
Die Kirche gedenkt am 14. August des heiligen Maximilian Kolbe, der vor 85 Jahren im nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz ums Leben kam. Der polnische Ordensmann war freiwillig an die Stelle eines zum Hungertod verurteilten Familienvaters getreten.
„Durch seine heroische Liebestat hat Pater Maximilian Kolbe das Lebensrecht eines Unschuldigen verteidigt und das ausschließliche Recht des Schöpfers auf das Leben des Menschen bekräftigt. Er ist dadurch in einer besonderen Weise Christus ähnlich geworden, der sein Leben am Kreuz für uns hingegeben hat“, sagte Papst Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung am 10. Oktober 1982 in seiner Predigt auf dem Petersplatz.
Kolbe war Ende Mai 1941 aus dem Warschauer Pawiak-Gefängnis nach Auschwitz gebracht worden und erhielt dort die Häftlingsnummer 16670. Zunächst musste er Kies für den Bau eines Zauns beim Krematorium fahren, später kam er zu einem Kommando in Babice. Nach kurzer Zeit verfiel er gesundheitlich und wurde in den Lagerkrankenbau eingeliefert. Mitgefangene kümmerten sich um ihn und drängten ihn nach der Besserung geradezu wieder hinaus, aus Furcht, er werde dort getötet.
Ende Juli 1941 floh der Häftling Zygmunt Pilawski. Zur Vergeltung wählte der stellvertretende Lagerkommandant Karl Fritzsch am 29. Juli bei einem Appell zehn Männer aus und verurteilte sie zum Hungertod. Als einer von ihnen, Franciszek Gajowniczek, verzweifelt darüber klagte, dass er Frau und Kinder zurücklasse, trat Kolbe aus der Reihe und bot an, an seiner Stelle zu sterben. Fritzsch nahm das Angebot an.
Wer bei diesen Vergeltungsaktionen ausgewählt wurde, kam in eine Zelle im Keller von Block 11 und erhielt weder Nahrung noch Wasser. Nach einigen, oft auch nach mehr als zehn Tagen starben die Eingeschlossenen unter furchtbaren Qualen. Kolbe lebte nach zwei Wochen noch. Am 14. August 1941 tötete ihn der deutsche Kriminalhäftling Hans Bock mit einer Phenolspritze. Überliefert ist, dass man den Priester tagelang aus dem Bunker singen und beten hörte.
„Jeder Mensch hat im Leben seinen Sinn, denn er hat sein Leben erhalten zum Wohle der anderen Menschen. Deswegen spricht auch hier im Lager die göttliche Vorsehung mit“, sagte Kolbe im Lager zu dem protestantischen Lagerarzt.
Quelle: catholicnewsagency
