferin. Sie vermochte in die Zukunft zu schauen und erkannte und verstand die innersten Gedanken ihrer Besucher. Schließlich starb die vor Leid Weinende – so kann ihr Name auch gedeutet werden – nach 38 Jahren des Leidens in ihrem Elternhaus.

 

Hl. Hadwig von Meer – Nonne

† um 1200 in Meer, dem heutigen Meerbusch bei Neuss in Nordrhein-Westfalen

Hadwig von Meer, Gräfin von Meer, hatte mit ihrer  Mutter 1165 in deren Stammsitz bei Neuss ein  Prämonstratenserinnen-Kloster gegründet. Nach dem Tod Hildegunds um 1183  folgte ihr Hadwig als Meisterin und leitete den Konvent bis zu ihrem  Tod am 14. April um 1200.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

14.04.2019 – Palmsonntag

Hl. Romanos Melodos († um 560) Hymnendichter

„Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn“ (Lk 19,38)

Im Himmel sitzt du auf deinem Thron, hier unten auf dem Eselsfohlen, Christus, der du Gott bist, du nahmst das Lob der Engel an und das Lied der Kinder, die Dir zuriefen: „Hochgelobt seist du, der du kommst, um Adam zurückzurufen“ […] Seht, unser König, sanft und friedvoll, auf dem Jungen einer Eselin sitzend, der eilends kommt, um sein Leiden auf sich und die Sünden hinweg zu nehmen. Das Wort, die Weisheit Gottes, auf einem unvernünftigen Tier sitzend, will alle vernünftigen Wesen retten. Und man konnte jenen auf dem Rücken eines Esels betrachten, den die Cherubim tragen und der einst Elias im feurigen Wagen hinwegnahm, jenen, der „reich wie er war, arm wurde“ aus freiem Willen (vgl. 2 Kor 8,9), jenen, der, indem er die Schwachheit wählte, allen die Kraft gibt, die ihm zurufen: „Hochgelobt seist du, der du kommst, um Adam zurückzurufen“ […] Du offenbarst deine Kraft, indem du die Bedürftigkeit wählst […] Die Kleider der Jünger waren ein Zeichen der Bedürftigkeit, doch deine Macht war zu messen an dem Loblied der Kinder und der Volksmenge, die rief: „Hosanna – das heißt: Rette doch! – in der Höhe. Errette, Höchster, die Gedemütigten. Erbarme Dich unser wegen unserer Palmen; die Zweige, die sich bewegen, werden Dein Herz rühren, o du, der du kommst, um Adam zurückzurufen“ […] – O Geschöpf aus meiner Hand, antwortet der Schöpfer […], ich selber bin gekommen. Nicht das Gesetz konnte dich retten, da es dich nicht erschaffen hat, und auch die Propheten nicht, die wie du meine Geschöpfe waren. Es liegt allein an mir, dich von deiner Schuld zu befreien. Ich bin für dich verkauft – und ich setze dich frei; Ich bin deinetwegen gekreuzigt – und du entgehst dem Tod. Ich sterbe – und lehre dich rufen: „Hochgelobt seist du, der du kommst, um Adam zurückzurufen“. Habe ich etwa so die Engel geliebt? Nein, dich, den Elenden, habe ich an mein Herz gedrückt. Ich habe meine Herrlichkeit verborgen, und ich, der Reiche, wurde arm aus freien Stücken, weil ich dich so sehr liebe. Für dich habe ich Hunger gelitten, Durst, Müdigkeit. Ich habe Gebirge durchquert, Schluchten und Täler, auf der Suche nach dir, verlorenes Schaf. Ich habe den Namen des Lammes angenommen, um dich zurückzuholen, indem ich dich locke durch meine Hirtenstimme, und ich will mein Leben für dich geben, um dich den Klauen des Wolfs zu entreißen. Ich ertrage alles, damit du rufst: „Hochgelobt seist du, der du kommst, um Adam zurückzurufen“.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 14.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 22,14-71.23,1-56

Als die Stunde gekommen war, begab sich Jesus mit den Aposteln zu Tisch.
Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen. Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis das Mahl seine Erfüllung findet im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein, und verteilt ihn untereinander! Denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt. Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird. Doch seht, der Mann, der mich verrät und ausliefert, sitzt mit mir am Tisch. Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen, der ihm bestimmt ist. Aber weh dem Menschen, durch den er verraten wird. Da fragte einer den anderen, wer von ihnen das wohl sei, der so etwas tun werde. So entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei. Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende. Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient. In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Simon, Simon, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder. Darauf sagte Petrus zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Jesus erwiderte: Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen. Dann sagte Jesus zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten? Sie antworteten: Nein.
Da sagte er: Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen, und ebenso die Tasche. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kaufen.
Ich sage euch: An mir muss sich das Schriftwort erfüllen: Er wurde zu den Verbrechern gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung. Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Genug davon! Dann verließ Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm. Als er dort war, sagte er zu ihnen: Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet! Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft. Und er betete in seiner Angst noch inständiger, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. Nach dem Gebet stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend; denn sie waren vor Kummer erschöpft. Da sagte er zu ihnen: Wie könnt ihr schlafen? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Während er noch redete, kam eine Schar Männer; Judas, einer der Zwölf, ging ihnen voran. Er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen. Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?
Als seine Begleiter merkten, was ihm drohte, fragten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen? Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. Jesus aber sagte: Hört auf damit! Und er berührte das Ohr und heilte den Mann. Zu den Hohenpriestern aber, den Hauptleuten der Tempelwache und den Ältesten, die vor ihm standen, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen. Tag für Tag war ich bei euch im Tempel, und ihr habt nicht gewagt, gegen mich vorzugehen. Aber das ist eure Stunde, jetzt hat die Finsternis die Macht.
Darauf nahmen sie ihn fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus folgte von weitem. Mitten im Hof hatte man ein Feuer angezündet, und Petrus setzte sich zu den Leuten, die dort beieinandersaßen. Eine Magd sah ihn am Feuer sitzen, schaute ihn genau an und sagte: Der war auch mit ihm zusammen. Petrus aber leugnete es und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht. Kurz danach sah ihn ein anderer und bemerkte: Du gehörst auch zu ihnen. Petrus aber sagte: Nein, Mensch, ich nicht! Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer: Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer. Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst. Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn. Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das, was der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. Die Wächter trieben ihren Spott mit Jesus. Sie schlugen ihn, verhüllten ihm das Gesicht und fragten ihn: Du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen? Und noch mit vielen anderen Lästerungen verhöhnten sie ihn. Als es Tag wurde, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, also der Hohe Rat, und sie ließen Jesus vorführen.
Sie sagten zu ihm: Wenn du der Messias bist, dann sag es uns! Er antwortete ihnen: Auch wenn ich es euch sage – ihr glaubt mir ja doch nicht; und wenn ich euch etwas frage, antwortet ihr nicht. Von nun an wird der Menschensohn zur Rechten des allmächtigen Gottes sitzen.
Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes. Er antwortete ihnen: Ihr sagt es – ich bin es.
Da riefen sie: Was brauchen wir noch Zeugenaussagen? Wir haben es selbst aus seinem eigenen Mund gehört. Daraufhin erhob sich die ganze Versammlung, und man führte Jesus zu Pilatus. Dort brachten sie ihre Anklage gegen ihn vor; sie sagten: Wir haben festgestellt, dass dieser Mensch unser Volk verführt, es davon abhält, dem Kaiser Steuer zu zahlen, und behauptet, er sei der Messias und König. Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es. Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde nicht, dass dieser Mensch eines Verbrechens schuldig ist.
Sie aber blieben hartnäckig und sagten: Er wiegelt das Volk auf und verbreitet seine Lehre im ganzen jüdischen Land von Galiläa bis hierher. Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. Und als er erfuhr, dass Jesus aus dem Gebiet des Herodes komme, ließ er ihn zu Herodes bringen, der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war. Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah; schon lange hatte er sich gewünscht, mit ihm zusammenzutreffen, denn er hatte von ihm gehört. Nun hoffte er, ein Wunder von ihm zu sehen. Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, die dabeistanden, erhoben schwere Beschuldigungen gegen ihn. Herodes und seine Soldaten zeigten ihm offen ihre Verachtung. Er trieb seinen Spott mit Jesus, ließ ihm ein Prunkgewand umhängen und schickte ihn so zu Pilatus zurück. An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; vorher waren sie Feinde gewesen. Pilatus rief die Hohenpriester und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen und sagte zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht und behauptet, er wiegle das Volk auf. Ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört und habe keine der Anklagen, die ihr gegen diesen Menschen vorgebracht habt, bestätigt gefunden, auch Herodes nicht, denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Ihr seht also: Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht. Daher will ich ihn nur auspeitschen lassen, und dann werde ich ihn freilassen. Da schrien sie alle miteinander: Weg mit ihm; lass den Barabbas frei!
Dieser Mann war wegen eines Aufruhrs in der Stadt und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden. Pilatus aber redete wieder auf sie ein, denn er wollte Jesus freilassen. Doch sie schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Zum drittenmal sagte er zu ihnen: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient. Daher will ich ihn auspeitschen lassen, und dann werde ich ihn freilassen. Sie aber schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch:
Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werden solle. Er ließ den Mann frei, der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß und den sie gefordert hatten. Jesus aber lieferte er ihnen aus, wie sie es verlangten. Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden? Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt. Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den anderen links.
Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich. Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst! Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei, und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus. Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Das war wirklich ein gerechter Mensch. Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen weg. Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung vom Kreuz, auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen. Damals gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten, nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war. Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.
Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 13. April

Hl. Martin I. – Papst und Märtyrer

* um 600 in Todi in Umbrien in Italien
† 16. September 655 in Chersones, heute Ruinen bei Sewastopol auf der Halbinsel Krim

Er stammte aus Umbrien und war Papst von 649 bis 653. Auf der Lateransynode 649 verurteilte er die Irrlehre der Monotheleten, d. h. die Lehre, nach der es in der Person Jesu nur einen einzigen, nämlich den göttlichen, Willen, nicht aber einen menschlichen Willen gegeben hätte; damit aber wäre die wahre und volle Menschheit Jesu in Frage gestellt gewesen. Kaiser Konstans II., der auf der Seite der Irrlehrer stand, ließ den Papst 653 nach Konstantinopel bringen. Dort wurde Martin I. wegen Hochverrats zum Tode verurteilt; dann wurde er auf die Krim verbracht, wo er 655 starb. Noch zu seinen Lebzeiten wurde in Rom sein Nachfolger gewählt.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

13.04.2019 – Samstag der 5. Fastenwoche

Hl. Prosper von Aquitanien

„Jesus sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln“

Der hl. Paulus bekräftigt: „In dieser Endzeit hat Gott zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt hat“ (vgl. Hebr 1,2). Bedeutet diese Aussage nicht, dass der Vater alle Menschen als Teil des Erbes Christi betrachtet? Dies entspricht der Prophezeiung Davids: „Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum“ (Ps 2,8). Der Herr selbst erklärt: „Wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (vgl. Joh 12,32). Scheint damit nicht die Umkehr aller verheißen zu sein? An anderer Stelle steht eine Prophezeiung, die die Kirche betrifft: „Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben“ (Jes 40,4): Ist hier vielleicht jemand vergessen worden, jemand, der nicht als zu Christus gehörig bezeichnet ist? Und was sollen wir denken, wenn wir lesen: „Alles Fleisch wird kommen, um mich in Jerusalem anzubeten, spricht der Herr“ (vgl. Jes 66,23 Vulg.) […] Der Begriff „Volk Gottes“ ist daher in seiner ganzen Fülle zu verstehen. Und obwohl die meisten Menschen die Gnade des Erlösers ablehnen oder vernachlässigen, ist doch mit dem Ausdruck „erwählt“ und „vorherbestimmt“ die Gesamtheit gemeint […] Der Apostel Paulus sagt auch: „Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, […] aber […] Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (vgl. 1 Kor 1,23–24). Sollte Christus also für die gleichen Menschen, in deren Augen er „Ärgernis“ und „Torheit“ ist, „Gottes Kraft“ und „Gottes Weisheit“ sein? Da einige aufgrund ihres Glaubens gerettet werden, während andere in ihrer Gottlosigkeit verhärtet sind, fasste der Apostel im Grunde genommen Gläubige und Ungläubige mit dem Überbegriff „Berufene“ zusammen. So zeigte er, dass diejenigen, die er als Heiden bezeichnet, sich selber dem Ruf Gottes entzogen haben, obwohl sie das Evangelium gehört hatten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 13.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 11,45-57

In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen. Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts.
Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten. Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern. Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammen standen: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé