Archiv des Autors: admin

25.06.2018 – Montag der 12. Woche im Jahreskreis

Benedikt XVI.

Papst von 2005-2013

Enzyklika «Caritas in veritate» über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit, §§ 1-5 (© Libreria Editrice Vaticana)

«Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!»

Die Liebe – »caritas« – ist eine außerordentliche Kraft, welche die Menschen drängt, sich mutig und großherzig auf dem Gebiet der Gerechtigkeit und des Friedens einzusetzen. Es ist eine Kraft, die ihren Ursprung in Gott hat, der die ewige Liebe und die absolute Wahrheit ist. Jeder findet sein Glück, indem er in den Plan einwilligt, den Gott für ihn hat, um ihn vollkommen zu verwirklichen: In diesem Plan findet er nämlich seine Wahrheit, und indem er dieser Wahrheit zustimmt, wird er frei (vgl. Joh 8, 32). […] Caritas ist empfangene und geschenkte Liebe. Sie ist »Gnade« (cháris). Ihre Quelle ist die ursprüngliche Liebe des Vaters zum Sohn im Heiligen Geist. Sie ist Liebe, die vom Sohn her zu uns herabfließt. Sie ist schöpferische Liebe, aus der wir unser Sein haben; sie ist erlösende Liebe, durch die wir wiedergeboren sind. Sie ist von Christus offenbarte und verwirklichte Liebe (vgl. Joh 13, 1), »ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist« (Röm 5, 5). Als Empfänger der Liebe Gottes sind die Menschen eingesetzt, Träger der Nächstenliebe zu sein, und dazu berufen, selbst Werkzeuge der Gnade zu werden, um die Liebe Gottes zu verbreiten und Netze der Nächstenliebe zu knüpfen. Auf diese Dynamik der empfangenen und geschenkten Liebe geht die Soziallehre der Kirche ein. Sie ist […] Verkündigung der Wahrheit der Liebe Christi in der Gesellschaft. Diese Lehre ist Dienst der Liebe, aber in der Wahrheit. […] Für die Entwicklung, den gesellschaftlichen Wohlstand und eine angemessene Lösung der schweren sozioökonomischen Probleme, welche die Menschheit plagen, ist diese Wahrheit notwendig. Und noch notwendiger dafür ist, dass diese Wahrheit geliebt und bezeugt wird. Ohne Wahrheit, ohne Vertrauen und Liebe gegenüber dem Wahren gibt es kein Gewissen und keine soziale Verantwortung: Das soziale Handeln wird ein Spiel privater Interessen und Logiken der Macht, mit zersetzenden Folgen für die Gesellschaft, um so mehr in einer Gesellschaft auf dem Weg zur Globalisierung und in schwierigen Situationen wie der augenblicklichen.

Tagesevangelium – 25.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 7,1-5

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Hl. Pater Pio – 24.06.2018

Worte des hl. Pater Pio – 24.06.2018

Jesus allein kann begreifen, welche Pein es für mich bedeutet, wenn ich die qualvolle Szene des Kalvarienberges vor mir sehe. Genauso schwer zu verstehen ist es, welchen Trost es für Jesus bedeutet, wenn man wegen Seiner Schmerzen nicht nur Mitleid mit Ihm verspürt, sondern wenn Er eine Seele findet, die aus Liebe zu Ihm nicht für sich selbst um Hilfe bittet, sondern darum, Seine Schmerzen mit Ihm teilen zu können.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

24.06.2018 – Fest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Hl. Maximus von Turin (?-um 420) Bischof

„Er muss wachsen, ich aber geringer werden“

Johannes der Täufer kann zu Recht von unserem Herrn und Erlöser sagen: „Er muss wachsen, ich aber geringer werden“ (Joh 3,30). Diese Beteuerung wird im Augenblick Wirklichkeit, als Christus geboren wird: Jetzt nehmen die Tage zu; mit der Geburt des Johannes nehmen sie ab […] Als der Retter erscheint, nimmt der Tag offensichtlich zu; er wird kleiner mit der Geburt des letzten Propheten, denn es steht geschrieben: „Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes“ (Lk 16,16). Die Befolgung des Gesetzes geht unabwendbar unter, sobald die Gnade des Evangeliums aufstrahlt; der Prophetie des Alten Bundes folgt die Herrlichkeit des Neuen […] Der Evangelist sagt über den Herrn Jesus Christus: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1,9) […] Als die Länge der Nacht fast den ganzen Tag verhüllte, verbreitete die Ankunft des Herrn plötzlich all ihren Glanz. Seine Geburt vertrieb das Dunkel der Sünde der Menschheit, seine Ankunft machte der Nacht ein Ende und brachte den Menschen den lichten Tag […] Der Herr vergleicht Johannes mit einer Lampe: „Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet“ (Joh 5,35). Das Licht der Lampe verblasst, wenn die Sonne strahlt; die Flamme verliert an Kraft, wenn ein helleres Licht sie überstrahlt. Welcher vernünftige Mensch bedient sich bei vollem Sonnenlicht einer Lampe? […] Wer käme noch, die Bußtaufe des Johannes zu empfangen (Mk 1,4), wenn die Taufe Jesu doch die Rettung bringt?

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

 

Tagesevangelium – 24.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,57-66.80

Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war. Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Hl. Pater Pio – 23.06.2018

Worte des hl. Pater Pio – 23.06.2018

Wenn es dir nicht möglich ist, viel Zeit im Gebet oder bei der Lektüre zu verbringen, so sei darüber nicht betrübt. Solange du jeden Morgen Jesus im Sakrament empfangen kannst, darfst du dich glücklich schätzen. Wenn dir aber im Laufe des Tages nichts anderes erlaubt ist, dann rufe Jesus auch inmitten all deiner Tätigkeiten an, mit sehnsüchtigem Herzen, und Er wird kommen und immer mit deiner Seele vereint bleiben durch Seine Gnade und Seine heilige Liebe. Fliege im Geiste zum Tabernakel, wenn du nicht mit deinem Körper dorthin gehen kannst, schütte dort dein Herz vor Ihm aus und sprich zu Ihm, bete zu Ihm und umarme den Geliebten der Seelen, mehr noch, als wenn du Ihn im Sakrament empfangen könntest.

Quelle: Worte des hl. P. Pio, CFM.SCJ Archiv Kairo

23.06.2018 – Samstag der 11. Woche im Jahreskreis

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer

Wie schön sind deine Werke, Herr!

Die Schönheit der Dinge, mit der Vielfalt des Lichts, mit Gestalt und Farben wie die der Himmelskörper, der Mineralien, Steine und Metalle, der Pflanzen und Tiere: sie lassen die Eigenschaften Gottes klar hervortreten. […] Die Ordnung der Dinge, die sich im Schöpfungsbericht erkennen lässt, […] lässt uns die Vorrangstellung, Erhabenheit und Würde des höchsten Seinsgrundes in seiner unendlichen Macht offenbar werden. […] Die Ordnung der Dinge nimmt uns an der Hand und führt uns in aller Deutlichkeit zu dem Ersten und Höchsten, der souverän, allmächtig, vollkommen, weise und gut ist. Wen so viel geschaffenes Licht nicht erleuchtet, der ist blind. Wen so viele Rufe nicht wecken, der ist taub. Wen all diese Werke nicht Gott loben lassen, ist stumm. Wen so viele Zeichen nicht geradezu nötigen, das oberste Sein anzuerkennen, der ist dumm. Mach die Augen auf, höre auf deine Seele, löse deine Lippen, bemühe dein Herz; damit du in allen Geschöpfen deinen Gott sehen, hören, loben, lieben, ehren mögest, ihn rühmst und ihm die Ehre erweist, damit sich nicht der ganze Erdkreis gegen dich erhebt. Denn für diese Vergessenheit „wird der Erdkreis wider die Unsinnigen streiten“ (Weish 5,21 (Vulg.)), wohingegen es für den Weisen Anlass ist, Gott zu rühmen. Er kann mit dem Propheten sprechen: „Denn du erfreust mich, Herr! durch dein Tun; über die Werke deiner Hände will ich jubeln“ (Ps 92(91),5 (Vulg.)).

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé

Tagesevangelium – 23.06.2018

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus – Mt 6,24-34

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den Anderen lieben, oder er wird zu dem einen halten und den Anderen verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern? Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazu gegeben. Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Quelle: CFM.SCJ Archiv Yaoundé