Archiv der Kategorie: Allgemein

Tagesevangelium – 05.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 1,43-51

In jener Zeit wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus.
Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs.
Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

 

Gefeiert am 4. Januar

Hl. Angela von Foligno – Mystikerin

* 1248 in Foligno in Italien
† 4. Januar 1309 daselbst

Angela, aus einer reichen Adelsfamilie stammend, heiratet früh und wurde Mutter mehrerer Kinder. Sie war intelligent, hochbegabt und auch von großer Innerlichkeit, trotzdem konnte sie ihrem Drang nach Vergnügungen und weltlicher Anerkennung nicht widerstehen. Mehrmals versuchte sie, ihr Leben zu ändern, doch aus Scham über ihre Sünden brachte sie es nicht über sich, eine vollständige Beichte abzulegen und empfing den Leib des Herrn, wie sie später selbst bekannt, obwohl sie ihre schweren Sünden nicht gebeichtet hatte. Das verursachte ihr schließlich immer mehr Gewissensqualen, sodass sie Gott anflehte, ihr einen guten Beichtvater zu schicken. Sie fand ihn in dem Franziskaner Arnaldo, einem weitläufigen Verwandten, bei dem sie 1285 eine Generalbeichte ablegte; dies war der Beginn ihrer vollständigen Hinwendung zu Gott.

Aber sie wurde einer schweren und schmerzhaften Prüfung unterzogen: Innerhalb weniger Jahre verlor sie alle ihre Angehörigen. 1291 verkaufte sie ihren gesamten Besitz, verteilte ihn an die Armen und wurde Franziskaner-Terziarin. Fortan lebte sie ein Leben in Armut und Buße und widmete sich der Krankenpflege, besonders der Pflege Aussätziger. Andererseits sammelte sie auch Menschen um sich, die wie sie ein vertieftes Glaubensleben führen wollten.

Angela Foligno, die ihre Krankheiten und Schmerzen geduldig ertrug, wurde mit vielen Schauungen und mystischen Erlebnissen begnadet, vor allem nach dem Empfang der hl. Kommunion.  Sie wurde zu einer der größten Mystikerinnen ihrer Zeit.  Ihr Beichtvater zeichnete ihre Visionen im „Buch über die Glaubenswahrheiten“ (Liber de vera fidelium experientia) auf.

Ihre Verehrung setzte schon bald nach ihrem Tod ein. 1693 wurde sie von Papst Innozenz XII. selig gesprochen. Papst Franziskus gestattete 2013 ihre weltweite Verehrung,was einer Heiligsprechung gleichkommt. Sie wird dargestellt mit dem Habit der Franziskanerinnen oder mit dem Satan an der Kette.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Texte vom 4. Januar in der Weihnachtszeit

Hl. Gregor von Nazianz (330-390) – Bischof und Kirchenlehrer

Dem Lamm Gottes folgen

Jesus ist der Menschensohn aufgrund seiner Abstammung von Adam und der Jungfrau. Er ist Christus, der Gesalbte, der Messias, wegen seiner Göttlichkeit. Diese Göttlichkeit ist die Salbung seines Menschseins […], die totale Gegenwart des Einen, der ihn so weiht. Er ist der Weg, weil er selber uns führt. Er ist die Tür, weil er uns einlässt ins Reich. Er ist der Hirte, weil er seine Herde auf die Weide geleitet und sie mit frischem Wasser tränkt; er zeigt ihr den Weg und verteidigt sie gegen wilde Tiere; er bringt das verirrte Schaf zurück, findet das verlorene, verbindet das verletzte; er hütet die gesunden, und durch Worte, die ihm sein Hirtensinn eingibt, versammelt er sie in der ewigen Heimat. Er ist auch das Schaf, weil er Opfertier ist. Er ist das Lamm, weil er ohne Fehl ist. Er ist Hoherpriester, weil er das Opfer darbringt. Er ist Priester nach der Ordnung Melchisedeks, weil er im Himmel keine Mutter, hienieden keinen Vater hat, der, so die Schrift, keinen Stammbaum hat. Er ist auch Melchisedek selber, weil er König von Salem, König des Friedens, König der Gerechtigkeit ist. Das sind die Namen des Sohnes, Jesus Christus, „derselbe gestern und heute und in Ewigkeit“, körperlich und geistig, und er wird es auf ewig sein. Amen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 04.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 1,35-42

In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 3. Januar

Hl. Genoveva (Geneviève) – Patronin von Paris

* 422 in Nanterre in Frankreich
† 502 in Paris in Frankreich

Genoveva war das Kind armer Bauern, nach anderer Überlieferung von vornehmer Abkunft. Ihr Leben und Wirken ist völlig von Legenden überdeckt, die aber sicher einen wahren Kern haben, so ihre frühe Entscheidung für die Jungfräulichkeit, ihre Sorge für die Armen und Kranken und ihre beherzten Aktionen in Zeiten der Not.  Die Legende will, dass schon bei ihrer Geburt Engel über der Wiege des neugeborenen Kindes gesungen hätten. Im Alter von sieben Jahren erlebte Genoveva in der heimatlichen Kirche in Nanterre zwei  Wanderbischöfe, die – unterwegs nach England – Zwischenstation machten  und predigten. Einer der beiden war Germanus von Auxerre; er erkannte in der Siebenjährigen die spätere Heilige, gab ihr – mit dem Hinweis, es statt Gold und Perlen zu tragen – ein kupfernes Medaillon mit einem Kreuz und weihte sie für ein heiliges Leben. Mit fünfzehn Jahren legte sie das Gelübde der Jungfräulichkeit ab. 16jährig ging sie, nach dem frühen Tod ihrer Eltern, zu einer Tante nach Paris und lebte im Dienst an Armen und  Kranken. Vor Erschöpfung dem Tode nahe, erholte sie sich  wunderbarerweise wieder und berichtete nach ihrer Genesung, Engel hätten sie bis vor Gottes Angesicht getragen.

Genovevas Gebet soll die Stadt Paris vor den Hunnen gerettet haben: Als  Attila 451 gegen Paris marschierte, sammelte sie der Legende nach Frauen zum Gebet und feuerte in einer leidenschaftlichen Predigt die Männer an,  Maßnahmen zur Verteidigung zu ergreifen. Doch die Geängstigten, vor allem die Männer, wollten Geneviève steinigen, ja sogar in den Fluss werfen. Die Frauen jedoch ließen sich von der Jungfrau umstimmen und  knieten nieder, um mit ihr zu beten. Das Wunder geschah: die Hunnen  wichen zurück und umgingen die Stadt, um sich nach Orléans zu wenden –  gerade dorthin, wohin die Bevölkerung hatte fliehen wollen. In der  Schlacht bei den Katalaunischen Feldern wurden dann die Asiaten besiegt.

Bei einer späteren Belagerung der Stadt durch die letzten römischen Truppen rettete Genoveva die Bevölkerung vor dem Hungertod: Es gelang ihr, so die Legende, mit Schiffen aus der Stadt zu entkommen. Mit reich beladenen Schiffen kehrte Geneviève zurück und konnte allen das Notwendige austeilen. Zur Verbreitung des Christentums soll sie beigetragen haben, indem sie  Chlodwig I., den Herrscher der Franken, und mit ihm das gesamte Volk, bekehrte.

Ihre große Nächstenliebe wirkte nach den Legenden viele Heilungen und hilfreiche Taten: Genoveva rettete einen vierjährigen Knaben aus einem Brunnen; mit ihrem Pallium, das sie über ihn warf, erwachte er zum  Leben. Beim Bau der Kirche von St-Denis ging den Bauleuten das Getränk aus, sie ließ den Kelch holen, der sich auf ihr Gebet hin füllte und gefüllt blieb, bis der Bau vollendet war. Eine Kerze hatte ihr ein Teufel ausgeblasen, ein Engel aber wieder angezündet; auch wenn Kerzen beim Kirchgang oder in ihrer Kammer erloschen, entzündeten sie sich wieder, wenn Genoveva sie in die Hand nahm. Partikel ihrer Kerzen bewirkten Heilungen. Als der Merowinger Childerich die Stadttore schließen ließ, damit Genoveva die Gefangenen nicht befreie, eilte sie herbei, die Tore öffneten sich von selbst, und die Schlüssel blieben in ihrer Hand.

Genoveva wurde in der späteren Abteikirche Église de Sainte-Geneviève  begraben. Auch nach ihrem Tode ereigneten sich noch zahlreiche Wunder an  ihrer Grabstätte. Als im Jahre 1129 in Frankreich eine bislang unbekannte Fieberkrankheit auftrat, bei welcher menschliche Heilkunst versagte, wandte man sich an die Schutzheilige um Fürsprache, und angeblich wurden alle, die gläubig ihre Reliquien berührten, geheilt. Ludwig XV.  ließ ihr zu Ehren 1764 eine neue Kirche errichten, die 1791 von der Konstituierenden Versammlung benutzt und im Zuge der Französischen  Revolution zum Panthéon umgebaut wurde, der Totengedenkstätte für hochrangige französische Persönlichkeiten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

Texte vom 3. Januar in der Weihnachtszeit

Hl. Hieronymus (347-420) – Priester, Bibelübersetzer und Kirchenlehrer

„Er ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“

„Doch aus dem Baumstumpf Isais [Vater Davids] wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des HERRN ruht auf ihm“ (Jes 11,1–2). Diese ganze Prophetie gilt Christus […] Den jungen Trieb und die Blüte am Baumstumpf Isais deuten die Juden als den Herrn selbst: für sie ist der junge Trieb das Symbol für das königliche Zepter, die Blüte für seine Schönheit. Wir Christen sehen im jungen Trieb am Baumstamm Isais die heilige Jungfrau Maria, mit der sich kein Mann vereinigte, um sie zu befruchten. Sie ist es, die derselbe Prophet vorher meinte: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen“ (7,14 Vulg.). Und in der Blüte erkennen wir unseren Herrn, den Retter, der im Hohenlied sagt: „Ich bin eine Blume des Scharon, eine Lilie der Täler“ (Hld 2,1) […] Auf diese Blüte, die dem Baumstumpf und der Wurzel Isais durch die Jungfrau Maria entspross, lässt sich der Geist des Herrn nieder, denn „in ihm allein wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes“ (vgl. Kol 2,9): nicht bruchstückhaft, wie auf die anderen Heiligen, sondern […] entsprechend dem, was wir im Evangelium des Matthäus lesen: „Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen und er wird den Völkern das Recht verkünden“ (Mt 12,18; vgl. Jes 42,1). Wir beziehen diese Prophetie auf den Retter, auf den sich der Geist des Herrn niedergelassen hat, was heißen soll, dass er in ihm ewig Wohnung nehmen will […] Nach dem Zeugnis des Täufers Johannes steigt er herab, um sogleich in ihm Wohnung zu nehmen: „Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb. Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ […] Dieser Geist wird genannt „der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Wissenschaft und der Frömmigkeit und der Geist der Furcht des Herrn“ (vgl. Jes 11,2–3 Vulg.). […] Er ist die einzige und alleinige Quelle aller Gaben.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 03.01.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 1,29-34

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war. Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen. Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft. Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 2. Januar

Hl. Basilius der Große  – Bischof und Kirchenlehrer

*330 in Caesarea in Kappadokien, heute Kayseri in der Türkei

† 379 in Caesarea

Basilius wurde geboren als Sohn des angesehenen Rhetors Basilius; seine Familie, schon seit Generationen christlich, zeichnete sich durch Glaubenseifer aus. Hervorzuheben sind seine Großmutter Makrina die Ältere, seine Mutter Emmelia, neben ihm selbst sein jüngerer Bruder Gregor von Nyssa und seine Schwester Makrina die Jüngere. Wie damals üblich, widmete er sich zunächst seiner Ausbildung durch Studien in seiner Heimatstadt sowie in Konstantinopel und Athen, um sich für eine Tätigkeit im öffentlichen Leben vorzubereiten. Bei seinen Studien in Caesrea lernte er Gregor von Nazianz kennen, den er dann in Athen wiedertraf, und schloss mit ihm eine dauerhafte Freundschaft. Um 356 kehrte Basilius in seine Heimat zurück, um sich als Rhetoriklehrer niederzulassen, doch schon nach kurzer Zeit entschloss er sich, der Welt zu entsagen. Er empfing die Taufe und besuchte, um das Mönchtum kennenzulernen, die berühmtesten Asketen in Syrien, Palästina, Ägypten und Mesopotamien. Darauf zog er sich mit einigen Gleichgesinnten in eine Einöde in der Nähe von Neocaesarea (heute Niksar) am Schwarzen Meer zurück. Um 358 besuchte ihn dort Gregor von Nazianz, und gemeinsam stellten sie die Philokalia zusammen, eine „Blütenlese“ aus Werken des Origenes (um 185-253/54), des bedeutendsten Theologen der griechischen Kirche, und schrieben zusammen zwei Mönchsregeln, die für die Entwicklung und Ausbreitung des Mönchtums im Orient wichtig geworden sind und bis heute Einfluss haben. Um 364 kehrte Basilius nach Caesarea zurück, wurde von Bischof Eusebius zum Priester geweiht und widmete sich neben seiner priesterlichen Tätigkeit auch sozialen Aufgaben; er gründete Pilgerhospize und Häuser für die Armen. 370 wurde Basilius Bischof und damit Metropolit von Kappadokien. Besonders wichtig war Basilius` erfolgreicher Kampf gegen den Arianismus (die Lehre, dass Jesus nicht Gott gleich sei), wobei er unterstützt wurde durch Athanasius, seinen Bruder Gregor von Nyssa und Gregor von Nazianz. Durch Kontakte zu Papst Damasus suchte er Ost- und Westkirche im Kampf gegen den Arianismus, der von Kaiser Valens begünstigt wurde, zusammenzuschließen. Den 381 offenkundig werdenden Zusammenbruch des Arianismus hat Basilius durch seine vermittelnde und ausgleichende Tätigkeit zwischen Ost und West wesentlich vorbereitet.

Im Unterschied zu anderen griechischen Kirchenvätern, die sich nur in der spekulativen Theologie hervortaten, verfolgte Basilius in seinen Schriften auch praktische ethische Anliegen, und wie schon als Priester, kümmerte er sich auch als Bischof um Arme und Bedrängte, wofür er das Vermögen seiner Familie einsetzen konnte.

Basilius ist einer der vier griechischen Kirchenväter (neben Basilius Athanasius der Große, Gregor der Jüngere von Nazianz und Johannes Chrysostomus) und mit seinem jüngeren Bruder Gregor von Nyssa und seinem Freund Gregor von Nazianz einer der drei großen Kappadokier. Im Osten wie im Westen gilt er als Kirchenlehrer. Von ihm sind zahlreiche Schriften, dogmatische Schriften, Predigten und Briefe, erhalten. Die Trinitätslehre fasste er präziser, mit Athanasius zusammen ist er der Schöpfer der Theologie des Heiligen Geistes.

Hl. Gregor von Nazianz – Bischof und Kirchenlehrer

*330 in Arianzus bei Nazianz in Kappadokien (heute Türkei)
† 25. Januar 390 in Arianzus

Die Mutter Gregors war Nonna, eine Christin, durch deren Einfluss auch sein Vater Gregor der Ältere, der später Bischof von Nazianz wurde, sich zum Christentum bekehrte, seine Geschwister waren Caesarius und Gorgonia. Gregor erhielt wie sein Bruder eine ausgezeichnete Ausbildung, studierte in Caesarea in Kappadokien, wo er mit Basilius (der spätere Basilius der Große, hl., Gedenktag ebenfalls 2.1., zusammen mit Gregor) bekannt wurde, weiter in Caesarea in Palästina, in Alexandria und schließlich in Athen, wo er Basilius wiedertraf und ihre Freundschaft gefestigt wurde. Zurück in Nazianz – wahrscheinlich wurde er jetzt erst getauft – entschloss er sich, sein Leben fortan Gott zu weihen, obwohl ihm nun jede weltliche Karriere offengestanden hätte. Am liebsten hätte er sich als Asket in eine ferne Einsamkeit zurückgezogen, konnte dies jedoch aus Familienrücksichten nicht verwirklichen. Zusammen mit seinem Freund Basilius lebte er schließlich in der Einsamkeit nicht weit von Nazianz ein Leben als Mönch, geistig und mit den Händen arbeitend. Nach seiner Rückkehr nach Nazianz wurde er gegen seine Überzeugung, wahrscheinlich 361, von seinem Vater zum Priester geweiht, floh aber gleich darauf zunächst wieder in die Einsamkeit, bevor er sich seinen neuen Aufgaben stellte; noch heute berühmt ist seine Predigt über das Priesteramt, die er damals hielt. Basilius, inzwischen Metropolit von Kappadokien, brauchte Gregor in seinem Kampf gegen die arianischen Bischöfe (Arianismus ist die Glaubensrichtung, die die Gottheit Jesu Christi leugnet, sie war damals, durch verrschiedene Kaiser begünstigt, sehr stark) und machte ihn zum Bischof des neuerrichteten Sitzes Sasima. Gregor entzog sich dem aber, trat dieses Amt nie an, dieser politische Zug passte ihm nicht. Da sein alter Vater ihn als Koadjutor in Nazianz sehr nötig hatte, widmete er sich dieser Pflicht sehr gewissenhaft; auch nachdem sein Vater gestorben war, blieb er noch zwei Jahre als Administrator tätig, weigerte sich aber strikt, selbst Bischof zu werden. Sein großes Vermögen hatte er nach dem Tod seiner Eltern an die Armen verteilt und behielt nur ein kleines Landgut an seinem Geburtsort Arianzus. Konstantinopel war zu jener Zeit fast völlig in den Händen der Arianer. Der Rest der von der Verfolgung noch übrigen Katholiken appellierte an Gregor, sich doch ihrer anzunehmen. Gregor kam, zögernd zunächst, und begann seine Mission in einem Privathaus, das er „Anastasia“, einen Ort der Auferstehung des Glaubens, nannte. Von Gregors heiligmäßigem Leben, seiner tiefen theologischen Bildung und seiner Beredsamkeit angezogen, versammelten sich nicht nur gläubige Katholiken um ihn, sondern auch Häretiker, und er konnte dem rechten Glauben viele zurückgewinnen. Auch der hl. Hieronymus (30.9.) war in dieser Zeit sein Schüler und berichtet begeistert darüber. Gregors Erfolge brachte die Arianer auf, Gregor wurde persönlich und handgreiflich attackiert. Um diese Zeit – im Jahr 380 – ließ sich Kaiser Theodosius katholisch taufen und wollte, dass Gregor Metropolit von Konstantinopel werde; im Beisein des Kaisers und unter Freudenbekundungen einer großen Menschenmenge wurde er in der Hagia Sophia als neuer Bischof präsentiert. Konstantinopel war dem rechten Glauben wiedergewonnen. Es war der Ort, wo Gregor seine Trinitätslehre entfaltete und seine bis heute gerühmten fünf sogenannten theologischen Reden hielt. Doch lange hielt es den sensiblen und eher zu geistigen und geistlichen Höhenflügen als zum tätigen öffentlichen Leben Begabten nicht auf seinem Bischofssitz. Zermürbt von Kirchenpolitik, Streitigkeiten und Intrigen, nach vergeblichen Versuchen, Frieden herzustellen, bat er um Entpflichtung und zog sich auf sein Landgut zurück, wo er seine Zeit dem Gebet, der Korrespondenz (fast alle seine 245 Briefe stammen aus dieser Zeit) sowie dem Verfassen meist geistlicher Gedichte widmete.

Gregor ist Kirchenlehrer, neben Basilius und Gregor von Nyssa einer der drei großen Kappadokier, mit Basilius, Athanasius und Johannes Chrysostomus einer der vier griechischen Kirchenväter.

Was schadet

„Wären nur alle darin mit mir einig, dass die unruhige Geschäftigkeit den Gemeinden nur schadet. Der Glaube geht in die Brüche, wenn er als Deckmantel für die ehrgeizige Rechthaberei der Einzelnen dienen muss.“ (Gregor von Nazianz, Brief an Basilius)

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo

Texte vom 2. Januar in der Weihnachtszeit

Seliger Guerricus von Igny (1080-1157) – Zisterzienserabt

„Eine Stimme ruft in der Wüste“ (vgl. Jes 40,3)

„Stimme eines Rufers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn!“ Brüder, wir müssen uns vor allem über die Gnade der Einsamkeit und über die Glückseligkeit der Wüste Gedanken machen; sie wird seit dem Beginn der Zeit des Heiles für würdig befunden, den Heiligen als Ort der Ruhe zu dienen. Gewiss ist die Wüste uns heilig durch die Stimme des Johannes, der in der Wüste rief, predigte und die Taufe der Buße spendete. Schon vor ihm hatten die größten Propheten die Einsamkeit zur Freundin, als Gehilfin des Geistes (vgl. 1 Kön 17,2f.; 19,3f.). Eine unvergleichlich höhere Gnade der Heiligung ist diesem Ort jedoch zuteil geworden, als nach Johannes Jesus dort auftrat (vgl. Mt 4,1). […] Jesus ist für vierzig Tage in die Wüste gegangen, um an diesem zu neuem Leben erweckten Ort einem neuen Leben die Weihe zu geben; er hat den Tyrannen, der ihn verfolgte, besiegt, und das weniger um seinetwillen, sondern um deretwillen, die nach ihm die Wüste bewohnen sollten. Wenn du dich also in der Wüste angesiedelt hast, so bleibe dort und warte auf den, der dich aus dem Kleinmut des Geistes und aus dem Sturm retten kann. Welche Kämpfe auch immer gegen dich wüten, welche Entbehrungen auch immer du erleidest, kehre nicht nach Ägypten zurück. Die Wüste wird dich besser ernähren mit Manna […] Der Herr wird dich dort viel wunderbarer sättigen als die Menschenmenge, die ihm gefolgt ist (Lk 4,42). In dem Augenblick, wo du glaubst, dass er dich schon längst verlassen hat, ist er es, der eingedenk seiner Güte kommt, um dich zu trösten, und der sagt: „Ich habe deiner gedacht, mich deiner Jugend erbarmend, und der Liebe deines Brautstandes, da du mir durch die Wüste folgtest“ (Jer 2,2 Vulg.). Der Herr macht aus deiner Wüste ein wonnevolles Paradies; und du wirst (wie der Prophet) verkünden, dass ihr die Herrlichkeit des Libanon geschenkt wird, die Pracht des Karmel und der Ebene Scharon (Jes 35,2) […] Dann wird aus deiner gesättigten Seele deine Lobeshymne aufsteigen: „Der Herr sei verherrlicht um der Wunder willen, die er an den Menschenkindern vollbracht hat! Er hat den Durst und den Hunger der Seelen gestillt“ (vgl. Ps 107(106),8–9 Vulg.).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Cairo