Ein nackter Mann sprang am 1. Juni auf den Hochaltar des Petersdoms.
Auf seinem Rücken trug er eine Inschrift, die Zelenskis Seite im Krieg in der Ukraine unterstützt.
SilereNonPosum.it kommentiert, dass dies das Ergebnis des schlechten Managements von Kardinal Gambetti, dem Erzpriester von St. Peter, ist, der die Basilika ohne Sicherheitspersonal ließ, während er seinen persönlichen Freunden hoch bezahlte Bürojobs verschaffte.
Der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew hat Vertreter der britischen Regierung zu legitimen Zielen im Angriffskrieg gegen die Ukraine erklärt.
Großbritannien unterstütze die Ukraine militärisch mit Ausrüstung und Spezialisten und führe so einen „unerklärten Krieg“ gegen Russland, schrieb der heutige Vizechef des nationalen Sicherheitsrates bei Twitter.
„Da das der Fall ist, können alle seine öffentlichen Vertreter (sowohl militärische als auch zivile, die den Krieg unterstützen) als legitime militärische Ziele betrachtet werden“, hieß es. Medwedew reagierte auf Äußerungen des britischen Außenministers James Cleverly, der zuvor erklärt hatte, die Ukraine habe das Recht, über ihre eigenen Grenzen hinaus Gewalt einzusetzen.
Medwedew galt bei seiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2008 als relativ liberaler Vertreter der russischen Politik. Seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine profiliert er sich als Hardliner. Mehrfach drohte er auch mit dem Einsatz von Atomwaffen.
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Papst Franziskus schickt Erzbischof Gänswein „ohne neue Aufgabe“ nach Deutschland
Papst Franziskus hat laut einem Bericht der Zeitung „Welt“ angeordnet, Erzbischof Georg Gänswein müsse bis Ende Juni nach Deutschland zurückkehren.
Der langjährige Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. werde „ohne neue Aufgabe fortgeschickt“, so die „Welt“ am Freitag.
Der Artikel in der Welt spricht von „Abrechnung“, „Demütigung“ und „Degradierung“. Der Pontifex habe Gänswein seine Entscheidung im Rahmen einer Privataudienz am 19. Mai mitgeteilt.
Papst Franziskus habe dabei „auf die Gepflogenheit hingewiesen, dass die ehemaligen Privatsekretäre verstorbener Päpste nicht in Rom blieben“.
Die Zeitung beruft sich auf Quellen in Rom — eine offizielle Bestätigung steht bislang aus. Spekulationen über die Zukunft des im Schwarzwald geborenen deutschen Geistlichen kursieren seit Monaten. Medien hatten im März gemeldet, Gänswein werde nach Costa Rica gehen — bis CNA Deutsch über die Fragwürdigkeit der Nachricht berichtete.
Wenig später, im April, hatte der Papst in einem Gespräch mit der argentinischen Zeitung La Nación gesagt, Gänswein könne selbst bestimmen, „ob er in Italien bleibt oder nach Deutschland zurückkehrt“.
So oder so werde Gänswein „außerhalb der Vatikanmauern bleiben müssen“, hieß es in dem Artikel, der auf einem Interview mit Papst Franziskus basierte. Im Zusammenhang mit Gänswein wurde der Pontifex indes nicht direkt zitiert.
Verhältnis von Gänswein und Franziskus
Offiziell ist der 66 Jahre alte Gänswein offenbar weiterhin Präfekt des Päpstlichen Hauses und damit eigentlich für die nicht-liturgischen Veranstaltungen mit dem Papst verantwortlich. Seit Anfang 2020 ist er jedoch „beurlaubt“, so die offizielle Sprachregelung des Vatikans.
Der 2013 zum Bischof geweihte Gänswein schreibt in seinen Erinnerungen mit dem Titel „Nichts als die Wahrheit“, Papst Franziskus habe ihm Ende Januar 2020 nach einer Reihe von Problemen im Zuge einer Buchveröffentlichung von Papst Benedikt und Kardinal Robert Sarah zum Zölibat gesagt: „Sie bleiben von jetzt an zu Hause. Sie begleiten Benedikt, der Sie braucht, und schirmen ihn ab.“
Der Erzbischof erwiderte damals, er könne die Entscheidung nicht verstehen, nehme sie aber „im Gehorsam“ an. Darauf habe der Pontifex geantwortet: „Das haben Sie gut gesagt. Ich weiß das, denn nach meiner persönlichen Erfahrung ist es eine gute Sache, etwas ‚gehorsam zu akzeptieren‘.“
Als erste Beobachter feststellten, dass Gänswein nicht mehr als Präfekt des Päpstlichen Hauses an verschiedenen Veranstaltungen des Papstes teilnahm, fragte er diesen, ob er wieder normal arbeiten könne. In schriftlicher Form erklärte Franziskus: „Lieber Bruder, vielen Dank für Ihren Brief. Für den Moment glaube ich, dass es besser ist, den Status quo aufrechtzuerhalten. Ich danke Ihnen für alles, was Sie für Papst Benedikt tun: Es soll ihm an nichts fehlen. Ich bete für Sie, tun Sie dies bitte auch für mich. Der Herr möge Sie segnen und die Gottesmutter Sie behüten. Brüderlich, Franziskus.“
Da sich die Situation so nicht klärte, fragte auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. schriftlich bei Papst Franziskus an, ob er „mit einem väterlichen Gespräch“ für Klarheit bei Gänswein sorgen könne. Der Privatsekretär schreibt in „Nichts als die Wahrheit“: „Ein paar Tage später bestellte mich der Papst zu einem Treffen nach Santa Marta, bei dem er mir bestätigte, dass sich nichts ändern würde. Keine weitere Reaktion zeitigte hingegen das neuerliche Gesuch des emeritierten Papstes am Ende seines Briefes vom 17. Februar: ‚Ich bitte Sie noch einmal demütig um ein Wort zu Erzbischof Gänswein.‘“
Etwa ein halbes Jahr später erklärte Gänswein in einem weiteren Gespräch, er habe seine Beurlaubung als Strafe aufgefasst, worauf Papst Franziskus betonte, so habe er es nicht gemeint. Dass die mediale Öffentlichkeit dies so interpretiere, sei kein Problem, sagte der Papst: „Es gibt viele, die gegen Sie und gegen mich schreiben, aber sie verdienen keine Beachtung.“ Danach habe Franziskus „einmal mehr von einigen seiner mühseligen Erfahrungen in Argentinien“ erzählt und gesagt, „es habe ihn jedes Mal reifen lassen, wenn man ihm Hindernisse in den Weg gelegt hätte“.
Pfarrer Kenneth Bae war zwei Jahre lang in Nordkorea inhaftiert und wurde gefoltert. Nirgendwo werden Christen so sehr drangsaliert wie dort. Er berichtet über die Staatsdoktrin, die Zeit der Haft und die Folgen.
15 Jahre Arbeitslager laute das Urteil: Zehn Stunden am Tag, sechs Tage die Woche musste Kenneth Bae Feldarbeit verrichten. Nachts durfte er nicht liegen, sondern musste sitzend ausruhen, während Wärter ihm mit Lampen ins Gesicht leuchteten und ihn am Schlaf hinderten. Bae war der erste Amerikaner, der in ein Nordkoreanisches Arbeitslager geschickt wurde. Am Ende war er 735 Tage in Haft, bevor er freikam.
Kenneth Bae wurde 1968 in Südkorea geboren, seine Familie wanderte 1985 in die USA aus, wo er die Universität in Oregon und das Covenant Seminary in St. Louis besuchte, bevor er 2006 als Missionar nach China ging. „Ich arbeitete in der Stadt Dandong, nahe der nordkoreanischen Grenzen“, erzählt er. Dort begegnete er erstmals geflüchteten Christen aus Nordkorea. „Ich fragte sie, was sie brauchen und sie antworteten mir: „Bete für die Menschen in Nordkorea!“
Glaube wird bestraft
Das Land belegt regelmäßig Platz 1 im Weltverfolgungsindex des internationalen Hilfswerkes „Open Doors“. Schätzungen zufolge leben heute noch etwa 15.000 Christen in Nordkorea. Gottesdienste, öffentliche Gebete und der Besitz von Bibeln werden als politisches Verbrechen geahndet. „Viele Menschen haben noch niemals von Jesus gehört. Der Glaube wurde ausradiert und durch die Juche-Ideologie ersetzt“, erklärt Bae. „Man kann sagen, dass Juche die Religion Nordkoreas ist. In ihr gibt es zwar keinen Gott, aber die verstorbenen Herrscher werden wie Heilige verehrt.“ Die Ideologie wurde von Staatsgründer Kim Il-sung entworfen: Demnach gibt es keinen Gott, der Führer steht über allem. Die Juche bestimmt das Leben des Landes, mit ihr entstand auch der Personenkult um ihn und seinen Sohn Kim Jong-il.
Ehemaliges Zentrum der Christen in Asien
Pfarrer Kenneth Bae begann, von China aus Gebetsinitiativen zu organisieren. Im Jahr 2010 durfte er erstmals auf Einladung eines befreundeten Missionars und mit offizieller Erlaubnis der nordkoreanischen Behörden einreisen. „Man dachte, dass ich vielleicht Investoren oder Touristen nach Nordkorea bringen würden, die dem Land Geld bringen“, erklärt Bae. Von da an reiste er regelmäßig nach Nordkorea und führte als Beter christliche Besuchergruppen durch das Land.
Vor dem Korea-Krieg galt Pjöngjang als das „Jerusalem des Fernen Ostens“. Doch heute sind fast alle der ehemals rund 3600 Kirchen zerstört, Christen sind außer Landes geflohen, kirchliche Aktivitäten sind illegal, mit Ausnahme offiziell genehmigter Veranstaltungen. „Es gibt noch drei oder vier Propaganda-Kirchen in Pjöngjang, die unter dem Einfluss der Regierung stehen und von Touristen besucht werden können, als „Beweis“ für die Religionsfreiheit, die im Land angeblich gilt“, erzählt Bae.
Kim kopiert die Bibel
Doch warum fürchte das Regime andere Religionen und insbesondere das Christentum so sehr? „Für sie ist die christliche Botschaft ein Virus, das sich nicht verbreiten darf, weil es die Nordkoreaner von ihrem Glauben an den politischen Führer abbringen könnte“, sagt Bae. „Und weil dann rauskommen würde, dass Kim vieles aus der Bibel kopiert hat.“ So habe die Juche etwa ihre eigenen Zehn Gebote, erzählt er, und die besagten beispielsweise, dass niemand anderes angebetet werden darf, als Kim Il-sung und seine Nachfolger. „Das ist ein bisschen lächerlich“, fügt er hinzu.
Im Jahr 2012 wurde Kenneth Bae bei einer seiner Touren nach Nordkorea verhaftet. Auf der Festplatte seines Computers fand die Geheimpolizei bei der Einreise einen westlichen Dokumentarfilm über Nordkorea und wertete das als einen Frontalangriff auf den nordkoreanischen Staat. Trotz weltweiter diplomatischer Bemühungen wurde Bae zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt, als erster Amerikaner überhaupt. „Ich wusste, dass es nicht um mich ging, sondern darum, die USA zu treffen“, erzählt er.
Trost durch Gott
Die Haftbedingungen erinnert er bis heute als qualvoll, die Arbeit war hart, Bae erkrankte und verlor über 30 Kilo. Trost fand er in dieser Zeit bei Gott: „Ich fragte ihn, wie lange ich im Lager bleiben würde und er sagte mir, dass dies nicht ohne Grund geschehe und dass er bei mir bleiben würde“, erinnert sich der Pfarrer. „Das war ein Versprechen und ich lernte, ihm zu vertrauen. Es gab ja auch niemand anderen, dem ich vertrauen konnte.“
Am Ende seien sogar einzelne Wächter zu ihm gekommen, um mit ihm über ihren Glauben zu sprechen und von Gott zu erfahren, erzählt er. Heimlich, wenn sie alleine waren, denn das durfte niemand erfahren. „Da erkannte ich meine Bestimmung, offenbar hat Gott andere Pläne mit mir“, sagt er und lächelt.
Die US-Regierung unternahm zahlreiche Versuche, ihn herauszuholen, doch immer wieder scheiterten die Vermittlungen. Erst am 8. November 2014 – nach insgesamt 735 Tagen Haft und zähem diplomatischen Ringen – wurde er freigelassen. „Danach wusste ich was ich zu tun hatte“, sagte er: „In Nordkorea sind so viele Menschen unfrei. Gott hatte meine Gebete erhört und heute weiß ich, dass wir für sie beten müssen, so wie die Menschen weltweit für mich gebetet haben!“
Christen in Nordkorea nicht vergessen
Darüber hat er ein Buch geschrieben: „Not forgotten“, heißt es; auf das Schicksal der Christen in Nordkorea aufmerksam zu machen, ist seither seine Mission. Er hat vor dem US-Kongress, dem Senat und der UN in Genf gesprochen. Und er gründete die „Nehemiah Global Initiative“, die sich um nordkoreanische Flüchtlinge kümmert.
„Ich bin keine bedeutende Person“, sagt er. „Aber mein Beispiel zeigt, dass Gott auch mit kleinen Menschen Großes vollbringen kann. Ich überbringe nur eine Botschaft. Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen, um diese Aufgabe zu erfüllen. Und ich träume davon, dass die Menschen in Nordkorea irgendwann frei sein können!“
Bischof Steve Lowe von Auckland zelebriert „Snickers Messe“
Der Vorsitzende Bischof von Neuseeland, Steve Lowe von Auckland, trug während einer Novus Ordo Eucharistie am 19. Mai in seiner Kathedrale ein palliumähnliches Lei aus Snickers-Riegeln (sic). Leis sind traditionelle Girlanden, die aus Blumen oder Muscheln hergestellt werden. Der Anlass war eine Eucharistie für das Liston College, eine katholische Schule für Jungen zwischen 12 und 18 Jahren. Einige von ihnen wurden während der Snickers-Show getauft und gefirmt. Zumindest konnte Lowe den Jungen sehr gut vermitteln, dass der Novus Ordo ein schlechter Scherz ist.
Schwester Wilhelmina Lancaster OSB Benedictines of Mary
Wer war Schwester Wilhelmina, deren unverweste Leiche in den USA exhumiert wurde?
Als die Benedictines of Mary, Queen of Apostles (Benediktinerinnen von Maria, Königin der Apostel), am 18. Mai den Leichnam ihrer Gründerin, Schwester Wilhelmina Lancaster OSB, exhumierten, fanden sie etwas Unerwartetes: Vier Jahre nach ihrem Tod und ihrer Bestattung in einem einfachen Holzsarg war ihr Körper bemerkenswert gut erhalten.
Die Nachricht über den ungewöhnlichen Zustand der sterblichen Überreste der afroamerikanischen Gründerin der kontemplativen Ordensgemeinschaft verbreitete sich schnell in den sozialen Medien und zog Hunderte von Pilgern in das Kloster im ländlichen Missouri.
Die Frage, ob eine wissenschaftliche Untersuchung der sterblichen Überreste stattfinden wird, ist noch nicht geklärt. In der Zwischenzeit wollen viele Menschen mehr über diese Frau erfahren, die im Alter von 70 Jahren die Schwesterngemeinschaft gründete, die vor allem für ihre gregorianischen Gesänge und ihre klassischen katholischen Hymnen bekannt ist.
Eine Vision von Jesus bei ihrer Erstkommunion
Als zweites von fünf Kindern katholischer Eltern, das am Palmsonntag, dem 13. April 1924, in St. Louis geboren wurden, wuchs Mary Elizabeth Lancaster (sie nahm den Namen Wilhelmina an, als sie ihr Gelübde ablegte) in einem zutiefst frommen Elternhaus auf.
Nach Angaben der jetzigen Äbtissin, Mutter Cecilia Snell OSB, und einer von ihrer Gemeinschaft veröffentlichten Biografie hatte die künftige Schwester Wilhelmina bei ihrer Erstkommunion im Alter von neun Jahren eine mystische Erfahrung, bei der Jesus sie einlud, die Seine zu sein.
„Sie sah etwas von ihm bei ihrer Erstkommunion. Vielleicht nicht sehr deutlich, aber sie sah, dass er so gut aussah“, sagte die Äbtissin.
„Er sagte: ‚Willst du mein sein?‘“
„Und sie sagte: ‚Er ist so gut aussehend, wie könnte ich da nein sagen?‘“
Nach diesem Erlebnis fragte ihr Pfarrer sie im Alter von 13 Jahren, ob sie jemals daran gedacht habe, Schwester zu werden. Obwohl sie das noch nicht getan hatte, war sie schnell von der Idee angetan, schrieb an die Oblatinnen der Vorsehung in Baltimore und bat um die Erlaubnis, beitreten zu dürfen, „aber sie war noch zu jung, [also] musste sie noch ein wenig warten“.
Der Auszug aus dem Brief offenbart eine verblüffende Geradlinigkeit und dauerhafte Treue, wenn man bedenkt, dass sie erst nach 75 Jahren im Ordensgelübde sterben sollte.
„Liebe Mutter Oberin“, heißt es da. „Ich bin ein Mädchen, 13 Jahre alt, und ich möchte gerne Nonne werden. Ich plane, so bald wie möglich in Ihr Kloster zu kommen. Nächsten Monat werde ich die Grundschule abschließen. Ich möchte wissen, ob man etwas ins Kloster mitbringen muss und was man mitbringen muss. Ich hoffe, ich belästige Sie nicht, aber ich möchte unbedingt Nonne werden (natürlich bin ich katholisch). Gott segne Sie und alle, die Ihnen unterstellt sind. Hochachtungsvoll, Mary Elizabeth Lancaster.“
Eine katholische Erziehung und lebenslange Berufung
Als Mary Elizabeth Lancaster in der Zeit der Rassentrennung aufwuchs, wurde sie auf dem Heimweg von der Schule durch ein weißes Viertel mit dem Spitznamen „Schokoladendrops“ verspottet. Obwohl sie auch als einzige Katholikin unter Baptisten und Methodisten verspottet wurde, weigerte sie sich, sich über diese Behandlung zu ärgern.
Als die örtliche katholische High School unter den Christlichen Brüdern segregiert wurde und ihr die öffentliche Schule als einzige Option erschien, unternahmen ihre Eltern große Anstrengungen, um sicherzustellen, dass ihre Tochter und ihre Schulkameraden ihre katholische Ausbildung fortsetzen konnten.
Wie Schwester Wilhelmina in ihrer Biografie berichtet, machten sich ihre „Eltern, die nicht wollten, dass ich auf die öffentliche High School gehe, an die Arbeit und gründeten die St. Joseph‘s Catholic High School for Negroes, die so lange bestand, bis Erzbischof Ritter die Rassentrennung in der Diözese aufhob“.
Sie schloss die Schule, die ihre Eltern mitbegründet hatten, ab und wurde Abschiedsrednerin. Dann trat sie den Oblatinnen der Vorsehung bei, einem von nur zwei Orden für schwarze oder hispanische Frauen. Sie blieb 50 Jahre lang bei diesen Schwestern und legte ihre Gelübde ab.
Der Habit und die überlieferte lateinische Messe
Während ihrer 50 Jahre im Ordensleben erlebte Schwester Wilhelmina die Veränderungen, die das Zweite Vatikanische Konzil mit sich brachte, und bemühte sich, den Habit zu bewahren, indem sie sich sogar einen eigenen anfertigte, als die Schwestern die Produktion einstellten.
„Sie verbrachte so viele Jahre damit, für den Habit zu kämpfen“, sagte Mutter Cecilia, die erklärte, Schwester Wilhelmina habe die Idee ernstgenommen, dass der Habit die Trägerin als Braut Christi kennzeichnet.
Laut ihrer Biografie fertigte sie sich selbst einen Habit an, indem sie Teile der Kopfbedeckung aus einer Plastikbleichmittelflasche herstellte, als ihre Schwestern ihre nicht mehr trugen.
Wie die Internetseite Catholic Key berichtete, rettete ihr selbstgemachter Habit möglicherweise ihr Leben, als sie als Lehrerin in Baltimore arbeitete und der steife, hochgeschlossene Kragen, der als Guimpe bekannt ist, das Messer eines verärgerten Schülers abwehrte.
In ihrer Biografie wird erzählt, dass eine Schwester, die ihr auf dem Flur begegnete, auf die traditionelle Kopfbedeckung zeigte und fragte: „Willst du das immer tragen?“
„Ja!“, antwortete Schwester Wilhelmina, die dabei auf ihren starken Willen verwies.
Nachdem sie jahrelang versucht hatte, ihren Orden dazu zu bringen, zum Habit zurückzukehren, hörte sie zufällig von der Priesterbruderschaft St. Petrus, die eine Gruppe von Schwestern gründete, und sie hatte die lateinische Messe wiederentdeckt und verliebte sich in sie, sagte Mutter Cecilia.
„Und eines Tages packte sie ihre Koffer – sie war 70 Jahre alt – und machte sich auf den Weg, um diese Gemeinschaft zu gründen – ein kompletter Glaubenssprung.“
1995 wurde die Gemeinschaft mit Hilfe eines Mitglieds der Priesterbruderschaft St. Peter gegründet. Im Laufe der Zeit sollte sie ein kontemplativeres und deutlich marianisches Charisma annehmen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Gebet für die Priester.
In ihrem Entwurf für eine neue Gemeinschaft sagte Wilhelmina, sie wolle zur ordnungsgemäßen Observanz zurückkehren – etwas, das sie während des Generalkapitels der Oblatinnen der Vorsehung beantragt hatte. „Das Tragen eines einheitlichen Habits, die Übergabe aller Gelder an eine gemeinsame Kasse, der Gehorsam gegenüber der rechtmäßigen Autorität in allen Bereichen, die Bewahrung der Klausur und der Zeiten und Orte der Stille und das gemeinsame Leben“, schrieb sie.
Kurz gesagt, in ihrer neuen Gemeinschaft stellte sie sich eine Rückkehr zur normalen Disziplin des Ordenslebens vor.
Die neue Gemeinschaft, die in Scranton, Pennsylvania, gegründet wurde, folgte der Regel des heiligen Benedikt und sang das traditionelle Offizium in Latein. Im Jahr 2006 nahm die Gemeinschaft eine Einladung von Bischof Robert W. Finn an, in seine Diözese Kansas City-St. Joseph in Missouri zu wechseln.
Im Jahr 2018 wurde ihre Abtei, Our Lady of Ephesus (Unsere Liebe Frau von Ephesus), geweiht – mit Mutter Cecilia als erster Äbtissin und Schwester Wilhelmina unter ihrer Leitung. Im Jahr 2019 verließen sieben Schwestern die Abtei und gründeten das erste Tochterhaus des Ordens, die Monastery of St. Joseph in Ava, Missouri.
Heute führen die Schwestern weiterhin ein Leben in Stille und Kontemplation und folgen der Regel des heiligen Benedikt. Sie feiern die sogenannte außerordentliche Form der Messe und verwenden das monastische Offizium von 1962 mit seinen traditionellen gregorianischen Gesängen in Latein.
Verehrung der Gottesmutter
Schwester Wilhelmina wird für ihre Liebe zur Gottesmutter in Erinnerung bleiben, selbst in den letzten Jahren ihres Lebens, als sie an einer schwachen Gesundheit litt.
Regina Trout, eine ehemalige Postulantin, die sich um Schwester Wilhelmina kümmerte und heute verheiratet ist, Kinder hat und Biologie an der Purdue University Fort-Wayne lehrt, erinnerte sich, dass sie sichtlich bewegt war.
„Wann immer man mit ihr über die Muttergottes sprach, konnte man diesen Funken sehen. Sie liebte die Gottesmutter so sehr, und das kam so stark rüber“, sagte sie.
Die letzten bewussten Worte von Schwester Wilhemina – „O Maria“, gesungen zwei Tage vor ihrem Tod als Teil der Hymne „O Sanctissima“ – spiegelten ihre tiefe marianische Frömmigkeit wider sowie das Charisma der auch in den Charts erfolgreichen Musik, die Gott verherrlicht und für die die Benedictines of Mary bekannt sind.
„Sie liebte unsere Gottesmutter“, sagte Mutter Cecilia. „Das ist es, was sie jedem sagen würde, der hierher kommt. Betet den Rosenkranz. Vergesst nicht, den Rosenkranz zu beten. Liebt die Heilige Mutter. Sie liebt euch.“
„Ihr Tod war wunderschön“, sagte die Äbtissin der ACI-Gruppe von EWTN. „Gott hat alles arrangiert.“
„Wir sangen ‚Jesus, mein Herr, mein Gott, mein Alles‘. Als wir zum Rest des Liedes kamen – ‚Hätte ich nur Marias sündloses Herz, mit dem ich Dich lieben könnte, o welche Freude‘ – öffnete sie ihre Augen und sah auf.“
„Ich meine, sie war komatös gewesen. Wir wissen, dass sie uns hören konnte, aber sie war ein paar Tage lang überhaupt nicht ansprechbar. Und dann schaute sie einfach auf mit diesem Gesicht voller Liebe.“
Für die Äbtissin schien es, als sei sie „in diesen Momenten bereits im Himmel“.