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15.06.2018 – Freitag der 10. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Sel. Paul VI. (1897-1978), Papst von 1963-1978
Enzyklika Humanae vitae, 8-9 (© Copyright – Libreria Editrice Vaticana)

„Gott schuf also den Menschen als sein Abbild […] Als Mann und Frau schuf er sie“       (Gen 1,27)

Die eheliche Liebe zeigt sich uns in ihrem wahren Wesen und Adel, wenn wir sie von ihrem Quellgrund her sehen; von Gott, der „Liebe ist“ […] Weit davon entfernt, das bloße Produkt des Zufalls oder Ergebnis des blinden Ablaufs von Naturkräften zu sein, ist die Ehe in Wirklichkeit vom Schöpfergott in weiser Voraussicht so eingerichtet, daß sie in den Menschen seinen Liebesplan verwirklicht. Darum streben Mann und Frau durch ihre gegenseitige Hingabe […] nach jener personalen Gemeinschaft, in der sie sich gegenseitig vollenden, um mit Gott zusammenzuwirken bei der Weckung und Erziehung neuen menschlichen Lebens. Darüber hinaus hat für die Getauften die Ehe die hohe Würde eines sakramentalen Gnadenzeichens, und bringt darin die Verbundenheit Christi mit seiner Kirche zum Ausdruck (Eph 5,32).

In diesem Licht wird die besondere Eigenart und Forderung der ehelichen Liebe deutlich. […] An erster Stelle müssen wir sie als vollmenschliche Liebe sehen; das heißt als sinnenhaft und geistig zugleich. Sie entspringt darum nicht nur Trieb und Leidenschaft, sondern auch und vor allem einem Entscheid des freien Willens, der darauf hindrängt, in Freud und Leid des Alltags durchzuhalten, ja dadurch stärker zu werden: so werden dann die Gatten ein Herz und eine Seele und kommen gemeinsam zu ihrer menschlichen Vollendung.

Weiterhin ist es Liebe, die aufs Ganze geht; jene besondere Form personaler Freundschaft, in der die Gatten alles großherzig miteinander teilen, weder unberechtigte Vorbehalte machen noch ihren eigenen Vorteil suchen. Wer seinen Gatten wirklich liebt, liebt ihn um seiner selbst willen, nicht nur wegen dessen, was er von ihm empfängt. Und es ist seine Freude, daß er durch seine Ganzhingabe bereichern darf.

Die Liebe der Gatten ist zudem treu und ausschließlich bis zum Ende des Lebens; so wie sie Braut und Bräutigam an jenem Tag verstanden, da sie sich frei und klar bewußt durch das gegenseitige eheliche Jawort aneinander gebunden haben. […] Diese Liebe ist schließlich fruchtbar, da sie nicht ganz in der ehelichen Vereinigung aufgeht, sondern darüber hinaus fortzudauern strebt und neues Leben wecken will.

Tagesevangelium – 15.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,27-32

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

 

Hl. Pater Pio – 14.06.2018

Worte des hl. Pater Pio – 14.06.2018

Ich begrüße es, dass du dich bemühst, Seelen für Jesus zu gewinnen, indem du ihnen zeigst, wie sie Ihm gefallen können. Empfange ruhig die heilige Kommunion für die Meinung des Heiligen Vaters.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

14.06.2018 – Donnerstag der 10. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Hl. Johannes Chrysostomus (345-407), Priester in Antiochia                                                            und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer

„Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder“

Denn die Kirche ist da, nicht dass die Versammelten getrennt, sondern dass die Getrennten vereinigt sein sollen. Das bedeutet der Ausdruck: „Versammlung“. […] Wenn du also zum Liebesmahle hinzutrittst, so tue nichts, was dieses Mahles unwürdig wäre; beschäme den Bruder nicht, verachte den Hungernden nicht, berausche dich nicht, beschimpfe die Kirche nicht! Denn du trittst hinzu, Dank sagend für die Gaben, die du empfangen: darum sollst auch du Gleiches vergelten und dich von deinem Bruder nicht trennen.

Denn Christus hat es ohne Unterschied für Alle gegeben, da er sprach: „Nehmet hin, esset!“ Er gab seinen Leib gemeinschaftlich hin, und du gibst nicht einmal ein gewöhnliches Brot gemeinschaftlich dar. […] Du feierst das Andenken Christi und verschmähest die Armen? […] Du hast das Blut des Herrn getrunken und erkennst deinen Bruder dennoch nicht an. […] Und wenn du ihn auch früher nicht kanntest, so musste er doch beim Mahl bekannt werden […] Wir alle müssen in der Kirche wie in einem gemeinsamen Haus sein: wir bilden doch einen einzigen Leib. Wir haben doch nur eine Taufe, einen Altar, eine Quelle und einen Vater (vgl. Eph 4,5; 1 Kor 10,17).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 14.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 5,20-26

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe. Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

13.06.2018 – Mittwoch der 10. Woche im Jahreskreis

Kommentar zum heutigen Evangelium 
Katechismus der Katholischen Kirche §§ 577-581

Die Erfüllung des Gesetzes

In der Bergpredigt nahm Jesus im Licht der Gnade des Neuen Bundes Stellung zum Gesetz, das beim ersten Bundesschluß am Sinai von Gott gegeben worden war. Er begann mit einer feierlichen Warnung: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. […]“ (Mt 5,17-19).

Für Jesus, den Messias Israels, somit für den Größten im Himmelreich, geziemte es sich nach seinen eigenen Worten, das Gesetz in vollem Umfang, selbst die geringsten Gebote, zu erfüllen. Er ist sogar der einzige, der das vollkommen zu tun vermochte (vgl. Joh 8,46). […] Die vollkommene Erfüllung des Gesetzes konnte somit nur das Werk des göttlichen Gesetzgebers selbst sein, der in der Person des Sohnes als dem Gesetz unterstellt geboren wurde (vgl. Gal 4,4). In Jesus erscheint das Gesetz nicht mehr auf Steintafeln geritzt, sondern in das „Herz“ (Jer 31,33) des Gottesknechtes geschrieben. Dieser „bringt wirklich das Recht“ (Jes 42,3) und ist darum zum „Bund für das Volk“ (Jes 42,6) geworden. Jesus geht bei der Erfüllung des Gesetzes so weit, daß er sogar den „Fluch des Gesetzes“ (vgl. Gal 3,13) auf sich nimmt, den jeder auf sich zieht, „der sich nicht an alles hält, was zu tun das Buch des Gesetzes vorschreibt“ (vgl. Gal 3,10). Der Tod Christi hat so „die Erlösung von den im ersten Bund begangenen Übertretungen bewirkt“ (Hebr 9,15). […]

Jesus „lehrte … wie einer, der [göttliche] Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten“ (Mt 7,28-29). In ihm ist das gleiche Gotteswort, das am Sinai erklungen war, um Mose das schriftliche Gesetz zu geben, auf dem Berg der Seligpreisungen aufs neue zu vernehmen (vgl. Mt 5,1). Jesus schafft das Gesetz nicht ab, sondern erfüllt es, indem er von Gott her dessen endgültige Auslegung bietet: „Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist … Ich aber sage euch“ (Mt 5, 33-34). Mit der gleichen göttlichen Autorität stellt er gewisse „Überlieferungen der Menschen“ (vgl. Mk 7,8) – das heißt die der Pharisäer – bloß, die „Gottes Wort außer Kraft“ setzen (vgl. Mk 7,13).