Archiv der Kategorie: Allgemein

03.05.2019 – Fest der Hll. Philippus und Jakobus, Apostel

Katechismus der Katholischen Kirche §§ 858–860

„Ich glaube an die … apostolische Kirche“

Jesus ist der vom Vater Gesandte. Gleich zu Beginn seines Wirkens „rief er die zu sich, die er erwählt hatte …‚ und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten“ (Mk 3,13–14). Folglich sind sie seine „Gesandten“ [griechisch „apostoloi“]. In ihnen setzt er seine eigene Sendung fort: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21; vgl. Joh 13,20; vgl. Joh 17,18). Der Dienst der Apostel führt die Sendung Christi weiter: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf“, sagt er zu den Zwölfen (Mt 10,40; vgl. Lk 10,16). Jesus bezieht die Apostel in die vom Vater erhaltene Sendung ein. Wie der Sohn „nichts von sich aus tun“ kann (Joh 5,19.30), sondern alles vom Vater erhält, der ihn gesandt hat, so können die von Jesus Gesandten nichts tun ohne ihn (vgl. Joh 15,5), von dem sie den Missionsauftrag erhalten und die Kraft, ihn zu erfüllen. Die Apostel Christi wissen somit, dass sie von Gott bevollmächtigt sind als „Diener des neuen Bundes“ (2 Kor 3,6), „Gottes Diener“ (2 Kor 6,4), „Gesandte an Christi Statt“ (2 Kor 5,20), „Diener Christi … und Verwalter von Geheimnissen Gottes“ (1 Kor 4,1). Im Auftrag der Apostel liegt eine unübertragbare Aufgabe: erwählte Zeugen der Auferstehung des Herrn und Fundamente der Kirche zu sein. Gleichzeitig liegt darin aber auch eine übertragbare Aufgabe. Christus hat ihnen versprochen, bis zum Ende der Zeiten bei ihnen zu bleiben (vgl. Mt 28,20). Deshalb wird „jene göttliche Sendung, die von Christus den Aposteln anvertraut worden ist, … bis zum Ende der Welt dauern, da das Evangelium, das von ihnen zu überliefern ist, für alle Zeit für die Kirche Grundlage ihres ganzen Lebens ist. Deshalb haben die Apostel … für die Einsetzung von Nachfolgern Sorge getragen“ (LG 20).

Tagesevangelium – 03.05.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 14,6-14

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bittet, werde ich es tun.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 2. Mai

Hl. Athanasius – Patriarch von Alexandria und Kirchenvater

* um 295 in Alexandria in Ägypten
† 2. Mai 373 daselbst

Athanasius mit dem Beinamen „der Große“ ist einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der alten Zeit. Er wurde um 295 in Alexandrien geboren. 325 nahm er als Diakon seines Bischofs am Konzil von Nizäa teil. Gegen die arianische Irrlehre war er ein unermüdlicher Verteidi­ger der Lehre von der wahren Gottheit Christi, wie sie vom Konzil von Nizäa definiert worden war: Christus ist der Sohn Gottes, „gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“. Da auch die Staatsgewalt auf Seiten der Irrlehrer stand, musste Athanasius wiederholt aus Alexandrien fliehen: siebzehn Jahre seines Lebens verbrachte er im Exil. Seine zahlreichen Schriften dienen vor allem der Erklärung und Verteidigung des wahren Glaubens. Athanasius hat auch das berühmte Leben des heiligen Abtes Antonius geschrieben.  Er starb 373 in Alexandrien.

Die Unerschrockenen

„Er überredete, er mahnte, er griff zur Gewalt. Wenn er angegriffen wurde, verteidigte er sich. Wenn er der Stärkere war, dann erlebte sein Gegner eine böse Stunde. Es ist die Schwäche der Unerschrockenen, ihre Kraft nicht zu messen und so bisweilen das rechte Maß zu verfehlen.“

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

02.05.2019 – Donnerstag der 2. Osterwoche

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005) Papst

Gott gibt den Geist unbegrenzt

In seinem inneren Leben ist Gott Liebe (vgl. 1 Joh 4,8.16), wesenhafte Liebe, die den drei göttlichen Personen gemeinsam ist: Die personhafte Liebe aber ist der Heilige Geist als Geist des Vaters und des Sohnes. Daher „ergründet (er) die Tiefen Gottes“ (1 Kor 2,10) als ungeschaffene Liebe, die sich verschenkt. Man kann sagen, dass im Heiligen Geist das innere Leben des dreieinigen Gottes ganz zur Gabe wird, zum Austausch gegenseitiger Liebe unter den göttlichen Personen, und dass Gott durch den Heiligen Geist als Geschenk existiert. Der Heilige Geist ist der personale Ausdruck dieses gegenseitigen Sich-Schenkens, dieses Seins als Liebe (vgl. hl. Thomas von Aquin). Er ist die Liebe als Person. Er ist Geschenk als Person. Wir stehen hier vor einem unergründlichen Reichtum der Wirklichkeit und vor einer unsagbaren Vertiefung des Begriffes von Person in Gott, wie nur die göttliche Offenbarung sie uns erkennen lässt. Weil eines Wesens mit dem Vater und dem Sohn in seiner Göttlichkeit, ist der Heilige Geist zugleich Liebe und (ungeschaffenes) Geschenk, aus dem wie aus einer Quelle („fons vivus“ – lebendiger Quell) jegliche Gabe an die Geschöpfe entspringt (geschaffenes Geschenk): das Geschenk der Existenz für alle Dinge durch die Schöpfung; das Geschenk der Gnade für die Menschen durch die gesamte Heilsökonomie. Wie der Apostel Paulus schreibt: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5).

Quelle: Enzyklika „Dominum et vivificantem“  vom 18. Mai 1986 © Libreria Editrice Vaticana

Tagesevangelium – 02.05.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 3,31-36

Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Horror Missae: Der Pfarrer als Osterei

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Ostersonntag in Lecce: Pfarrer verkleidet sich als Osterei: „Wir sind Ostern. Werden wir alle zum Osterei.“

(Rom) Während auf Sri Lanka das Blut christlicher Märtyrer vergossen wurde,  betätigte sich am Ostersonntag ein Priester als Animateur seiner Pfarrgemeinde. Er verkleidete sich für die Ostermesse als Osterei.

Auf Sri Lanka waren zahlreiche Bomben explodiert. Die islamischen Attentäter verlangten unerbittlich nach Blut. In den Kirchen von Kotahena, Negombo und Batticaloa lagen noch die Leichen der getöteten Christen. Sie hatten sich versammelt, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern, das bedeutendste Ereignis für die gesamte Menschheit. Dasselbe Taten auch die Gläubigen der Pfarrei zum heiligen Bernhardin Realino in der Bischofsstadt Lecce in Süditalien.

Die Christen auf Sri Lanka erwartete der Tod durch die Bomben der islamischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Christen der Pfarrei Sankt Bernhardin Realino von Lecce erwartete ihr Pfarrer – als Osterei verkleidet.

Don Nando Capone trat in seiner Pfarrkirche als Osterei auf und forderte in seiner Predigt auch die Gläubigen dazu auf, „selbst Ostereier zu sein“:

„Wir sind Ostern. Jeder von euch soll ein österliches Ei sein, ein Zeichen neuen Lebens, eine Überraschung. Geht über jede Boshaftigkeit hinaus, das ist Auferstehung.“

Diese geistlich und theologisch so „hochstehende“ und „tiefgründige“ Deutung des Osterfestes fand im oberflächlichen Medienzirkus bereitwillige Aufnahme.

Die lokale Internetzeitung Lecce sette titelte begeistert:

„Don Nando Superstar: Die Osterpredigt macht das Internet verrückt“

Lets the show go on.

Die Predigt wurde als Video auf Facebook veröffentlicht mit dem Kommentar:

„Frohe Ostern! Großartig Don Nando! Die schönste Predigt der Welt!

Der heilige Bernhardin Realino wurde 1530 im norditalienischen Carpi geboren. Er studierte in Bologna Medizin und beiderlei Recht. Er übte in den folgenden Jahren in verschiedenen Städten Norditaliens das Amt des Bürgermeisters, Richters oder Staatsanwaltes aus. Seine juristischen Fähigkeiten machten ihn schnell zum gefragten und beruflich erfolgreichen Mann. Im Gefolge des Fürsten Francesco Fernando d’Avalos d’Aquino d’Aragona, Vizekönig im habsburgischen Sizilien, ging Bernhardin nach Neapel. Dort faßte er 1564 nach einer Marienerscheinung den Entschluß, seine Karriere aufzugeben und in den noch jungen Jesuitenorden einzutreten. 1567 zum Priester geweiht, machte ihn der heilige Francisco de Borja, der dritte Generalobere des Jesuitenordens, zum Novizenmeister in Neapel. 1574 entsandte ihn der Orden nach Apulien, um in Lecce eine Niederlassung zu gründen. Dort wirkte er als begnadeter Seelenführer und Prediger mit großer Wirkung beim Volk und förderte die moraltheologische Bildung der Diözesanpriester, aus denen er bessere Beichtväter und Prediger machte.

1610 erlitt er bei einem Sturz zwei Wunden, die nicht mehr verheilten. Vor seinem Tod 1616 wurde ihm Blut abgenommen, das sich als „Blutwunder“ bis Mitte des 19. Jahrhundert verflüssigte. Bei einer kanonischen Rekognition 1711 wurden Teile seines Körpers unverwest vorgefunden, die in einer dunkelroten Flüssigkeit schwammen, die einen wohlriechenden Duft verströmte. Dasselbe wiederholte sich bei Rekognitionen in den Jahren 1804 und 1852. Bei der Überprüfung 1985 konnte es nicht mehr festgestellt werden.

Als der heilige Robert Bellarmin vom Tod seines Mitbruders hörte sagte er:

„Ich habe noch nie eine Beschwerde über Pater Realino gehört, obwohl ich sein Provinzial war. Selbst jene, die der Gesellschaft mißgünstig waren und jede Gelegenheit nützten, um ungünstig über sie zu sprechen, machten für Realino immer eine Ausnahme. … Jeder weiß, daß er ein Heiliger ist.“

Das Grab des heiligen Bernhardin Realino

1838 wurde von Papst Gregor XVI. der heroische Tugendgrad von Pater Bernhardin Realino anerkannt. Papst Leo XIII. sprach ihn 1896 selig, nachdem zwei Wunder anerkannt worden waren, die auf seine Fürsprache zurückgeführt wurden. Nachdem zwei weitere Wunder die Anerkennung der zuständigen Kommissionen fand, erfolgte durch Papst Pius XII. 1947 seine Heiligsprechung.

Im selben Jahr ernannte derselbe Papst ihn zum Patron von Lecce. So groß war nämlich sein Ruf der Heiligkeit bereits zu Lebzeiten, daß ihn 1616 die Stadtväter von Lecce auf dem Sterbebett zweimal darum baten, Patron der Stadt zu sein, sobald er in den Himmel komme. Der Heilige habe zweimal dazu genickt.

Die sterblichen Überreste des heiligen Bernhardin Realino sind in der Jesuitenkirche von Lecce beigesetzt.

Es liegen Welten zwischen dem Ostersonntag auf Sri Lanka und dem Osterei-Auftritt von Lecce. Es liegen auch Welten zwischen dem heiligen Stadtpatron Bernhardin Realino und Don Nando Capone.

Quelle: katholisches.info Bild: Screens.

Gefeiert am 1. Mai

Hl. Josef, der Arbeiter

Den 1. Mai, der überall in der heutigen Welt als Tag der Arbeit begangen wird, hat Pius XII. zum Fest des heiligen Josef des Arbeiters bestimmt. Damit soll der heilige Josef geehrt, aber auch die Würde der menschlichen Arbeit bewusst-gemacht werden. Josef hat als Handwerker gearbeitet und für seine Familie das Brot verdient. Die Arbeit, wie sie heute von der Masse der Arbeiter getan und auch erlitten wird, ist sehr verschieden von der Arbeit in der alten Welt. Aber immer geht es darum, dass der Mensch, indem er die Kraft seines Körpers und seines Geistes einsetzt, sein eigenes Leben verwirklicht, seine Persönlichkeit entfaltet und das Leben in dieser Welt lebenswert macht. Der Christ weiß außerdem, dass er seine Arbeit von Gott her und zu Gott hin tut.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

Tagesevangelium – 01.05.2019

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes – Joh 3,16-21

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Gefeiert am 30. April

Hl. Pius V. Papst

* 17. Januar 1504 in Bosco Marengo bei Alessandria in Italien
† 1. Mai 1572 in Rom

Der große Reformpapst Pius V. (Michele Ghislieri), geb. 1504, war mit vierzehn Jahren bei den Dominikanern eingetreten, 1556 Bischof und im folgenden Jahr Kardinal geworden. Als Papst (seit 1566) setzte er sich für die Durchführung der Reformen ein, die das Konzil von Trient angeordnet hatte. Er gab die liturgischen Bücher neu heraus (Missale Romanum, 1570), ordnete Synoden und Visitationen an und bemühte sich um die sittliche und geistige Hebung von Klerus und Volk. In seine Zeit fällt der Sieg über die Türken in der Seeschlacht von Lepanto (1571). Er starb 1572, aufgebraucht durch seine strenge Lebens­weise und durch die Mühen und Sorgen seines Amtes.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria

30.04.2019 – Dienstag der 2. Osterwoche

Hl. Theresia Benedicta a Cruce, Edith Stein (1891-1942) Karmelitin, Märtyrerin

„Damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat“

Mein Herr und Gott, Du hast mich einen langen, dunklen Weg geführt, Steinig und hart. Oft wollten meine Kräfte mir versagen, fast hofft’ ich nimmer, je das Licht zu seh’n. Doch als im tiefsten Schmerz mein Herz erstarrte, da ging ein klarer, milder Stern mir auf. Er führte mich getreu – ich folgt’ ihm, zögernd erst, dann immer sich’rer. So stand ich endlich an dem Tor der Kirche. Es tat sich auf – ich bat um Einlass. Aus Deines Priesters Mund grüßt mich Dein Segenswort. Im Inneren reiht sich Stern auf Stern. Rote Blütensterne weisen mir den Weg zu Dir. Sie harren Dein zur Heil’gen Nacht. Doch Deine Güte lässt sie mir leuchten auf dem Weg zu Dir. Sie führen mich voran. Das Geheimnis, das ich im Herzen tief verbergen musste, nun darf ich laut es künden: Ich glaube – ich bekenne! Der Priester geleitet mich die Stufen zum Altar hinauf: Ich neige die Stirn – das heil’ge Wasser fließt mir übers Haupt. Ist’s möglich Herr, dass einer neu geboren wird, der schon des Lebens Mitte überschritten? Du hast’s gesagt, und mir ward’s Wirklichkeit. Eines langen Lebens Last an Schuld und Leiden fiel von mir. Aufrecht empfang’ ich den weißen Mantel, den sie mir um die Schultern legen, Der Reinheit lichtes Bild. Ich trag’ in meiner Hand die Kerze. Ihre Flamme kündet, dass in mir Dein heil’ges Leben glüht. Mein Herz ist nun zur Krippe worden, die Deiner harrt. Nicht lange! Maria, Deine und auch meine Mutter hat ihren Namen mir gegeben. Um Mitternacht legt sie ihr neugebor’nes Kind mir in das Herz. O keines Menschen Herz vermag’s zu fassen, was denen Du bereitet, die Dich lieben. Nun hab’ ich Dich und lass Dich nimmermehr. Wo immer meines Lebens Straße geht, bist Du bei mir, nichts kann von Deiner Liebe je mich scheiden.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Alexandria