Das Herz Jesu wird herrschen

Bereits im Mittelalter findet sich eine ausgeprägte Herz-Jesu-Verehrung bei Anselm von Canterbury, Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus, Franz von Assisi (Vision von San Damiano) und Bonaventura. Die erste Votivmesse vom heiligsten Herzen Jesu feierte der Hl. Johannes Eudes (er wird „Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“ genannt)  im Jahr 1672.

Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung ist vor allem den Jesuiten zu verdanken, die sich ausgehend von Margareta Maria Alacoque und deren Beichtvater Claude de la Colombière SJ dieser Frömmigkeitsform annahmen. Die Jesuiten verbreiteten die Herz-Jesu-Verehrung besonders durch von ihnen geleitete Volksmissionen.

Am dritten Freitag nach Pfingsten, dem Freitag nach der früheren Oktav von Fronleichnam ist das Hochfest Heiligstes Herz Jesu, das Papst Pius IX. 1856 für die ganze Kirche einführte. Außerdem ist der erste Freitag jedes Monats Herz-Jesu-Freitag. Er ist ein bevorzugter Tag für die Spendung der Krankenkommunion und die Aussetzung des Allerheiligsten mit Spendung des sakramentalen Segens. Das Messbuch enthält neben den Festmessen Votivmessen zum Heiligsten Herzen Jesu.

1899 weihte Papst Leo XIII. die ganze Welt dem Herzen Jesu und gab in der Enzyklika Annum Sacrum seine Beweggründe dafür an. 1928 veröffentlichte Papst Pius XI. seine Enzyklika Miserentissimus redemptor und schrieb „über die Wiedergutmachung gegenüber dem Heiligsten Herzen Jesu“. Zur Hundertjahrfeier der Einführung des Gedenktages (1856) veröffentlichte Papst Pius XII. am 13. Mai 1956 die Enzyklika Haurietis aquas („Ihr werdet Wasser schöpfen“).

Durch Papst Johannes Paul II. wurde der kirchliche Akzent verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes gesetzt. Im Katechismus der Katholischen Kirche wird die Herz-Jesu-Verehrung auf christozentrischem Fundament zusammengefasst und neu empfohlen. Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Enzyklika Deus Caritas est ausdrücklich auf das durchbohrte Herz Jesu Bezug genommen und zu einer Erneuerung der Herz-Jesu-Frömmigkeit im Herz-Jesu-Monat Juni aufgerufen.

Für eine ganze Reihe von Ordensgemeinschaften ist die Herz-Jesu-Verehrung ein zentrales Element ihrer Spiritualität (Comboni Missionare vom Herzen Jesu, die Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester, die Kongregation der Herz-Jesu-Franziskaner, die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes, und viele mehr). So wirken beispielsweise die Herz-Jesu-Missionare in über 50 Ländern auf allen Kontinenten. Ihre zentrale Leitung, das Generalat, ist in Rom, der Gründungsort ist Issoudun bei Bourges in Frankreich, ein bekannter Wallfahrtsort und weltweites Fortbildungszentrum der MSC.

Die Herz-Jesu-Missionare der süddeutsch-österreichischen Provinz mit ihrem Zentrum in Salzburg führen Schulen, Heime, Internate, Häuser der Besinnung, Pfarreien und arbeiten in der Mission im Kongo und in Brasilien. Ein besonders renommiertes Haus der Herz-Jesu-Missionare ist das Internat Heiliges Kreuz in Donauwörth, das zusammen mit seiner Knabenrealschule jedes Schuljahr Schüler aus ganz Deutschland anlockt.

Quelle: Archiv der Kongregation der Herz Jesu Franziskaner

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