Archiv der Kategorie: Allgemein

05.04.2019 – Freitag der 4. Fastenwoche

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) Papst

„Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin“

Das Paschageheimnis ist Christus am Höhepunkt der Offenbarung des unerforschlichen Geheimnisses Gottes. Gerade hier bewahrheiten sich voll und ganz die im Abendmahlssaal gesprochenen Worte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Denn Christus, den der Vater zugunsten des Menschen „nicht verschonte“ (Röm 8,32) und dem in seinem Leiden und in der Qual des Kreuzes menschliches Erbarmen nicht zuteil wurde, hat in seiner Auferstehung die Fülle der Liebe des Vaters zu ihm und in ihm zu allen Menschen geoffenbart. „Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden“ (Mk 12,27). In seiner Auferstehung hat Christus gerade insofern den Gott der erbarmenden Liebe geoffenbart, als er das Kreuz als Weg zur Auferstehung auf sich genommen hat. Deshalb konzentrieren sich, wenn wir des Kreuzes Christi, seines Leidens und seines Todes gedenken, unser Glaube und unsere Hoffnung auf den Auferstandenen – der „am Abend dieses ersten Tages der Woche“ im Abendmahlssaal, wo die Jünger versammelt waren, „in ihre Mitte trat… sie anhauchte und zu ihnen sprach: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,19–23). So hat also der Sohn Gottes in seiner Auferstehung in radikaler Weise selbst das Erbarmen erfahren, das heißt die Liebe des Vaters, die stärker ist als der Tod. Derselbe Gottessohn offenbart […] sich selbst als unerschöpfliche Quelle des Erbarmens, derselben Liebe, die […] sich ständig stärker als die Sünde erweisen wird.

Quelle: Enzyklika „Dives in Misericordia“ § 8 © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 05.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 7,1-2 10. 25-30

In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden darauf aus waren, ihn zu töten. Das Laubhüttenfest der Juden war nahe. Als aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern heimlich. Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie töten wollen? Und doch redet er in aller Öffentlichkeit, und man lässt ihn gewähren. Sollte der Hohe Rat wirklich erkannt haben, dass er der Messias ist? Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Messias kommt, weiß niemand, woher er stammt. Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht.
Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. Da wollten sie ihn festnehmen; aber keiner wagte ihn anzufassen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 4. April

Hl. Isidor – Erzbischof von Sevilla und Kirchenlehrer

* 560 in Cartagena in Spanien
† 4. April 636 in Sevilla in Spanien

Isidor war der jüngere Bruder des Erzbischofs Leander von Sevilla, der nach dem Tod des Vaters auch seine Erziehung übernahm. Isidor war vielseitig interessiert und hatte eine leidenschaftliche Liebe zu den Büchern. Das Amt des Bischofs, das er kurz vor 600 übernehmen musste, war für ihn eine große Last. Er bemühte sich vor allem um die wissenschaftliche Bildung der Priester. Er selbst schrieb zahlreiche Bücher, in denen er das ganze Wissen des Altertums zusammenfassen wollte, um es der kommenden Zeit weiterzugeben. Vor allem sein Hauptwerk, die zwanzig Bücher der „Etymologien“ oder „Ursprünge“, wurde im Mittelalter oft abgeschrieben und viel benützt, zum Teil auch ins Althochdeutsche übersetzt. Man bezeichnet Isidor als den letzten abendländischen Kirchenvater. Er starb 636.

Arbeit und Heiligkeit

„Die bischöfliche Würde bedeutet Arbeit, nicht Ehre, und deshalb ist derjenige kein Bischof, der den Bischofsstab führt, um eine Rolle zu spielen, und nicht, um für die anderen nützlich zu sein.“ – „Vor allem muss er die hervorragendste aller Gaben, die Liebe, erwerben, ohne die jede Tugend Lüge ist. Der Schutz jeder Heiligkeit ist die Liebe, und die Demut ist der Ort, an dem sie wohnt.“ (Isidor von Sevilla)

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 04.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 5,31-47

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß: Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet. Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet euch eine Zeitlang an seinem Licht erfreuen. Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes: Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür ab, dass mich der Vater gesandt hat. Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch, weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat. Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben. Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt, dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen, wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt? Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 3. April

Hl. Elisabeth Koch – Ordensgründerin

* 21. Januar 1815 in Aachen
† 23. April 1899 in Löwen (Leuven) in Belgien

Anna Maria Josephine Katharina Koch war 1837 in das Kloster der Rekollektinnen in Eupen eingetreten und wurde 1842 Leiterin der Krankenpflege im Eupener Spital. 1856 gründete sie unter Mithilfe von Franziska Schervier die „Franziskanerinnen von der heiligen Familie“, die sich der Krankenpflege, der Armenfürsorge, der Erziehung in Kindergärten und in Arbeitsschulen widmeten. 1857 wurde die Kongregation bestätigt. Elisabeth war ab 1858 die erste Generaloberin im Mutterhaus in Belgien, wohin die Ordensleitung vor den Unruhen in Deutschland ausgewichen war.

Hl. Richard – Bischof von Chichester

* 1197/98 in Wych, dem heutigen Droitwich in Worcestershire in England
† 3. April 1253 in Dover in England

Richard studierte in Oxford, Paris, Bologna und Orléans. Als der Bischof von Chichester 1244 starb, wurde Richard von den Bischöfen auf diesen Platz berufen, König Heinrich III. jedoch setzte einen Günstling auf den Bischofsthron. Zwar bekräftigte der Papst die Wahl Richards, aber der König konnte ihn lange darin hindern, seinen Amtssitz einzunehmen. So verlegte sich Richard auf das Wandern und verwaltete sein Bistum von unterwegs. Das sicherte ihm seine Nähe zu den Bürgern und prägte seinen einfachen Lebensstil. Daran änderte sich auch nichts, als 1247 der König unter Androhung der Exkommunikation doch nachgab und Richard in Chichester residieren konnte. Er wirkte als Seelsorger und Prediger; Moral und Zucht des Klerus waren ihm wichtig. In den letzten Jahren seines Lebens warb er in Kent und Sussex nachdrücklich und erfolgreich für den Kreuzzug.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

03.04.2019 – Mittwoch der 4. Fastenwoche

Hl. Petrus Chrysologus (406-450) Bischof von Ravenna und Kirchenlehrer

„Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören: Lazarus, komm heraus!“ (Joh 5,28; Joh 11,43)

Der Herr hatte die Tochter des Jaïrus auferweckt, aber als der Leichnam noch warm war, als der Tod sein Werk erst zur Hälfte vollbracht hat (Mt 9,18f.) […] Er hat auch den einzigen Sohn einer Mutter auferweckt, indem er die Leichenbahre anhielt und dem Begräbnis zuvorkam […] bevor dieser Tote ganz in das Gesetz des Todes eintritt (Lk 7,11ff.). Aber alles, was mit Lazarus geschieht, ist einmalig […]: In Lazarus hat der Tod seine ganze Macht entfaltet, und in Lazarus strahlt zugleich das volle Bild der Auferstehung auf […] Tatsächlich ist Christus am dritten Tag als Herr ins Leben zurückgekehrt; Lazarus, der Diener, wurde am vierten Tag ins Leben zurückgerufen […] Der Herr sagte zu seinen Jüngern: „Siehe, wir gehen nach Jerusalem hinauf; und der Menschensohn wird den Hohepriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden ausliefern, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird“ (Mt 20,18f.). Und als er das sagte, sah er, wie unschlüssig, traurig und untröstlich sie waren. Er wusste, dass sie von der Schwere der Passion überwältigt werden mussten, bis in ihnen kein eigenes Leben mehr war, kein Glaube, keine eigene Erkenntnis; dass im Gegenteil ihre Herzen verfinstert würden durch die beinah totale Nacht ihres fehlenden Glaubens. Deshalb überlässt er Lazarus vier Tage lang dem Tod […] Daher sagt der Herr zu seinen Jüngern: „Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war“, „denn ich will, dass ihr glaubt“. Der Tod des Lazarus war also notwendig, damit mit Lazarus auch der Glaube der Jünger aus dem Grab auferstehen konnte. „Dass ich nicht dort war“. Und gab es denn einen Ort, an dem Christus nicht war? […] Christus, Gott, war dort, meine Brüder, aber Christus, der Mensch, war es nicht. Christus, Gott, war dort, als Lazarus starb, aber jetzt sollte Christus zu dem Toten kommen, da Christus, der Herr, in den Tod gehen sollte: „Im Tod, im Grab, in der Unterwelt muss von mir und durch meinen Tod die Macht des Todes gebrochen werden.“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 03.04.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 5,17-30

In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte. Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 2. April

Hl. Franz von Paola – Einsiedler und Ordensgründer

* 27. März 1436 (1416 ?) in Paola bei Cosenza in Italien
† 2. April 1507 in Plessis-les-Tours in Frankreich

Franz, 1436 in Paola (Kalabrien) geboren, wurde mit vierzehn Jahren Franziskaner, mit sechzehn zog er sich in die Einsamkeit zurück und lebte in strengster Askese. Für die Schüler, die sich um ihn sammel­ten, gründete er ein Kloster in Cosenza, aus dem sich der „Orden der Mindesten Brüder“ (Minimi), auch Paulaner genannt, entwickelte. Die Regel wurde 1474 bestätigt, und die Kongregation breitete sich noch bei Lebzeiten des Gründers rasch aus. 1482 reiste Franz im Auftrag des Papstes nach Frankreich und half König Ludwig XI., einen christ­lichen Tod zu sterben. Er selbst starb am Karfreitag, 2. April 1507. Er wurde 1519 heilig gesprochen.

Schweigend

„Die Einsiedler lehren nicht und predigen nicht: sie schweigen, und schweigend öffnen sie sich der Stimme Gottes.“ (Franz von Paola)

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria