Archiv der Kategorie: Allgemein

Bischof Athanasius Schneider ist ein Verfechter der traditionellen Messe

S.E. Bischof Athanasius Schneider

Auf der Konferenz über katholische Identität, die von der Zeitschrift The Remnant am 1. und 2. Oktober 2022 in Pittsburgh (USA) veranstaltet wurde, gab Weihbischof Athanasius Schneider mehrere Erklärungen ab. Hier finden Sie die wichtigsten Aussagen des deutschstämmigen Weihbischofs von Astana (Kasachstan) über die traditionelle Messe und die Verfolgung, der sie in Rom und in den Diözesen ausgesetzt ist.

Auf LifeSiteNews [LifeSite Home – US-Ausgabe (lifesitenews.com) ] vom 4. Oktober waren folgende Worte aus seinem Vortrag in Pittsburgh zu lesen: „Die herrschenden Mächte hassen das Heilige, und deshalb verfolgen sie die traditionelle Messe, dennoch sollte man nicht mit Zorn und Kleinmut antworten, sondern mit tiefer Gewissheit der Wahrheit, innerem Frieden, Freude und Vertrauen in die göttliche Vorsehung.“ 

Der Prälat bekräftigt: „Den reformierten Ritus von Papst Paul VI. zum einzigen Ausdruck der lex orandi des römischen Ritus zu erklären – wie es Papst Franziskus tut -, ist eine Verletzung der zweitausendjährigen Tradition, die von allen römischen Päpsten respektiert wird, die niemals eine so rigide Intoleranz gezeigt haben.“  Er fügte hinzu: „Man kann nicht plötzlich einen neuen Ritus schaffen, wie es Paul VI. getan hat, und erklären, dass dieser Ritus der ausschließliche Ausdruck des Heiligen Geistes in unserer Zeit ist, und gleichzeitig den vorherigen Ritus – der sich im Laufe von mindestens tausend Jahren praktisch nicht verändert hat – als fehlerhaft und schädlich für das spirituelle Leben der Gläubigen darstellen.“ Eine solche Argumentation führe „unweigerlich zu dem Schluss, dass der Heilige Geist sich selbst widerspricht“. 

In diesem Punkt greift Msgr. Schneider die Kritik auf, die die Kardinäle Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci bereits 1969 äußerten: „Der neue Ordo von Paul VI. schwächt zweifellos die lehrmäßige Klarheit hinsichtlich des Opfercharakters der Messe und schwächt die Sakralität und das Mysterium des Gottesdienstes selbst erheblich.“ Wohingegen die traditionelle Messe „eine eminente doktrinale Integrität und rituelle Erhabenheit“ enthält und ausstrahlt. 

Dies erklärt die Feindseligkeit derjenigen, die die traditionelle Messe verfolgen: „Der Glanz der Wahrheit, der heilige und übernatürliche Charakter des traditionellen Messritus beunruhigt unter den Klerikern, die im Vatikan hohe Positionen bekleiden, gerade diejenigen, die wie andere eine neue, revolutionäre theologische Position eingenommen haben, die der protestantischen Sicht der Eucharistie und des Gottesdienstes, die durch Anthropozentrismus und Naturalismus gekennzeichnet ist, näher steht.“ 

Der Weihbischof betont: „Paul VI. ist der erste Papst in zweitausend Jahren, der es gewagt hat, eine Revolution des Messordinariums durchzuführen: eine echte Revolution.“ Diese Aussage lässt einen hoffen, dass Schneider sich für die ausschließliche Zelebration der traditionellen Messe entscheidet, obwohl er derzeit unter bestimmten Umständen auch die Messe von Paul VI. zelebriert. Umso mehr, als er im Folgenden Priester und Gläubige, die an der traditionellen Messe festhalten, eindringlich auffordert, sich nicht vor einer Form des „liturgischen Exils“ zu fürchten, das sie wie eine Verfolgung für Gott empfangen. 

Er zieht dann diese historische Parallele: „Die gegenwärtige Verfolgung, die sich gegen einen Ritus richtet, der von der römischen Kirche mindestens ein Jahrtausend lang – und damit lange vor dem Konzil von Trient – eifersüchtig und unveränderlich gehütet wurde, erinnert heute an eine ähnliche Situation wie die Verfolgung der Integrität des katholischen Glaubens während der arianischen Krise im vierten Jahrhundert. Diejenigen, die damals den katholischen Glauben unveränderlich bewahrten, wurden von der großen Mehrheit der Bischöfe aus den Kirchen verbannt, und sie waren die ersten, die in gewisser Weise heimliche Messen feierten.“

An die Adresse der Verfolger gerichtet fügte er hinzu: „Wir können diesen geistig verblendeten und arroganten Kirchenmännern unserer Zeit, die den Schatz des traditionellen Messritus verachten und die Katholiken verfolgen, die an ihm festhalten, sagen: Es wird euch nicht gelingen, den traditionellen Messritus zu besiegen und zu vernichten. Heiligster Vater, Papst Franziskus, es wird Ihnen nicht gelingen, den traditionellen Ritus der Messe zu vernichten. Warum ist das so? Weil Sie gegen das Werk kämpfen, das der Heilige Geist mit so viel Sorgfalt und Kunstfertigkeit über die Zeitalter hinweg gewoben hat.“ 

Am 13. Oktober beantwortete Msgr. Schneider die Fragen von Michael Matt, dem Direktor von The Remnant, und erläuterte das Wesen des wahren Gehorsams in der Kirche mit Erklärungsansätzen, die an die von Bischof Marcel Lefebvre vor über 40 Jahren entwickelten erinnern: „Wir müssen weitermachen, auch wenn wir in manchen Fällen sagen, dass wir dem Papst im Moment nicht gehorchen können, weil er diese Gebote oder Befehle erlassen hat, die offensichtlich den Glauben untergraben oder uns den Schatz der Liturgie wegnehmen; sie ist die Liturgie der ganzen Kirche, nicht seine eigene, sondern die unserer Väter und Heiligen, also haben wir ein Recht darauf. 

In diesen Fällen werden wir, selbst wenn wir formell ungehorsam sind, der gesamten Kirche aller Zeiten gehorchen, und sogar durch einen solchen formellen, scheinbaren Ungehorsam werden wir dem Heiligen Stuhl Ehre erweisen, indem wir die Schätze der Liturgie bewahren, die ein Schatz des Heiligen Stuhls ist, der jedoch zeitweilig eingeschränkt oder Gegenstand der Diskriminierung durch diejenigen ist, die derzeit hohe Ämter am Heiligen Stuhl innehaben.“ 

In einem Interview mit dem Direktor von LifeSiteNews, John-Henry Westen, am 28. Oktober kommt Bischof Schneider auf die Verfolgung zurück und erinnert an die Zeit der Katakomben: „Ein Beispiel für diese Art von Situation, sowohl für Gläubige als auch für Priester – von denjenigen, die die hohen Positionen in der Kirche innehaben, von den Bischöfen, gewissermaßen verfolgt und ausgegrenzt zu werden – ist die Situation, die wir im vierten Jahrhundert mit dem Arianismus erlebt haben.

Damals verfolgten die gültigen Bischöfe, die rechtmäßigen Bischöfe, jedenfalls die Mehrheit von ihnen, die wahren Katholiken, die die Tradition des Glaubens an die Gottheit Jesu Christi, des Sohnes Gottes, bewahrten. Dies war die Frage von Leben und Tod, der Wahrheit und der Glaubenstradition. Und so wurden diese aus den Kirchen vertrieben, sie waren gezwungen, zu den „Wurzeln“, den Messen im Freien, zu gehen. 

In gewisser Weise können auch wir uns mit solchen Situationen konfrontiert sehen. Und das ist auch schon passiert, vor allem nach Traditionis custodes. Es gibt Orte, an denen die Menschen buchstäblich aus den Pfarrkirchen vertrieben werden, in denen sie jahrelang die traditionelle lateinische Messe hatten, die von Papst Benedikt XVI. und den Ortsbischöfen gebilligt worden war. 

Heute, im neuen Kontext von Traditionis custodes, vertreiben einige Bischöfe – ich wiederhole – buchstäblich die besten Gläubigen, die besten Priester aus den Kirchen, den Pfarrkirchen: Sie vertreiben sie aus der Pfarrkirche, die als Mutterkirche bezeichnet wird. Und diese Gläubigen sind dann gezwungen, sich neue Gotteshäuser, Turnhallen, Schulen oder Versammlungsräume usw. zu suchen. 

Das ist eine Situation, die einer gewissen Form von Katakombenzeit ähnelt. Es sind nicht wörtlich Katakomben, weil sie immer noch öffentlich feiern können, aber man kann es mit Katakombenzeit vergleichen, weil sie die offiziellen Strukturen und Gebäude der Kirche nicht nutzen können.“ 

Erzbischof Schneider erinnerte noch einmal daran, was Gehorsam in der Kirche wirklich bedeutet: „Wir müssen das wahre Konzept und die Bedeutung von Gehorsam klarstellen. Der Heilige Thomas von Aquin sagt, dass wir den absoluten, bedingungslosen Gehorsam nur Gott allein schulden, aber keinem Geschöpf, auch nicht dem Papst selbst. Der Gehorsam gegenüber dem Papst und den Bischöfen in der Kirche ist daher ein begrenzter Gehorsam. 

Wenn also der Papst oder die Bischöfe etwas anordnen, das offensichtlich die Fülle des katholischen Glaubens und die Fülle der katholischen Liturgie – diesen Schatz der Kirche, die traditionelle lateinische Messe – beeinträchtigen wird, ist das schädlich, da es die Reinheit des Glaubens beeinträchtigt; indem man die Reinheit der Heiligkeit der Liturgie beeinträchtigt, beeinträchtigt man die ganze Kirche. 

Wir vermindern das Wohl der Kirche, das geistliche Wohl der Kirche. Wir schmälern das Wohl unserer Seelen. Und daran können wir nicht mitarbeiten. Wie könnten wir an einer Verringerung der Reinheit des Glaubens mitarbeiten, wie könnten wir an einer Verringerung des heiligen, erhabenen Charakters der Liturgie der Heiligen Messe mitarbeiten, der traditionellen, tausendjährigen Messe aller Heiligen? 

In einer solchen Situation haben wir die Pflicht (es geht nicht nur darum zu sagen, dass wir bei bestimmten Gelegenheiten „können“), dem Heiligen Vater, den Bischöfen, zu sagen: Bei allem Respekt und aller Liebe, die wir Ihnen schulden, können wir diese Befehle, die Sie erteilen, nicht ausführen, weil sie dem Wohl unserer heiligen Mutter Kirche schaden. 

Wir müssen also andere Orte suchen, indem wir dennoch in gewisser Weise formell ungehorsam sind. Aber in Wirklichkeit werden wir unserer heiligen Mutter Kirche gehorsam sein, die größer ist als ein einzelner Papst. Die heilige Mutter Kirche ist größer als ein bestimmter Papst! Und so gehorchen wir unserer heiligen Mutter Kirche. 

Wir gehorchen den Päpsten aller Zeitalter, die die Reinheit des katholischen Glaubens bedingungslos und kompromisslos gefördert, verteidigt und geschützt haben, und die auch die Heiligkeit und die unveränderliche Liturgie der Heiligen Messe durch alle Jahrhunderte hindurch verteidigt haben.“ 

(Quellen: fsspx.news/de The Remnant/LifeSiteNews – trad. à partir de J. Smits/DICI n°426 – FSSPX.Actualités) Illustration: Flickr / Fr Lawrence Lew, O.P: (CC BY-NC-ND 2.0)

Der Papst duldet keine Kritiker – Zur Absetzung von Bischof Joseph Strickland

GNADENLOSE „BARMHERZIGKEIT“

Ein gnadenloser Papst Franziskus enthob den Bischof von Tyler, Msgr. Joseph Strickland, seines Amtes

Papst Franziskus enthob Msgr. Joseph Strickland, den mutigen Bischof der US-Diözese Tyler, seines Amtes. Die Absetzung erfolgte ohne Angabe von Gründen. Damit ist eingetreten, was viele, erwartet und befürchtet hatten.

Bischof Strickland gehört zu den offensten Kritikern des derzeitigen Pontifikats im US-amerikanischen Episkopat. Er bringt seine Kritik begründet und pointiert, vor allem aber offen und entwaffnend vor, indem er sagt, was Sache ist. Das kam in Rom allerdings nicht gut an. Santa Marta wurde im Vorfeld über gleich mehrere Kanäle über jeden Schritt von Bischof Strickland informiert. Gegen ihn wurde auch direkt interveniert. Das geschah sowohl über bergoglianische Bischöfe im US-Episkopat, die Santa Marta besonders nahestehen, als auch über die Apostolische Nuntiatur. In Rom selbst war es, einmal aufmerksam gemacht, ein Leichtes, die wichtigsten Äußerungen von Msgr. Strickland auch auf Distanz zu überwachen, da der Bischof von Tyler in den sozialen Medien sehr aktiv ist.

Der Bischof und seine Diözese wurden durchleuchtet, um das Haar in der Suppe zu finden. Spätestens mit dem 13. Mai sei die Entscheidung gegen Strickland gefallen, hieß es schon im vergangenen Sommer. Damals schrieb der Bischof auf Twitter:

„Ich glaube, daß Papst Franziskus der Papst ist, aber es ist Zeit für mich zu sagen, daß ich sein Programm, das Glaubensgut zu untergraben, ablehne. Folge Jesus nach.“

Kurz darauf, im Juni, schickte Papst Franziskus Apostolische Visitatoren nach Texas. Das war spätestens das Alarmsignal für drohendes Ungemach. Bischof Strickland wußte damit, daß er ins Visier genommen wurde. Er änderte damit aber weder seine Haltung noch die Art seiner Äußerungen. Er unterstützte so gut es ging, glaubenstreue Katholiken auch außerhalb seiner Diözese, insbesondere die Lebensrechtsbewegung. Er sprang ein, wo andere Bischöfe kneiften.

Eine Aufnahme aus früheren Zeiten: Papst Franziskus begrüßt Bischof Joseph Strickland in Rom

Bischof Strickland war auch eine wichtige Stütze für die Tradition, der er sich sehr nahe fühlte und nicht nur in seiner Diözese, sondern auch außerhalb förderte. Am 1. August schrieb Msgr. Strickland mit klarer Anspielung auf das Motu proprio Traditionis custodes und darauf folgenden Aktionen:

„Jeder Versuch, die traditionelle Messe von der Kirche zu trennen, ist ein Angriff auf die ungebrochene Verbindung zur Tradition die von den Aposteln empfangen wurde, und ein Angriff auf das Glaubensgut.“

Strickland selbst hatte sich durch mehrere Jahre des intensiven Studiums und Gebets dem überlieferten Ritus angenähert und erstmals 2020 diesen selbst zelebriert. So erklärte er auch, daß die Priesterbruderschaft St. Pius X., ungeachtet ihres ungeklärten kanonischen Status, keine schismatische Gruppe ist. Das verschaffte ihm, nach den unter Papst Franziskus angelegten Maßstäben, in Rom keine Sympathien.

Auch im Zusammenhang mit der Synodalitätssynode warnte Bischof Strickland klarsichtig vor den Gefahren des von Papst Franziskus eingeschlagenen Weges.

Die aufrechte Haltung, die Strickland bereits in den vergangenen Jahren gezeigt hatte, zeigte er auch im Moment seiner Absetzung. Der Apostolische Nuntius in den USA, Msgr. Christophe Pierre, einer der Hauptakteure zugunsten der Entlassung, hatte Strickland im Namen von Papst Franziskus zum Rücktritt aufgefordert. Man wollte die Angelegenheit „elegant“ regeln. Doch Bischof Strickland weigerte sich, zurückzutreten, denn er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. So erfolgte heute – denn bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt – seine Amtsenthebung.

Doch letztlich stand von Anfang an fest, daß Santa Marta einen ungleichen Kampf gegen Bischof Strickland führte. Es gab kein gemeinsames Handeln, keine persönlichen Gespräche: Es wurde einseitig gegen den Bischof gearbeitet.

Am Ende stand die Absetzung, die im Tagesbulletin des vatikanischen Presseamtes knapp und ohne Nennung von Gründen verlautbart wurde:

„Der Heilige Vater hat S. E. Msgr. Joseph Strickland von der pastoralen Leitung der Diözese Tyler (USA) entbunden und den Bischof von Austin, S. E. Msgr. Joe Vásquez, zum Apostolischen Administrator der frei gewordenen Diözese ernannt.“

Bischof Strickland wurde vor wenigen Tagen, am 31. Oktober, 65 Jahre alt. Zum Vergleich: Papst Franziskus vollendet im Dezember sein 87. Lebensjahr.

Laut Kirchenrecht kann die Absetzung eines Bischofs durch den Papst nur unter äußerst triftigen Gründen und unter Einhaltung formaler Bestimmungen erfolgen. Soweit die Theorie. In Wirklichkeit kann der Papst ein- und absetzen, wen er will, denn über ihm gibt es keine Rechtsinstanz. Er in Person ist der höchste Gerichtsherr der Kirche. Wer also sollte gegen eine Entscheidung von ihm wo Beschwerde oder Einspruch einlegen. Es gibt keine Instanz dafür. Das Kirchenrecht hilft da ebenso wenig weiter wie in der immer wieder gestellten Frage, ob Franziskus durch sein Handeln nicht sein Papsttum verwirkt habe.

Die meisten Päpste gingen mit ihren Vollmachten sehr zurückhaltend um, man denke an den unmittelbaren Amtsvorgänger Benedikt XVI. Papst Franziskus ist jedoch aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Benedikt XVI. wurde von seinen Gegnern in und außerhalb der Kirche als „Panzerkardinal“ verunglimpft, während Franziskus beklatscht wird. Dabei regierte der deutsche Papst mit ausgesprochen milder Hand, während unter Franziskus ein eisernes Regime herrscht.

Bischof Strickland ist nicht der erste unter den eher dünn gesäten herausragenden Bischöfen, den Franziskus über die Klinge springen ließ, und er wird wohl auch nicht der letzte sein.

Die Diözese Tyler verliert ihren guten Bischof, doch die ganze katholische Welt gewinnt einen Bischof, der nun, da noch verhältnismäßig jung, grenzenlos die Brüder im Glauben stärken kann.

Quelle: katholisches, G. Nardi (auszugsweise) Bild: Vatican.va/VaticanMedia (Screenshots)

Iran, Katar, Hamas: Die Achse des Bösen

©APA AFP Iranian Foreign Ministry

Terror-Eminenz. Inzwischen steht fest: Die Killer der Hamas haben sich vor, während und nach dem monströsen Überfall auf Israel mit dem Iran und der Terrormiliz Hisbollah intensiv ausgetauscht. Iran, Hisbollah und Hamas haben mehrere geheime Treffen abgehalten. Das bestätigte Ahmed Abdulhadi, Hamas-Vertreter im Libanon: „Wir haben uns als Achse des Widerstands auf höchster Ebene abgestimmt“, erzählte er „Newsweek“. Zwei Jahre lang wurde der Angriff geplant, nur die „Stunde null“ also den Moment des Losschlagens, entschied die Hamas selbst.

Das Mullah-Regime unterstützt die Hamas und die libanesische Hisbollah mit Geld, militärischem Training, Waffen, Geheimdienstinformationen. Teheran liefert Kamikaze-Drohnen, Raketen-Teile. Eingeflogen werden diese über die russische Luftwaffenbasis Latakia in Syrien. Von dort gelangen sie in den Libanon und an Israels Grenze.

Krieg gegen Israel. Iran und Hamas verfolgen ein gemeinsames Ziel: Auslöschung Israels, Vertreibung der Juden. „Jeder Tropfen Blut, der von den Palästinensern vergossen wird, bringt das zionistische Regime dem Untergang näher“, so Irans ­Präsident Ebrahim Raisi zuletzt.

Jahrelang bildete der iranische Generalmajor Qassem Soleimani die Killertruppen aus: „Er hat uns alle technologischen Fähigkeiten des Irans zur Verfügung gestellt“, so Yahya Sinwar, Hamas-Führer in Gaza. Soleimani wurde im Jänner 2020 bei einem US-Luftangriff im Irak getötet. Seine Rolle übernahm General Ismail Ghaani, der alle pro-iranischen Milizen im Nahen Osten dirigiert.

Das Ziel: Eine geschlossene Front gegen Israel. Schon jetzt haben die Mullahs im Libanon (Hisbollah), im Irak (Schiitische Milizen), im Jemen (Hu­this), Syrien sowie im Gazastreifen (Hamas) Einfluss. Mit den Hamas-Verbrechen haben sie eine „neue Ära“ im Krieg gegen Israel eingeleitet.

Hamas-Führer: Sein Luxus-Leben in Katar

Dollars. Nicht nur der Iran unterstützt die Hamas, sondern auch Katar. Das Wüstenemirat ist ­neben dem Iran der Topsponsor der Hamas. Ebenso hält Emir Tamim bin Hamad Al Thani (43) seine schützende Hand über Ismail Hanija, 61, den politischen Chef der Hamas. Obwohl Israels Auslandsgeheimdienst Mossad ihn seit Jahren jagt, muss er sich in der katarischen Hauptstadt Doha nicht verstecken.

Zuletzt traf er dort den iranischen Außenminister Hussein Amirabdollahian (Foto oben).

Im Mai 2017 wählte die Schura der Hamas, eine Art oberstes Gremium, Hanija zum neuen Vorsitzenden ihres politischen Büros. Er hat 13 Kinder, wie seine Familie lebt er nicht in Gaza, sondern pendelt zwischen einer feudalen Residenz in der Türkei und dem Wüstenemirat.

Mehrere politische und militärische Führer der Hamas wurden bereits vom israelischen Geheimdienst gezielt ­getötet. Seither verteilt die Hamas die Führungsaufgaben stets auf mehrere Personen.

Das Sagen im Gaza-Streifen hat Mohammed Deif, Chef der Kassam-Brigaden, der stärksten Killertruppe des militärischen Arms.

Quelle: oe24